Die FeedYourself-App bietet Kleingruppen eine tolle Möglichkeit miteinander in Gottes Wort einzutauchen, sich mit ganz verschiedenen kreativen Methoden mit Texten auseinander zu setzen.
Im Stil eines Menüs leitet die App euch durch verschiedene Gänge. In diesen ist Raum für persönlichen Austausch in der Gruppe. Ihr findet Hinführungen und Methoden zur Auseinandersetzung mit Bibeltexten und verschiedene kreative Formen, in der Gruppe gemeinsam Spiritualität zu leben.
Ihr könnt euch die App direkt auf euer Handy laden. Ihr müsst euch nicht zwangsläufig anmelden, mit einer Anmeldung habt ihr aber vollen Zugriff auf alle Inhalte. Egal ob mit oder ohne Anmeldung, die Inhalte stehen kostenfrei zur Verfügung.
In der App findet ihr eine Bibliothek mit allen bereits erstellten Materialien. Diese wächst kontinuierlich an. Als Gruppe entscheidet ihr euch für ein Buch aus der Bibliothek.
Jedes Buch behandelt entweder ein Glaubensthema, eine biblische Person oder ein biblisches Buch. In jedem Buch auf FeedYourself findet ihr meist 5-8 Einheiten, die das Thema des Buches entfalten. Somit könnt ihr über einen gewissen Zeitraum als Gruppe mit diesem Buch unterwegs sein. Für diese Form des gemeinsamen Bibellesens braucht ihr kaum Vorbereitungszeit, denn in der App findet ihr Hintergründe und Erklärungen, auch der Bibeltext ist jederzeit zugänglich.
In jeder Einheit findet ihr unterschiedliche Menüformen mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Gebet, Gemeinschaft oder Gottes Wort.
© Visiomedia e.V
Je nachdem, für welche Menüform ihr euch entscheidet, geht ihr dann mit diesem Schwerpunkt durch die Gänge des Menüs. Die letzte Einheit ist stets das Festmahl. Denn FeedYourself will auch immer die Gemeinschaft in eurer Gruppe stärken. Mit dem Festmahl feiert ihr den gemeinsamen Weg und blickt auf diesen zurück. Ihr könnt teilen, wie ihr Gott erlebt und näher kennengelernt habt.
Für die gemeinsame Nutzung reicht es, wenn eine Person aus der Gruppe die App auf dem Handy hat. Ihr könnt das Handy auf einen Bildschirm spiegeln, dann sehen alle die Inhalte.
© YouVersion
In der App YouVersion (letzter Zugriff 19.08.2025) findest du Lesepläne, die dich für einen bestimmten Zeitraum durch ein Thema oder Auszüge eines biblischen Buches begleiten. Die Lesepläne auf YouVersion werden von Gemeinden, Werken, Organisationen oder Einzelpersonen erstellt und sie teilen mit dir, welche Themen ihnen wichtig sind. Du kannst dir einen Leseplan nach Thema oder Autoren aussuchen.
Die Lesepläne sind unterschiedlich lang, in der Regel sollten sie zwischen 5 und 14 Tage dauern. An jedem Tag findest du eine Andacht mit Tipp zum Thema, Erklärungen zu Bibeltexten, manchmal auch mit Vertiefungsfragen und Anregungen zum Weitergehen. Außerdem werden jeden Tag mit dem Thema verbundene Bibelstellen angegeben.
In der App findest du auch eine digitale Bibel in verschiedenen Übersetzungen, auch in vielen unterschiedlichen Sprachen. Diese kannst du dir auch offline herunterladen, so dass du sie jederzeit aufrufen kannst.
Auf dem Startbildschirm findest du täglich kleine Impulse in die Bibel einzutauchen und für dein Gebet. Auch gibt es Grafiken zum Tagesvers, die du mal in deinen Status packen oder an deine Freunde schicken kannst.
Mit YouVersion kannst du dir die Themen aussuchen, die dich gerade beschäftigen und nachspüren, was in der Bibel zu diesem Thema geschrieben ist. Womöglich findest du dann wichtige Impulse für deine persönlichen Fragen.
Empfehlung für Pläne zum Anfangen:
Die App ist vor allem dafür gemacht, dich im alltäglichen Leben in der Beschäftigung mit der Bibel zu begleiten. Du hast sie auf deinem Smartphone und damit jederzeit bei dir. Damit kannst du dann, wenn du gerade Zeit hast, dir den Moment für eine Begegnung mit Gott und seinem Wort nehmen.
Stundenentwurf, Gottesdienstentwurf
Dieser Entwurf ist sowohl für Schulklassen als auch für Schülerbibelkreise (SBK) geeignet. Es geht darum, dass die guten Dinge an der Schule entdeckt und hervorgehoben werden. Oftmals spricht man ja nur über die Dinge, die nicht gut laufen. Das Ziel ist es, dass die Menschen, Dinge oder Angebote der Schule entdeckt werden, die allen dienen, die Schulgemeinschaft aufbauen und stärken oder auch Einzelnen Hilfe und Unterstützung anbieten. Frei nach dem Motto der Jahreslosung: Behaltet das Gute im Blick.
Dieser Entwurf bietet sowohl die Möglichkeit, einen Gottesdienst mit relativ geringem Vorbereitungsaufwand zu feiern, als auch die Chance, eine längere Themeneinheit inklusive eines Schulprojekts daraus zu konzipieren. Die einzelnen Ideen und Möglichkeiten werden im Text jeweils beschrieben.
Aufgabe: Nehmt zu folgenden Fragen Stellung. Positioniert euch dazu zwischen den beiden Polen.
Schule ist ein Ort, den man oftmals mit Prüfungen und Tests verbindet, mit Noten und Leistung. Aber was, wenn wir unsere Schule einmal überprüfen würden – was würden wir da finden? Würde die Schule eurer Meinung nach eher gut oder schlecht abschneiden?
Impulsfrage: Welche Kategorien gäbe es, wenn ihr eine Schule bewerten müsstet? (Die Antworten der Schülerinnen und Schüler werden gesammelt.)
Die Jahreslosung 2025 spricht auch davon, etwas zu prüfen. Und was? Alles. Doch nicht so, wie wir Menschen das oft machen: das Schlechte anprangern, Verbesserungen fordern oder motzen, sondern vielmehr auf das schauen, was gut ist.
Sie lautet: „Prüft alles und behaltet das Gute.“ Wir lesen einmal gemeinsam die Bibelstelle und dazu noch ein wenig den Kontext, in der Paulus diesen Vers schreibt. (Alle lesen gemeinsam 1. Thess 5,12-22.)
Was meint Paulus wohl mit diesem Ratschlag? Worum geht es ihm?
Paulus geht es am Ende des Thessalonicherbriefes ganz konkret um das Gemeindeleben, um das, was der Gemeinde dient und guttut. Die Jahreslosung bezieht sich dabei direkt auf den Vers davor: prophetische Rede nicht zu verbieten. Prophetisches Reden heißt unter anderem auch: Dinge sagen, die erbauen und voranbringen. Doch nicht alles, was sich gut anhört, ist auch gut und erbaulich. Deshalb soll die Gemeinde genau prüfen, was gut und erbaulich ist, und das dann auch behalten, annehmen, ausführen. Die Gemeinde soll der Sache auf den Grund gehen, mit dem Ziel, dass das Gute bei ihnen ist und wohnt. Das, was aufbaut, weiterhilft und Kraft schenkt, soll behalten und gestärkt werden, damit die Menschen in der Gemeinde als Gemeinschaft weiterwachsen und zusammenwachsen können. Was ist das Gute? Das Gute ist das, was dem Leben dient.
Als Schule sind wir auch eine Gemeinschaft. Und ich denke, dass wir die Aufforderung von Paulus auch heute noch Ernst nehmen sollen. Dort, wo wir als unterschiedliche Menschen zusammen sind und gemeinsam das Leben gestalten, da gilt auch: Schaut auf das, was euch als Gemeinschaft dient. Prüft alles und behaltet das Gute. Deshalb würde ich gern mit euch unser Schulleben und unsere Schule auf den Prüfstand stellen: Wo gibt es hier Gutes? Was erbaut uns? Wer ist für uns da? Und das wollen wir sichtbar machen für alle? Wie? Das überlegen wir gemeinsam.
Wir überlegen uns Antworten auf folgende Fragen:
Wir sammeln und halten die Antworten fest. Anschließend wandeln wir sie in passende Kategorien um. Denn wenn jemandem etwas an der Schule fehlt, kann es ja doch sein, dass es die Kategorie trotzdem gibt. Anschließend stimmen wir darüber ab, über welche der Kategorien wir abstimmen und auf welche Weise sie gewählt und präsentiert werden.
Wir machen eine Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern zu den verschiedenen Kategorien. Je nach Schule kann das digital passieren oder über einen analogen „Briefkasten“ (hier müssen die anderen Schülerinnen und Schüler allerdings im Vorfeld informiert werden). Jede Woche kann eine andere Kategorie gewählt werden, z. B. durch eine kreative Ankündigung. Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass für eine Kategorie sowohl Menschen, Orte aber auch Dinge vorgeschlagen werden können. Was am häufigsten genannt wird, gewinnt.
Es kann aber auch einfach nur in der Klasse bzw. im Schülerbibelkreis gesammelt und abgestimmt werden, wenn die Zeit zu knapp oder die Aktion zu aufwendig ist. Schließlich kann die Abstimmung auch im Gottesdienst durchgeführt werden, oder die genannten Dinge werden einfach als „Gute Dinge in unserer Schule“ ausgehängt.
Geeignete Kategorien könnten z. B. sein:
Es können selbständig noch viele weitere Kategorien ergänzt werden. Auch der Schülerbibelkreis kann hier gezielt Kategorien platzieren, wenn es darum geht, einmal offen über Fragen des Glaubens sprechen zu können. Je nach Schule gibt es noch viele weitere Möglichkeiten.
All diese Dinge können abgestimmt werden. Die meistgenannten Antworten werden am Ende auf Plakaten öffentlich ausgehängt, sodass das Gute der Schule für alle sichtbar und zugänglich ist.
Die Aktion kann auch mit einem Schulgottesdienst verbunden werden (z. B. zu Weihnachten oder auch zum Schuljahresende, wenn tatsächlich Prüfungen anstehen). Ein Vorschlag für einen Gottesdienst, in dem die guten Dinge vorgestellt werden, ist unten zu finden. Dabei kann auch über drei Vorschläge pro Kategorie abgestimmt werden und quasi live im Gottesdienst die Gewinner ausgewählt und anschließend ausgehängt werden. So wären die Schülerinnen und Schüler direkt beteiligt.
Falls kein Gottesdienst gefeiert wird, kann man den Impuls auch als Grundlage für den Abschluss im Schülerbibelkreis nehmen. Es wäre auch denkbar, anstelle einer längeren Einheit im Unterricht oder im Schülerbibelkreis die Kategorien erst im Gottesdienst zu sammeln und sichtbar zu machen. Dies könnte auch am Schulanfang durchgeführt werden, um so gemeinsam in ein gutes Schuljahr zu starten.
Thema: | APPROVED – unsere Schule auf dem Prüfstand |
Liedvorschläge: | Siehe Einheit „Liedpool“ |
Vorschlag Psalmgebet: | Psalm 103 |
Impulsvorschlag: | Schule – manche gehen gern hin, andere nicht. Für viele ist Schule der Ort, an dem man seine Freundinnen und Freunde trifft, aber gleichzeitig auch der Ort, an dem man beurteilt wird, geprüft wird und darüber entschieden wird, ob man gut oder eher weniger gut ist. Wer von euch verbindet mit Schule „geprüft werden“? Einfach mal die Hand heben. (Hand heben lassen) Und wer von euch verbindet das mit einem positiven Gefühl? (wieder Hand heben lassen) Wer mit einem negativen Gefühl? (erneut Hand heben lassen) Prüfungen sind oft deshalb nicht besonders angenehm, weil dabei nicht herausgehoben wird, was man alles konnte, wusste oder erreicht hat – sondern das Augenmerk liegt eher darauf, was man nicht wusste, wo noch was gefehlt hat oder was man alles falsch gemacht hat. Man blickt also eher auf das Negative als auf das Positive. Interessant ist aber, dass auch schon in der Bibel steht, dass man prüfen soll. „Wie bitte?“, mag da vielleicht die eine oder der andere denken. Schaut Gott etwa auch auf das, was wir nicht können oder falsch machen? Gott schaut sich an, was wir können und was wir nicht können. Er schaut auf unsere Fehler und auf unsere Gaben. Er schaut uns als ganze Menschen an – und am Ende steht aber immer das: Du bist mein geliebtes Kind. Es ist kein negatives Prüfen, sondern ein wohlwollender Blick, mit dem Ziel, uns zu stärken und aufzubauen. Er legt nicht den Finger in die Wunde und bohrt darin rum, wie wir Menschen das ja sehr gut können. Ihm ist es wichtig, dass das Gute gesehen und danach gehandelt wird. So ist auch die Jahreslosung zu verstehen. Paulus schreibt dort der Gemeinde in Thessalonich: „Prüft alles und behaltet das Gute.“ In einer Gemeinde sind sehr viele verschiedene Menschen – mit unterschiedlichen Meinungen, Ansichten, Verhaltensweisen. Das ist ziemlich herausfordernd und da kann man schon einmal aneinandergeraten. Wie kann man da gut zusammenfinden und Gemeinschaft leben? Diesen Tipp gibt Paulus der Gemeinde: Schaut nach dem, was gut ist; damit meint er, was dem Leben und dem Glauben dient. Überprüft alles. Und dann haltet euch nicht bei den Fehlern, dem Schlechten auf, sondern stellt das Gute in den Mittelpunkt. Das, was euch stärkt als Einzelne und als Gruppe, das, was gut funktioniert und euch weiterbringt. Und irgendwie muss ich dabei auch an unsere Schule denken. Wir sind eine Gemeinschaft mit ganz unterschiedlichen Menschen, mit Meinungen, Gaben, Ansichten. Und doch sind wir – zumindest unter der Woche – alle gemeinsam unterwegs. Auch da gibt es Schwierigkeiten, Reibereien und dann noch natürlich die Beurteilung nach Leistungen. Doch eigentlich ist Schule doch viel mehr. Es kann ein Ort sein, an dem unterschiedliche Menschen Freundinnen und Freunde werden. Ein Ort, an dem Gaben gefördert, Schweres getragen und Schönes gefeiert wird. Als Schule sind wir auch eine Gemeinschaft. Und ich denke, dass wir die Aufforderung von Paulus auch heute noch Ernst nehmen sollen. Dort, wo wir als unterschiedliche Menschen zusammen sind und gemeinsam das Leben gestalten, da gilt auch: Schaut auf das, was euch dient. Prüft alles und behaltet das Gute. Deshalb würde ich gern mit euch unser Schulleben und unsere Schule auf den Prüfstand stellen: Wo gibt es Gutes, was erbaut uns, wer ist für uns da? Die Ergebnisse möchte ich mit euch für alle sichtbar machen. Wie? Das schauen wir uns gleich gemeinsam an. Am Ende ist es das, was Gott sich schon immer wünscht: dass wir erleben, dass er es gut mit uns meint und uns Gutes tun will. Dass wir geliebt sind – auch wenn wir Fehler machen oder nicht alles können. Aber dass wir beschenkt und begabt sind von ihm und das auch weitergeben können, sodass andere einen Geschmack des Guten bekommen und selbst das Gute an und in ihnen entdecken. So wird unser Umfeld verändert – die Orte, an denen wir miteinander leben. Die Welt, unsere Familie und unsere Schule. Amen Im Anschluss an den Impuls können entweder die Gewinner der Kategorien vorgestellt oder ausgewählt werden. Die Abstimmung kann digital oder mit Klebepunkten auf den Vorschlägen erfolgen. |
Fürbittengebet: | Die Schülerinnen und Schüler sollen ermutigt werden, eigene Anliegen aufzuschreiben. Dank und Bitte können sich an den gesammelten Kategorien des Guten orientieren. |
Die Kategorien des Guten können im Schulhaus aufgehängt bleiben und den Schülerinnen und Schülern somit die Möglichkeit bieten, jede einzelne Kategorie weiter mit Tipps zu füllen. An jedem Plakat sollte dann auch ein Post-it-Block bereitliegen. Auf die Zettel können dann z. B. neue Entdeckungen geschrieben und auf die Plakate geklebt werden. So bleibt das Augenmerk auf das Gute in der Schule gerichtet.
Kreativ-Projekt-Entwurf
Material:
Benötigte Zeit:
Während meiner Zeit als Jugendreferent in Kirchheim / Teck verantworteten Pfarrer Jochen Maier und ich an der Martinskirche gemeinsam die Konfirmandenarbeit. Eine Besonderheit, die ich in diesem Zuge kennenlernte, war, dass Jochen Maier jedes Jahr ein Kunstprojekt mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden gestaltete, so eine Art „Gesellenstück“ des Konfirmandenjahres. Das Vorgehen hierbei war meistens von einem Zweischritt bestimmt: 1) Bearbeitung und Vertiefung eines Themas, 2) gestalterische Umsetzung des Erarbeiteten.
Dabei haben wir in jedem Jahr festgestellt, dass die so bearbeiteten Inhalte durch die kreative Umsetzung deutlich tiefer im Gedächtnis der Jugendlichen verhaftet blieben – und es am Ende immer auch ein Ausstellungsstück gab. Gleichzeitig war das Kunstprojekt dann immer auch das Thema im Konfirmationsgottesdienst, wurde mit Fotos auf einer Leinwand präsentiert und wir haben darüber gepredigt. Jedes Jahr haben wir uns etwas Neues ausgedacht, wobei die meisten Impulse hier von Jochen Maier kamen, der schlichtweg extrem künstlerisch begabt ist und von dem ich über all die Jahre dabei viel gelernt habe. Das Projekt, das ich hier vorstelle, nannten wir „Zeuginnen und Zeugen des Glaubens“.
m Konfirmandenjahr war uns natürlich immer wichtig, dass wir Inhalte des christlichen Glaubens weitergeben, aber auch eigene Entdeckungen und Erfahrungen damit ermöglichen. Eine Weise, auf die das geschehen kann, ist das Auseinandersetzen mit Vertreterinnen und Vertretern des Glaubens, also mit Menschen, die ernsthaft Christinnen und Christen sind. Natürlich gab und gibt es in der Geschichte der Christenheit auch sehr enttäuschende Gestalten, keine Frage. Aber es bringt eigentlich nichts, eine Religion nach ihren schlechtesten Vertreterinnen und Vertretern zu beurteilen, sondern es ist sinnvoll und hilfreich, sie nach ihren besten Vertreterinnen und Vertretern zu beurteilen. Und rein geschichtlich kann niemand leugnen, dass eine große Zahl beeindruckender Leistungen von Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe in unserer Geschichte von ernsthaften Christinnen und Christen ausgegangen sind. Dass man nicht nur für sich selbst lebt, sondern aufeinander achtet und voneinander lernt, das kennzeichnet Menschen, die Jesus von Nazareth nachfolgen. Und dass das Vertrauen auf Gott mein Leben tiefer und reicher macht, ist eine innere Erfahrung, die viele Frauen und Männer von Paulus bis Samuel Koch, von Teresa von Avila bis Martin Luther King gemacht haben. Aber diese Erfahrung kann man nicht beweisen, man kann sie nur bezeugen. Deshalb haben sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit Zeuginnen und Zeugen des Glaubens beschäftigt.
Im Folgenden beschreibe ich, wie bei dem Projekt vorzugehen ist.
An einem Samstagvormittag sind wir miteinander ins Thema eingestiegen, indem wir die Lebensgeschichte von Albert Schweitzer vorgestellt und in aller Kürze behandelt haben. Natürlich kann hier auch eine andere Person vorgestellt werden. Wichtig ist, dass deutlich wird, welche Rolle der Glaube für diese Person gespielt hat und wie er im Leben sichtbar wurde. Neben dieser Person gibt es noch unzählig viele andere im Laufe der Geschichte, die mehr oder weniger bekannt sind, aber einen wichtigen Aspekt des Glaubens in ihrem Leben widergespiegelt haben. Es lohnt sich, sich mit ihnen zu beschäftigen.
Anschließend haben wir eine von uns zusammengestellte Namensliste ausgeteilt – von Abraham bis zum Fußballer Kaka (s. Anhang). Natürlich ist diese Liste unvollständig und kann nach Belieben erweitert und verändert werden. Je nach Gruppengröße suchten nun ein oder zwei Konfirmandinnen und Konfirmanden miteinander eine Person aus der Liste aus, mit der sie sich beschäftigten und deren Lebensgeschichte sie erforschen wollten. Dazu haben wir mehrere Laptops mit Internetzugang bereitgestellt.
Durch Recherche im Internet und mit unserer Hilfe haben die Konfirmandinnen und Konfirmanden Informationen aus der Lebensgeschichte der jeweils ausgewählten Person gesammelt, um dann wesentliche Stationen, Erlebnisse und Überzeugungen in einem eigenen Text zusammenzufassen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Frage: „Was war bzw. ist eurer Person im Glaube im Leben wichtig?“ Dieser Text sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein.
Neben der Beschäftigung mit der Lebensgeschichte musste natürlich auch ein passendes Foto der Person gesucht werden – in möglichst guter Auflösung und lizenzfrei.
Damit war der Vormittag beendet. Wir haben die verfassten Lebensgeschichten abgespeichert und die Fotos mitgenommen. Diese haben wir je in DIN-A4-Größe formatiert und drucken lassen. An einem Mittwochnachmittag im Konfi-Unterricht wurde das Projekt schließlich fortgesetzt.
Wir haben die ausgedruckten Fotos den zuständigen Konfirmandinnen und Konfirmanden ausgeteilt, dazu auch DIN-A4-Graupappe (nicht dicker als 1,5mm), Klebestifte und Scheren, weißen Wickeldraht (1–1,5 mm stark) und weißes Klebeband mit folgender Arbeitsanweisung (s. Anhang):
Aufgabe: 1. Bild der gewählten Person sauber auf einen DIN-A4-Karton kleben. Die Person kann dazu vorher schon in groben Umrissen ausgeschnitten werden.
2. Aufgeklebte Person möglichst sorgfältig und genau ausschneiden.
3. Hinten auf der ausgeschnittenen Person den weißen Draht so biegen und so mit weißem Klebeband an der Rückseite anbringen, dass die Kartonfigur aufrecht aufgestellt werden kann.
Nach der Fertigstellung der Papp-Figur haben wir die Konfirmandinnen und Konfirmanden erneut an den Laptops arbeiten lassen, um ihren selbst geschriebenen Text zur Lebensgeschichte der Person nochmals in Ruhe durchzulesen und dann in die finale Form zu bringen: Schriftart wählen, Überschrift, Absätze, Gliederung, evtl. einen Rahmen usw. So haben alle sich nochmals inhaltlich mit ihrer Person beschäftigt, um die nächste Aufgabe anzugehen:
Aufgabe: Sucht nun einen Satz (oder ein Zitat), den eure Person gesagt oder aufgeschrieben hat, der typisch oder bemerkenswert für diese Person ist.
Dieser Satz – ggf. auch mehrere – wurden dann zur Präsentation der Lebensgeschichte hinzugefügt.
Da jede ausgesuchte Person bestimmte Inhalte, Wichtigkeiten oder Überzeugungen des christlichen Glaubens im Leben widerspiegelt, bestand die letzte Aufgabe darin, ein Spiegel-Foto zu machen. Dazu haben wir mehrere große Spiegel besorgt (hier können auch die Familien der Konfirmandinnen und Konfirmanden angefragt werden).
Aufgabe: „Überlegt bzw. sucht euch nun hier im Raum oder in der Kirche oder draußen in Stadt und Natur eine Stelle, die ihr spiegeln könnt und die zu eurer Person passt. Wenn ihr etwas gefunden habt, fotografieren wir euch mit dem Spiegel in der Hand und der Stelle, die auf dem Spiegel dann zu sehen sein soll.“
Wir haben ein paar Beispiele genannt, um die Aufgabe zu verdeutlichen:
Als sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden dann auf die Suche gemacht und auf die Aufgabe eingelassen haben, haben sie tolle Stellen entdeckt und Ideen entwickelt. Wir haben sie dann so fotografiert, dass sie als Person ganz zu sehen waren – mit geschlossenen Augen! – und auf dem Spiegel die gespiegelte Stelle.
Die entstandenen Fotos haben wir auch wieder im Format A4 drucken lassen und an einem weiteren Mittwochnachmittag bearbeitet:
Aufgabe: Klebt das Foto von euch selbst auf Graupappe auf, schneidet sie dann an den Umrissen aus und befestigt weißen Draht an der Rückseite, sodass die Figur aufgestellt werden kann.“
Zudem haben wir die geschriebenen und gestalteten Lebensgeschichten ausgedruckt mitgebracht, um dann alle einzelnen Teile des ganzen Projekts zusammenzufügen: Personen-Aufsteller, Lebensgeschichte, Spiegelfoto-Aufsteller.
Die kurze Beschreibung des ganzen Kunstprojektes, welches dann nach der Konfirmation vier Wochen in der Kirche ausgestellt wurde, lautete so:
„Zeuginnen und Zeugen des Glaubens – Konfi-Kunstprojekt 20xx. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben sich aus einer Liste von Glaubenszeuginnen und Glaubenszeugen eine Person ausgesucht. Mit dieser Person haben sie sich intensiv beschäftigt, ein Porträt gestaltet und die Lebensgeschichte zusammengefasst. Dabei war eine Frage besonders leitend: ‚Was war dieser Person im Glaube im Leben wichtig?‘ Zudem haben die Konfirmandinnen und Konfirmanden ein ‚Spiegelbild‘-Foto erstellt. Dort ist auf dem Spiegel etwas zu sehen, was die portraitierte Person in ihrem Leben im Glaube widergespiegelt hat oder was für sie von großer Bedeutung war.“
Konfi-Stunde/Konfi-Einheits-Entwurf
Die Konfis schlüpfen in die Rolle des Kirchengemeinderats. Sie bekommen eine fiktive Summe Geld, mit der sie die verschiedenen Bereiche der Kirchengemeinde unterstützen können – in dem Maße, wie sie es für gut und richtig halten. Ihre Aufgabe ist, zu prüfen, was es gibt, wofür es etwas gibt und wieviel es kostet. Anhand ihrer gewonnenen Erkenntnisse sollen sie entscheiden, wie sie das Geld den jeweiligen kirchlichen Bereichen zuteilen wollen.
Eventuell kann das Ergebnis dem Kirchengemeinderat als Vorschlag und Stimme der Jugend vorgezeigt werden. Idealerweise nimmt der Kirchengemeinderat den Vorschlag auf seine Tagesordnung und lässt den Konfis auch eine Antwort zukommen. Wie diese Rückmeldung konkret aussieht, sollte vor Ort entschieden werden.
Material: Ein Blatt mit Informationen zu jedem Bereich der Kirchengemeinde und deren jährlichen Kosten (s. u. und im Anhang). Die Bereiche „Tageseinrichtung für Kinder“, sowie „Diakoniestation“ wurden absichtlich nicht aufgeführt, weil sie wie eigenständige Betriebe geführt werden. Auch der Dienst und die Kosten der Pfarrperson wurden im Planspiel nicht berücksichtigt. Die Informationen zu den Kosten können entweder aus dem realen Haushaltsplan der Kirchengemeinde entnommen werden (der Haushaltsplan ist öffentlich und kann von jeder Person im Pfarramt eingesehen werden) oder es wird ein fiktiver Plan aufgestellt.
Zeitumfang: 60–180 Minuten
Menschliches Handeln sucht sich viele Ausdrucksformen (oder Werke): als Gemälde, als Buch, als Maschine, als Kunstgegenstand, als Blumenstrauß, als lecker zubereitetes Essen, als täglich verrichtete Arbeit usw. Geld wiederum kann als Ausdrucksform der Zuwendung und des Interesses am Werk anderer verstanden werden. Wie der Rasenmäher die Funktion besitzt, den Rasen zu mähen, so besitzt das „Werk Geld“ die Funktion, das Werk anderer zu würdigen. Daher ist es ein starkes Mittel, das Handeln der Menschen zu motivieren und anzutreiben. In diesem Sinne verstehe ich im vorliegenden Planspiel Geld. Natürlich kann statt Geld auch eine andere Ausdrucksform von Zuwendung und Interesse verwendet werden.
1. Schritt: Die Konfis werden zum Kirchengemeinderat ernannt. Ihnen wird gesagt, dass sie eine bestimmte Geldsumme zu verteilen haben (z. B. 50.000 €). Sie müssen sich überlegen, welcher kirchliche Bereich wieviel bekommt. Es ist auch möglich, einem Bereich das Geld komplett zu streichen. Als nächstes werden die Konfis in kleine Ausschüsse aufgeteilt (3–4 Personen), die sich jeweils einem kirchlichen Bereich widmen.
2. Schritt: Die Ausschüsse prüfen ihren Bereich. Folgende Fragen sollen hier geklärt werden:
Wer möchte, kann noch weiterdenken: Braucht mein Bereich größere Investitionen, damit die Motivation in diesem Bereich steigt? (Vorsicht: könnte Konfis möglicherweise überfordern)
3. Schritt: Vorstellung der Ergebnisse im Konfi-Kirchengemeinderat. Jeder Ausschuss informiert den gesamten Konfi-Kirchengemeinderat über seine Ergebnisse.
4. Schritt: Jeder Ausschuss überlegt sich für seinen Bereich sowie für einen weiteren Bereich eines anderen Ausschusses, wieviel Geld er von der fiktiven Summe (hier: 50.000 €) dem jeweiligen Bereich zur Verfügung stellen möchte.
5. Schritt: Alle Ausschüsse benennen beide Geldbeträge, die sie für die jeweiligen Bereiche ausgeben wollen. Mit einer darauffolgenden Diskussion soll erreicht werden, dass am Ende die fiktive Summe (hier: 50.000 €) so aufgeteilt werden, dass alle zustimmen können. Sollte keine Einigung gefunden werden, wird per Mehrheitsbeschluss abgestimmt.
6. Schritt: Das Ergebnis des Konfi-Kirchengemeinderats soll festgehalten werden. Gibt es Bereiche, die ganz verschwinden? Welche Bereiche bekommen wie viel Geld? Schön wäre, wenn es eine Begründung für die Verteilung des Geldes gäbe.
7. Schritt: Was fehlt? Die Konfis sollen miteinander überlegen, was ihrer Meinung nach zu wenig oder gar keine Beachtung in ihrer Kirchengemeinde findet. Wie könnte das geändert werden? Steht Geld zur Verfügung, das dafür verwendet werden könnte?
Unten gibt es eine Tabelle, in der die üblichen kirchlichen Bereiche einer Kirchengemeinde aufgelistet sind. Hier können manche Bereiche auch weggelassen oder andere hinzugefügt werden. Die Beispiel-Kirchengemeinde Checkingen ist eine kleine, ländliche Kirchengemeinde mit ca. 500 evangelischen Gemeindegliedern.
Die Kirchengemeinde Checkingen hat einen Erwachsenen-, einen Jugend- und einen Kinderchor sowie weitere musikalische Projekte, die vom Chorleiter veranstaltet werden.
In Checkingen findet keine Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinde statt. In der Konfirmandenarbeit wird jedoch mit Mitarbeitenden zusammengearbeitet.
Besondere Gottesdienste gibt es in Checkingen selten. Ca. vier Mal im Jahr gibt es einen Familien-Gottesdienst. Eine Kinderkirche gibt es nicht, dafür aber alle zwei Monate einen Krabbel-Gottesdienst.
Beim Blick auf die Tabelle fällt auf, dass das meiste Geld in Personal investiert wird. Wo viel investiert wird, gibt es auch viele Angebote. Das wird vor allem im Bereich „Kirchenmusik“ deutlich. Außerdem bekommen die Bereiche „Gottesdienst“ und „Pfarramt“ (Verwaltung) noch eine Menge Geld.
Gern kann das Beispiel der Kirchengemeinde Checkingen für das Planspiel übernommen werden. Mehr Arbeit ist es, sich mit dem Haushaltsplan der eignen Kirchengemeinde auseinanderzusetzen und eine eigene Tabelle aufzustellen. Diese Arbeit lohnt sich aber. Das Aufstellen der Tabelle ist als Vorarbeit unbedingt notwendig, um die Konfis in ihrem Planspiel unterstützen zu können.
Das Planspiel bietet eine gute Möglichkeit, um zu sehen und zu verstehen, was es in der Kirchengemeinde alles gibt.
Textbeitrag
Im Jahr 2009 trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft. Seither wird vor allem im Blick auf Behinderung von Inklusion gesprochen. Dabei ist Inklusion ein weiter Begriff und meint so viel mehr. Neben einer Behinderung gibt es andere Eigenschaften von uns Menschen, die unter diesen Begriff fallen: Wen wir begehren (sexuelle Orientierung), wo wir herkommen (Herkunft), wie wir aussehen, welches Geschlecht wir haben und wie viel Geld wir haben (Klassismus). Alle Menschen sind unterschiedlich und haben daher auch unterschiedliche Merkmale. Nichtsdestotrotz sollen alle Menschen die gleichen Rechte und Chancen haben und bekommen. Wenn von Inklusion gesprochen wird, geht es also um das selbstverständliche Zusammensein von Menschen und Teilhabe von Anfang an. Niemand soll ausgeschlossen werden.
„Zu uns kann jede und jeder kommen!“ Dieser Satz ist in der Kirche weit verbreitet. Es ist allerdings Schweigen angesagt, wenn Nachfragen kommen wie: „Kann auch ein Kind mit Rollstuhl ins Zeltlager mitfahren?“ „Kann eine Jugendliche mit einer Sehbehinderung an der Konfi-Zeit teilnehmen?“ „Wie ist die Zimmereinteilung geplant, wenn sich eine jugendliche Trans-Person anmeldet?“ Kirchengemeinden sind häufig tendenziell exklusiv und sprechen nur bestimmte Zielgruppen oder Personen mit einer bestimmten theologischen Prägung an. Inklusion heißt aber nun mal, dass alle teilhaben und mitgestalten. Wer sich vor Ort in der Kirchengemeinde auf den Weg zu Inklusion macht, prüft einmal: Was haben wir schon? Was geht gut? Und an anderen Stellen wird gecheckt, was es noch braucht. Der nachfolgende Inklusions-Check soll ein paar Anregungen geben, sich mit der Konfi-Gruppe auf den Weg zu machen.
Methode: Kugellager
Ablauf: Die Konfi-Gruppe verteilt sich im Raum und bildet zwei Kreise, einen Innen- und einen Außenkreis, sodass alle Jugendlichen ein Gegenüberhaben. Die Gruppenleitung stellt eine Frage und sobald sie das Gespräch freigibt, tauschen sich die beiden Gegenüber über das Thema aus.
Nach einigen Minuten gibt die Gruppenleitung ein akustisches Signal, woraufhin die Jugendlichen im Innenkreis im Uhrzeigersinn weiterrücken. Mit dem neuen Gegenüber beginnt das Gespräch zu einer weiteren Frage. Jede Gesprächsphase dauert etwa 3–5 Minuten.
Fragen für die Gesprächsphasen:
Impuls zur Reflexion / zum Austausch: „Behindert“ ist in erster Linie eine Selbstbezeichnung. Viele möchten als „Mensch mit Behinderung“ bezeichnet werden, da bei dieser Bezeichnung der Mensch im Vordergrund steht. Andere wählen für sich „behinderter Mensch“, da in dieser Bezeichnung zum Ausdruck kommt, dass der Mensch von der Gesellschaft behindert wird. Das Wort „behindert“ sollte auf keinen Fall als Schimpfwort verwendet werden.
Tipp für die Gesprächsleitung: Die Gesprächsleitung sollte sich vor dem Gespräch selbst die Fragen gestellt und für sich beantwortet haben. Vor allem sollte sie darauf achten, keine Euphemismen für Behinderung wie „besondere Bedürfnisse“, „Handicap“ oder „Beeinträchtigung“ zu verwenden. Die Verwendung von Euphemismen impliziert nämlich, dass eine Behinderung etwas Negatives ist, was aus diesem Grund beschönigt werden muss. Im Gespräch kann herausgearbeitet werden, dass Menschen unterschiedliche Empfindungen haben und diese sich im Lauf der Zeit verändern können, weshalb sich dann auch die Selbstbezeichnung verändern kann. Wichtig ist, zu betonen, dass Bezeichnungen andere Menschen verletzen und diskriminieren können.
Tipp für die Gesprächsleitung: Über das Thema „Behinderung“ zu sprechen ist wichtig, aber leider nicht selbstverständlich. Aus Unsicherheit und aus Sorge, Menschen mit Behinderung zu stigmatisieren, wird häufig gar nicht darüber gesprochen. Wertschätzend über Behinderung zu sprechen, heißt, die individuelle Situation und bestehende Teilhabe des Menschen zu thematisieren, anstatt nur die körperlichen Defizite in den Vordergrund zu stellen. Behinderung sollte beispielsweise nicht als Krankheit erklärt werden. Mit den Konfis kann folgender Textauszug gelesen werden, um darüber ins Gespräch zu kommen, dass Behinderung ein medizinisches und ein soziales Modell hat:
„Behindert“ ist ein Wort, das wir manchmal hören.
Aber was bedeutet das eigentlich?
Es gibt verschieden Sichtweisen auf Behinderung.
Manche Menschen sagen: „Die Behinderung liegt in der Person selbst.“
Zum Beispiel, weil ihr Körper nicht so funktioniert wie bei anderen Menschen. In der Fachsprache sagt man dazu: Das ist das medizinische Modell der Behinderung.
Andere Menschen sagen:
„Die Behinderung entsteht durch die Umwelt.“ Die Umwelt ist nicht an die Bedürfnisse von behinderten Menschen angepasst. Zum Beispiel, wenn es viele Treppen gibt, aber keine Rampe. Dann ist das eine Barriere. Dann werden Menschen im Rollstuhl behindert. In der Fachsprache sagt man dazu: Das ist das soziale Modell der Behinderung.
Viele Menschen haben Angst, das Wort „behindert“ zu benutzen. Sie haben Angst, behinderte Menschen zu beleidigen. Aber: „Behindert“ drückt aus, dass Menschen durch das Umfeld behindert werden. Deshalb ist es eigentlich gut. Alle müssen lernen: „Behindert“ soll nie als Schimpfwort benutzt werden! (Maskos, Rebecca / Kaiser Mareice: „Bist du behindert, oder was?“ Kinder inklusiv stärken und ableismussensibel begleiten, Familiar Faces Verlag, Berlin 2023, S. 20–21. Mit freundlicher Genehmigung des Familiar Faces Verlags.)
Barrierefreiheit ist ein wichtiges Wort auf dem Weg zu einem inklusiven Angebot. Barrieren gibt es im täglichen Leben viele: in den Köpfen, in Gebäuden, in der Sprache, in Zugängen zu Angeboten. Sie zu erkennen und abzubauen, ist das Ziel von Inklusion.
Aufgabe: Geht durch die Räume im Gemeindehaus und in der Kirche. Achtet einmal darauf:
Angebote für Jugendliche sollen sich an alle jungen Menschen richten. Damit dies gelingt, wird mit Werbung für die Angebote eingeladen. Diese sollte alle Jugendlichen erreichen. Hat dich schon einmal Werbung aus der Kirchengemeinde erreicht?
Aufgabe: Nehmt die ausliegende Werbung im Gemeindehaus und in der Kirche wahr. Schaut auch – wenn vorhanden – den Schaukasten an. Beantwortet folgende Fragen:
Inklusion heißt Teilhabe und Teilhabe entsteht durch Teilhabe, d. h. mitmachen, dabei sein und mitgestalten. In der Konfi-Zeit steht ihr Konfirmandinnen und Konfirmanden im Mittelpunkt. An euren Interessen sollte sich die Konfi-Zeit ausrichten.
Nachdem alle Checks durchgeführt wurden, lohnt es sich noch einmal festzuhalten:
Inklusion ist ein Prozess, d. h. immer wieder wird nach Wegen gesucht. Auch wenn beim Inklusions-Check rauskam, dass manches (noch) nicht geht, ist vieles möglich. Inklusion wird nur dann möglich, wenn Kirchengemeinden anfangen, ihre Haltung zu verändern und etwas Neues zu wagen.
Text- und Bildbeitrag
Wer erwachsen wird, trifft Entscheidungen. Wer oder was bin ich? Wie lange wohne ich zu Hause? Mit wem will ich zusammenleben? Welcher Beruf, welches Praktikum, welcher Weg?
Gerade junge Erwachsene stehen vor einer Vielzahl von Entscheidungen. Einige kommen dabei auch in Kontakt zu diakonischen Beratungsstellen.
Da ist die junge Frau, die, kurz bevor sie von zu Hause auszieht, nochmals mit der Trennung der Eltern in eine Krise gerät. Sie muss für sich klären, wer sie ist und wo „ihr Hafen“ ist. Sie prüft für sich verschiedene Wohnorte und die unterschiedliche Nähe zu ihren Elternteilen. In der psychologischen Beratung schauen wir meist systemisch auf die Ressourcen von Lebenssituationen.
Ein junger Mann, Mitte 20, sucht die psychologische Beratung auf, als er kurz davor ist, sein Studium abzuschließen. In allem Studieren hat er sein Ziel aus den Augen verloren. Was will er eigentlich? Ist Lehrer wirklich seins? Gemeinsam mit der Beraterin wägt er ab, was in ihm für Gefühle sind, was für Hintergründe und Motivationen und was ihm zur Entscheidung helfen kann. Wie gut, in einer Entscheidungsphase nicht allein zu sein.
Besonders deutlich wird dies vielleicht im größten Dilemma, das in diakonischer Beratung eine Entscheidung um Leben und Tod mit sich bringt: im Schwangerschaftskonflikt. In unserer Beratungsstelle arbeiten zwei Fachkräfte mit langjähriger Erfahrung. Sie hören aktiv zu, fragen empathisch nach und haben dabei einen klaren Wertehorizont: Sie lieben das Leben und Gottes Zusage fürs Leben. Aus aller Erfahrung heraus wissen sie aber auch, dass Leben manchmal Leben entgegensteht. Es sind ganz selten die 15- bis 18-Jährigen, die schwanger werden und ihren Konflikt bearbeiten müssen. Die meisten Frauen sind zwischen 25 und 35 Jahren, meist schon Mütter und eigentlich fertig mit der Familienplanung. Und dann ist doch alles anders. Wie will ich in dieser Situation angemessen prüfen? Wenn Hormone durch den Körper jagen und unendliche viele Fragen, Ängste und Sorgen im Raum sind. Da braucht es ein Gegenüber, das gut zuhört und nachfragt. Das beim Prüfen hilft, und nicht schon immer die Antwort eindeutig weiß.
Drei unterschiedliche Situationen von jungen Erwachsenen, die uns in der Diakonie begegnen. Im Nacherzählen wurden Details anonymisiert.
Im Folgenden berichten zwei junge Erwachsene von ihren Entscheidungswegen mit neuen beruflichen Situationen:
Mein Name ist Bianca Nabholz und ich bin 26 Jahre jung. Mit der Frage, was ich einmal sein möchte – gerade auf meine berufliche Laufbahn bezogen – habe ich mich intensiv auseinandergesetzt und gelernt, dass es oft Zeit braucht, das Richtige zu finden, aber dass man seinem Bauchgefühl folgen sollte und neugierig bleiben darf!
Schon immer bin ich ein kreativer Mensch, aber auch gesellig, extrovertiert und zielstrebig. Ich wollte viel von der Welt sehen und war schon mit 15 Jahren in Kolumbien zum Schüleraustausch. Auch sonst war ich immer unterwegs, sofern das möglich war.
Nach dem Abitur durfte ich eine unvergessliche Reise mit meiner Oma machen, auf der ich zufällig meinen zukünftigen Chef kennenlernte und kurzer Hand noch in Südafrika meine Ausbildungsstelle zur Tourismuskauffrau fixierte. Die Arbeit hatte mir anfangs viel Spaß gemacht. Ich hatte tolle Kollegen, lernte viel und schnell – sowohl über den Umgang mit Kundinnen und Kunden, als auch über neue Destinationen … Doch im Laufe des letzten Lehrjahres begann ich zu grübeln: „War das jetzt alles? Werde ich den Rest meines Lebens Reisen verkaufen?“ Und da war mir eigentlich schon klar, dass es das nicht gewesen sein kann. Mir fehlte es, etwas eigenhändig zu schaffen, einen Fortschritt zu sehen und nicht nur vor dem PC zu sitzen.
Schon nach dem Abi spielte ich kurz mit dem Gedanken einer handwerklichen Ausbildung. Und dieser Gedanke ploppte immer wieder auf. Dann kam alles recht spontan. Ich sagte beim Essen ganz unerwartet zu meinen Eltern: „Was, wenn ich im Reisebüro kündige und Schreinerin werde?“
Es war so eine Schnapsidee, die ich dann schneller umgesetzt habe als gedacht. Meine kaufmännische Ausbildung war erfolgreich abgeschlossen und ich dachte, wenn ich jetzt nicht kündige und neu starte, dann mach ich’s gar nicht mehr.
Für mich stand fest: Wenn ich Tischlerin werde, dann möchte ich nach Vorarlberg. Hier hat das Handwerk einen höheren Stellenwert und gerade in der Region um den Bregenzer Wald lag aus meiner Sicht ein so hoher Fokus im Holz-Handwerk.
Ich suchte nach geeigneten Betrieben und schnupperte bei sechs verschiedenen Tischlereien, bis ich mich entschieden habe. So startete ich meinen neuen Lebensabschnitt im schönen „Ländle“. Im Grunde kann man sagen, dass dieser anfangs leichtsinnige Gedanke, nochmals völlig von vorn anzufangen, im Nachhinein die beste Entscheidung für meinen Weg war! Mein Prüfen lag darin, den für mich passenden Betrieb zu finden. Ein freundliches Umfeld, kreative Arbeit und vor allem abwechslungsreiche Aufträge. Eine große Unterstützung in meinen Entscheidungen waren natürlich meine Familie und meine Freunde. Die Idee wurde überall bestaunt, alle sagten „Ja, Bianca, mach das!“ Und doch hatte ich natürlich auch Ängste. „Was, wenn das doch nicht das ist, was ich mir vorstelle? Was, wenn ich das nicht kann? Eine junge, zierliche Frau im Handwerk?“ Außerdem stand der finanzielle Rückschritt vom sicheren Job zu einer neuen Ausbildung im Raum.
Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt – ein so schlauer Satz von meinem Papa, den ich heute allen mit auf den Weg geben würde, die unsicher in ihren Entscheidungen sind.
Klar gibt es täglich neue Herausforderungen, aber ohne die wäre der Alltag doch langweilig, nicht? Mittlerweile bin ich Tischlereitechnikerin und bestand all meine Prüfungen mit gutem Erfolg. Schon während der Ausbildung erhielt ich Preise bei verschiedenen Lehrlingswettbewerben und auch mein Gesellenstück wurde prämiert. All das zeigt mir, dass ich hier schon richtig bin bei dem, was ich mache. Ich glaube, es ist wichtig, dass man dranbleibt und dass man an sich glaubt. Wenn man Spaß an etwas hat, ist man auch gut darin.
Im September starte ich nun meinen Meister in Hallstatt und bin neugierig auf das, was da noch kommt!
Inmitten eines Ozeans voller Möglichkeiten glaubt man manchmal unterzugehen. Da ist so vieles, was einen fasziniert, inspiriert und die innere Neugierde weckt. Ich kann verstehen, dass dies total überfordernd sein kann und bei der Entscheidungsfindung immer wieder Fragen aufwirft. Sicher haben sich viele von euch schon gefragt: Was will ich werden / was will ich sein?
Nach meinem Abitur habe ich mit voller Freude und Überzeugung das Studium für Medien- und Kommunikationsdesign begonnen in dem Glauben, meine wahre Erfüllung und Leidenschaft darin zu finden. Denn kreativ zu arbeiten sowie die bunte Medienwelt zu erkunden, haben mich von Anfang an begeistert. Ich hatte Freude daran, doch als ich einen Job im Community Management beim Kinderhilfswerk Deutschland annahm, änderte sich meine Einstellung sehr schnell. Die Tage waren nicht mehr erfüllt von dem Erschaffen von ansprechenden Grafiken oder dem Produzieren unterhaltsamer Videos. Stattdessen war ich mit Beiträgen von Kriegs- und Krisengebieten sowie der hasserfüllten Welt der Kommentarspalten konfrontiert. Das Leid der Kinder berührte mich zutiefst und ich begann, meine Berufswahl zu hinterfragen.
Nach und nach wurden die Zweifel immer lauter und ich begann zu straucheln. Gedanken brachen wie Wellen über mir zusammen: Ist die Medienwelt noch das Richtige für mich? Erfüllt es mich, Beiträge zu erstellen und täglich meine Zeit auf Social Media zu verbringen? Habe ich die richtige Wahl getroffen? War es nicht auch immer mein Traum, mit Kindern zu arbeiten? Bin ich vielleicht schon zu weit gegangen, um nochmal von vorn anzufangen?
Ich begann, in mich zu gehen, zu beten sowie meine Gedanken zu sortieren und aufzuschreiben. Der Gedanke, dass Gott keine Fehler macht und alle von uns einen einzigartigen Lebensweg haben, half mir damals sehr. Langsam fing ich an zu verstehen, dass es den einen Weg nicht gibt. Gott gibt uns die Freiheit, verschiedene Dinge auszuprobieren, weshalb ich mich dazu entschied, mir selbst die Erlaubnis zu geben, diese Freiheit zu leben, meine Entscheidungen zu durchdenken und aufs Neue zu betrachten. Daraufhin fing ich an, mit Freunden und Familie über meine Sehnsüchte zu sprechen und erzählte ihnen von meiner Entscheidung, einen Berufswechsel in den sozialen Bereich zu machen.
Ich verließ Köln, zog zurück in meine Heimatstadt und begann, an einer Schule für Menschen mit Beeinträchtigung als Schulbegleiterin zu arbeiten. Schnell wurde mir bewusst, dass ich unglaublich viel Freude bei der Arbeit empfand und entschied daraufhin, eine Ausbildung als Erzieherin zu machen. Nun, im ersten Ausbildungsjahr, bin ich voller Freude darüber, den Mut gehabt zu haben, eine neue Richtung einzuschlagen. Wohin dieser Weg mich letztendlich führen wird, bleibt ungewiss, doch spüre ich, dass er mich näher zu Gott und zu meinem wahren Selbst bringt.
Wenn ich in dieser Zeit etwas ganz Besonders gelernt habe, dann ist es, darauf zu vertrauen, dass die Wellen des Lebens mich tragen, und festzuhalten an dem Guten, das mein Herz erhellt.
Wie geht es für dich nach der Schule weiter? Entscheidest du dich für eine Ausbildung oder für ein Studium? Oder schiebst du ein Jahr ein, das „für dich. für andere.“ ein Gewinn ist? Im EJW gibt es dafür viele Möglichkeiten in Bezirks- und Stadtjugendwerken, CVJM, Kirchengemeinden, Kindergärten, Freizeitheimen und einzelnen Schulen.
Ein Freiwilligendienst lohnt sich, weil er dir die Chance bietet, zu prüfen, was du als nächstes machen willst. Außerdem kannst du anderen etwas Gutes tun und dich mit dem Glauben an Gott auseinandersetzen.
Ein Freiwilligendienst bietet dir die Möglichkeit, deine Stärken einzusetzen, Neues zu wagen und über dich hinauszuwachsen. Du hast Zeit, dich auszuprobieren, dich noch besser kennenzulernen und berufliche Orientierung zu finden. Du kannst in deiner Persönlichkeit wachsen und wirst dabei gut begleitet.
Du arbeitest im Team mit ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden.
Du entdeckst, dass es guttut, dich für Kinder und Jugendliche zu engagieren. Die Begegnung mit anderen bereichert dein Leben. Und andere spüren dein Engagement und deine Motivation.
Die Zeit im Freiwilligendienst des EJW bietet dir verschiedene Möglichkeiten, Gott zu begegnen. Du bist mit deinen Erfahrungen, Fragen und Zweifeln willkommen. Du kannst dich mit dem Glauben an Gott auseinandersetzen und eine eigene Haltung dazu finden.
Michael Lendle erzählt von seinem Freiwilligendienst
Ich habe mein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) 2022 / 23 im Evangelischen Bezirksjugendwerk Weinsberg absolviert, wo ich auch zuvor schon als ehrenamtlicher Mitarbeiter tätig war. Diese Zeit war für mich eine sehr wertvolle Zeit voller Begegnungen, neuer Erfahrungen und Aufgaben, an denen ich wachsen konnte.
Für mich stand vor meinem Freiwilligendienst fest, welchen beruflichen Weg ich einschlagen möchte und welchen Studiengang ich dazu studieren möchte. Nach kurzer Zeit im Studium stellte ich fest, dass ich nicht wirklich sicher bin, ob dieser Weg der richtige für mich ist. Umso dankbarer war und bin ich, dass sich mir an dieser Stelle eine Möglichkeit aufgetan hat, ein FSJ anzufangen und dabei meine Entscheidung zu überprüfen.
Es ist doch erstaunlich, was in einem Jahr alles passieren und was man alles erleben kann: Egal ob Jugendgottesdienst, Jungschar, Kinder- und Teeniefreizeit, Konfi-Camp, Kinderbibeltage, Schulungen usw.; die Möglichkeiten, selbst Spuren zu hinterlassen, sind enorm. Besonders hervorheben möchte ich die scheinbar grenzenlose Unterstützung, die ich sowohl in der Einsatzstelle in Weinsberg sowie im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg und den dazugehörenden Seminaren erfahren konnte. Mit dieser Hilfe und einigen wertvollen Gesprächen konnte ich so meine Stärken und Interessen entdecken und letztlich eine gute Entscheidung treffen, dass ich mich auch beruflich in diesem Bereich bewegen möchte.
Ein Jahr Freiwilligendienst – für mich ein Jahr in allen Punkten sinnvoll investierte Zeit: Für mich, für andere, für Gott.
Auch in der Diakonie kann in vielen verschiedenen Bereichen ein Freiwilligendienst gemacht werden.
Du bist bald mit der Schule fertig? Steckst mitten in der Ausbildung oder einem Studium, bist aber nicht ganz sicher, was als nächstes kommen soll? Du hast Fragen über Fragen? Damit lassen wir dich nicht allein.
Wir wollen dich ermutigen, dich selbst zu finden – und deinen eigenen Weg. Probier dich aus. Entdecke deine Stärken. Bekomm ein Gefühl für die Sache, die dich antreibt. Erst dann wirst du wissen, was du wirklich machen willst. Wir begleiten dich auf diesem Weg.
Egal ob ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), ein Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Ein Freiwilligendienst bei der Diakonie Württemberg hilft dir, herauszufinden, was deine Talente sind und was dich begeistert. Du kannst dich ausprobieren, lernst, dich besser einzuschätzen und bekommst so Vertrauen in deine Fähigkeiten.
Schulabschluss, Noten oder Konfession spielen bei uns keine Rolle – ebenso wenig spezielle Vorerfahrungen oder Praktika. Nur mindestens 16 Jahre alt solltest du zu Beginn deines Freiwilligendienstes sein.
Entscheide du, wann du starten willst und wie lange dein Freiwilligendienst dauert (6–18 Monate).
Erhalte 500 € monatlich als Taschengeld, für Verpflegung und Fahrtkosten.
Profitiere von einer persönlichen Ansprechperson für alle deine Anliegen und von Bildungstagen gemeinsam mit anderen Freiwilligen: sich miteinander über die Arbeit austauschen, sich mit fachlichen Themen beschäftigen, Zukunftspläne schmieden, Spaß haben und die kleinen Auszeiten gemeinsam genießen.
Wähle zwischen ganz unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten: von Tätigkeiten in den verschiedensten sozialen Arbeitsfeldern, in Kirche und Gemeinde, über „irgendwas mit Medien“ bis hin zum Umweltschutz.
Kein Problem, bewirb dich einfach ganz unverbindlich. Bei einem Online-Termin finden wir gemeinsam Antworten auf alle deine Fragen.
Diakonisches Werk Württemberg,
Heilbronner Str. 180, 70191 Stuttgart
www.ran-ans-leben-diakonie.de
freiwillig@diakonie-wue.de, 0711 1656-600
WhatsApp: 01607698831
Instagram: @ranansleben_diakonie
Ich bin Hanna, 19 Jahre alt und mache meinen Freiwilligendienst in einer Suchtberatungsstelle.
Nach der Schule wollte ich nicht direkt in eine Ausbildung oder ein Studium starten – deshalb erst mal ein Freiwilligendienst!
Besonders gut gefällt mir, dass meine Einsatzstelle abwechslungsreich ist. Ich komme in Kontakt mit verschiedensten Menschen und höre ihre Geschichten. Das beeindruckt mich jedes Mal!
Natürlich gibt es schwere Schicksale, die mich länger beschäftigen. Mit der Zeit findet man aber Wege, damit umzugehen. Meine Kolleginnen und Kollegen und andere Freiwillige aus den Seminaren unterstützen mich dabei. Mir gefällt außerdem, dass ich sehr selbständig arbeiten darf und mir viel zugetraut wird.
Ich habe gelernt, dass die meisten Klischees keinen wahren Kern haben. Vorurteile halten sich leider sehr hartnäckig, da den meisten Menschen der wirkliche Kontakt zu Betroffenen fehlt. Der Freiwilligendienst ist eine gute Möglichkeit, um Vorurteile zu überwinden. Ich kann allen empfehlen, den Schritt aus der eigenen Komfortzone zu wagen
Mein Name ist Tony. lch bin 20 Jahre alt und mache mein FSJ in der Offenen Hilfe Heilbronn. In meiner Einsatzstelle geht es um die Alltagsbegleitung von Seniorinnen und Senioren mit einer geistigen Behinderung.
Ich bin täglich im Austausch mit unseren Klientinnen und Klienten. Nach einer gewissen Zeit ist durch verschiedene gemeinsame Freizeitaktivitäten (wie Spiele spielen, Stadtbummel und gemeinsam Fahrrad fahren) ein gegenseitiges Vertrauen entstanden. Die Seniorinnen und Senioren erzählen von ihrem Leben, von schönen und traurigen Erfahrungen und teilen ihre Ängste, Sorgen und Herausforderungen. Manche ihrer Alltagstipps sind inzwischen zur Routine in meinem Alltag geworden.
Durch meine Freiwilligendienst habe ich begonnen, die Menschen und die Umgebung anders wahrzunehmen. In vielen Situationen fallen mir Dinge neu auf: Ist dieser Einkaufsladen barrierefrei? Kommt die Person mit Rollator selbstständig in den Bus? Ich habe gelernt, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.
„Prüft alles und behaltet das Gute!“ Die Jahreslosung 2025 spricht mir direkt aus dem Herz – warum? Na, weil es vermutlich kaum eine andere Bibelstelle gibt, die besser zu dem passt, was ich als Medien-Fuzzi angehenden Jugendreferentinnen / Jugendreferenten, Bundesfreiwilligendienstleistenden und Kolleginnen und Kollegenseit Jahren versuche zu vermitteln.
In den zahllosen Workshops, Dozenturen und Seminaren zum Thema „Medienpädagogik“ oder auch „Medienkompetenz“ geht es häufig – geplant oder spontan – auch um das Thema „Fake News“ und darum, wie wir junge Menschen fit machen können, damit sie Falschmeldungen und Hetze nicht auf den Leim gehen. Letzthin habe ich im SPIEGEL einen Satz von Autor Maik Großekathöfer gelesen, der mir im Gedächtnis geblieben ist: „Wenn Wissen Macht ist, dann ist Desinformation eine Waffe.“
Wer Desinformation betreibt, also Unwahres verbreitet, die oder der richtet also eine Waffe auf ihre / seine Umwelt. Im Falle des Rechtspopulismus in Deutschland, Europa und der ganzen Welt nehmen Politikerinnen und Politiker ganz gezielt junge Menschen ins Visier, die gerade noch dabei sind, ihren Platz in unserer Welt zu suchen. Leichte Beute! Ein paar einfache, verkürzte „alternative Fakten“ und Versprechen hier, ein paar klare Sündenböcke dort – Stichwort „Geflüchtete“ oder „elendige Gutmenschen“ – und schon folgen einem viele Menschen auf der Suche nach dem, für was sie stehen möchten.
Ich finde, wenn wir, die wir als Christinnen und Christen mit jungen Menschen arbeiten und ein Interesse daran haben, dass diese Menschen die nötige Ausrüstung für ein selbstbestimmtes, glückliches Leben erhalten, da tatenlos zusehen, müssen wir uns fragen, ob wir im diakonischen Sinn richtig und verantwortungsvoll handeln.
Vertreterinnen und Vertreter der Kirche nehmen schon immer Aufgaben wahr, die von unserer Gesellschaft unzureichend erledigt werden: Hungernde speisen, Kranke pflegen, Hilfesuchenden beistehen. Da ist es in meinen Augen nur folgerichtig, wenn wir junge Menschen begleiten, die in unserem Bildungssystem nach wie vor viel zu wenig darüber lernen, was dieses kleine Gerät, auf das sie im Schnitt 224 Minuten am Tag schauen, da mit ihnen macht. Diese Zahl stammt übrigens aus der „JIM-Studie 2023“, die jährlich erscheint und ausgeschrieben „Jugend, Information & (Multi-) Media-Studie“ heißt. Es gibt sie kostenfrei im Netz oder sogar gedruckt zum Durchblättern – wer sich also näher mit dem Thema befassen möchte, findet hier einen guten Startpunkt.
Aber was war jetzt eigentlich mit dem Bibelvers vom Anfang? „Prüft alles und behaltet das Gute!“ Na, ihr könnt es euch vielleicht schon denken: Ein möglicher Ausweg aus der misslichen Lage, dass es immer mehr fehlgeleitete junge Menschen gibt, ist Aufklärung. Wir müssen Kindern und Jugendlichen die Ressourcen bereitstellen, die sie brauchen, um Informationen zu prüfen, Lügen zu entlarven und die guten – weil korrekten – Inhalte zu behalten. Dafür braucht es ein Problembewusstsein, geschärfte Sinne und Hilfestellungen dabei, Meldungen und Inhalte als gesichert falsch zu identifizieren.
Ein toller Ort, an dem wir, als diejenigen, die Kindern und Jugendlichen Bildungsangebote unterbreiten und ihnen beistehen, Infos finden und uns fortbilden können, ist „Klicksafe“ (www.klicksafe.de). KlickSafe ist Teil eines EU-Programms, das zum Ziel hat, die Medienkompetenz junger Menschen zu fördern. Auf der Website finden sich auch Links zu anderen großartigen Angeboten wie den Fact-Checkerinnen und -Checkern von „Mimikama“ (www.mimikama.at). Wer sich umfangreicher fortbilden möchte, wird vielleicht beim Evangelischen Medienhaus in Stuttgart fündig. Dort gibt es beispielsweise Grundkurse für die Medienarbeit mit Kindern (www.evmedienhaus.de/fortbildungen). Und für den ganz großen Wurf wäre dann da noch der Zertifikatskurs Medienpädagogische Praxis, kurz „mepps“. Die einjährige „Blended-Learning“-Weiterbildung zum Thema „Medienpädagogik“ wird von der „Clearingstelle Medienkompetenz“ der Deutschen Bischofskonferenz in Kooperation mit anderen kirchlichen und säkularen Trägern angeboten. (medienkompetenz.katholisch.de).
Wie auch immer ihr handelt, ob ihr euch selbst fortbildet oder Menschen einladet, die Ahnung haben: Ihr tut den jungen Menschen, die euch am Herzen liegen, und auch unserer Gesellschaft etwas Gutes, weil ihr dazu beitragt, dass wir eine Gemeinschaft mündiger Menschen sind und bleiben. Ich finde, jeder kleine Schritt auf dem Weg dorthin lohnt sich.
Medienliste
Liednummer | Liedtitel |
9 | Show Me, Lord |
31 | Mehr als wir suchen |
54 | Ich weiß es nicht |
55 | Weißt du |
56 | I Still Haven’t Found What I’m Looking For |
57 | Auf dem Weg |
58 | Irgendwas bleibt |
62 | Wenn wir Gott von ganzem Herzen suchen |
111 | Wir alle |
118 | So a schöner Tag (Der Flieger) |
119 | Halt dich fest |
120 | Wenn diese Freunde nicht wären |
122 | Wege vor mir |
123 | Unterwegs mit Gott |
124 | Geh aus, mein Herz, und suche Freud |
134 | Dass mein Leben sich lohnt |
135 | Beautiful Things |
143 | Lasse redn |
145 | Lean On Me |
152 | Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens |
163 | The Heart Of Worship |
192 | Let It Be |
206 | Meeting, Learning, Sharing |
207 | Auf dem Weg der Gerechtigkeit |
211 | Neue Spur |
222 | Was uns bleibt |
230 | Your Love Never Fails |
234 | Dieser Weg |
Heinzmann, Gottfried / Eißler, Hans-Joachim (Hg.): Das Liederbuch. glauben – leben – lieben – hoffen, buch+musik, Stuttgart 32015.
Liednummer | Liedtitel |
9 | Rescuer |
16 | Wohl denen, die da wandeln |
22 | Ready Or Not |
26 | Besser als Leben |
27 | Die Seligpreisungen |
43 | Ist da jemand |
53 | Lege deine Sorgen nieder |
56 | What About Us |
66 | Dafür steht das Kreuz |
73 | Da ist Freiheit |
78 | Neuer Tag, neues Glück |
79 | Ein neuer Morgen |
88 | Heilige und Sünder |
90 | Try |
97 | Ich bin bald da |
99 | Make Room |
103 | In The Light |
113 | You Say |
116 | Who You Say I Am/ Wer bin ich |
119 | Reckless Love/ Gewagte Liebe |
122 | Good Good Father |
124 | Let It Go |
126 | Chöre |
127 | Don’t Need To Be Perfect |
129 | Wie schön du bist |
132 | Glaubst du |
135 | Wie Christus mir, so ich dir |
136 | Build My Life |
144 | Größer |
146 | Goodness Of God |
148 | Noch nie |
150 | So Will I |
155 | Welt der Wunder |
156 | Diese Gnade |
161 | Vor dir |
171 | I Want It That Way |
174 | Don’t Stop Believin’ |
186 | Angst |
196 | Generation der Hoffnung |
201 | Warum feiern wir nicht |
204 | We Are Changing The World |
205 | Price Tag |
217 | Alles hat seine Zeit |
Kuttler, Cornelius / Eißler, Hans-Joachim / Krimmer, Michl / Seule, Johannes (Hg.): Das Liederbuch 2. glauben – leben – lieben – hoffen, buch+musik, Stuttgart 2021.
Hier findet ihr zwei Spotify-Playlists mit passenden Liedern zur Jahreslosung.
bumlnk.de/JL25_saekulare-songs
bumlnk.de/JL25_gemeindesongs
Medienliste
Die Medien stehen als Download oder Stream zur Verfügung unter www.oekumenischer-medienladen.de.
Die zusammengestellten Medien können aus lizenzrechtlichen Gründen nur von Personen aus Württemberg genutzt werden.
Alle anderen verweisen wir gern auf https://medienzentralen.de oder die Möglichkeiten durch eine CCLI-Lizenz.
Simon Denda, Deutschland 2020 | 29 Min., f., Kurzspielfilm
Nach einer wahren Begebenheit – Kenia, Afrika. Susanne, Chefdiplomatin und Repräsentantin der EU, besucht ein abgelegenes Dorf an der somalischen Grenze, das Opfer eines Terroranschlages wurde. Während die Hinterbliebenen alle Hoffnung in sie setzen, sind der Termin und die gemachten Versprechungen für Susanne reine realpolitische Routine. Doch nach einem schrecklichen Unfall, der durch ihre Anwesenheit ausgelöst wurde, wird sie gezwungen, ihre Komfortzone zu verlassen und sich gegen die etablierten Verhaltensmuster Europas zu stellen.
Gewalt, Afrika, Menschenrechte, Terrorismus, Menschenwürde
ab 14 Jahren
Johannes Bachmann, Schweiz 2019 | 25 Min., f., Kurzspielfilm
Sybille ist Schulleiterin, Politikerin und alleinerziehende Mutter eines jugendlichen Sohnes. Sie steht kurz davor, die Wahl zur Gemeinderatspräsidentin zu gewinnen, weil ihre rechtspopulistische Politik gut ankommt in der kleinen ländlichen Schweizer Gemeinde. Auch ihr geliebter Sohn Luca wird von ihr eingebunden, soll die Online-Aktivitäten der Wahlkampagne unterstützen. Entsprechend sieht seine Einstellung zu Ausländern aus. Aber erst, als eine albanische Mitschülerin behauptet, Luca hätte sie sexuell misshandelt, wird Sybilles klar, welche Werte sie vorlebt. Glaubt sie dem Mädchen oder ihrem Sohn? Wofür sie sich entscheidet, wird maßgeblich ihre politische Karriere bestimmen. Sybilles Leben und ihre Werte geraten ins Wanken.
Rechtsradikalismus, Werte, Lüge, Wahrheit, Politik, Moral
ab 14 Jahren
Rainer Fromm, Deutschland 2015 | 30 Min., f / sw., Dokumentarfilm
Der Film hat viele Facetten des Bösen, wie es sich in der Vergangenheit und in unserer Zeit in seinen drastischsten Formen zeigte und zeigt: Fundamentalistische Selbstmordattentäter, grausame Kriege, extremistische Terrorgruppen, Amokläufe – die Medien sind voll von Nachrichten dieser Art. Aber was genau ist das Böse und woher kommt es? Ist das Böse in der menschlichen Natur angelegt oder gibt es teuflische Mächte? Diese Frage wird anhand von Beispielen erörtert. Weiterhin wird das Phänomen aus neurobiologischer, theologischer, forensischer, philosophischer und filmwissenschaftlicher Sicht beleuchtet.
Gewalt, Rechtsradikalismus, Sünde, Böses, Teufel, Fundamentalismus, Recht
ab 14 Jahren
Rainer Fromm, Deutschland 2023 | 32 Min., f.,
Dokumentarfilm
Viele Menschen aus der bürgerlichen Mitte fühlen sich in Deutschland von der Regierung nicht mehr repräsentiert. Die Zuwanderungsdebatte, die Corona-Pandemie, die Debatte über den menschengemachten Klimawandel und die Konsequenzen für die privaten Haushalte haben Deutschland verändert. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger suchen nach einfachen Lösungsansätzen oder Sündenbockmechanismen, um der gefühlten Hilflosigkeit zu entgehen. Für Reichsbürgergruppen oder rechtsradikale Parteien wie die „Alternative für Deutschland (AfD)“ ist ein riesiges Reservoir an Interessierten gewachsen. Die Dokumentation von Rainer Fromm gibt tiefe Einblicke in die verschiedenen rechtsextremistischen Bewegungen und lässt deren führende Köpfe aber auch Mitläufer zu Wort kommen.
Identität, Zukunft, Vorurteile, Gesellschaft, Rechtsradikalismus, Vorbilder, Politik
ab 14 Jahren
Maximilian Damm / Julia Knopp, Deutschland 2018 | 60 Min., f., Dokumentarfilm
Sie waren jahrelang gefangen in einer Ideologie. Sie haben ihr komplettes Leben und sich selbst dafür aufgegeben. Sie waren Extremisten: ein Ex-Salafist und ein ehemaliger Neo-Nazi reisen zurück in ihre Vergangenheit. Zwei Jugendliche, die in der Pubertät zu Extremisten wurden. In völlig unterschiedlichen Gruppierungen und doch so ähnlich in der Biographie. Anhand ihrer Erfahrungsberichte stellt der Film eine der wohl brennendsten Fragen unserer Zeit: Warum radikalisieren sich Menschen? Was führt dazu, dass Hass entsteht? Dabei versucht die Dokumentation nicht anzuprangern, sondern zu verstehen.
Gewalt, Religion, Rechtsradikalismus, Hass
ab 14 Jahren
Alexander Spöri / Luca Zug, Deutschland 2023 | 25 Min., f., Dokumentarfilm
David S. ermordet in einem Einkaufszentrum neun Menschen mit Migrationshintergrund. Dann tötet er sich selbst. Seine rechtsextreme Radikalisierung fand auch auf Gaming-Portalen statt. Wie und warum werden Jugendliche zu Tätern und wo kann Prävention ansetzen? Die Konzeption zum Einsatz im Unterricht wurde von Violence Prevention Network erstellt und enthält wichtige Hinweise, die vor Zeigen des Films Beachtung finden sollten.
Gewalt, Rechtsradikalismus, Amok, Gewaltprävention
Rainer Fromm, Deutschland 2015 | 25 Min., f., Dokumentarfilm
Eine wirkungsvolle Extremismusprävention ist nicht nur Erziehungsziel der Schule, sondern steht auch immer wieder im Fokus der gesellschaftlichen Diskussion. Der Film und das ergänzende Arbeitsmaterial ermöglichen einen kritischen Blick auf Parolen des Rechtspopulismus. Inhalte der Dokumentation sind Definition, Feindbilder, Argumentationsmuster und die Darstellung von einschlägigen Gruppierungen in Deutschland und Europa. Dabei werden die Abgrenzung, aber auch die fließenden Übergänge zwischen Populismus und Extremismus deutlich.
Flüchtlinge, Rechtsradikalismus, Demokratie, Asyl, Rassismus, Politik, Fremdenhass
ab 14 Jahren
Didactmedia, Konstanz 2018 | 21 Min., f., Dokumentarfilm
Im Internet und in sozialen Netzwerken treten Rechtsextreme meist scheinbar harmlos auf – modern und jugendlich. Zu ihrer Strategie gehört es, unverfängliche Profile anzulegen, in denen es auch um Hobbys gehen könnte. Sie verbergen sich z. B. hinter Fanseiten von Fußballclubs, Tierschutzaktivisten oder Street-Art-Künstlern. Sie greifen aber auch politische Themen auf, wie Arbeitslosigkeit, Umweltschutz, Politikverdrossenheit und vermitteln diese Themen zeitgemäß. Es ist schwer, das auf den ersten Blick zu durchschauen. Die didaktische DVD zeigt anhand von konkreten Beispielen wie diese Strategien entlarvt werden können.
Nationalsozialismus, Rechtsradikalismus, Ideologie, Rassismus, Manipulation, Internet
ab 14 Jahren
Rainer Fromm, Deutschland 2020 | 24 Min., f., Dokumentarfilm
Der Film gibt einen Einblick in die aktuelle rechtsextremistische Szene in Deutschland. Neben den Gruppierungen, Strukturen und Wirkmechanismen, die gezeigt werden, thematisiert der Film beispielsweise Gruppierungen wie die Identitäre Bewegung, aber auch rechtsextremistische Attentate und rechtsterroristische Netzwerke. Dabei liegt ein Fokus auch auf der digitalen Welt des Rechtsextremismus: (weltweite) Vernetzung, Verunsicherung, Verbreitung.
Antisemitismus, Nationalsozialismus, Rechtsradikalismus, Ideologie, Rassismus
ab 14 Jahren
Daniel Che Hermann / Karla Stindt, Deutschland 2018 | 103 / 92 Min., f., Dokumentarfilm, 2 DVDs
In dieser Filmreihe beschäftigen sich junge Menschen mit Rechtspopulismus und dessen Auswirkungen auf eine Gesellschaft, in der rechtes Gedankengut zunehmend politisch und sozial etabliert wird. In den sieben Kurzfilmen untersuchen die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher den aktuellen Rechtspopulismus, sein Auftreten, seine Argumentationsmuster und seine Verbindungen zur rechtsextremistischen Szene und verdeutlichen aktuelle politische und soziale Tendenzen. Außerdem zeigen die Filme Möglichkeiten auf, sich dem zu widersetzen und sich für ein solidarisches, demokratisches Miteinander einzusetzen.
Gesellschaft, Rechtsradikalismus, Widerstand, Rassismus, Fremdenhass
ab 16 Jahren
Christopher Dillig, Deutschland 2021 | 21 Min., f., Dokumentarfilm
Besonders in Krisenzeiten haben Verschwörungserzählungen Hochkonjunktur. Der Film zeigt auf, was Verschwörungserzählungen sind, wie sie entstehen und welches Verbreitungspotenzial ihnen die digitale Welt bietet. Warum sind Verschwörungserzählungen eine Gefahr für Demokratie und Gesellschaft und wie kann man ihnen wirksam begegnen?
Kommunikation, Antisemitismus, Gesellschaft, Rechtsradikalismus, Demokratie, Wahrheit, Wirklichkeit, Hexen, Soziale Medien
ab 14 Jahren
Martin Viktor-Nudow, Deutschland 2020 | 23 Min., f., Dokumentarfilm
Vorbilder – so vielfältig wie das Leben. Der Film porträtiert vier unterschiedliche Personen, die sich allesamt durch ihr besonderes Engagement auszeichnen: Norman Stoffregen setzt sich als „stinknormaler Superheld“ für Umwelt- und Tierschutz ein, Mirko Drotschmann vermittelt auf seinem YouTube-Kanal Wissen über Politik und Geschichte, Kadir geht verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten nach und Sawsan Chebli kämpft als Politikerin gegen Hass und Rassismus. Der Film zeigt: Jede / Jeder kann ein Vorbild sein! Die Produktion ist sequenziert in 5 Kapitel: Vorbilder – so vielfältig wie das Leben (2:40 min.); Norman Stoffregen – ein stinknormaler Superheld (6:00 min.); Mirko Drotschmann – MrWissen2go (2:30 min.); Kadir Güzel – Engagement im Alltag (4:10 min.); Sawsan Chebli – Einsatz gegen Hass und Diskriminierung (7:10 min.).
Umwelt, Normen, Identität, Rechtsradikalismus, Klimawandel, Werte, Rassismus, Hass, Diskriminierung, Soziale Medien
ab 12 Jahren
Lucas Belvaux, Frankreich / Belgien 2017 | 115 Min., f., Spielfilm
Zur Image-Aufbesserung will eine rechtspopulistische französische Partei eine beliebte Krankenschwester als Kandidatin in die Kommunalwahlen schicken. Die bis dahin unpolitische Frau lässt sich nach anfänglichem Zögern überreden und nimmt Konflikte mit Patienten, Freunden und Familie in Kauf, bis sie die wahre Natur ihrer Förderer zu durchschauen beginnt.
Gewalt, Rechtsradikalismus, Demokratie, Werte, Lüge, Rassismus, Politik, Fremdenhass
ab 14 Jahren
Eric Toledano / Olivier Nakache, Frankreich 2019 | 110 Min., f., Spielfilm
„Ich finde eine Lösung“: Was wie eine Floskel klingt, ist für den Sozialarbeiter Bruno und seinen Kollegen Malik gelebte Wirklichkeit. Und das, obwohl der Alltag mit einem wilden Haufen Azubis und autistischen Jugendlichen einige Herausforderungen birgt. Das ewig klingelnde Notrufhandy lässt jedes Date platzen, und wenn Brunos Schützling Joseph mal wieder die Notbremse zieht, ist das Chaos perfekt. Mit zupackendem Engagement und unverwüstlichem Humor nehmen Bruno und Malik immer wieder den Kampf mit den Behörden auf und schaffen eine Gemeinschaft, in der jeder die Chance bekommt, über sich hinaus zu wachsen. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte.
Konflikte, Behinderte Menschen, Gesellschaft, Sozialarbeit, Vorbilder, Autismus
ab 14 Jahren
Julia von Heinz, Deutschland 2021 | 107 Min., f., Spielfilm
Lisa ist eine junge Mannheimer Jurastudentin aus einer wohlhabenden Familie. In Deutschland kommt es zu einem Rechtsruck, es finden Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und gewaltsame Übergriffe statt. Rechte Parteien, wie die „Liste 14“ (deren Polit-Design eine Anspielung auf die AfD darstellt), finden zunehmend Akzeptanz in der Bevölkerung. Luisa will dabei nicht tatenlos zusehen, sondern etwas dagegen unternehmen. Daher schließt sie sich einer Antifa-Gruppe an, in der sich ihre Freundin Batte engagiert. Zu den Mitgliedern der Gruppe gehören auch Alfa und Lenor. Sie möchten militant gegen Rechtsextreme vorgehen und deren Aufmärsche verhindern. Auch für Luisa wird Gewalt zunehmend ein akzeptables Mittel.
Konflikte, Gewalt, Gesellschaft, Rechtsradikalismus, Demokratie, Widerstand
ab 14 Jahren
Christian Schwochow, Deutschland / Tschechien 2021 | 121 Min., f., Spielfilm
In einem Berliner Wohnhaus explodiert eine Paketbombe. Von Maxis Familie überleben nur sie und ihr Vater Alex. Während Alex durch den Verlust den Halt verliert und sich in eine eigene Welt zurückzieht, wird Maxi in ihrer Trauer immer aggressiver – zumal der Verdacht, der Anschlag könne einen islamistischen Hintergrund haben, in ihr einfache Schlussfolgerungen auslösen: Tragen nicht die Migrationspolitik der Regierung und das linke Milieu, aus dem sie stammt, die Verantwortung an dem Verbrechen? Bald taucht der Student Karl auf und bringt sie mit der neurechten Bewegung „Re / Generation“ in Kontakt. Fasziniert von deren Dynamik und zum Teil äußerst charismatischen Mitgliedern, lässt sich Maxi auf die Gruppe ein. Mit ihrer tragischen Geschichte und ihren diffusen Ängsten wird sie schnell zu einem Sprachrohr der fremdenfeindlichen Bewegung.
Rechtsradikalismus, Demokratie, Fremdenhass
ab 14 Jahren
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