… weil ich’s kann

»Das habe ich noch nie versucht, also bin ich völlig sicher, das ich es schaffe.« (Pippi Langstrumpf) Mit der richtigen Einstellung geht meistens mehr, als man denkt oder sich im Vorfeld zugetraut hat.

Das neue KON-Thema »…weil ich’s kann« startet mit viel Selbstbewusstsein ins neue Jahr: Themenartikeln für MitarbeiterInnen und Bibelarbeiten für Gruppen vermitteln Stärke trotz Schwäche, einen konstruktiven Umgang auch mit Niederlagen und geben Tipps, wie inklusive Jugendarbeit funktionieren kann. Dazu werden Stundenentwürfe mit kooperativen Spielideen vorgestellt.

Die Fachstelle Inklusion des Kirchenkreises Lüneburg möchte Vielfalt selbstverständlich sein lassen und Angebote schaffen, in denen Menschen sich angenommen fühlen, so wie sie sind. Wir möchten Orte der Begegnung schaffen, bei denen es keine Rolle spielt, ob der Mensch eine Behinderung hat oder nicht. Alle Menschen sind willkommen und wertvoll. Seit vielen Jahren bieten wir deshalb viele verschiedene inklusive Angebote für alle Altersklassen an.

Zu unseren inklusiven Angeboten für Kinder und Jugendliche gehören z. B. die inklusive Konfizeit, inklusive Kinderferienwochen oder auch eine Jugendgruppe. In unserer inklusiven Konfizeit können Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung ihren eigenen Glauben entdecken und entfalten. Wir knüpfen Freundschaften, schaffen Erinnerungen und erzählen uns von unserem Glauben. Gerade weil wir auf das Lesen und Bearbeiten langer Texte verzichten, kommen wir ins Gespräch. Geschichten aus der Bibel werden erzählt und visuell umgesetzt. Die Schöpfungsgeschichte etwa stellen wir in einem Bodenbild dar, das die Teilnehmenden ansehen und berühren und vor allem selbst gestalten können. Bei uns soll jede:r teilhaben können und sich angenommen fühlen. Deswegen geben wir unser Bestes, damit unsere Angebote so gestaltet sind, das alle mitmachen können. Niemand soll einfach nur am Rand sitzen und zuschauen müssen.

Dinge, auf die wir besonders achten, sind z. B.:

  • Barrierefreie Räume und leichte Sprache
  • Das Ansprechen verschiedener Sinne
  • Methodische Vielfalt
  • Visuelle Unterstützung der Inhalte oder der Lieder, die wir singen
  • Mehr Gemeinschaft, weniger »Unterricht« – oder lernen durch Gemeinschaft

Wichtig hierbei ist: Inklusion bedeutet, dass die Gegebenheiten von vornherein so geschaffen sind, dass jede und jeder mitmachen kann. Gleichzeitig müssen wir in unserer Arbeit aber auch den individuellen Menschen sehen – das heißt, kein Angebot oder keine Gruppenstunde ist unbedingt gleich. Nur weil etwas im Vorjahr mit einer anderen Gruppe gut geklappt hat, heißt es nicht, dass alles immer gleich angewendet oder wiederholt werden kann. Inklusive Arbeit gelingt dann gut, wenn ein gutes Maß zwischen grundsätzlicher Barrierefreiheit und dem Ermitteln individueller Bedürfnisse gegeben ist. Das Wichtigste ist am Ende die Haltung und eine gute Kommunikation.

Beispiel einer Gruppenstunde im inklusiven Konfiunterricht

Einstieg ins Thema

Ein spielerischer Einstieg ins Thema kann für alle – ob mit Behinderung oder nicht – ein guter Zugang zum Thema sein.

CHAOSSPIEL

Es gibt verschiedene Aufgaben, die gegensätzlich sind, zum Beispiel:

  • Tür auf – Tür zu
  • Licht an – Licht aus
  • Stühle in den Stuhlkreis – Stühle wieder raus

Die Konfis bekommen, ohne von den anderen zu wissen, jeweils eine Aufgabe. Im Idealfall entsteht großes Chaos.

Folgende Fragen können im Anschluss diskutiert werden:

  • Was ist euch aufgefallen?
  • Wie war das für euch?
  • Was hättet ihr gebraucht, damit kein Chaos entsteht?

Vielleicht kommt jemand auf REGELN!

  • Was hat das alles mit mir zu tun?
  • Was hat das Thema mit den Konfis zu tun?
  • Welche Regeln kennen die Konfis? Zuhause, in der Schule oder im Alltag?

Auch in der Bibel gibt es Regeln: Die zehn Gebote!

Welche Gebote kennen die Konfis?

Gebote mit Bildern darstellen.

Zum Beispiel Comics. Passendes Material gibt’s hier: https://www.zaubereinmaleins-shop.de/home/religion/bildkarten-und-ausmalbilder-zu-den-10-geboten/ Stand: 30.01.2026

Tipp für Zwischendurch

Es kann sein, dass ihr eine (inklusive) Konfi Gruppe habt, die aus verschiedenen Gründen keine lange Aufmerksamkeitsspanne hat. Macht Pausen! Spielt ein kurzes Spiel oder singt ein Lied das sich einfach mitsingen lässt. Hauptsache Bewegung

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Beispiel Liedzettel aus der Fachstelle Inklusion

Jetzt geht’s weiter!

Wählt zwei Geschichten aus der Bibel – z. B. Nabots Weinberg und David und Bathseba

Teil die Konfis in zwei möglichst gleichgroße Gruppen ein. Jede Gruppe bekommt eine Geschichte. Wenn Menschen dabei sind, die nicht lesen können oder denen es schwer fällt, Texte zu verstehen, seht von der Bibelarbeit im Sinne von selbst lesen ab! Es ist nicht inklusiv, wenn alle selbst lesen und einer die Geschichte vorgelesen bekommt. Denn wir wollen gleichberechtigte Teilhabe!

Erzählt die Geschichte – nutzt Bildkarten oder andere Medien, die visuell unterstützen. Nutzt leichte Sprache.

Tipp:

Zurück zur Einheit:

Jede Gruppe hört (und sieht) nun eine Geschichte. In jeder dieser Geschichten, werden bestimmte Gebote gebrochen. Die Konfis sollen sich nun darüber austausche, welche Gebote gebrochen worden sind.

Tipp:

Lasst auch die Kinder mit Behinderung zu Wort kommen. Hört ihnen zu, auch wenn es ggf. etwas länger dauert. Fragt nach. Teilt die Gruppe ggf. vorher so ein, dass ein Kind/Jugendliche*r mit Behinderung in einer Gruppe ist, in der das gut möglich ist.

Nun kommen die Gruppen wieder zusammen. Baut eine Pyramide aus zehn Pappkartons auf. 

Eine Gruppe beginnt und fasst die Geschichte für die andere Gruppe kurz zusammen. Dann werden die gebrochenen Gebote benannt. Die Pappkartons sind Gebote und werden nun nacheinander aus der Pyramide gezogen. (Man darf nicht oben anfangen!)

Je mehr Gebote gebrochen werden, je instabiler wird die Pyramide. Besprecht, was das bedeutet.

Zum Schluss: RITUALE RITUALE RITUALE

Wir essen nach jeder Konfi-Stunde gemeinsam Abendbrot. Das dient der Gemeinschaft und so haben die Konfis Raum zu erzählen, was sonst so los ist. Das ist natürlich nicht bei jedem Modell möglich.

Wir sprechen am Ende gemeinsam das Vaterunser.

Dazu gibt es eine ,,Choreografie“ aus Gesten. Diese dient dazu, sich die Worte besser einzuprägen und die Erfahrung zeigt, das klappt gut! Zwei verschiedene Versionen findet ihr hier:https://seelsorge-regensburg.de/wp-content/uploads/2022/07/Vaterunser-Gesten.pdf

Bewegte Bibelarbeit zu Hebr 12, 1+2: Gemeinsam laufen, dranbleiben und ermutigt werden. Mit Blick auf Jesus lohnt sich das Durchhalten – im Ziel wartet die große Party!

Dann können wir mit Ausdauer in den Kampf ziehen, der vor uns liegt. Dabei wollen wir den Blick auf Jesus richten.“ (aus Hebräer 12,1+2)

Der Lauf

Ihr entscheidet selbst, wie die Strecke eures Laufs verläuft. Empfehlenswert ist ein Rundlauf, bei dem einfach mehrere Runden gelaufen werden müssen. Baut an der Strecke Stationen auf (beispielsweise drei Stationen), an denen es kleine Snacks (z. B. Riegel oder Bananen) und Getränke für die Teilnehmenden gibt. Pro Runde wird eine neue Station »freigeschaltet«. Zusätzlich zur Verpflegung bekommen alle Teilnehmenden jeweils einen kleinen Zettel an jeder Station (pro Runde einen Zettel). Auf diesem Zettel stehen kleine Ermutigungen und der Hinweis, dass im Ziel eine große Party auf sie wartet. Wichtig ist, dass während der gesamten Zeit des Laufs deutlich wird, dass es völlig egal ist, wie schnell oder entspannt die Teilnehmenden den Lauf absolvieren. Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, durchzuhalten. Sobald alle Teilnehmenden im Ziel angekommen sind, gebt ihnen einen kleinen Impuls zu Hebräer 12, 1+2 mit (siehe unten). Dann kann die Party starten 

Kurzer Impuls zu Beginn der Party

Herzlich willkommen zu unserer Party nach diesem spektakulären Lauf! Ihr habt es alle geschafft und seid ans Ziel gekommen. Jetzt warten hier erfrischende Getränke und leckeres Essen auf euch. Gönnt euch Erholung und Entspannung. Ihr seid wirklich toll und deswegen wollen wir euch diese Party schenken.

Bei diesem Lauf ging es nicht um Schnelligkeit, sondern nur darum, durchzuhalten und am Ende im Ziel anzukommen. Es war völlig egal, ob ihr die gesamte Strecke gerannt seid oder einen großen Teil auch einfach gegangen seid. Hauptsache, ihr seid dabeigeblieben und habt das Ziel nicht aus den Augen verloren. An der Strecke waren ein paar Stationen aufgebaut, an denen ihr diese Zettel bekommen habt. Kleine Erinnerungen, dass am Ende diese Party auf euch wartet und sich das Durchhalten lohnt. Das Leben kann manchmal echt anstrengend sein. Und auch ein Leben mit Jesus bedeutet nicht, dass es für uns immer leicht und schön ist. Aber ein Leben mit Jesus lohnt sich! Und wenn es mal hart ist und ihr eigentlich keinen Bock mehr darauf habt, dann hilft meist ein Blick darauf, warum ihr überhaupt mit Jesus unterwegs seid: Weil er euch unendliche Liebe schenkt. Verständnis, Trost, offene Arme, die auf euch warten. Und, weil am Ende eine Riesen-Party auf uns wartet. Ein bisschen viel größer als das, was ihr heute hier bekommen habt. Die beste Party, die ihr euch vorstellen könnt! Es lohnt sich also durchzuhalten – auch in schwereren Zeiten – und immer wieder auf Jesus zu schauen. Er ist bei dir.

An manchen Tagen kommt es mir so vor, als ob ich mein Leben überhaupt nicht im Griff habe. Dann wird mir angst und bange. Kennst du das Gefühl auch? Dann sehe ich auf all die Herausforderungen, die sich mir so stellen und ich sehe für mich überhaupt keinen Weg, wie ich damit nur umgehen soll. Wie ich alles schaffen soll. Wenn ich mich dann bei Instagram und Co. umschaue und mit anderen vergleiche, wird alles nur noch schlimmer. Scheinbar gelingt allen anderen, was mir verwehrt bleibt. Die sind klüger, erfolgreicher, beliebter als ich – und die Liste lässt sich beliebig erweitern. Und dann habe ich noch nicht auf die Lage der Weltpolitik geschaut.

An solchen Tagen wird es für mich Zeit, meinen Focus wieder neu auszurichten und mich auf das zu besinnen, was wirklich zählt. Und dann lande ich nicht selten bei Paulus. Komm mit und erfahre, was ich heute noch von Paulus (immer wieder neu) lernen kann.

Einstieg

Ankommen, gemeinsames Singen

Kleines Quiz zum Einstieg

die Gruppe wird in 2-3 Kleingruppen aufgeteilt; jede KG bekommt ein Set Tierfotos, einen Klebestift und ein Plakat. Die Tier-Bilder findest du hier: https://www.suedkurier.de/ueberregional/panorama/Die-15-toedlichsten-Tiere-der-Welt;art409965,9750018

Aufgabe:

»Sortiert die abgebildeten Tiere in der Reihenfolge ihrer tödlichen Angriffe auf Menschen und klebt sie entsprechend auf euer Plakat«

Vergleich der Ergebnisse und Auflösung

Ihr merkt: Man muss nicht groß sein, um etwas auszurichten. Der Dalai Lama hat es mal so formuliert: „Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.“ Aber auch, wenn wir das wissen, erleben wir doch oft das Gegenteil.

Hauptteil

Brainstorming

sammelt gemeinsam Situationen und Momente, in denen ihr euch zu »klein«, »machtlos« oder »schwach« gefühlt habt. Dazu schreiben alle jeweils eine Antwort auf einen Zettel, falten den und werfen ihn in eine kleine Schale – so bleibt es anonym und es fällt den Teilnehmenden leichter, sich zu öffnen. Nachdem alle fertig sind, mischt du die Zettel in der Schale nochmal durch und liest sie nacheinander vor.

Jemand aus der Gruppe erstellt ein Plakat, auf dem zu jedem Zettel ein Stichwort notiert wird – und wenn sich ähnliche Momente/Situationen ergeben, wird hinter das entsprechende Stichwort ein weiterer Zählstrich gemacht. (Tatsächlich erwarte ich, dass sich viele Situationen/Momente sehr ähneln bzw. wiederholen. Denn so etwas kennen in der Regel alle.)

Auswertung

Nach dem Erstellen der Liste wollen wir darauf schauen, wie es uns gelingen kann, in genau solchen Situationen und Momenten, in denen wir uns zu »klein«, »machtlos«, »schwach« … gefühlt haben, nicht gänzlich die Hoffnung zu verlieren. Dazu schauen wir uns die Person des Paulus an.

Erzähl über das Leben von Paulus in deinen eigenen Worten (»Vom Saulus zum Paulus«, Apostelgeschichte 7–9) und stell heraus, was für einen Wandel sein Leben genommen hat.

Um mit den Mädchen anschließend den Inhalten des 2. Briefes an die Korinther auf die Spur zu kommen, könnt ihr euch gemeinsam das Youtube-Video vom „BibelProject“ anschauen. Das kannst du entweder kostenfrei für deine Gruppe runterladen oder du bestellst dir das Plakat auf https://bibleproject.visiomedia.org/ und erzählst anhand der Bilder die Geschichte.

Impuls (s.u.)

Schluss

  • gemeinsames singen
  • Gebet

Impuls

»Aber der Herr hat zu mir gesagt: Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.«

Diese Worte von Paulus machen mir Mut. Machen mir Mut an den Tagen, an denen ich mein Leben nicht mehr im Griff habe, an denen mir angst und bange wird. Sei es, weil ich die Herausforderungen sehe, die durch Familie, Schule bzw. Beruf, Freunde etc. auf mein Leben einprasseln – sei es, dass ich bei einem Blick auf die Weltpolitik (fast) alle Hoffnung verliere.

»Aber der Herr hat zu mir gesagt: Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.«

Paulus war schon ein echt krasser Typ. Jemand, der keine Kompromisse gemacht hat. Als er Jesus noch nicht erkannt hatte, hat er sich mit vollem Engagement für den Glauben Israels eingesetzt und dabei auch nicht vor Opfern Halt gemacht. Nach seiner Berufung hat er mit genau derselben Intensität den Menschen von Jesus erzählt und sie zu Jesus eingeladen. Dabei hat er nicht auf sich selbst geachtet, hat seinen Ruf bei den Israeliten aufs Spiel gesetzt, hat bei seinen vielen Reisen seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt und bei seinen Gefangennahmen auch sein Leben aufs Spiel gesetzt. Paulus hat genug Situationen erlebt, in denen ihm angst und bange werden konnte. Und dennoch hat er weitergemacht, ist weitergereist und hat Menschen von Jesus erzählt.

Und gleichzeitig hat er immer wieder diese Abwehr von Menschen erlebt, die ihn klein gemacht haben, verspottet haben, nicht ernst genommen haben. Das waren nicht nur Israeliten, die treue Anhänger des Judentums waren, sondern auch andere Apostel. Also Christen, die dasselbe wie Paulus glaubten und Menschen einluden, ihr Leben Jesus anzuvertrauen. Dabei hatte er, im Gegensatz zu diesen anderen Aposteln, eine direkte Begegnung mit dem auferstandenen Jesus selbst erlebt. Das hat ihn immer wieder mit neuer Kraft erfüllt. Und die hat er auch gebraucht. Denn gleichzeitig litt Paulus an einer chronischen Erkrankung– dass ist mit dem »Stachel« gemeint, wenn er selber sagt: »Ich habe unbeschreibliche Dinge geschaut. Aber damit ich mir nichts darauf einbilde, hat Gott mir einen »Stachel ins Fleisch« gegeben: Ein Engel des Satans darf mich mit Fäusten schlagen, damit ich nicht überheblich werde. Dreimal habe ich zum Herrn gebetet, dass der Satansengel von mir ablässt. Aber der Herr hat zu mir gesagt: »Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.«

Ich lebe heute. Ich habe Jesus nicht so erlebt wie damals seine Jünger. Ich habe Jesus nicht so erlebt wie sein Apostel Paulus. Aber ich darf darauf vertrauen, dass die Zusage Jesu auch für mich heute gilt: »Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.« Ich muss nicht alles selbst schaffen. Ich muss nicht alles selbst im Griff haben. Ich muss die Welt nicht retten. Das hat Jesus schon getan.

Das Einzige, was ich machen kann und machen will: Ich will Jesus vertrauen! Jeden Tag aufs Neue. Auch wenn ich den Weg nicht sehe. Auch wenn ich die Hoffnung manches Mal fast verliere. Ich will auf seine Zusage vertrauen, dass er in meiner Schwachheit seine Größe zeigen wird. Ich will auf seine Zusage vertrauen, dass er in meinem Leben ist. Und das jeden Tag. Immer. Amen.

»Ich vermag alles durch den, der mich stark macht« (Phil. 4, 13)

Ablauf der Gruppenstunde:

  • Einstieg (2 Spiele)
  • Hinführung zum Bibeltext
  • Input
  • Fragen zur persönlichen Reflexion
  • Abschluss

Ablauf der Gruppenstunde:

  • Einstieg (2 Spiele)
  • Hinführung zum Bibeltext
  • Input
  • Fragen zur persönlichen Reflexion
  • Abschluss

 

Einstieg

Spiel 1: Stärken-Memory

Material: Zettel und Stifte

Ablauf: Jede Person bekommt einen Zettel und schreibt darauf 2–3 Stärken (Eigenschaften/Hobbys, Stärken, Talente …) Die Zettel werden eingesammelt und gemischt. Eine Person zieht einen Zettel und die Gruppe muss raten, wessen Stärken/Eigenschaften … das sind, bis alle Zettel zugeordnet wurden.

Überleitung: Die Bibel spricht oft anders über Stärke, als wir es erwarten. Was bedeutet es für euch »stark« zu sein? Ist Stärke eher körperlich, mental, emotional oder geistlich? „Darf“ man als Christ auch schwach sein?

Spiel 2: Getragen werden

Material: Augenbinden, Parcours mit Hindernissen (Stühle, Seile, Rucksäcke)

Ablauf: Die Gruppe wird in 2er- oder 3er-Gruppen aufgeteilt. Eine Person bekommt (wenn sie das möchte) die Augen verbunden. Die anderen Personen führen sie nur mit Hilfe der Stimme langsam durch einen Parcours, danach wird getauscht.

Auswertung:

  • Wie hat es sich angefühlt, keine Kontrolle zu haben?
  • War es schwer, der Stimme zu vertrauen?
  • Parallelen zu Gott?

Glaube und Leben bedeutet oft blindes Vertrauen – in mich selbst, in mein Können und meine Stärken und vor allem in Gott. Gott verspricht uns nicht, dass der Weg leicht wird, aber dass er uns führt und uns Stärke schenkt. Ein Bibelvers, der genau in diese Situationen spricht, ist Philipper 4,13: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht: Christus.“ (Phil 4,13/Schlachter)

Hinführung zum Bibeltext

Frage an die Gruppe: Wenn ihr diesen Vers hört, was kommt euch spontan in den Kopf, was bedeutet er für euch?

Typische Antworten sammeln: Erfolg, keine Angst, alles schaffen, immer glücklich sein, keine Probleme, etc.

Input

Ich vermag alles durch den, der mich stark macht. Ein ziemlich kraftvoller und hoffnungsvoller Bibelvers, der aber doch immer wieder aus dem Kontext gerissen wird. Genau diesen Kontext wollen wir nun genauer betrachten. Dazu lesen wir gemeinsam Philipper 4,10–13 (evtl. verschiedene Übersetzungen). Als Leitfragen können dienen: In welcher Situation schreibt Paulus diesen Vers? Was erlebt Paulus gerade? Was meint er mit »alles«?

Als Paulus den Philipperbrief schreibt, sitzt er im Gefängnis. Für die Verbreitung des Evangeliums hat er bereits weite Reisen und viele Hürden auf sich genommen. In seinem früheren Leben war Paulus ein Verfolger der Christen, doch nun steht er im Dienst Jesu und möchte die gute Nachricht auf der ganzen Welt verbreiten. Christus ist mittlerweile sein Lebensmittelpunkt, er verlässt sich nicht mehr nur auf seine Kraft und Stärke, sondern auf Gottes Wirken, Stärke und Eingreifen. Nicht er baut Gottes Reich, sondern Gott baut sein Reich durch ihn.

Egal, was und wo Paulus war, Gott war stets an seiner Seite – in den guten wie auch in den schlechten und herausfordernden Zeiten, wie hier im Gefängnis. Paulus kennt beide Situationen, daher kann er sowohl Mangel leiden als auch im Überfluss leben, Hunger haben und satt sein, schwach sein und stark sein. Für ihn zählen nicht mehr weltliche Dinge, sondern allein Christus.

»Alles« bedeutet für Paulus also nicht, alles zu bekommen, was man möchte, sondern auf Gott zu vertrauen. Das beinhaltet auch, auszuhalten und standzuhalten, wenn es schwierig wird – im Wissen darum, dass Gott stärkt, begleitet, führt und mitgeht.

Paulus verdeutlicht in diesem Vers, dass christliche Stärke nicht heißt, dass wir alles hinbekommen, keine Probleme oder Sorgen haben, denn Paulus kennt Leid, Angst und Unsicherheiten sehr gut. Aber er ist sich sicher, dass Gott mit ihm jeden Weg gehen wird, egal wie steinig dieser sein wird. Er weiß, dass allein Jesus zählt und nicht weltliches Glück oder Besitz. Die Stärke, die Gott ihm schenkt, ist, das alles auszuhalten, damit Paulus seine Aufgabe/Berufung, das Evangelium unter allen Menschen zu verbreiten, nachgehen kann. Jesus stärkt uns also auch in den Niederlagen unseres Lebens, in den Verlusten, den Problemen, dem Herzschmerz, wie auch in Zeiten des Erfolgs und Wohlergehens. Diese Stärke kommt dabei aus der Beziehung zu Gott und nicht aus Selbstoptimierung. Die Quelle unserer Stärke sind nicht wir, sondern Christus, der uns stark macht.

Fragen für Kleingruppen oder für jeden persönlich:

  • Wo wünsche ich mir gerade mehr Stärke?
  • Vertraue ich mehr auf meine eigene Kraft oder auf Gott?
  • Wie könnte es aussehen, Gottes Stärke konkret zuzulassen?

Abschluss

Phil 4,13 ist kein bloßer Motivationsspruch der sagt, dass wir uneingeschränkt alles können und bekommen, was wir uns wünschen, sondern es ist ein Vers des Vertrauens. Stärke heißt nicht, immer alles allein im Griff zu haben, sondern auf Gott zu vertrauen und sich von ihm tragen zu lassen – auch, wenn das einfacher klingt, als es ist … Gebet

Das Tippspiel ist ein Gruppenspieleabend mit besonderen Gewinner*innen. Bei den meisten Spieleabenden oder Gameshows gewinnen die Teams oder Personen, die sich am besten schlagen, die am sportlichsten, am geschicktesten oder am schlausten sind.

So ist das Tippspiel nicht. Hier gewinnt, wer alle anderen am besten einschätzen kann.

Beim Tippspiel treten alle in verschiedenen kleinen Minispielen gegeneinander an. Jeweils 2 Personen spielen gegeneinander. Spiele und Kontrahent*innen werden spontan zufällig ausgelost. Jede Person spielt mal ein Spiel. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob du dein Minispiel gewinnst oder nicht. Wichtig ist, wie du in dieser Gruppenstunde tippst.

Ablauf der Gruppenstunde:

Zunächst wird der grundsätzliche Spielablauf erklärt (siehe oben). Das Tippspiel besteht aus verschiedenen Runden (pro 2 Personen 1 Runde mindestens; bei 20 Teilnehmenden also mindestens 10 Runden).

Alle bekommen zu Beginn einen Tipp-Zettel, auf dem sie vor jedem Spiel eintragen, wer ihrer Ansicht nach das Spiel gewinnen wird. Nach jedem Spiel tragen alle auf ihrem Zettel ein, ob sie richtig getippt haben oder nicht. Ein richtiger Tipp gibt natürlich einen Punkt für die Endabrechnung. Alle tippen jedes Spiel – trete ich selbst an, muss ich auf mich selbst tippen.

15 mögliche Minispiele inkl. Materialliste findest du zum Download bereit, genauso wie den Tipp-Zettel.

Waren alle Teilnehmenden mindestens einmal an der Reihe und haben ein Spiel gespielt, wird zusammengezählt. Wer hat die meisten Spiele richtig getippt und gewinnt?

Abschlussandacht:

Beim Tipp-Spiel geht es nicht darum, selbst erfolgreich im eigenen Spiel zu sein. Es geht vielmehr darum, alle anderen richtig einzuschätzen.

In unserem Alltag schätzen wir ständig Menschen ein. Das machen wir oft ganz automatisch. Und es ist ganz natürlich. Wir versuchen sofort, oft unterbewusst, Menschen einzuordnen oder zu beurteilen. Und dann ist es wie beim Tippspiel. Manchmal liegen wir mit unserer Einschätzung goldrichtig. Und manchmal liegen wir daneben.

Lest gemeinsam die Geschichte vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37).

In diesem Gleichnis erzählt Jesus davon, dass ein Mann überfallen und schwer verletzt auf der Straße liegengelassen wird. Dann kommen verschiedene Menschen an ihm vorbei, zum Beispiel ein Priester – also ein Geistlicher, ein Jude (Christen gab es zu Jesu Zeiten ja noch gar nicht). Ein Mensch, der an Gott glaubt und die Gebote kennt. Ich hätte ja fest drauf getippt, dass der dem Verletzten hilft. Du nicht auch? Er hat es nicht getan.

Irgendwann kam ein Samariter. Das waren damals wenig angesehene Menschen. Viele Juden sahen sie als ihre Feinde an. Da hätten damals viele wahrscheinlich darauf gewettet, dass der bestimmt einfach weitergeht. Aber das tut er nicht. Gerade der, von dem es damals wohl die wenigsten erwartet haben, hilft. Er kümmert sich zuerst selbst, leistet erste Hilfe. Und dann sorgt er dafür (und bezahlt auch noch mit seinem Geld dafür), dass der Mann auch weiter gut versorgt wird und wieder gesund werden kann, als er selbst weiterreisen muss.

Großartig! Und vielleicht überraschend.

Es zeigt, dass es zwar normal ist, dass wir alle anderen Menschen ständig einzuschätzen versuchen. Aber dass wir gut daran tun, trotzdem immer mindestens zweimal  hinzusehen und offen zu bleiben für andere Menschen – für das, was sie wirklich können, möchten und tun. Amen.

Die Mini-Spiele

Eine übersichtliche Tabelle mit allen Spielen steht zum Download bereit.

Teebeutelweitwurf

Beide Spieler*innen bekommen je einen Teebeutel und nehmen davon das Papieretikett in den Mund, so dass der Beutel an der kleinen Schnur baumelt. Auf diese Weise versuchen beide den Teebeutel von einer Startmarkierung aus möglichst weit zu werfen. Wer wirft weiter?

Material:   2 Teebeutel, evtl. Maßband

Gummistiefelweitwurf

Von einer Startmarkierung aus werfen beide Spieler*innen nacheinander einen Gummistiefel. Geworfen wird allerdings mit dem Fuß. Wer wirft weiter?

Material:   1 Gummistiefel

Mathe

Beiden Spieler*innen wird für 30 Sekunden eine lange Zahlenfolge gezeigt. Nach Ablauf der 30 Sekunden bekommen beide Spieler*innen je ein Blatt und einen Stift und schreiben alle Zahlen auf, die sie sich gemerkt haben. Wer konnte sich mehr merken?

Material:   1 Blatt mit einer Zahlenfolge mit mindestens 20 Stellen, 2 Blatt Papier, 2 Stifte

Deutsch

Beiden Spieler*innen wird für 30 Sekunden viele Begriffe und Wörter gezeigt. Nach Ablauf der 30 Sekunden bekommen beide Spieler*innen je ein Blatt und einen Stift und schreiben alle Worte auf, die sie sich gemerkt haben. Wer konnte sich mehr merken?

Material:  1 Blatt mit vielen Begriffen und Worten (mindestens 20), 2 Blatt Papier, 2 Stifte

Darts

Beide Spieler*innen haben je 3 Würfe auf die Dartscheibe. Wer erzielt mit diesen drei Würfen zusammengerechnet mehr Punkte?

Material:  eine Dartscheibe, 3 Dartpfeile

Was ist wo?

Beide Spieler*innen bekommen je eine Karte und einen Stift. Anschließend werden ihnen gleichzeitig Bilder von Sehenswürdigkeiten gezeigt. Die beiden markieren mit dem Stift, wo genau die Sehenswürdigkeit sich befindet (welche Stadt). Nach 5 Bildern wird aufgelöst. Wer lag bei mehr Bildern richtig?

Material:  2 Landkarten einer bestimmten Region, eines Landes oder Erdteils (wichtig ist nur, dass beide gleich sind); 2 Stifte; Bilder von Sehenswürdigkeiten (passend zur Karte); Liste mit Lösungen

Handwerk hat goldenen Boden

Die beiden Spieler*innen kloppen gleichzeitig ihren Nagel ins Holz (beide Nägel sollten schon im Holz stecken). Wer wird zuerst fertig?

Material:  2 Holzbalken oder Baumstümpfe, 2 Hammer, 2 Nägel

Wir haben Zeit

Die beiden Spieler*innen haben die Aufgabe eine exakte Zeit abzuschätzen, z. B. 1 Minute. Damit sie keine Hilfe dabei bekommen, spielen sie mit Augenbinden, also blind. Auf ein Kommando beginnt das Spiel. Glaubt ein*e Spieler*in, dass die Zeit um ist, wird dies durch Handheben angezeigt. Wer liegt richtig bzw. näher dran?

Material:  1 Stoppuhr, 2 Augenbinden

Geburtstag

Den beiden Spieler*innen gegenüber stehen zwei entzündete Kerzen. Mit den Wasserpistolen schießen die beiden ihre Kerzen auf ein Kommando hinaus. Wer löscht schneller?

Material:  2 Kerzen, Streichhölzer/Feuerzeug, 2 Wasserpistolen

Bibel

Beide Spieler*innen bekommen je eine Bibel und müssen nun bestimmte Bibelstellen aufschlagen. Wer zuerst den richtigen Vers vorliest, holt einen Punkt. Wer holt zuerst 3 Punkte?

Material:  2 (identische) Bibeln, Liste mit verschiedenen Bibelstellen

Er lebe hoch!

Beide Spieler*innen bekommen je einen Schläger und einen Ball. Auf ein Kommando starten beide und halten den Ball mit dem Schläger hoch. Das Spiel geht so lange, bis einer Person der Ball auf den Boden fäll. Wer schafft es länger?

Material:  2 Tischtennisschläger, 2 Tischtennisbälle

Cupcakes

Beide Spieler*innen sitzen am einem Tisch. Vor ihnen steht je eine Tasse. Ihre Aufgabe ist es nun, mit dem Trinkhalm das Cupcakeförmchen so in die Luft zu pusten, dass es in der Tasse landet. Wer das schafft, bekommt einen Punkt. Wer erzielt zuerst zwei Punkte?

Material:  2 Cupcakeförmchen, 2 Trinkhalme, 2 Tassen/Gläser (identisch)

rot, weich und quadratisch

Auf ein Kommando hin machen sich beide Spieler*innen auf den Weg und suchen 2 verschiedene Gegenstände zusammen. Einer muss rot sein, einer weich und einer quadratisch. Wer bringt zuerst alle drei Gegenstände?

Bierdeckel

Beide Spieler*innen bekommen je 5 Bierdeckel und müssen damit versuchen von einer Startmarkierung in den Eimer zu treffen. Wer erzielt mehr Treffer?

Material:  1 Eimer, 10 Bierdeckel

ABC

Beide Spieler*innen bekommen Papier und Stift. Außerdem wird ihnen ein Thema vorgegeben (z. B. Tiere). Sie haben nun 2 Minuten Zeit, zu jedem Buchstanden des Alphabets eine Tierart aufzuschreiben. Wer schafft mehr?

Material:  2 Blatt Papier, 2 Stifte, 1 Stoppuhr

Mit Team-Games oder Kooperationsspielen lassen sich großartige Gruppenstunden gestalten. Solche Spiele können dazu beitragen, dass eine Gruppe sich besser kennen und verstehen lernt und weiter zusammenwächst. Außerdem lassen sich durch Kooperationsspiele bestimmte Werte vermitteln wie gegenseitige Rücksichtnahme und Zusammenhalt.

In diesem Artikel stellen wir dir einige Spiele vor, an denen du dich mit deiner Gruppe ausprobieren kannst und die ihr gemeinsam spielen könnt. Entscheide selbst, welche Spiele für deine Gruppe und den Anlass am besten geeignet sind. Manche der folgenden Spiele sind eher Herausforderungen an die Gruppe, andere dienen eher zum (noch besseren) Kennenlernen. Alle hier aufgeführten Spiele eint: Es gibt keine einzelnen Gewinner*innen – die gesamte Gruppe gewinnt oder verliert gemeinsam.

Was uns verbindet

Die Gruppe bewegt sich durch den Raum. Auf ein Zeichen (zum Beispiel immer, wenn die Musik ausgeht) stellen sich zwei Menschen voreinander und betrachten sich gegenseitig. Dabei zählen sie alle Gemeinsamkeiten auf, die ihnen aneinander auffallen.

Bei Gruppen, die sich schon besser kennen, können auch nicht nur Äußerlichkeiten genannt werden. Wer zum Beispiel weiß, dass sein Gegenüber dasselbe Hobby hat, darf auch das gerne nennen.

Material: –

Wir sortieren

Die Gruppe bekommt die Aufgabe, sich selbst zu sortieren zum Beispiel nach

  • Namen
  • Größe
  • Schuhgröße
  • Alter

Varianten:

Um das Spiel schwerer zu gestalten, kann die Regel eingeführt werden, dass die Gruppe dabei nicht miteinander sprechen darf.

Eine weitere Variante, die das Spiel komplizierter macht, ist, dass die Gruppe zwar sprechen darf, aber alle Spieler*innen mit Augenbinde, also blind, spielen.

Material: ggf. Augenbinden

Flussüberquerung

Die Gruppe hat die Aufgabe, eine bestimmte festgelegte Strecke zu überwinden (einen gedachten Fluss zu überqueren). Natürlich darf dabei niemand in den Fluss treten, denn die Strömung ist so stark, dass das zu gefährlich wäre. Deswegen bekommt jede Person einen großen Stein (eine Teppichfliese oder Ähnliches), um den Fluss zu überqueren. Diese Steine kann die Gruppe in den Fluss legen und so trockenen Fußen auf die andere Seite gelangen. Allerdings gehen die Steine unter oder rollen davon, wenn niemand aus der Gruppe auf ihnen steht bzw. sie berührt. So kann die Gruppe auch Steine während des Spiels verlieren.

Wie schafft es die Gruppe, alle Mitglieder sicher auf die andere Seite zu bringen?

Material: Teppichfliesen oder Ähnliches (1 pro Person)

Das Labyrinth

Für dieses Spiel ist ein ca. 6 x 8-Felder-Spielfeld auf dem Boden nötig. Ihr könnt es mit Klebeband kleben oder draußen mit Kreide zeichnen. Die einzelnen Felder sollten so groß sein, dass eine Person darin stehen kann. Es gibt einen richtigen Weg über dieses Feld – nur einen. Diesen Weg kennt nur die Spielleitung. Die Gruppe hat die Aufgabe, den Weg auszukundschaften.

Folgende Regeln gelten:

  • Es darf immer nur eine Person das Feld betreten und versuchen, den richtigen Weg zu gehen.
  • Nach jedem Schritt in ein neues Feld gibt die Spielleitung an, ob der Weg richtig ist oder nicht.
  • Falls ein falsches Feld betreten wurde, muss die Person zurück aus dem Feld und eine andere Person aus der Gruppe muss neu beginnen.
  • Alle richtigen Felder in der richtigen Reihenfolge muss die Gruppe sich merken (ohne sich Notizen zu machen).
  • Die übrigen Mitglieder dürfen ihr Teammitglied, das auf dem Feld unterwegs ist, beraten.

Material: Klebeband oder Kreide fürs Spielfeld; Lösungsweg für die Spielleitung

Das Spinnennetz

Draußen zwischen zwei Bäumen spannt ihr verschiedene Wollfäden (oder Seile), so dass dort ein Spinnennetz entsteht. Die einzelnen Lücken im Netzt sollten so groß sein, dass eine Person hindurchpasst. Die Gruppe steht nun vor der Aufgabe, alle Spieler*innen durch das Netz auf die andere Seite zu transportieren.

Dabei gelten folgende Regeln:

  • Jedes Loch im Netz darf nur von einer Person genutzt werden.
  • Die Gruppenmitglieder dürfen sich gegenseitig unterstützen (beraten, hochheben, festhalten …) – immer natürlich so, dass es sich für niemanden unangenehm anfühlt. Das heißt: die Person, die gerade durch das Netz hindurch will, entscheidet, wer ihr in welcher Form hilft.

Variante:

Wenn es noch schwerer sein soll: Die Spinnennetzfäden dürfen nicht berührt werden. Wenn ein Teammitglied einen Faden berührt:

  • muss die Gruppe entweder komplett von vorne beginnen oder
  • bekommt dieses Teammitglied ein Handicap (zum Beispiel eine Augenbinde oder einen Arm an den Körper gebunden).

Material: Wolle und Schere, evtl. Augenbinden

Der Stab

Die Gruppe stellt sich so eng zusammen, dass sie alle gemeinsam einen langen Stab halten – diesen dürfen sie allerdings nur mit ihren Zeigefingern berühren. Alle Spieler*innen müssen zu jeder Zeit ihre Fingerspitze am Stab haben. Nun ist die Aufgabe, den Stab auf den Boden zu legen. Sollte dabei eine Person den Stab nicht mehr berühren, muss die Gruppe von vorn beginnen.

Variante: Die Gruppe darf bei diesem Spiel nicht miteinander sprechen.

Material: ein langer Stab

Die Stäbe

Die Gruppe steht im Kreis. Jede Person hat einen eigenen Stab.

Alle stellen ihren Stab neben sich auf den Boden und berühren ihn lediglich mit der Handfläche. Auf ein Kommando lassen dann alle ihren eigenen Stab los und versuchen den Stab der Person links neben sich festzuhalten, bevor dieser umfällt.

Material: viele Stäbe (1 pro Person)

Das Planenspiel

Eine große Plane oder Decke wird auf dem Boden ausgelegt. Die Gruppe stellt sich darauf. Aufgabe ist es nun, die Plane einmal komplett umzudrehen. Dabei darf allerdings niemand die Plane verlassen und auf den Boden treten.

Material: eine große Plane oder Decke

HulaHup

Die Gruppe steht im Kreis, alle fassen sich dabei an den Händen. Zwischen zwei Personen hängt ein Reifen im Kreis. Der muss nun so bewegt werden, dass alle aus der Gruppe einmal durch den Reifen gehen. Dabei dürfen die Hände natürlich nicht losgelassen werden. Wie schnell schafft die Gruppe das?

Material: ein Reifen

Tennis

Alle bekommen jeweils 2 Tennisbälle. Aufgabe ist es, dass alle Personen gleichzeitig auf ihren zwei Tennisbällen stehen – für mindestens 3 Sekunden. Dabei darf sich die Gruppen gegenseitig helfen und unterstützen.

Material: viele Tennisbälle (2 pro Person)

Fröbelturm

Die Gruppe versucht, mit dem Fröbelturm gemeinsam einen Turm aufzubauen.

Material: 1 Fröbelturm

Geometrie

Die Gruppe stellt sich im Kreis auf, alle bekommen eine Augenbinde und spielen blind. Im Kreis halten alle ein Seil in ihren Händen. Die Aufgabe der Gruppe ist nun mit dem Seil zusammen eine geometrische Figur (Dreieck, Quadrat) zu legen.

Material: ein langes Seil, Augenbinden für alle

Aufstehen!

Die Gruppe sitzt im Kreis und hält sich an den Händen. Nun versuchen sie gemeinsam aufzustehen, ohne dabei die Hände loszulassen.

Material: –

Zum Abschluss eine Andacht:

Reflektiert zum Ende eurer Gruppenstunde die gemeinsamen Spiele und Aufgaben:

Wie hat das alles geklappt? Was ist dabei aufgefallen? Was war wichtig für den gemeinsamen Erfolg?

Die Bibel ist voll von Geschichten, in denen Menschen zusammengearbeitet haben. Welche Storys fallen euch ein?

Vielleicht

  • Mose, der von seinem Bruder Aaron unterstützt wird, als er das Volk Israel aus Ägypten führen soll
  • Der Gelähmte, der von seinen Freunden zu Jesus gebracht wird
  • Die Jünger, die mit Jesus als Gruppe unterwegs sind und ihn begleiten
  • Maria und Josef, die zusammen nach Bethlehem reisen
  • Die Hirten oder die Weisen in der Weihnachtsgeschichte, die auch in Teams unterwegs sind

Wir haben heute auch zusammen als Team gespielt und uns den Herausforderungen und Aufgaben gestellt. Wir waren heute nicht allein. Wir haben zusammengehalten, zusammen Erfolg gehabt. Oder auch zusammen Misserfolg erlebt und es gemeinsam noch einmal versucht.

Wir haben uns und wir haben Gott.

Gott möchte auch gern Teil unseres Teams sein – uns unterstützen, mit uns unterwegs sein, durchs Leben, uns begleiten.

Du bist nicht alleine. Du musst nicht alles alleine schaffen. Du darfst um Hilfe bitten. Du darfst selbst helfen.Wir sind ein großes Team und gemeinsam sind wir stärker – miteinander und mit Gott.

Songandacht

Ein Mädchen aus meiner Jugendstadtteilarbeit postet von sich ein Selfie auf Facebook. Es gibt einige Komplimente, Küsschen und Likes, für die sie sich bedankt. Doch plötzlich erscheint ein Kommentar, der mich zusammenzucken lässt. „Du fettes Walross!”, schreibt ein Junge, gefolgt von drei lachenden Smileys. Das Mädchen reagiert nicht darauf, auch nicht mehr auf die folgenden Kommentare, die wahlweise den Jungen beschimpfen oder ihr Komplimente machen. Der kurze „Hurra”-Höhenflug, die lieben Worte und Komplimente, das schöne Gefühl – zerstört mit nur drei Worten. Leider ist es in unserer Zeit sehr beliebt geworden, sich zu „bashen” oder zu „dissen”, vor allem in den sozialen Netzwerken.

Nicht immer muss es so krass sein. Fakt ist jedoch, dass es viele Komplimente und Ereignisse braucht, damit wir uns wieder gut fühlen. Wie gut ist es da, wenn wir Freunde haben, die uns ein Hurra ins Gesicht sagen, die uns zeigen, dass wir wertvoll sind, wenn wir mal wieder an uns zweifeln, wenn wir auf das Schlechte starren, wenn uns erneut jemand verletzt hat.

Wir brauchen Ermutigung, Lob und tröstende Worte. In Sprüche 16,24 steht: „Freundliche Worte sind wie Honig: süß für den Gaumen und gesund für den ganzen Körper” (GNB). Die Bibel spricht oft davon, wie wichtig gute Worte sind. Jesus benutzt immer wieder gute Worte, um uns zu ermutigen und uns zu sagen, dass wir wertvoll sind (Vergleiche dazu Mt 6,25-33). Daneben braucht es aber unsere Bereitschaft, Gutes, seien es Worte oder Taten, anzunehmen.

Was es für Auswirkungen haben kann, wenn wir uns darauf einlassen, beschreibt Bosse sehr gut in seinem Lied. Das hört sich einfach an, gehört aber zu unseren größten Herausforderungen. Denn haben uns Worte erst einmal verletzt und stecken wir in unseren Gedanken fest, ist es schwer zu uns durchzudringen. Warum nehmen wir es uns so zu Herzen, wenn teilweise fremde Menschen uns beleidigen oder einen Spruch reindrücken? Die Person, die uns verletzt hat, denkt darüber nicht mehr nach, aus den Augen aus dem Sinn, während wir immer wieder durchspulen: „Bin ich wirklich dick? Ein Versager? Ein Opfer?” Fatal ist daran, dass wir nicht merken, wie wir dabei anderen erlauben, mit dummen Aussagen oder Kommentaren unseren Wert zu bestimmen und Einfluss auf unsere Gefühle zu nehmen.

Erlauben wir auf der anderen Seite auch, dass man uns aufbauen, ermutigen und unsere Gedanken korrigieren darf? Gott ist der, der am besten und tiefgehend in jedes Leben immer wieder ein „Hurra” rufen will. Ein „Hurra”, weil wir wertvoll sind (Mt 6,26), ein „Hurra”, dass er uns liebt mit einer Liebe, die kein Ende hat (Jer 31,3), ein „Hurra”, dass wir kein Irrtum, sondern gewollt sind (Ps 139,14) und noch viele weitere. Wie tut er das? In seinen Zusagen in der Bibel, die die Wahrheit sind, auch dann, wenn unsere Gefühle etwas anderes sagen, durch Menschen, die uns lieben, und in Gemeinschaft mit anderen, die auch eine Beziehung zu Jesus leben.

Wem wirst du in Zukunft erlauben, deinen Wert zu bestimmen? Was wird es mit dir machen, wenn du ab heute die „Hurras” von Gott und anderen zu dir durchdringen lässt?

Songandacht

Psychologie zu studieren, das war schon immer sein Traum. Er hat sich dafür im Abitur angestrengt, alles für seinen Traum gegeben und sich dann in ganz Deutschland beworben. Doch – es reicht nicht. Nirgends gibt es einen Platz für ihn als Psychologiestudent. Er sitzt verzweifelt am Tisch, als er die nächste Absage öffnet. Spürt Stillstand und Frust.

Sie ist glücklich mit ihrer Familie, die sie liebt. Sie spürt die Urlaubssonne auf ihrer Haut und ist zufrieden. Nach dem Sommerurlaub eine leise Ahnung – dann bekommt der Knoten einen Namen: Krebs. Das Leben wird auf den Kopf gestellt. Sie ist sauer und wütend auf Gott: Wo soll es nur hingehen? Was sich vor Wochen wie Freiheit angefühlt hat, ist auf einmal Angst, pure Enge und Ausweglosigkeit.

In den ersten beiden Zeilen beschreibt Joris genau das: Er steckt fest. Er fühlt sich „mittendrin” und doch „nur dabei”, nichts bewegt sich. Wahrscheinlich kennst du solche Momente aus deinem Leben. Wenn du feststeckst, keinen Ausweg siehst und es weder vor noch zurückgeht. Wenn du irgendwie nur „an” und „aus” bist, funktionierst, aber nicht lebst, wenn du dich bewegst und doch nur auf der Stelle trittst.

In diesem Lied steht Joris am Meer und schaut hinaus: mit all dem, was ihn belastet, mit all dem, was schwer auf seinen Schultern liegt, und mit all dem Frust. Die Bibel berichtet von zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus (vgl. Lk 24,13-35). Sie werden von ähnlichen Gefühlen geplagt, denn Jesus, ihr Lehrer und Freund, wurde gekreuzigt. Und als wäre das nicht genug, wurde sein Leichnam auch noch aus dem Grab gestohlen! Sie wissen nicht mehr weiter. Alles hatten sie auf ihn gesetzt, ihr Leben nach ihm und seinen Ideen ausgerichtet und jetzt ist er tot. Wie soll es für sie nur weitergehen?

Auf dem Weg schließt sich ihnen ein Mann an. Er ist interessiert und fragt nach, wieso die beiden so traurig und frustriert sind. Die Zwei erzählen von der aussichtslosen Situation, von ihrem Frust und ihrer Ausweglosigkeit. Am Abend bitten sie den Fremden, bei ihnen zu bleiben. Beim gemeinsamen Essen erkennen die beiden: Der Fremde ist Jesus! Er war die ganze Zeit bei ihnen, hat sie begleitet und ihren Frust und die Verzweiflung mitgetragen. Ihnen zugehört und sie ermutigt. Nach dieser Begegnung dreht sich für die beiden alles. Sie können voll neuen Mutes durchstarten. „Es riecht nach Neustart.”

Wenn du in deinem Leben ziellos in die Zukunft schaust wie auf das weite Meer und nicht mehr weißt, wie es weitergehen soll, dann wirf es Jesus hin. Sag ihm, wie es dir geht und was schwer auf deinen Schultern lastet. Jesus ist da und wartet auf dich, er sehnt sich danach, dir einen neuen Weg zu zeigen. Er hört dir zu und er begleitet dich – so wie die Jünger auf ihrem Weg.

Als Joris am Meer steht und ihm der Wind ins Gesicht peitscht, ändert sich etwas. Plötzlich spürt er Rückenwind, öffnet die Augen und erkennt endlich einen neuen Weg. Und dann beginnt er zu rennen. Den Strand entlang – „weil ich jetzt wieder weiß, wer ich bin”. Wenn du mit Jesus unterwegs bist, wird auch für dich der Moment kommen, in dem dir der Wind den Rücken stärkt und du dich aus dem Stillstand heraus auf einen neuen Weg machen kannst.

Songandacht

„Five hundred twenty-five thousand six hundred minutes, five hundred twenty-five thousand moments so dear …” Fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert Minuten, fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert liebe Momente, diese unfassbar große Zahl scheint als Ohrwurm leicht zu erfassen. Dazu die Melodie, die es einem leichter macht, sich diese Zahl zu merken. Fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert Minuten – daraus setzt sich ein Jahr zusammen – vorausgesetzt, es ist kein Schaltjahr. Ganz schön viele kleine Momente …

Die Sänger stellen die Frage: In was für einer Einheit misst man ein Jahr? Klar … das geht in Tagen, in Stunden, in Minuten … Aber sind das wirklich Maßstäbe, die einem Jahr in unserem Leben gerecht werden? Die Sänger machen naheliegende, traurige, witzige und ausgefallene Vorschläge: Wie wäre es, ein Jahr in Sonnenaufgängen zu messen? Hast du welche erlebt im letzten Jahr? – Oder in Lachen? Welche Momente fallen dir ein, wo du dich im letzten Jahr vor Lachen nicht mehr halten konntest? – Oder in dem, was einem schwer gefallen ist? Was sind die Schwierigkeiten, die dein letztes Jahr ausgemacht haben? – Oder in den Wahrheiten, die man gelernt hat? Den Tränen, die man vergießen musste? – Oder sogar in der Art, wie man dem Tod begegnet ist? Aber dann bricht immer wieder der Refrain durch: Wie wäre es, dein Jahr in Liebe zu messen? Wie wäre es, Liebe als Maßstab zu nehmen? Liebe? Geht das überhaupt?

Wie würde man das machen? Sich die Momente vor Augen führen, in denen man sich geliebt gefühlt hat? Das ist schon spannend, sich das mal konkret vor Augen zu malen. Was waren das für Augenblicke? Wie sehr haben sie dein letztes Jahr geprägt? Dazu könntest du die Zeiten legen, wo du aus Liebe etwas für andere getan hast. Wo du dazu beigetragen hast, dass jemand anders sagen kann: „Mein Jahr war ein mit Liebe gefülltes Jahr.”
Und vielleicht gibt es sogar Erfahrungen mit Gott, wo du seine Liebe zu dir erlebt hast.

Fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert Minuten – wie viele dieser Momente waren mit Liebe gefüllt? Das Verrückte ist: eigentlich alle. Sogar die, in denen du geschlafen hast. Denn der Gott, der dich geschaffen hat, kann gar nicht anders, als dich jede Minute deines Jahres zu lieben. Sogar jede Sekunde – das wären dann einunddreißig Millionen fünfhundertsechsunddreißigtausend. Wow!

Paulus bricht im Römerbrief in Staunen aus, wenn er schreibt: „Nichts Über- oder Unterirdisches und auch nicht irgendetwas anderes, das Gott geschaffen hat. Nichts von alledem kann uns von der Liebe Gottes trennen” (Römer 8,39a BB). Nichts kann uns trennen – keine Sekunde unseres Lebens! Aber vieles kann uns das Bewusstsein dafür nehmen, dass diese Liebe uns minütlich umgibt.

Und trotzdem bleibt die Frage: Wie können wir unser Jahr in Liebe messen? Vielleicht beginnt es damit, sich diese Liebe Gottes ganz bewusst vor Augen zu führen. Durch einen Zettel am Spiegel, eine Erinnerung auf dem Handy oder „Seasons Of Love” in Dauerschleife. Und bei jedem „how about love” will ich denken: Gottes Liebe umgibt mich – fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert Minuten im Jahr.

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