„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ – „Warum junge Erwachsene nicht mehr glauben“„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ – „Warum junge Erwachsene nicht mehr glauben“

Einheit: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ – „Warum junge Erwachsene nicht mehr glauben“

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-40 Min. (Vorbereitung: 20-30 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Mitarbeitende, Studenten
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Predigtvorbereitung, Schulung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Markus 9,24

Prof. Dr. Tobias Faix geht in diesem Beitrag der Frage nach, warum Menschen nicht mehr glauben können oder wollen. Er beschreibt Leitmotive für die „Entkehrung“, erläutert, wie ChristInnen und Gemeinden reagieren können und gibt einen kurzen Ausblick auf die bleibende Hoffnungsperspektive.


Vorschau:

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ – „Warum junge Erwachsene nicht mehr glauben“

In der Jahreslosung für das Jahr 2020 geht es um einen der zentralsten Begriffe in der Bibel: Glaube. Und das in einer fast erschreckenden Offenheit, denn es geht nicht um einen starken und kraftvollen Glauben, sondern um einen gebrochenen und zweifelnden Glauben, ja, um einen Unglauben. Aber was heißt Glaube überhaupt?

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Warum Menschen heute nicht mehr glauben können oder glauben wollen

So wie man davon ausgeht, dass die Bekehrung das Leben eines Menschen verändert, so wurde uns ähnliches oft auch über die Entkehrung berichtet. Was alle Befragten eint, ist das Erleben, dass es sich bei ihrer Entkehrung um einen längeren Prozess handelte. Zwar gab es bei Einzelnen auch bestimmte Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse, die einen gewissen Wendepunkt darstellten, aber meist hat sich der Prozess über mehrere Jahre hingezogen, bis es zur endgültigen Abwendung vom Glauben kam. Wie beschrieben, hat bei den meisten dies in der Folge eine direkte Auswirkung auf ihr Umfeld, also ihre Partnerschaft, Familie, den Freundeskreis und natürlich auf die Kirche und Gemeinde, in die sie bisher gegangen waren. Diese Auswirkungen wurden ganz unterschiedlich erlebt: von Zustimmung und Erleichterung über Entsetzen bis zum Zerbruch von Ehe und Familie.

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„Christen sind nicht das, was sie singen“ – das Leitmotiv Moral

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„Ich habe viel gekämpft und langsam merkte ich: Das passt alles nicht zusammen“ – das Leitmotiv Intellekt

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„Vieles, was ich früher gelernt habe, ergibt heute für mich keinen Sinn mehr“ – das Leitmotiv Identität

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„Mein Problem ist, ich habe einfach kein Vertrauen zu Gott“ – das Leitmotiv Gottesbeziehung

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Wie Christen und Gemeinden reagieren können

Natürlich haben wir im Team überlegt, was dies für Christen und Gemeinden heißen kann und wie diese Ergebnisse zu deuten sind. Teilweise haben wir auch die Interviewten gefragt, was sie darüber denken und sich von Christen und christlichen Gemeinschaften wünschen würden. Einige der Konsequenzen dieser Überlegungen möchte ich kurz skizzieren.Ein eigener mündiger Glaube ist die Grundlage dafür, dass er auf gesunde Weise eine wohltuende Wirkung im Leben entfaltet. Aber ein eigener, selbst durchdachter und mündiger Glaube entsteht nicht allein dadurch, dass man jeden Sonntag im Gottesdienst sitzt. Glaube braucht Freiraum, um zu wachsen, bei allem Wissen, dass das eigene Gottesbild auch von der eigenen Sozialisation und Erfahrung geprägt ist und sich deshalb in der Beziehung zu Gott, den Menschen und sich selbst weiterentwickeln darf. Ein gesunder Glaube wirkt nicht kompensatorisch. Das heißt: Er dient nicht dazu, Defizite in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zuzudecken. Ein Mensch mit einem mündigen Glauben befindet sich in einer Entwicklung, in der er immer weniger darauf angewiesen ist, sich selbst und anderen etwas vorzumachen. Ein gesunder Glaube lässt sich nicht in ein starres und festes Regelwerk pressen, sondern braucht Freiheit, sich zu entfalten.

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  • Autor / Autorin: Prof. Dr. Tobias Faix
  • © Deutscher EC-Verband

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