Reitfreizeit 

Die Reitfreizeit findet als überregionales Angebot statt. Gemeinsam mit 27 Mädels und 5 Mitarbeiterinnen fahren wir auf einen Reiterhof, auf dem wir für eine Woche Zimmer zum Übernachten, Vollverpflegung, eine tägliche Pflegepferdezeit und eine Reitstunde pro Tag gebucht haben.
Die Mädels benötigen bequeme Kleidung, die dreckig werden darf (Reithose oder Leggins) und feste Schuhe zum Reiten (wenn möglich Stiefel mit einem kleinen Blockabsatz, z.B. Gummistiefel, Reitstiefel). Den Reithelm können sie entweder selbst mitbringen oder vor Ort ausleihen – ein Fahrradhelm ist aus versicherungstechnischen Gründen nicht erlaubt.

Die An- und Abreise bewältigen wir alle zusammen mit einem Reisebus, was vor allem für die Anreise sehr wichtig ist, denn hier entstehen die ersten Kontakte und Zimmergemeinschaften. Vor Ort erleben wir volle und abenteuerlich Tage. Morgens beschäftigen wir uns mit den Pferden. Jedes Mädchen pflegt eine Stunde ein bestimmtes Pferd und baut so eine Beziehung zu ihm auf. Im anschließenden Reitunterricht sind die Teilnehmerinnen je nach Können eingeteilt. 

Nach einer Mittagspause bieten wir kreative, sportliche und entspannte Workshops an. Dann gibt es eine gemeinsame Spielezeit, auf die die Bibelzeit folgt. Nach dem Abendprogramm gibt es eine spannende Gute-Nacht-Geschichte. Highlight der Woche sind definitiv der Wanderausritt mit allen (Wandern und Reiten gehört beides dazu), das Lagerfeuer am Schluss, der DIY-Abend mit vielen tollen, kreativen Angeboten und die vielen tolle Begegnungen während der Tage.  

Unsere Ziele:

Wir erreichen Mädchen von 8-12 Jahren (Kids) und 13-16 Jahren (Teens). Bei den Reitstunden, beim Essen und in manchen Programmpunkten sind wir alle zusammen, andere Punkte erleben wir altersgerecht in zwei Gruppen. Der Umgang mit Pferden wird ebenso erlernt wie das Teilen eines Zimmers.

Wir lassen den Mädels insgesamt viel Freiraum, um selbst ins Spielen und Gestalten zu kommen. Es ist schön zu sehen, wie sich Freundschaften bilden und bestimmte Aktionen immer wieder durchgeführt werden, weil die Mädels sie so schön finden.  

Durch die gemeinsame Zeit mit uns Mitarbeiterinnen kommt es zu interessanten und tiefen Gesprächen über den Glauben und das Leben. Über die Bibelzeiten hinaus, in denen über unseren Glauben und biblische Themen sprechen, beten und segnen wir die Teilnehmerinnen. Durch unseren kleinen gemeinsamen Lebensraum abgeschirmt von der Welt (es gibt wenig Handyempfang) kommen wir uns in der Woche nahe und lernen uns gut kennen.  

Ort/Gegend:

Thüringen „Farben-Kinder-Hof“ – es empfiehlt sich in einem nahe gelegenen Bundesland mit einem anderen Ferienrhythmus eine Woche zu buchen. Wir bieten die Freizeit in den Pfingst- und am Ende der Sommerferien an. Vor allem das Ende der Sommerferien ist gut gefragt. 

Dauer:

7 Tage und 6 Übernachtungen

Beschreibung der Zielgruppe:

Mädels, die sich für Pferde interessieren. Bei uns muss man nicht reiten können, das kann man vor Ort lernen. Viele Höfe sind dankbar, wenn nicht nur große, gut reitende Mädels dabei sind, denn oft gibt es nur für diese Zielgruppe nicht genügend Pferde. Deshalb auch gerne kleine und unerfahrene Mädels mitnehmen. 

Unterkunft:

Zimmer auf dem Reiterhof 

TN-Preis:

425€

Anzahl der Mitarbeitenden:

3 für die Kids, 2 für die Teens

Qualifikationen/Fähigkeiten der Mitarbeitenden:

Volljährigkeit, Autoführerschein, inhaltliche Einheiten vorbereiten und durchführen; die Reitstunden haben wir vor Ort gebucht. 

Statement einer Teilnehmerin als wir aus dem Bus ausstiegen: „Ach man, einfach voll doof!“ Ihre Mutter wollte wissen, was los ist. „Na, dass die Freizeit jetzt schon vorbei ist! Es war einfach so schön!“ 

Genau diese Erfahrung machen wir immer wieder – den Mädels stehen beim Heimkommen die Tränen in den Augen und sie freuen sich schon auf das nächste Jahr. Viele von ihnen begleiten wir inzwischen mehrere Jahre und es ist fantastisch zu sehen, wie sie über sich hinauswachsen und sogar Ferien inzwischen selbstständig auf dem Hof verbringen, weil sie die Umgebung, die Pferde und die Atmosphäre dort so lieben. 

Hintergrundinfos/Fakten: 

Der Kinderwagen ist für uns gerade ein alltäglicher Gegenstand. Darin schieben wir nun aber kein Babysitterkind mehr, kein Nachbarskind, keine Nichte oder Neffe oder ein anderes Kind vor uns her. In diesem Kinderwagen liegt unsere Tochter, der wir gerade beim Wachsen zuschauen dürfen. 

Aus der Sicht von Patrizia: Für mich als Frau war es ganz besonders, als wir erfahren durften, dass ein neues Leben in mir heranwächst. Und immer wieder dachte ich: Wie unbegreiflich – Gott schafft neues Leben durch mich. Schon bevor dieses Kind geboren wird, hat Gott viel in es hineingelegt. Was für ein Wunder! Und neben Vorfreude und Neugierde kamen auch Fragen und Gedanken darüber, wie sich unser Leben wohl verändern wird und welche Herausforderungen wir, neben den schlaflosen Nächten, dem häufigen Windelwechseln oder dem Beruhigen eines schreienden Babys (auch als Paar) zu meistern haben. 

Noch vor 5-8 Jahren mit Anfang zwanzig, verlobt und dann frisch verheiratet mit einem wunderbaren Ehemann war für mich klar, dass ich sehr gerne Kinder mit ihm möchte (mindestens zwei) und sie ein wunderbares Geschenk sein können – nur auf gar keinen Fall jetzt. Denn ich möchte erst mein Studium abschließen und in meinem Beruf erste Erfahrungen sammeln. 

Schon als Teenie und Jugendliche mochte ich die Arbeit mit Kindern und ich war eine beliebte Babysitterin. Ich wollte sicher auch irgendwann einmal Kinder haben – vielleicht Anfang zwanzig? Am liebsten vier Kinder. Und ich wusste auch: Der Mann, mit dem ich Kinder möchte, muss der richtige sein. Mir war es damals schon wichtig, dass meine Kinder in einem sicheren Rahmen groß werden sollen mit Eltern, die eine tiefe und vertraute Beziehung verbindet.

Aus der Sicht von Marius: Mit Ende zwanzig waren wir so weit: Wir wollen Eltern werden. Und was für eine überwältigende Nachricht, als der Schwangerschaftstest positiv war. Doch neben der Aufregung auf das Kommende und die Fürsorge für meine Frau war die Zeit der Schwangerschaft für mich als Mann weniger intensiv und spürbar. Mit dem Zeitpunkt der Geburt hat sich mein Leben allerdings komplett auf den Kopf gestellt. Plötzlich ist da jemand in meinem Leben, der auf mich angewiesen ist. Angewiesen auf meine Fürsorge und vor allem auf meine Liebe.  
Zum einen spüre ich den enormen Druck, unseren Lebensunterhalt finanziell bestreiten zu müssen. Zum anderen spüre ich das Verlangen, so viel Zeit wie möglich zu Hause mit der Kleinen zu verbringen. Auf dem Heimweg von der Arbeit erlebe ich eine ähnliche Freude, wie auf die Geburt während der Schwangerschaft. Eine unbeschreibliche Vorfreude auf meine Tochter. Auf einen Menschen, der ohne mich/uns nicht auf der Welt wäre.
  

Auch mir war mit Anfang zwanzig klar, dass ich einmal Kinder haben möchte. Aber irgendwie war das Ganze noch ziemlich weit in der Ferne. Da habe ich die Zeit mit meinen Neffen und Nichten in vollen Zügen genossen. Ich fand es sogar ziemlich anstrengend und übergriffig, wenn Familie, Freunde, Bekannte und Unbekannte gefragt haben, wann es denn bei uns endlich so weit sei. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt nicht erwachsen genug gefühlt,Vater zu werden.  

Aufgewachsen bin ich mit fünf älteren Geschwistern und mir war schon als Jugendlichem klar, dass ich einmal Kinder haben will. In meinen Vorstellungen waren es ebenfalls immer vier Kinder (heiraten mit 24. Mit 26 das erste Kind und dann mit 28, 30 und 32 die restlichen). Es sollte auf jeden Fall immer eine gerade Zahl an Kindern sein, damit niemand allein ist. Zwei waren zu wenige. Und sechs zu viel, also eben vier.  

Heute wissen wir, dass sich der Blick auf das Thema Nachwuchs im Laufe der Zeit verändert. Gleichzeitig schwingt es immer mit. Bei den ersten Erfahrungen mit Sexualität ist das Thema Nachwuchs gerade für Jugendliche oft noch sehr weit weg und nicht relevant. Doch sobald zwei Menschen intim werden, gehört auch immer die Frage dazu, ob dabei ein Baby entstehen soll und wenn nein, welche Verhütungsmethode die richtige ist. Im Idealfall gibt es darüber schon früh ein offenes und ehrliches Gespräch und die Bereitschaft beider Partner Verantwortung zu übernehmen. In einer Beziehung sollte es auch irgendwann darum gehen, welche Vorstellungen es zum Thema Kinderwunsch gibt. 

Vorab:

Das Thema Familienplanung und Kinderwunsch ist sehr persönlich, daher überlege dir als LeiterIn, wie deine Positionen jetzt, als junge/r Erwachsene/r, Jugendliche/r und Teenie dazu sind oder waren. Du kannst genauso wie oben einmal deine Gedanken kurz zusammenfassen. Für die Einheit kannst du entscheiden, wie viel und was du von dir berichten möchtest. 

Aktion:

Idee zum Einstieg: Vorab kannst du deine Teilnehmenden bitten ein Babyfoto von sich herauszusuchen und mitzubringen. Es ist wichtig, dass sie es den anderen nicht zeigen und dir vor der Einheit geben. So könnt ihr zum Einstieg ein kleines Ratespiel machen, das zum Schmunzeln anregt: Wer ist auf welchem Foto zu sehen? Legt die Fotos offen in der Mitte aus und lasst die Teilnehmenden raten, löst nach einiger Zeit gemeinsam auf. 

Übergangsfragen und Austausch: 
  • Haben euch eure Eltern erzählt, wie es für sie war, als ihr geboren wurdet? 
  • Habt ihr vielleicht in eurem Umfeld erlebt, wie ein Baby das Leben verändern kann? 

Impuls:

Stelle nun deine Statements als junge/r Erwachsene/r, Jugendliche/r und Teenie vor oder nutze alternativ die Statements von uns, die du vorlesen kannst. Betone noch einmal, dass diese Positionen sehr individuell sind und es auch andere oder gegensätzliche Positionen gibt. Außerdem ist es wichtig zu vermitteln, dass sich Positionen zu diesem Thema stark verändern können im Laufe der Zeit, aber eine ehrliche und verbindliche Beziehung mit dem Partner immer wichtig ist. 

Quasselrunden: 

Wenn es die Gruppengröße zulässt, könnte es sinnvoll sein die Quasselrunden nach Geschlechtern aufzuteilen. Gebt den Kleingruppen die drei Fragen und ein großes Papier oder Plakat mit, um vor allem zur letzten Frage Schlagworte aufzuschreiben.  

  • Habt ihr bereits Vorstellungen, ob ihr einmal Kinder wollt?  
  • Was würde sich an eurem Leben verändern, wenn ihr jetzt ein Kind bekommen würdet? 
  • Welche Erwartungen/Wünsche habt/hättet ihr jetzt an euren Partner bzgl. Kinderwunsch/Verhütung/Umgang miteinander? 

Austausch

Kommt nach der Quasselrunde als gesamte Gruppe wieder zusammen und tauscht euch aus. Was wünschen sich die Mädels und was die Jungs? Wo decken sich Erwartungen? Lasst die Ergebnisse ruhig unbewertet stehen, denn hier gibt es kein richtig oder falsch. Eigene Antworten zu finden und die Antworten der anderen wahrzunehmen ist hierbei der zentrale Aspekt. 

Alternativ: 

Solltest du das Gefühl haben, dass für deine Zielgruppe der offene Austausch zur letzten Frage etwas schwieriger werden könnte oder die Frage bisher noch keine Relevanz für sie hatte, kannst du ihnen Anregungen geben. Bereite dazu Zettel vor mit Antwortmöglichkeiten, wie z.B.: „offene Gespräche über das Thema“, „Gleiche Vorstellung, ob man Kinder möchte“, „gleiche Vorstellung, wann man Kinder möchte“, „gleiche Vorstellung, wie viele Kinder man möchte“, „Ehrlichkeit“, „Verständnis füreinander“, „Beteiligung an den Kosten für Verhütungsmittel“, „Gebet über das Thema“, „Vertrauen“, … Diese können beliebig von dir oder deinen Teilnehmenden ergänzt werden. 

Schreibe jeweils auf einen Zettel eine der Antwortmöglichkeit, sowie auf jeden Zettel eine Skala von 1 (nicht wichtig) bis 10 (sehr wichtig).  

Besorge Klebepunkte oder dicke Stifte, mit denen die Teilnehmenden markieren können, wie wichtig ihnen dieser Aspekt ist. So bekommt ihr ein Stimmungsbild, über das ihr sprechen könnt oder das man als Leitung moderierend zusammenfassen kann. 

Überlegungen und Hilfen zur methodischen Gestaltung einer ersten Begegnung mit Jesus

Warum sollen Jugendliche überhaupt öffentlich auf die Einladung zum Glauben reagieren?

Jugendliche zeigen gern, was ihnen wichtig ist. Sicher ist es in unserer schnelllebigen Zeit schwierig, Entscheidungen zu treffen, die ein ganzes Leben betreffen. Dennoch wollen wir Jugendliche dazu ermutigen. Was daraus wird, liegt in Gottes Hand. Aus folgenden Gründen ermutigen wir Jugendliche zu einer konkreten Reaktion:

1. Das öffentliche Bekenntnis entspricht dem Wesen des christlichen Glaubens

In unserer Gesellschaft wird Religion häufig als Privatsache angesehen. Doch das Evangelium zeigt: Die Nachfolge Jesu ist immer auch eine soziale und damit öffentliche Angelegenheit. Es gehört nicht nur in den persönlichen Bereich und ist erst recht keine Privatsache.

2. Das öffentliche Bekenntnis hilft zur Gemeinschaft

Der Glaube an Jesus ist immer Gemeinschaftssache. Wer Jesus nachfolgt, braucht dazu die Gemeinschaft mit anderen Glaubenden. Eine wahrnehmbare Reaktion auf die Einladung zu Jesus hilft, Menschen zu begleiten und ihnen in der Gemeinde geistliche Heimat zu geben.

3. Was passiert beim öffentlichen Aufruf?

In der Verkündigung laden wir ausdrücklich dazu ein, das Gebet als einen Beginn der Beziehung mit Gott zu verstehen. Bei Jugendwochen erleben wir, dass etwa ein Drittel derer, die nach vorne kommen, diesen Schritt als einen Beginn des Glaubens an Jesus verstehen. Ein zweites Drittel sieht darin eine Erneuerung des Glaubens. Das dritte Drittel kommt, um konkrete Lebensfragen anzusprechen oder auch, um einfach für sich beten zu lassen.

Möglichkeiten, wie die erste Begegnung mit Jesus gestaltet werden kann

Es gibt viele Möglichkeiten, wie eine erste Begegnung mit Jesus aussehen kann. Natürlich ist es zuerst eine Sache des Herzens. Ein Jugendlicher kann die Beziehung mit Jesus ganz unspektakulär mit einem einfachen Gebet in seinem Herzen beginnen. Aber vielleicht hilft auch eine der folgenden konkreten Gestaltungsmöglichkeiten.

1. Die Einladung zum Kreuz

Die Einladung zum Treffpunkt Kreuz ist eine hilfreiche Möglichkeit, Menschen zu helfen, aus der Masse herauszutreten, und ihr Ja zu Jesus Christus öffentlich und fröhlich zu bekennen. Das Kreuz ist und bleibt das Markenzeichen von Jesus. Gerade auch für junge Menschen, die bereits in christlichen Kreisen unterwegs sind, kann diese Form eine hilfreiche Möglichkeit sein, um für sich Klarheit im Blick auf Jesus zu schaffen. Viele Menschen sind in christlichen Kreisen unterwegs, ohne jemals eine Beziehung zu Jesus zu beginnen. Diese Form kann eine geeignete Möglichkeit sein, um das zu ändern. Dabei hilft ein Kreuz, das irgendwo im Raum positioniert ist und an dem sich Jugendliche gemeinsam mit Mitarbeitern zu einem ersten Gebet treffen.

2. Sich an Jesus festmachen

Jugendliche können einen Wollfaden an ein Kreuz binden und sich so symbolisch an Jesus festmachen. Besonders eindrücklich ist es, wenn diese Wollfäden noch eine Zeit lang am Kreuz bleiben und verdeutlichen, dass Jugendliche mit Jesus begonnen haben.

3. Symbolische Handlungen

Symbolische Handlungen sind bei Jugendlichen beliebt und helfen eine erste Begegnung mit Jesus zu gestalten. Vielleicht ist es der Stein, den ich ans Kreuz legen kann, um sinnbildlich meine Schuld bei Jesus abzugeben. Vielleicht ist es das kleine Herz, das ich in Empfang nehme und das mir deutlich macht: Ich bin von Gott unendlich geliebt. Auch die Schatzkiste am Kreuz, aus der ich einen goldenen Stein nehmen kann, hilft, um deutlich zu machen: Ich habe Jesus als Schatz für mein Leben entdeckt. Vielleicht ist es auch der Briefkasten am Kreuz, in den ich einen kleinen ersten Brief an Jesus schreibe. Auch die Kerze, die ich am Kreuz anzünde, kann Symbol dafür sein, dass mir ein Licht aufgegangen ist und ich Jesus entdeckt habe.

Hier gibt es viele kreative Möglichkeiten. Wichtig ist, dass das Ziel vor Augen bleibt: Wir wollen Jugendlichen helfen, diese erste Begegnung mit Jesus zu gestalten. Die Aktion an sich muss dieser Sache dienen.

4. Der persönliche Segenszuspruch

Ein persönlicher Segenszuspruch kann die erste Begegnung mit Jesus zu einem besonderen Ereignis machen. Durch Handauflegung oder ein Salbkreuz in die Hand oder auf die Stirn des Jugendlichen kann deutlich werden: Du gehörst zu Jesus.

Vorbemerkungen

Ausgehend vom Kartenmotiv mit den Spielkarten bietet es sich an, die Gruppenstunde als Casino-Abend zu gestalten. Hierzu können die Teenager mit einer speziellen Einladung eingeladen werden. Kündigt bereits einige Wochen vorher an, dass diese besondere Gruppenstunde steigen wird. Sehr stilecht wird der Kasino-Abend, wenn ihr mit der Einladung einen gewissen Dresscode festlegt. Wie wäre es mit Krawattenpflicht für die Jungen und Kleidpflicht für die Mädchen? Ein solcher Abend bietet sich dafür an, Freunde mit in den Teenkreis einzuladen.

Einstieg

Dekoration

Dekoriert euren Gruppenraum entsprechend einem Kasino. Richtet eine kleine Bar ein und bietet Getränke (alkoholfreie Cocktails?!) an. Knabberkram ist Pflicht. Bereitet außerdem je nach eurer Gruppengröße mehrere Spieltische vor. Spielideen findet ihr weiter unten. Schön wäre ein gemeinsamer Start. Die Teenager warten vor der Gruppenraumtür und werden dann gemeinsam reingelassen und man kann mit alkoholfreiem Sekt gemeinsam zur Eröffnung anstoßen. Alle Teenager erhalten zu Beginn ein gewisses Startkapital in Form von Jetons, mit denen sie den Abend über spielen können. Dann kann gespielt werden.

Spiele

Es folgt eine Auswahl gut funktionierender Kasino-Spiele für Teenager. Je nach Gruppengröße sollte man mindestens zwei bis drei verschiedene Spiele anbieten. Natürlich können auch an mehreren Tischen die gleichen Spiele angeboten werden. Überlegt euch eine für eure Gruppe passende Mischung. Die Anleitungen zu den Spielen findet ihr auf dem kompletten Stundenentwurf.

  • Roulette
  • Black Jack
  • Hausnummern würfeln
  • Poker
  • Hütchenspiel
  • Such die Dame

Zweier-Gespräch

Ladet eure Teenager nach einer Spielphase nun ein, an die Bar zu kommen. Unter jedem Stuhl/Barhocker befindet sich eine Spielkarte. Die Teenager dürfen nun ihren Gesprächspartner mit der gleichen Spielkarte finden. Anschließend haben sie fünf bis zehn Minuten Zeit, sich über folgenden Fragen auszutauschen:

  • Hattest du heute Abend Glück beim Spielen?
  • Was bedeutet für dich der Ausruf „Glück gehabt!“?
  • Wie geht es dir mit dem Glück anderer? Kannst du dich mitfreuen?

Thema Teil 1

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den Teilnehmern eine Karte mit dem Bibeltext auszuteilen. Lasst sie den Vers und das Bild zunächst in Ruhe betrachten. Idealerweise sollten die Teenager nun Bibeln dazuholen. Erklärt, dass dieser Satz in den Psalmen im Alten Testament steht. Lest diesen Psalm gemeinsam. Im Psalm 73 geht es um den Umgang mit eigenem Unglück und dem Glück anderer. Welche Rolle kann Gott in so einer Situation spielen? Diese Frage stellt sich der Psalmist mit Blick auf sein eigenes Leben und auf das Leben anderer. Er findet für sich eine Antwort in der abgedruckten Jahreslosung. Doch ist das so einfach?

Kleingruppen

Teilt euren Teenkreis in Kleingruppen auf. Jeder Kleingruppe soll ein Mitarbeiter zugeordnet sein, der das Gespräch leitet. Überlegt in den Kleingruppen, was der Vers und die Lebenssituation der Empfänger damals mit uns heute zu tun hat:

  • Wie gehen wir mit Glücksmomenten und Pechsträhnen in unserem Leben um?
  • Welche Rolle spielt Gott dabei?
  • In welchen Situationen fällt es mir schwer, mein Glück auf Gott zu setzen?

Sammelt diese Gedanken und besprecht dann gemeinsam, was uns in diesen Herausforderungen helfen kann: Gemeinschaft mit anderen Christen, Gebet, Zeugnis geben von eigenen guten Erfahrungen … Je nach Gruppensituation kann dann jede Kleingruppe im Plenum zwei bis drei Minuten von ihrer Gesprächsrunde berichten.

Thema Teil 2

Der Psalmist beschreibt sehr eindringlich sein persönliches Leiden. Ihm, der an Gott hängt, scheint nichts zu gelingen, während den anderen, die von Gott nichts wissen wollen, scheinbar alles gelingt. Diese Lebenssituation ist wahrscheinlich auch uns heute nicht fremd. Das ist leider Realität. Werfen wir noch einmal einen Blick auf die Karte: Im Vordergrund steht die Karte mit dem „J“. Bei Spielkarten steht das „J“ für Joker. Eine Karte, die beispielsweise im Rommé den entscheidenden Unterschied zwischen Sieg und Niederlage machen kann, da sie den höchsten Spielwert besitzt. Dieses „J“ kann aber auch für Jesus stehen – die entscheidende Karte, mit der dein Leben gelingen kann. In Jesus ist Gott jedem Menschen ganz persönlich nah – wenn er denn diese Spielkarte aufnimmt. Es geht nicht darum, ein glückliches Leben zu führen. Es geht auch nicht um ein Vergleichen, wer denn ein glücklicheres Leben führt. Auch nicht mein Pech oder des anderen Glück ist entscheidend, sondern dass ich mein Leben auf die richtige Karte setze: Jesus.

Abschluss

Ermutigt eure Teenager, die Karte an einen Ort zu hängen oder zu legen, an dem sie sie immer wieder mal sehen. Das soll sie an die Verheißungen und Herausforderungen erinnern, die in diesem Vers stecken. An dieser Stelle kann noch der Teenager mit den meisten gewonnenen Jetons geehrt werden. Goldbären oder Goldtaler machen sich hier sicherlich gut. Sprecht zum Abschluss ein Segensgebet für eure Teenager.

Döner – vielseitig und farbenfroh, mit verschiedenem Gemüse, mit Fleisch oder Falafel, mit unterschiedlichen Saucen.
Ich bekomme ihn ganz so, wie ich ihn mag. Angepasst an meinen Geschmack.
Wenn ich keine Tomaten mögen würde, würden die netten „Döner-Menschen“ sie weglassen. Wenn ich gerne scharfe Sauce mag, würde ich sie zusätzlich bekommen.
Vielleicht ist es ja gerade das, was den Döner bei uns so beliebt macht.
Ich kenne tatsächlich niemanden, der Döner nicht mag.
Aber ich kenne auch kaum Menschen, die ihren Döner genau gleich essen.
Beim Döner bekommt fast jeder eine „Extra-Wurst“ – Extra-Wünsche gehören dazu.
Döner mit Hähnchenfleisch oder Kalbfleisch?
Döner vegetarisch, also ohne Fleisch. Dafür aber vielleicht mit Falafel? Oder mit Schafskäse?
Döner mit Humus und Grillgemüse? Mit Zaziki oder Cocktailsauce? …
Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man einen Döner essen kann.
Für jede und jeden ist etwas dabei.

Verbindet das unsere Gruppe und unsere Gemeinde vielleicht mit dem Döner?
Ist bei uns auch für jede und jeden was dabei?
Ist unsere Gruppe und unsere Gemeinde ein Ort, in dem sich alle wohl und zu Hause fühlen können? Wo alle gerne hinkommen? So wie alle gerne Döner essen gehen?

Gott hat uns alle ganz unterschiedlich und vielfältig geschaffen. Wir sind wie der Döner. Manche sind größer, andere kleiner, manche können dies besser, andere jenes.
Aber Gott hat uns alle zusammen auf diese Erde gestellt, in unsere Stadt, in unserer Gemeinde und diese Gruppe.

Lasst uns Gottes Liebe zur Vielfalt weitergeben!
Lasst uns allen Menschen freundlichen und offen begegnen und sie bei uns, in der Gruppe, in der Gemeinde, aber auch in der Schule, in der Stadt, … willkommen heißen!
Vielfalt ist doch toll!
Wie Döner! Döner sind auch toll! Ganz egal, ob du deinen gerne mit Fleisch isst oder nicht. Ob du auf scharfe Sauce stehst oder keine Gurke magst.

Die Wege des Herrn sind unergründlich – was mich dazu gebracht hat, in den letzten zwei Jahren in einem Alten- und Pflegeheim zu arbeiten. Es war eine spannende Zeit mit vielen tollen Erfahrungen und einem Einblick in das, was man in einer solchen Einrichtung als „Alltag“ bezeichnet – und wie man Menschen, die dort leben, eine Freude machen kann!
Die Vorschläge in diesem Entwurf sind zwar abgestimmt auf die Advents- und Weihnachtszeit, aber nehmt sie gerne als Inspiration dazu, auch im Jahresverlauf mal vorbei zu schauen. Denn die 4 Wochen der Adventszeit sind meistens voll mit Aktionen, während es in den anderen 11 Monaten mitunter etwas „lau“ ist. Die meisten Alten freuen sich aber das ganze Jahr über von Herzen über Besuch, Abwechslung und Überraschungen – da sind sie nicht anders als wir. Und in der Begegnung mit alten Menschen bekommst du unheimlich viel zurück.

Vorbereitung für einen Besuch

Bevor du mit deinen Mädels darüber nachdenkst, was genau du in der Einrichtung anbieten kannst, nimm zuerst Kontakt mit den Menschen auf, die dort arbeiten. In der Regel wird deine Ansprechpartnerin die Leiterin des „sozialen Dienstes“ oder die Pflegedienstleitung sein. Diese Menschen haben den besten Einblick in die Vorgaben und Regeln, die das Haus einhalten muss, sowie über den Terminkalender der Einrichtung. So kann es zum Beispiel sein, dass ihr vielleicht aus hygienischen Gründen keine selbstgebackenen Kekse mitbringen dürft, aber vielleicht mit Zutaten aus dem Haus direkt vor Ort mit Bewohner:innen backen könnt – und ähnliches.

Ideen und Durchführung

Wenn du dich über die Rahmenbedingungen informiert hast, könnt ihr in eurer Gruppe eure Ideen zusammentragen. Aus meiner Erfahrung heraus habe ich folgende Inspiration für euch:

  • selbstgestaltete Advents- und Weihnachtskarten für Bewohner:innen, die wenig Besuch bekommen
  • ein Nachmittag mit gemeinsam gesungenen klassischen Liedern, mit vorgelesenen Texten, mit Vortragsliedern … für eine gemeinsame Runde mit Bewohner:innen
  • ein kleines Konzert auf den einzelnen Wohnbereichen, Fluren oder vielleicht sogar auf den Zimmern
  • Unterstützung eines vom Haus geplanten, internen Weihnachtsmarktes
  • ein Theaternachmittag mit Sketchen, Krippenspiel o.ä.
  • Begleitung von Bewohner:innen auf den Weihnachtsmarkt „draußen“
  • ansprechend gestaltete Advents- und Weihnachtsdeko mit dem Anspruch, keine „Kinderbastelei“ zu sein

Nun nehmt euch Zeit, eure Ideen sorgfältig und mit Herz auszuführen. In meinen Augen zählt dabei nicht die Perfektion, sondern die Exzellenz: dass man dem, was ihr anbietet, abspürt, dass es von ganzem Herzen kommt.

Worauf man dabei achten sollte: Macht nicht zu viel und erkundigt euch gut, für welche Menschen bzw. Bedarfe ihr plant. Es gibt nicht wenige Alte, die einfach nicht mehr so lange sitzen und sich konzentrieren können. Es gibt einige, die nicht mehr gerne lange in einer Gruppe sitzen – und es gibt einige, die gerne zusammen sind, klönen, sich über Eierlikör freuen, singen … Im Alter sind die Menschen immer noch genauso divers und unterschiedlich wie jetzt in unseren Gruppen.

Wenn ihr eure Idee fertig geplant habt, macht einen Termin in eurer Einrichtung. Klärt noch einmal genau ab, ob die Idee so auch umgesetzt werden kann oder ob ihr noch etwas beachten müsst. Und vergesst nicht, euch zu erkundigen, ob es Corona-bedingt noch bzw. wieder besondere Einlass-Voraussetzungen gibt: Wie sieht es mit Testpflicht, Masken etc. aus? Und dann seid pünktlich vor Ort und habt Spaß bei eurem Tun.

Vergesst dabei folgendes nicht:

  • Sprecht laut, langsam und deutlich
  • Vermeidet Hektik
  • Begebt euch bei Rollstuhl-Fahrer:innen durch Hinknien auf Augenhöhe
  • Seid stets höflich und siezt die Menschen, die euch begegnen.

Impulsidee

Das 4. Gebot fordert uns dazu auf, unsere Eltern zu ehren. Aber es geht dabei nicht nur um den Umgang mit den eigenen Eltern, sondern auch um die Frage, wie die jüngere Generation mit ihren Alten umgeht. Und da ist es tatsächlich so, dass wir uns immer wieder hinterfragen sollten, wie unser Umgang tatsächlich ist.

Haben wir bei aller Kritik auch Respekt für die Leistung unserer Eltern und Großeltern? Lassen wir uns auch bei Oma und Opa blicken, wenn wir nur einfach „Hallo“ sagen wollen oder haben wir dann immer unser Zeugnis im Gepäck, um vielleicht die eine oder andere finanzielle Belohnung einzustreichen? Wie reagieren wir, wenn sie anfangen uns zu vergessen, körperlich und geistig abbauen, nicht mehr so „cool“ sind … wenn sie nicht mehr zu Hause wohnen, sondern in eine Einrichtung ziehen? Besuchen wir sie noch oder setzen wir in unserem Leben andere Prioritäten?
Das Gebot verbindet mit der Aufforderungen eine Verheißung: dass es uns gut ergehen wird, wenn wir unsere Alten ehren.

Und das habe ich tatsächlich erlebt: Die Freude, die ich den Menschen im Altenheim schenken durfte, kam direkt auch in meinem Herzen an! So gerne ich heute auch wieder mit Jugendlichen arbeite, die Zeit mit den Alten werde ich nicht vergessen, sondern immer in meinem Herzen tragen und mich gerne dran erinnern.

Das Planspiel führt Konfirmand:innen an Kirchenpolitik auf lokaler Ebene heran. Das Szenario: eine Kirchgemeinde bekommt eine überraschende Erbschaft, die für die Jugend der Gemeinde bestimmt ist. Doch wie genau soll das Geld verwendet werden? Darüber wird der Gemeindekirchenrat in einer öffentlichen Sitzung entscheiden. In Kleingruppen schlüpfen die Konfis dafür in verschiedene Rollen – von der Pfarrerin, dem ejw, bis hin zur Initiative „Churches for Future“. Sie entwickeln Ideen, beziehen Positionen und beschließen letztlich Anträge. Neben dem Kennenlernen von Kirchenstrukturen, soll das Planspiel die Jugendlichen dazu ermutigen und befähigen, eigene Wünsche und Interessen in die Gemeinde einzubringen und so die Kirche mitzugestalten.

Das Spiel eignet sich am besten im Rahmen eines Konfi-Tages am Nachmittag und dauert 2-3 Stunden. Vorher sollten die Konfis die Struktur der Kirche erklärt bekommen. Hier eignet sich auch ein Kurzvideo, z.B.: https://www.evangelisch.de/videos/173799/31-12-2020/wie-ist-die-evangelische-kirche-deutschland-strukturiert [13.10.2022].

Ziel ist, dass die Jugendlichen den Entscheidungsweg in einer Kirchengemeinde kennenlernen und erkennen, dass und wie sie sich für ihre eigenen Interessen einsetzen können.

Ablauf

Min.
10Vorstellung der Situationsbeschreibung und Aufteilung der Rollen: 2-3 Konfis spielen gemeinsam eine Rolle
Obligatorische Rollen sind:
– Pfarrer*in
– Jugendliche
– KGR konservativ (Begriff wird ggf. erklärt)
– KGR progressiv (Begriff wird ggf. erklärt)
Zusätzliche Rollen sind (hier können ggf. Rollen weggelassen werden):
– Jugendleiter*in
– Initiative „Churches for Future“
– Evangelisches Jugendwerk (ejw)
60-90Briefschreibephase: Jede Gruppe nimmt einen Tisch oder Raum ein und stellt ggf.eine Postbox auf. Die Gruppen schreiben sich Briefe und versuchen sich im Vorfeld auf Projekte zu einigen. Die Spielleitung gibt 15. Minuten vor Schluss Bescheid, dass die KGR Sitzung in einer Woche stattfindet. Die Gruppen formulieren erste Anträge und reichen sie bei der Pfarrerin ein.
15Pause: Pfarrer*in fasst ggf. die Anträge noch zusammen und formulieren eine Tagesordnung
30-50Sitzung des Gemeindekirchenrates: Die Pfarrer*in eröffnet die KGR Sitzung. Der KGR sowie das Publikum diskutieren die Anträge. Der KGR stimmt darüber ab.
15Auswertung: Die Konfis berichten wie es ihnen im Planspiel erging. Die Konfis planen ggf. echten Antrag für den KGR.

Ziel: Sexualität ist ein großartiges Geschenk Gottes und betrifft den ganzen Menschen mit allen Dimensionen. Man zieht sich beim Sex nicht nur körperlich, sondern auch seelisch vor einem anderen Menschen aus und macht sich dadurch verwundbar.

Hintergrundinfos/ Fakten

In dieser Einheit geht es darum, dass das Geschenk der Sexualität ganzheitlich zu verstehen ist und man sich dabei verwundbar macht.

  • Mit 16,5 Jahren haben die meisten Deutschen ihr erstes Mal gehabt (Alter geht tendenziell runter). Bedeutet: Die meisten Menschen hatten bereits ihr erstes Mal, bevor sie heiraten.[1]
    • Der „Durchschnittsmann“ hat bereits 5-7 verschiedene Geschlechtspartnerinnen
    • Die „Durchschnittsfrau“ 2-5 Geschlechtspartner
  • Das bedeutet, dass für die meisten Sexualität nicht mehr nur mit Beziehung und Vertrautheit einhergeht, sondern mit Lust und ohne Bindung.  
  • Die meisten werden mit Sexualität auch Frusterfahrungen gemacht haben.
  • Dadurch kann Sexualität zum Produkt werden, was man erwerben kann und zugänglich ist nach Lust und Laune. Weswegen auch in den letzten Jahren Pornografie und die ganze Sexindustrie stark gewachsen ist.  
  • Die meisten jungen Menschen wünschen sich nun gelingende Beziehungen und dennoch hat es kaum eine Generation so schwer, wie diese.
  • „Sie werden von einer Gesellschaft geformt, die nach TikTok süchtig ist, die von Pornhub erzogen wurde, in der jeder für seine eigene Art von Glück verantwortlich ist und in der Sex so einfach wie ein Swipe nach rechts ist.“[2]
  • Sexualität ist aber nicht nur biblisch, sondern auch psychologisch und neurobiologisch nichts nur „körperliches“, sondern betrifft den ganzen Menschen und das Gegenüber – denn zum Sex gehört ein Gegenüber.
  • Außerdem haben Leute außerhalb von Kirche ein großes Misstrauen gegenüber der „christlichen Lehre“ zum Thema Sex. Auch wenn es das nicht einheitlich gibt, heißt es oft, dass sie moralisch verwerflich sei, weil die Selbstbestimmung eingeschränkt wird. Dabei haben wir aus christlicher Perspektive hier etwas Gutes zu sagen! Eine gute Nachricht, weil Sexualität in Freiheit, Gerechtigkeit und Liebe gegründet ist.
  • Sexualität wird in der Bibel positiv bejaht.
  • Sexualität bindet und stärkt Beziehung.
  • Sexualität ist ganzheitlich (Körper, Seele. Geist).
  • Sexualität hat aber auch zerstörerische Macht, wenn sie ausgenutzt wird! Daher haben wir eine Verantwortung für uns und andere!

[1] https://www.youtube.com/watch?v=m7VqS0dvuqs

[2] https://www.mrjugendarbeit.com/finger-weg-was-lehrt-netflix-uber-sex-wahrend-corona-isolation/

Aktion/Hinführung

Material: Ausgedruckte Statements mit Skala, Klebepunkte/Stifte

Zum Einstieg ins Thema haben die Teens die Möglichkeit, sich selbst mit ein paar Statements zu beschäftigen. Dafür dürfen sie anhand einer Skala von 1-10 angeben, wie stark sie der Aussage zustimmen (1 = stimme überhaupt nicht zu; 10 = stimme voll und ganz zu). Zur Umsetzung empfehlen wir, die einzelnen Aussagen jeweils auf ein DIN-A4-Blatt mit einer Skala auszudrucken, sodass die Teens mit Klebepunkten oder einem Stift einen Punkt auf der Skala setzen können. Alternativ kann auch mit Mentimeter gearbeitet werden. Folgende Statements können dafür passen. Wähle am besten selbst aus, welche zu der Gruppe passen und welche nicht. Sensibilisiere die Teens dafür, dass es sich um ein vertrauensvolles Thema handelt und so auch mit den Aussagen jeder/s Einzelnen umgegangen wird. Ermutige die Teens, das zu teilen, womit sie sich wohlfühlen, und gleichzeitig nichts teilen zu müssen.

  • Sex ist etwas rein „Körperliches“.
  • Beim Sex baue ich eine Bindung zu meiner/m Sexualpartner:in auf.
  • Gott findet Sex gut.
  • Sex ist ein Geschenk Gottes.
  • Beim Sex mache ich mich seelisch verwundbar.
  • Für Sex brauche ich Vertrauen zu meiner/m Partner/in.
  • Beim Sex mache ich mich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch nackig.
  • Sex ist erst so richtig schön, wenn er von gegenseitiger Liebe und Vertrauen geprägt ist.

Fragen/Kleingruppen

Im Anschluss an diese Aktion geht ihr je nach Gruppengröße und Anzahl der Mitarbeitenden in Kleingruppen. Es sollte pro Gruppe ein:e Mitarbeiter:in dabei sein, der/die das Gespräch leitet. Falls möglich, könnt ihr die Gruppen auch geschlechtergetrennt aufteilen. Das bietet häufig noch mehr Raum, um ehrlich ins Gespräch zu kommen. Ihr tauscht euch dann zunächst über die Statements und das Ergebnis aus. Fragt die Teens, wie sie zu den Aussagen stehen. Seid auch bereit dafür, dass zu manchen Statements vielleicht keine Rückmeldung kommen kann. Das ist in Ordnung. 

Kommt im Anschluss über folgende Fragen ins Gespräch:

  • Was bedeutet es für dich, sich seelisch verwundbar zu machen?
  • Findest du das eher gut oder schlecht? Warum?
  • Ist das bei Sexualität notwendig?
  • Was wäre, wenn Sexualität nur etwas rein Körperliches wäre? Wäre es dann noch genauso schön?

Impuls „verpacktes Geschenk in 3D“

Die meisten Menschen sehnen sich nach intimen Beziehungen, die vertraut und tiefgehend sind. So wie auch Gott sich nach solchen Beziehungen sehnt. Gott erschafft den Menschen nicht nur als ein Gegenüber zu sich, sondern auch zueinander. Beeindruckend ist es doch, dass die Sexualität etwas ist, bei dem diese Nähe zum Ausdruck kommt. Und wie tiefgründig das geht, erschließt sich, wenn man das hebräische Wort für „miteinander schlafen“ anschaut. Dafür steht nämlich „erkennen“ (1.Mose 4,1). „Erkennen“ meint nicht nur, dass ich meine:n Partner:in nackt vor mir sehe, also körperlich erkenne. Es bedeutet vielmehr, dass ich meine:n Partner:in ganzheitlich nahe bin. Denn bei der Sexualität bringe ich mich als ganzen Menschen ein. Mit dem, was mich mit meinem Gegenüber verbindet und dem, was uns unterscheidet. Ich zeige mich, wie ich wirklich bin.
Sexuelle Intimität setzt daher voraus, dass ich mich immer mehr dem Partner oder der Partnerin zeige und mich ihm und ihr zumute, Das wiederum setzt voraus, dass ich mich mit mir selbst auseinandersetze. Je versöhnter ich demnach mit mir bin, desto einfacher ist das. Dementsprechend beginnt die Vorbereitung bereits vor einer Beziehung. Sich mit seiner Persönlichkeit und seinem Körper annehmen lernen, ist eine Aufgabe, um so sich selbst und jemand anderes näherzukommen. Es braucht also Risiko und Reife sich einer Person so ehrlich zu zeigen. Mit meinen echten Gefühlen, meinen Erfahrungen, meinen Defiziten. So kann tiefe Vertrautheit und Verbundenheit entstehen. Man zieht sich beim Sex nicht nur körperlich, sondern auch seelisch vor einem anderen Menschen aus und macht sich dadurch verwundbar. Denn Sexualität ist ein großartiges Geschenk Gottes und betrifft den ganzen Menschen mit allen Dimensionen.[1]


[1] Vgl. Schmidt Veronika, Liebeslust – unverschämt und echt genießen, S.150ff.

Hintergrundinfos/Fakten

In dieser Einheit geht es um tragfähige Beziehungen und die Fähigkeit zum Bedürfnisaufschub. Man kann die sexuelle Spannung in einer festen Beziehung aufrechterhalten, um am Ende das Ziel nicht zu verfehlen.

Aktion

Zu dieser Einheit wird zuerst einmal mit Pfeil und Bogen geschossen. Auf bestimmte Ziele. Die Ziele sind unterschiedlich weit weg und unterschiedlich groß. Jeder der TeilnehmerInnen sollte mindestens einmal schießen. Es empfiehlt sich daher die Einheit draußen (bei gutem Wetter) stattfinden zu lassen.

Kurzer Impuls

Wer den Bogen spannt und zielt, kann in diesem Moment nichts anderes machen. Die weiteren Bedürfnisse des Schützen müssen zu einem anderen Zeitpunkt erfüllt werden. Beispielsweise kann man nicht Bogen schießen und dabei etwas essen. So muss also überlegt werden, was wann gemacht werden soll.

Wer Bogen schießt hat ein Ziel vor Augen. Das Ziel kann unterschiedlich weit weg sein und unterschiedlich schwierig sein zu treffen. Der Schießende legt also sein Ziel fest. Übertragen auf den gesunden Umgang mit Sexualität kann es bedeuten, sich klare Ziele zu setzen. Auch diese Ziele können unterschiedlich weit weg und groß sein. So kann es beispielsweise bedeuten, keinen Sex vor der Ehe zu haben, sich den ersten Kuss erst bei der Trauung zu geben oder sich körperlich intim in bestimmten Körperregionen erst ab zwei Jahren fester Beziehung zu berühren. Hierbei ist der Schütze die Person, die entscheiden muss. Diese Ziele kann man in einer Beziehung anhand von klarer Kommunikation setzen oder anhand der Bibel oder anhand von Empfehlungen, die andere aussprechen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass jeder Pfeil nur ein Ziel hat. Das Ziel, was es auch ist, sollte stets erreicht werden. Grundsätzlich freut sich ein Bogenschütze mehr, wenn er schwierigere Ziele erreicht. Ein Schütze braucht oft mehrere Versuche, ein Ziel zu treffen. Es ist okay, wenn man den Bogen aus Versehen losgelassen hat, die Spannung somit löst und daraufhin den Bogen neu spannt.  Und wie cool ist es, wenn man nicht allein zielen muss? Wenn man gemeinsam in einer Beziehung sich Ziele setzt und man gemeinsam den Pfeil in den Bogen spannt? Wenn nur einer diese Ziele setzt, ist es, als wenn man nur die Hälfte der Sicht auf ein Ziel hat. Es wird viel schwieriger zu treffen. Vielleicht hast du auch beim Bogenschießen gerade gemerkt, dass es anstrengend ist, den Bogen gespannt zu halten. Du kannst deinen Bogen auch Gott abgeben und er kann für dich weiter zielen. Du kannst deinen Fokus auf ihn legen und er wird den Bogen gespannt lassen.

Fragen für ein Gespräch

  • Wie waren das Bogenspannen und Zielen für dich?
  • Stell dir vor, du wärst ein Pfeil, du würdest sicherlich die Zielscheibe erreichen wollen, ja am besten sogar die Mitte. Was wünscht du dir als Pfeil und wie sollte mit dir umgegangen werden?
  • Was sind deine Ziele im gesunden Umgang mit Sexualität?
  • Was kann dir helfen, gute Ziele im Hinblick auf Sexualität zu finden?
  • Was weißt du, was in der Bibel zu diesem Thema steht?

Textgrundlage Matthäus 7,24-27:

24»Wer nun auf das hört, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. 25Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. 26Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. 27 Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flüsse über ihre Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einstürzen; kein Stein wird auf dem anderen bleiben.«

Einstiegsgedanke

Das Fundament ist entscheidend. Dies gilt nicht nur beim Hausbau, dass man sich weise überlegen sollte, worauf man sein Haus baut (das wussten die Leute in der Bibel schon): Dieses Wissen über mein WORAUF ist auch entscheidend für Beziehungen, die ich baue. Und da ist es erst mal egal, ob wir über die rein platonische Freundschaft reden, oder die partnerschaftliche Beziehung zwischen Mann und Frau. Ein Fundament ist nicht gleich ein Fundament.

Stell dir vor, jede Beziehung (wir konzentrieren uns jetzt mal auf die Beziehung zwischen Mann und Frau) ist wie ein Haus. Ein Haus, das ihr gemeinsam gestaltet, kreiert und einrichtet – mit eurem Charakter, euren Erlebnissen und Abenteuern. Damit dieses Haus überhaupt gebaut werden kann, sollte der Untergrund gleichmäßig und gut zu bebauen sein.

Gruppenarbeit:

  1. Lest gemeinsam das Gleichnis vom Hausbau! (Matthäus 7,24-27)
  2. Im Gleichnis haben wir schon gehört, dass für den Hausbau sich der felsige Boden besser eignet, als der sandige Boden. Woraus sollte deiner Meinung nach dieses Fundament für dein Beziehungshaus bestehen? (= Was gibt Halt // schafft Grundlage?) Was ist absolut notwendig? Sammelt die Begriffe in einer Wortwolke (digital z.B. über Mentimeter) oder auf einer Flipchart.
  3. Stellt euch gegenseitig eure Ergebnisse vor!

Impuls

Eine Beziehung anzufangen, ist das eine. Eine Beziehung gut zu erhalten ist oft nicht ganz so leicht. Gerade wenn die rosa Brille so langsam verblasst und die Ecken und Kanten des Partners erkenntlich werden, kommt der Punkt, in dem Beziehung etwas kostet: Zeit, Kraft, Energie und viel Geduld und Ausdauer – ähnlich wie bei einem Hausbau. Damit dieser gemeinsame Hausbau gelingen kann und die Beziehung stabil wachsen kann, ist es gut zu wissen, was du und dein Partner brauchen und vor allem wollen. Welche Werte sollen in und durch eure Beziehung sichtbar werden? Wie wollt ihr miteinander reden und umgehen? Wie möchtet ihr euer Umfeld gestalten? In welche Freundschaften wollt ihr investieren – und wer darf in euch investieren? Wie stellt ihr euch eure gemeinsame Zukunft vor? Wie stärkt ihr euch gegenseitig und selbst? Wie möchtet ihr euren Glauben gestalten? All das sind Fragen, die mich immer wieder herausfordern, die Mut und Liebe brauchen, in einigen Punkten Kompromissbereitschaft aber vor allem auch ehrliche Antworten. Macht euch bewusst, dass dieser Hausbau ein gemeinsames Projekt ist. Ihr beide seid – im Team – die Bauarbeiter, die das Haus bauen, auf dem Fundament Jesus – deinem / eurem BauHERRn. Jesus steht für Liebe – das hat er am Kreuz bewiesen. Und diese Liebe soll auch eure Beziehung durchfluten. Vergebt einander immer wieder, seid nicht nachtragend und unterstützt einander. Und warum? Weil Jesus dies am Kreuz für uns getan hat. Das ist das Evangelium – die gute Nachricht.

Und gerade dann, wenn Jesus euer Fundament ist, wird er auch einzelne Säulen in eurem Beziehungshaus ausgleichen, wenn ihr es mal nicht könnt. Ladet ihn dafür immer wieder in eure Beziehung ein und sucht gemeinsam seine Nähe.

Evtl. als Zusatzimpuls: Zu guter Letzt ist es auch wichtig sich zu überlegen, in welcher Nachbarschaft euer Haus gebaut werden soll. Gibt es ein Ehepaar, das euch inspiriert und von dem ihr lernen könnt? Gibt es für jeden von euch einen Mentor,[1] der euch in eurer Beziehung eine Hilfestellung geben können? Macht euch gemeinsam auf die Suche und bestärkt euch gegenseitig, dieses Bauprojekt nicht alleine anzugehen! Es lohnt sich!

So könnte euer Beziehungshaus aussehen – evtl. fallen euch noch weitere Säulen ein …


Abschlussaktion:

Aktion für Paare:

  • Beziehungshaus bauen (gemeinsames Foto); darunter eure tragenden Säulen / das gemeinsame Fundament legen (aufmalen)
  • Was müsst ihr gemeinsam tun, damit euer Beziehungshaus stabil ist? Welches Element eures Untergrunds braucht in nächster Zeit Fokussierung?
  • Was nehmt ihr euch als Paar konkret vor, damit euer Haus stabil ist? Notiert euch eure To-dos in einem gemeinsamen Kalender/einer gemeinsamen Notiz!

Aktion für Singles / Paare, deren Partner nicht anwesend ist:

  • Wie soll dein Beziehungshaus aussehen, wenn du in einer Beziehung bist? Was ist deine Grundlage? Welche Säulen sind dir wichtig?
  • Wie kannst du jetzt schon an deinem Haus bauen? Notiere dir, was du in deine nächste Woche als Challenge mitnimmst.

[1] Nähere Infos unter: ONE2ONE Niedersachsen ONE2ONE Niedersachsen (one2one-niedersachsen.de)

Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto