Wahr oder nicht wahr?Wahr oder nicht wahr?

Einheit: Wahr oder nicht wahr?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-60 Min. (Vorbereitung: 30-60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: 9 Din A 4 Blätter mit den Aussagen + Stimmt / Stimmt nicht (groß geschrieben), Tesafilm, Bibel(n) (so viele wie Teilnehmer), Kleine Zettel mit den Bibelstellen drauf, Lexikon

1. Vorbemerkungen

Es gibt verschiedene Wahrheiten, die man im Laufe seines Lebens als Christ lernt.

Die Frage ist: Stehen sie wirklich so in der Bibel? Hat Gott das wirklich so gesagt?

Wir wollen sieben Dinge, die Gott so nicht gesagt hat, gemeinsam anschauen.

2. Zielgedanke

Die Jugendlichen sollen lernen, Aussagen zu prüfen und anhand der Bibel zu bewerten.

3. Einführung

Du musst jeden Tag eine bestimmte Zeit in der Bibel lesen und beten   Einleitende Frage: Wie viel Bibellesen und Beten ist wohl genug? Mindestens einmal in der Woche?Psalm 119,147 Ich komme in der Frühe und rufe um Hilfe; auf dein Wort hoffe ich. 148 Ich wache auf, wenn’s noch Nacht ist, nachzusinnen über dein Wort.  
2. Timotheus 1, 3 Immer wenn ich für dich bete, danke ich Gott. Ihm diene ich mit reinem Gewissen wie schon meine Vorfahren. Tag und Nacht denke ich an dich in meinen Gebeten.
Lukas 12 In dieser Zeit verließ Jesus die Stadt und stieg auf einen Berg, um zu beten. Die ganze Nacht hindurch sprach er im Gebet mit Gott.
David wachte bereits vor Sonnenaufgang auf, um in Gottes Wort zu lesen. Paulus betete Tag und Nacht für seinen Freund Timotheus. Von Jesus lesen wir, dass er nachts aufstand, um mit seinem Vater im Gespräch zu sein – manchmal sogar die ganze Nacht. Für mich wird deutlich: Es gibt keinen festgelegten Zeitraum für das Gespräch mit Gott und das Lesen in der Bibel. Aber diese intensiven Zeiten mit Gott sind wichtig, um im Glauben zu wachsen und Jesus immer besser kennen zu lernen. Evtl. Frage in die Runde: Wie macht ihr das mit dem Beten und Bibellesen?
Gott liebt dich besonders, wenn du viel leistest   Einleitende Frage: Kennt ihr Leute, die sehr viel für Gott leisten?5. Mose 7,7 Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, 8 sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Römer 3,24 Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat.  In der Bibel lesen wir eher das Gegenteil davon. Gott liebt besonders die Kleinen und Unscheinbaren – das sieht man z. B. am Volk Israel (5. Mose 7,7). Auch Jesus wendet sich immer den Armen zu und den Hilfsbedürftigen. Für die Super-Frommen (heute sind das die Gemeinde-ChristenJ) hat Jesus harte Worte, weil sie einen Schein-Glauben leben. Paulus macht deutlich (Römer 3,24): Gottes Liebe hat nichts mit Leistung zu tun!
Wenn du genug glaubst, wirst du gesund   Einleitende Frage: Habt ihr das schon mal erlebt, dass für jemanden um Heilung gebetet wurde. Hat es geklappt?2. Korinther 12,7
Gott hat mir ein quälendes Leiden auferlegt. Ein Engel des Satans darf mich mit Fäusten schlagen [ein Bild für eine schmerzliche Krankheit], damit ich nicht überheblich werde. 8 Dreimal schon habe ich den Herrn angefleht, mich davon zu befreien. 9 Aber er hat zu mir gesagt: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.«  
Jesus und die Apostel haben viele Menschen geheilt. Auch Paulus durfte das immer wieder erleben. Aber trotzdem hat Gott Paulus selbst nicht gesund gemacht, obwohl er ihn mehrmals darum gebeten hat (2. Korinther 12,7+8). Das heißt: Es gibt keinen Automatismus, dass Gott heilt, wenn wir ihn bitten. Wir dürfen voller Glauben beten und auch Krankheiten gebieten. Jesus hat es selbst aufgetragen (Markus 16,17). Aber das Ergebnis liegt allein in seiner Hand!
Gott schenkt dir immer Glück – Tag für Tag   Einleitende Frage: Wann bist du besonders glücklich und zufrieden?  Psalm 23, 4 
Auch wenn es durch dunkle Täler geht, fürchte ich kein Unglück, denn du, HERR, bist bei mir. Dein Hirtenstab gibt mir Schutz und Trost. 5 Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.  
Die Bibel ist voller Geschichten von Menschen, die durch tiefe Täler gehen. Voller Verzweiflung und Not sind – aber dann Gottes Hilfe erfahren (wie David in Psalm 23). Gott verspricht uns nicht, dass wir täglich glücklich sind. Aber was uns Gott zusagt ist: Er ist immer da – auch im tiefsten Tal, auch wenn Feinde über uns herfallen sorgt er für uns!
Gott hat einen Partner fürs Leben für dich vorherbestimmt   Einleitende Frage: Was wäre, wenn alle Partner vorherbestimmt wären und jemand die falsche Entscheidung trifft?Psalm 143,10
Lehre mich, so zu leben, wie du es willst, denn du bist mein Gott! Führe mich durch deinen guten Geist, dann kann ich ungehindert meinen Weg gehen!  
Judas 20
Doch für euch, meine lieben Freunde, ist der Glaube, den Gott euch selbst geschenkt hat, wie ein festes Fundament: Baut euer Leben darauf! Betet und lasst euch dabei vom Heiligen Geist leiten!
Gott führt und leitet uns durch seinen Heiligen Geist. Aber nur in Ausnahmefällen sagt er uns ganz genau, was wir zu tun haben. Die meisten Entscheidungen (so auch die Partnerwahl) sollen wir mit unserem „vom Heiligen Geist durchdrungenen Verstand“ fällen. Mit folgender Vorgehensweise habe ich gute Erfahrungen gemacht: Beten, abwägen, nachdenken, von der Bibel inspirieren lassen – und dann mutig eine Entscheidung  treffen.
Gott hat einen perfekten Plan für dein Leben Einleitende Frage: Gibt es etwas in dieser Welt, das absolut perfekt ist? Wenn ja – was?1. Mose 50, 20
Ihr wolltet mir Böses tun, aber Gott hat Gutes daraus entstehen lassen.    
Die Bibel ist voller Geschichten, in denen Gott mit Menschen durch Irrwege und falsche Entscheidungen doch noch zu seinem Ziel kam. Josef – der eingebildete Träumer, wird von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft. Dort erlebt er Hochs und Tiefs – und am Ende wird er für seine ganze Familie zur Rettung. Und am Ende muss er sagen: „Gott hat aus Bösem Gutes entstehen lassen!“
Wenn du an Gott glaubst, bist du ein besserer Mensch als die anderen.   Einleitende Frage: Wer ist mehr wert: – Christ – Buddhist – Atheist?  Römer 7, 19 
Ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern das Böse, das ich nicht tun will. 20 Wenn ich aber das, was ich tue, gar nicht tun will, dann handle nicht mehr ich selbst, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
Manchmal macht sich in einem das Gefühl breit: „Ich habe Jesus – und die anderen haben Jesus nicht. Ich bin doch was Besseres als die anderen.“ Ich persönlich kenne dieses Gefühl auch. Paulus (einer der einflussreichsten Christen aller Zeiten) hatte nach vielen Jahrzehnten im Glauben viele innere Konflikte. „Das Gute, das ich tun will, tue ich nicht – aber das Böse, das ich nicht tun will – das tue ich!“ (Röm. 7,21). Je länger ich mit Jesus unterwegs bin, desto mehr merke ich, wie ich (so wie Paulus) an meine Grenzen komme. Ich falle immer wieder an bestimmten Stellen hin und handle gegen Gottes Gebote. Das macht mich demütig und ich merke: Das Einzige, was mich von anderen unterscheidet ist: Dass ich Jesus habe, dass ich mir meine Schuld vergeben lassen kann und dass ich befreit durchs Leben gehen kann. Aber besser bin ich ganz bestimmt nicht!  
   

4. Methodik für die Gruppe

Vorbereitung

Schreibe auf jeweils ein Din A4 Blatt folgende Aussagen:

  1. Du musst jeden Tag eine bestimmte Zeit in der Bibel lesen und beten
  2. Gott liebt dich besonders, wenn du viel leistest
  3. Wenn du genug glaubst, wirst du gesund / bleibst du gesund
  4. Gott schenkt dir immer Glück – Tag für Tag
  5. Gott hat einen Partner fürs Leben für dich vorherbestimmt
  6. Gott hat einen perfekten Plan für dein Leben
  7. Wenn du an Gott glaubst, bist du ein besserer Mensch als die anderen.

Und dann noch zwei Blätter mit den Aussagen:

„Stimmt“

„Stimmt nicht“

Du hängst die zwei Blätter „Stimmt“ und „Stimmt nicht“ an den entgegengesetzten Enden einer langen Wand am Jugendraum auf, wo sie möglichst jeder sehen kann.

Durchführung

Teil 1: Positionierung

Dann nimmst du die Blätter mit den Aussagen und liest die erste Aussage vor. 

Jeder von den Teens darf aufstehen und sich als Person an einer Stelle hinstellen, wie er die Sache sieht. Wo ist seiner / ihrer Meinung nach die Wahrheit?

Im Gespräch einigt sich die Gruppe, wo sie den Zettel an der Wand anbringen will und du klebst ihn dort auf.

Dann liest du die zweite Aussage vor usw.

Teil 2: Inhaltliche Bearbeitung  (siehe Einführung)

Wenn alle Aussagen positioniert sind, dann beginnst du mit der ersten Aussage und stellst die einleitende Frage, damit ihr euch der Thematik annähern könnt.

Danach erklärst du den Teens, wie die Bibel über diese Aussagen denkt (siehe Ausführungen oben)

Dafür druckst du vorher die Bibelstellen aus und verteilst sie an deine Teens.

Am besten ist es, du lässt sie die Bibel aufschlagen und dann selbst vorlesen.

Sehr gut kommt an, wenn du als Leiter aus deinem eigenen Leben erzählst, wie du es erlebt hast:

– wie du um deine Stille Zeit kämpfst – aber dich danach sehnst

– wie du selbst herausgefordert bist, Leistung und Liebe zu verwechseln

– wie du vielleicht in einem Heilungsgottesdienst warst und was du dort erlebt hast

– dass du auch nicht jeden Tag glücklich bist – aber Gott dich durchträgt

– wie du deinen Partner kennengelernt hast – oder wie eine Beziehung zerbrochen ist

– dass Gottes Pläne auch für dich nicht immer ganz klar sind

– dass du dich manchmal auch besser fühlst als Menschen, die nicht an Gott glauben

Teil 3: Spiel zum Einstieg oder Abschluss

Lexikon-Spiel

Jemand aus der Gruppe formuliert eine Erklärung für einen bestimmten Begriff.

Und die anderen müssen herausfinden, ob die Erklärung stimmt oder nicht.

(Beschreibung des Spiels findest du unter Wikipedia: Lexikonspiel)

  • Autor / Autorin: Stephan Münch
  • © Deutscher EC-Verband

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