Der geniale Erfinder und Universalgelehrte Leonardo da Vinci hat u. a. verschiedene Brücken entworfen. Mit dieser Übung wird seiner Genialität nachgegangen und versucht, eine Brücke zu bauen.

Die Teilnehmenden erfahren, welche Brücken in ihrem Gruppenalltag von besonderer Bedeutung sind. Die Teilnehmenden …
| Bibelstelle | Johannes 14,6 |
| Art der Übung | Kommunikation, Kooperation, Problemlösung |
| Gruppengröße | 6 bis 12 |
| Dauer | 30 bis 45 Minuten |
| Gelände | ebene Freifläche (30 bis 40 qm) |
| Material | 28 bis 31 Vierkantholzstäbe (z. B. in der Größe 1,3 x 1,3 x 100 cm), optional Augenbinden und Gehörschutz |
Die Vierkantholzstäbe werden von der Leitung bereitgelegt.
Eure Aufgabe ist, eine sich selbst tragende Brücke mit möglichst großer Spannweite aus den Vierkantholzstäben zu bauen. Die Brücke ruht dabei auf nur vier Punkten; die Stäbe dürfen nicht flach auf dem Boden liegen, sondern nur an vier Punkten den Boden berühren. Alle Stäbe sind zu verbauen. Ich bin gespannt, ob ihr eine Lösung findet.
Zunächst versuchen die Teilnehmenden vermutlich, einzelne Stäbe aneinander zu stellen (vgl. Lagerfeueraufbau). Oftmals gehen diese Versuche ins Leere, die Stäbe fallen um. Möglich ist, dass die Gruppe schnell die Motivation verliert. Manche Teilnehmenden kennen Leonardos Brücke und legen ggf. ohne die Gruppe „mitzunehmen“ los. Hier kann zeitweise mit Handicaps wie Augenbinde und/oder Gehörschutz gearbeitet werden.
Für den Aufbau der Brücke sind alle Teilnehmenden gefragt, da die Brücke leicht einstürzen kann. So können auch zurückhaltende oder ablehnende Teilnehmende eingebunden werden, um die Brücke stabil zu halten. Gruppen, die keine Lösungsidee haben, können durch Tipps zur Lösung geleitet werden (z. B. Wie könnten einzelne Stäbe unter Spannung gesetzt werden?). Wenn die Brücke einstürzt, sind motivierende Worte hilfreich. Die Verwendung von Smartphones sollte nur erlaubt werden, wenn die Gruppe nach mehreren eigenen Versuchen keinen Lösungsansatz entwickelt.
In der Übung stecken personale und gruppenpädagogische Erfahrungsmöglichkeiten sowie Aspekte der konfessionellen Jugendverbandsarbeit. Die Teilnehmenden können erfahren, dass jedes Mitglied der Gruppe für den Erfolg/Brückenbau notwendig ist. Würde man nur einen Stab aus der Brücke weglassen, entfernen oder mit zu wenig Aufmerksamkeit versehen, würde die Brücke einstürzen. In jeder Gruppe braucht es Ideengeber, Umsetzer und Mitmacher. Mithilfe einer Selbst- und Fremdeinschätzung erfahren die Teilnehmenden mehr über ihre Rolle während der Aufgabe und ggf. im Alltag (Rollenklärung, ggf. werden Rollenkonflikte offengelegt). Jede/jeder ist wichtig, alle werden mit den jeweils eigenen Begabungen gebraucht.
Auch religionspädagogische Aspekte können mit der Übung thematisiert werden. Mit dem Bild bzw. der konkret entstandenen Brücke können vielfältige Bereiche beleuchtet und besprochen werden.
Beispiel: Welche Brücken entstehen in der Arbeit mit Gruppen? Brücken (Beziehungen) zwischen den Teilnehmenden, zwischen Mitarbeitenden und Teilnehmenden, zwischen Gott und Teilnehmenden. Im Gespräch mit den Teilnehmenden zeigt sich, wie wichtig persönliche Beziehungsbrücken untereinander für das persönliche Engagement sind. Oftmals engagieren sie sich, weil ihnen von Mitarbeitenden eine Beziehungsbrücke in die Jugendarbeit ermöglicht wurde. Diese möchten bzw. können sie selbst für andere sein.
Weitere biblische Bezüge findet die Übung in der Frage, wie ein Mensch zu Gott kommt. Theologisch betrachtet handelt Gott immer zuerst, der Mensch antwortet mit seinem Leben auf Gottes Handeln. Welche Brücken baut Jesus? Wie kann ich über diese Brücke gehen? Gibt es andere Wege zu Gott als Jesus? Jesus überwindet durch seinen Tod am Kreuz und die Auferstehung die Trennung von Gott und Mensch. Jesus überbrückt den tiefen Graben aus Sünde und Schuld, um uns einen Zugang zu Gott zu ermöglichen.
Einstieg 1: Die entstandene Brücke wird betrachtet. Die Gruppe wird danach gefragt, was zum Erfolg des Brückenbaus beigetragen hat. Wichtig ist dabei, sich nicht nur mit einzelnen Worten oder Satzfetzen zu begnügen, sondern eventuell von den Teilnehmenden genannte Stichwörter (wie z. B. Teamarbeit) genauer erläutern zu lassen. Hier können die unterschiedlichen Rollen und Aufgaben der Teilnehmenden beleuchtet (Ideengeber, Umsetzer, Mitmacher usw.) sowie etwaige verteilte Handicaps reflektiert werden.
Einstieg 2: Jede/jeder Teilnehmende nimmt sich nach der Übung einen der Brückenstäbe. Alle Stäbe wurden benötigt, jeder Stab wurde von mindestens zwei weiteren Stäben gehalten. Frageimpulse:
Vertiefung/Transfer 1: ln einem gedanklichen Schritt auf die Metaebene können die genannten Zusammenhänge wie Brücken in der Jugendarbeit besprochen werden. Welche Brücken gibt es in der Jugendarbeit bzw. welche Brücken baut ihr in der Jugendarbeit? Hier wird auf die besondere Bedeutung von tragfähigen Beziehungen in der Jugendarbeit hingewiesen.
Vertiefung/Transfer 2: Ein weiterer Schritt in der Auswertung kann die Frage nach Gottes Handeln sein. In welcher Weise baut Gott oder Jesus auch Brücken zu uns? Wie sehen diese Brücken aus bzw. wie funktionieren sie?
Veränderungen der Aufgabenstellung: Die Aufgabe kann auch mit Holzdielen mit einer Stärke von > 4 cm, mit einer Länge von > 130 cm und einer Breite von > 8 cm oder mit Rundhölzern mit mind. 8 cm Durchmesser gebaut und sogar begangen werden. Entsprechend lassen sich auch echte Gewässer überbrücken.
Passendes Bauaterial findet man unter
www.metalog.de/de/leonardo-s-bridge.html (letzter Zugriff am 24.03.2026).
Die zentralen Fragen „Was hält mich?“ und „Worauf vertraue ich?“ werden für die Teilnehmenden erfahrbar, wenn sie blind auf einem zusammengeklappten Tisch stehen, der dann vermeintlich in die Höhe gehoben wird. Den Teilnehmenden wird zugesichert, dass ihnen nichts passiert. Dann werden sie gebeten, einen großen Schritt nach vorn über die Tischkante hinaus zu machen.

Die Teilnehmenden können die Zusage in Vertrauen umsetzen. Sie setzen sich mit ihrer eigenen Persönlichkeit auseinander, indem sie sich bewusst werden, wie ihr persönlicher Entscheidungsfindungsprozess verläuft. Ihre Sprach- und Dialogfähigkeit über Entscheidungsprozesse wird gefördert und gestärkt. Die Übung erweitert Entscheidungsprozesse um die Dimension des Glaubens und bietet damit an, diese im Kontext der biblischen Zusage zu erleben und zu reflektieren.
| Bibelstelle | Matthäus 8,23-27; Markus 4,37-41; Lukas 8,22-25 |
| Art der Übung | Vertrauen |
| Gruppengröße | 6 bis 20 |
| Dauer | 45 bis 60 Minuten, pro Person 4 Minuten plus Einführung und Auswertung (ca. 40 min) |
| Gelände | drinnen, zwei Räume |
| Material | 28 bis 31 VieAugenbinde, stabiler und zusammenklappbarer Tisch, Bilderkarten mit Motiven stürmischer Lebenssituationen (z. B. Klingenberger, Hubert: Bildkarten zur Biografiearbeit. Mein Weg ist mein Weg, Don Bosco, München 82016), Sticker mit Kopf und Herz, Bibelverse auf Kärtchen, Klebstoff/Klebefilm, Notizpapier und Stifte |
Ein zusammengeklappter Tisch wird mit der Tischfläche nach oben in die Mitte des Raumes gelegt, sodass im Umfeld genügend Platz ist. Die Gruppe befindet sich in einem anderen Raum. Die Leitung holt sich vier Personen (Mitarbeitende oder Teilnehmende) zur Unterstützung. Diese stellen sich jeweils an eine Ecke des Tisches.
Die Übung setzt sich aus drei Teilen zusammen: In einer Hinführung (Preloading) setzen sich die Teilnehmenden mit dem Thema „Stürme im Leben“ und mit ihrer persönlichen Entscheidungsfindung in solch stürmischen Lebenssituationen auseinander: Was hält mich? Worauf vertraue ich? Anschließend führt jede/jeder Teilnehmende die Übung allein aus. Als Abschluss erfolgt eine Auswertung des Erlebten.
Nach einer inhaltlichen Hinführung durch die Leitung bearbeiten die Teilnehmenden folgende Fragestellung (individuell oder in Partnerarbeit, evtl. mit schriftlichen Notizen):
Methodisch werden dazu von den Teilnehmenden Bilder ausgewählt, die eine stürmische Lebenssituation darstellen. Mithilfe der Sticker, auf denen entweder Kopf oder Herz abgebildet ist, wird von den Teilnehmenden gewichtet, ob sie ihre Entscheidungen in stürmischen Zeiten mehr mit dem Verstand oder mit dem Gefühl treffen.
Einer ersten Teilnehmerin / einem ersten Teilnehmer werden die Augen verbunden. Anschließend wird sie/er in den Raum mit dem Übungsaufbau geführt. Sie/er soll in der Mitte des zusammengeklappten Tisches zum Stehen kommen, sodass sie/er mit den Zehenspitzen an einer langen Tischkante steht.
Wir werden dich jetzt in die Höhe heben und dann (oben) absetzen.
Die Leitung legt die Hände der/des Teilnehmenden auf ihre Schultern. Während die vier Helferinnen/Helfer den Tisch lediglich einige Zentimeter hoch halten, daran wackeln und dann wieder absetzen, geht die Leitung in die Knie und vermittelt der/dem Teilnehmenden dadurch das Gefühl, dass sie/er sich viel höher befindet. Am Ende geht die Leitung so weit nach unten, dass der Handkontakt auf der Schulter abreißt und die/der Teilnehmende frei steht. Die Leitung spricht ab jetzt von unten zu ihr/ihm.
Vertraue mir. Dir passiert nichts. Wagst du den Schritt ins Ungewisse? Brauchst du Hilfestellungen?
Sollte eine Teilnehmerin / ein Teilnehmer trotz guter Zurede und mehrfachen Versprechen, dass ihr/ihm nichts passieren wird, den Schritt nicht wagen, kann ihr/ihm als Hilfe die Hand der Leitung angeboten werden. Diese sollte ihr/ihm „von unten“ entgegengestreckt werden. Sollte dies ebenfalls nicht funktionieren, kann man ihr/ihn „eine Stufe tiefer“ stellen, indem der Tisch nochmals kurz angehoben und wieder abgesetzt wird. Oder sie/er kann sich auf den Tisch setzen und so über die Tischkante „absteigen“.
Das „Vertraue mir!“ sollte der Teilnehmerin / dem Teilnehmer auf jeden Fall zugesprochen werden, da darauf später in der Auswertung eingegangen wird. Des Weiteren sollte die Leitung keine Falschaussage machen, z. B. zur Höhe, in der sich die/der Teilnehmende befindet, damit ihre Glaubwürdigkeit und Vertrauenszusage nicht darunter leiden.
Nach dem erfolgreichen Schritt wird der/dem Teilnehmenden die Augenbinde abgenommen, sodass sie/er realisieren kann, wie niedrig die Ausgangshöhe eigentlich war. Dann wird ihr/ihm ggf. ein Kärtchen mit einem Bibelvers gegeben (s. Auswertung) oder die Leitung wiederholt ihr Versprechen: „Ich hatte dir zugesprochen: Vertraue mir. Dir passiert nichts.“
Das Preloading sollte am besten in einem separaten Raum stattfinden, sodass der Aufbau im Vorfeld nicht sichtbar ist. Ein Austausch zwischen Teilnehmenden, die die Übung bereits erlebt haben, und denen, die sie noch vor sich haben, sollte vermieden werden. Eine weitere Aufsichtsperson kann hilfreich sein, wenn sich die Teilnehmenden in verschiedenen Räumen befinden.
Die Leitung sollte darauf achten, dass auch während der Übung weder durch die Helfenden noch durch die restliche Gruppe eine Interaktion besteht. Nachdem die Teilnehmenden die Übung beendet haben, können sie entweder den Raum verlassen und das Erlebte individuell reflektieren oder im Raum verbleiben und weitere Teilnehmende beobachten. Diese Beobachtungen können die spätere gemeinsame Auswertung unterstützen. Die Leitung sollte auf jeden Fall ein Augenmerk darauf haben, dass sich durch die Beobachtung niemand auf den Arm genommen oder bloßgestellt fühlt.
In dieser Übung wird bewusst ein Schritt anstelle eines Sprungs gewählt, da bei einem Sprung ein deutlich höheres Verletzungsrisiko für die Teilnehmenden besteht. Des Weiteren löst ein Sprung meist eher Unbehagen aus und zieht eine für die Teilnehmenden unangenehmere Landung nach sich, da die/der Teilnehmende noch nicht auf die Landung eingestellt ist, wenn sie/er auf dem Boden ankommt. Dennoch sollte auch beim Schritt der/des Teilnehmenden eine gewisse Unterstützung gegen Umknicken/Stürzen durch die Leitung erfolgen, ohne die Teilnehmende / den Teilnehmenden direkt zu halten. Konzentration auf die Bewegungen und bereit sein, bei Bedarf schnell unter die Arme zu greifen.
Die Übung lädt die Teilnehmenden ein, sich mit ihren persönlichen Verhaltensweisen und ihrem Entscheidungsprozess in Krisensituationen auseinanderzusetzen. Dabei werden Überlegungen angestellt, inwieweit jede/jeder ihre/seine Entscheidung bzw. ihr/sein Verhalten mit dem Verstand oder „aus dem Bauch“ heraus trifft und und inwieweit dies bewusst bzw. unbewusst geschieht, da es nicht möglich ist, sich nicht zu entscheiden.
In der Übung wird zudem thematisiert, dass es Lebenssituationen geben kann, in denen man sich sowohl gegen den Verstand als auch gegen das Gefühl entscheiden muss. In diesem Fall kann der Glaube hilfreich sein, um in einer solchen Situation eine Lösung zu finden oder um sie aus einer anderen Sichtweise bewerten zu können.
Dabei sollte die Tatsache nicht vernachlässigt oder verdrängt werden, dass es Situationen im Leben geben kann, in denen man sich gar nicht gehalten fühlt. Dieses Gefühl stellt sich vielleicht erst in der Rückschau ein, wenn man bemerkt, dass man gar nicht so weit gefallen ist.
Die Reflexion geschieht anhand der biblischen Geschichte der Sturmstillung (Mt 8,23-27; Mk 4,37-41; Lk 8,22-25), die die genannten Aspekte sehr bildlich aufzeigt.
Die abschließende Auswertung mit den Teilnehmenden nimmt die eingangs der Übung gemachten Gedanken zu den Stürmen des Lebens und der Entscheidungsfindung in diesen Lebenssituationen wieder auf und erweitert diese um die Dimension des Glaubens. Dies geschieht, indem den Teilnehmenden die zentrale Frage Jesu gestellt wird (Mk 4,40 GNB): „Warum habt ihr solche Angst?“, fragte Jesus. „Habt ihr denn immer noch kein Vertrauen?“
Durch Angst kann es zu einer Lähmung der Gedanken und einem Ersticken des Herzens kommen, sodass in solchen Situationen auf beides, den Verstand und das Gefühl, kein Verlass mehr ist. Dies kann meist bei sich selbst nicht wahrgenommen werden, was die Situation nur schwerer und auswegloser erscheinen lässt. Jesus jedoch kann von diesen Ängsten befreien, sodass wieder eine objektivere Sicht auf die Dinge und damit eine angstfreie Entscheidung erfolgen kann. Diejenigen, die diesen Zuspruch in Frage stellen oder noch zu tief in einer Krise stecken, sodass (noch) keine rückblickende Beurteilung der Situation möglich ist, können mit den Jüngern fragen: „Wer ist nur dieser Mann [Jesus], dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen“ (Mk 4,41 NGÜ)? Methodisch kann diese Reflexion entweder in der Gruppe oder einzeln direkt nach der Übung erfolgen.
Sowohl in der Übung als auch in der Auswertung wird lediglich die intrapersonelle Entscheidungsfindung (Ich höre auf mich selbst.) betrachtet. Die interpersonelle Komponente (Ich halte mich an einen Rat von einer anderen Person.) kommt nur indirekt im Zuspruch der Leitung vor.
Teil 1: Vertrauenszuspruch: Es werden Bibelverse (Zusprüche) ausgelegt oder ausgegeben und vorgelesen. Jede/jeder sucht sich denjenigen Vers aus, der für sie/ihn in der Situation am besten passt. In einer ersten Austauschrunde können die Beweggründe der Entscheidung erfragt werden.
Teil 2: Warum fällt uns das Vertrauen so schwer? Dennoch frage ich mich, warum ihr während der Übung mehr oder weniger gezögert habt. Habt ihr mir nicht vertraut, trotz der Zusage „es passiert dir nichts Schlimmes“?
Mögliche Auswertungsfragen:
Die Geschichte von der Sturmstillung wird vorgelesen bzw. erzählt. Anschließend wird der Bogen zum Preloading gespannt. Mögliche Auswertungsfragen dazu sind:
Abschließend wird die eingangs gewählte und beklebte Bildkarte mit dem ausgewählten Bibelvers (oder einem Vers aus der Sturmstillung) beklebt, und damit eine weitere Herangehensweise an solche Lebensstürme verdeutlicht.
Kein Fall ist tiefer als in Gottes Hand
Vor dem Tisch („Landefläche“) wird eine überdimensional große, aus Papier ausgeschnittene Hand gelegt, die mit einem Bibelvers bedruckt ist. Durch den Verzicht auf das Preloading und durch diese Hand lässt sich der Satz „Du kannst niemals tiefer fallen als in Gottes Hand“ erfahrbar machen. Die daran anschließende Reflexion sollte zum einen die vermeintlich hohe Fallhöhe thematisieren und zum anderen die Tatsache, dass die Hand Gottes viel näher ist als vermutet.
Zeitdimension einbeziehen: Die Teilnehmenden schätzen lassen, wie lange es gedauert hat, bis ihre Entscheidung für oder gegen den Schritt gefallen ist. Dies kann auf die Dimension des Glaubens übertragen werden: Wie lange habe ich Zweifel und/oder habe ich den Schritt schon gemacht?
Heute ist ein richtiger Mist-Tag! Nichts klappt! Das fängt schon beim Aufstehen an. Erst mal bist du schlaftrunken gegen die halb geöffnete Tür gerannt und hast dir ordentlich den Schädel angeschlagen. Deine Haare stehen in alle Richtungen ab und überhaupt findest du gar keinen Gefallen an deinem Spiegelbild. Dann hättest du auch noch fast den Bus verpasst, weil deine Jacke nirgends zu finden war. Der Vokabeltest in Französisch war auch nicht so der Hit. „Warum fällt es mir bloß so schwer, die paar Vokabeln in mein Hirn zu ballern? Andere können das doch auch!”, denkst du. Eine witzig gemeinte Bemerkung deiner Freundin bringt dich auf die Palme und bricht fast einen Streit vom Zaun. Zu Hause kippst du dir deine Apfelschorle über die Hausaufgaben und kannst noch mal von vorn beginnen. Dein Handy funktioniert nicht mehr richtig, weil es dir neulich aus der Hosentasche direkt ins Klo gefallen ist. Und deine Eltern sind heute auch schräg drauf. So ein Mist-Tag!
Manchmal geht es uns so. Da geht einfach alles schief und wir können uns selbst nicht leiden. Allen Beteuerungen anderer, dass sie uns toll finden und uns mögen, können wir nicht glauben. Wir stempeln das als billigen Trost ab und trauen der Wahrheit nicht. Sollte uns wirklich jemand lieben können, so wie wir sind? Mark Forster kann ein Lied davon singen, wie uns diese schlechten Gedanken über uns selbst ausbremsen. Und wie wir uns auch selbst unter Druck setzen und das Bild erfüllen möchten, das wir von uns selbst im Kopf haben.
Dabei gibt es einen, der hat ganz andere Gedanken über uns im Kopf. Gott selbst, der uns als sein Ebenbild geschaffen hat. Er leidet da-runter, wenn wir uns von ihm entfernen. Wenn wir selbst Gott nicht mehr glauben, dass wir gewollt und geliebt sind. Wenn wir von uns Unmenschliches erwarten und dann an den eigenen Vorstellungen scheitern. Es macht ihm etwas aus, wenn wir die ursprüngliche Idee, mit ihm gemeinsam unterwegs zu sein, verlassen und unser Leben mit eigener Kraft auf die Reihe kriegen wollen. Manchmal klappt’s ja. Aber manchmal geht auch ordentlich was schief. Gott lässt nicht locker! Er sucht uns. Er will uns zurückholen! Weil er uns liebt!
Lass dich von Gott lieben! Hör auf seine guten Gedanken, die er über deinem Leben spricht! Lass dich feiern. „Genauso ist bei Gott im Himmel mehr Freude über einen Sünder, der ein neues Leben anfängt” (Lk 15,7 GNB). Gott feiert ein Fest im Himmel, weil er dich wieder lieben darf. Er lässt Konfetti für dich regnen. Du hast sogar noch eines auf der Stirn. Oder an der Wange. Hast du schon mal in den Spiegel geschaut? Die braunen Punkte, ob groß oder klein, in deinem Gesicht und an deinem Körper sind „Abdrücke” der Konfettis Gottes!
Diese Sammlung enthält Andachten, die anhand von bekannten Songs unterschiedlicher Musikgenres Alltagsthemen von Jugendlichen mit Glaubensinhalten verknüpfen.
Der Wind ist eisig, die Wellen werden immer höher und bedrohlicher. Das Wasser schlägt wie eine schallende Ohrfeige immer wieder ins Gesicht. Das Boot ist kaum noch zu steuern. Das Ruder wird von den Wellen durch das dunkle Wasser hin- und hergerissen. Die Jünger geraten in Panik und sehen dem Tod entgegen. Gerade noch glitt das Boot sanft über den See und nun tobt ein Sturm um sie herum. Die Jünger klammern sich verzweifelt am Boot fest. Das Wasser steigt und steigt. Was sollen sie nur tun? Das Boot droht zu kippen, die Jünger werden ertrinken! Wer kann sie noch retten?
Die Jünger sind nicht allein unterwegs. Jesus ist auch im Boot, aber er schläft. Warum schläft Jesus und warum merkt er nicht, dass sie ertrinken? Die Jünger wecken ihn panisch. Jesus steht auf und spricht: „Sei still! Schweige!” – Und der Sturm legt sich. Jesus stillt den Sturm und rettet somit sich und den Jüngern das Leben (vgl. Mk 4,35-41).
Er rettet auch dich. Jesus rettet dich in deinen Stürmen. Wenn die Welt um dich tobt, die Aufgaben, Ansprüche und Hürden im Leben unüberwindbar scheinen. Wenn du verzweifelt oder einsam bist und nur noch aufgeben möchtest, dann kann Jesus dein Retter sein und dir neue Hoffnung geben.
Sunrise Avenue schreibt in ihrem Lied übersetzt: „Oh mein Freund, du streckst deine Hand aus. Ich nehme sie wie ein Ruder aus der Tiefe.” Jesus streckt dir die Hand entgegen wie ein rettendes Ruder. An diesem Ruder kannst du dich festhalten und dich aus der Tiefe ziehen lassen. Du wirst gerettet. Jesus sortiert dich nicht nach Aussehen oder Fähigkeiten aus. Bei Jesus musst du auch nicht die beste Kleidung, das neuste Handy und die neuste Musik hören. Jesus rettet dich so, wie du bist. Nicht nur das: Jesus vergibt dir! Er vergibt dir dein Verhalten. Alle Worte, die du gesagt hast, aber vielleicht doch gar nicht sagen wolltest und die andere sehr verletzt haben. Jesus nimmt dir die Schuld und die Last. Jesus stärkt dich und lässt dich im Streit mit deinen Eltern oder Geschwistern nicht allein. Er steht dir bei und begleitet dich. Er zieht dich aus deiner persönlichen Tiefe, auch wenn du den Eindruck hast, dass Jesus dir fern ist. Dass er dich gar nicht beachtet, dich vergessen hat und schläft.
Einfach so? Ja, einfach so! Weil ihm so viel an dir liegt! Du fragst dich, wie das geht, dass Jesus eingreift? Mach es wie die Jünger! Sie wecken ihn und bringen ihr Anliegen und ihre Angst zu ihm. Wende dich an Jesus, denn er hebt die Hand und stillt den Sturm. Leg dein Vertrauen in Jesus. Sag ihm, welche Stürme um dich toben und was dir die Kraft im Leben nimmt. Dazu musst du aber nicht wie die Jünger in Todesgefahr sein. Sag ihm auch die kleinen Dinge, die dir schwer fallen oder wo du Angst hast und nicht allein sein möchtest. Du darfst jederzeit Jesus sagen, wie es dir geht. Er begleitet dich und fängt dich immer wieder auf, wenn du fällst. Und noch viel mehr: Er stärkt dich und lädt dich ein, Kind Gottes zu sein.
Jetzt liegt es an dir. Greifst du nach dem rettenden Ruder? Lässt du dich von Jesus retten? Ich wünsche es dir.
Tim hatte genug. Er ließ sich auf sein Bett fallen und starrte an die Decke. Ist das wirklich alles, was das Leben zu bieten hat? Täglich lief das gleiche „Alltags-Lied”, als hätte jemand den Repeat-Modus angeschaltet: das nervige Klingeln des Weckers, raus aus dem Bett, rein in die Klamotten, ab zur Schule, später wieder nach Hause, Hausaufgaben machen, schnell etwas essen, Aufgaben zu Hause erledigen, mit Freunden schreiben, Musik hören, abschalten, müde ins Bett fallen mit immer den gleichen Gedanken: So ist also der „Song meines Lebens”?
In seinem Kopf begannen die Gedanken Achterbahn zu fahren. Warum war sein Leben so, wie es war? Und warum erlebten immer nur die anderen die krassen Storys? Wann kommt endlich der Tag, an dem er von „voll den Wundern” auf dem Schulhof berichten konnte? Wunder hatte er schon abgeschrieben. Was sollte schon wundervolles passieren?
Da er nicht schlafen konnte, stand er noch einmal auf, um sich in der Küche etwas aus dem Kühlschrank zu holen. Auf dem Weg dorthin musste er am Wohnzimmer seines Opas vorbei, der, wie jeden Abend, in seinem Ohrensessel saß und immer das Gleiche tat: Er las in der Bibel. Weil Opa sich immer freute, wenn jemand bei ihm war, setzte er sich einen Moment zu ihm. Er fragte ihn: „Opa, sag mal, warum gibt es auf dieser Welt keine Wunder mehr zu erleben?” Opa sah ihn mit einem Blick an, der seine ganze Lebenserfahrung ausstrahlte. Er blätterte durch die Bibel und zeigte auf einen Satz. Er sagte: „Lies mal, mein Junge!” Ohne große Erwartungen an das Buch begann er, den Teil, auf den Opa zeigte, vorzulesen: „Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern” (Ps 66,5 Lu). „Ja, Opa, ich weiß schon, dass Gott viel Gutes gemacht hat. Aber ich habe das noch nie erlebt.” Opa schaute ihn an und sagte: „Hast du schon einmal richtig hingeschaut?”
Am nächsten Tag bat Opa Tim, mit ihm ein paar Schritte zu gehen – Opa sagte nicht viel, außer: „Schau mal hin!” Sie wohnten an einem See mit einem wunderbaren Blick auf die Berge. Als sie stehen blieben, legte Opa die Hand auf Tims Schulter und sagte: „Schau hin! Und du glaubst nicht an Wunder?” Tim sah hin und begann zu verstehen: Alles um ihn herum war ein Puzzle aus perfekt zusammenpassenden Teilchen. Jedes noch so kleine Detail war wichtig dafür, dass die Welt funktioniert. Und dazu war sie auch noch wunderschön. Lange hatte er nicht mehr richtig hingesehen und hingehört. Die majestätischen Berge, der tiefblaue See. Die Menschen um ihn herum – jede und jeder einzigartig und besonders. Keiner wie der andere. Und mittendrin: er selbst.
Ein paar Tage später lief Opa an Tims Zimmer vorbei. Die Tür stand offen. Tim lag auf seinem Bett und hörte Musik. Opa musste schmunzeln, da der Vers aus der Bibel, den er Tim gezeigt hatte, neben seinem Bett lag. Tim sah ihn und sagte: „Opa, komm mal her! Dein Bibelvers, der passt voll gut zu dem Lied, das ich gerade höre.” Gut, es war nicht die Musik, die Opa sonst hörte, aber er spürte: Sie hatten gemeinsam etwas entdeckt. Gott hat eine „Welt der Wunder” erschaffen.
Und die Antwort auf Opas Frage am See war klar: „Doch!” Viel Spaß beim Hingucken und Wunder erleben!
Manchmal braucht es einfach einen Neuanfang. Weil es da, wo man gerade ist, keine Perspektive mehr gibt. Weil einen die Abenteuerlust packt. Weil man endlich nicht nur erwachsen sein, sondern sich auch so fühlen und benehmen will. Einfach raus aus dem alten, eintauchen in ein neues Leben.
Einem jungen Mann, von dem Jesus eine Beispielgeschichte erzählt geht es haargenau so (vgl. Lk 15,11-32). Er ist in einem Alter angekommen, wo er sich überlegen muss, in welche Richtung sich sein Leben weiterentwickelt. Bleibt er im Betrieb seines Vaters, gliedert sich in der Familienhierarchie irgendwo ein und lebt ein ziemlich herkömmliches Leben, was sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung gewesen wäre? Oder lässt er sich sein Erbe auszahlen und wagt in einer anderen Stadt einen Neuanfang? Er entscheidet sich für die zweite Option. Das war gar kein so seltener Fall für die damalige Zeit. Denn wie auch heute pulsiert das Leben nun mal in der Stadt und auf dem Land gibt es einfach weniger Chancen. Nun kommt der Tag, an dem er fortgeht von zu Hause. Und vielleicht geht ihm so etwas wie dieses Lied durch den Kopf:
Lied „Wieder am Leben” einspielen
Was für eine mega Befreiung das für diesen jungen Mann wohl war. Und was für eine Befreiung ist es für uns, wenn wir aufbrechen in die Selbstständigkeit oder zu einem großen Urlaub, zu einer neuen He-rausforderung. Klar, das kann auch Angst machen. Aber es kann auch richtig Energie freisetzen! Und so geht die Reise los in die unbekannte Stadt. Geld hat der junge Mann genug dabei und er findet auch gleich Gelegenheit, es zu investieren. Natürlich kommt der Spaß in den ersten paar Wochen auch nicht zu kurz. Mit ihm sind noch viele andere Leute in seinem Alter unterwegs. Schnell findet er Freunde. Zumindest denkt er das. Er kennt sie ja kaum, aber der Fun-Faktor stimmt und so verrinnt die Zeit wie im Flug. Mit ihr geht aber auch sein Geld ziemlich schnell flöten und ehe sich der junge Mann versieht, ist von seinem Vermögen nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Hinzu kommt die schlechte wirtschaftliche Lage, die sich plötzlich entwickelt hat. Das Wenige, das er noch hat, ist nichts mehr wert. Mit einem Mal wird ihm klar, dass sein Plan, sich ein neues Leben aufzubauen, nicht aufgegangen ist. Weil er am Ende ist. Ganz schön ernüchternd. Er hatte doch so viel vor. Und jetzt? Alles ist beim Alten.
Lied „Alles beim Alten” einspielen
Werde ich auf ewig ein Suchender sein? Und wo gehöre ich eigentlich hin? Habe ich jetzt so richtig versagt? Diese Fragen gehen dem jungen Mann jetzt vielleicht durch den Kopf. Das ist auch in unserer Welt, die scheinbar alle Möglichkeiten bietet, die wohl beste Frage, die man sich stellen kann. Einerseits wollen wir alle Freiheiten, die wir haben, auskosten und ausleben. Dagegen spricht auch überhaupt nichts. Und doch werden wir irgendwann merken, dass wir so etwas wie einen Heimathafen brauchen. Einen Ort, an dem wir uns sicher und geborgen fühlen, wo Menschen sind, die uns vertraut sind, die uns kennen. Einen Platz, wo wir auch trotz unserer Fehler willkommen sind. Der junge Mann aus der Bibelgeschichte hat keine Ahnung, wo er solche Menschen oder Orte finden kann. Die Freunde aus seinem neuen Leben sind nicht mehr da, weil auch sein Geld nicht mehr da ist. Das waren keine stabilen Beziehungen, es war nur eine Täuschung. Und die aus seinem alten Leben? An die will er eigentlich gar nicht denken. Weil er genau weiß, wie ihn sein Bruder anschauen würde, käme er mit leeren Händen wieder heim. „Hab ich es dir nicht gleich gesagt?”, würde sein Blick sagen. Und sein Vater? Er würde ihm sicher die Tür vor der Nase zuschlagen. Das Geld, das sein Vater hart erarbeitet hat, ist jetzt weg. Unwiederbringlich. Der junge Mann hat ihn auf ganzer Linie enttäuscht. Nach langem Nachdenken wird ihm aber klar, dass er keine andere Chance hat, als nach Hause zurückzugehen. Er will für seinen Vater arbeiten und so versuchen, es irgendwie wieder gutzumachen. Als er nach einer langen Reise zu Hause ankommt, wird er bereits von seinem Vater erwartet. Sehnsuchtsvoll. Denn der ist alles andere als sauer. Er ist überglücklich, weil er seinen Sohn wieder in seine Arme schließen kann. Es tritt das genaue Gegenteil ein von dem, was der junge Mann befürchtet hatte. Und eigentlich ist es das, was man sich von einem liebenden Vater auch erhofft. Alles, was schief gegangen ist, rückt in den Hintergrund. Weil die Tatsache, dass der Sohn am Leben ist und nach Hause zurückkehrt, wichtiger ist als alles Geld der Welt. Durch seine Geste, dass der Vater ihm sogar entgegenrennt, zeigt er ihm: Ich vergebe dir! Und nun vergib du auch dir! Und sei nicht so hart zu dir selbst!
Lied „Hey” einspielen
Du bist bei mir wieder willkommen, sagt der Vater seinem Sohn in der Bibelgeschichte. Und das sagt uns auch Gott, jedem persönlich. Er gibt uns durch seine Liebe zu verstehen, dass bei ihm der Heimathafen unseres Lebens ist. Weil es nicht auf unsere Leistung ankommt. Nicht auf unser Haben. Sondern einfach auf unser Sein. Bei ihm dürfen wir auch Fehler machen. Bei ihm dürfen wir uns irren und verirren. Er kennt uns genau, weiß um unsere Schwächen. Aber Gott kann sie ertragen und uns wieder aufhelfen, wenn wir gefallen sind. Und dann sind wir erst recht am Leben.
Lied „Ich bin wieder am Leben” noch einmal einspielen
Ich sollte mal dringend … mehr Sport machen, mich bewusster ernähren, mich bei bestimmten Personen melden und, und, und. Die Liste mit Unerledigtem, Aufgeschobenem, Verdrängtem, sie ist lang. Und sie ist lästig. Und bei ganz schön vielen Punkten auf dieser Liste spüre ich ein leichtes, unangenehmes Ziehen im Gewissen bei der Frage: Worauf warte ich eigentlich? Manchmal gibt es keinen Grund mehr zu warten. Für manche Dinge ist die Zeit immer reif. Da gilt es, einfach mal zu machen. Anfangen mit dem ersten Schritt. Und dranbleiben. So steht es auch in vielen Lebenshilferatgebern. Ganz einfach. Theoretisch.
Aber dann gibt es da Dinge, da hilft ein schneller Anfang nicht weiter. Wichtige Entscheidungen wollen überlegt sein. Und manchmal lohnt es sich auch zu warten. Weil die erstbeste Entscheidung, die schnellste Lösung und der offensichtlichste Weg eben nicht immer das halten, was man sich von ihnen erhofft. Blöd nur, wenn man die wichtigen Entscheidungen seines Lebens vor lauter Warten auf den perfekten Moment verpasst.
Der Song von Nickelback ist eine Mahnung. Und macht Mut. Er fordert die Hörer heraus und erinnert daran, dass man irgendwann auch mal zupacken muss, die Gelegenheiten, die einem das Leben bietet, ergreifen muss. Bewusst, mutig und ohne Angst sein Ja zu den Entscheidungen seines Lebens finden muss.
Die Idee dazu ist nicht neu. Wenn man in die Bibel schaut, entdeckt man immer wieder Geschichten von Menschen, die vor Entscheidungen stehen. Menschen, die an Weichenstellungen des Lebens angekommen sind. Eines meiner Lieblingsbeispiele dafür ist Josua, der sich als junger Mensch plötzlich in einer Rolle wiederfindet, die ihn überfordert. Und in diese Situation hinein spricht Gott ihm wundervolle Worte zu: „Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst” (Jos 1,9 GNB)!
Manchmal brauche ich diese grundsätzliche Zusage Gottes in meinem Leben, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Dann kann ich mutig und voller Zuversicht Wege einschlagen in der Gewissheit, dass Gott mit mir geht. Kann auch mal einen falschen Weg gehen und Gott ist trotzdem dabei. So macht mir die freundliche Ermutigung „Worauf wartest du?” keinen Druck und keine Angst. Vielmehr erinnert sie mich daran: Ich sollte mal wieder … einfach mehr vertrauen.
Lieber Gott, kannst du mir nicht einfach ein Zeichen geben? Wenn ich heute ein Autokennzeichen mit „JA” sehe, dann deute ich das als eine Antwort von dir. Kennst du solche Situationen in deinem Leben? Momente, in denen du dir ein Zeichen von Gott wünschst? In denen du vor einer Entscheidung stehst und diese endlich treffen musst? In denen du in einer verzwickten Lage steckst und Gott dir endlich einen Weg zeigen soll, wie es weitergeht?
Lady Gaga singt in ihrem Song „Million Reasons” genau über so eine Situation. Sie singt von einer Person, die sehr verzweifelt ist und nicht weiß, was sie tun soll. Dabei fällt sie auf die Knie und betet zu Gott mit den Worten „Lord, show me the way!” Sie wünscht sich, dass Gott ihr den Weg zeigt. Wir Christinnen und Christen glauben, dass Gott uns einen Weg zeigt, indem er an unserem Leben teilhaben will und an uns interessiert ist.
Doch funktioniert das immer? Antwortet er dir auf jede deiner Fragen? Du kennst die Antwort wohl schon. Leider antwortet dir Gott nicht immer. Bei dir trifft das oft auf Unverständnis und Verzweiflung. Du willst gern vorwärts gehen und eine Entscheidung treffen, weißt aber einfach nicht, was richtig oder falsch ist. Du bewegst dich auf der Stelle und bittest Gott immer wieder um ein Zeichen oder eine Antwort. Es kann manchmal lange dauern, bis Gott zu reden beginnt. Auf dem Weg dahin gibt er dir die nötige Kraft!
Jede und jeder von uns hat vermutlich auch schon erlebt, dass Gott einfach still geblieben ist. Er hat dir einfach keine Antwort gegeben. Oder zumindest gab er dir keine Antwort, die du erwartet hättest. Denn Gott redet und wirkt oft anders, als du es dir vielleicht vorstellst. Wie kannst du dann eine Entscheidung treffen? Zum Beispiel kannst du dich dann an das erinnern, was dir Gott selbst gegeben hat. Du kannst in seinem Wort, der Bibel, lesen. Dort kannst du viel lernen und begreifen. Zudem hat Gott jedem von uns einen Verstand geschenkt! Einen Verstand, der einem hilft, Gutes und Böses zu unterscheiden und Situationen zu bewerten und abzuschätzen. Einen Verstand, der auch dein Herz und so alle deine Wünsche miteinschließt. Somit bist du fähig, gute Entscheidungen für dein Leben treffen zu können. Was aber nicht heißt, dass du Gott nicht mehr fragen darfst – im Gegenteil! In deinen Entscheidungsfindungen kannst du auf den besten Ratgeber vertrauen, den diese Welt gesehen hat. Er, der sie und jeden und jede von uns geschaffen hat, weiß, was zu einem guten Leben führt.
Du darfst Schritte wagen und Entscheidungen treffen. Im Vertrauen, dass du mit ihm gemeinsam unterwegs bist. Und ja, manchmal erlebst du, dass du nicht die richtige Entscheidung getroffen hast. Aber auch da darfst du wissen, er weicht nicht von deiner Seite – er bleibt.
Er hat die Schnauze voll von zu Hause. Immer das gleiche. „Tu dies! Mach das! Wieso hast du nicht? Kannst du nicht einmal?” Er hält es einfach nicht mehr aus. „Ihr könnt mich mal!”, denkt er. Schnell ist der Rucksack mit ein paar Sachen gepackt und dann raus hier. Zufällig liegt noch das Portemonnaie seines Vaters auf dem Tisch. Kurzentschlossen steckt er es ein, Bargeld und Kreditkarte schaden nicht. Er zieht die Tür hinter sich zu und haut ab.
Das Wochenende wartet, einige Partys sind geplant, da muss er auf jeden Fall dabei sein. Er feiert seine Freiheit und feiert sich weg. Er lädt seine Freunde ein. Es läuft bei ihm. Geniale Musik, gute Freunde, schicke Mädels, so hat er sich das vorgestellt. Am nächsten Morgen wacht er neben einem Mädchen auf, das er gestern kennengelernt hat. Sein Schädel brummt, sie frühstücken und verabreden sich für den nächsten Abend. Dann zieht er wieder weiter. Irgendetwas treibt ihn an. Er ist rastlos. Allerdings weiß er auch nicht, wohin er jetzt gehen soll. Wo kann er bleiben?
Irgendwie schlägt er die Zeit tot. Die nächste Feier wartet schon. Das Leben meint es gut mit ihm. Er lernt ein paar extrem coole Typen kennen. Sie nehmen ihn mit auf eine kleine Spritztour. Alle sind irgendwie in einem Stadium zwischen angetrunken und volltrunken. Sie halten schließlich irgendwo im Nirgendwo und dann geht alles ganz schnell. Warum auch immer hält ihm einer ein Messer an den Hals. Die anderen nehmen ihm alles weg, was er bei sich hat. Sie lachen ihn aus und dann schlagen sie auf ihn ein. Als er am Boden liegt, wird er getreten, irgendwann verliert er das Bewusstsein.
Als er langsam die Augen aufmacht, ist es furchtbar hell. Er liegt in einem Bett, alles tut ihm weh. Jemand muss ihn ins Krankenhaus gebracht haben. Aus dem Augenwinkel sieht er, dass jemand an seinem Bett sitzt. Er erschrickt. Sein Vater sitzt dort. Er sitzt direkt neben ihm und schläft. Als er ihn sich genauer ansieht, erkennt er, wie kaputt sein Vater aussieht. „Scheiße, was sag ich ihm, wenn er aufwacht? Wie kann ich das wiedergutmachen?” In seinem schmerzenden Kopf springen die Gedanken und Gefühle hin und her. Aber das eine Gefühl überwiegt. Er ist froh, dass sein Vater da ist. Nur, was kann er ihm sagen nach diesem ganzen Mist?
Lied abspielen – „Oft gefragt”
Der Vater schlägt die Augen auf. Sofort sieht er seinen Sohn an und bemerkt, dass er wach ist. Erleichtert lächelt er ihn an. „Papa, es tut mir leid, ich …”, fängt sein Sohn an, aber der Vater unterbricht ihn: „Hey, du musst nichts sagen, du musst dich jetzt schonen. Ich bin einfach nur froh, dass ich dich wiederhabe.” Er steht auf und gibt seinem Sohn vorsichtig einen Kuss auf die Stirn.
(Pause lassen)
Das Original dieser Geschichte steht in der Bibel in Lukas 15. Ein Vater, der seinem rebellischen Sohn vergibt, obwohl der richtigen Mist gebaut hat. Ein Vater, der sogar seinem Ausreißer vor Freude entgegenläuft. Der ihn in die Arme nimmt, bevor der überhaupt nur irgendeine Entschuldigung stammeln kann. Ich weiß nicht, ob das dein Vater auch so machen würde. Ich weiß nicht, ob ich als Vater so reagieren würde. Ich würde es mir zumindest wünschen. Wer allerdings so mit dir umgeht, ist Gott. Er ist wie dieser Vater. Zu ihm kannst du immer gehen. Egal, was war, egal, was du getan hast. Er ist für dich da! Er ist zu Hause für immer und dich!
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