Sexualisierung des Aufwachsens – ein Schutzkonzept für die Jugendverbandsarbeit am Beispiel des CVJM Bayern e.V. – Bachelor-Thesis

Da die gesamte Arbeit zu lang ist, um sie ganz als Beitragstext einzufügen, findet man hier nur einen Ausschnitt der Bachelor-Thesis. Die gesamte Arbeit, sowie weitere Materialien, findet man im Anhang.

findet man im Anhang.

Abstract:

Die vorliegende Arbeit betrachtet sexualisierte Einflüsse der Gesellschaft (Werbung, Social Media, Pornografie, Film und Fernsehen) und sucht einen Weg, wie in der christlichen Jugendarbeit ein Rahmen geschaffen werden kann, in welchem Sexualität kein Tabuthema ist. Hierfür wurde eine konzeptionelle Überlegung verfasst, in welcher sowohl Mitarbeitende als auch Teilnehmende Input zum Thema Sexualisierung als auch Sexualität erhalten. Die Vorgehensweise belief sich im ersten Teil auf eine Literaturarbeit und im zweiten auf eine Ausarbeitung zu einem Konzept in Kooperation mit dem CVJM Bayern e.V..

Zugehörige Materialien wurden ebenfalls erstellt und sind im Anhang einzusehen.

Einleitung:

„Eine Filmkultur, die künstlerische Freiheit predigt, zugleich aber zu kontrollieren versucht, wie Frauen auf der Leinwand dargestellt werden, muss man in Frage stellen. Die MPAA findet Szenen in Ordnung, die Frauen in sexuell gewalttätigen Szenarien als Unterhaltungszweck zeigt. Auf der anderen Seite versuchen sie uns zu zwingen, bei Szenen wegzuschauen, in denen Frauen in sexueller Hinsicht beteiligt sind. Es ist frauenfeindlich, kontrollieren zu wollen, wie Frauen sich selbst sexuell präsentieren. Das ist ein größeres Problem als dieser Film.“ [so äußerte sich] Ryan Gosling zu Kritik über die Oralverkehr Szene mit Michelle Williams in „Blue Valentine“. (Braun, 2018)

Sexualität wird nicht nur in der Filmbranche, wie oben durch Ryan Gosling geschildert, kritisiert, sondern findet in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Platz. Vor allem findet die Sexualität von Frauen im Verborgenen statt, wohingegen die männliche Sexualität in allen Bereichen des täglichen Lebens Platz findet. Gerade für Kinder und Jugendliche hat das Aufwachsen in einer zunehmend sexualisierten Welt Folgen. Frühreife Jungen und Mädchen, die immer früher erwachsen zu sein scheinen, bedürfen unserer Aufmerksamkeit und Unterstützung, um zu mündigen, selbstständigen, selbstbewussten und vor allem selbstbestimmten jungen Menschen heranwachsen zu können. Jugendliche vor sexualisierten Einflüssen zu schützen, ist wohl kaum möglich in einer digitalisierten Welt wie der unseren, aber Wege zu zeigen, wie Heranwachsende trotz der Einflüsse selbstbestimmt handeln, eigene Meinungen bilden und kritisch hinterfragen lernen, ist unsere Aufgabe, mit der sich beschäftigt werden soll.

Die folgende Arbeit gliedert sich in fünf Hauptteile. Im ersten Teil, dem einführenden Teil, findet sich der Anlass der Arbeit als auch die Relevanz für die Soziale Arbeit. Darauf folgt
der zweite Teil, der theoretische Teil in welchem die Entstehung der Sexualität betrachtet wird und Sexualisierung dargestellt wird. Bereits vorhandene Überlegungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bilden den dritten Hauptteil, worauf im vierten Teil die Institutionelle Vorstellung von Landeskirche und CVJM folgen. Der letzte Punkt, die konzeptionelle Ausarbeitung, gliedert sich in zwei Thementage. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Fazit. Im Anhang werden Materialen bereitgestellt, die zur Durchführung der Thementage relevant sind.

Einführender Teil:

  • Anlass der Arbeit:

Diese Arbeit ist aus einer Herzensangelegenheit heraus entstanden. Im CVJM Bayern e.V. gibt es schon länger Überlegungen, inwiefern Jugendliche dazu bewegt werden können, selbstbestimmt und selbstbewusst Sexualität zu leben. Gerade unter den Eindrücken von Social Media und Werbung fiel vermehrt auf, wie sich das Selbstbild junger Menschen verändert. Nach der Ausarbeitung eines Konzepts zur Prävention sexueller Gewalt kam der Gedanke auf, die beste Prävention dafür ist es, Jugendlichen andere Wege zu zeigen: Jugendliche sollen sexuelle Bildung erhalten. Wenn Jugendliche einen gesunden Umgang mit Sexualität erlernen, wird damit auch sexualisierte Gewalt vorgebeugt.

Das hier vorliegende Konzept entspricht wohl nur entfernt dem gängigen Schutzkonzept und wirkt trotzdem als solches. Prävention ist der beste Schutz, denn die Gefahr an sich wird schon vor Eintreten bewusst wahrgenommen und so gut wie möglich verhindert.

  • Bedeutung für die Soziale Arbeit:

Die Relevanz der Thematik für die Profession der Sozialen Arbeit ergibt sich aus zwei unterschiedlichen Gesichtspunkten. Zum einem aus dem Schutzauftrag der Jugendarbeit und zum anderen aus dem Bildungsauftrag. Die Aufgabe des Schutzes lässt sich aus SGB VIII ableiten. Die Jugendarbeit muss es leisten, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu schützen. Der Auftrag der Bildung betrifft nicht nur schulische Bereiche. Auch sexuelle Bildung ist Teil des Auftrages. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Aufklärung und sollten sie auch erhalten können. Die Soziale Arbeit muss dies leisten können, doch es fehlt an Konzepten, weswegen die vorliegende Arbeit einen ersten Anstoß in diesem Bereich geben soll.

[…]

Konzeptionelle Überlegung:

  • Einführender Teil:

Wir leben in einer Zeit, in der es nicht zu viel nackte Haut geben kann, in der Body Positivity zwar großgeschrieben, aber trotzdem wenig gelebt wird. An jeder Ecke begegnen uns Bilder von unrealistischen Gesichtern, bearbeiteten Körpern und sexuellen Darstellungen. Bilder, die uns nicht nur beeinflussen, sondern auch unser Bild von Sexualität und Schönheit prägen. Wir als CVJM sehen hier den Bedarf, Klartext mit Jugendlichen zu sprechen. Was sagt die Bibel zu Sex? Wo sind meine Grenzen? Wie gehe ich mit Sexualität um? Wir wollen für diese Fragen einen Raum schaffen, in dem offen und ehrlich gesprochen werden darf. Ein Ort, an dem Meinungen gebildet werden und Ansichten diskutiert werden können.

Geschichtlich gesehen wurde Sexualität, gerade in christlichen Kreisen, nahezu immer als negativ, als Sünde abgeschrieben. Darüber zu sprechen war undenkbar. In einer Welt, in der Sexualität in jedem Bereich thematisiert wird, sollten wir, als Anbieter der Jugendarbeit, offen sein und uns positionieren. Für uns ist es von Bedeutung, Jugendliche in ihrer Entwicklung zu begleiten und bestmöglich zu unterstützen, weswegen uns auch dieses Thema am Herzen liegt.

  • Biblisch-Theoretische Grundlage:

Sexualität und die Bibel, ein Vergleich, der nur selten gezogen wird, dabei spricht die Bibel mehrfach und sehr deutlich von Sex und dies nicht im negativen Sinne, wie es oft gedacht wird. Im Folgenden sollen deshalb einige Bibelstellen näher betrachtet werden. Dies soll allerdings keine feste Meinung vertreten, viel mehr eine Anregung sein, um eine eigene, fundierte Meinung bilden zu können.

„Wer sich über die unterschiedlichen Ausdrucksformen von Sexualität und die damit verbundenen Potenziale und Konflikte ein reflektiertes Urteil bilden will, benötigt Orientierung, konkreter: Wissen darüber, woran und wie man sich orientieren kann. Eine evangelische Ethik, die sich im Auftrag vor Gott und den Menschen gerufen sieht, verantwortliche Urteilsbildung zu begleiten, orientiert sich an der Bibel, an den Bekenntnistraditionen und nicht zuletzt auch an den Erkenntnissen anderer Wissenschaften.“ (Dabrock, Augstein, Helfferich, Cornelia, Schardien, Stefanie & Sielert, 2015, S. 17)

So lesen wir bereits am Anfang des Alten Testaments, in 1. Mose 1, 28: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde“. Ein Auftrag Gottes, der wohl kaum missverstanden werden kann. Sexualität hat aber noch einen anderen Fokus als die Fortpflanzung an sich. „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch“ (1. Mose 2, 24) Zwei Menschen werden zu einem. Wir verlassen unsere Herkunft und schaffen etwas Neues, indem wir mit dem Partner/der Partnerin eins werden, eine Einheit bilden. Die Bibel spricht hier von der Bindung zwischen zwei Menschen und wie diese wächst, indem sie miteinander intim geworden sind. Eine einzigartige Verbindung, die wertvoll ist, so eine hohe Bedeutung hat, dass eine einzigartige Symbiose entsteht. Gerade durch diese Einzigartigkeit ist sie besonders schützenswert und sollte in einem verantwortungsvollen Rahmen stattfinden. Ziel sollte es für Verantwortliche der Jugendarbeit also sein, Jugendlichen zu zeigen, dass Sexualität nichts Schlechtes ist, viel mehr das Schönste, was erlebt werden kann. Es ist hierbei
aber von hoher Bedeutung zu erwähnen, dass Intimität in einem festen Rahmen beheimatet sein sollte und auf gegenseitigem Einverständnis beruhen muss. Der würdevolle Umgang mit seinem Gegenüber sollte hierbei an erster Stelle stehen. Die Bibel sagt dazu: „Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«“ (Matthäus 22, 39). Der würdevolle Umgang zählt in allen Bereichen des Lebens, als oberstes Gut, auch auf sexueller Ebene. Des Weiteren lesen wir in 2. Mose 22, 15 – 16: „Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht verlobt ist, und schläft bei ihr, so soll er den Brautpreis für sie geben und sie zur Frau nehmen. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so soll er Geld darwägen, soviel einer Jungfrau als Brautpreis gebührt.“ Der Kontext der Stelle ist, dass im damaligen Zeitalter eine nicht mehr jungfräuliche Braut keine Chance auf einen Bräutigam hatte, was zur Folge hatte, dass die Familie der Frau sich ihr Leben lang um sie kümmern musste. Diese Stelle ist wohl die meistzitierte Stelle im Kontext der Diskussionen um die Thematik „Sex vor der Ehe“. Im Übertragenen Sinne meint diese jedoch nur: „Wer Sex hat, muss auch Verantwortung dafür übernehmen“.

  • Relevanz der Thematik

Gerade für die Arbeit mit Jugendlichen ist es eine Herzensangelegenheit des CVJM Bayern e.V., die ihnen anvertrauten Menschen zu schützen, weswegen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dahingehend sensibilisiert und informiert werden sollen.

Die zunehmende Sexualisierung der Gesellschaft führt dazu, dass Kinder als auch Jugendliche immer früher mit Sexualität in Berührung kommen. Bei den meisten gezeigten Inhalten handelt es sich um ein verzehrtes Bild von Sexualität, nicht um die Realität. Für Jugendliche ist es von Bedeutung ein realitätsnahes und gesundes Bild von Sexualität zu erfahren, weswegen ihnen zu einer selbstbestimmten Sicht zur Thematik verholfen werden soll. Daher ist es die Aufgabe der Jugendverbandsarbeit, den Jugendlichen zu helfen, ihren eigenen Standpunkt im Bezug der Thematik zu finden und sie dahingehend zu unterstützen, dass sie zu selbstbestimmten, selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen.

Ein weiterer Punkt ist die Prävention sexualisierter Gewalt. Indem Jugendliche einen gesunden Umgang zu Sexualität erlernen, wird Übergriffen vorgebeugt, je weniger zum Täter / zur Täterin werden, desto weniger Vergehen gibt es. Im Juli 2019 wurde die zweite Auflage „Richtlinien für den Umgang mit sexueller Gewalt“ im CVJM Bayern veröffentlicht. Damit wurde der Grundstein gelegt für eine offene, gewaltfreie und sexuell selbstbestimmte Jugendarbeit, die darauf aus ist, Jugendliche nicht nur zu schützen, sondern sie zu mündigen Mitgliedern dieser Gesellschaft zu erziehen und sie dahingehend zu fördern und zu unterstützen.

Ziel des hier vorliegenden Konzeptes ist zum einen, Mitarbeitende der Jugendarbeit zu schulen und ihnen Problematiken im Bezug der Sexualisierung aufzuzeigen, zum anderen, Teilnehmende zu unterstützen eigene Standpunkte zu finden und ihnen Anreize wie auch Räume zu bieten, über Sexualität zu sprechen um ihre eigene Meinung als auch ihr Handeln fundiert begründen zu können. Dieser Rahmen soll in Form eines Thementages Grundstein schaffen für weitere Gespräche und einen offenen, ehrlichen und aufrichtigen Umgang mit Sexualität in den Gemeinden. Er soll Mitarbeitenden ein Fundament geben, dass an Jugendliche weitergegeben werden kann, um diese in Fragen zu unterstützen. Das Tabuthema Sexualität soll sich in ein alltagstaugliches Gespräch entwickeln, ohne Scham aber mit würdevollem Umgang.

[…]

Evaluation:

Ziel des Konzepts ist es zum einen, Mitarbeitende der Jugendarbeit zu schulen und ihnen Problematiken im Bezug der Sexualisierung aufzuzeigen, zum anderen, Teilnehmende zu unterstützen, eigene Standpunkte zu finden und ihnen Anreize wie auch Räume zu bieten, über Sexualität zu sprechen, um ihre eigene Meinung fundiert begründen zu können. Überprüfbar sind die Ziele an folgenden Indikatoren:

  • Mitarbeitende wissen, was Sexualisierung ist, in welchen Bereichen sie geschieht und erkennen sie als solche
  • Teilnehmende haben entwickeln fundierte Meinungen / Standpunkte, die sie begründen können
  • Teilnehmende kenne ihre Grenzen und überschreiten keine Grenzen von anderen
  • Teilnehmenden wird ein Rahmen geboten, sich frei zu äußern, Gespräche finden statt
  • Sexualisierte Gewalt findet durch Teilnehmende nicht statt

Fazit und Ausblick:

„Wir sind Schöpfer unserer Realität. Dies bedeutet nicht, dass wir uns ständig kritisieren sollten, wenn unsere Realität noch nicht unseren Vorstellungen entspricht. Sondern
nur, dass wir die volle Verantwortung dafür übernehmen, ohne einen Schuldigen zu suchen.“ – Manfred P. Zinkgraff (*1961)

Abschließend ist zu sagen, dass Sexualität mehr Gehör in unserer Gesellschaft finden muss, es braucht Räume für Gespräch und Diskussion, Orte an welchen hinterfragt werden darf, Menschen, die sich Zeit für Jugendliche nehmen und offen mit ihnen sprechen. Um diese Räume zu schaffen, wurde hiermit ein Grundstein geschaffen, welchen es umzusetzen gilt. Gerade in der Phase der Jugend ist Sexualität eines der wichtigsten Themen und muss deshalb auch Gegenstand in der (christlichen) Jugendarbeit sein.

Verantwortung übernehmen für das eigenen Handeln, Realität selbst gestalten, Selbstbestimmtes Leben, dies könnten einige Aufgaben des Erwachsenwerdens sein. Diese
Aufgaben zu unterstützen, das ist die Berufung der Jugendarbeit und als diese gilt es, sich der Lebenswelt der teilnehmenden Jugendlichen anzupassen und Teil zu werden.


#1 Einführung

Herzlich Willkommen!

Die Trainees werden herzlich begrüßt. Super, dass sie da sind! Sie werden neue Leute treffen und vieles lernen. Aber nicht nur theoretisch, wie in der Schule. Ein Trainee setzt sich auch praktisch ein. Dabei wird er von den Mitarbeitenden begleitet. Am Anfang ist die Unsicherheit groß.
Die Trainees kennen sich untereinander vermutlich noch nicht. Sie wissen nicht genau, was sie erwartet.

Beim ersten Treffen sind zwei Dinge wichtig:
1. Wer sind die anderen Personen?
2. Was ist Born4More?

Tabellarischer Ablauf

Nr.InhaltDauerMaterial
1Kennenlernspiele30 MinSteckbriefe, Stifte
2Ehrenamt20 MinBeamer, Internet
3Born4More – Der Kurs10 Min
4Zertifikat5 Min
5Gruppenfoto5 MinKamera, Smartphone
6Das 4-Augen-Gespräch5 Min
7Gute Frage

1. Kennenlernspiele

Wahrheit oder Lüge

Jeder Trainee überlegt sich drei Sätze zur eigenen Person. Zwei davon sind wahr, einer nicht.
Nun sind die Trainees und Mitarbeitenden nacheinander dran. Sie stellen sich vor und sagen die drei Sätze, die sie sich überlegt haben.
Die übrigen Trainees raten, welcher Satz falsch ist.
Fragen aus der Gruppe zu allen Sätzen sind erlaubt.

Steckbrief ohne Namen

Jeder Trainee füllt einen Steckbrief aus.
Er beantwortet darauf Fragen wie:

  • Was machst du gerne?
  • Was magst du nicht?
  • Und so weiter.

Wenn alle fertig sind, sammeln sie die Steckbriefe ein und hängen sie auf.

Die Trainees ordnen die Steckbriefe je einer Person zu. Fragen aus der Gruppe zu allen Steckbriefen sind erlaubt.

2. Ehrenamt

Schaut Euch gemeinsam den Kurzfilm „Mr Indifferent“ von Aryasb Feiz (Dauer: 2:45 Minuten) an:

Der Film zeigt einen Mann. Seine Mitmenschen sind ihm egal. Durch ein besonderes Erlebnis entdeckt er Freude am Helfen. Danach hilft er anderen.

Die Trainees beantworten die folgenden Fragen zum Film:

  1. Was hast du gesehen?
  2. Warum hilft die Hauptperson im Film anderen?
  3. Was ist „Ehrenamt“?
  4. Welche Ehrenämter hast du selbst schon ausgeübt?
  5. Kennst du noch andere Ehrenämter?
  6. Warum ist das Ehrenamt wichtig?

Gott hat uns allen Begabungen und Lebenszeit geschenkt. Wir dürfen entscheiden, wofür wir sie einsetzen. Wenn eine Person freiwillig und ohne Geld arbeitet, nennt man das „ehrenamtlich“. In Deutschland arbeiten etwa 30 Prozent ehrenamtlich. Das Ehrenamt ist wichtig und gut. Für Menschen, Tiere und die Umwelt aber auch für mich. Ich kann mich ausprobieren und dazulernen.

Eine gute Erklärung das Video „Was ist Ehrenamt?“ (Dauer 2:08 Minuten):

3. B4M – Der Kurs

In diesem Kurs geht es um die ehrenamtliche Mitarbeit in der Gemeinde- und Jugendarbeit. Die Trainees werden ihre Stärken besser erkennen. Und sie werden lernen, wie sie Menschen unterstützen können.

Frage an die Trainees: Was braucht es, für die Arbeit mit Gruppen?

Themen

Dies sind die Themen der nächsten Treffen:

#1 Einführung

#2 Persönlichkeit

#3 Kommunikation

#4 Feedback

#5 Konflikte

#6 Glaube

#7 Leitung

#8 Präsentation

#9 Mentoring

#10 Spiele

Termine

Bitte überlegt in der Gruppe: Welcher Wochentag und welche Uhrzeit sind für Eure Born4More-Treffen geeignet?

Wochentag 
Uhrzeit 

Sprecht über Pünktlichkeit und Verbindlichkeit.

Sind alle bereit regelmäßig bei den Treffen dabei zu sein?

4. Zertifikat

Am Ende des Kurses bekommen alle ein Zertifikat, eventuell die Juleica (Jugendleiter-Card).  

Die Juleica ist ein Ausweis für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit. Die Juleica bekommt man nur, wenn man einen Kurs macht und sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiert. Der Kurs muss mindestens 30 Stunden dauern. Zusätzlich muss man einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen. Das Mindestalter für die Juleica ist 16 Jahre.

Mit der Juleica bekommt man Vergünstigungen. Zum Beispiel im Zoo oder im Schwimmbad. Für deinen Lebenslauf ist eine Juleica ebenfalls nützlich.

Nach §10 Abs. 3 S.2 StAG kann das ehrenamtliche Engagement die Frist zur Einbürgerung um ein Jahr verkürzen.

5. Gruppenfoto

Macht ein Gruppenfoto von euch! Später könnt ihr es anschauen und euch erinnern.

6. Das Vier-Augen-Gespräch

Nach jedem Treffen führen die Mitarbeitenden und die Trainees ein Gespräch mit einer Person aus dem Kurs. Jedes Mal ist es eine andere Person. Das Gespräch dauert ungefähr eine Stunde. Ihr könnt euch treffen, spazieren gehen, telefonieren, Kaffee trinken oder ein Eis essen.

Diese Gesprächsimpulse helfen am Anfang:

  1. Erzählt einander, wer ihr seid!
  2. Wie hat dir das erste Born4More-Treffen gefallen?
  3. Welche Erfahrungen hast du mit dem Ehrenamt?
  4. Wofür würdest du dich gerne ehrenamtlich engagieren?
  5. Gibt es für dich Gründe gegen ein Ehrenamt?

7. Gute Frage

Das Born4More-Treffen ist vorbei. Die Trainees dürfen gerne noch bleiben und sich unterhalten. Die „Gute Frage“ ist ein Gesprächsvorschlag. Sie lautet heute:

Was glaubst du? Hat Gott einen festen Plan für dein Leben? Oder ist vieles Zufall?

Ein Kurzimpuls zu Hohelied 8,6 von Ruth Anhorn

Thema: Liebe

Die 99seconds bringen kurze, kompakte Impulse in DEIN Leben. Spannende Menschen, spannende Locations, Themen, die DICH interessieren. Viel Spaß!

BORN FOR MORE – das interkulturelle Traineeprogramm für junge Leute. Mehr Infos findest du auf www.born-for-more.de

Materialien

Ein Kurzimpuls zu 3. Johannes 1,2 von Tobi Wörner

Thema: Gesundheit, Wohlergehen

Die 99seconds bringen kurze, kompakte Impulse in DEIN Leben. Spannende Menschen, spannende Locations, Themen, die DICH interessieren. Viel Spaß!

LGBITQ+ – was bedeutet diese Abkürzung? Die einzelnen Buchstaben stehen für unterschiedliche sexuelle Orientierungen:

  • Lesbisch
  • Gay=schwul
  • Bisexuell
  • Intergeschlechtlich
  • Transgeschlechtlich
  • Queer

Das »+«-Zeichen, (häufig stattdessen auch »*« oder »_«) wird verwendet, um auch alle anderen Identitäten und Geschlechter sichtbar miteinzuschließen.

Dass das Thema LGBTIQ+ mittlerweile in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist, hat zum Beispiel die letzte Fußball-Europameisterschaft im Sommer 2021 gezeigt. In ganz Europa wurde während dieses Turniers teils heftig diskutiert: beispielsweise darüber, ob Stadien in den Regenbogenfarben leuchten dürfen, um ein Zeichen zu setzen und zu signalisieren, dass auch LGTIQ+-Menschen zum Fußball dazugehören und herzlich willkommen sind. Die UEFA entschied, dass solches, von ihr als politische Aktion angesehen, nicht sein darf und sah sich aufgrund dieses Beschlusses scharfer Kritik und europaweiten Fan-Protesten ausgesetzt. Stadien durften also nicht in den Regenbogenfarben erstrahlen.

Manuel Neuer, Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, wurde aber von der UEFA gestattet, eine regenbogenfarbene Kapitänsbinde zu tragen. Zahlreiche Fans strömte mit Regenbogenfahren zu den Spielen und auch viele Sponsoren wollten ein positives Signal setzen und warben in den Stadien in Regenbogenfarben. All das wurde von der UEFA toleriert, zumindest an fast allen Spielorten der europaweit ausgetragenen EM. In Baku (Aserbaidschan) und St. Petersburg (Russland) allerdings wurden Regenbogenfahnen verboten und den Fans abgenommen und auch Sponsoren mussten ihre Werbung anpassen und auf Regenbogenfarben verzichten.

Diese kontinentale und auch generationenübergreifende Debatte hat verdeutlicht, wie wichtig und gesellschaftlich präsent das Thema LGBTIQ+ geworden ist.

Meine persönlichen Erfahrungen als Jugend-Diakonin

Auch in meinem Beruf als Jugend-Diakonin spielt dieses Thema eine wachsende Rolle und Jugendliche bewegt es heutzutage mitunter sehr. Mir begegnen regelmäßig Jugendliche, die sich selbst nicht als heterosexuell oder cisgeschlechtlich bezeichnen.

Während der letzten zehn Jahre habe ich hauptberuflich in verschiedenen evangelischen Kirchengemeinden bzw. Organisationen wie dem CVJM in unterschiedlichen Bundesländern gearbeitet (NRW, Baden-Württemberg, Hamburg) und überall ähnliche Eindrücke gesammelt. Ich habe erlebt, wie Jugendliche sich mit Fragen zu diesem Themenkomplex auseinandergesetzt und beschäftigt haben. Zum Teil haben sie mich auch selbst angesprochen und sich von mir Rat und Hilfe gewünscht und erhofft.

Fast ausschließlich habe ich junge Menschen getroffen, die mit meiner eigenen Homosexualität sehr offen und positiv umgegangen sind und bei denen ich keinerlei Berührungsängste mit mir oder diesem Thema wahrgenommen habe – ganz im Gegenteil. Es kam immer wieder vor, dass Jugendliche mir von ihrer eigenen sexuellen Orientierung erzählt haben oder diesbezüglich Fragen an mich hatten und beispielsweise wissen wollten, ob ich wirklich mit einer Frau verheiratet bin.

Auch bin ich in meiner Arbeit bereits einmal einem jungen Menschen begegnet, der sich nicht direkt angesprochen gefühlt hat, als die Teamer:innen* und ich unüberlegt Gruppeneinteilungen nach dem männlichen und weiblichen Geschlecht vornehmen wollten. Auf die Frage »Wollen wir Mädchen gegen Jungen spielen? Mädchen gehen auf die linke Seite der Wiese, Jungen auf die rechte.« lautete seine Antwort dann: »Okay und ich stell mich dann in die Mitte, oder?«. Glücklicherweise konnte dieser junge Mensch sehr offen mit dieser Situation umgehen und mit einem Augenzwinkern antworten, bevor er sich einfach frei einem der beiden Teams zuteilte. Mich und die Teamer:innen* hat diese Situation allerdings noch einmal mehr nachdenklich und aufmerksam für die Thematik LGBTIQ+ gemacht.

Orte und Möglichkeiten für Gespräche bieten

Jugendliche machen besonders in der Zeit ihrer Pubertät eine turbulente Entwicklungsphase durch. Sie erleben ihre körperlichen und auch seelischen Veränderungen und müssen neu lernen, wer und wie sie sind, sich selbst neu kennenlernen und sich neu akzeptieren lernen mit all den Veränderungen, den unterschiedlichen Gefühlen, den entstehenden Fragen und Zweifeln. Es ist für sie und ihre Entwicklung in dieser Zeit sehr wichtig, Orte und Menschen zu haben, mit denen sie sprechen können und bei denen sie sich angenommen fühlen, so wie sie sind. Das belegen auch Forschungen und Umfragen unter Jugendlichen.

Prof. Dr. Konrad Weller stellte in seiner Studie von 2013 heraus, dass nicht heterosexuelle Jugendliche sich oft mit Angst vor Stigmatisierung, Mobbing und Diskriminierung plagen, obwohl Homosexualität und andere sexuelle Orientierungen zunehmend gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Dem stimmt u. a. auch der Entwicklungspsychologe Johannes Jungbauer zu.

Jugendliche machen sich viele Gedanken über ihre eigene sexuelle Orientierung und Entwicklung. Und sie brauchen Orte, an denen sie darüber sprechen können und dürfen: an denen sie ihre Fragen stellen und ihre Gedanken, Gefühle und Zweifel zum Ausdruck bringen können und ganz unabhängig von ihrer sexuellen Identität vorurteilsfrei als tolle Menschen willkommen geheißen werden.

Für einige Jugendliche ist vielleicht das Elternhaus ein solcher Ort. Viele Jugendliche, die ich kennengelernt habe, sprechen aber gerade mit ihren Eltern eher ungern über solche Themen. Im Freundeskreis kann dafür gut Platz sein. Oder eben auch in unserer Jugendarbeit. Denn es ist doch Aufgabe und Ziel unserer Arbeit, die jungen Menschen so anzunehmen, wie sie sind und ihnen sichere Orte für Gespräche, auch über Sorgen, Nöte, Zweifel und persönliche Fragen zu bieten. Solche Orte, Möglichkeiten für Gespräche oder auch konkrete Angebote zum Thema LGBTIQ+ sind sowohl für heterosexuell orientierte Jugendliche von Bedeutung, als auch für queere junge Menschen. Heterosexuelle Jugendliche haben vielleicht auch viele Fragen und können im Austausch mit queeren Jugendlichen Wissen generieren und Vorurteile abbauen. Und queeren Jugendlichen fehlt es, gerade im kirchlichen Raum, oft an positiven Vorbilder aus der LGBTIQ+-Community, an denen sie sich ein Stück weit orientieren können und die dazu beitragen, dass sie sich als völlig gleichberechtigt und gleichgestellt wahrnehmen können.

Die Jugendarbeit – auch und gerade die kirchliche bzw. christliche – kann und sollte Jugendlichen solche Räume bieten!

Wir als Mitarbeitende können und wollen die Jugendlichen, die den Weg zu uns finden, so annehmen, wie sie sind – wie Gott uns alle bedingungslos annimmt.

Oftmals können wir, anders als Eltern oder Lehrer*innen, leichter und »unbeschwerter« tragfähige Vertrauensverhältnisse zu den Jugendlichen aufbauen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Wir müssen nicht benoten und können ungezwungen auch über unsere eigenen Erfahrungen, Gedanken, Gefühle sprechen.

Grundwissen aneignen

Um den jungen Menschen solche Orte bieten zu können, ist es unabdingbar, dass uns als haupt- oder ehrenamtlich Tätige der Themenkomplex LGBTIQ+ nicht völlig fremd ist. Natürlich muss man als Mitarbeiter*in in der Jugendarbeit nicht immer alles wissen und den Jugendlichen nicht jede Frage, die sie stellen ganz eindeutig beantworten können. Aber ein gewisses Grundwissen, was beispielsweise die unterschiedlichen Begrifflichkeiten und Abkürzungen in diesem Bereich angeht, ist wichtig, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Diese kennen sich da übrigens oft viel besser aus als wir und sind viel sprachfähiger.

Gerade bei diesem sensiblen Thema ist es von großer Bedeutung, genau zu wissen, was mit welchem Begriff gemeint ist und wie welche Ausdrücke zu verstehen sind oder auch falsch verstanden werden könnten. »Sprache ist ein wirkmächtiges Mittel um Gedanken und Ansichten zu formen, Denkräume zu öffnen oder zu schließen«. So heißt es in einem Leitfaden zum Thema des TransInterQueer-Projekt aus dem Jahr 2015. Eine positive Sprache ist daher unerlässlich, damit queere Jugendliche ein positives Selbstbild entwickeln können.

Viele Angehörige der LGBTIQ+-Community haben schmerzhafte Erfahrung mit Vorurteilen und/oder Diskriminierung gemacht. Auch deshalb ist es wichtig, sich verständlich, möglichst eindeutig und angemessen ausdrücken zu können.

Alle wichtigen Begriffe und Abkürzungen zu erklären, würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen. Deswegen an dieser Stelle vor allem 2 Literaturempfehlungen dafür:

Die Fibel der vielen kleinen Unterschiede

Heft der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW; erklärt die wichtigsten Begriffe kurz und präzise und kann kostenlos runtergeladen werden: https://www.aug.nrw/app/download/8998203275/AuG_Fibel_klein.pdf?t=1553857661

Bildung für alle – Vielfalt anerkennen, Gleichstellung fördern

Sehr informative Broschüre der Stadt Kiel; Kostenloser Download: https://kiel.de/de/bildung_wissenschaft/bildungsregion/_dokumente_bildungsregion/Publikation_Bildung-fuer-alle_barrierefrei.pdf

Aktuelle wissenschaftliche Forschung

Neben den Begrifflichkeiten ist es für mich außerdem auch sinnvoll gewesen, mich mit der aktuellen wissenschaftlichen Forschung zum Thema zu beschäftigen.

Wie auch z. B. in der Fibel der kleinen Unterschiede benannt wird (Seite 51), ist nach wie vor nicht abschließend untersucht, wie sich die sexuelle Orientierung eines Menschen entwickelt. Stand der sexualwissenschaftlichen Forschung ist allerdings, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen keine eigenständige Entscheidung ist, sondern es sich um eine unabänderliche Prägung handelt (ebenfalls Seite 51). »Je weniger eine Gesellschaft das Rollen- und Sexualverhalten normiert oder sanktioniert, desto eher ist es für Menschen denk-, fühl- und lebbar, ihre sexuelle Identität auch jenseits der mehrheitlichen Heterosexualität und der binären Geschlechtsrollen zu leben.«, so die Broschüre weiter.

Forscher*innen kamen bisher immer wieder zu dem Schluss, dass das Sexualverhalten eines Menschen eine sehr komplexe Angelegenheit ist. Sie konnten aber keine Muster in den Genen oder den Hirnstrukturen eines Menschen erkennen, die dessen sexuelle Orientierung vorhersagen oder mit Hilfe deren sie identifiziert werden konnte.

Viel mehr setzt sich die Überzeugung durch, dass sich biologische, kulturelle und soziale Faktoren nicht getrennt voneinander betrachten lassen und alle ihre Rolle bei der Ausprägung der sexuellen Orientierung eines Menschen spielen.

Um das zum Ausdruck zu bringen, entstand die sogenannte Genderbread-Person – eine Figur von Jack Killerman, die den Unterschied zwischen sexueller Identität, Geschlechtsausdruck, anatomischem Geschlecht, Geburtsgeschlecht, Geschlechtsausdruck und sexueller Orientierung mit Hilfe eines Lebkuchenmännchens erklärt.

Weitere Infos und erklärende Videos zum aktuellen Forschungsstand gibt’s bei Planet Wissen und Quarks:

  • Genderbread-Person:

oder

Die rechtliche und gesellschaftliche Lage von LGBTIQ+- Menschen

Um weiteres Hintergrundwissen zum Thema LGBTIQ+ zu generieren, lohnt es sich auch, einen Blick auf die rechtliche und gesellschaftliche Lage von LGBTIQ+-Menschen in Deutschland und auch weltweit zu werfen.

Aus der bereits erwähnten Broschüre der Stadt Kiel geht hervor, dass auch heute noch Angehörige der LGBTIQ+-Community diskriminiert und ihre Rechte zum Teil stark missachtet und eingeschränkt werden. In manchen Regionen der Welt gelten andere als die mehrheitlich heterosexuelle Orientierung als Sünde, Schande, Rechtswidrigkeit oder Straftat. Neben körperlichen Strafen wie Auspeitschung oder Amputationen sind sogar Todesstrafen in manchen Ländern möglich, z. B. in Saudi-Arabien oder Tschetschenien, in Nigeria oder Katar und einigen anderen Ländern vorwiegend in Afrika, dem Nahen Osten und Asien.

Haftstrafen aufgrund einer nicht heterosexuellen Orientierung sind in sage und schreibe 65 Ländern auch heute im 21. Jahrhundert noch an der Tagesordnung, u. a. in Russland. Das heißt, auch bei uns in Europa sind LGBTIQ+-Menschen längst nicht überall gleichgestellt gegenüber ihren heterosexuellen Mitbürger*innen. Einige Länder wie Polen und Ungarn verzeichnen aktuell sogar große Rückschritte auf diesem Gebiet. Bereits 2019 hat sich eine erste polnische Gemeinde zur »LGBTIQ+-freien Zone« erklärt, mittlerweile haben mehr als 100 Landkreise und Gemeinden in Polen ebenfalls eine solche Erklärung abgegeben, nach Auskunft des Europäischen Parlaments. Auch in Ungarn hat sich die Situation für LGBTIQ+-Menschen demnach deutlich verschlechtert. Dort hat Ende 2020 das Parlament »Verfassungsänderungen, in deren Zuge die Rechte von LGBTIQ-Personen weiter eingeschränkt werden« verabschiedet.

Als Reaktion auf diese Entwicklungen hat das Europäische Parlament am 11. März 2021 »in einer mit 491 Stimmen bei 141 Nein-Stimmen und 46 Enthaltungen angenommenen Entschließung« die EU zum »Freiheitsraum für LGBTIQ-Personen« ausgerufen, in dem LGBTIQ+-Personen ohne Angst vor Verfolgung und Schlimmerem leben können.

Homosexualität und auch Transsexualität wurden bis vor wenigen Jahren von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) auch noch als psychische Störungen bezeichnet. Homosexualität wurde von der Liste solcher Krankheiten 1991 gestrichen, Transsexualität erst 2019.

In Deutschland ist die Situation für LGBTIQ+-Menschen verglichen mit weiten Teilen der Erde sehr gut. Dennoch herrscht auch bei uns nicht in allen Punkten Gleichberechtigung, die LGBTIQ+-Community ist nicht überall vor Diskriminierung geschützt und allen positiven Entwicklungen liegt eine lange Entwicklung zugrunde.

Der Paragraph 175 des Strafgesetzbuches beispielsweise verbot gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Männern. Er wurde erst 1994 mit der Zusammenlegung der Rechtssysteme der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik aus dem Gesetzbuch verbannt. Bis dahin wurde er weiterhin angewendet und Männern wurden bis Mitte der 90er Jahre aufgrund von §175 StGB verurteilt und inhaftiert.

Am 30.6.2017 beschloss der Deutsche Bundestag die »Ehe für alle« – ein großer Tag für viele nicht heterosexuelle Paare und ein weiterer Schritt in Richtung Gleichberechtigung und weg von Diskriminierung.

Verschiedene Abstammungsfragen sind allerdings weiterhin offen und zu klären. Im Adoptionsrecht gibt es ebenfalls Nachholbedarf und fragwürdig ist auch das Blutspendeverbot für homosexuelle Männer, das mittlerweile allerdings ebenfalls abgemildert wurde.

Auch das sogenannte Transsexuellengesetz, das regelt, unter welchen Voraussetzungen trans*-Menschen ihren Vornamen, ihr bei der Geburt eingetragenes Geschlecht ändern oder ihr Geschlecht medizinisch angleichen lassen können, ist umstritten und soll in der aktuellen Legislaturperiode diskutiert werden.

Fazit

Die eigene sexuelle Orientierung und der ganze Themenkomplex LGBTIQ+ interessieren viele Jugendliche in unseren Gruppen und Kreisen. Deswegen sollten wir diese Themen auch ernst und wichtig nehmen und nicht aus unserer Arbeit ausschließen.

Wir haben in unserer christlichen Jugendarbeit die große Chance, den jungen Menschen Räume zu eröffnen, in denen sie willkommen sind – so wie sie eben sind – mit all den Veränderungen, die sie durchmachen, mit all ihren Erfahrungen, Gedanken, Fragen, Zweifeln und Gefühlen. Sie sind bei uns richtig und wir können und sollten ihnen zeigen, dass sie bei uns und bei Gott gern gesehen und angenommen sind. Wir können ihnen bei uns den Platz einräumen, den sie eventuell woanders nicht bekommen – Platz, um sich selbst zu suchen, zu finden und auszudrücken. Wichtig für uns ist – und dazu sollte dieser Artikel ein kleiner Anfang sein – uns auch auf diesem Gebiet zu informieren, damit wir den Jugendlichen gut zur Seiten stehen und mit ihnen ins Gespräch kommen können.

Zu Beginn möchte ich nicht gleich die schlagenden Argumente für und gegen ehrenamtliches Engagement präsentieren, sondern einen Blick auf ein Bild für Gemeinde in der Bibel werfen:

Die Gemeinde wird beschrieben als »ein Leib, viele Glieder«. Im 1. Brief an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 12, 12–31 vergleicht Paulus die Gemeinde mit einem Körper. Das ist recht simpel zu verstehen: So, wie ein Körper aus ganz unterschiedlichen Körperteilen besteht, so gibt es auch in der Gemeinde viele verschiedene Menschen, die alle zusammengehören. Er pickt ein paar Beispiele heraus und zeigt auf, dass jedes Körperteil auch seinen einzigartigen Job hat, damit der gesamte Körper funktioniert.

Mit Blick in die Gemeinde (Synonym für Verein, Kirche, Organisation) lässt sich das einfach übertragen. Das schreibt Paulus gegen Ende dieses Absatzes, indem er über die Vielfalt der Gaben schreibt: Es gibt Apostel, Lehrer, Propheten, Menschen mit der Begabung zu heilen, zu beten, praktische Hilfe zu leisten oder zu leiten.

Was bringt es der Gemeinde/Organisation?

Ohne diese Beispiele von Paulus näher beschreiben zu müssen, können wir uns vorstellen, dass es auch heute noch verschiedene (und sogar viel mehr) Aufgaben in einer Gemeinde zu bewältigen gibt.

Und jetzt kommt’s: Nicht alle davon können und werden bezahlt. Dafür braucht es dann diejenigen, die ehrenamtlich mitarbeiten. In den meisten Gemeinden gibt es vielleicht die Leitungspersonen, Pastor*innen, Jugendreferent*innen, Bürofachkräfte, Küster*innen oder ähnliche Berufe, die sich mittlerweile etabliert haben. Aber dann wird es mit der Bezahlung in Form von Geld schon weniger.

Der Profit für die Gemeinde ist klar: Es gibt unbezahlte Mitarbeiter, die die Arbeit von Hauptamtlichen (bezahlten Fachkräften) unterstützen oder sogar gänzlich übernehmen. Das heißt: Es ist »günstig«, viele Menschen im Ehrenamt zu haben. Darüber hinaus bringt es der Gemeinde aber auch eine gewaltige Kraft von jungen Menschen, die Potential haben und die Gemeinde voranbringen können. Menschen, die sich mit brennendem Herzen einsetzen, und dafür nichts oder nicht viel verlangen, sind unbezahlbar, weil sie ganz viel hineinbringen: Kreativität, Mut, Freigeist, und so weiter.

Ich muss also feststellen, dass eine Organisation, ein Verein oder eine Kirchengemeinde unfassbar gut aufgestellt ist, wenn es darin Menschen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren. Hoffentlich werden sie/werdet IHR auch dementsprechend wie Gold behandelt und wertgeschätzt!

Eine ganz wichtige Aufgabe von Hauptamtlichen sei an dieser Stelle erwähnt: Ehrenamtliche brauchen Wertschätzung. Das ist uns allen klar, aber nicht immer bewusst. Viele Organisationen feiern einmal im Jahr mit einer »Mitarbeiter-Dankeschön-Party« die Ehrenamtlichen. Dabei dürfen diese sich auch feiern lassen! Und sie dürfen genießen, heute mal nicht noch mit abwaschen zu müssen, keine Muffins gebacken und auch keinen Besen in der Hand gehabt zu haben.

Darin können Gemeinden sicherlich immer noch stärker werden und vor allem auch  zwischendurch Ermutigung und Aufmerksamkeit schenken. Wichtig ist, die Investitionen der Ehrenamtlichen wahrzunehmen.

Was bringt es mir, mich ehrenamtlich einzusetzen?

Das ist auf jeden Fall eine berechtigte Frage, zu der wir einmal einen Vergleich herstellen müssen zwischen beispielsweise einer Pastorin und einer Jugendlichen, die sich in der Jungschar einsetzt.

Eine Pastorin hat in den allermeisten Fällen eine theologische Ausbildung, ein bisschen Erfahrung unter Anleitung gesammelt und unglaublich viele Aufgaben. Sieh dir auf Instagram mal die verschiedenen Pastor*innen an, die – um es mal deutlich zu sagen – für diese Social Media-Präsenz wahrscheinlich nie beauftragt oder ausgebildet wurden. Die machen unfassbar viel, um »dran« zu bleiben. Und ganz viele nehmen die Follower auch unglaublich nah mit durch ihren Alltag (@theresaliebt ,@patricksenner oder @pfarrerausplastik finde ich da total interessant). Das Ding ist: die werden eigentlich für viel mehr bezahlt und müssen dementsprechend auch viele Todo-Listen abarbeiten, einfach weil es ihr Job ist. Ob sie Lust haben, oder nicht. Dazu gehören Begegnungen mit Menschen aus jeder Altersstufe, eine  Menge an Schreibtisch-Arbeit, Bibelstudium und Output-geben.

Eine Jugendliche, die in der Jungschar-Gruppe eines CVJM mitarbeitet, hat viel weniger Aufgaben, keinen offiziellen Dienstauftrag und natürlich auch keine Bezahlung am Ende des Monats. Für sie ist es ein Einsatz »einfach so«.

Ich habe einige ehrenamtliche Mitarbeiter mal gefragt: »Warum macht ihr das denn überhaupt?« Die Antworten haben nicht lang auf sich warten lassen: Es macht Spaß. Es ist eine Bereicherung. Man kann viel lernen: zum Beispiel, wie man vor einer Gruppe spricht und diese evtl. auch leitet, wie man ein Spiel durchführt, und man hat immer noch die hauptamtliche Kraft, die einen zur Not unterstützen kann (der Pastor, die Jugendreferentin oder ähnliche).

Ich sehe darin noch viel mehr: Ehrenamtlich engagiert hat man eine gewisse Freiheit, sich auszuprobieren, Fehler zu machen und Erfahrungen zu sammeln. Nicht, dass man als Hauptamtliche*r nichts mehr falsch machen darf, aber wahrscheinlich wird nicht ganz so nachsichtig mit einem umgegangen, weil man’s ja eigentlich gelernt haben sollte.

In den meisten Fällen wird man als Ehrenamtliche*r angeleitet, bekommt Feedback und Tipps, sowie Hilfestellungen. Das haben Hauptamtliche eher selten; sie müssen sich häufig selbst die Hilfe suchen und haben Glück, wenn es Kolleg*innen gibt oder sie eine*n Mentor*in / Supervisor*in haben.

Auch die Persönlichkeit wird stark geschult: Man darf neue Kompetenzen entwickeln und nutzen. Die soziale Kompetenz steht natürlich an erster Stelle: Wie verhalte ich mich, wie kann ich mein Verhalten verbessern? Was passiert in einer Gruppe? Worauf kommt es an, wenn ich ein Spiel erkläre, oder die Gruppe beruhigen muss?

Darüberhinaus wird die körperliche und mentale Kompetenz gestärkt. Man bleibt in Bewegung, aktiv und hat eine Gruppe (entweder von anderen Mitarbeitenden oder den Kindern), die eine gewisse Art von Halt bietet, ein soziales Netzwerk.

Erwartungen an Ehrenamtliche

Mit dem Ehrenamt geht allerdings auch eine Verpflichtung einher: Als ehrenamtliche Person ist man nicht davon befreit, sich zuverlässig zu verhalten, authentisch zu sein und moralisch zu handeln. Die Aufgabe, die man freiwillig übernimmt, sollte erfüllt werden. Das ist das Einzige, das man von Ehrenamtlichen erwarten kann. Ohne die Zuverlässigkeit ist es schwer, zusammenzuarbeiten. Denn auch die Hauptamtlichen müssen sich an ihre Aufgaben halten – mit dem Bild vom Körper gesprochen: Jedes Körperteil muss seinen Teil beitragen, damit der Körper funktioniert. Paulus schreibt: »Wenn der ganze Körper nur aus Augen bestünde, wo bliebe dann das Gehör? […] Tatsache ist, dass Gott, entsprechend seinem Plan, jedem einzelnen Teil eine besondere Aufgabe innerhalb des Ganzen zugewiesen hat. Was wäre das für ein Körper, wenn alle Teile dieselbe Aufgabe hätten? Aber so ist es nicht, es gibt einerseits viele verschiedene Teile und andererseits nur einen Körper.« (1. Kor. 12, 17–20)

»Schätze im Himmel sammeln«

On Top gibt es noch einen Begriff, den ich für das Thema Ehrenamt sehr wichtig finde: »Schätze im Himmel sammeln« (Bergpredigt von Jesus Christus in Matthäus 6, 19–21)

Die Menschen verdienen Geld und sammeln Reichtümer auf der Erde an. Doch es gibt Reichtümer im Himmel, die niemand stehlen kann und die nicht vergehen.

Jesus rät uns, keine Reichtümer hier auf der Erde zu sammeln. Das heißt nicht, dass man überhaupt kein Geld verdienen darf, sondern dass man nicht für jede Tat (z. B. für ‚ehrenamtliche Aufgaben) Geld verlangt und dieses hortet – oder sich unendlichen Luxus gönnt. Er sieht uns! Er sieht das, was wir tun, weil es uns Spaß macht, ausfüllt, ermutigt, fördert oder uns selbst auch irgendwie guttut. Mit dem sozialen Engagement sammeln wir »Schätze im Himmel«, nicht auf der Erde. Wir geben ganz viel von unseren Gaben, Kräften, Ideen und Zeit, weil wir Teile des Ganzen sind. Jede und jeder hat seine/ihre Aufgabe und ist von Gott dafür vorbereitet worden. Diese gilt es zu finden – ob mit oder ohne dafür Geld zu bekommen. Finde sie, setze dich ein und sei dir gewiss: Jesus sieht dich.

Krieg, Klima, Corona – die Welt verändert sich … Der Ton wird rauer, der Umgang miteinander oft auch – bleibt die Mitmenschlichkeit immer mehr auf der Strecke?

Mit unserem neuen KON-Thema »mit menschlich« möchten wir die Bereitschaft fördern, Empfindungen, Emotionen, Gedanken und Motive anderer Menschen zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden.

Hilfreiche und kreative Impulse findet ihr in Themenartikeln für euch als Mitarbeiterinnen sowie in Bibelarbeiten und Stundenentwürfen für eure (Mädchen-)Gruppe.

Ein Kurzimpuls zu Johannes 20,18 von Katharina Schöpflin

Thema: Ostern, ewiges Leben

Die 99seconds bringen kurze, kompakte Impulse in DEIN Leben. Spannende Menschen, spannende Locations, Themen, die DICH interessieren. Viel Spaß!

Wie ist das eigentlich mit den rechtlichen Bestimmungen zur öffentlichen Vorführungen von Videoclips und Filmen in Gottesdiensten? Was ist da erlaubt – und was nicht? Dieser Artikel zeigt die derzeit (2015) rechtlich sauberen Möglichkeiten auf, die bei Videoclips und Filmen im Gottesdienst zu beachten sind.

Grundeinsichten

– Geliehene oder gekaufte Videos oder DVDs sind nur für den persönlichen Gebrauch gedacht und dürfen nicht ohne vorherige Zustimmung des Rechteinhabers öffentlich gezeigt werden. Darauf weisen auch die Copyright-Hinweise im Vorspann des Films hin.

– Öffentliche Vorführungen von Filmen bedürfen einer Lizenz. Denn das deutsche Urheberrecht sieht vor, dass Filmwerke, ob ausgeliehen oder gekauft, grundsätzlich nur im Rahmen der gesetzlichen Regelungen des Urheberrechtsgesetzes genutzt werden. 

– Um Filme öffentlich vorführen zu dürfen, wird das Einverständnis des Rechteinhabers benötigt. Dieses Einverständnis muss der Vorführende einholen. Dabei ist zwischen Bild und Ton zu unterscheiden: Die Musik von Filmen wird über die GEMA lizenziert, die Bildrechte hat ein Vorführender bei dem Lizenzinhaber direkt (Studios, Verleiher, Produzenten) oder bei der vom Lizenzinhaber beauftragten Gesellschaft (wie bspw. die MPLC – s. unten) einzuholen.

– Die Filmmusikrechte der GEMA sind über den Tarif T erhältlich, mit 20% Ermäßigung bei nichtgewerblicher Vorführung. Häufig haben allerdings Verbände und Großkirchen bereits einen Gesamt- bzw. Rahmenvertrag mit der GEMA geschlossen, die diese Lizenzen mitbeinhalten können (-> bitte sich direkt bei den jeweiligen Rechtsabteilung der eigenen Kirche bzw. des eigenen Verbandes informieren).

– Was heißt aber „öffentlich“? – Die MPLC (Motion Picture Licensing Corporation) schreibt: „Die hier vom Urheberrecht für den Ausschluss der Öffentlichkeit geforderte enge, persönliche Verbundenheit der Teilnehmer untereinander liegt praktisch nur dann vor, wenn die Vorführung im Familien- oder engsten Freundeskreis, d.h. im Privatbereich erfolgt. Der Kauf oder das Ausleihen von Filmen berechtigt nur zur Vorführung in einem privaten Umfeld.“ (s. dortige Website) -> ALLE anderen Vorführungen sind demnach öffentlich und bedürfen einer Lizenz. Auch Gottesdienste!

– Fernsehsendungen dürfen öffentlich nicht vorgeführt werden.

YouTube-Videos

– Eine private Kopie von YouTube-Videos ist in Deutschland „zu Sicherungszwecken“ auf dem eigenen Rechner (mittlerweile) erlaubt. Das Urheberrecht wird damit nicht verletzt. Nicht erlaubt ist aber eine Vervielfältigung oder gar eine kommerzielle Nutzung, die über diese Privatkopie hinaus geht.

– Allerdings gilt, dass öffentliche Vorführungen (z.B. in einem Gottesdienst) von Dateien, die auf dem eigenen Rechner (als legale Sicherungskopie) gespeichert wurden, rechtlich nicht abgedeckt sind! Nur wenn du das Video dort direkt aus dem Netz abspielst (streamst), weil euer Raum über einen Internetzugang verfügt, bist du – juristisch gesehen – wieder im Spiel und rechtlich alles sauber. 

– Grundsätzlich ist aber zu beachten, dass wiederum zahlreiche Personen, die YouTube-Videos hochladen, gar keine Rechte an diesen Dateien haben und somit illegal hochladen!

  • Die CCLI (Christian Copyright Licencing Incorporated) führt aus: „Und so kann es durchaus passieren, dass man illegale Kopien in der Gemeinde zeigt. Es stellt sich dann die Frage, ob die Gemeinde dafür haftbar gemacht werden kann. Aus unserer Sicht ist das eher unwahrscheinlich, aber definitiv auszuschließen ist es nicht. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Ausschnitte von Kinofilmen gezeigt werden, denn die Filmproduzenten stellen ihr Material mit Sicherheit nicht selbst auf YouTube, sondern wollen stattdessen ihre DVDs verkaufen. (Ausnahmen stellen Werbetrailer von Filmen dar.)“ (dortige Website)
Werbung

Werbung mit Bildmotiven des Films sind generell zu vermeiden. Rechte hierfür bietet KEINE erworbene Filmlizenzen (weder die MPLC- und CCLI-Lizenzen noch die des Ökumenischen Medienladens). Hier könnte es demnach leicht zu Anklagen durch örtliche Kino-Betreiber kommen („kommerzielle Konkurrenz“). Redaktionelle Werbetexte (ohne Nennung des Filmtitels) mit Bildern, zu denen man auch die Rechte hat, sind wiederum möglich.

  • Die Lizenzbedingungen der CVL-Filmlizenz (CCLI) besagen Folgendes: „Filmtitel dürfen nicht öffentlich beworben oder publiziert werden…“ Man darf also in der Öffentlichkeit weder das Filmplakat abdrucken noch den Filmtitel erwähnen! Eine Gemeindewebseite gilt auch als öffentlich. 

Erlaubt ist aber, zu einer Filmvorführung einzuladen und auch das Thema des Films bzw. der Veranstaltung zu nennen. Und: Innerhalb der Gemeinde ist auch die Nennung des Filmtitels in Ordnung (z.B. Abkündigung im Gottesdienst).
Dieses Merkblatt des Ökumenischen Medienladens fasst die Rechtssituation bzgl. Werbung detailliert zusammen.

Ausnahmen

– Gibt der Urheber dir die Nutzungsrechte für deinen Zweck (was man immer schriftlich einholen sollte), dann ist alles kein Problem.

– Ebenso beinhalten die im Ökumenischen Medienladen Stuttgart erhältlichen Artikel in der Regel ein öffentliches Vorführungsrecht für die Gemeindearbeit.

– Bei gekauften (Musik)Videos kann man immer die Lizenzbedingungen des Anbieters genau sichten – evtl. lassen diese ja doch ein öffentliches Vorführen zu.

– Bzgl. Werbung: lasst euch die konkrete Werbung von ihnen absegnen (am besten schriftlich.).

Einzellizenzen und Jahreslizenzen

Eine einfache Lösung und ein verantwortungsvoller Beitrag zur Einhaltung geltenden Rechts ist, Einzellizenzen oder Schirm- bzw. Jahreslizenzen für Filmaufführungen zu erwerben (da kann man dann auch die Filme nehmen, die legal privat erworben worden sind).

2 Anbieter sind hier zu nennen, die von über 400 Lizenzinhabern (Studios, Verleihern, Produzenten) dafür beauftragt wurden: MPLC (Motion Picture Licensing Corporation – säkular) und CCLI (Christian Copyright Licencing Incorporated). Sie bieten eine günstige und praktikable Möglichkeit dar, um Rechtsverletzungen zu vermeiden. Die CCLI bietet darüber hinaus auch Liedlizenzen für die Gemeindearbeit an.

  • Die CCLI ist dabei DER Ansprechpartner für Kirchen und Gemeinden und deren öffentliche Filmvorführungen im Rahmen des Gottesdienstes oder im Kirchengebäude.

Die Vorteile bspw. einer Jahreslizenz

  • Unbegrenzte Anzahl an Vorführungen am registrierten Lizenzort
  • Nutzung aller auf legalem Wege erworbener Filmformate
  • Filmausschnitte in Predigten und Impulsen
  • KirchenKino
  • Filme in Gottesdiensten
  • Filme in Hauskreisen, Kinder- und Jugendgruppen
  • Keine Berichterstattungspflicht hinsichtlich der vorgeführten Filmwerke
  • 365 Tage ab Lizenzbeginn gültig

Einschränkungen

  • Nutzung von Filmmaterial aus illegalen Quellen
  • Verwendung von TV-Aufzeichnungen
  • keine kommerzielle Nutzung

–> Allerdings garantieren deren Lizenzen natürlich nur die Vorführrechte für Filme der angeschlossen Filmstudios. Über 500 Filmstudios (Rechteinhaber) haben sich bspw. beim CVL-Lizenzprogramm der CCLI bereits angeschlossen. Darunter sind christliche Produzenten sowie große Hollywood-Studios. Dennoch nennt die CCLI folgende bekannte Filme, die nicht gezeigt werden dürfen:

  • „Fireproof – Gib deinen Partner nicht auf“ (2008) – Lizenz beim LUQS Verlag
  • „Die Passion Christi“ (2004) – Lizenz bei Park Circus
  • „Luther“ (2003) – Lizenz bei Matthias Film
  • „Ziemlich beste Freunde“ (2011) – Lizenz beim Kath. Filmwerk
  • „Die Feuerzangenbowle“ (1944) – Lizenz beim Filmverleih im Nordseepark
  • „Bedingungslos“ (2012) – Lizenz beim LUQS Verlag
  • „Amazing Grace“ (2006) – Lizenz beim LUQS Verlag

-> Man hat also noch stets zu prüfen, durch welche Filmfirma der jeweilige Film produziert wurde.

Preisbeispiele
Die Preise sind human. Die Jahreslizenz natürlich von Vorteil, wenn man ohnehin öfters Filme vorführt.

  • Die CVL-Einzelfilmlizenz der CCLI für eine Veranstaltung (bis zu 2 Wochen) richtet sich nach der Besucherzahl: Der Grundpreis pro Besucher liegt bei 0,85 € -> das Minimum bei 42,50 € (bis zu 50 Besucher dann).
  • Eine Jahreslizenz der CCLI für Besucherzahlen zwischen 100 – 249 kostet  225,00 €.

Hier gibt´s noch weitere detailfreudigere Rechtsauskünfte, das Rechte-ABC der CCLI für Kirchen und Gemeinden.

Weiterführende Informationen

Youtube-Filme ausleihen oder kaufen
Informationen zu CVL-Filmvorführungslizenzen der CCLI
Medienzentren / Kreisbildstellen auf Wikipedia

Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.