Weihnachtsfeier

Eine Weihnachtsfeier für Gruppen ab 8 Personen (mind. 2 Gruppen mit je 4 Personen)

Es werden Auszüge aus der Weihnachtsgeschichte vorgelesen, zu jedem Abschnitt gibt es eine Aktion, bei der man Punkte für die eigene Gruppe holen kann.

Vorbereitung:

– Lose ausdrucken und ausschneiden für Gruppeneinteilung (selbst erstellen oder Spielkarten verteilen und nach Farben losen. Die Teilnehmenden können sich alternativ auch selbst zu Gruppen formieren)

– Botschaften der Engel ausdrucken und in Briefumschläge stecken (so viele Umschläge wie Gruppen vorbereiten) Die Umschläge werden im Raum versteckt.

– Musikbox bereitlegen für die Aktion „Reise nach Bethlehem“

– Eier und Verpack-Material bereitlegen für Aktion „Rohes Ei einpacken“

– Augenbinden / Schals bereitlegen

– evtl. Hindernisparcours aufbauen (kann aber auch kurz vor der Aktion „Hindernislauf“ aufgebaut werden)

– Text für Aktion „Laufdiktat“ ausdrucken (1x)

– Preis für die Siegergruppe besorgen

Einstieg:

  • Begrüßung etc.
  • Gruppen einteilen (durch Lose, Spielkarten o.ä.)
  • Pro Gruppe mind. 4 Personen. Jedes Gruppenmitglied braucht eine feste Rolle: Maria, Joseph, Engel, 1-3 Hirten -> TN können mit Kreppband ihre Rolle kenntlich machen
  • Ablauf des Spiels erklären: Es werden Auszüge aus der Weihnachtsgeschichte vorgelesen, zwischendrin gibt es immer wieder Aktionen, bei denen man Punkte für die Gruppe erstreiten kann

Aktion 1:

26 Da schickte Gott den Engel Gabriel zu einer Jungfrau in die Stadt Nazaret in Galiläa.27Sie war mit einem Mann verlobt, der Josef hieß und ein Nachkomme Davids war. Die Jungfrau hieß Maria.28Der Engel trat bei ihr ein und sagte: »Sei gegrüßt! Gott hat dir seine Gnade geschenkt. Der Herr ist mit dir.«29Maria erschrak über diese Worte und fragte sich: »Was hat dieser Gruß zu bedeuten?«

Aktion: „Botschaft entschlüsseln“:

Die Engel dürfen aufstehen und einen Briefumschlag mit der Botschaft suchen. Dann dürfen die Gruppen gemeinsam die Botschaft entschlüsseln. Punkte gibt es gestaffelt nach Geschwindigkeit (Beispiel für 4 Gruppen: die schnellste Gruppe bekommt 40 Punkte, die zweite Gruppe 30 Punkte, usw.).

Am Ende liest einer der Teilnehmenden die entschlüsselte Botschaft vor:

30Da sagte der Engel zu ihr: »Fürchte dich nicht, Maria. Gott schenkt dir seine Gnade:31Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Dem sollst du den Namen Jesus geben.32Er ist zu Großem bestimmt und wird ›Sohn des Höchsten‹ genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vorfahren David geben.33Er wird für immer als König herrschen über die Nachkommen Jakobs. Seine Herrschaft wird niemals aufhören.«

Aktion 2:

34Da sagte Maria zu dem Engel: »Wie soll das möglich sein? Ich habe doch noch nie mit einem Mann geschlafen!«35Der Engel antwortete: »Der Heilige Geist wird auf dich kommen. Die Kraft des Höchsten wird dieses Wunder in dir bewirken. Deshalb wird das Kind, das du erwartest, heilig sein und ›Sohn Gottes‹ genannt werden.36Sieh doch: Auch Elisabet, deine Verwandte, erwartet einen Sohn trotz ihres hohen Alters. Sie ist jetzt im sechsten Monat schwanger, und dabei hieß es: Sie kann keine Kinder bekommen.37Für Gott ist nichts unmöglich.«38Da sagte Maria: »Ich diene dem Herrn. Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast.« Da verließ sie der Engel.

Aktion: „Stuhl-Vertrauensübung“:

Maria vertraut auf Gott, deshalb machen wir jetzt auch eine Vertrauensübung.

Es werden 4 Personen pro Gruppe benötigt. Diese setzen sich auf Stühle nah zueinander im Quadrat. Jeder muss sich so hinsetzen, dass man auf dem Schoß des Anderen landet, wenn man sich nach hinten lehnt. Wenn sich jeder zurückgelehnt hat, werden die Stühle von Mitarbeitenden weggezogen und die Zeit wird gestoppt.

Punkte gibt es gestaffelt danach, wie lange die Gruppen die Position halten können.

Aktion 3:

2 1Zu derselben Zeit befahl Kaiser Augustus, im ganzen Römischen Reicheine Volkszählung durchzuführen.2Es war die erste Volkszählung. Sie fand statt, als Quirinius römischer Statthalter in Syrien war.3Da machten sich alle auf, um sich in die Steuerlisten eintragen zu lassen –jeder in seine Heimatstadt.4Auch Josef ging von der Stadt Nazaret in Galiläa nach Judäa. Sein Ziel war die Stadt Betlehem, aus der David kam. Denn er stammte von David ab.

Aktion „Joseph packt“:

Bevor die beiden losreisen können, muss Joseph erstmal packen. Dazu müssen die Josephs (die am Anfang festgelegt wurden) Gegenstände so schnell wie mögliche bringen, die man auf der Reise brauchen könnte. Pro Gegenstand, der als erstes ankommt, gibt es 10 Punkte.

  1. Auf der Reise müsst ihr gut versorgt sein, deshalb braucht ihr eine Getränkeflasche.
  2. Falls das Wetter nicht mitmacht, braucht ihr natürlich auch einen Regenschirm.
  3. Um es Maria bei der Geburt bequem zu machen, braucht ihr ein Kissen.
  4. Wenn das Jesuskind zur Welt kommt, braucht ihr natürlich auch ein Tuch, um es zu wickeln.
  5. Um im Stall ein bisschen sauber machen zu können, braucht ihr einen Besen.

Aktion 4:

Aktion: „Reise nach Betlehem“:

Maria und Joseph reisen nach Betlehem, deshalb spielen wir jetzt auch „Reise nach Betlehem“. Alle spielen mit, es gibt am Ende einen Gewinner, der für seine Gruppe 30 Punkte erstreitet.

Aktion 5:

5In Betlehem wollte er sich eintragen lassen zusammen mit Maria, seiner Verlobten. Maria war schwanger.6Während sie dort waren, kam die Zeit der Geburt.7Maria brachte ihren ersten Sohn zur Welt. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe. Denn sie hatten in der Herberge keinen Platz gefunden.

Aktion: „Rohes Ei einpacken“:

Jede Gruppe bekommt ein Ei und muss dieses in bereitgelegtes Material (Zeitung und Schnur oder Naturmaterialien) einpacken. Dann werden die Eier geworfen: welches Ei am weitesten geworfen wurde und GANZ geblieben ist, gewinnt.

Jesus wird in Windeln gewickelt. Das dürft ihr jetzt auch machen, und zwar mit einem Ei, weil ein kleines Kind auch sehr empfindlich ist. Anschließend prüfen wir, wer sein Ei-Kindchen am besten eingepackt hat, indem wir ein Weitwerfen veranstalten. Je nach Weite gibt es gestaffelt Punkte, wessen Ei kaputtgeht bekommt keine Punkte.

Aktion 6:

8In der Gegend von Betlehem waren Hirten draußen auf den Feldern. Sie hielten in der Nacht Wache bei ihrer Herde.

Aktion „Tierquiz“:

Die Hirten mussten sich nachts bei der Wache ja irgendwie wachhalten. Glücklicherweise haben sie alle eine gemeinsame Leidenschaft: Schafe, über die sie fachsimpeln konnten. Deshalb spielen wir jetzt auch ein Tierquiz. Einer der Hirten ist Gruppensprecher. Pro schnellster richtiger Antwort/nächster Schätzung gibt es 10 Punkte.

  1. Schätzfrage: Wie viele Schafrassen gibt es weltweit? – 500-600
  2. Aus welchem Land stammt der Hausesel ursprünglich? – Afrika
  3. Welches Insekt erreicht eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 50 km/h? – Die Libelle
  4. Wie viele Tentakel hat ein Tintenfisch? – 8
  5. Schätzfrage: Wie viele Schafe leben in Irland? (Tipp: 4,8 Mio. Einwohner) – 8 Mio.

Aktion 7:

9Auf einmal trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Die Hirten erschraken und große Furcht erfasste sie.10Der Engel sagte zu ihnen: »Fürchtet euch nicht! Hört doch: Ich bringe euch eine gute Nachricht, die dem ganzen Volk große Freude bereiten wird.11Denn heute ist in der Stadt Davids für euch der Retter geboren worden: Er ist Christus, der Herr.12Und dies ist das Zeichen, an dem ihr das alles erkennt: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden. Es ist in Windeln gewickelt und liegt in einer Futterkrippe.« 13Plötzlich war der Engel umgeben vom ganzen himmlischen Heer der Engel. Die lobten Gott und riefen: 14»Gottes Herrlichkeit erfüllt die Himmelshöhe! Sein Frieden kommt auf die Erde zu den Menschen, denen er sich in Liebe zuwendet!«

Aktion „Weihnachtsliederbattle“:

Weil die Engel so gerne singen, dürfen alle unsere Engel zeigen, was sie so in Sachen Weihnachtslieder auf dem Kasten haben. Nacheinander dürfen sie alle ein Weihnachtslied zum besten geben, wem keines mehr einfällt oder ein Lied doppelt singt, der scheidet aus. Punkte gibt es gestaffelt nach Ausstieg.

Aktion 8:

15Die Engel verließen die Hirten und kehrten in den Himmel zurück. Da sagten die Hirten zueinander: »Kommt, wir gehen nach Betlehem! Wir wollen sehen, was da geschehen ist und was der Herr uns mitgeteilt hat!«16Die Hirten liefen hin, so schnell sie konnten.

Aktion „Hindernislauf“:

Die Hirten wollten möglichst schnell zum Stall, aber leider war es ja nachts und die Dunkelheit hielt so ihre Tücken bereit. Deshalb darf sich pro Gruppe einer der Hirten die Augen verbinden und einen Hindernislauf absolvieren. Der zweite Hirte ist Dirigent, gibt es keinen zweiten Hirten, darf ein anderes Gruppenmitglied die Aufgabe erfüllen. Punkte gibt es gestaffelt nach Zeit.

Aktion 9:

Sie fanden Maria und Josef und das neugeborene Kind, das in der Futterkrippe lag. 17Als sie das sahen, erzählten sie, was ihnen der Engel über dieses Kind gesagt hatte.18Alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen die Hirten berichteten.19Aber Maria merkte sich alle ihre Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Aktion: „Laufdiktat“

Am besten wird der Text in einem anderen Raum aufgehangen, sodass die TN etwas Laufstrecke haben und nicht direkt diktieren können.

Die Marias dürfen den ausgedruckten Text lesen, sich merken und ihrer Gruppe diktieren. Punkte gibt es gestaffelt nach Geschwindigkeit. Für jeden Fehler gibt es 2 Punkte Abzug.

Text für das Laufdiktat:

18Alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen die Hirten berichteten.19Aber Maria merkte sich alle ihre Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 20Die Hirten kehrten wieder zurück. Sie priesen und lobten Gott für das, was sie gehört und gesehen hatten. Es war alles genau so, wie es ihnen der Engel gesagt hatte.

Danach erfolgt die Punkteauswertung mit anschließender Siegerehrung.

Ausklingen lassen könnt ihr eure Weihnachtsfeier dann noch mit Tee und Plätzchen, Lebkuchen usw.

Hintergrundinfos/Fakten: 

Der Kinderwagen ist für uns gerade ein alltäglicher Gegenstand. Darin schieben wir nun aber kein Babysitterkind mehr, kein Nachbarskind, keine Nichte oder Neffe oder ein anderes Kind vor uns her. In diesem Kinderwagen liegt unsere Tochter, der wir gerade beim Wachsen zuschauen dürfen. 

Aus der Sicht von Patrizia: Für mich als Frau war es ganz besonders, als wir erfahren durften, dass ein neues Leben in mir heranwächst. Und immer wieder dachte ich: Wie unbegreiflich – Gott schafft neues Leben durch mich. Schon bevor dieses Kind geboren wird, hat Gott viel in es hineingelegt. Was für ein Wunder! Und neben Vorfreude und Neugierde kamen auch Fragen und Gedanken darüber, wie sich unser Leben wohl verändern wird und welche Herausforderungen wir, neben den schlaflosen Nächten, dem häufigen Windelwechseln oder dem Beruhigen eines schreienden Babys (auch als Paar) zu meistern haben. 

Noch vor 5-8 Jahren mit Anfang zwanzig, verlobt und dann frisch verheiratet mit einem wunderbaren Ehemann war für mich klar, dass ich sehr gerne Kinder mit ihm möchte (mindestens zwei) und sie ein wunderbares Geschenk sein können – nur auf gar keinen Fall jetzt. Denn ich möchte erst mein Studium abschließen und in meinem Beruf erste Erfahrungen sammeln. 

Schon als Teenie und Jugendliche mochte ich die Arbeit mit Kindern und ich war eine beliebte Babysitterin. Ich wollte sicher auch irgendwann einmal Kinder haben – vielleicht Anfang zwanzig? Am liebsten vier Kinder. Und ich wusste auch: Der Mann, mit dem ich Kinder möchte, muss der richtige sein. Mir war es damals schon wichtig, dass meine Kinder in einem sicheren Rahmen groß werden sollen mit Eltern, die eine tiefe und vertraute Beziehung verbindet.

Aus der Sicht von Marius: Mit Ende zwanzig waren wir so weit: Wir wollen Eltern werden. Und was für eine überwältigende Nachricht, als der Schwangerschaftstest positiv war. Doch neben der Aufregung auf das Kommende und die Fürsorge für meine Frau war die Zeit der Schwangerschaft für mich als Mann weniger intensiv und spürbar. Mit dem Zeitpunkt der Geburt hat sich mein Leben allerdings komplett auf den Kopf gestellt. Plötzlich ist da jemand in meinem Leben, der auf mich angewiesen ist. Angewiesen auf meine Fürsorge und vor allem auf meine Liebe.  
Zum einen spüre ich den enormen Druck, unseren Lebensunterhalt finanziell bestreiten zu müssen. Zum anderen spüre ich das Verlangen, so viel Zeit wie möglich zu Hause mit der Kleinen zu verbringen. Auf dem Heimweg von der Arbeit erlebe ich eine ähnliche Freude, wie auf die Geburt während der Schwangerschaft. Eine unbeschreibliche Vorfreude auf meine Tochter. Auf einen Menschen, der ohne mich/uns nicht auf der Welt wäre.
  

Auch mir war mit Anfang zwanzig klar, dass ich einmal Kinder haben möchte. Aber irgendwie war das Ganze noch ziemlich weit in der Ferne. Da habe ich die Zeit mit meinen Neffen und Nichten in vollen Zügen genossen. Ich fand es sogar ziemlich anstrengend und übergriffig, wenn Familie, Freunde, Bekannte und Unbekannte gefragt haben, wann es denn bei uns endlich so weit sei. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt nicht erwachsen genug gefühlt,Vater zu werden.  

Aufgewachsen bin ich mit fünf älteren Geschwistern und mir war schon als Jugendlichem klar, dass ich einmal Kinder haben will. In meinen Vorstellungen waren es ebenfalls immer vier Kinder (heiraten mit 24. Mit 26 das erste Kind und dann mit 28, 30 und 32 die restlichen). Es sollte auf jeden Fall immer eine gerade Zahl an Kindern sein, damit niemand allein ist. Zwei waren zu wenige. Und sechs zu viel, also eben vier.  

Heute wissen wir, dass sich der Blick auf das Thema Nachwuchs im Laufe der Zeit verändert. Gleichzeitig schwingt es immer mit. Bei den ersten Erfahrungen mit Sexualität ist das Thema Nachwuchs gerade für Jugendliche oft noch sehr weit weg und nicht relevant. Doch sobald zwei Menschen intim werden, gehört auch immer die Frage dazu, ob dabei ein Baby entstehen soll und wenn nein, welche Verhütungsmethode die richtige ist. Im Idealfall gibt es darüber schon früh ein offenes und ehrliches Gespräch und die Bereitschaft beider Partner Verantwortung zu übernehmen. In einer Beziehung sollte es auch irgendwann darum gehen, welche Vorstellungen es zum Thema Kinderwunsch gibt. 

Vorab:

Das Thema Familienplanung und Kinderwunsch ist sehr persönlich, daher überlege dir als LeiterIn, wie deine Positionen jetzt, als junge/r Erwachsene/r, Jugendliche/r und Teenie dazu sind oder waren. Du kannst genauso wie oben einmal deine Gedanken kurz zusammenfassen. Für die Einheit kannst du entscheiden, wie viel und was du von dir berichten möchtest. 

Aktion:

Idee zum Einstieg: Vorab kannst du deine Teilnehmenden bitten ein Babyfoto von sich herauszusuchen und mitzubringen. Es ist wichtig, dass sie es den anderen nicht zeigen und dir vor der Einheit geben. So könnt ihr zum Einstieg ein kleines Ratespiel machen, das zum Schmunzeln anregt: Wer ist auf welchem Foto zu sehen? Legt die Fotos offen in der Mitte aus und lasst die Teilnehmenden raten, löst nach einiger Zeit gemeinsam auf. 

Übergangsfragen und Austausch: 
  • Haben euch eure Eltern erzählt, wie es für sie war, als ihr geboren wurdet? 
  • Habt ihr vielleicht in eurem Umfeld erlebt, wie ein Baby das Leben verändern kann? 

Impuls:

Stelle nun deine Statements als junge/r Erwachsene/r, Jugendliche/r und Teenie vor oder nutze alternativ die Statements von uns, die du vorlesen kannst. Betone noch einmal, dass diese Positionen sehr individuell sind und es auch andere oder gegensätzliche Positionen gibt. Außerdem ist es wichtig zu vermitteln, dass sich Positionen zu diesem Thema stark verändern können im Laufe der Zeit, aber eine ehrliche und verbindliche Beziehung mit dem Partner immer wichtig ist. 

Quasselrunden: 

Wenn es die Gruppengröße zulässt, könnte es sinnvoll sein die Quasselrunden nach Geschlechtern aufzuteilen. Gebt den Kleingruppen die drei Fragen und ein großes Papier oder Plakat mit, um vor allem zur letzten Frage Schlagworte aufzuschreiben.  

  • Habt ihr bereits Vorstellungen, ob ihr einmal Kinder wollt?  
  • Was würde sich an eurem Leben verändern, wenn ihr jetzt ein Kind bekommen würdet? 
  • Welche Erwartungen/Wünsche habt/hättet ihr jetzt an euren Partner bzgl. Kinderwunsch/Verhütung/Umgang miteinander? 

Austausch

Kommt nach der Quasselrunde als gesamte Gruppe wieder zusammen und tauscht euch aus. Was wünschen sich die Mädels und was die Jungs? Wo decken sich Erwartungen? Lasst die Ergebnisse ruhig unbewertet stehen, denn hier gibt es kein richtig oder falsch. Eigene Antworten zu finden und die Antworten der anderen wahrzunehmen ist hierbei der zentrale Aspekt. 

Alternativ: 

Solltest du das Gefühl haben, dass für deine Zielgruppe der offene Austausch zur letzten Frage etwas schwieriger werden könnte oder die Frage bisher noch keine Relevanz für sie hatte, kannst du ihnen Anregungen geben. Bereite dazu Zettel vor mit Antwortmöglichkeiten, wie z.B.: „offene Gespräche über das Thema“, „Gleiche Vorstellung, ob man Kinder möchte“, „gleiche Vorstellung, wann man Kinder möchte“, „gleiche Vorstellung, wie viele Kinder man möchte“, „Ehrlichkeit“, „Verständnis füreinander“, „Beteiligung an den Kosten für Verhütungsmittel“, „Gebet über das Thema“, „Vertrauen“, … Diese können beliebig von dir oder deinen Teilnehmenden ergänzt werden. 

Schreibe jeweils auf einen Zettel eine der Antwortmöglichkeit, sowie auf jeden Zettel eine Skala von 1 (nicht wichtig) bis 10 (sehr wichtig).  

Besorge Klebepunkte oder dicke Stifte, mit denen die Teilnehmenden markieren können, wie wichtig ihnen dieser Aspekt ist. So bekommt ihr ein Stimmungsbild, über das ihr sprechen könnt oder das man als Leitung moderierend zusammenfassen kann. 

Überlegungen und Hilfen zur methodischen Gestaltung einer ersten Begegnung mit Jesus

Warum sollen Jugendliche überhaupt öffentlich auf die Einladung zum Glauben reagieren?

Jugendliche zeigen gern, was ihnen wichtig ist. Sicher ist es in unserer schnelllebigen Zeit schwierig, Entscheidungen zu treffen, die ein ganzes Leben betreffen. Dennoch wollen wir Jugendliche dazu ermutigen. Was daraus wird, liegt in Gottes Hand. Aus folgenden Gründen ermutigen wir Jugendliche zu einer konkreten Reaktion:

1. Das öffentliche Bekenntnis entspricht dem Wesen des christlichen Glaubens

In unserer Gesellschaft wird Religion häufig als Privatsache angesehen. Doch das Evangelium zeigt: Die Nachfolge Jesu ist immer auch eine soziale und damit öffentliche Angelegenheit. Es gehört nicht nur in den persönlichen Bereich und ist erst recht keine Privatsache.

2. Das öffentliche Bekenntnis hilft zur Gemeinschaft

Der Glaube an Jesus ist immer Gemeinschaftssache. Wer Jesus nachfolgt, braucht dazu die Gemeinschaft mit anderen Glaubenden. Eine wahrnehmbare Reaktion auf die Einladung zu Jesus hilft, Menschen zu begleiten und ihnen in der Gemeinde geistliche Heimat zu geben.

3. Was passiert beim öffentlichen Aufruf?

In der Verkündigung laden wir ausdrücklich dazu ein, das Gebet als einen Beginn der Beziehung mit Gott zu verstehen. Bei Jugendwochen erleben wir, dass etwa ein Drittel derer, die nach vorne kommen, diesen Schritt als einen Beginn des Glaubens an Jesus verstehen. Ein zweites Drittel sieht darin eine Erneuerung des Glaubens. Das dritte Drittel kommt, um konkrete Lebensfragen anzusprechen oder auch, um einfach für sich beten zu lassen.

Möglichkeiten, wie die erste Begegnung mit Jesus gestaltet werden kann

Es gibt viele Möglichkeiten, wie eine erste Begegnung mit Jesus aussehen kann. Natürlich ist es zuerst eine Sache des Herzens. Ein Jugendlicher kann die Beziehung mit Jesus ganz unspektakulär mit einem einfachen Gebet in seinem Herzen beginnen. Aber vielleicht hilft auch eine der folgenden konkreten Gestaltungsmöglichkeiten.

1. Die Einladung zum Kreuz

Die Einladung zum Treffpunkt Kreuz ist eine hilfreiche Möglichkeit, Menschen zu helfen, aus der Masse herauszutreten, und ihr Ja zu Jesus Christus öffentlich und fröhlich zu bekennen. Das Kreuz ist und bleibt das Markenzeichen von Jesus. Gerade auch für junge Menschen, die bereits in christlichen Kreisen unterwegs sind, kann diese Form eine hilfreiche Möglichkeit sein, um für sich Klarheit im Blick auf Jesus zu schaffen. Viele Menschen sind in christlichen Kreisen unterwegs, ohne jemals eine Beziehung zu Jesus zu beginnen. Diese Form kann eine geeignete Möglichkeit sein, um das zu ändern. Dabei hilft ein Kreuz, das irgendwo im Raum positioniert ist und an dem sich Jugendliche gemeinsam mit Mitarbeitern zu einem ersten Gebet treffen.

2. Sich an Jesus festmachen

Jugendliche können einen Wollfaden an ein Kreuz binden und sich so symbolisch an Jesus festmachen. Besonders eindrücklich ist es, wenn diese Wollfäden noch eine Zeit lang am Kreuz bleiben und verdeutlichen, dass Jugendliche mit Jesus begonnen haben.

3. Symbolische Handlungen

Symbolische Handlungen sind bei Jugendlichen beliebt und helfen eine erste Begegnung mit Jesus zu gestalten. Vielleicht ist es der Stein, den ich ans Kreuz legen kann, um sinnbildlich meine Schuld bei Jesus abzugeben. Vielleicht ist es das kleine Herz, das ich in Empfang nehme und das mir deutlich macht: Ich bin von Gott unendlich geliebt. Auch die Schatzkiste am Kreuz, aus der ich einen goldenen Stein nehmen kann, hilft, um deutlich zu machen: Ich habe Jesus als Schatz für mein Leben entdeckt. Vielleicht ist es auch der Briefkasten am Kreuz, in den ich einen kleinen ersten Brief an Jesus schreibe. Auch die Kerze, die ich am Kreuz anzünde, kann Symbol dafür sein, dass mir ein Licht aufgegangen ist und ich Jesus entdeckt habe.

Hier gibt es viele kreative Möglichkeiten. Wichtig ist, dass das Ziel vor Augen bleibt: Wir wollen Jugendlichen helfen, diese erste Begegnung mit Jesus zu gestalten. Die Aktion an sich muss dieser Sache dienen.

4. Der persönliche Segenszuspruch

Ein persönlicher Segenszuspruch kann die erste Begegnung mit Jesus zu einem besonderen Ereignis machen. Durch Handauflegung oder ein Salbkreuz in die Hand oder auf die Stirn des Jugendlichen kann deutlich werden: Du gehörst zu Jesus.

Team4Challenge ist ein abendfüllendes Programm. Es kann im Teen-oder Jugendkreis genauso verwendet werden wie auf einer Freizeit. Vor allem in einer der ersten Gruppenstunden nach den Ferien kann es helfen, dass die Gruppe sich findet und Einzelne nicht einfach so durchrutschen.

Die Teilnehmer werden in Teams eingeteilt und müssen Aufgaben und Herausforderungen lösen bzw. bestreiten. Diese Challenges sind ganz verschieden. Als Gruppenleiter oder im Team könnt ihr im Vorfeld überlegen, was das Ziel des Abends sein sol. Wollt ihr einfach nur einen Abend mit Spaß und Action, dann könnt ihr die Spiele querbeet aussuchen. Vielleicht habt ihr aber viele Neue in der Gruppe dabei – zum Beispiel nach den Sommerferien. Dann empfiehlt es sich, nach Spielen zu suchen, bei denen man in der Kleingruppe aufeinander angewiesen ist. Dabei sollte man auf die Verschiedenheit der Challenges achten. Verwendet nicht nur Denk-, sondern auch Aktionen, wo Kraft oder Ausdauer benötigt wird, sodass die verschiedenen Begabungen zum Zug kommen. Für jede Aufgabe hat man eine feste Zeit. Erfahrungsgemäß sind fünf Minuten ein guter Faktor. Nach Ablauf der Zeit werden die Teams durch einen Mitarbeiter, der ein Signal gibt (Pfeife, Drucklufthorn, Rufen…), aufgefordert, die Station zu wechseln. Jede Gruppe hat einen Laufzettel,

Es gibt zwei Möglichkeiten, diesen Stundenentwurf zu nutzen:

Variante 1: Du suchst einen Spieleabend für deinen Teenkreis, der einfach Laune machen soll? Dann kannst du im Hauptteil einfach die Spielvorschläge nehmen, die dir am besten gefallen oder einfach gut umsetzbar sind.

Variante 2: Du willst die Gruppe stärken und zusammenwachsen lassen? Wenn du dich für diese Variante entscheidest, dann musst du ein paar Minuten mehr für deine Vorbereitung einplanen. Die beginnt nämlich bereits im Vorfeld mit der Überlegung, wer mit wem im Team spielen sollte. Versucht neue Teilnehmer und alte Hasen zu mischen. Stille mit lauten Teens usw. Mit der richtigen Spielauswahl für die Gruppe werden die Planungen fortgesetzt. Zum Beispiel, wenn du an der Kommunikation der Gruppe etwas verändern willst oder das Vertrauen zu einander stärken möchtest, suchst du dir die entsprechenden Challenges aus.

Vorbereitung: Reflektiere deine Gruppe.

Mit wie vielen Teilnehmenden kannst du rechnen?

Team4Challenge kann mit großen und kleinen Gruppen gespielt werden. Es variiert in der Teamaufteilung. Du kannst Teams mit 2-3 Personen aber auch Teams mit 5-10 Personen haben. Für die Stimmung und das Teamgefühl ist es gut, wenn der Abend nicht nur von 2-3 Teams sondern von 5-10 Teams gespielt wird.

Was begeistert sie, wo haben sie ihre Grenzen.

Bei der Variante 1 geht es darum, einen möglichst großen Funfaktor zu erzielen. Such also nach Challenges bei denen du denkst, dass sie der Gruppe Spaß machen. Achte auf die Interessen der Gruppe und nicht auf die der Mitarbeiter.

Bei der Variante 2 soll es auch Spaß machen, aber du willst die Gruppe auch herausfordern. Die Spielauswahl sollte hier zielorientiert gewählt werden und an der einen oder anderen Stelle (nicht bei allen Spielen) darf ein Team auch mal an seine Grenzen kommen. Als hilfreich hat sich bei der Planung gezeigt, dass es gut ist, im Mitarbeiterteam zu überlegen, was dran ist. Außerdem empfiehlt es sich, die Teams schon im Vorfeld festzulegen. Spontane Gruppenbesucher kann man da zuteilen, wo man denkt, dass es passt.

Vorbereitung: Challenges und Material

Eine Auswahl an passenden Challenges stehen am Ende des Artikels. Unterschiedliche Charaktere wie Sport, Denken, Geschicklichkeit sowie Varianten für verschiedene Teamgrößen kannst du auswählen. Außerdem findest du zu jeder Challenge eine Materialaufstellung. So kannst du im Vorfeld alles besorgen was notwendig ist. Empfehlenswert ist es, die verschiedenen Stationen schon vor dem Eintreffen der Teilnehmer aufgebaut zu haben. Falls die Möglichkeit besteht, startet in einem separaten Raum, in dem keine Challenge stattfindet. Dann ist die Ablenkung nicht zu groß, dafür wird die Neugier mehr geweckt.

Durchführung

Jede Gruppe beginnt bei einer anderen Challenge. Das bedeutet, dass du entweder so viele Challenges wie Gruppen haben musst. Durch den gleichmäßigen Wechsel benötigst du immer eine Challenge pro Gruppe. Als Beispiel: Du hast vier Gruppen – dann benötigst du entweder 4, 8, 12 oder 16 Challenges. Sonst geht der Wechsel nicht auf.

Das Spiel beginnt für alle zur gleichen Zeit und gewechselt wird nach Anweisung und der festgelegten Zeit.

Solltet ihr die Variante 2 spielen, dann plant bei einigen Stationen eine Zeit zum reflektieren ein. Wichtig ist, dass ein Mitarbeiter an dieser Station die Reflektion in die Hand nimmt. Es geht auch mit vorgegebenen Fragen auf Zetteln. Es ist hilfreich, wenn eine Person dies ein bisschen steuert. Folgende Fragen können helfen, über die Teamarbeit ins Gespräch zu kommen:

  • Wer hat sich als Leiter herausgestellt?
  • Wie ging es dir in deiner Rolle?
  • Wer hätte gern eine andere Rolle gehabt und warum?
  • Wie denkt ihr, habt ihr als Team zusammengearbeitet – was war gut – was hätte besser sein können?
  • Welche wichtige Aufgabe hat dein rechter Nachbar übernommen?

Es bietet sich an, diese Reflexionsrunden als eigene Station nach der jeweiligen Challenge durchzuführen. Durch die zeitliche Begrenzung achtet darauf, dass jeder zu Wort kommt.

Wenn alle Aufgaben und Herausforderungen durchlaufen wurden, geben die Gruppen ihren Laufzettel einem Mitarbeiter, der diese auswertet. Versucht es so hinzubekommen, dass die Gruppen sich nicht über ihre erreichten Punkte austauschen.

Während der Auswertungsphase ist Gelegenheit für eine Andacht. Jesus hat den Menschen, die mit ihm leben, eine Challenge gestellt. Nachzulesen ist sie in Matthäus 28,16-20. Der Missionsbefehl. Wie gehen wir mit dieser Challenge um und was bedeutet sie uns? Und noch wichtiger, wer oder was hilft uns, mit so einer großen Herausforderung umzugehen? Welche Rolle spielt der Auftraggeber? Welche Rolle spiele ich? Was sind Schritte und Konsequenzen? Eine mögliche Andacht dazu findest du im TEC:-Pool. Suchbegriff: Missionsbefehl. Der Titel: Was ist, wenn Jesus „Ja, aber…“ sagt?

Alternativ kannst du gut etwas zum Thema Einheit und Vielfalt aus dem Epheserbrief oder etwas über verschiedene Begabungen machen.

Abschluss

Natürlich ist Team4Challenge ein Wettbewerb. Natürlich soll ein gewisser Konkurrenzkampf entstehen und auch Ehrgeiz. Achtet als Mitarbeiter aber darauf, dass es in einem guten Rahmen bleibt. Mit der, bei den Vorbereitungen angesprochenen Teameinteilung, könnt ihr schon vieles zum Guten steuern.

Eine Challenge am Ende, die alle gemeinsam lösen müssen oder ein gemeinsames Essen, können ein gutes Mittel sein, die Gruppenstunde gut zu beenden.

Und jetzt geht’s los – viel Spaß beim Team4Challenge.

Einstieg

Es ist wichtig mit den Teens zu klären, was eigentlich Berufung ist. Je nachdem, mit welchen Teens ihr es zu tun habt, gehört der Begriff irgendwie dazu (eher fromme Teens) oder ist total komisch. Manche Leute kennen den Begriff nur noch aus den Nachrichten, wenn im Rahmen einer Gerichtsverhandlung von „Berufung“ die Rede ist. Das heißt, wenn ein Urteil angefochten wird und eine höhere Instanz „angerufen“ wird. Wieder andere kennen Berufung von der Nationalmannschaft. Wenn der Bundestrainer bestimmte Spieler in den Kader der Nationalmannschaft „beruft“. Und hier sind wir voll beim Thema. In die Nationalmannschaft berufen zu werden ist mit das Größte, was einem Sportler passieren kann. Die Teens sollen Kriterien benennen, die notwendig sind, um in die Nationalmannschaft berufen zu werden. Dabei wird ziemlich sicher herauskommen, dass man in vielem richtig gut sein muss, um berufen zu werden.

Gruppenphase

Die Teens können in kleinen Gruppen (2 – 3 Personen) verschiedene Bibelstellen aufschlagen, die mit den Jüngern zu tun haben. Cool wäre es, wenn die Teens eine Art Steckbrief zu einigen Jüngern erarbeiteten: Beruf, Herkunft, Familie, was aus ihnen geworden ist. Vielleicht helfen da auch kopierte Einträge aus Bibellexika o. Ä. weiter.

Anschließend stellen die Gruppen ihre Steckbriefe vor.

Andacht

1. Jesus beruft – wen

Wer die Steckbriefe anschaut, dem wird schnell klar, dass Jesus hier keinen einzigen Nationalspieler berufen hat. Das waren alles einfach irgendwelche Typen. Petrus war ein Fischer, vermutlich ein einfacher Mann, der vielleicht nicht mal richtig lesen und schreiben konnte. Matthäus war ein Zollbeamter, ein Außenseiter der Gesellschaft, mit dem eigentlich keiner etwas zu tun haben wollte. Zöllner haben mit den Römern zusammengearbeitet und wurden deshalb von der Bevölkerung verachtet. Und dann gab es da noch eine ganz spezielle Person, nämlich Simon, den Zeloten. Er war in einer sehr radikalen Partei, die auch vor Gewaltakten nicht zurückgeschreckt hat. Alles in allem eine sehr kunterbunte Truppe, die sich Jesus da zusammensucht. Warum beruft Jesus ausgerechnet diese Leute? Warum nimmt er niemanden, der höher qualifiziert wäre?

Jesus nimmt niemanden, der anders oder besser ist, weil es einfach nicht um das geht, was wir Menschen bringen können. Jesus beruft nicht irgendwelche Leute, die vor Intelligenz oder Muskeln nicht mehr laufen können. Er beruft Menschen mit Fehlern und Schwächen und vielen Macken. Eben solche Leute, wie du und ich es sind. Menschen, die darauf angewiesen sind, dass da jemand ist, der sich auskennt. Der den richtigen Weg weiß. Und das ist Jesus. Jeder dieser Leute, die Jesus berufen hat, wusste: „Ich bin nicht der große Weltveränderer.“ Und Jesus wusste das auch. Und trotzdem hat er jeden Einzelnen genommen, so wie er war.

2. Jesus beruft – wozu

Jesus beruft diese Männer zu einer einzigen Sache. Er beruft sie dazu, ihm nachzufolgen. Das ist ja ganz spannend, Jesus sagt nicht: „Hey wir gehen jetzt mal los und verändern die Welt.“ Sondern Jesus sagt einfach nur: „Komm folge mir nach.“

Komm folge mir nach, einfach so. Die Männer, die Jesus berufen hat, mussten nichts Besonderes machen, sondern einfach nur Jesus hinterherlaufen. Es gab keine Bedingungen, die erfüllt werden mussten. Es gab einfach nur diese Einladung. Nicht mehr. Als Jesus sagte: „Folge mir nach“, da sagte er: „Ich möchte, dass du den ganzen Tag bei mir bist. Ich möchte, dass du die gleichen Dinge siehst, die ich sehe, dass du dieselben Wege gehst wie ich. Ich möchte, dass du erlebst, was ich tue und was ich sage. Ich will, dass du ein Teil von meinem Leben wirst.“

Krasser Gedanke! Es geht nicht darum, dass Jesus Teil von meinem Leben wird, sondern darum, dass ich voll und ganz ihm gehöre. Jesus lädt die Jünger ein ihm nachzufolgen, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger!

Die Einladung von Jesus ist völlig radikal. Am deutlichsten wird das, wenn man sich die Berufung von Petrus anschaut, wie sie Matthäus berichtet (Mt. 4,18-21). Jesus sieht Petrus und seinen Bruder und sagt: „Folge mir nach“ (mehr nicht) und die beiden lassen ihre Netze liegen und folgen ihm nach. Die Netze, das war ihr Beruf. Die beiden waren bereit ihren Beruf aufzugeben, um Jesus nachzufolgen, um zu entdecken, was er mit ihrem Leben vorhat. Sie waren bereit ihre eigenen Vorstellungen vom Leben aufzugeben und sich auf eine ganz neue Zukunft einzulassen.

3. Jesus beruft – und jetzt?

Die Einladung von Jesus hat das Leben der zwölf Jünger völlig verändert. Keiner dieser Männer hat ein „normales“ Leben gehabt. Diese Männer sind mit Jesus losgezogen und sie haben völlig faszinierende Sachen erlebt. Sie waren dabei, wie Jesus Menschen geheilt und sogar Tote auferweckt hat. Petrus ist sogar selbst auf dem Wasser gelaufen (jedenfalls eine Zeit lang). Sie haben mit eigenen Augen gesehen, wie Jesus einen Sturm zum Schweigen gebracht hat und noch vieles mehr. Die Jünger haben aber auch miterlebt, wie Jesus grausam am Kreuz gestorben ist und sie haben nicht verstanden, wieso. Erst nach einiger Zeit haben sie begriffen, dass das größte Wunder nicht die Sturmstillung oder eine Krankenheilung war. Das größte Wunder war (und ist), dass Jesus am Kreuz gestorben ist und damit alle Schuld vergeben ist. Dass dadurch der Weg zu Gott frei ist.

Und diese Botschaft hat die Jünger dann wirklich angetrieben. Diese Nachricht hat das Leben der Jünger noch einmal völlig auf den Kopf gestellt. Als sie das verstanden haben, sind sie in die ganze Welt losgezogen, weil sie wussten, jeder Mensch muss genau das hören. Jeder Mensch muss hören, dass Jesus am Kreuz gestorben ist und alle Schuld der Welt auf sich genommen hat.

Die Jünger haben das erst für sich ganz persönlich angenommen und es dann weitergegeben.

Abschluss

Je nach Gruppe kann man den Abschluss unterschiedlich gestalten:

Variante 1 – für Teens, die mit dem Glauben noch nicht so viel am Hut haben:

Die Teens bekommen einen Zettel ausgeteilt, der sie mit folgenden Fragen konfrontiert.

  • Warum sind die Jünger Jesus nachgefolgt?
  • Warum folgst du Jesus nach? Warum nicht?
  • Was bedeutet es für dich, Jesus nachzufolgen?

Variante 2 – für Teens, die im Glauben schon ein Stück unterwegs sind:

Die Teens bekommen einen Zettel ausgeteilt, der sie mit verschiedenen Fragen konfrontiert, die sie für sich selbst beantworten sollen. Die Teens können sich über einen Aspekt Gedanken machen, aber auch über alle.

  • Was bedeutet es für dich, Jesus nachzufolgen?
  • Was muss ich aufgeben, um Jesus wirklich ganz nachfolgen zu können?
  • Was hält mich davon ab, manche Dinge in meinem Leben aufzugeben?
  • Was muss passieren, damit ich so wie die Jünger losgehe und anderen von Jesus erzähle?
  • Was wünsche ich mir für mein Leben mit Jesus?

Natürlich können beide Varianten auch gemeinsam im Gespräch erarbeitet werden.

Kreativität, Spontanität, Flexibilität – alles das braucht dieser Stundenentwurf.

Am besten kündigt ihr diese Gruppenstunde eine Woche vorher an. Denn für diese Stunde ist wichtig, dass alle von zu Hause 2–5 Gegenstände mitbringen. Diese Gegenstände können ganz unterschiedlich sein. Es gibt überhaupt keine Vorgaben, außer, dass sie in der Gruppenstunde benutzt werden dürfen, also z. B. von anderen angefasst werden dürfen. Es sollten also eigene Gegenstände sein und nichts, was man sich von anderen geliehen hat, die nicht über die Gruppenstunde Bescheid wissen. Und es sollten auch keine Dinge sein, die leicht kaputt gehen und schwer zu ersetzen sind, denn man weiß bei diesem Stundenentwurf ja nie, was genau passiert.

Spielideen entwickeln

Die Stunde beginnt damit, dass alle mitgebrachten Gegenstände in eurer Mitte gesammelt werden. Betrachtet, was dort alles zusammengekommen ist und bildet anschließend Kleingruppen von 2–5 Personen. Jede Kleingruppe hat nun ca. 30 Minuten Zeit, sich einige Gegenstände auszusuchen (es müssen nicht die selbst mitgebrachten sein) und ein Spiel zu entwickeln, das mit diesen Gegenständen gespielt werden kann. Hier sind der Kreativität nur die Grenzen der Machbarkeit mit euren Möglichkeiten gesetzt – alles was in euren Räumen, mit eurer Gruppe in dieser Gruppenstunde machbar ist (und kein besonderes Verletzungsrisiko birgt), ist erlaubt.
Nach 30 Minuten ungefähr trefft ihr euch wieder. Nun stellen allen Gruppen ihre Spielideen vor und ihr spielt diese Spiele natürlich auch. Probiert sie aus und gebt der Gruppe anschließend auch gerne Rückmeldung, welche tollen Ideen sie hatten und was euch vielleicht noch als Ergänzung dazu eingefallen ist. Wenn ihr es zeitlich nicht schafft, alle Spiele auszuprobieren, könnt ihr natürlich einfach beim nächsten Treffen weitermachen.
Dieser Stundenentwurf eignet sich auch gut für Freizeiten und auch für Schulungen zum Thema Spieleentwicklung und Spielepädagogik. Denn um ein eigenes Spiel zu entwickeln, muss sich jede Gruppe zahlreichen Gedanken machen:

  • Welche Materialien und Räumlichkeiten haben wir zur Verfügung?
  • Mit welcher Zielgruppe und mit wie vielen Menschen spielen wir unser Spiel?
  • Was soll das Ziel unseres Spieles sein?
  • Welche Regeln sind wichtig?
  • Was muss unbedingt beachtet werden (Stichwort: Verletzungsrisiko)?
  • Wie viel Zeit benötigt unser Spiel und wie viel Zeit die Vorbereitung?

Andacht:

Auch die Andacht kann passend zu dieser Stunde sehr kreativ und spontan gestaltet werden.
Ich habe schon mehrfach in unterschiedlichen Gruppen gute Erfahrungen mit dieser Art Andacht gemacht und kann nur empfehlen, diese Methode einfach selbst mal auszuprobieren.

  1. Beginn/Begrüßung zur Andacht
    Wer möchte, kann ein Votum sprechen oder die Andacht mit einem kurzen Gebet oder einem Lied eröffnen.
  2. Aktion
    Alle, Mitarbeitende und Teilnehmende bekommen nun folgende Aufgabe gestellt:
    »Schaut euch in diesem Raum/auf dieser Wiese … um. Was sehr ihr? Was gibt es hier alles?«
    »Steht auf und sucht euch einen Gegenstand aus (einen Stein, eine Spielfigur, einen Ball, eine leere Flasche … was immer gerade da ist) und bringt ihn mit zurück in diesen Kreis.«
    Sind im Raum besonders viele Gegenstände greifbar, könnt ihr die Aufgabe auch noch etwas mehr konkretisieren. Zum Beispiel: „Bringt den leichtesten/erstaunlichsten/kleinste n… Gegenstand mit in den Kreis.“
  3. Runde 1
    Sind alle wieder zurück im Kreis mit ihren Gegenständen, startet eine kurze Austauschrunde, in der nun alle ihren Gegenstand kurz vorstellen, also einfach erzählen, was sie da ausgewählt haben.
    Wer mag kann zusätzlich auch noch in 1–2 Sätzen erklären, warum die Wahl genau auf diesen Gegenstand gefallen ist.
  4. Runde 2
    In dieser zweiten Runde sollen nun alle einmal berichten, was der ausgewählte Gegenstand mit Gott zu tun haben könnte.
    Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und ich bin sicher, dass jeder und jedem etwas einfällt. Richtig und falsch gibt es hier natürlich sowieso nicht. Alle Gedanken und Ideen sind gut!
  5. Abschlussgedanken:
    Gott ist in dieser Welt, in allem und durch alles können wir Zugang zu ihm finden. Denn Gott ist vielseitig. Mindestens so vielseitig wie wir. Jeder Gegenstand kann uns etwas von Gott sagen und zeigen.
    In jedem Menschen können wir Gott entdecken. Und manche von uns können Gott vielleicht in einem Lied spüren. Andere in einem Gebet im Gottesdienst in der Kirche.
    Wieder andere vielleicht aber auch in dem Spaß, den wir hier als Gruppe beim Spielen zusammen haben. Oder auf Freizeiten, wenn wir am Lagerfeuer zusammen sitzen. Oder beim (Bibel-)Lesen.
    Gott ist so groß, dass es nicht nur eine oder zwei Arten gibt, wie wir ihm begegnen können.
    Gott findet auch den Zugang zu dir, wenn du das möchtest. Er findet dann bestimmt genau den richtigen Zugang zu dir.
    Du kannst iGott auch finden. Probier es einfach aus. Du kannst dabei nichts falsch machen.
  6. Abschlusslied und/oder Segen

Natürlich könnt ihr gern auch zwischendurch noch Lieder einbauen, wenn ihr mögt.

Jesus nimmt schon zu seiner Geburt alles mit, was sich an Chaos, Krisen und Katastrophen bietet

Wenn ich die Wahl habe, mag ich es eigentlich ganz unkompliziert. Gut, ich habe keine Angst vor Problemen – wobei ich sie lieber „Herausforderungen“ nenne, weil ich das motivierender finde. Das etwas schwierig werden könnte, kann mich aber nicht von meinen Ideen abhalten. Das Komplett-Paket, dass Jesus schon alleine zu seiner Geburt an Chaos, Krisen und Katastrophen mitnimmt, ist allerdings auch für mich eine ganz besonders große „Herausforderung“ und hätte mich schon zum Nachdenken gebracht.
Natürlich wissen wir, dass alle Begleitumstände rund um die Geburt kein Zufall waren, sondern in ihrer Bestimmung schon von Zeitrechnung an ein besonderes Ziel verfolgen. Inmitten der stimmungsvollen, emotionsgeladenen Advents- und Weihnachtszeit, in der wir so nach „Liebe“, „Besinnlichkeit“ und „Perfektion“ streben, kann dieses Wissen aber schon mal unter den Tisch fallen. Es kann uns sogar etwas unangenehm sein, dass sich unsere romantische Vorstellung mit dem Baby in der Krippe schlecht unter einen Hut bringen lässt mit der kalten schmerzhaften Realität eines Neugeborenen, das von der jungen Mutter ohne irgendeine (geschweige denn medizinische) Unterstützung auf die Welt gepresst wurde – und dazu statt in einem weichen Bett in einer dreckigen Futterkrippe seine erste Schlafstätte fand. „Holder Knabe“? Das stelle ich mir aber anders vor …

Zu den Bibeltexten:

Lukas-Evangelium

Wer der Verfasser des Lukas-Evangeliums ist, lässt sich nicht genau sagen. Einige sind sich sehr sicher, dass es sich dabei um einen Arzt namens Lukas handelte, der als enger Mitarbeiter des Paulus viel gesehen, erfahren und gehört hat. Andere bezweifeln diese These deutlich. Zwar erkennen auch diese Wissenschaftler an, dass es sich zweifellos bei dem Autor um einen sehr gebildeten Mann gehandelt haben muss – aber gerade in der Verwendung der medizinischen Fachbegriffe bleibt der Autor stets im Bereich des Allgemeinwissens. Aufgrund seiner Ausdrucksweise scheint der Verfasser jedoch nicht nur umfassende Kenntnisse im Bereich jüdischer Traditionen, sondern zudem auch eine griechische (Aus-)Bildung genossen zu haben, die ihm andere Blickwinkel auf Fragen von Wissen, Kultur und Werte ermöglichte. Dass das Lukas-Evangelium im Bereich 90 n. Chr. entstanden ist, darüber sind sich die meisten Wissenschaftler einig.
Im Lukas-Evangelium gehört die Geschichte von der Geburt Jesu zu einem der wichtigsten Erzähl-Stränge neben der Passions- und Ostergeschichte. In keinem anderen Evangelium wird so ausführlich über die Geburt und die frühen Jahre Christi geschrieben.

Matthäus-Evangelium

Die Frage nach dem Autor des Matthäus-Evangeliums scheint ebenso unklar zu sein wie die bei Lukas. Es gibt Stimmen, die in Matthäus den ehemaligen Zöllner Levi sehen, der quasi aus direkter Erfahrung heraus seine Eindrücke über Jesus zusammengeschrieben hat. Andere halten das für sehr unwahrscheinlich und vertreten die Meinung, dass sich hinter dem Autor ein anonymer gebildeter Christ steht, dem man erst nachträglich die Rolle des Matthäus zugeschrieben hat.
Aufgrund des Aufbaus des Evangeliums, dem Umgang mit den jüdischen Texten im Alten Testament und der Verwendung von Symbol(zahlen) wird es als wahrscheinlich angesehen, dass es sich bei dem Verfasser um einen Schriftgelehrten gehandelt haben könnte, der für eine judenchristliche Gemeinde geschrieben hat.
Immer wieder, auch in den Geschichten rund um die Geburt Jesu, gibt es literarische Rückbezüge auf AT-Texte, die verdeutlichen sollen, dass Jesus der von den Juden erwartete Messias ist.

  1. Text: Lukas 1, 26–28 Maria erfährt, dass sie schwanger werden wird
  2. Text: Matthäus 1, 18–25 Josef möchte Maria verlassen, bleibt nach Gottes Botschaft
  3. Text: Lukas 2, 1–20 Maria und Josef sind „Binnenflüchtlinge“, Geburt & Stall
  4. Text: Matthäus 2, 13–23 Die Familie flieht nach Ägypten, sind Flüchtlinge in der Fremde

Auslegung

Es ist zutiefst menschlich, dass wir uns gerade um schutzbedürftige Wesen kümmern. Besonders Babys mit ihren großen Augen, ihrer Hilflosigkeit und ihrer ganzen Art rühren unsere Herzen – nicht nur wenn wir selber (ihre) Eltern sind, sondern grundsätzlich. Auch viele Tierbabys sind in der Lage, „harte Herzen“ zum Schmelzen zu bringen und Menschen zum helfenden Handeln zu bewegen.
Weil wir Menschen so geschaffen wurden, fällt es uns besonders schwer zu ertragen, wenn diesen zarten unschuldigen Wesen Gewalt angetan wird, sie Not erfahren und dem Leid begegnen. Gleichzeitig haben wir kein Problem damit, die offenkundige Notlage des neugeborenen Jesus auszublenden und der Geburt im Stall sogar noch einen romantischen Deckmantel zu verpassen.
Die Liste der Gründe, warum es diese kleine, heilige Familie bereits von Anfang an schwer hatte, ist irre lang:

  • die emotionale Situation zwischen Josef (der seine Maria fast verlassen hätte) und seiner Verlobten
  • das Gerede der Menschen in der Heimat, die die Schwangerschaft sicher schon längst bemerkt hatten
  • die Anstrengungen auf dem langen Weg von Nazareth nach Bethlehem
  • die Angst einer jungen Frau vor der Geburt
  • die Schmerzen einer Geburt ohne (medizinische) Hilfe

Und sie ist ja mit der Geburt nicht vorbei:

  • die Anstrengungen der Flucht nach Ägypten
  • das Leben in der Fremde
  • die Ungewissheit wie es weitergeht

Das Leben hätte definitiv freundlicher mit dem Sohn Gottes umgehen können. Auf der anderen Seite wird genau auf diese Weise der Grundstein gelegt für das, was Jesus ausmacht: Er KENNT deine Not, weil er selber Not gelitten hat.
Er KENNT deine Angst, weil er selber Angst erlebt hat.
Er KENNT deine Träume, weil er selber geträumt hat, damals als Kind in der Freme: von einem Leben frei von Angst und dafür voll von Freude. Jesus kennt das Leben mit all seinen Schattenseiten, mit seinem Hass, mit seiner Verlogenheit – und hat trotzdem nie aufgehört zu lieben, den Menschen in Liebe zu begegnen, die Menschen zur Liebe zu ermutigen.
Ich hätte mir sehr gut überlegt, ob ich mir dieses „Komplett-Paket“ zugemutet hätte, dass bereits von Anfang an voll war mit Chaos, Krisen und Katastrophen – aber für Jesus war es der einzige Weg um dorthin zu kommen wo er hinwollte: in dein Leben, in dein Herz.

Ablauf:

Einstieg

• gemeinsam singen und beten
• Collagen aus vorhandenen Zeitschriften/Werbeblättern zu der Frage: Was verbinde ich mit Weihnachten?
• Austausch zu den erstellten Collagen

Hauptteil

  • Austausch zu den Fragen: „Was verbindest du mit …
    1. … Teenagerschwangerschaft
    2. … Flucht
    3. … Ausgrenzung
    4. … Lebensgefahr
    5. … Heimatlosigkeit
    6. Wo steckt darin Weihnachten?
  • Verteilen der Bibelstellen und lesen
  • Austausch zu den Fragen:
    • Was steckt hier „Schweres“ drin?
    • Was hat Jesus damals schon erlitten?
    • Wo hat Jesus damals schon Gutes erlebt?

Schluss

  • Auslegung
  • Abschlussgebet

Bibelarbeit zur Jahreslosung 2023 (1. Mose 16,13)

Ziemlich am Ende

Verzweifelt, ausgepowert, einsam, mittellos und auf sich allein gestellt, sitzt Hagar mitten in der Wüste der Halbinsel Sinai. Glücklicherweise hat sie eine Oase gefunden, so dass sie sich stärken kann. Hagar fühlt sich ausgenutzt, gemobbt, verraten und total elend. Sie ist am Ende ihrer Kräfte und obendrein noch schwanger. Die Einsamkeit und Verlassenheit der Wüstenlandschaft spiegelt ihre innersten Gefühle. Zu kraftlos, um wütend zu sein. Scheinbar endlose Traurigkeit überfällt sie. Doch wie ist es so weit mit ihr gekommen?

Um Hagars aktuelle Situation zu verstehen, müssen wir ein Stück in der Geschichte zurückschauen (1. Mose 12 ff):
Es geht um Hagar, Sara und Abraham. Hagar ist die persönliche Sklavin von Sara. Es geht um Kinderlosigkeit, ausgebliebene Erben, fehlendes Vertrauen, Angst und um Gottes große Möglichkeiten. Es geht darum, dass Gott sich um jeden kümmert, besonders um die, die am Ende sind.

Text lesen: 1. Mose 16,1–16

Problem und Vorgeschichte

Gott verheißt Abraham und Sara einen leiblichen Sohn.

Gott hat Abraham beauftragt, in ein unbekanntes Land zu ziehen. Abraham ist gehorsam und geht mit allem was er hat los, obwohl er das Ziel nicht kennt. Er hat viele Knechte und Mägde, die für ihn und Sara arbeiteten, manche sind Sklaven, so auch Hagar. Sie ist Saras persönliche Magd. Außerdem hat er viele Tiere und ist reich an Silber und Gold (1. Mose 13,2).

Gott zeigt Abraham eine geniale Perspektive auf:

„Ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle (Geschlechter) Generationen auf Erden.“ (1. Mose 12, 2+3)
Daran erinnert sich Abraham später, als er schon lange mit Gott unterwegs ist und viel mit ihm erlebt hat. Gott spricht erneut zu ihm. Er erinnert Abraham daran und bestätigt ihm, dass ER selbst sein „Beschützer und sehr großer Lohn ist“.

Abraham ist inzwischen älter geworden und es scheint, dass er müde geworden ist. Der verheißene Erbe bleibt aus.Und so reagiert er auf Gottes Worte resigniert: „Herr, was willst du mir geben? Ich habe keine Kinder und keine Erben….wo soll das große Volk herkommen, das du mir verheißen hast? Letztendlich wird irgendeiner meiner Knechte meinen Reichtum erben und man wird mich vergessen!“. Abraham ist k.o. Aber Gott verspricht ihm wiederholt einen leiblichen Sohn. Er nennt sogar schon seinen Namen: „Isaak“.

Gott möchte, dass Abraham und Sara ihm vertrauen, aber Gottes Zeit ist noch nicht gekommen. Beide sind schon über 90. Wie sollte jetzt noch ein leiblicher Sohn geboren werden? Sara ist längst über die Wechseljahre hinaus und Abraham steht auch nicht mehr in voller Blüte. Aber wieder sagt Gott ihm zu, dass seine Nachkommen so zahlreich sein werden, wie die Sterne am Himmel – unzählbar! Abraham glaubt seinem Gott, auch wenn es ihm in diesem Alter sicher schwer fällt.

Ungeduld und fehlendes Vertrauen

Mittlerweile ist Sara ungeduldig geworden, denn ihre Lebenszeit läuft ab. Deshalb nimmt sie nun selbst das Heft in die Hand. Frauen sind ja manchmal etwas praktischer und weitsichtiger veranlagt. Doch diesmal denkt sie zu kurz und vertraut Gott nicht.

Durch ihre Ungeduld drängt sie Abraham dazu, mit ihrer Magd Hagar zu schlafen. Sara hat folgende Idee: Hagar würde quasi zur Leihmutter werden und den ersehnten Nachkommen zur Welt bringen. Und so geschieht es: Abraham lässt sich überreden, geht mit Hagar ins Bett und siehe da: sie wird schwanger. Nach 9 Monaten kommt der ersehnte Nachkomme zur Welt: „Ismael“ (hebr. „Gott erhört“).

Auch wenn Hagar nur eine Sklavin ist, so ist sie dennoch mit diesem Deal einverstanden. Sie würde dadurch Abrahams Nebenfrau und somit in der Hierarchie aufsteigen. Ihre spätere Reaktion Sara gegenüber bestätigt dies. Denn als Hagar merkt, dass sie von Abraham schwanger ist, triumphiert sie über Sara, ihrer Herrin. Sie weiß ja, dass Sara keine Kinder bekommen kann. Als Mutter und als Nebenfrau Abrahams würde sie nun mehr Anerkennung finden. So denkt sie…
Im Bibeltext steht dazu (1. Mose 16,4) : „Als sie nun sah, dass sie schwanger geworden war, achtete sie ihre Herrin gering.“ Hagar, die ehemalige Sklavin, wird übermütig – und Sara wird stinksauer. Das Verhalten ihrer Sklavin passt Sara überhaupt nicht, also beschwert sie sich bei Abraham. Er erlaubt ihr, Hagar zurecht zu weisen und ihr die Meinung zu sagen.

Ungehorsam und Schuld mit Rattenschwanz

Gott gefällt diese ganze Sache nicht. Er hat Abraham und Sara einen leiblichen Nachkommen verheißen und nicht einen Nachkommen von einer Leihmutter. Es soll ein echter, leiblicher Nachkomme sein. Gott will letztlich, dass Sara und Abraham ihm voll und ganz vertrauen. Diese Idee Saras ist gründlich in die Hose gegangen. Durch ihren Ungehorsam und das fehlende Vertrauen hat sich viel Schuld bei Sara und Abraham angesammelt:
• Sie haben Gottes Verheißung nicht mehr vertraut
• Sie reagieren selbst und werden ungehorsam
• Sie bedienen sich aus Verzweiflung einer Leihmutter und ziehen eine unschuldige junge Frau mit hinein

Die Folge: Unfrieden

• Hagar nutzt ihre neue Stellung und erhebt sich über ihre Herrin
• Sara demütigt Hagar aus Eifersucht.
• Durch Ungehorsam und Vertrauensverlust Gott gegenüber entsteht auf beiden Seiten viel unnötiges Leid.
Hagar ist letztendlich die Benachteiligte. Ihre Situation ist durch Menschen, die zu Gott gehören, aber schuldig geworden waren, herbei geführt worden.

Kleine Gesprächsrunde:

• Wo bin ich an anderen schuldig geworden, weil ich eigene Interessen verfolgt habe?
• Wo bin ich ungeduldig geworden und habe Gott nicht mehr vertraut?

Als Hagar merkt, dass sie nicht als Nebenfrau Abrahams anerkannt wird und Sara sie demütigt, sieht sie keinen Ausweg mehr und flieht sie in die Wüste. Sie läuft vor lauter Angst davon – ungeschützt als Frau und obendrein noch schwanger. Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Scham, Hilflosigkeit, Bitterkeit und Hass auf Sara und Abraham machen sich breit. Sie ist komplett am Ende. Kein Licht am Ende des Tunnels.

Hier schließt sich der Kreis (siehe Anfang). Hagar sitzt nun mitten in der Wüste im Sinai. Sie fühlt sich so wie sie heißt, denn ihr Name bedeutet „Fremde“ (in Anspielung auf ihre Herkunft: Ägypten).

Hoffnung macht sich breit

Ein Engel des Herrn findet sie in der Oase. Gott ist ihr nachgelaufen. Er kennt sie und weiß genau, was in ihr vorgeht. Gott hat sie im Blick und interessiert sich für sie. Der Engel fragt woher sie kommt und wohin sie will. (Hier wird deutlich, dass Gott auch die Menschen im Blick hat, die durch Christen oder wie in unserer Geschichte durch Leute Gottes verletzt, gedemütigt oder vergessen werden).
Hagar gibt dem Engel des Herrn ehrliche Auskunft. Sie sagt ihm, dass sie Saras Magd ist und vor lauter Angst weg gelaufen ist. Der Engel hört ihr zu und empfiehlt ihr, wieder zurück zu gehen. Und er macht ihr eine große Ankündigung (1. Mose 16,11): „Der Herr hat dein Elend gehört …du wirst sehr viele Nachkommen haben!“ Gott hat dich im Blick. Er weiß um deine ganze verkorkste Situation, für die du selbst am wenigsten kannst. Gott sieht deine große Verzweiflung und Traurigkeit. Er hat dich gehört. Deshalb sollst du deinen Sohn „Ismael“ nennen, das heißt „Gott hört“.
Wow!! Plötzlich keimt Hoffnung in ihr auf, und Hagar erlebt einen lebendigen und fürsorglichen Gott. Sie bekommt neuen Mut und Zuversicht, denn sie erkennt, dass dieser Gott 100 Prozent vertrauenswürdig ist. Das kannte sie von den vielen Göttern ihrer Heimat Ägypten nicht.
Deshalb sagt sie voller Dankbarkeit und Hoffnungsperspektive zu Gott: „DU BIST EIN GOTT; DER MICH SIEHT!“ Sie ist nicht mehr allein, denn da ist jemand, der ihre Angst und ihr Elend sieht und sie versteht.

Gott hat jede und jeden Einzelnen im Blick

Gott sieht auch uns. Er läuft uns nach. Weil er ein lebendiger Gott ist, sieht er unsere Hoffnungslosigkeit, Sorge, Angst, Trauer, Verzweiflung und alles, was uns kaputt machen will.
Zur Zeit erlebe ich das selbst und kann nur bestätigen: Gott sieht mich! Er sieht meine Sorgen und Probleme. Vor 8 Monaten ist mein Ehemann Michel verstorben. Wir waren ein gutes Team und gingen viele Jahre gemeinsam durch dick und dünn.Von Geburt an war Michel krank. Durch die Begegnung mit Jesus wurde er ein fröhlicher Christ und konnte seine Behinderung akzeptieren. Er war witzig, freundlich und soweit es ihm möglich war, immer für Jesus im Einsatz – im CVJM, in der Kirche etc. Er war mein Gegenüber und meine zweite Hälfte. Nun bin ich alleine. Wir haben keine Kinder.
Manchmal geht es mir wie Hagar und ich fühle mich einsam und k.o. Und doch erlebe ich jeden Tag, dass Gott mich im Blick hat. Er stellt mir Menschen in den Weg und traut mir neue Herausforderungen zu. Auch wenn ich immer wieder traurig bin, so kann ich doch von Herzen mit Hagar sagen: „Du bist ein Gott, der mich sieht!“ Gott hat mich liebevoll im Blick – in meiner Trauerwüste – und ich darf ihm vertrauen.

Perspektive und Ermutigung:

Hagar geht wieder zurück zu Sara. Wir wissen nicht, wie das Verhältnis der beiden danach geworden ist. Aber Hagar ist im Vertrauen auf Gott gegangen, der ihr in der Wüste begegnet ist. Die Wüstenzeit wird Hagar letztendlich zum Segen.
Auch wenn unsere Umstände noch so schlimm sind oder uns das Weltgeschehen Angst macht, so dürfen wir wissen: Gott hat jeden Menschen unendlich lieb. Er läuft uns nach und interessiert sich für unsere Probleme, egal wie sie aussehen. Gott möchte, dass wir ihm glauben und vertrauen, weil er unser Leben im Blick hat – so wie bei Hagar.

Impulse für eine abschließende Gesprächsrunde:

• Gibt es Situationen in meinem Leben, in denen ich mich so fühle wie Hagar?
• Was hat mir in solchen Zeiten geholfen?
• Wie können wir uns in »einsamen Wüstenzeiten« gegenseitig helfen, ermutigen, stärken?

Wer zulässt, dass Gott zu ihm reden darf und erkennt, dass Gott ihn voller Liebe im Blick hat, der muss keine Angst vor der Zukunft haben. Deshalb können wir mutig in das neue Jahr 2023 gehen in dem Wissen: „Du bist ein Gott, der mich sieht!“

Sooo viele Baustellen! Sooo viele Ideen! Sooo viele Möglichkeiten!

Es gibt Menschen, die sprudeln permanent über vor Ideen. – Gehörst du zu ihnen? Dann kennst du bestimmt den Schmerz, wenn wundervolle Ideen, Träume und Visionen nicht ins Leben kommen. Da ist einfach zu wenig Zeit, um all die tollen Gedanken umzusetzen, die dir im Kopf rumspuken. Vom Geld und von der Manpower ganz abgesehen. Manchmal ist es auch ein „zu viel“ an Widerstand oder „zu wenig“ Begeisterungsfähigkeit bei anderen. Oder zu wenig Entscheider-Mut. Das kann sehr viel Kraft kosten – mehr, als Projekte umzusetzen. Und du merkst, wie sich Bitterkeit, Frust, Enttäuschung & Co. breit machen.

Wie kann ich einen – für mich und andere – guten Weg finden, damit umzugehen, wenn ich ein vor Ideen sprudelnder Mensch bin?

Sooo viel zu erledigen! Sooo eine lange To Do-Liste! Sooo viele unsortierte Stapel!

Vielleicht sind die Visionen und Ideen ja gar nicht dein Problem?! Du kämpfst viel mehr mit dem vielen Kleinkram, der sich in jeder Ecke sammelt. Oder mit den Tagesordnungspunkten auf der Sitzungsliste. Mit organisatorischen Dingen im Hintergrund, die halt sein müssen, damit der Laden läuft. Mit all dem Kram, den außer dir irgendwie keiner zu sehen scheint, an dem du aber nicht vorbeikommst.

Wie kann ich einen auf Dauer gesunden Umgang mit all diesen Dingen finden, damit ich nicht still und heimlich ausbrenne?

Sooo viel zu entscheiden! Sooo viel anzupacken! Sooo viel Verantwortung zu tragen!

Manchmal kann sich das ganz schön einsam anfühlen, wenn man jemand ist, dem es leicht fällt, Entscheidungen zu treffen. Denn natürlich finden nicht immer alle das Ergebnis toll. Und da kann schon mal Frust aufkommen, wenn keiner eine klare Meinung hat – bis du eine Entscheidung getroffen hast. Es ist so leicht, die Entscheidung eines anderen zu kritisieren und es besser zu wissen. Vor allem, wenn ich mich in der Menge verstecken kann. Und es braucht Rückgrat, sich in eine exponierte Position zu begeben und notfalls alleine da zu stehen, wenn es Kritik oder Häme hagelt.
Wie kann ich da die Freude behalten und nicht alles hinschmeißen, wenn es zu viel wird?

Sooo viele Menschen! Sooo viele Bedürfnisse! Sooo viele Erwartungen!

Den Juden eine Jude, den Griechen ein Grieche – allen alles sein?! Alle Ansprüche aller Menschen erfüllen – und ihre Erwartungen noch dazu! All ihren Bedürfnissen gerecht werden und allen Nöten begegnen.

Wie kann ich da fröhlich engagiert bleiben ohne unter den (vermuteten) Erwartungen der anderen und der Not der Welt zusammenzubrechen?

Ich vermute mal, du hast dich in einer der vier Beschreibungen zumindest ein Stück weit wiedergefunden. Hintergrund ist das DISG-Modell. Mehr dazu in der Literatur- und Linkliste.

Auch vom Guten kann es ein „zu viel“ geben.

Immer wieder stoßen wir auf die Frage der Balance. Und da geht es mehr darum, mich gut zu kennen und zu reflektieren, als etwas nach „Schema F“ zu machen. Viel Arbeit ist ja per se nicht schlecht. Mich beflügelt das, wenn ich ordentlich was zu tun habe und dadurch was bewegen kann. Es kommt aber sehr darauf an, was ich zu tun habe und wie leicht mir das fällt. Wie viel Unwägbarkeiten dabei sind oder wie überschaubar meine Aufgabe ist. Und, ob ich alleine arbeite oder ein Team an meiner Seite habe, das mich unterstützt und beflügelt.

Energiekiller

Manchmal wird aus „viel“ einfach dadurch ein „zu viel“, weil da zu viele ungeklärte Fragezeichen sind. Oder zu viele Menschen, die da auch noch mitreden wollen. Ich habe gelernt, auch darauf zu achten, ob sich „Energiekiller“ an Aufgaben dranhängen und welche das sind. Das ist so eine Mischung aus allgemeinen und individuellen Komponenten. Kennst du deine Energiekiller? Es lohnt sich, Zeit darauf zu verwenden, sie zu identifizieren. Achte in den nächsten Tagen mal darauf, was dich frustriert oder dir die Freude an einer Aufgabe nimmt. Alternativ kannst du auch ein bereits abgeschlossenes Projekt reflektieren, an das du dich gut erinnerst. Schreibe die „Energiekiller“ auf und male zu jedem eine Skala, die von „0 = macht mir nichts aus“ bis „10 = macht mir sehr zu schaffen“ reicht. Dann kreuze aus dem Bauch raus für jeden einzelnen Faktor an, wie sehr er dich belastet. (Siehe Schaubild)

Was machst du jetzt damit? Wähle die Faktoren aus, die dir am meisten Energie rauben und überlege, was du ändern kannst, damit du günstigere Arbeitsbedingungen schaffen kannst. Vielleicht sprichst du mit deinem Team darüber? Dann bitte alle, für sich selbst so eine Übersicht zu erstellen, und dann tauscht euch aus, wie ihr euch gegenseitig unterstützen wollt, dass ihr mehr Energie in euer gemeinsames Projekt stecken könnt.

Du kannst für dich oder mit deinem Team zusammen Strategien entwickeln, damit ihr eure „Energiekiller“ zumindest in Schach halten könnt. Meine beschreibe ich gleich in Kombination mit meiner Strategie, ihnen wirksam entgegenzutreten:

Verzetteln

Da hilft mir ein sehr praktisches Tool aus Papier: mein Schreibtischkalender. Da trage ich keine Termine ein, sondern alle To Do’s, wenn sie mir einfallen. Dann haben sie einen Platz und sind terminiert. Und ich brauche mich nicht mehr sorgen, ob ich auch ja nichts vergesse.

Sorgen machen

Ein allgemein sehr beliebter Energiefresser, den ich mittlerweile weitgehend in Schach halten kann. Durch Logik: Kann ich etwas daran ändern? Wenn ja, was und wann mache ich das? Wenn nein: Weg damit. Beten und konsequent bei Gott ablegen hilft mir sehr. Da sind die Dinge, die mir Sorgen machen in kompetenten Händen. Und ich habe Kopf, Herz und Hände frei, um mich um meine Aufgaben zu kümmern.

Unklare Absprachen

Ich frage nochmal nach und bitte mein Gegenüber, sich klar auszudrücken. Wenn ich eine Rückmeldung per E-Mail möchte, schreibe ich Tag – und manchmal Uhrzeit – bis wann ich die brauche. Danach treffe ich eine Entscheidung anhand der Rückmeldungen, die bis dahin eingegangen sind.

Unklare Erwartungen

Ich frage nach: „Was wünschst du dir?“ Und wenn sich herausstellt, dass es keine Wünsche sondern Forderungen sind, die ich zu erfüllen habe, dann lohnt es sich, mit meinem Gegenüber eine Runde zu drehen und zu klären, was davon in meinem Verantwortungsbereich liegt und was nicht. Wer sagt denn, dass ich alle Forderungen anderer zu erfüllen habe? Wenn du an diesem Punkt immer wieder Schwierigkeiten hast, lohnt es sich, dich mal mit deinem „inneren Team“ auseinanderzusetzen. Entweder zusammen mit einem Coach oder einer Mentorin. Oder auch mit diesem kleinen Übungsbuch von Jutta Heller: „So bin ich stark. Gut aufgestellt mit dem inneren Team.“

Missstimmung im Team

Offen ansprechen: „Ich nehme wahr, dass …“ – „Wie nehmt ihr das wahr?“ Sag auch, was dir wichtig ist für eine gelingende Zusammenarbeit und gib den anderen ebenfalls die Gelegenheit, sich dazu zu äußern. Und dann findet einen Konsens.

Übergehen wir Missstimmung im Team auf Dauer, schadet das allen im Team: denen mit denen ihr unterwegs seid – und eurem Auftrag könnt ihr auch nicht richtig gerecht werden. Die Zeit und Kraft und den Mut, die ihr an dieser Stelle in Aussprachen investiert, die lohnen sich wirklich. Und wenn am Ende dabei herauskommt, dass ihr eigentlich gar nicht zusammenarbeiten wollt/könnt, dann ist das nicht unbedingt ein Scheitern – auch wenn es sich zuerst so anfühlt.

Leute wollen sich möglichst lange alle Optionen offen halten.

Mir hilft es zu prüfen, wo ich gut mit Ungewissheit leben kann und wo ich Klarheit brauche, um mich konzentriert und effizient vorzubereiten. Umgekehrt achte ich darauf, dass ich selbst in Absprachen möglichst klar bin und den anderen nicht hinhalte, nur weil es mir schwer fällt, eine Entscheidung zu treffen.

Apropos Entscheidungen treffen: KEINE Entscheidung zu treffen, bzw. es möglichst lange rauszuziehen habe ich für mich als großen Energiekiller identifiziert. Immer wieder kreisen die Gedanken darum. Ich wäge ab, prüfe, eiere rum… Und heimlich still und leise verpufft dabei einiges an Energie. Also: einmal Zeit nehmen, Optionen prüfen und abwägen, in mich reinhören, Entscheidung treffen, Entscheidung kundtun. Und dann dazu stehen. Nicht verknöchert ein Gesetz draus machen. Es gibt Situationen, da habe ich Ja gesagt und dann ändert sich auf dem Weg etwas Entscheidendes. Da wäge ich dann so gut wie es mir möglich ist nach allen Seiten ab und überprüfe meine Entscheidung unter diesen neuen Voraussetzungen noch einmal. Und dann kommuniziere ich sie zeitnah und klar.

Das A & O bei der Auseinandersetzung mit den Energiekillern: Sei barmherzig. Mit dir selbst. Mit anderen. Wir sind alle unvollkommen. Uns wird nie alles 100% so gelingen, wie wir das gerne hätten.

Prävention

Wir haben uns angeschaut, wie wir mit Energiekillern umgehen können. Jetzt möchte ich dein Augenmerk noch auf drei Komponenten lenken, die deine seelische Gesundheit und deine Lebensfreude auf Dauer stärken können. Komponenten also, die dich widerstandsfähiger, resilienter gegen negativen Stress machen, der dir Motivation, Schaffenskraft und Freude raubt. Und damit sind wir mitten drin in der Prävention. Wie kann ich als engagierte Person so mit meinen Ressourcen umgehen, dass sie für die ganze Strecke reichen? Es gibt weit mehr, doch mir liegen diese drei besonders am Herzen:

Resilienzfaktor „Gesehen werden“

Kurz gesagt steckt hinter vielen ausgebrannten Menschen ein Mangel an „gesehen werden“. Ihnen fehlt schlicht die Rückmeldung von anderen:

Ich sehe dich. Ich sehe deine Gaben. Ich sehe, was du in die Gemeinschaft einbringst. Mir ist auch wichtig zu verstehen was du brauchst, damit es dir in unserer Gemeinschaft gut geht. Ich bin bereit, genau hinzuschauen und hinzuhören, um dich besser kennen zu lernen. Ich habe Interesse an dir. Ich schätze dich. In deiner Einzigartigkeit – inklusive deiner Eigenarten. Ich sehe und achte deinen Wert und deine Würde.

Es ist von unschätzbarem Wert für uns als Gemeinschaftswesen erschaffene Menschen, von unserem Gegenüber genau diese Botschaft zu bekommen. Also lasst uns einander positive Rückmeldungen geben, wo immer wir eine Gelegenheit dafür finden. Lasst uns kreativ darin werden, anderen unsere Wertschätzung auszudrücken.

Resilienzfaktor „Dankbarkeit“

Und das lässt sich wunderbar verknüpfen mit dem „Danke sagen“. Eine wertschätzende Rückmeldung auf Augenhöhe enthält diese drei Bausteine:

1) Beobachtung. 2) Wie es dir damit geht/Was es dir bedeutet. 3) Danke.

Beispiel gefällig? „Ich habe mich so über den aufgeräumten Bastelschrank gefreut – hast du das gemacht? Vielen Dank für die Zeit, die du uns allen geschenkt hast!“ Oder: „Danke, dass du meine Mails innerhalb eines Tages beantwortest. Es ist mir eine wertvolle Unterstützung, so zügig und zuverlässig deine Rückmeldung zu meinen Fragen zu bekommen.“
Sowohl das mit der Wertschätzung als auch mit der Dankbarkeit ist weit mehr als eine Einbahnstraße. Dankbare Menschen treffen auf dankbare Menschen. Wer Wertschätzung verschenkt wird Wertschätzung ernten. Frei nach dem Motto: „Liebe ist das einzige, was wächst, wenn wir es verschwenden.“ (Ricarda Huch)

Resilienzfaktor „TEAM“

TEAM = together everyone achieves more

Ich liebe dieses „Wortspiel“. Gemeinsam sind wir nicht nur stärker. Leben wir tatsächlich den Teamgeist „Einer für alle – alle für einen“, wird jeder von uns durch die anderen so ergänzt, dass er dank dieses Teams mehr erreicht als alleine. Und wertvolle Ergänzung und dadurch auch Entlastung erlebt. Wenn ich Teil eines Teams bin, muss ich nicht alles wissen, können oder tun. Ich muss nicht allen alles sein – es gibt ja noch die anderen. Wo mir die Geduld oder Kraft fehlt und ich einen Schritt zurücktrete und den anderen Raum gebe, blüht vielleicht meine Teamkollegin voll auf, weil die Herausforderung ihren Stärken entspricht. Viele Jahre unterwegs zu sein in unterschiedlichsten Teams hat mir gezeigt: Da, wo Menschen gerne, wertschätzend, gabenorientiert und zielgerichtet miteinander unterwegs sind, können wir oftmals viel mehr erreichen, als manch ein Skeptiker für möglich halten würde. UND wir mögen nach einem großen langen Camp zwar fix und fertig, aber eben auch glücklich und zufrieden sein. Und beflügelt für weitere Abenteuer.

Es braucht Pausen

Ausruhen. Nichts leisten müssen. Genießen. Kraftreserven auffüllen – zwischendurch braucht es auch die Pausen. „Batterie fast leer!“, zeigt mein Laptop gerade an. Wie merkst du, dass deine Akkufüllung sich dem Ende entgegen neigt, deine Kraftreserven sich erschöpfen? Wie zeigt dir dein Körper, dass eine Pause dran ist? Und schenkst du dem Beachtung? Planst du Pausenzeiten von vorneherein mit ein? Wie schnell bist du bereit, über deine Grenzen zu gehen?

In einer Zeit der grenzenlosen Möglichkeiten und eines grenzenlosen Angebotes an Abenteuern, Aufgaben und Ablenkung tun wir uns logischerweise schwer mit dem Abgrenzen. Und doch brauchen wir sie dringend, die Grenzen, die uns schützen. So wie die Mauern deiner Wohnung deinen Rückzugsort markieren und dich vor Wind und Wetter, Hitze und Kälte schützen, kann auch ein Nein eine wichtige Schutzfunktion haben. An der richtigen Stelle „Nein“ sagen schützt dein „Ja“. Wenn du dich schwertust, anderen eine Bitte auszuschlagen, dann frag dich, bevor du das nächste Mal Ja sagst: „Wenn ich jetzt hierzu Ja sage – wozu sage ich dann Nein?“ Wenn ich zu dieser Aufgabe in der Gemeinde Ja sage – was bedeutet das für meine Freundschaften, meine Zeit für mich, meine Arbeit …? Wenn ich den letzten freien Abend in der Woche für diese Sitzung hergebe – wozu sage ich dann Nein? Und was hat das für Auswirkungen?

Wir sind permanent herausgefordert, das, was uns wichtig ist, zu schützen. Je klarer du dir darüber bist, was dir das Kostbarste im Leben ist und was dir auch noch wichtig ist, desto leichter fällt es dir, deine Entscheidungen danach auszurichten. Es lohnt sich, dir Zeit zu nehmen um deine Vision für deine aktuelle Lebensphase zu klären. Eine Klarheit an diesem Punkt bringt Einfachheit und Freiheit mit sich. Das wiederum wirkt sich positiv auf dein Energielevel aus und auf deine Freude an deinem Tun.

Alles hat seine Zeit

Gott hat die Zeit eingeteilt. In Tag und Nacht, Sommer und Winter. Werktag und Sonntag. Und als Extra obendrauf gibt’s noch die Feiertage! Ich liebe Feiertage! Vor allem die, an denen ich als engagierte Christin nichts zu tun habe. Kein Gottesdienst – einfach mal ausschlafen! Davon schwärmte ich am 3. Oktober, von diesem extra geschenkten freien Tag gestern. Für den ich mir Werken im Kreativkeller vorgenommen hatte. Und dann schien nach einem Regentag die Sonne und ein Spaziergang mit Freundinnen lockte in die bunt gefärbten Weinberge! Hach, ist das schön, einfach in den Tag leben und sich überraschen lassen können. Weil heute alles darf, aber nichts muss. Und rate mal, was meine Freundin, die engagierte Lehrerin und Ehrenamtliche, antwortete? „Bisher war das für mich ein extra Tag, an dem ich ungestört Klausuren korrigieren konnte. Erinnere mich nächstes Jahr daran, dass ich mich entschieden habe, mir zwischendurch mal extra frei zu gönnen!“

Wann gönnst du dir das nächste Mal frei? Um dich selbst mit der Feststellung zu überraschen: Die Welt dreht sich weiter – auch wenn ich Pause mache.

Für alles gibt es ein Buch

Und nicht nur eins! Hier eine kleine Liste, wenn du das eine oder andere Thema, das ich angerissen habe, weiter vertiefen willst:

  • Härry, Thomas: Von der Kunst, sich selbst zu führen. SCM-Verlag
  • Heller, Jutta: So bin ich stark. Gut aufgestellt mit dem inneren Team. Kösel-Verlag
  • MacDonald, Gordon: Warum Jesus kein Burnout hatte. Von innen heraus stark sein. Brunnen-Verlag
  • Niemeyer, Susanne: Soviel du brauchst. Sieben Sachen zum besseren Leben
  • Seiwert, Lothar; Gay, Friedbert: Das neue 1×1 der Persönlichkeit. Sich selbst und andere besser verstehen mit dem DISG-Modell. Der Praxisleitfaden zu mehr Menschenkenntnis und Erfolg. G&U-Verlag
  • Sellin, Rolf: Bis hierher und nicht weiter. Wie Sie sich zentrieren, Grenzen setzen und gut für sich sorgen. Kösel-Verlag

Und als Zugabe noch ein Link:www.persolog.de – mehr zum DISG-Modell und zum Thema Resilienz

Von Kamelen und tierisch schweren Entscheidungen

Zum Einstieg: ein Experiment

Sucht eine Freiwillige aus der Gruppe, die bereit ist, sich auf ein kleines Experiment einzulassen. Je nachdem, wie ihr eure Teilnehmerinnen einschätzt, kann es vielleicht auch besser sein, vorher gezielt jemanden zu fragen.

Legt euch im Vorfeld eine Sammlung verschiedener Kisten, Kartons, Taschen etc. zurecht – sie können leer oder voll sein, das spielt keine Rolle, nur zu schwer sollten sie nicht sein. Je nach Größe braucht ihr 12 bis 20 Stück (je kleiner, desto mehr). Außerdem braucht ihr ein schön als Geschenk verpacktes Paket (eher groß).

Die Freiwillige stellt sich vor die Gruppe. Nun werft ihr die Frage in den Raum: „Was ist wichtig in unserem Leben? Was brauchen wir alles zum Leben?“ Für jede Sache, die von den Teilnehmerinnen genannt wird (Essen, Trinken, Freunde, Zuhause, Geld …), drückt ihr der Freiwilligen einen Gegenstand in die Hand; das kann auch jeweils das Mädchen machen, das den Begriff genannt hat. Sammelt immer weiter, so dass die Kandidatin mit der Zeit ordentlich Mühe hat, alles festzuhalten und zu balancieren. Wenn die Antworten langsam versiegen, animiert noch mal mit Nachfragen: „Was macht das Leben lebenswert? Auf was würdet ihr nicht verzichten wollen?“

Wenn ihr den Eindruck habt, dass sie jetzt wirklich nicht noch mehr festhalten kann, holt ihr das Geschenkpaket hervor und reicht es ihr mit den Worten: „Aber EINE Sache möchte ich dir noch geben, das musst du unbedingt haben – es ist das allerwichtigste im Leben!“

Nun wird es spannend sein zu sehen, wie sie reagiert – ob sie tatsächlich die anderen Sachen alle ablegt, um das Geschenk entgegennehmen zu können.

Zur Auswertung: ein paar Fragen:

  • Wie ging es der Kandidatin bei ihrer Aufgabe? War das am Ende eine Zwickmühle, sich zu entscheiden?
  • Wie hätten die anderen Teilnehmerinnen sich an ihrer Stelle verhalten?
  • Und vor allem: Was könnte das wohl in dem letzten Paket sein – das „Allerwichtigste“?
  • Was müsste drin sein, damit es sich lohnt, die anderen Dinge abzulegen, es also gegen alles andere einzutauschen?

Zum Wundern: eine Geschichte aus der Bibel

Eine Geschichte, in der es genau um dieses „Allerwichtigste“ geht: die Geschichte vom reichen Jüngling (Mk 10,17–27).

Im Grunde hatte er alles, was man sich wünschen kann. Obwohl er noch so jung war, hatte er es wirklich zu was gebracht im Leben: Er war erfolgreich. Er hatte eine Karriere gemacht, von der andere nur träumen konnten. Das Bankkonto war angenehm gefüllt, er konnte sich schöne Urlaube leisten und seinen Freunden großzügige Geschenke machen. Seine Eltern waren stolz auf ihn, und seine Verlobte bewunderte ihn. Eigentlich war alles bestens.

Aber er machte sich Sorgen. Manchmal, wenn er in seinem geschmackvoll eingerichteten Haus saß und nach einem langen Arbeitstag die Füße hochlegte, kroch diese Frage in ihm hoch, die schon lange an ihm nagte. Und er wusste: Solange diese Frage nicht geklärt war, würde er keine Ruhe finden, niemals wirklich glücklich werden. Er hatte so viel geschafft, aber diese eine Frage war immer offen geblieben.

Und dann kam der Tag, auf den er gewartet hatte, der Tag, an dem er seine große Frage endlich stellen konnte: „Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen? Wie komme ich in den Himmel?“ – Wenn einer diese Frage beantworten konnte, dann Jesus! Noch nie hatte der reiche junge Mann jemanden so klar von Gott reden hören, niemand sonst konnte so faszinierend predigen, niemand sonst schien so viel vom Leben und vom Reich Gottes zu verstehen.

„Das ewige Leben? Nun, du kennst doch sicher die Gebote – du sollst nicht stehlen, nicht ehebrechen, nicht töten …“ – „Ja, ich weiß, natürlich, die kenne ich doch schon von klein auf! Und ich habe mich immer daran gehalten!“ – „Das ist gut“, sagt Jesus, „aber eins fehlt dir: Verkaufe alles, was du hast, gib das Geld den Armen, und folge mir nach.“

Alles? Das geht doch nicht! Wirklich ALLES? Das ist zu viel! Das geht nicht. Das kann er nicht. Das schafft er nicht. Als er das merkt, dreht sich der junge Mann traurig um und geht weg.

Und traurig ist auch Jesus. Weil er sieht, wie dieser arme reiche Kerl mit sich selber kämpft. „Und deswegen“, sagt er, als er die entsetzten Blicke seiner Jünger sieht, „deswegen ist es so schwer für einen reichen Menschen, zu Gott zu kommen, versteht ihr? Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass es ein Reicher in den Himmel schafft!“

Zum Ärgern: ein krasser Anspruch

Eine schlimme Geschichte! Eine der schlimmsten in der Bibel. Kaum auszuhalten, wie das ausgeht. Hier würde sich doch jeder ein Happy End wünschen: dass der reiche Mensch merkt, dass ihn sein Geld nicht glücklich macht; dass er spontan sagt: „Genau! Weg mit dem ganzen Plunder!“, und dann macht er sich auf die Socken und geht mit Jesus mit.

Oder noch viel besser: Jesus ist einfach nicht so anspruchsvoll! Alles weggeben – das ist doch viel zu viel verlangt! Er soll ihm einfach eine leichtere Aufgabe stellen, meinetwegen ein elftes Gebot erfinden, an das der Typ sich dann halten kann, und alles wird gut.

Aber so krass ist Jesus: Auf die existentielle, lebenswichtige Frage dieses Menschen gibt er keine platte, einfache Antwort. Es geht um alles, nämlich das ewige Leben, und deswegen verlangt er auch „alles“. „All in“, könnte man sagen – ganzer Einsatz! Der reiche junge Kerl dachte, er hätte alles und ihm fehlt nur noch das letzte bisschen, das i-Tüpfelchen, die letzten Meter bis zur Ziellinie. Aber Jesus macht ihm klar: Ja, du hast vieles, aber im Grunde fehlt dir alles!

Und warum soll dieser arme reiche Kerl alles loslassen, alles hergeben?

Stimmt vielleicht doch diese alte Befürchtung: Wenn ich Christ werde, darf ich nichts mehr, darf keinen Spaß mehr haben, nichts Schönes oder Schickes besitzen – eigentlich kann ich gleich ins Kloster gehen? Ist es denn Sünde, reich zu sein?

„Sünde“ heißt ja ursprünglich Trennung von Gott – und was ist, wenn mich mein Reichtum von Gott trennt? Wenn all das, was ich habe, mich von dem trennt, was er mir schenken will? „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“, sagt Jesus an anderer Stelle (Mt. 6,21), oder wie Martin Luther es formuliert hat: „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.“ Könnte es sein, dass das, woran ich mein Herz hänge, mich von Gott trennt?

In der Geschichte geht es konkret ums Geld, aber es geht auch um alles andere, was ich habe, besitze, im Griff habe, an dem ich (mich) festhalte.

Was könnte das bei mir sein?

Zur Erinnerung: unser Experiment

Erinnert euch an unser Experiment ganz am Anfang: All die Dinge, die wir gesammelt haben, sind wichtig zum Leben und haben ihren Platz – aber am Ende hatte unsere Kandidatin keine Hand mehr frei für das „Allerwichtigste im Leben“. Die einzige Möglichkeit sich beschenken zu lassen bestand darin, erstmal das loszulassen, was sie so fest im Griff hatte.

Der reiche junge Mann dachte, Jesus wolle ihm alles wegnehmen – dabei wollte er ihm alles schenken!

Jesus hat so viel Unglaubliches für uns bereit – wir würden staunen! Aber oft genug haben wir keine Hand dafür frei, weil wir uns an alles mögliche andere klammern.

Da ist all das, was ich ganz alleine auf die Reihe kriegen möchte, all das, worauf ich nicht mehr verzichten will und woran ich mich gewöhnt habe, all das, worauf ich mein Leben aufbaue – und Jesus sagt: Komm, lass mal los, und du wirst staunen, was ich dir alles schenken will. Mir zu folgen macht dich nicht ärmer, sondern du entdeckst erst den ganzen Reichtum von Gottes Welt!

Zum Dampfablassen: eine Austauschrunde

An dieser Stelle könntet ihr den Teilnehmerinnen Gelegenheit geben, auf diese provokante Geschichte zu reagieren, vielleicht zu widersprechen oder sie mit konkreten Beispielen zu ergänzen.

Zum Glück: eine ganz andere Möglichkeit

Zum Glück endet die Geschichte nicht einfach nur in der Sackgasse mit diesem traurigen Schluss, dieser Unmöglichkeit: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr …“ Als die Jünger fragen, wer denn dann überhaupt in den Himmel kommen kann, öffnet Jesus eine Tür, eine Chance, eine Hoffnung: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich!“

Gott wünscht uns das Leben und die Freiheit. Wir müssen keine Angst haben, bei Gott zu kurz zu kommen, weil er uns womöglich nichts gönnt. Natürlich dürfen wir Dinge besitzen, aber die Dinge sollen nicht UNS besitzen!

Und deshalb ist es gut, hin und wieder mal zu probieren, ob ich auch loslassen kann. Das kann bedeuten: teilen, verzichten, schenken, nicht haben müssen. Und Gott bitten, mir offene Hände zu schenken – offen zum Abgeben, und dann auch wieder offen zum Empfangen.

Zum Weiterspinnen: Der Weg durchs Nadelöhr

Je nachdem, ob und wie es für eure Gruppe passt, könnt ihr zur Vertiefung auch eines der folgenden Elemente einbauen:

  • Wie es mit dem reichen jungen Mann weiterging, erzählt die Bibel leider nicht: Ist er mit seiner Entscheidung glücklich gewesen? Wem hat er vielleicht von dieser Begegnung mit Jesus erzählt? Hat ihn das Thema weiter beschäftigt? Hat er vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt seine Entscheidung überdacht, sich nochmal um-entschieden? Und hätte Jesus ihm noch eine zweite Chance gegeben?
  • Angenommen, er hätte Jesu Einladung bzw. Herausforderung angenommen, hätte alles aufgegeben und wäre mit ihm mitgegangen … Schreibt (aus seiner Sicht) einen Brief an seine Eltern, in dem er seinen lebensverändernden Entschluss erklärt, oder führt ein Interview mit ihm, wie es ihm mit dieser Entscheidung zum „All in“ gegangen ist.
  • Wenn es für eure Gruppe passt, nehmt euch Zeit, um persönlich zu überlegen: Was trennt mich eigentlich von Jesus? Was hält mich davon ab, ihm mit Haut und Haaren nachzufolgen? Auf was möchte ich nicht verzichten? Was müsste mir ein Leben mit Jesus bieten, damit es sich lohnt, alles auf diese Karte zu setzen? Was würde mir helfen, ihm mehr oder ganz zu vertrauen?

Zum Schluss: ein Gebet

Guter Gott, danke für alles, was unser Leben bunt und reich und spannend und schön macht! Danke, dass du dir mit so viel Phantasie so viel Schönes für uns ausgedacht hast. Du weißt, dass uns diese Dinge manchmal wichtiger werden als du selber, und uns von dem Weg mit dir abhalten.Wir bitten dich um offene Hände und ein leichtes Herz, wenn wir mit dir unterwegs sind. Schenk uns das Vertrauen, dass wir bei dir nicht zu kurz kommen, und die Freiheit, uns ganz auf dich zu verlassen. Zeig uns den Weg durchs Nadelöhr und zum Leben. Amen.

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