Genieße das Leben!

Einheit | Bibelarbeit
Einheit | Bibelarbeit

Genieße das Leben!

Enthalten in:
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: echt.
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 15-45 Min.)
Bibelstelle: Prediger 9,7-9,10 anzeigen
Bibelstelle
Prediger 9,7-9,10

Genieße das Leben

7Auf, iss mit Freuden dein Brot

und trink fröhlich deinen Wein!

Denn Gott gefällt schon lange, was du tust.

8Jederzeit trage festliche Kleider

und spar nicht mit duftendem Öl auf deinem Haar!

9Genieße das Leben mit einer Frau, die du liebst!

So verbringe alle Tage deines vergänglichen Lebens,

die Gott dir unter der Sonne schenkt –

alle Tage, die nur ein Windhauch sind.

Ja, das ist dein Anteil am Leben und an deiner Arbeit,

mit der du dich unter der Sonne abmühst.

10Was immer deine Hand zu tun bekommt,

das tu mit deiner ganzen Kraft!

Denn du bist unterwegs in die Unterwelt.

Dort aber kannst du nichts mehr tun und planen,

nichts mehr wissen und denken.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

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1.    Erklärungen zum Text

Das Buch Prediger

Das zentrale Thema des Buches Prediger ist die Eitelkeit. In Prediger 1,2-4 steht: „Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel. Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, die er hat unter der Sonne? Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt immer bestehen.“ Der Mensch ist also vergänglich, er stirbt sowieso irgendwann. Eitelkeit ist hier so zu verstehen, dass der Mensch einem Ziel nachstrebt, welches er niemals erreichen kann, da er zwangläufig irgendwann sterben muss. Zentrale Aussage des Buches ist: Es ist nicht sinnvoll (eitel), Zielen auf dieser Erde nachzujagen.

Der unmittelbare Kontext

Die Verse 7-10 im 9. Kapitel wirken fast wie ein Lichtstrahl inmitten ziemlich düsterer Gedanken. Dabei beginnt Kapitel 9 mit einer zentralen Einsicht: „Gerechte und Weise und ihr Tun sind in Gottes Hand“ (V. 1). Der Mensch hat alles Gott zu verdanken. Vor allem bliebe er ohne ihn in seiner Bosheit gefangen (V. 3). Anschließend sieht der Prediger wieder den Tod als das unvermeidliche Ultimatum jeden Lebens, von dem her das eigene Leben interpretiert werden muss (V. 5-6). Wichtig für den Kontext ist also: Der Mensch muss sterben. Die Frage ist jetzt, wie er mit dieser Einsicht umgeht und wie er auf diese Einsicht reagiert.

Der Text an sich

In den vier Versen geht der Prediger verschiedene Lebensbereiche durch, in denen er verschiedene Symbole verwendet.

In Vers 7 wird von Brot und Wein geredet. Natürlich geht es hier um die alltägliche Nahrung, das tagtägliche Essen an sich. Bei dem Wein als alltäglichem Getränk ist zu beachten, dass es sich um einen stark verwässerten Wein handelte, der wesentlich weniger Alkohol enthielt als heutzutage. Gleichzeitig wecken Brot und Wein in Kombination natürlich die Assoziation mit dem Abendmahl, bei dem Brot und Wein der Leib und das Blut Christi darstellen (vgl. Lk 22,19-20).

Für uns heute uneindeutiger sind die Symbole der weißen Kleidung und der Salbung in Vers 8. Die weiße Farbe der Kleider steht für Reinheit und Unschuldigkeit. Der Prediger spricht hier also von einer geistlichen Reinheit. Man soll sich vor Gott nichts zuschulden kommen lassen. Aufgegriffen wird das Symbol der weißen Kleidung vor allem in der Offenbarung als himmlische Kleidung (vgl. Off 3,5). Außerdem wird über Jesus im Moment seiner Verklärung vor seinen Jüngern geschrieben: „seine Kleider wurden weiß wie das Licht“ (Mt 17,2).

Auch die Salbung ist ein religiöser Akt der Reinwaschung. So kommt es im Alten Testament regelmäßig dazu, dass die Salbung den offiziellen Akt zur Einsetzung eines neuen Königs darstellt (vgl. die Salbung von David zum König in 1. Sam 16,13). Die Salbung als physischer Akt ist also eine Reinwaschung und ein offizielles Zeichen, dass Gott mit dem gesalbten Menschen geht.

2.    Bedeutung für heute

Die schon aufgeworfene Frage, wie mit der Endlichkeit des Lebens umzugehen ist, wird in den Versen vom Prediger konkret beantwortet. Dabei ist zunächst wichtig, dass er zentrale Bereiche des alltäglichen Lebens aufgreift: Nahrung (V. 7), Kleidung (V. 8), Beziehung/Ehe (V. 9) und die Arbeit (V. 10). Wie ist aber mit diesen Bereichen umzugehen, wenn das Leben sowieso irgendwann vorbei ist? Die Antwort ist nicht Gleichgültigkeit oder Nachlässigkeit, sondern Freude und Genuss. Der Prediger fordert uns auf, unser Leben zu genießen, solange wir es haben, und das mit allen Anstrengungen, die es mit sich bringt. Gehen wir es von vorne nach hinten durch:

  1. Das Essen: Wir sollen Brot und Wein, also Essen und Trinken, bewusst und „mit Freuden“ genießen. Wir dürfen das, was Gott uns schenkt, annehmen und sollen dies auch tun. Dabei geht es dem Prediger nicht um ein gieriges Konsumieren, sondern um ein Erkennen der Gnade Gottes in dem, was uns geschenkt ist. „Denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen“ (V. 7). Natürlich schwingt an dieser Stelle auch der ganze Horizont des Abendmahls mit, dass Christus ankündigt, sich für uns hinzugeben, damit unsere Sünden vergeben sind.
  2. Die Kleidung: Wir sollen uns in Reinheit „kleiden“. Wenn wir den Wegen Gottes folgen, dann sind wir auf einem Weg der Freude unterwegs. Paulus schreibt: „Zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit“ (Eph 4,24). Wir sollen also unser ganzes Sein auf Christus ausrichten, indem wir unser „altes Kleid“, also unser altes Leben ablegen und ein neues anziehen.
  3. Die Beziehung/Ehe: Die Aufforderung des Predigers ist hier ganz klar: Wir sollen unsere Beziehungen genießen. Dabei setzt der Prediger zwei Einsichten voraus: 1. Eine Beziehung beruht auf gegenseitiger Liebe. 2. Eine Beziehung ist Arbeit. Auch wenn eine Beziehung Mühe und nicht immer Spaß macht, soll man sich doch aneinander freuen, solange man sich hat. Dabei gilt auch in Beziehungen die Prämisse auf Vers 8: Es geht auch in Beziehungen darum, Gott nachzufolgen und rein zu bleiben.
  4. Die Arbeit: Ein genussreiches Leben kann nur der haben, der auch dafür gearbeitet hat. Gerade weil das Leben kurz ist, müssen wir das, was wir machen, mit ganzer Überzeugung und ganzer Kraft tun.

Was ist die zentrale Aussage für unser heutiges Leben? Zunächst einmal eine Befreiung von Zwängen: Wir dürfen das Leben mit allen Facetten genießen. Dabei ist uns alles von Gott geschenkt. Daher sollen wir mit Dankbarkeit das Geschenk annehmen und mit ihm zusammen genießen. Diese Dankbarkeit ist etwas, was auch durch mühselige Aspekte oder Zeiten des Lebens geht: ob das Klausuren sind, die bevorstehen, ob es Streitigkeiten in der Beziehung sind oder einfach nur die Gesamtsituation nicht so rosig ausschaut: All das, sagt der Prediger, gehört mit zum Leben. Deswegen sollen wir gerade in den Aspekten sehen, dass uns das alles geschenkt ist. Und diese Dankbarkeit geht auch über den Tod hinaus, der unvermeidlich ist: Jesus hat den Tod besiegt.

Eine zentrale Herausforderung für die kommende Woche kann sein zu beten, bevor man eine neue Tätigkeit beginnt. Fange also an, vor dem Arbeiten/Hausaufgabenmachen etc. zu beten und Gott ganz bewusst dafür zu danken, dass er dir die Möglichkeit gibt, das jetzt zu tun und gib für ihn dein Bestes in dieser Zeit.

3.    Methodik für die Gruppe

Einstieg

Für den Einstieg kann eine Mindmap erstellt werden dazu, was es alles für Bereiche des Lebens gibt. Die Jugendlichen / jungen Erwachsenen nennen das, womit sie ihren Tag so füllen, beispielsweise der Sportverein, Schule, Kirchengemeinde, Musik etc. Diese Mindmap wird am Besten auf einem großen Flipchart-Papier oder einem Plakat erstellt. Hat niemand mehr etwas zur Mindmap hinzuzufügen, kann die Gruppe über folgende Fragen ins Gespräch kommen:

  • Welche von diesen Bereichen oder Aspekten eures Lebens machen euch am meisten Spaß?
  • Welche genießt ihr am meisten?
  • In welchen spürt ihr Gott am meisten und warum?
  • Und als letztes: Welche Bereiche in eurem Leben gehören Gott?

Arbeit am Bibeltext

Anschließend wird zunächst Prediger 9,1-6 gelesen, ohne sich den eigentlich Kern, also Prediger 9,7-10, anzuschauen. Dies geschieht entweder in der großen Gruppe oder in Kleingruppen. Die Gruppengröße sollte auf jeden Fall intensivere Gespräche und Diskussionen zulassen (5-7 Personen/Gruppe). Folgende Fragen können diskutiert werden:

  • Was für einen Eindruck habt ihr von dem Text?
  • Worum geht es in dem Text?
  • Was will der Autor eurer Meinung nach sagen? Ist er optimistisch? Pessimistisch? Realistisch?
  • Was für ein Wert steckt nach diesem Text im Leben?

Lest anschließend Prediger 9,7-10. Diskutiert zunächst folgende Fragen:

  • Habt ihr diese Verse erwartet?
  • Was für Fragen habt ihr an den Text? Gibt es unklare Begriffe?
  • Was für ein Wert steckt nach diesem Text im Leben?

Anschließend soll die Brücke zum eigentlichen Inhalt geschlagen werden:

  • Welche Aspekte des Lebens sind hier angesprochen?
  • Was soll mit diesen Bereichen passieren?
  • Was bedeutet es, alle diese Aspekte zu genießen? Was bedeutet es vor allem, das Leben mit seinem Partner zu genießen?
  • Was für eine Rolle kommt Gott in all diesen Aspekten zu?
  • Was bedeutet es, weiße Kleider anzuziehen und gesalbt zu sein?

Geht noch einen Schritt weiter auf die persönliche Ebene:

  • Fällt es dir schwer, in allen Situationen dankbar zu sein?
  • Wie bewusst ist dir der Ursprung dessen, was du hast? Ist dir bewusst, dass Gott alles für dich gegeben hat?
  • Fällt es dir schwer, das Leben auch in schwierigen Situationen zu genießen?
  • Wie läuft es in deiner Beziehung? Auf deiner Arbeit? In der Schule? Wie viel darf Gott von diesen Bereichen wissen? Und wie viel erzählst du ihm davon?
  • Ist dir bewusst, dass Gott auch beim Lernen oder beim Arbeiten an deiner Seite ist?

Auf allen Stufen sind noch weitere und andere Fragen möglich. Das Ziel ist es, gemeinsam das eigene Leben zu reflektieren und sich zu fragen, wie viel Raum ich Gott in meinem eigenen Leben gebe, welche Aspekte meines Lebens ich noch bewusst(er) Gott übergeben muss und wie ich dankbar das genießen kann, was Gott mir zum Leben schenkt.

  • Autor / Autorin: Jakob Quittkat
  • © Deutscher EC-Verband
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