Für unsere Vorfahren war es wichtiger, den Säbelzahntiger im Gebüsch zu entdecken, als schöne Blumen zu bewundern. Aber was hat diese Erkenntnis der Evolution mit unserem heutigen Medienkonsum zu tun?
Wissenschaftler*innen sehen darin eine Ursache für das sogenannte Doomscrolling. Mit dieser Wortschöpfung aus dem englischen Wort Doom – das unter anderem Unheil bedeutet – und Scrolling, ist der ständige Konsum von negativen Nachrichten gemeint. Das kann zu einer regelrechten Sucht werden und starke Auswirkungen haben. Doomscrolling verursacht zum Beispiel Angst, Stress und Schlafstörungen, verstärkt psychische Erkrankungen und vermittelt uns allgemein ein negatives Weltbild.
Doch woher kommt das? Unser Gehirn nimmt negative Nachrichten besser auf als positive. Das liegt an unserer Entwicklung. Für unsere Vorfahren konnten Informationen über potenzielle Gefahren den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Heute kann das zu einem ungesunden Umgang mit schlechten Neuigkeiten führen.
Glücklicherweise lässt sich etwas gegen Doomscrolling tun: Zuerst sollte man den eigenen Medienkonsum hinterfragen. Springe ich von einer schlechten Nachricht zur nächsten und geht es mir danach mies? Helfen können feste Nachrichten- und Bildschirmzeiten, ein Digital Detox am Morgen, mehr Aktivitäten in der realen Welt oder der bewusste Konsum konstruktiver Nachrichten. Sucht doch einfach mal gezielt nach „Good News”.
Was sind eure Strategien gegen zu viele negative News?
https://www.wdrmaus.de/hoeren/good-news.php5
Jede Form des Extremismus (z.B. Rechtsextremismus) ist für die evangelische Kinder- und Jugendarbeit eine Herausforderung, seien es Teilnehmende, die extremistische Aussagen äußern, oder Anfeindungen von außen gegenüber Kirchengemeinden, CVJMs und Jugendgruppen. Daher ist eine Verständigung über den Umgang damit wichtig, um im Ernstfall gewappnet zu sein. Diese Karten sind als Startpunkt für Diskussionen in Leitungsgremien, mit Jugendlichen, in Mitarbeitendenteams auf Freizeiten, sowie für Interessierte der Kinder- und Jugendarbeit konzipiert. Durch Impulse und Beispielsituationen wird im Laufe des Gesprächs bzw. der Karten dazu aufgefordert, selbst Standpunkte zu bilden und zu beziehen. Außerdem werden mögliche angemessene Handlungsweisen, besonders im Falle rechtsextremistischer Äußerungen oder Anfeindungen, diskutiert.
Hinweise zum Einsatz der Karten:
Wir haben uns dem Thema “Umgang mit politischem Extremismus und Populismus” angenommen.
Zum aktuellen Zeitpunkt sind besonders die Gefahren des erstarkenden Rechtsextremismus bemerkbar, daher fokussieren wir uns in den Beispielen mehrfach auf Rechtsextremismus, was an der aktuellen politischen Lage liegt.
Zudem verlinken wir Methoden und Hinweise, die in der Praxis anwendbar sind. Ausgearbeitet wurden die Karten durch den AK Jugendpolitik im EJW.
Jede Form des Extremismus ist für die evangelische Kinder- und Jugendarbeit eine Herausforderung, weshalb eine Verständigung über den Umgang damit wichtig ist.
Diese Karten sind als Startpunkt für Diskussionen in Leitungsgremien, mit Jugendlichen, in Mitarbeitendenteams auf Freizeiten, sowie für Interessierte der Kinder- und Jugendarbeit, u.v.m. gedacht.
Durch Impulse und Beispielsituationen wird im Laufe der Denkwerkstatt dazu aufgefordert, selbst Standpunkte zu beziehen und es soll über angemessene Handlungsweisen im Falle extremistischer Äußerungen diskutiert werden.
Material: Rosmarin-Zweige
Der Segen kann auch als Postkarte zum Verschenken, als Give-away oder für den eigenen kunterbunten Alltag hier bestellt werden.

Einleitung:
Gott ist hier. Jetzt. In diesem Raum. Gott ist da.
In manchen Kirchen werden Düfte verwendet, um sich an die ständige Gegenwart Gottes zu erinnern. Heute gibt es Rosmarin-Zweige. Rosmarin-Zweige wurden an manchen Orten als ein Symbol der Liebe gesehen. Manche sagten sogar, dass sie dem Gedächtnis helfen, sich zu erinnern. Wir wollen uns mit ihnen heute auch erinnern, uns eine Gedächtnis-Hilfe, einen Gedächtnis-Duft schenken. Gebt die Zweige einander und streift oder reibt den Rosmarin. Wie das duftet! Mögt ihr den Geruch? Während ihr den Rosmarin riecht, dürft ihr euch daran erinnern, dass dass Gott – obwohl unsichtbar – da ist. Genau wie der Duft von Rosmarin. Und Gott symbolisiert Liebe.
Wenn wir uns später voneinander verabschieden, wird der Duft dich noch weiterhin begleiten. Er bleibt an dir haften. Genau wie die Gegenwart Gottes. Sie bleibt auch, auch wenn wir nicht mehr hier zusammen sind.
Segen:
Ihr benötigt Rosmarin-Zweige, die ihr herumreichen könnt.
Gott ist hier. Jetzt. In diesem Raum. Gott ist da.
In manchen Kirchen werden Düfte verwendet, um sich an die ständige Gegenwart Gottes
zu erinnern. Heute gibt es Rosmarin-Zweige. Gebt die Zweige weiter.
Riecht einmal daran. Reibt sie vorsichtig zwischen euren Fingern. Wie das duftet!
Könnt ihr den Rosmarin riechen? Ihr könnt ihn nicht sehen. Aber ihr merkt: Er ist da.
So ist es auch mit Gott. Wir können ihn nicht sehen. Aber er ist da. Ganz nah bei uns.
Wenn wir später nach Hause gehen, wird der Duft dich begleiten. Er bleibt an dir haften. Genau wie die Gegenwart Gottes. Gott bleibt bei dir. In der Schule. Zu Hause.
Beim Spielen. Beim Arbeiten. Und wenn du abends ins Bett gehst.
Gott ist da. Immer.
Segensworte
Gott, der wie Vater oder Mutter alles umgibt, segne dich.
Jesus, der Sohn, der Leben auf der Welt so gut versteht, segne dich.
Gott, die heilige Geistkraft bleibe an dir haften, so dass du dich immer wieder erinnerst:
Gott ist mit mir!
So segne dich Gott, der Vater, der Sohn und die Heilige Geistkraft.
Amen.
*Wir mögen die Formulierung ‚heilige Geistkraft‘, weil darin eine weibliche Facette Gottes sichtbar wird, schätzen aber ebenso die vertraute Formel ‚Heiliger Geist‘. Prüft bitte theologisch und kontextuell, was für euch stimmiger ist. Gott bleibt stets größer und facettenreicher, als wir es ahnen.“
Hintergrund zu dem Segen:
Zur Zeit von Jesus gab es einige Meister, Rabbis, die wie Jesus lehrten. Den Schülerinnen und Schülern dieser Rabbis wünscht man, dass sie mit dem “Staub” ihres Rabbis bedeckt sein sollten. Man wünschte ihnen damit die Nähe und die Zuwendung ihres Meisters.
Ein Wunsch aus der Mischna fasst dieses Denken zusammen: „Mögest du bedeckt sein vom Staub deines Rabbi. Mögest
du dich so sehr bemühen, so zu sein, wie dein Rabbi, mögest du ihm mit so viel Begeisterung und Leidenschaft und
Hingabe nachfolgen, dass du so nah hinter deinem Rabbi hergehst, dass dein ganzes Gesicht mit dem Staub des Rabbi
bedeckt ist. Mögest du bedeckt sein vom Staub deines Rabbi.“

Glitzerstaub-Segen
Ihr braucht für den Segen eine kleine Dose Glitzerstaub.
Diese öffnet ihr, nehmt den Glitzerstaub zwischen die Finger und verteilt ihn vorsichtig und bei Erlaubnis über die Füße oder Schuhe der Anwesenden.
Wo auch immer du hingehst – Gott begleitet deinen Weg.
Noch einmal in die Dose fassen und den Staub über die Hände der Anwesenden vorsichtig verteilen.
Bei allem, was du tust – Jesus will dir Freund, Ideengeber, Vorbild sein.
Den Glitzerstaub vorsichtig über den Köpfe der Anwesenden verteilen.
Bei allem, was du denkst, welche Ideen dir kommen und wovon du träumst: Die heilige Geistkraft schütze dein Herz und deine Sinne. Sie wirke in dir und gebe dir Kraft, Kreativität, Intuition und Mitgefühl.
Der Staub von Jesus Christus soll in deinem Leben sichtbar werden.
Amen.
Glitzer Segen für den Alltag
Rahmen: Frühs beim in die Schule gehen, kurz vor dem Weg in den Kindergarten oder in die Arbeit (Glitzerdose natürlich immer parat im Eingangsbereich)
Der Glitzerstaub kann in Form eines Kreuzes auf die Hände gezeichnet werden.
Gott lasse seinen Segen wie Glitzer auf dein Leben fallen, sodass du von innen heraus funkeln kannst.
Er nehme weg, was dir den Blick auf ihn verstellt. Er leuchte dir mitten in deinem Alltag.
Wie Gottes Segen dich erstrahlen lässt, so bringe auch du andere zum Strahlen.
Und so segne dich der gute Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
Selten hat ein Hintergrundtext von mir so den Puls der Zeit berührt wie in diesem Fall. Ich hatte vermutet, dass dieses Thema in der Gesellschaft immer mehr Raum einnehmen würde – aber die Veröffentlichung der Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ehemann Christian Ulmen hat es noch einmal auf eine ganz andere Ebene gehoben. Klar, der Fall Gisèle Pelicot hat die Gesellschaft schon erschüttert – auch hier bei uns. Und trotzdem gab es da immer noch Menschen, die das weggeschoben haben: »Naja, das ist in Frankreich gewesen. Bei uns gibt es so etwas ja nicht!«
Doch schon im letzten Jahr, schon in den letzten Jahren, wurden die Stimmen immer lauter, die gesagt haben: »Doch. Frauenfeindlichkeit gibt es auch hier. Auch in Deutschland erleben Frauen sexualisierte Gewalt. Psychische Gewalt. Sind sie gefährdet. Durch Männer.« Und durch den Mut von Collien Fernandes wurde auf einmal ein heller Scheinwerfer auf etwas gerichtet, was nicht nur unser Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner Stadtbild-Debatte und dem ungelenken »Fragen Sie doch mal Ihre Töchter« gerne ausblenden möchte: Die Gefahr für Frauen geht nicht von Menschen mit Migrationsbiografie, von Zugewanderten oder Geflüchteten aus – sondern von Männern allgemein . Von Männern, die glauben, ein »Recht« auf Frauen zu haben. Egal, ob in einer Partnerschaft oder nicht. Der gefährlichste Ort für Frauen ist das eigene Zuhause und soziale Umfeld. Doch warum ist das so? Versuchen wir eine Spurensuche. Und schauen wir, warum es so wichtig in unserer Arbeit ist, zu diesem Thema sprachfähig zu sein und eine Haltung zu entwickeln.
Die Gesellschaft, in der wir leben, ist seit Jahrhunderten geprägt durch das Patriarchat. Das bedeutet, dass unsere Werte und Normen, die Fragen unserer sozialen Beziehungen durch Männer geprägt werden, die als Väter, Ehemänner und Männer der Gesellschaft diese Verhaltensmuster repräsentieren, einfordern und deren Einhaltung auch kontrollieren.
Das hat z. B. dazu geführt, dass Frauen in Deutschland erst seit 1958 ihren Führerschein machen dürfen, ohne vorher ihren Mann um Zustimmung zu bitten. Arbeiten gehen, ohne vorher darüber nachzudenken, ob das mit den Pflichten von Ehe und Familie zu vereinbaren ist, dürfen Frauen erst seit 1977. Vorher konnte der Ehemann das verbieten. Und erst seit 1997 ist Vergewaltigung in der Ehe strafbar.
Wir merken also: Obwohl die Frauen seit 1949 laut dem Grundgesetz gleichberechtigt zu den Männern sein und leben sollen, spricht das alltägliche Erleben der Frauen dagegen. Alexandra Zykunov zeigt in ihren Büchern sehr deutlich auf, was Frauen stattdessen durchmachen. Gerade ihr Buch »Was wollt ihr denn noch alles« zeigt anhand von Zahlen und Studien, dass diese strukturelle (weil patriarchal geprägte) Benachteiligung nicht nur z. B. das Risiko von Altersarmut bei Frauen drastisch erhöht, sondern auch ein echtes (Über-)Lebensrisiko darstellt.
Doch diese Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen sind definitiv kein neuzeitliches Problem, sondern ziehen sich durch die Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte. Immer wieder mussten Frauen erleben, dass sie im Vergleich zu Männern benachteiligt wurden – das fing nicht erst beim Zugang zur Bildung an und endete leider auch nicht damit, dass man(n) Frauen um ihre Lebensleistung betrog und z. B. bahnbrechende Erkenntnisse der Wissenschaft für sich beanspruchte. Das Buch »Beklaute Frauen« von Leonie Schöler zeigt an einigen Lebensgeschichten, mit was für Herausforderungen sich Frauen auch schon vor Jahrhunderten herumschlagen mussten. Und manche davon haben die Frauen dann auch das Leben gekostet.
Die Zeit der »Hexenverbrennung« war im Grunde nichts anderes als eine dunkle Zeit der Geschichte, in der Frauen dafür verbrannt wurden, dass sie anders waren: zu laut, zu unangepasst, zu fordernd, zu selbstbewusst, zu wissend … Aber mit diesem dunklen Kapitel der Geschichte möchte man(n) sich nur ungern beschäftigen – und darum sprechen wir auch heute noch lieber von »Hexenverbrennung« als von »Mord an Frauen«. Die Autorin Tara Luise Wittwer hat sich in ihrem Buch »Nemesis Töchter« intensiv damit auseinandergesetzt. Sie zeigt auf, dass wir es in unserer Gesellschaft sogar schaffen, die althergebrachten Vorstellungen aus der Antike so umzudeuten, dass aus Nemesis und den Furien männerhassende Frauenbilder werden, die mit den ursprünglichen Mythen nichts mehr zu tun haben. Und sie erklärt, warum »female rage« ein wichtiges Gefühl und Instrument ist, um den Zustand der Gesellschaft zu verändern.
Der Zustand der Gesellschaft, das sind wir und was wir (er-)leben. Als Frau gehöre ich lt. www.destatis.de am 07.04.2026 zu den 42,3 Millionen Frauen dieses Landes – die andere Hälfte der Bevölkerung sind die 41,2 Millionen Männer. Wir stellen fest: Der Zensus, dem diese Zahlen zugrunde liegen, ist nach wie vor in der binären (Geschlechter-)Welt unterwegs. Sei’s drum. Frauen machen also etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus.
Aber woran erkennen wir das in der Gesellschaft und der Politik? In einem Bundestag, dessen Frauenquote aktuell bei 32,4 % liegt, sicher nicht. Auffällig ist dabei, wie groß der Unterschied der einzelnen Parteien ist. Während bei Bündnis 90/die Grünen der Anteil bei 61,2 % liegt, sind bei der AfD nur 11,8 % der Abgeordneten weiblich. Und das hat etwas damit zu tun, in welche Richtung sich eine Partei entwickeln will, in welche Richtung eine Partei unser Land entwickeln will.
Es ist keine persönliche Meinung von mir, sondern lässt sich durch zahlreiche Zitate von AfD-Mitgliedern bzw. deren Parteiprogramm einerseits und dem Parteibild von Bündnis90/die Grünen andererseits belegen. Die Grünen tun viel dafür, dass Frauen sich in der Politik engagieren (z. B. gibt es die Regel, dass alle ungeraden Listenplätze bei Wahlen von Frauen besetzt werden und alle Gremien mindestens zur Hälfte von Frauen besetzt sind). Die AfD dagegen vertritt ein Frauenbild, dass sich an dem traditionellen der 1950er Jahre orientiert: Die Frau ist Hausfrau und Mutter, die Gleichstellung von Männern und Frauen wird abgelehnt.
Es gibt also Parteien, die sich stark machen für die Gleichberechtigung der Geschlechter (vor allem Bündnis 90/die Grünen und die Linken) und andere, die ein sehr rückwärtsgewandtes und traditionelles Rollenklischee bedienen (hier besonders die AfD und die Union).
Es ist vermutlich auch kein Zufall der Geschichte, dass es gerade in der Zeit des Nationalsozialismus schon mal eine Rückwärtsrolle bei den Frauenrechten gegeben hat und alle Errungenschaften, die Frauen sich bis dahin erkämpft hatten, zurückgenommen wurden. Und es ist vermutlich auch kein Zufall, dass gerade die Parteien, die sich gegen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern aussprechen, auch ein Problem mit Diversität und queeren Lebensrealitäten haben. Das geht sogar so weit, dass sich sowohl von Alice Weidel (AfD) als auch von Jens Spahn (CDU) Zitate finden lassen, sie seien wohl durchaus lesbisch bzw. schwul, aber eben nicht queer.
Und dass ein im November 2022 beschlossener Aktionsplan »Queer leben«, der die Zielsetzung hatte, die Lebenssituation queerer Menschen in Deutschland zu verbessern, von der neuen Bundesregierung direkt wieder eingestampft wurde. Wer sich an die »Zirkuszelt«-Aussage von Friedrich Merz zum CSD 2025 (Christoper Street Day) in Berlin und dem Klöckner-Verbot, dazu eine Regenbogenfahne am Bundestag aufzuhängen, erinnert, wird nicht überrascht sein. Den wird es auch nicht verwundern, dass die CSDs in unserem Land zunehmend in Bedrängnis geraten. Auf der einen Seite stiegen die Zahlen der Angriffe durch rechte Kräfte auf CSDs 2025 auf ein Rekordhoch, auf der anderen Seite kommt aus dem politisch rechtskonservativen Lager zunehmend Gegenwind, wenn z. B. die sächsische Landesregierung dem CSD Dresden das Merkmal einer politischen Versammlung abspricht.
Doch warum ist das wichtig? Es ist wichtig, weil es unser Zusammenleben deutlich verändern wird. Das bedeutet nichts anderes, als dass es Strömungen in unserer Gesellschaft gibt, die das Rad der Zeit zurückdrehen wollen: Die zurückdrehen wollen, dass sich queere Menschen (und es mag sie überraschen, aber auch Alice Weidel und Jens Spahn gehören dazu!) in der Öffentlichkeit bewegen und als queer erkennbar sind. Und tatsächlich geben jetzt schon immer mehr queere Menschen an, sich in der Öffentlichkeit nicht mehr sicher zu fühlen, weil die Gewalt- und Ausgrenzungserfahrungen immer weiter zunehmen.
Die zurückdrehen wollen, dass Frauen niemandem gehören, sondern selbstbewusst den Raum in der Gesellschaft einnehmen, der ihnen zusteht und zunehmend laut einfordern, dass ihre Themen behandelt werden. Und dass, obwohl Frauen die Hälfte der Bevölkerung in diesem Land ausmachen und es nur unser gutes und im Grundgesetz festgeschriebenes Recht ist, dass wir neben den Männern gleichberechtigt sind. Die zurückdrehen wollen, dass sich die Welt verändert: dass wir frei leben, lieben und glauben, wie wir es wollen. Wir als Frauen, wir als Teil einer queeren Community, wir als Menschen der Gesellschaft. Denn all das bedeutet, dass sich die patriarchalen Strukturen verändern. Verändern müssen. Dass Männer sich verändern müssen. Und auch wenn es im Zusammenhang mit Tätern immer wieder heißt »Not all men« so muss es doch heißen »alle Männer«.
Es muss »alle Männer« heißen, weil alle Männer patriarchal geprägt wurden und werden. Weil alle Männer Teil dieser Gesellschaft sind. Und weil es einfach nicht genügt, nicht selber Täter zu sein. Sondern weil es mehr sein muss: eine männliche Stimme der Gegenrede, wenn frauenverachtend gesprochen wird – auch wenn es »nur ein Spaß« ist. Denn Sprache schafft Wirklichkeit. Eine männliche Stimme, die für Frauen spricht, die bedrängt werden. Die nicht mitmacht, wenn der Kumpel für sein Deepfake-Porno über die Ex gefeiert wird. Die dagegen hält, wenn Incels ihre kruden Gedanken ausbreiten. Die Raum gibt. Frauen ernst nimmt. Betroffenen von sexualisierter Gewalt glaubt. Und nicht fragt, was sie denn getragen haben.
Und auch wir Frauen müssen uns verändern. Dürfen uns verändern. Wir dürfen den Raum einfordern, der uns zusteht. Wir dürfen uns wehren, wenn uns Unrecht geschieht. Wir dürfen laut werden. Wir dürfen Grenzen setzen. Wir dürfen Nein sagen. Und wir müssen laut werden. Für die, die es nicht können. Für die, die ebenfalls Gewalt erfahren. Für die, die anders sind als wir – und ungleich schwerer am Patriarchat leiden. Darum liegt es auch an uns, wie sich die Gesellschaft verändert. Indem wir jene stärken und ermutigen, die ihre Stimme einsetzen für ein gleichberechtigtes Miteinander – und auch selber unsere Stimme erheben, berufen durch Sprüche 31,8: »Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind«. Indem wir nicht nur darauf schauen, Töchter zu ermahnen – sondern auch, Söhne zu erziehen. Indem wir Männer in die Verantwortung nehmen, Veränderungen zu ermöglichen. Patriarchale Strukturen zu verändern, wird am Ende nicht nur den Frauen helfen, sondern allen Menschen zugutekommen.
Die neue KON-Einheit stellt Frauen und Mädchen vor, die Großartiges geleistet oder mit Gott erlebt haben. Beleuchtet wird auch, wie Gesellschaft und Politik das Frauenbild geprägt haben und auch heute noch prägen.
In Stundenentwürfen geht es um unbekannt gebliebene Frauen, die trotz patriarchaler Strukturen Geschichte geschrieben haben. Interaktive Bibelarbeiten zeigen (Traum)Frauen der Bibel, die durch ihr Handeln ein wichtiger Teil in Gottes Plan wurden und heute noch Vorbilder für den Glauben sind.
Aus der Partnerschaft des CVJM-Westbundes mit dem YMCA Ghana ist ein gemeinsamer Beitrag entstanden, der Mädchen und Frauen inspiriert, sich mit den Lebensrealitäten anderer Frauen und Mädchen weltweit auseinanderzusetzen. In dem Zusammenhang gibt das Angebot für ein digitales Treffen mit den Mädchen und Frauen in Ghana, um sich gegenseitig auszutauschen und zu ermutigen.
Stell Dir vor, jemand heißt Dich herzlich willkommen und versperrt Dir gleichzeitig den Weg! Nicht anders ist es, wenn wir online kommunizieren und Barrierefreiheit im digitalen Raum vergessen.
Digitale Barrierefreiheit bedeutet, dass Websites und digitale Dienste so gestaltet sind, dass sie von allen Menschen genutzt werden können – unabhängig davon, ob sie körperliche oder geistige Beeinträchtigungen haben. Auch ältere Menschen, Personen mit Sprachbarrieren oder temporären Einschränkungen – etwa nach einem Unfall – profitieren davon.
Dazu gehört, dass sich eine Website auf dem Handy automatisch an den Bildschirm anpasst und ausreichend Farbkontrast und logische Struktur vorhanden ist. Untertitel in Videos, Alternativtexte für Bilder und einfache Sprache machen Inhalte zugänglicher.
Wenn Du Dir die Grenzen und den Abbau derer immer wieder bewusst machst, wird es leichter, Barrierefreiheit von Anfang an mitzudenken. Vieles ist schnell gemacht und dank KI wird die Umsetzung in Zukunft immer einfacher.
Wer Barrieren abbaut, zeigt: Alle sind willkommen! Ich finde es gerade im kirchlichen Kontext wichtig, dass niemand außen vor bleibt.
Prüfe doch mal Deinen nächsten Post! Wer kann ihn lesen, hören, verstehen – oder eben nicht?
Siehe, ich mache alles neu! (Off 21,5)
Die Jahreslosung für 2026 berührt eine Sehnsucht: dass nicht alles beim Alten bleibt, sondern etwas neu wird – in unserem Leben, in unseren Familien und Häusern, bei der Arbeit, in unserer Kirche, in unserer Welt.
Es ist ein Versprechen, das Gott gibt: Der Tag wird kommen, an dem Gott alles neu macht und manchmal dringt schon jetzt aus Gottes Welt ein Lichtstrahl dieses neuen Lebens in unseren Alltag. Dann kann Neues aufbrechen – auch wenn wir das nie für möglich gehalten hätten.
Das Andachtssammlung soll dazu ermutigen, hinzusehen und das Neue zu entdecken, das Gott schenkt.
(Das Liederbuch 2, 131)
„Du gibst mir ein neues Leben. Aus Gnade allein schenkst du mir ein neues Leben, unverdient bin ich ganz dein.“
Es gibt Tage, da bin ich mir ganz sicher, da glaube ich voller Gewissheit, da weiß ich: Es gibt mehr, als ich mir vorstellen kann. Wie ein fest verwurzelter Baum bin ich dann, mit einem starken Halt. Es gibt Tage, da bin ich mir ganz und gar nicht sicher, da ist mein Glaube durchzogen von bohrenden Fragen. Da ist mehr Zweifel als Gewissheit, mehr Frage statt Antwort. Wie ein Baum im Sturm bin ich dann, und alles gerät ins Wanken. Jesus hilf mir! Ich glaube, hilf meinem Unglauben. Ich will mich daran festhalten: Du bist da. Mitten im Sturm. Dennoch. Trotz allem. Ich beginne zu verstehen: Nicht der Baum trägt die Wurzel, sondern die Wurzel den Baum. Nicht ich trage meinen Glauben, sondern mein Glaube trägt mich. Du bist es, in dem ich verwurzelt bin. Wer mich im Zweifel hält, bist Du. Und darum glaube ich nicht etwas, ich glaube Dir! Cornelius Kuttler, Das Liederbuch 1 S. 227
Vielleicht ist es ein Blitzgedanke, ein Gedanke aus heiterem Himmel sozusagen. Vielleicht kommt dir ein Wort in den Sinn und du kannst nachspüren, welche Bedeutung es haben könnte oder was du damit anfangen kannst.
If the stars were made to Worship – so will I (LB2 57)
Ich sitze in Namibia, mitten in der Wüste. Es ist Nacht und über mir breitet sich ein Sternenhimmel aus, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Millionen, Milliarden von Lichtpunkten, bis tief in die Milchstraße hinein. Ich habe noch nie so viele Sterne gesehen. Sie scheinen zu flimmern, zu singen, sich umeinander zu drehen. Kein Lärm, keine Lichtverschmutzung, nur Stille und Weite. Ich fühle mich klein – aber nicht verloren. Im Gegenteil: Ich spüre, dass da ein Gott ist, der mich sieht. Und der auch mit diesem Himmel zu mir spricht.
Das Lied „So will I“ fasst genau das in Worte: „If the stars were made to worship – so will I.“ Wenn die Sterne Gott ehren, will ich es auch. Wenn das ganze Universum durch seine Schönheit Gottes Größe zeigt – warum
nicht auch mein Leben?
Das Lied erzählt von einem Gott, der mit seiner Stimme Galaxien entstehen lässt, der Leben schafft, der spricht – und es geschieht. Und es erzählt von einem Gott, der nicht fernbleibt. Der uns sucht, uns liebt, sogar seinen Sohn für uns gegeben hat. „If You gave Your life to love them – so will I.“ Wenn Gott sich so verschenkt, dann will ich das auch lernen.
Doch oft ist das schwer. Im Alltag vergesse ich schnell zu staunen. Ich bin abgelenkt, mein Kopf ist voll wie ein überfüllter Rucksack – mit Terminen, Erwartungen und innerem Lärm. Vor lauter Ablenkung kommt mir Gott abhanden.
Dann muss ich mal raus – aus meinem Alltag, aus dem Lärm, aus dem Gewohnten. An einen Ort, an dem ich neu sehen und hören kann. Wo ich wieder staune. Wo ich spüre: Gott ist da. Ich werde mir dessen bewusst und ehre damit Gott. Es muss ja nicht unbedingt Namibia sein. Vielleicht reicht auch das Garagendach, auf dem ich schon immer mal sitzen und die Sterne beobachten wollte.
Zum Nachdenken: Gott lädt dich ein, ihm mit deinem Leben zu antworten. Was ist deine Art, Gott zu antworten?
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