Ich sollte mal dringend … mehr Sport machen, mich bewusster ernähren, mich bei bestimmten Personen melden und, und, und. Die Liste mit Unerledigtem, Aufgeschobenem, Verdrängtem, sie ist lang. Und sie ist lästig. Und bei ganz schön vielen Punkten auf dieser Liste spüre ich ein leichtes, unangenehmes Ziehen im Gewissen bei der Frage: Worauf warte ich eigentlich? Manchmal gibt es keinen Grund mehr zu warten. Für manche Dinge ist die Zeit immer reif. Da gilt es, einfach mal zu machen. Anfangen mit dem ersten Schritt. Und dranbleiben. So steht es auch in vielen Lebenshilferatgebern. Ganz einfach. Theoretisch.
Aber dann gibt es da Dinge, da hilft ein schneller Anfang nicht weiter. Wichtige Entscheidungen wollen überlegt sein. Und manchmal lohnt es sich auch zu warten. Weil die erstbeste Entscheidung, die schnellste Lösung und der offensichtlichste Weg eben nicht immer das halten, was man sich von ihnen erhofft. Blöd nur, wenn man die wichtigen Entscheidungen seines Lebens vor lauter Warten auf den perfekten Moment verpasst.
Der Song von Nickelback ist eine Mahnung. Und macht Mut. Er fordert die Hörer heraus und erinnert daran, dass man irgendwann auch mal zupacken muss, die Gelegenheiten, die einem das Leben bietet, ergreifen muss. Bewusst, mutig und ohne Angst sein Ja zu den Entscheidungen seines Lebens finden muss.
Die Idee dazu ist nicht neu. Wenn man in die Bibel schaut, entdeckt man immer wieder Geschichten von Menschen, die vor Entscheidungen stehen. Menschen, die an Weichenstellungen des Lebens angekommen sind. Eines meiner Lieblingsbeispiele dafür ist Josua, der sich als junger Mensch plötzlich in einer Rolle wiederfindet, die ihn überfordert. Und in diese Situation hinein spricht Gott ihm wundervolle Worte zu: „Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst” (Jos 1,9 GNB)!
Manchmal brauche ich diese grundsätzliche Zusage Gottes in meinem Leben, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Dann kann ich mutig und voller Zuversicht Wege einschlagen in der Gewissheit, dass Gott mit mir geht. Kann auch mal einen falschen Weg gehen und Gott ist trotzdem dabei. So macht mir die freundliche Ermutigung „Worauf wartest du?” keinen Druck und keine Angst. Vielmehr erinnert sie mich daran: Ich sollte mal wieder … einfach mehr vertrauen.
Lieber Gott, kannst du mir nicht einfach ein Zeichen geben? Wenn ich heute ein Autokennzeichen mit „JA” sehe, dann deute ich das als eine Antwort von dir. Kennst du solche Situationen in deinem Leben? Momente, in denen du dir ein Zeichen von Gott wünschst? In denen du vor einer Entscheidung stehst und diese endlich treffen musst? In denen du in einer verzwickten Lage steckst und Gott dir endlich einen Weg zeigen soll, wie es weitergeht?
Lady Gaga singt in ihrem Song „Million Reasons” genau über so eine Situation. Sie singt von einer Person, die sehr verzweifelt ist und nicht weiß, was sie tun soll. Dabei fällt sie auf die Knie und betet zu Gott mit den Worten „Lord, show me the way!” Sie wünscht sich, dass Gott ihr den Weg zeigt. Wir Christinnen und Christen glauben, dass Gott uns einen Weg zeigt, indem er an unserem Leben teilhaben will und an uns interessiert ist.
Doch funktioniert das immer? Antwortet er dir auf jede deiner Fragen? Du kennst die Antwort wohl schon. Leider antwortet dir Gott nicht immer. Bei dir trifft das oft auf Unverständnis und Verzweiflung. Du willst gern vorwärts gehen und eine Entscheidung treffen, weißt aber einfach nicht, was richtig oder falsch ist. Du bewegst dich auf der Stelle und bittest Gott immer wieder um ein Zeichen oder eine Antwort. Es kann manchmal lange dauern, bis Gott zu reden beginnt. Auf dem Weg dahin gibt er dir die nötige Kraft!
Jede und jeder von uns hat vermutlich auch schon erlebt, dass Gott einfach still geblieben ist. Er hat dir einfach keine Antwort gegeben. Oder zumindest gab er dir keine Antwort, die du erwartet hättest. Denn Gott redet und wirkt oft anders, als du es dir vielleicht vorstellst. Wie kannst du dann eine Entscheidung treffen? Zum Beispiel kannst du dich dann an das erinnern, was dir Gott selbst gegeben hat. Du kannst in seinem Wort, der Bibel, lesen. Dort kannst du viel lernen und begreifen. Zudem hat Gott jedem von uns einen Verstand geschenkt! Einen Verstand, der einem hilft, Gutes und Böses zu unterscheiden und Situationen zu bewerten und abzuschätzen. Einen Verstand, der auch dein Herz und so alle deine Wünsche miteinschließt. Somit bist du fähig, gute Entscheidungen für dein Leben treffen zu können. Was aber nicht heißt, dass du Gott nicht mehr fragen darfst – im Gegenteil! In deinen Entscheidungsfindungen kannst du auf den besten Ratgeber vertrauen, den diese Welt gesehen hat. Er, der sie und jeden und jede von uns geschaffen hat, weiß, was zu einem guten Leben führt.
Du darfst Schritte wagen und Entscheidungen treffen. Im Vertrauen, dass du mit ihm gemeinsam unterwegs bist. Und ja, manchmal erlebst du, dass du nicht die richtige Entscheidung getroffen hast. Aber auch da darfst du wissen, er weicht nicht von deiner Seite – er bleibt.
Er hat die Schnauze voll von zu Hause. Immer das gleiche. „Tu dies! Mach das! Wieso hast du nicht? Kannst du nicht einmal?” Er hält es einfach nicht mehr aus. „Ihr könnt mich mal!”, denkt er. Schnell ist der Rucksack mit ein paar Sachen gepackt und dann raus hier. Zufällig liegt noch das Portemonnaie seines Vaters auf dem Tisch. Kurzentschlossen steckt er es ein, Bargeld und Kreditkarte schaden nicht. Er zieht die Tür hinter sich zu und haut ab.
Das Wochenende wartet, einige Partys sind geplant, da muss er auf jeden Fall dabei sein. Er feiert seine Freiheit und feiert sich weg. Er lädt seine Freunde ein. Es läuft bei ihm. Geniale Musik, gute Freunde, schicke Mädels, so hat er sich das vorgestellt. Am nächsten Morgen wacht er neben einem Mädchen auf, das er gestern kennengelernt hat. Sein Schädel brummt, sie frühstücken und verabreden sich für den nächsten Abend. Dann zieht er wieder weiter. Irgendetwas treibt ihn an. Er ist rastlos. Allerdings weiß er auch nicht, wohin er jetzt gehen soll. Wo kann er bleiben?
Irgendwie schlägt er die Zeit tot. Die nächste Feier wartet schon. Das Leben meint es gut mit ihm. Er lernt ein paar extrem coole Typen kennen. Sie nehmen ihn mit auf eine kleine Spritztour. Alle sind irgendwie in einem Stadium zwischen angetrunken und volltrunken. Sie halten schließlich irgendwo im Nirgendwo und dann geht alles ganz schnell. Warum auch immer hält ihm einer ein Messer an den Hals. Die anderen nehmen ihm alles weg, was er bei sich hat. Sie lachen ihn aus und dann schlagen sie auf ihn ein. Als er am Boden liegt, wird er getreten, irgendwann verliert er das Bewusstsein.
Als er langsam die Augen aufmacht, ist es furchtbar hell. Er liegt in einem Bett, alles tut ihm weh. Jemand muss ihn ins Krankenhaus gebracht haben. Aus dem Augenwinkel sieht er, dass jemand an seinem Bett sitzt. Er erschrickt. Sein Vater sitzt dort. Er sitzt direkt neben ihm und schläft. Als er ihn sich genauer ansieht, erkennt er, wie kaputt sein Vater aussieht. „Scheiße, was sag ich ihm, wenn er aufwacht? Wie kann ich das wiedergutmachen?” In seinem schmerzenden Kopf springen die Gedanken und Gefühle hin und her. Aber das eine Gefühl überwiegt. Er ist froh, dass sein Vater da ist. Nur, was kann er ihm sagen nach diesem ganzen Mist?
Lied abspielen – „Oft gefragt”
Der Vater schlägt die Augen auf. Sofort sieht er seinen Sohn an und bemerkt, dass er wach ist. Erleichtert lächelt er ihn an. „Papa, es tut mir leid, ich …”, fängt sein Sohn an, aber der Vater unterbricht ihn: „Hey, du musst nichts sagen, du musst dich jetzt schonen. Ich bin einfach nur froh, dass ich dich wiederhabe.” Er steht auf und gibt seinem Sohn vorsichtig einen Kuss auf die Stirn.
(Pause lassen)
Das Original dieser Geschichte steht in der Bibel in Lukas 15. Ein Vater, der seinem rebellischen Sohn vergibt, obwohl der richtigen Mist gebaut hat. Ein Vater, der sogar seinem Ausreißer vor Freude entgegenläuft. Der ihn in die Arme nimmt, bevor der überhaupt nur irgendeine Entschuldigung stammeln kann. Ich weiß nicht, ob das dein Vater auch so machen würde. Ich weiß nicht, ob ich als Vater so reagieren würde. Ich würde es mir zumindest wünschen. Wer allerdings so mit dir umgeht, ist Gott. Er ist wie dieser Vater. Zu ihm kannst du immer gehen. Egal, was war, egal, was du getan hast. Er ist für dich da! Er ist zu Hause für immer und dich!
Kurioserweise habe ich dieses Lied in einem alten Polo eines Freundes gehört, mit dem ich lange zusammen Radio gemacht habe. Das Auto war alles andere als schnell, aber die Geschichte dieses Songs hat mich so begeistert, dass das zu „unserem Auto-Lied” wurde.
Der Song beschreibt eine Situation, die vermutlich jede und jeder von uns schon mal erlebt hat: Man hat das Gefühl, man sitzt in seinem Leben fest. Irgendwie läuft es nicht so, wie man sich das vorgestellt hat. In der Geschichte dieses Liedes beschreibt eine junge Frau ihr Leben: Sie sitzt fest in schwierigen Verhältnissen. Die Mutter ist abgehauen. Der Vater Alkoholiker und sie schmeißt, um ihn versorgen zu können, die Schule hin. Zu verlieren hat sie nichts. Es kann aus ihrer Perspektive nur besser werden.
Und dann gibt es da diesen Typen. Der hat ein schnelles Auto und wenn sie mit ihm unterwegs ist, dann fühlt sie Freiheit. Dieses Auto ist so schnell, dass man sich dabei betrunken fühlt vor Glück. Und dann legt auch noch der Fahrer seinen Arm um sie. Zum ersten Mal überhaupt hat sie das Gefühl: „Ich könnte auch jemand sein. Ich bin kein Niemand.” Mit diesem Auto kann sie abhauen. Fliehen in eine bessere Welt, die ihr eine neue Perspektive schenkt.
Ich komme selbst nicht aus solch harten Verhältnissen. Aber auch in meinem Leben gab es immer wieder mal Situationen, die sich so angefühlt haben. Wenn jetzt nichts passiert, dann bleibe ich stehen. Dann komme ich nicht weiter. Ob in der Schule, im Studium, im Beruf oder auch im Privaten. Als ich „Fast Car” in dem alten Polo zum ersten Mal gehört hatte, war ich Anfang 20 und steckte in einer tiefen Lebenskrise. Ich wusste nicht, wie es mit mir weitergehen soll. Ich hatte mich zu lange vor mir selbst und vor Problemen versteckt und hatte nicht das Gefühl, dass Gott mich und mein Leben noch im Blick hatte. Ich wollte auch am liebsten abhauen. Ich sah keine Perspektiven für mich.
Das geht aber nicht nur dir, mir oder Tracy Chapman so. Schauen wir in die Psalmen, dann stellen wir fest: Hier stehen Gebete von Menschen, die das Leben so erlebt haben, wie wir es tun. Die oft das Gefühl haben, dass sie auf verlorenem Posten stehen. Die oft auch keine Perspektive gesehen haben. Lies dir mal den Psalm 77 durch. Hier erlebt jemand eine ausweglose Situation und fragt sich, wo seine Perspektiven sind. Der Beter fühlt sich von Gott verlassen und weiß nicht mehr weiter. Und trotzdem betet er zu Gott und erzählt ihm von seiner Ausweglosigkeit. Er ringt richtig mit Gott. Er fragt in seinem Gebet nach, ob Gott ihn noch sieht.
Manchmal ist das Leben so – man wünscht sich eine Fluchtmöglichkeit. Aber Flucht, auch wenn das Auto noch so schnell sein mag, hilft selten wirklich weiter. Ich möchte dich deshalb ermutigen, in solchen Situationen trotzdem Gott alles anzuvertrauen. Auch wenn du das Gefühl hast, er hört dir nicht mehr zu – das tut er doch! Vertraue darauf, dass Gott auch in Situationen bei dir ist, die ausweglos erscheinen und auch für dich gilt: „Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.” (Jos 1,9 Lu).
Egal, ob du einen Führerschein hast oder nicht – du kennst die Situation: Du bist als Fahrer oder Mitfahrer in einem Auto unterwegs. Am Straßenrand taucht vor dir diese Person auf – sie hält den Daumen oder ein Pappschild raus und wartet auf eine Mitfahrgelegenheit. Kurz schießt dir der Gedanke in den Kopf: „Eigentlich doch kein Problem, jemanden mal ein paar Kilometer mitzunehmen.” Beim Vorbeifahren treffen sich eure Blicke durch die Windschutzscheibe. Unsicher, fragend. Doch ehe du den Gedanken zu Ende denken, geschweige denn ihn aussprechen kannst, rollt das Auto an der Person am Straßenrand vorbei. Mit einem komischen Gefühl im Bauch schaust du in den Rückspiegel. Die Person steht immer noch da – sie schaut in deine Richtung. „Mist! Chance verpasst!”, seufzst du in dich hinein.
Eben diese Situation beschreibt Maxim in seinem Song Rückspiegel. Es geht um verpasste Chancen. Möglichkeiten, die man vielleicht nur einmal im Leben bekommt. Chancen, die man nicht ergreift. Vielleicht die Möglichkeit, für ein paar Wochen zum Schüleraustausch ins Ausland zu gehen, bei einem Konzert oder Festival dabei zu sein oder sich auf einen Job zu bewerben. Das alles sind Chancen, die man entweder nutzen oder vertun kann.
Vielleicht erkennst du dich in diesem Songtext selbst wieder. Du fragst dich: „Was wäre gewesen, wenn ich mich doch anders entschieden hätte? Wäre vielleicht sogar mein ganzes Leben anders verlaufen?” Und du ärgerst dich und sagst dir selbst: „Shit! Vertan! Ich habe diese einmalige Chance nicht genutzt. Hätte ich damals doch nur nicht so lange gezögert, wäre mutiger gewesen, …”
In der Bibel findest du kaum etwas über verpasste Chancen. Denn es liegt auf der Hand: Geschichten über verpasste Chancen schreiben nur die wenigsten auf – außer vielleicht Maxim in einem Songtext. Denn vor allem genutzte Chancen hinterlassen Spuren – bringen uns weiter, lassen uns neue Erfahrungen machen. Trotzdem findet man in der Bibel einen Text, der den Sachverhalt noch einmal in ein neues Licht stellt. In Prediger 3 heißt es immer wieder, dass alles seine Zeit hat. Viele Beispiele werden da aufgeführt: Da geht’s ums Suchen und Verlieren, ums Weinen und Lachen oder ums Behalten und ums Wegwerfen.
Und damit geht es letztlich auch darum, mutig Chancen zu ergreifen oder sich in einer Situation auch einmal zurückzuhalten und ganz relaxed eine Chance verstreichen zu lassen. Alles hat seine Zeit. Und somit gibt es in deinem Leben Zeiten, in denen du mutig vorangehst und Chancen ergreifst. Aber genauso gibt es auch Zeiten, in denen du zurückhaltender und abwartender sein darfst. Gott kennt dich. Er kennt deine Wünsche, Ängste und Sehnsüchte. Deinen Ärger, aber auch deine Freude. Er weiß genau, was du brauchst und was gut für dich ist. Und das sogar, bevor du es aussprechen kannst (vgl. Mt 6,8).
Den kompletten Plan für unser Leben, den zeigt uns Gott nicht. Er überlässt jeder und jedem selbst die Entscheidung, eine Chance zu ergreifen oder dies auch nicht zu tun. Aber genauso, wie es Maxim im letzten Refrain seines Songs beschreibt, dürfen wir heute und morgen in der Hoffnung und Zuversicht leben, dass Gott unserem Leben eine Richtung gibt, sodass wir am Ende sagen können: „Alles ist okay!”
Wünschen sich die Beginner in die Steinzeit zurück? Haben sie etwas gegen Technik und Fortschritt? Ich glaube, dass es ihnen nicht darum geht, sich in die Rauchzeichenzeit zurückzuwünschen. Es geht ihnen darum, auf die negativen Folgen dieser Entwicklung hinzuweisen. Wir leben in einer Zeit der völligen Freiheit und trotzdem haben wir vor so vielem Angst. Ich habe Angst. Zum Beispiel habe ich Angst davor, aussortiert zu werden. Menschen werden abgehängt. Wer nicht mit der Zeit geht, kann sein Leben von der Datenautobahnbrücke schmeißen. Du bist raus, wenn du nicht mitmachst. Raus zu sein, nicht mehr dazuzugehören, das macht mir Angst.
Angst habe ich auch davor, bei anderen Leute unten durch zu sein. Wenn sie mich ablehnen. Ich glaube, es geht vielen so ähnlich. Darum motzen sie sich online ordentlich auf, zeigen nur ihre Schokoladenseiten. Alles, was nicht passt, wird rausgeschnitten, überabeitet, weggelassen. Wo sind die Menschen, die zu ihren Pickeln und zu ihren schiefen Zähnen stehen? Das ist leichter gesagt als getan. Wer will schon seine Macken zeigen, wenn er sie auch überdecken kann? Allerdings erschaffen wir so eine Scheinwelt. Wir machen uns gegenseitig vor, wie toll wir sind, und belügen uns dabei. „Wir pumpen mit Fotos unsre großen Egos auf, doch sind innerlich so leer wie’n Schokonikolaus.”
Warum verbiegen wir uns so oft vor anderen Menschen? Aus Angst davor, out zu sein! Aus Angst davor, nicht gemocht zu werden! Ich habe für mich beschlossen, dass ich da nicht mehr mitmachen will. Ich will mich nicht mehr verbiegen. Ich will nicht mehr von dieser Angst, out zu sein, bestimmt werden. Ich will nicht Angst davor haben, nicht gemocht zu werden. Dabei hilft mir der Glaube an Gott. In Psalm 56,12 (Lu) sagt einer: „Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?” Mir hilft die Beziehung zu Gott, meine Ängste zu überwinden. Ich vertraue ihm. Ich rede mit ihm über meine Ängste und es tut mir gut, weil er mich ruhig macht. Er schenkt mir Gelassenheit, weil er mich so annimmt, wie ich bin. Ihm muss ich nichts vormachen und trotzdem bin ich ihm wichtig.
Ich mache dir Mut, es genauso zu machen. Stehe zu dir selbst! Sei du selbst! Sei echt! Du bist, so wie du bist, genial und einzigartig! Egal, was andere sagen oder schreiben, Gott findet dich großartig, wie du bist. Mach dich nicht von der Meinung anderer abhängig. Rede mit Gott und erzähle ihm von deinen Ängsten. Vertraue auf Gott und fürchte dich nicht! Du bist großartig!
Dir ist das Glück ins Gesicht geschrieben. Noch nie zuvor hast du dich so beschenkt gefühlt wie gerade in diesem Moment. Du hast das Gefühl, jede Mauer überwinden zu können, und nichts kann dich dabei aufhalten. Aber nicht, weil du irgendein materielles Geschenk bekommen hast, sondern weil du den Weg nicht mehr allein bestreiten musst.
Während die Sportfreunde Stiller in ihrem Lied „Das Geschenk” eher eine Beziehung oder eine enge Freundschaft zwischen Menschen besingen, beschreibt der Song doch auch unsere Beziehung zu Gott. Er mit dir und du mit ihm. Du bist ein Teil von ihm. Dass Gott immer an dich denkt und jeden deiner Schritte sieht, ist ein unverdientes Geschenk. Weil du ihm so viel bedeutest!
Kennst du das Gefühl, dass dein Leben ein Stück reicher geworden ist, weil du gerade ein unglaubliches Erlebnis mit Gott hattest? Denn mit Gott ist nichts unmöglich. Er ist der, der unserem Leben Farbe gibt und daraus „Tante Emmas wundervollen Fantasienladen” macht. Plötzlich sprudeln die Glücksgefühle einfach nur so in dir hoch, weil du erkennst, dass du mit Gott ein so erfülltes Leben haben kannst. „Er gibt dir in deinem Leben viel Gutes – überreich bist du beschenkt” (Ps 103,5a NGÜ)! Auf diesen Zuspruch kannst du jeden Tag aufs Neue bauen. Aber wie nimmst du dieses Geschenk überhaupt an? Du kannst es ja nicht einfach irgendwo abholen und dann, zu Hause angekommen, nutzen. Also, wie beanspruchst du das Geschenk eines erfüllten Lebens für dich?
Ein aktives Leben mit Gott ist der wichtigste Schritt in die richtige Richtung, denn es liegt in Gottes Natur, uns zu beschenken. Ein Vater will seine Kinder glücklich sehen, er will, dass sie alles Wundervolle in ihrem Leben mitnehmen, was sie nur können. Und nicht anders ist es bei Gott. Er will, dass du in seiner Geschenkekiste kramst und jeden Tag neu daraus überrascht wirst.
Aber was ist mit den Tagen, an denen alles schiefläuft und einfach wirklich nichts Gutes zu entdecken ist? Hat Gott dich an diesen Tagen vergessen? Absolut nicht! Gott kann dich gar nicht vergessen. Du bist in sein Herz gemeißelt, immer präsent in seinen Gedanken. An solchen Tagen entscheide dich dafür, dass du das Geschenk eines erfüllten Lebens in Anspruch nehmen willst, und sei dankbar für die winzig kleinen Dinge, die an diesem Tag gut gelaufen sind. Versuche, dir ein paar Dinge ins Gedächtnis zu rufen, für die du auch an diesem nicht so glücklichen Tag dankbar sein kannst. Mit jeder Sache, für die du Gott Danke sagen wirst, hat dich „das Glück im Visier” und der Tag wird reicher werden, als er es davor war. Es liegt an dir, das Geschenk eines überreich beschenkten Lebens in Anspruch zu nehmen.
Da singt Sarah Connor ein Lied über den Tod. Das ist ja schon mal ziemlich freaky, denn schließlich ist sie noch nicht mal 40 Jahre alt. Aber noch krasser ist, wie sie sich ihre Beerdigung vorstellt: Die Menschen, die sie liebt, sollen nicht trauern, sondern sich freuen, sie sollen feiern, tanzen und lächeln. Aber geht das überhaupt? Wenn wir einen Menschen verlieren, den wir lieben, dann können wir doch nicht so tun, als wäre das schön! Gerade dann sind wir doch einfach traurig. Weil uns dieser Mensch unendlich fehlt und weil wir vielleicht Angst vor der Zukunft ohne diesen lieben Menschen haben.
Aber die Idee, dass wir auf Beerdigungen auch lachen, dass wir dankbar sind für das Leben und die gemeinsamen Erinnerungen, das ist keine neue Idee. Es gibt sogar noch einen guten Grund, neben all der Trauer auch wieder Hoffnung zu schöpfen, auch wenn es um den Tod geht. Christen glauben nämlich, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern dass das Leben stärker ist als der Tod. Weil Jesus, der Sohn Gottes, vom Tod auferstanden ist. Der Tod ist nicht mehr das schreckliche Ende eines Lebens, sondern der Start in ein neues, anderes Leben in Gottes Unendlichkeit. Dafür gibt es keine Beweise. Aber wir können es glauben und manchmal auch spüren. „Niemand von uns lebt für sich selbst und niemand stirbt für sich selbst. Wenn wir leben, leben wir für den Herrn, und wenn wir sterben, sterben wir für den Herrn. Wir gehören dem Herrn im Leben und im Tod” (Röm 14,7-8 GNB). So steht es in der Bibel. Das heißt: In dem Moment, in dem wir zu Gott gehören, kann uns nichts von ihm trennen. Nicht mal der Tod. Auch wenn wir die Menschen, die gestorben sind, nicht mehr um uns haben, so sind wir doch durch Gott mit ihnen verbunden. Der Bibeltext geht noch weiter: „Denn Christus ist gestorben und wieder lebendig geworden, um Herr zu sein über alle, Tote wie Lebende” (Röm 14,9 GNB).
Trotzdem fühlen wir den Tod natürlich oft als endgültige Trennung von einem Menschen. Und es ist auch richtig, zu trauern, zu weinen und zu klagen. Aber es bleibt von einem Menschen auch immer viel zurück: in den Erinnerungen, aber auch weil Menschen uns selbst prägen. Und es bleibt die Hoffnung, dass es kein endgültiger Abschied ist, weil wir uns in Gottes Ewigkeit wiedersehen. Auch wenn das unsere Vorstellungskraft übersteigt, kann es ein Trost für uns sein. Gott verspricht: Das Leben in seiner Welt wird gut und vollkommen. Es gibt dort keine Schmerzen, keinen Streit, keine Tränen. Wow! Und auch deshalb können wir neben aller Angst und Trauer so etwas wie hoffnungsvolle Freude und Trost fühlen. Denn der Tod ist nicht das Ende.
Impulsfragen:
Hast du dir schon mal Gedanken über den Tod gemacht?
Was stellst du dir vor, was kommt nach dem Tod?
Wie fühlt sich die Idee an, dass am Grab gefeiert, getanzt, gelächelt wird?
Wenn du an deinen Tod denkst, dann …
Filmtipps:
About a girl
7 Leben
Das Beste kommt zum Schluss
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Das Leben ist nichts für Feiglinge
Wer früher stirbt, ist länger tot
Serie: Club der roten Bänder
Da bekommst du es mit der Angst zu tun. Über deinem Kopf schlägt das Wasser zusammen. Mit Mühe kämpfst du dich an die Wasseroberfläche zurück. Dein einziges Ziel ist es, nicht zu ertrinken. Du versucht, nach Hilfe zu rufen. Du fürchtest dich davor unterzugehen. Es ist ein Kampf, der für dich alles entscheidet.
Manchmal scheint es, als würdest du den Boden unter den Füßen verlieren. Du streitest dich mit deinem besten Freund, du wirst von deinen Klassenkameraden gemobbt oder du verlierst einen geliebten Menschen. In solchen Momenten fühlst du dich allein gelassen. Du spürst nichts von Gottes Gegenwart. Das, woran du geglaubt hast, ergibt plötzlich keinen Sinn mehr. Stattdessen bleiben nur noch Fragen: Wo ist dieser Gott? Ist Gott nicht ein liebender Vater? Verspricht uns Gott in der Bibel nicht, dass er mich nie allein lassen wird? Wieso kann ich ihn nicht mehr spüren? Die Zweifel werden zu Wellen, die über dir zusammenschlagen. Du hast Angst darin zu ertrinken.
Oliver Sykes, der Sänger von „Bring Me The Horizon”, schreit in seinem Lied „Drown” solche Fragen der Verzweiflung: „Who will fix me now? Dive in when I’m down?” – Wer kann mir helfen und mich jetzt noch heilen? Wer macht sich die Mühe und springt ins Wasser, wenn ich schon bis zum Grund gesunken bin? Der Sänger bringt seine Zweifel deutlich zum Ausdruck und verschafft ihnen Gehör. Gerade in seiner Verzweiflung beschließt er nicht aufzugeben, sondern diese Fragen dem Zweifel zum Trotz zu stellen. Er möchte nicht aufgeben, sondern um Antworten ringen.
Mich erinnert dieses Schreien und dieses Kämpfen sehr an Jakobs Kampf am Fluss Jabbok (1. Mose 32,23-33). Als Jakob den Fluss überqueren möchte, gerät er in einen Kampf mit einem Unbekannten. Die ganze Nacht ringt Jakob mit dieser Person, kann sie aber nicht besiegen. Obwohl Jakob verletzt wird, gibt er nicht auf, sondern zwingt seinen Gegner, ihn zu segnen. Da offenbart sich dieser Unbekannte als Gott selbst und segnet Jakob. Für Jakob ist es ein Kampf, dessen Ausgang für ihn alles bedeutet. Er sehnt sich nach dem Segen Gottes. Dafür ist er bereit, alles zu geben und eine Verletzung in Kauf zu nehmen. Jakob ringt mit Gott. Er fordert von Gott das ein, wonach er sich sehnt.
Wie gehen wir damit um, wenn wir drohen in unseren Fragen zu ertrinken? Kämpfen wir darum nicht unterzugehen? Es ist wichtig, dass wir unseren Zweifeln Raum und Gehör verschaffen. Zu jedem Glauben gehört auch der Zweifel dazu. In den Psalmen wird deutlich, dass es normal ist, an Gott und seiner Nähe zu zweifeln. Doch entscheidend ist, dass wir uns bewusst sind, an wen wir unsere Zweifel richten können. Wir dürfen uns sicher sein, dass es bei Gott einen Platz dafür gibt.
Wenn du an Gottes Liebe und seiner Nähe zweifelst, möchte ich dich einladen, mit Gott zu kämpfen. Gib nicht auf, wenn dir die Zweifel die Luft abschnüren! Schreie Gott deine Fragen und Zweifel zu. Halte dich an Gottes Versprechen fest, dass er dir nahe sein möchte, selbst wenn du zweifelst. Fordere Gott dazu auf, sein Versprechen wahr zu machen. Ich möchte dich ermutigen: Zweifle laut, denn solange du noch zweifelst und fragst, hast du diesen Kampf noch nicht aufgegeben.
Wer wünscht sich nicht so eine Person? Egal, ob als Partner, Partnerin oder als besten Freund, beste Freundin. Jemanden, mit dem du die ganze Nacht wach liegen und in den Himmel starren kannst. Der dich einfach in den Arm nimmt und dich nah an sich drückt, sodass du deine Probleme vergessen kannst und sich alles um dich herum friedlich anfühlt. Weil du weißt, dass niemand dich besser kennt, niemand dich besser versteht, niemand besser weiß, was gerade in dir vorgeht als diese Person. Und niemand findet bessere Worte, um dich zu trösten und zu ermutigen, als sie.
Nach diesem unglaublichen Gefühl der Vertrautheit zu einer anderen Person – der Verbundenheit zu einem Freund, einer Freundin, wie man sie zu niemandem sonst auf der Welt hat – suchen fast alle Menschen. Deshalb beschreiben so viele Lieder, Gedichte und Filme, wie Menschen auf der Suche nach dieser tiefen Liebe sind, die glücklicher macht als alles andere. Und es gibt auch die Geschichten von Menschen, die diese Person gefunden haben, der man so vertrauen kann. Etwa den besten Freund, den man seit der 1. Klasse kennt, oder die eigene Ehefrau, die man früher noch nicht mal anzusprechen traute.
Doch egal, ob du nach diesem Gefühl, von dem Jasmine Thompson singt, suchst oder nicht, ein anderes Gefühl hast du wahrscheinlich schon erlebt. Und zwar das genaue Gegenteil von Vertrauen und Liebe: Betrug, Angst und Verletzungen. Am schlimmsten sind diese Gefühle, wenn gerade die Person dich anlügt und hinter deinem Rücken über dich redet, von der du dachtest, dass ihr die vertrauensvollste und die liebevollste Beziehung habt, die es gibt. Selbst die glücklichsten Paare müssen manchmal schwierige Phasen in ihrer Beziehung überstehen – und manchmal scheitern sie auch daran. Diese ideale Traumvorstellung einer Freundschaft mit tiefer Liebe, unglaublichen Gefühle und intimem Vertrauen, wie sie in diesem Lied besungen wird, scheint es in der echten Welt nicht zu geben – zumindest nicht ohne gelegentliche Schwierigkeiten.
„Ain’t Nobody” ist nicht das einzige Lied, das von einer perfekten Beziehung spricht. Auch der Singer-Songwriter König David besingt in Psalm 139 genau so eine Traumbeziehung. Dabei geht es nicht um zwei Menschen. Es geht um die Beziehung zwischen dir und Gott. In diesem Lied geht es nicht um eine träumerische Wunschvorstellung, sondern um tatsächliche Realität! David schreibt davon, dass Gott dich durch und durch kennt. Er weiß genau, was du gerade tust, und er versteht auch, warum du denkst, was du denkst. Er kann nachvollziehen, warum du das tust, was du tust, und bei all dem begleitet und beschützt er dich.
Der Wunsch nach einer Person, der man blind vertrauen und alles um einen herum vergessen kann, sich beschützt und verstanden fühlt, kann bei Gott gestillt werden. David beschreibt auch, warum gerade Gott diese Idealbeziehung mit dir führen kann: Er hat dich geschaffen. Er hat seine ganze Leidenschaft und Begeisterung genutzt, um dich so zu machen, wie du bist. Daher kennt er dich nicht nur am besten, sondern dadurch hat er zu dir eine Beziehung aufgebaut, die auf vollkommener Liebe gründet. Niemand liebt dich besser, macht dich glücklicher, kann dir besser dieses Gefühl des Vertrauens geben als Gott.
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