„Kirche“ ist Herzenshaltung (Die Tempelrede)„Kirche“ ist Herzenshaltung (Die Tempelrede)

Einheit: „Kirche“ ist Herzenshaltung (Die Tempelrede)

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-120 Min. (Vorbereitung: 30-90 Min.)
Materialart: Stundenentwurf
Zielgruppen: Kinder (3-7 Jahre), Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: JUMAT
Benötigte Materialien: Bilder (von Kirchen aus unterschiedlichen Ländern), Papier und Stift, Bibel(n), Spielplan ("Großer Preis"), Herz (je TN), Schere(n), Kleber, Buntstifte, Tonkarton, Bausteine (groß, z. B. Schuhkartons), Verkleidung
Bibelstelle: Jeremia 7,1-7,15
Jeremia 7,1-7,15

7

Gerichtsworte zur Zeit des Königs Jojakim

Jeremia 7,1–20,18

Die Tempelrede

Jeremia 7,1–8,3

Gott beauftragt Jeremia mit der Tempelrede

1Dieses Wort kam vom Herrn zu Jeremia:

2»Stell dich in das Tor am Haus des Herrn!

Und verkünde dort diese Botschaft:

Hört das Wort des Herrn, ihr alle aus Juda

ihr, die ihr gerade durch diese Tore geht,

um den Herrn anzubeten!

3So spricht der Herr Zebaot, der Gott Israels:

Ändert euer Verhalten und tut Gutes!

Dann lasse ich euch an diesem Ort wohnen.

4Verlasst euch nicht auf das verlogene Gerede:

›Der Tempel des Herrn ist doch hier!

Der Tempel des Herrn wird uns schützen!

Ja, hier ist der Tempel des Herrn!‹

5Nein, es ist ganz anders:

Ihr müsst euer Verhalten ändern und Gutes tun!

Bei euch soll es gerecht zugehen.

6Unterdrückt nicht Fremde, Waisen und Witwen!

Vergießt nicht unschuldiges Blut an diesem Ort

und lauft nicht anderen Göttern nach!

Denn das wäre euer Untergang!

7Dann werde ich euch an diesem Ort wohnen lassen.

Ihr werdet in dem Land bleiben,

das ich euren Vorfahren gegeben habe –

für immer und ewig.

8Schaut euch doch an:

Ihr verlasst euch auf verlogenes Gerede.

Das aber nützt euch gar nichts.

9Ihr stehlt, mordet, begeht Ehebruch,

schwört Meineide,

und bringt Baal Räucheropfer dar.

Ihr lauft anderen Göttern nach,

die ihr nicht einmal kennt – ist es nicht so?

10Dann stellt ihr euch vor mich hin.

Ihr steht in diesem Haus, das meinen Namen trägt,

und behauptet: ›Wir sind sicher!‹

Doch gleichzeitig tut ihr alles, was ich verabscheue.

11Haltet ihr dieses Haus, das meinen Namen trägt,

etwa für eine Räuberhöhle?

Ja, so ist es, und ich sehe es auch.

– So lautet der Ausspruch des Herrn.

12Geht dorthin, wo früher mein Tempel war: nach Schilo!

Dort war ich in meinem Namen gegenwärtig.

Schaut euch an, was ich trotzdem mit ihm gemacht habe

wegen der Bosheit meines Volkes Israel!

13Jetzt trifft es diesen Tempel hier, weil ihr dasselbe getan habt.

Ausspruch des Herrn

Immer wieder redete ich zu euch,

aber ihr habt nicht hingehört.

Ich rief euch, aber ihr habt nicht geantwortet.

14Deswegen werde ich mit dem Tempel dasselbe tun,

was ich Schilo angetan habe.

Auch wenn er das Haus ist, das meinen Namen trägt,

und ihr euch auf ihn verlasst.

Und auch wenn er der Ort ist,

den ich euch und euren Vorfahren gegeben habe.

15Fort mit euch, aus meinen Augen!

Ich werde euch genauso verstoßen wie all eure Brüder –

wie ich alle Nachkommen Efraims verstoßen habe.«

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Jeremia sagt, dass die Menschen sich verändern müssen und nicht meinen sollen, dass der bloße Besuch des Tempels sie schützt und rettet. Die Kinder sollen erkennen, dass die Kirche ein wichtiger und besonderer Ort ist. Aber es zählt nicht allein, dort einfach nur pflichtbewusst Woche für Woche hinzugehen. Es geht um die Herzenshaltung.


Vorschau:

Das Ziel

Starter

Den Kindern soll die Scheu vor der Kirche genommen werden: Der „Ort Kirche“ ist zwar wertvoll und wichtig, der Glaube ist aber eine Herzenshaltung.

Checker

Die Kinder sollen erfahren, dass es kein Druck sein soll, in die Kirche zu gehen. Gott sieht, was uns im Herzen wichtig ist und möchte, dass wir daran arbeiten.

Der Text an sich

Jeremia wurde von Gott zum Propheten berufen und hatte keinen leichten Job: Immer wieder musste er dem Volk Gottes zeigen, dass es sündig handelt und Gott es bestrafen wird. Das wollte natürlich niemand hören und Jeremia fürchtete häufig um sein Leben.

Im vorliegenden Text soll Jeremia an einem der sieben Tore zum Tempel stehen und zu denen, die hier entlangkommen, sprechen. D. h. es sind Menschen, die in den Tempel gehen und davon überzeugt sind, dass sie gottesgläubig sind. Diese Ansicht widerlegt Jeremia und zeigt auf, dass sie sich zwar, weil sie sich im Tempel aufhalten, sicher fühlen.

(…)

Der Text für dich

Starter

Vielleicht wirkt das Christsein nach außen manchmal so, als würde sich die Hauptsache in der Kirche abspielen bzw. als wäre es das Wichtigste, in die Kirche zu gehen. Doch hier im Text sehen wir: Der Tempel (also für uns die Kirche) ist ein wichtiger Ort, an dem man Gott begegnen kann, aber der Ort allein bringt keinen echten Glauben oder Errettung. Es geht darum, wie wir leben und wie unser Herz aussieht (V.5f.+10). Leben für Gott und in Gemeinschaft mit anderen ist lebendiger Glaube und hängt nicht vom Gebäude „Kirche“ ab.

(…)

Der Text gelebt

Wiederholung

Aaron und Noam stellen Fragen an die Kinder wie z. B.: Wo war ich unterwegs? Wen habe ich reden gehört? Was soll mit dem Tempel passieren? Was sollen wir tun, damit das nicht passiert? Kinder können auch in Gruppen eingeteilt werden und ein kleiner Wettkampf entsteht.

Wurde die andere Idee als Erzählung verwendet, kann bei jedem richtig wiederholten Fakt ein Stein von der eingestürzten Kirche wieder aufgebaut werden.

Gespräch

Starter: Nimm die Bausteine (von der Hinführung oder der Geschichte) und überlegt pro Stein, was in einer Kirche alles gemacht wird (Gebet, Predigt, Singen, Abendmahl, Taufe, Gemeinschaft …). Dann überlegt weiter, ob diese Dinge in einer Kirche stattfinden müssen, oder ob es auch einen anderen Rahmen dafür geben und wie der aussehen könnte. Was ist dabei wichtig? Was ist Gott dabei wichtig? Für Gott ist wichtig, dass wir diese Dinge nicht nur tun, weil man es eben machen muss, sondern weil wir es von Herzen wollen (Merkvers!). Egal ob in der Kirche oder an einem anderen Ort.

(…)

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  • Autor / Autorin: Annika Bertsche
  • © Deutscher EC-Verband

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