2. Der Pharisäer und der Zöllner 

Das Ziel 

Starter  

 Jeder darf zu Gott kommen – er sieht unser Herz! 

Checker  

Gott geht es nicht um das, was du geleistet hast – er sieht dein Herz!  

Der Text an sich  

In Lk 18, 9-14 wendet sich Jesus an Menschen, die sich selbst für gerecht halten und von ihrer eigenen Frömmigkeit überzeugt sind. Ihre hochmütige Haltung greift er in einem Gleichnis auf.  

Jesus erzählt von zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Einerseits spricht er von einem Pharisäer. Menschen wie er waren bekannt dafür, streng nach Gottes Wort zu leben und auf die Einhaltung aller jüdischen Gesetze zu achten. Im jüdischen Volk waren sie eine wichtige und einflussreiche Gruppe. Andererseits erzählt Jesus von einem Zöllner. Zum Alltag eines Zolleinnehmers gehörte es, Steuern für die Römer einzutreiben. Durch den unbeliebten Beruf und den Kontakt mit Heiden gehörten Zöllner zu den Menschen im Volk, die verachtet und gemieden wurden.  

Beide Männer haben das gleiche Ziel: Sie sind auf dem Weg zum Tempel, um zu beten. Zuerst erzählt Jesus vom Gebet des Pharisäers. Dieser ist absolut überzeugt von sich selbst und dankt Gott für seinen eigenen Glauben. Dabei zählt er auf, wie sich sein Glauben beispielsweise im überkorrekten Fasten und Spenden zeigt. Schnell wird beim Lesen deutlich, dass Hochmut und Selbstgerechtigkeit sein Gebet bestimmen. Mit seinem Dank stellt er sich über Menschen wie beispielsweise den Zöllner, der seiner Überzeugung nach schlechter und weniger gerecht ist als er selbst.  

Ganz anders betet hingegen der Zöllner. Schon in seiner Körperhaltung wird deutlich, dass er demütig vor Gott steht. Sein Gebet beginnt mit einer ehrlichen Erkenntnis und Bitte: „Gott, sei mir Sünder gnädig“  

Dem Zöllner ist bewusst, dass er als Sünder vor Gott steht und von seiner Gnade abhängig ist. An seinem Beispiel macht Jesus deutlich, worum es Gott eigentlich geht. Gott geht es nicht um unsere Leistung oder darum, wie unser Glaube nach außen scheint. Es wäre überheblich zu denken, dass wir durch eigene Taten und Bemühungen vor Gott gerecht werden könnten. Was uns gerecht macht, ist eine demütige Herzenshaltung und die Erkenntnis, dass Gott derjenige ist, der uns mit seiner Gnade beschenkt und gerecht werden lässt.  

Der Text für mich  

Wenn ich das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner lese, kann ich mich in beiden Personen wiederfinden. An Orten wie der Gemeinde, der Jugendarbeit oder in meinem Mitarbeitendenteam kann es durchaus passieren, dass ich – mal bewusst, mal unbewusst – hochmütig wie der Pharisäer bin und mich über andere erhebe. Vielleicht kennst du das auch, dass du andere Menschen schnell verurteilst und dich selbst für die bessere Person oder sogar den besseren Christen hältst. Das Gleichnis erinnert mich daran, demütig zu sein und andere nicht vorschnell zu verurteilen. Das aufrichtige Gebet des Zöllners hingegen bringt mich zum Staunen und macht mir bewusst, dass auch ich immer wieder mit meiner eigenen Sünde konfrontiert bin. An seinem Beispiel kann ich mir neu vor Augen führen, dass ich in aller Ehrlichkeit vor Gott kommen darf und nichts vor ihm verstecken muss. Mit seiner großen Gnade dürfen wir uns immer wieder neu beschenken lassen. 

Der Text für dich  

Starter lernen Gott erst kennen. Dass Gottes Liebe jedem Menschen bedingungslos gilt, ist für sie ein neuer und ungewöhnlicher Gedanke. Im Alltag erleben sie vermutlich oft, dass Anerkennung mit Leistung und Bedingungen verknüpft ist. Am Beispiel des Zöllners erfahren die Starter, dass jeder zu Gott kommen darf. Er sieht mehr als unsere äußerlichen Umstände (z.B. Aussehen, Herkunft, Familie, Leistung)  

In der Jungschar haben Checker vermutlich schon häufig gehört, dass beten, Bibellesen und die Gemeinschaft mit anderen Christen zu einem Leben mit Jesus dazugehören. Im Blick auf die anderen Jungscharkinder stehen die Checker vielleicht in der Gefahr, sich miteinander zu vergleichen und über andere Kinder zu erheben, weil sie selbst z.B. mehr über Jesus wissen. Durch das Gleichnis erinnern sie sich daran, dass es Gott nicht um unsere Leistung geht, sondern um eine aufrichtige Herzenshaltung. Wir müssen Gott nichts beweisen, sondern dürfen ehrlich zu ihm kommen, wie wir sind. 

Der Text erlebt  

Hinführung 

Idee 1 

Für die Hinführung füllt ihr vorab eine schöne Schatzkiste/Geschenkkarton mit wertlosen Gegenständen (z.B. Müll, Steine, …) und einen besonders hässlichen Karton mit etwas Wertvollem (z.B. Lieblingssüßigkeiten der Gruppe, Goldtaler, …).  

Zeigt den Kindern beide Kisten und lasst sie erstmal von außen beschreiben, was sie sehen. Wenn sie aussuchen dürften – für welche Kiste würden sie sich entscheiden und warum? Jedes Kind entscheidet sich für eine Option, anschließend dürfen beide Gruppen ihre Kisten öffnen. Was befindet sich in ihrer Kiste? Entspricht es ihren Erwartungen? Im Gespräch könnt ihr gemeinsam feststellen, dass Äußerlichkeiten uns manchmal täuschen können und oft entscheidend ist, was sich im Inneren befindet.  

Idee 2 

Schreibt wichtige Kernwörter der Geschichte auf buntes Papier und zerschneidet es zu einem Puzzle. (z.B. Pharisäer auf blaues Papier, Tempel auf rotes Papier, Zöllner auf gelbes Papier…) Die Puzzleteile versteckt ihr in eurem Jungscharraum bzw. Gemeindehaus. Je nach Gruppengröße könnt ihr die Kinder alle Teile suchen lassen oder ihr teilt sie in Gruppen auf und jedes Team sucht eine Farbe. Nachdem alle Teile gefunden wurden, dürfen die Kinder die Puzzleteile zusammenfügen. Je nach Vorwissen werden die Begriffe in der großen Gruppe erklärt. Anschließend wird darauf hingewiesen, dass diese Personen heute in der biblischen Geschichte eine wichtige Rolle spielen.   

Verkündigung  

Verkündigungsart: Theaterstück  

Rollen: Pharisäer, Zöllner, Erzähler 

Ort: Kirche oder Gottesdienstraum  

Eine Möglichkeit der Verkündigung ist es, die biblische Geschichte in einem Theaterstück nachzuspielen. Idealerweise kannst du dafür mit deiner Jungschargruppe in die Kirche bzw. in den Gottesdienstraum deiner Gemeinde gehen. Erkundige dich am besten vorher, ob und unter welchen Umständen das möglich ist. Um für eine andächtige Atmosphäre zu sorgen, kannst du den Raum vorab schon abdunkeln. Die Kinder werden in den Raum geführt und setzen sich in die vorderen Stuhlreihen bzw. Kirchenbänke, so dass sie sowohl nach vorne als auch in den Gang schauen können.  

Raum wird abgedunkelt, Erzähler spricht aus dem Hintergrund 

Erzähler: In Jerusalem herrschte große Aufregung: Jesus war in der Stadt! Schon auf dem Weg dorthin wurde er von vielen Männern und Frauen begleitet, heilte Kranke und erzählte von Gott. Viele Menschen hörten Jesus begeistert zu, andere waren sehr kritisch und hinterfragten das, was er sagte. Einmal war Jesus umgeben von Leuten, die besonders hochmütig waren. Voller Selbstvertrauen dachten sie, dass sie in Gottes Augen keine Fehler haben und immer alles richtig machen. Auf andere Menschen sahen sie deshalb nur herab. Mit ihnen wollten sie nichts zu tun haben. Jesus sah diese hochmütigen Menschen und erzählte ihnen ein Gleichnis: [Kerzen anzünden bzw. Lichter anmachen, so dass die Kinder erkennen können, was passiert]  

Zwei Männer gingen hinauf in den Tempel, um zu beten. [Pharisäer und Zöllner laufen langsam den Gang nach vorne zum Altar] Der eine war ein Pharisäer. Er gehörte zu den wichtigen Leuten in der Stadt und hatte viel zu sagen. [läuft selbstbewusst, liest auf dem Weg zum Altar in einer Schriftrolle] Er kannte Gottes Wort sehr genau und achtete darauf, dass jeder sich an Gottes Gebote hielt.  

Der andere hingegen war ein Zöllner. [läuft hinter dem Pharisäer, hat einen Sack mit Geld in der Hand und zählt Münzen] Seine Aufgabe war es die Steuergelder einzutreiben und das Geld an die römischen Herrscher weiterzugeben. Durch seinen Beruf war er ein sehr unbeliebter Mann, der von vielen Menschen verachtet wurde.  

[Pharisäer läuft vor zum Altar, Zöllner bleibt etwas weiter entfernt von ihm stehen]  

Selbstsicher stellte sich der Pharisäer vorne hin und betete: 

Pharisäer: [steht aufrecht und stolz, hebt die Hände zum Gebet und schaut nach oben] Ich danke dir Gott, dass ich nicht so bin wie andere Leute. Ich bin kein Räuber und schon gar nicht ein Betrüger. Ich bin auch kein Ehebrecher, der seine Frau verlässt und… [schaut kritisch nach hinten] Gott sei Dank bin ich nicht so einer wie dieser Zöllner da hinter mir! Gott du weißt: Ich faste nicht nur einmal, sondern an zwei Tagen in der Woche. Wie vorgeschrieben gebe ich dir 10 Prozent von meinem Geld und sogar mehr als das – ich gebe dir den zehnten Teil von allem, was ich kaufe! [nickt zufrieden] Danke Gott, dass ich nicht so bin wie andere Leute! [lässt die Hände sinken und betet im Stillen weiter]   

Erzähler: Auch der Zöllner betet im Tempel zu Gott, doch er traut sich nicht nach vorne zu treten. Er traut sich nicht einmal den Kopf zu heben und zum Himmel hochzublicken. [Zöllner steht gebückt, blickt nach unten, schaut schuldig und schlägt sich mit Hand an die Brust] Schuldbewusst betet er leise:  

 
Zöllner: [schuldbewusst] Gott, bitte sei mir gnädig und vergib mir. Ich weiß genau, dass ich viele Fehler mache. Ich weiß, dass ich ein sündiger Mensch bin. Bitte vergib mir.  

[Zöllner bleibt zunächst in seiner gebückten Position, richtet sich dann auf und geht befreit und zufrieden aus der Kirche, Pharisäer geht aufrecht und mit ernstem Blick hinterher]  

Erzähler: „Eins ist sicher“, sagte Jesus, nachdem er diese Geschichte erzählt hatte, „Der Pharisäer ging aus dem Tempel hinaus und nichts hatte sich verändert. Doch beim Zöllner war es anders: Nach seinem Gebet ging er glücklich und befreit nach Hause, denn er wurde von seiner Schuld befreit. Ich sage euch: Alle, die sich selbst groß machen, werden von Gott gedemütigt. Doch alle, die sich selbst für geringachten, werden von Gott geehrt werden.“ 

Die andere Idee 

Alternativ kannst du das Gleichnis mit Obst nacherzählen. Dafür eignet sich zum Beispiel eine Ananas als „stolzer Pharisäer“ und eine Banane als „demütiger Zöllner“, der in gebückter Haltung ehrfürchtig vor Gott kommt. Mit ein paar aufgeklebten Augen (Wackelaugen oder selbstgemalt) erweckst du die Figuren zum Leben.  

Der Text gelebt  

Wiederholung: Fehlersuche 

Die Geschichte wird nochmal vorgespielt, diesmal werden jedoch bewusst Fehler eingebaut (z.B. Hohepriester statt Pharisäer, Jünger statt Zöllner, Opfer bringen statt Beten, …)  Mit den Kindern wird ein Zeichen vereinbart (Hand heben, „Stopp“ rufen), das sie machen, sobald sie einen Fehler in der Geschichte entdecken. Die Geschichte wird kurz unterbrochen, der Fehler korrigiert und anschließend fortgesetzt.  

Gespräch  
  • Was unterscheidet den Pharisäer und den Zöllner voneinander? 
  • Warum werden dem Zöllner die Sünden vergeben, dem Pharisäer aber nicht?  
  • Wo hast du dich schonmal mit anderen Kindern verglichen und gedacht: „Ich bin besser/schlechter als…“ Wie hat sich das angefühlt?  
  • Erinnerung an die beiden Kisten aus der Hinführung: Hier können die Mitarbeitenden aus ihrem Leben berichten und erzählen, wo sie schonmal jemanden zu Unrecht nach Äußerlichkeiten verurteilt haben.  
Merkvers 

„Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“ 

1.Sam 16,7 (LUT) 

Puste Luftballons auf und schreibe den Merkvers auf die Ballons. Je nach Schwierigkeitsgrad kannst du nur einzelne Wörter oder einen Satzteil auf die Luftballons schreiben. Je mehr Luftballons du verwendest, desto schwieriger wird es. 

Jedes Kind bekommt einen Merkversluftballon. Nun hat die Gruppe die Aufgabe, den Merkvers zusammenzusetzen und sich in die richtige Reihenfolge zu stellen. Danach wird der Merkvers mehrmals gemeinsam aufgesagt. Dabei kann man beispielsweise einzelne Luftballons wegnehmen und so das auswendig lernen fördern. Anschließend kann man verschiedene Spiele mit den Luftballons spielen. (z.B. Kinder werfen Luftballons nach oben und müssen es schaffen, dass alle Luftballons in der Luft bleiben.) Wenn ein Mitarbeiter „Stopp“ ruft, müssen die Kinder sich einen Luftballon schnappen und den Merkvers so schnell wie möglich sortieren.  

Gebet  

Wie der Zöllner dürfen auch wir ehrlich vor Gott kommen und ihm unsere Schuld nennen. Dafür könnt ihr eine große Schüssel mit Wasser vorbereiten und Brausetabletten bereitstellen. Wer möchte kann sich eine Brausetablette nehmen und Gott leise im Gebet sagen, was ihn an Schuld und Fehler belastet. Anschließend wird die Brausetablette ins Wasser geworfen. So wie die Tablette sich auflöst, dürfen auch wir uns sicher sein, dass Gott unsere Schuld vergeben möchte. Am besten haltet ihr für eventuelle Missgeschicke ein Handtuch bereit.  

(T)Extras  

Spiele 

Die Materialien aus der Hinführung und dem Merkvers könnt ihr für verschiedene Spiele weiterverwenden: 

  • Eine gemeinsame Schatzsuche im Stil einer Schnitzeljagd: Die Kinder werden in zwei Gruppen geteilt und bekommen mindestens einen Mitarbeitenden an die Seite gestellt. Gemeinsam bestimmt man ein gemeinsames Spielgebiet (z.B. Wohngebiet ums Gemeindehaus). Die eine Gruppe bekommt den Schatz und ein Stück Kreide und darf den Schatz im Spielgebiet verstecken. Als Hinweise malt die Gruppe wie bei einer Schnitzeljagd Pfeile auf die Straße. Nach fünf Minuten darf die zweite Gruppe loslaufen und den Hinweisen folgen. Ziel ist es den Schatz in einer bestimmten Zeit zu finden. Anschließend tauschen die Gruppen ihre Rollen.  
  • Luftballonspiele, z.B. Staffellauf mit Luftballons, Luftballons an den Fuß binden und zertrampeln, … 
Aktionen 
  • Obstsalat: Wenn ihr die Verkündigung mit Obst gemacht habt, könnt ihr anschließend gemeinsam einen Obstsalat machen.  
  • Herzchen backen: Als Erinnerung daran, dass Gott unser Herz sieht, könnt ihr z.B. Plätzchen in Herzform backen und anschließend mit Zuckerguss und Zuckerperlen verzieren.  
Kreatives 

Als Erinnerung an den Merkvers könnt ihr folgendes Basteln: 

Das Ziel 

Starter  

Betet – denn Gott hört euch. 

Checker  

Betet – denn Gott sorgt für euer Recht und Gerechtigkeit. 

Der Text an sich  

Die Geschichte ist ein Gleichnis, dass Jesus seinen Jüngern erzählt. Ein Gleichnis ist eine kurze Geschichte, die einen Gedanken veranschaulichen soll. Bei diesen Erzählungen muss man darauf achten, dass man sich nicht an Kleinigkeiten aufhängt, sondern die Geschichte als Ganzes im Blick behält. In dem vorliegenden Gleichnis ist der Grundgedanke bereits im Vers 1 beschrieben: Betet. Immer. Lasst euch nicht entmutigen! 
Zur Verdeutlichung dieses Gedankens wählt Jesus zwei Figuren: Einen Richter, der explizit als „nicht gläubiger Mensch“ beschrieben wird und eine Witwe. Die Witwen hatten in der damaligen Zeit einen sehr geringen gesellschaftlichen Status und gerade in rechtlichen Angelegenheiten waren sie oft chancenlos, da nur der Mann vor Gericht etwas galt. Ein Richter hingegen war eine angesehene Person mit der Aufgabe für Gerechtigkeit zu sorgen. Dadurch, dass es sich hier um einen Richter handelt, der nicht „nach Gott fragt“ und dem die Menschen egal sind, liegen sehr ungünstige Bedingungen vor, dass die Witwe ihr Recht bekommt. Wegen ihres dauernden Nachfragens, das dem Richter auf die Nerven geht, will er ihr aber letztendlich doch zu ihrem Recht verhelfen. Dem Richter liegt also nichts an der Witte, sondern er handelt allein aus Eigennutz. Gott hingegen liegt viel an uns Menschen.  

Jesus kommt somit zu dem Schluss, wenn selbst ein ungerechter Richter der immer wieder bittenden Witwe hilft, wie viel mehr wird Gott uns helfen, wenn wir ihn bitten! 

Der Text für mich  

Der Text fordert uns heraus viel zu beten und auf Gott zu vertrauen, dass er uns zu unserem Recht verhelfen wird. Vielleicht kennt ihr das auch, dass man für etwas über einen längeren Zeitraum betet, aber irgendwie scheint Gott nicht auf das Gebet zu antworten. Ich frage mich dann, ob ich nicht oft genug, nicht lange genug, nicht intensiv genug gebetet habe. Oder ob ich einfach für etwas gebetet habe, was nicht „mein Recht“ ist und die Tatsache, dass nichts passiert, einfach ein „Nein“ von Gott ist. Und obwohl solche Dinge zumindest in meinem Leben vorkommen, ist die klare Aufforderung von Jesus zu beten und zu vertrauen. Darum lasst uns das auch tun. Zum neu anfangen oder weitermachen mit dem Beten ist diese Gruppenstunde doch die beste Gelegenheit. 

Der Text für dich  

Das Thema Gebet kann bei Kindern sehr unterschiedliche Assoziationen hervorrufen. Einige Kinder sind damit vertraut zu beten und haben auch schon erlebt, dass Gott auf ihre Gebete antwortet. Für andere ist beten vielleicht eine Sache, die man macht, aber die auf ihr Leben noch keine Auswirkungen hatte. Und dann gibt es Kinder, denen das Beten an sich schon fremd ist. Der vorliegende Text fordert uns alle heraus viel zu beten und Gott zu vertrauen, dass er für unser Recht sorgt. Dabei wird aber auch deutlich, dass wir dazu Geduld und Ausdauer mitbringen müssen. 

Die Kinder sollen entdecken, dass Gebet etwas ist, was Großes bewirken kann. Jesus selbst sagt zu, dass unser Gebet gehört wird und dass Gott antwortet. 

Der Text erlebt  

Hinführung 

Idee 1 

„Ich hätte gerne…“ – kleine Abwandlung des Spieles „Ich packe meinen Koffer: Alle sitzen in einem Kreis. Der Reihe nach sagt jeder, was er/sie gerne hätte. Ein Mitarbeitender sagt, ob das, was gesagt wurde, ok ist. Ziel ist es, die Regel herauszufinden, was man haben darf.  

Lösung: Man darf sich das wünschen, was mit dem Anfangsbuchstaben seines Vornamens anfängt. Beispiel: Wenn Jonas sagt, dass er gerne ein Auto hätte, ist die Antwort „Nein“. Wünscht er sich jedoch einen Jaguar, dann ist das ok. 

Idee 2 

Es liegen verschiedene Geduldspiele aus, die Kinder können versuchen, ob sie diese lösen können.  

Verkündigung  

Verkündigungsart: Erzählung mit Symbolen 

Während die Geschichte erzählt wird, werden Symbole an eine Wäscheleine geklammert oder auf dem Boden/Tisch ausgelegt (beispielhafte Symbole siehe Downloadbereich; Seite 1 wird einmal benötigt. Seite 2 viermal). 

Beim Erzählen wird direkt mit dem Gleichnis gestartet. Der Hintergrund des Gleichnisses, dass Jesus die Geschichte erzählt (und mit welcher Intention), wird ans Ende gestellt. 

Symbol „Richter“ Es war einmal ein Richter, der konnte weder die Menschen noch Gott leiden. 

Symbol „Bitte“ Eines Tages kam eine arme Witwe zu ihm und bat ihn, dass er ihr hilft zu ihrem Recht zu kommen. Denn dafür sind Richter schließlich da. Aber dem Richter war alles egal. Er machte sich nichts aus Menschen und auch nicht aus Gott. Deshalb half er der Witwe nicht. 

Symbol „Bitte“ Im nächsten Monat kam die Witwe wieder zu ihm und bat nochmal um Hilfe. Aber der Richter half immer noch nicht. 

Symbol „Bitte“ Aber im Monat darauf kam die Witwe wieder und bat um Hilfe. 

Symbol „Bitte“ Dann wartete sie nur noch zwei Wochen, bevor sie wieder vor seiner Tür stand.  

Symbol „Bitte“ Und als er ihr immer noch nicht helfen wollte, war sie nach einer Woche wieder da!  

Symbol „Bitte“ Und auch in der Woche darauf stand die Witte wieder vor seiner Tür, denn der Richter war sehr stur. Aber auch das schien nichts zu helfen. 

Symbol „Bitte“ Also kam die Witwe am nächsten Tag wieder. Doch auch das half nicht. Der Richter schickte sie wie immer weg, ohne ihr zu helfen.  

Symbol „Bitte“ Und so stand die Witwe am nächsten Tag schon wieder vor der Tür des Richters. 

Symbol „Bitte“ Und am nächsten Morgen. 

Symbol „Bitte“ Und am nächsten Mittag. 

Symbol „Bitte“ Und am nächsten Abend. 

Symbol „Bitte“ Und schließlich sogar mitten in der Nacht. 

Symbol „Recht“ Und endlich wurde es dem Richter zu bunt. Es war ihm zwar egal, was andere von ihm dachten und ob die Witwe ihr Recht bekommt oder nicht, aber sie ging ihm einfach so sehr auf die Nerven, dass er ihr half, damit er endlich wieder seine Ruhe hat. 

Diese Geschichte von dem Richter und der Witwe hat Jesus seinen Jüngern erzählt, damit wollte er verdeutlichen, dass wir immer wieder beten sollen. Genau wie die Witte sollen wir nicht aufhören Gott unsere Anliegen immer wieder zu sagen.  

Jesus sagt, der Richter hat der Witwe nach den vielen Bitten nur geholfen, weil er sie loswerden wollte. Die Frau war ihm egal. Doch Gott ist gerecht und er hat uns lieb. Und deshalb wird Gott uns hören und uns helfen, wenn wir ihn – genau wie die Witte – immer bitten und ihm sagen, was wir brauchen.  

Die andere Idee 

Die Geschichte wird mithilfe von Bildern erzählt. Unter folgendem Link kann eine Bildergeschichte kostenlos heruntergeladen werden: https://freebibleimages.org/illustrations/rg-persistent-widow/  

Der Text gelebt  

Wiederholung  

Die Geschichte wird von zwei freiwilligen Kindern nachgespielt. 

Gespräch  

Mit den Symbolen „Richter“, „Bitte“, „Recht“ aus der Geschichte wird über die Geschichte gesprochen. Ein Kind zieht verdeckt einen Zettel und beantwortet anschließend die dazugehörige Frage. Wichtig: Keiner wird gezwungen zu antworten, wenn es sehr persönliche Themen sind. 

„Richter“ Bist du Gott oder einem Menschen mit einer Bitte schon mal so richtig auf die Nerven gegangen? 

„Bitte“ Gibt es etwas, um was du Gott aktuell bitten möchtest? Wenn ja, magst du es uns sagen? 

„Recht“ Was findest du ungerecht? Ist dir in letzter Zeit „Ungerechtigkeit“ begegnet? 

Wenn zum Erzählen der Geschichte die zweite Idee oder eine ganz eigene Idee umgesetzt wurde, können natürlich auch andere Bilder oder Gegenstände zur Verdeutlichung der obigen Fragen verwendet werden. 

Merkvers  

„Lasst nicht nach im Beten.“ 1. Thes. 5,17 

Zum Auswendiglernen kann der Vers mehrmals wiederholt aufgesagt werden. Um es etwas abwechslungsreicher zu gestalten, kann auch der Reihe nach jeder nur ein Wort sagen, bis der ganze Vers aufgesagt wurde und alle mindestens einmal dran waren. Je nach Gruppe bietet es sich eventuell an, dass jeder der Vers in der Bibel nachschlägt. 

Gebet  

Entweder spricht ein Mitarbeitender ein Gebet für alle oder die Kinder beten alle mit. Jedes Kind kann Gott sagen, was er/sie ungerecht findet, wo ihnen Ungerechtigkeit begegnet ist. 

Beispielgebet: 

Danke Jesus, dass wir mit dir reden dürfen. Danke, dass du es dir sogar wünschst, dass wir mit unseren Bitten immer wieder zu dir kommen. Du hast kein Problem damit, wenn wir dir zum hundertsten Mal das Gleiche erzählen. Danke, dass du für unser Recht sorgst. Und so bitten wir dich für all die Ungerechtigkeit, die wir selbst erlebt haben, oder von der wir wissen, dass sie geschieht. Bitte sorge du für Gerechtigkeit! Danke, dass wir das alles in deine gute Hand legen dürfen und dir vertrauen können, dass du es gut machen wirst. 

Kreatives  

Jedes Kind bekommt einen Zettel mit „betenden Händen“ (siehe Downloadbereich). Diese werden ausgeschnitten und jeder kann in die Handflächen schreiben, für was er Gott bitten möchte. Anschließen können die Hände in der Mitte gefaltet werden, sodass es wie zwei gegeneinander gelegte Hände aussieht. 

(T)Extras  

Lieder 
  • Ja, ich weiß: Gott hört Gebet – Annegret Sarembe 
  • Gott hört dein Gebet – Mark Heard / Christoph Zehender 
  • Absoluto guto (Meinem Gott vertraue ich gerne) – Mike Müllerbauer 
  • Rund um die Uhr – Mike Müllerbauer 
Spiele 

Stille Post: Eine Nachricht oder ein Wort wird flüsternd weitergegeben. Die letzte Person in der Reihe sagt laut, was sie verstanden hat. Stimmt das mit der Nachricht vom Anfang überein? 

Kreatives 

Dosentelefon basteln: Für jedes Kind werden zwei Konservendosen oder Joghurtbecher o. ä. und außerdem eine ca. 3-4 m lange Schnur benötigt. Mit einem Nagel werden vorsichtig Löcher in beide Dosenböden gebohrt (eventuell kann mit einem Hammer nachgeholfen werden). Anschließend wird die Schnur durch die Löcher gefädelt und innen verknotet, sodass die Schnur nicht aus dem Loch in der Dose/dem Becher herausrutschen kann. Zum Telefonieren nimmt nun je ein Kind einen Becher und die beiden stellen sich so auf, dass die Schnur straff gespannt ist. Wenn ein Kind in seinen Becher spricht, kann das andere Kind es hören, wenn der Becher ans Ohr gehalten wird. 

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 3/2024. Es geht in acht Lektionen um Isaak und Jakob:

01.07.1. Mose 24,1-671. Rebekka wird Isaaks Frau
08.07.1. Mose 25,19-282. Jakob und Esau werden geboren
15.07.1. Mose 26,12-333. Streit mit den Philistern
22.07.1. Mose 25,29-34 + 27,1-464. Der geklaute Segen
29.07.1. Mose 28,10-225. Ein besonderer Traum
05.08.1. Mose 29,1-30,24 6. Lea vs. Rahel
12.08.1. Mose 31,1-3 + 32,1-337. Jakob kämpft mit Gott
19.08.1. Mose 31,1-3 + 32,1-338. Jakob und Esau versöhnen sich

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel 

Starter  

Anderen zu vergeben oder um Vergebung zu bitten, befreit mich von einer Last. 

Checker  

Wenn ich anderen vergebe oder um Vergebung bitte, kann eine verletzte Beziehung wieder hergestellt werden.  

Der Text an sich  

In den letzten Wochen / in den vorherigen Kapiteln haben wir gelesen, dass Esau sein Erstgeburtsrecht nicht achtete und es an Jakob verkaufte (1. Mose 25, 27-34). Jakob wiederum hat später Esaus zugestandenen Segen gestohlen (1. Mose 27). 

Das Kapitel endete damit, dass Esau Jakob hasste und sich an ihm rächen wollte. Er wollte ihm auch weh tun. Er wollte sogar so weit gehen und ihn töten. Die aktuelle Geschichte erzählt das erste Aufeinandertreffen der zwei Brüder nach diesem Streit/Betrug. 

Jakob sieht, wie Esau ihm mit 400 Mann entgegenläuft. Dies löst Angst in ihm aus und er beginnt seine Familie kategorisch aufzustellen, sodass seine Frau Rahel und sein Sohn Josef, die er besonders lieb hatte, das Schlusslicht bilden. Jakob begegnet Esau sehr demütig. Er läuft ihm mit sieben Verbeugungen entgegen, die in dieser hohen Anzahl sehr untypisch waren. Zuvor (1. Mose 32, 2-22) hat Jakob Esau bereits Geschenke zukommen lassen, die ihn freundlich stimmen sollten. Er war sich bewusst, dass er einen Fehler gemacht hatte und war bereit sich mit seinem Bruder zu versöhnen. Zusätzlich spricht er im folgenden Dialog seinen Bruder mit „Herr“ an, obwohl er durch den erhaltenen Segen eigentlich derjenige wäre, dem gedient werden sollte. Insofern müsste Esau Jakob mit „Herr“ ansprechen und nicht umgekehrt. Jakob begegnet Esau sehr demütig und „klein“.  
Zeitgleich rennt Esau Jakob entgegen, wenngleich er ihn zuvor noch töten wollte. Beide sind am Weinen und versöhnen sich. Trotz allem, was zwischen ihnen stand, können sie sich vergeben und einander in die Arme fallen. Sie müssen nicht viel reden. Ihr Verhalten und ihre Gestik sprechen für sich. 

In diesem Teil der Geschichte erfüllt sich darüber hinaus ein Versprechen, das Gott Jakob gegeben hat (1. Mose 32, 13). Gott möchte Jakob Gutes tun und ihm viele Nachkommen schenken. Jakob sieht folglich in Esaus unerwartet wohlwollender Reaktion Gottes Freundlichkeit (vgl. Vers 10). Zusätzlich erfüllt sich eine Erwartung, die Jakob an Gott hatte und in einem Gelübde abgelegt hat (1. Mose 28, 15). Gott soll Jakobs Gott sein, wenn er ihn sicher mit seiner Familie in sein Heimatland zurückkehren lässt. Da Jakob in dieser Geschichte wieder in seiner Heimat Kanaan ankommt und von Gott auf seinen Reisen beschützt wurde, baut er als Erinnerung einen Altar und bezeichnet Gott als seinen Gott „El-Elohe-Israel“ – „Gott, der Gott Israels“ (vgl. Vers 20). Jakob erhält in Kapitel 32 den Namen Israel. 

Der Text für mich  

In der vorliegenden Geschichte geht es um das Thema „Versöhnung“. Laut Duden lässt sich das auch mit folgenden Worten beschreiben: Beilegung, Einigung, Schlichtung, Verständigung. Es geht darum, einen Streit niederzulegen und sich zu verzeihen. Man ist nicht weiter böse auf eine Person und verzichtet z.B. auf Rache, Angriff oder Rückzug, sondern geht auf die Person zu und bittet um Entschuldigung. Man kann sich nicht selbst entschuldigen, sondern bittet darum, dass das Gegenüber einem verzeiht und die Beziehung wiederhergestellt werden kann.  
Es geht darum in der Beziehung eine Last wegzuräumen, die z.B. durch Enttäuschung, Verletzung entstanden ist… 

So wie Gott uns freundlich entgegenkommt, dürfen auch wir anderen entgegenkommen und sie um Verzeihung bitten oder eine Entschuldigung annehmen, ganz nach dem Beispiel von Jakob und Esau. 

Ganz speziell bietet die Arbeit mit den Kindern eine gute Grundlage, um das vorzuleben und zu praktizieren. Als Mitarbeitende können wir bei den Kindern um Entschuldigung bitten, wenn wir etwas falsch gemacht haben oder auch als Streitschlichter zwischen Kindern vermitteln. Verletzungen dürfen angesprochen und kommuniziert werden. Die Kinder dürfen an unserem Beispiel erleben, was es heißt sich zu versöhnen. 

Der Text für dich  

Kinder erleben Streit und Verletzungen in vielfältigen Situationen: Streit unter Geschwistern oder mit Freunden oder auch mit den Eltern. Dies kann bereits durch vermeintlich kleine Dinge ausgelöst werden und es fallen schnell Sätze wie „du bist nicht mehr mein/e Freund/in“. Meistens sind Kinder jedoch noch nicht so nachtragend und ebenso schnell im Vergeben und Vergessen.  

Wichtig ist, dass sie lernen, wie man um Entschuldigung bitten kann und dass Streitereien wieder aus dem Weg geräumt werden dürfen. Sie dürfen lernen, wie man verzeiht und sich wieder versöhnt. Dabei geht es auch darum, sich das nächste Mal anders zu verhalten und es nicht wieder zu machen. 

Kinder können diesbezüglich unterschiedlich aufgestellt sein, z.B. können sie gute Vorbilder haben und mit Streitereien schon umgehen können. Oder aber sie erleben, wie über Streit geschwiegen wird, bis er scheinbar vergessen ist, aber nie ganz behoben wurde. Es kann jedoch auch der Fall sein, dass ihnen Vergebung/Versöhnung schwerfällt, z.B. im Fall von Mobbing. 

Der Text erlebt  

Hinführung 

Idee 1: kreativer Zugang 

Vorbereitend zur Verkündigung (und auch nachbereitend) kann mit Farbsymbolik/Gefühlen und der Stimmung der Geschichte gearbeitet werden. Dadurch wird für die Kinder praktisch sichtbar, was sich durch die Versöhnung bei Jakob und Esau verändert. 

Zuerst sollte dazu die Vorgeschichte von Jakob und Esau mit dem Streit aus einer vorangegangenen Lektion nochmal aufgegriffen werden (1. Mose 27, 1-41). Dies dient als Wiederholung und verdeutlicht, dass der Versöhnung ein Streit vorangegangen ist, der in der heutigen Geschichte vertieft wird. 

Daran anknüpfend sollen die Kinder die Stimmung des Streites künstlerisch mit Farben darstellen. Je nach Gruppe kann jedes Kind für sich auf einem Blatt Papier künstlerisch aktiv werden oder man nutzt als Gruppe ein großes Blatt/Plakat etc. Für das Malen können Acrylfarben, Wachsmalstifte, Buntstifte, Wassermalfarbe benutzt werden, je nach Vorliebe. 

Gefühle, die durch den Streit auftreten und die farblich dargestellt werden, sind z.B. Wut, Ärger, Hass, Trauer, Zorn, Enttäuschung.  

Nun erfolgt die Verkündigung (siehe unten). 

Nach der Verkündigung wird mit der gleichen Methode die neue Stimmung der Versöhnung aufgenommen. Jedes Kind oder die Gruppe bekommt ein neues Blatt Papier und stellt wieder farblich die Situation dar. Wörter wie Freiheit, Leichtigkeit, Liebe, Frieden, Freude können die Stimmung beschreiben. 

Abschließend schaut man sich gemeinsam an, was sich von dem Streit zur Versöhnung verändert hat. Die Kinder dürfen beschreiben, was sie sehen und wahrnehmen. (Vermutlich wirkt der Streit mit dunklen Farben eher belastend und bedrückend, während die Versöhnung mit helleren Farben Leichtigkeit und Freude ausdrückt.) 

Idee 2: spielerischer Zugang 

Die Thematik der Geschichte kann mit Hilfe eines Parcours spielerisch vorbereitet werden. Dazu wird in den Räumlichkeiten entsprechend der Gruppengröße und der Kinder ein Parcours aufgebaut z.B. mit Tischen, Stühlen, Hütchen, Seilen etc. 

Dann werden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt (eine Gruppe funktioniert aber auch). Nun sollen die Kinder den Parcours durchlaufen, während Mitarbeitende die Zeit stoppen. Die Besonderheit liegt darin, dass der Parcours in der ersten Runde mit einem schweren Rucksack durchlaufen werden soll und in der zweiten Runde ohne. Der Rucksack symbolisiert den Streit, der eine Schwere mit sich bringt. Wohingegen die zweite Runde die Versöhnung verbildlicht und leichter ist. 

Verkündigung  

Verkündigungsart: Erzählung mit einem Gegenstand 

Die Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt aus Sicht von Jakob. Zur Verbildlichung des Zielgedankens kann außerdem ein Gegenstand hinzugezogen werden. z.B. ein schwerer Rucksack, es kann aber auch ein großer Stein verwendet werden. Dieser steht sinnbildlich für die Last des Streites. 

Jakob tritt hinkend (vgl. 1. Mose 32, 32) auf der Bildfläche auf. 
Bei sich hat er einen schweren Rucksack. Er ist unterwegs (hinkend). 

Jakob: Puh…der Weg wird nicht gerade leichter. Er schaut sich um.  
Oh, hallo Kinder! Wisst ihr, ich bin mal wieder unterwegs. Apropos unterwegs, da kann ich euch noch was zu erzählen. Ich war mit meiner Familie unterwegs und wollte wieder in mein Heimatland – nach Kanaan. Ehrlich gesagt hatte ich echt Angst vor dieser Reise, denn ich wusste, dass dich dort wieder auf meinen Bruder treffe, mit dem ich mich ganz schlimm zerstritten habe. Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, wollte er mich umbringen. Deshalb habe ich ihm extra schon ganz viele Geschenke geschickt, damit er mich freundlich empfängt und hoffentlich nicht mehr so sauer auf mich ist. Ich wusste, dass es nicht leicht ist, aber ich wollte mich bei ihm entschuldigen. Ich ging also mit meiner Familie immer weiter in die Richtung aus der Esau kam.  

Er schaut sich weiter um.  
Ich kann euch sagen, mein Herz hat so laut geklopft wie noch nie. Aber das war noch nicht alles. Auf einmal habe ich einen riesigen Schreck bekommen. Denn vor uns waren auf einmal ganz viele Menschen.  

Vor uns war Esau und bei ihm waren mindestens 400 Männer! Ich wusste ganz genau, wenn er uns jetzt angreift, haben wir keine Chance. Meine einzige Hoffnung war, dass er vielleicht nicht alle von uns umbringt. Deshalb habe ich meine beiden Sklavinnen und meine Frauen Lea und Rahel gerufen. „Bilha, Silpa, Lea und Rahel, nehmt die Kinder und stellt euch der Reihe nach auf. Ich werde vorausgehen und zuerst mit meinem Bruder sprechen.“ Vielleicht lässt Esau ja wenigstens einen Teil meiner Familie am Leben. 
Und so bin ich meinem Bruder entgegengelaufen. Ich hatte noch nie solche Angst. Auf dem Weg habe ich mich sieben Mal ganz tief verbeugt, damit Esau sieht, dass ich mich mit ihm versöhnen möchte. Auf keinen Fall sollte Esau denken, dass ich ihm gegenüber als „Herr“ auftrete. Denn ich habe ihm ja damals den Segen geklaut und die besondere Rolle bekommen, die eigentlich immer dem ältesten Sohn zusteht.  
Jakob läuft den Weg hinkend weiter und verbeugt sich. 

Aber dann konnte ich kaum glauben, was ich gesehen habe. Mein Bruder Esau lief mir entgegen, umarmte mich und küsste mich. Könnt ihr euch vorstellen, wie erleichtert ich war? Esau war nicht mehr böse auf mich und nahm mich sogar in den Arm. Ich musste sogar weinen, so berührt war ich. Und wisst ihr was, auch mein Bruder hatte Tränen in den Augen. Wir mussten gar nicht viel reden. Wir wussten einfach, dass wir uns wieder haben und uns gegenseitig nicht mehr böse sind. Dieser Moment hat sich angefühlt, wie wenn mir endlich ein schwerer Rucksack abgenommen wird, den ich schon jahrelang mit mir herumtrage.  

Jakob legt den schweren Rucksack ab und lässt ihn stehen. 

Esau wollte wissen, wen ich alles dabeihabe, und ich konnte ihm meine ganze Familie vorstellen, die Gott mir geschenkt hat. Außerdem wollte er auch wissen, was es mit den vielen Tiere auf sich hat, die ich ihm entgegengeschickt habe. Und ich erklärte ihm, dass diese Geschenke zeigen sollen, dass ich es wirklich ernst meine und ihn um Vergebung bitten möchte. Esau war so freundlich zu mir. Daran habe ich gemerkt, dass Gott es gut mit mir meint, dass er mich reich beschenkt hat und mich sicher wieder in meine Heimat zurückgebracht hat.  
Esau nahm die Geschenke an und wollte mich auf dem weiteren Weg in unser Heimatland begleiten. Aber ich hatte viele kleine Kinder dabei und viele junge Tiere, die noch Muttermilch brauchten. Das würde für uns noch ein langer Weg werden, den wir nur langsam gehen konnten. Aber das war nicht schlimm, denn jetzt – ohne diesen schweren Rucksack – war alles viel leichter.  
Jakob zeigt auf den Rucksack und läuft weiter. 

Nach vielen Jahren war ich mit meiner Familie endlich am Ziel angekommen und wieder in meinem Heimatland Kanaan. Bei der Ortschaft Sichem kauften wir ein Grundstück für die ganze Familie und ich baute einen Altar für Gott. Den nannte ich „Gott ist der Gott Israels.“. Denn jetzt war ich mir ganz sicher: Gott soll endlich auch mein Gott sein. Ich hatte ihm versprochen, dass ich wirklich an ihn glauben will, wenn er mich sicher nach Hause zurückbringt. Und das hat er tatsächlich gemacht. Gott hat mich auf dem langen Weg begleitet und mir so viel geschenkt. Der Gott meines Opas und Vaters sollte jetzt auch mein Gott sein. 

Die andere Idee 

Die Geschichte wird aus der Bibel vorgelesen oder kann erzählt werden, während die beigefügten Bilder gezeigt werden (Bildergeschichte). Als Übersetzung bieten sich z.B. folgende Übersetzungen an: 

  • Gute Nachricht Bibel  
  • Neues Leben Bibel 
  • Hoffnung für alle 
  • Besonders geeignet ist die Einsteigerbibel vom Bibellesebund (2019): Die Bibel. Übersetzung für Kinder. 

Bilder 

  • Bild 1: Cover 
  • Bild 2: Vers 1 
  • Bild 3: Vers 2-4 
  • Bild 4: Vers 5-8 
  • Bild 5: Vers 9-16 
  • Bild 6: Vers 17-20 

Der Text gelebt   

Gespräch  

Fragen für ein Gespräch vor der Verkündigung und als Anknüpfung an die Vorgeschichte.  
Überlegt gemeinsam, wie die Geschichte nach dem Streit von Jakob und Esau weiter geht: 

  • Was passierte mit Esau nach dem Streit? Was erlebte er? 
  • Wie wird sich Jakob verhalten, wenn er auf Esau trifft? 
  • Wie wird sich Esau verhalten, wenn er auf Jakob trifft? 
  • Wie würdest du an Jakobs Stelle reagieren, wenn Esau nach dem Streit auf dich zukommt? 
  • Wie würdest du an Esaus Stelle reagieren, wenn Jakob nach dem Streit auf dich zukommt? 
  • Wie wird es Jakob heute wohl ergehen, wenn er mit seiner Familie auf Esau zuläuft? 

Fragen für ein Gespräch nach der Verkündigung: 

  • Wie ist Jakob Esau entgegengelaufen? 
  • Wie ist Esau Jakob entgegengekommen? 
  • Wenn du Jakob oder Esau wärst, wie würde sich die Versöhnung für dich anfühlen? 
  • Erinnerst du dich noch an eine Situation, in der du enttäuscht/verletzt wurdest/Streit hattest? 
  • Wie ging es dir während dem Streit? 
  • Hast du Versöhnung erlebt? Wie ging es dir dann? 
  • Hat sich schon mal jemand bei dir entschuldigt? Wie war das? 
  • Hast du schon mal jemanden um Entschuldigung gebeten? Wie ging es dir damit? Hattest du Angst wie Jakob? 
  • Was kann dir helfen, wenn es schwer fällt sich mit einer Person zu versöhnen? Mit wem kannst du darüber sprechen? 
Merkvers  

„Seid vielmehr freundlich und barmherzig und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.“  Epheser 4, 32 (HFA) 

Der Vers kann als Symbol dafür sich mit einer anderen Person zu versöhnen/ihr zu vergeben/einen Streit beizulegen mit Acrylfarbe/Edding auf einen Stein gemalt werden.  

Gebet 

Jedes Kind erhält eine gefüllte Wasserflasche, auf die es mit Edding einen Namen, eine Situation, einen Streit/Konflikt oder etwas anderes belastendes schreiben kann. Anschließend folgt ein Popcorngebet. 

Bei dieser Methode wird nicht in ganzen Sätzen gebetet und auch nicht nur von einem Mitarbeitenden, sondern alle können beten (niemand muss!). Während der Gebetszeit werden lediglich einzelne Wörter gesagt, die wie Popcorn aufploppen. So können die Kinder die Personen/Situationen nennen, die sie auf ihre Flasche geschrieben haben oder allgemein für „Streit“, „Konflikte“, „Frieden“ beten, wo keine genauen Angaben gemacht werden müssen. Wenn keine weiteren Stichworte mehr fallen, kann ein Mitarbeitender das Gebet mit „Amen“ schließen. 

Spielerisches  

Vgl. Parcoursspiel aus der Hinführung 

Es wird ein Parcours aufgebaut und die Flaschen aus dem Gebet in einen Rucksack gefüllt. Die Kinder können je nach Gruppengröße entweder in Gruppen gegeneinander antreten oder den Parcours einfach so durchqueren. Dabei starten sie den Parcours mit dem Rucksack, stellen diesen ab, wenn sie auf der anderen Seite angekommen sind und laufen durch den Parcours ohne Rucksack wieder zurück. So erleben sie den Unterschied mit und ohne Last zu laufen.  

Rätselhaftes  

Spiel/Quiz: „Ja / Nein“ – Stuhl 

Im Raum werden zwei Stühle nebeneinander aufgestellt. Auf den einen wird ein Zettel mit dem Wort „Ja“ gelegt, auf den anderen ein Zettel mit dem Wort „Nein“. Die Gruppe wird daraufhin in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese werden in zwei Schlangen hinter einer Startlinie, etwas entfernt von den Stühlen, aufgestellt. Die Startlinie am besten mit Kreppband am Boden markieren. Nun werden von einer mitarbeitenden Person Aussagen zu dem heutigen Thema vorgelesen. Die Kinder, die vorne in der Schlange stehen, müssen nun entscheiden, ob die Aussage zutrifft („ja“) oder nicht („nein“) und dementsprechend zu dem richtigen Stuhl laufen. Die Gruppe, die zuerst auf dem richtigen Stuhl sitzt, erhält einen Punkt. 

Mögliche Aussagen: 

  • Esau und Jakob sind Cousins. (Nein, sie sind Brüder) 
  • Jakob hat Esaus Segen geklaut. (Ja) 
  • Jakob läuft Esau mit 400 Mann entgegen. (Nein, Esau läuft Jakob mit 400 Mann entgegen) 
  • Jakob schickte Esau Herden/Tiere als Geschenk, um ihn freundlich zu stimmen. (Ja) 
  • Jakob kommt am Ende wieder in seinem Heimatland (Kanaan) an und baut einen Tempel. (Nein – nicht ganz. Er baut am Ende einen Altar) 
  • Nach dem Streit wollte Esau Jakob umbringen. (Ja) 
  • Beide weinen während der Versöhnung. (Ja) 
  • Josefs Frauen heißen Rahel und Lena. (Nein, die zweite Frau hieß Lea) 
  • Jakob ist mit seiner Familie, Schafen, Ziegen und Kühen unterwegs. (Ja) 
  • Esau nimmt am Ende Jakobs Geschenke nicht an. (Nein, nach mehrmaligem Drängen nimmt er sie doch an) 

(T)Extras  

Lieder 
  • Vergebungsheld (Wir sind Helden), Jan Wörner 
  • Mach dir keine Sorgen (Mike Müllerbauer) 
  • Der Unterschied (Feiert Jesus! Kids, Max Wolß, Mirjam Fröhler) 
  • Größer, als man denkt (KIBI-Hits, Bibellesebund) 

Das Ziel 

Starter  

Du darfst mit allem, was dir Sorgen oder Angst macht, zu Gott kommen.  

Checker  

Bei Gott können wir ehrlich sein und sagen, was uns wütend macht und was wir nicht verstehen.   

Der Text an sich  

Jakob hat den Auftrag von Gott bekommen wieder in das Land seiner Väter zurückzukehren. Deshalb schickte er einen Boten zu seinem Bruder Esau, der ihm die Nachricht überbringen soll. Bei ihrer letzten Begegnung war Esau so sauer auf Jakob, dass er ihn umbringen wollte. Da Jakob nicht weiß, ob Esau immer noch zornig auf ihn ist, betet er zu Gott, dass er ihn vor Esau retten soll und dass er sein Versprechen, dass seine Nachkommen unzählbar werden, einhalten soll.  

Jakob hat Angst, seinem Bruder Esau wieder unter die Augen zu treten, deshalb schickt er ihm durch einen Diener viele Tiere als Geschenke entgegen. Der Bote soll die Geschenke übergeben und ankündigen, dass Jakob bald zu ihm kommt. Jakob dachte sich, mit den Geschenken kann er Esau schonmal um Versöhnung bitten, in der Hoffnung, dass er ihn dann freundlicher aufnimmt. Ebenfalls aus Angst vor Esau teilt Jakob seine Familie in zwei Gruppen auf. Für den Fall, dass Esau einen Kampf beginnt, könnte so wenigstens ein Teil der Familie fliehen. In derselben Nacht weckte er seine Familie auf, denn er wollte den Jabbok, einen Fluss im heutigen Jordanien, an einer flachen Stelle überqueren. Er sorgt dafür, dass alle den Fluss überqueren und bleibt dann allein zurück.  

Warum Jakob zurückbleibt, ist unklar, doch er bemerkt schnell, dass er nicht allein ist. Ein unbekannter Mann tritt ihm in der Dunkelheit entgegen und beginnt einen Kampf mit ihm. Erst mit dem Morgengrauen entsteht ein kurzes Gespräch zwischen den Beiden Männern und es wird deutlich, dass es sich bei diesem Mann um eine Gotteserscheinung handelt. Jakob erkennt das und bittet und gibt deshalb nicht nach, bis er von Gott gesegnet wird.  

Mit diesem Kampf beginnt ein neues Kapitel im Leben von Jakob. Er trägt nicht nur eine lebenslange Hüftverletzung mit sich, sondern von jetzt an heißt er Israel „Gotteskämpfer“, denn er hat mit Gott und den Menschen gekämpft und ist Sieger geblieben. 

Jakob nennt diesen Ort Penuel, das bedeutet Angesicht Gottes. Danach sagte er noch: „Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und bin am Leben geblieben“.  

Der Text für mich  

Jakob hat schon ein krasses Leben hinter sich und nun Angst, seinem Bruder unter die Augen zu treten (nach dem, was er ihm alles schon angetan hat). Bei welchen Personen geht dir das vielleicht genauso und vor wem hast du Respekt, ihm wieder unter die Augen zu treten? Jakob geht ins Gebet und bringt Gott seine Nöte und Ängste, genau das dürfen wir auch tun. Jakob kämpft echt mit Gott, ich finde das ist heute ziemlich unvorstellbar. Aber wo hast du in deinem Leben Kämpfe? Vielleicht auch Kämpfe mit Gott?  

Der Text für dich 

Genau wie Jakob erleben auch Kinder immer wieder Situationen, in denen sie Angst haben. Vielleicht vor einem Zahnarztbesuch, einer schweren Klassenarbeit oder sie haben sich mit einem Freund gestritten. Dass kann auch im Leben von Kindern zu einer echten Notsituation werden, so wie Jakob sie erlebt.  

Dort kann es sehr ermutigend sein, wenn man den Kindern vermittelt, dass man immer zu Gott kommen kann. Auch wenn das Kämpfen mit Gott nicht leicht nachzuvollziehen ist, kann daran deutlich werden, dass Gott es aushält, wenn wir ihm unsere Probleme und Sorgen, aber auch alles, wo wir mit ihm und seinem Handeln unzufrieden sind, vorhalten. Auch wir dürfen mit Gott „kämpfen“ und sauer auf ihn sein und ihn auch anschreien.  

Der Text erlebt  

Hinführung 

Idee 1: Wassertransportspiel 
Die Gruppe wird geteilt und Ziel ist es, möglichst viel Wasser auf die andere Seite zu bringen. Dafür benötigt man vier Eimer, die ersten beiden werden jeweils an der Startline parallel zueinander aufgestellt. Die anderen beiden mit einem Abstand von ca. 8 Metern dahinter, so dass zwei gleich lange Linien entstehen. Die beiden Eimer an der Startline sind gefüllt mit Wasser. Beide Gruppen bekommen einen Schwamm in den Eimer. Nun haben sie fünf Minuten Zeit, möglichst viel Wasser in einem Staffellauf mit dem Schwamm auf die andere Seite zu bringen und damit die „Last“ symbolisch bei Gott abzugeben. Wer am Ende am meisten Wasser auf der anderen Seite hat, gewinnt das Spiel., 

Idee 2: Geschenke-Salat (Obstsalat) 
Alle Kinder sitzen in einem Stuhlkreis und eine Person steht in der Mitte. Jedes Kind bekommt nun ein unterschiedliches Geschenk aus der Geschichte genannt, das Jakob Esau mitbringt: Ziege, Schaf, Kamel und Kuh. Sobald jedes Tier einmal vergeben ist, beginnt der nächste wieder mit dem ersten Tier, so dass am Ende alle ein Tier haben. Nun ruf die Person in der Mitte ein Tier und alle mit diesem Tier müssen nun Plätze tauschen. Bei dieser Gelegenheit versucht die Person in der Mitte einen Platz zu ergattern. Die Person, die keinen Platz ergattern konnte, bleibt übrig und beginnt die nächste Runde.  

Verkündigung  

Verkündigungsart: Geschichte anhand von Standbildern erzählen 

Teilt die Gruppe so auf, dass immer ungefähr drei Kinder in einer Gruppe sind. Jede Gruppe bekommt nun ein oder mehrere Bibelabschnitte. Hierzu sollen sich die Kinder mithilfe eines Mitarbeitenden (nur wenn genug da sind) ein Standbild zum Text überlegen, das anschließend im Plenum gezeigt wird. Dafür bekommen alle Gruppen ca. 15 Minuten Zeit. Wenn die Gruppen mehrere Bibelabschnitte haben, brauchen sie eventuell mehr Zeit. Sobald alle Gruppen ein Standbild überlegt haben, versammeln sie sich wieder im Plenum.  

Nun wird der Text von einem Mitarbeitenden vorgelesen. Vor den einzelnen Abschnitten wird immer eine kleine Pause gemacht, damit die neue Gruppe Zeit hat sich wieder aufzustellen. Die anderen Kinder sollen der Geschichte gut zuhören und die Standbilder zu den Texten erkennen. Falls die Standbilder nicht eindeutig genug sind, kann die Gruppe nach jedem Abschnitt kurz erklären, was dort zu sehen ist.  

Abschnitte aus der Basis Bibel oder einer anderen leicht zu verstehenden Übersetzung:  

  • 1: 1.Mose 31,1-3 
  • 2: 1.Mose 32,1-3 
  • 3: 1.Mose 32,4-6 
  • 4: 1.Mose 32,7-9 
  • 5: 1.Mose 32,10-13 
  • 6: 1.Mose 32,14-22 
  • 7: 1.Mose 32,23-24 
  • 8: 1.Mose 32,25-30 
  • 9: 1.Mose 32,31-33 
     

Impuls 

Ich finde, das ist eine ganz schön krasse Geschichte! Gott hat Jakob den Auftrag gegeben, in das Land, in dem er geboren wurde, zurückzugehen. Für Jakob war klar, dass das nur möglich ist, wenn er sich bei Esau entschuldigt und sich mit ihm versöhnt. Eine ganz schön große Aufgabe, nach allem, was Jakob Esau angetan hat. 

Kinder fragen: Was hat Jakob Esau angetan? (Super als Wiederholung und auch für Kinder, die mal eine Stunde gefehlt haben) 

Nach dem allen soll er jetzt zu Esau zurück gehen? Jakob hat richtige Angst davor und macht sich große Sorgen darum!  
Vor was hast du Angst oder weswegen machst du dir Sorgen? Vielleicht steht bald ein Schulwechsel an? Der nächste Zahnarzttermin? Deine Eltern haben sich getrennt? Du ziehst um? Dein Haustier ist schon alt und stirbt vielleicht bald? Vielleicht aber auch eine Klassenarbeit, die bald ansteht oder ein Streit mit einer Freundin oder einem Freund?  
 

Wisst ihr noch was Jakob in der Geschichte als nächstes getan hat?  

Genau, er hat zu Gott gebetet! Er hat ihm gesagt, was ihm Sorgen und Ängste macht. Aber Jakob hat nicht nur mit Gott geredet, sondern er hat richtig mit ihm gekämpft. Das ist vielleicht schwer vorzustellen, aber es zeigt uns, dass Gott richtig viel aushält. Es nämlich ganz egal, wie wir zu Gott beten – z.B. allein in deinem Zimmer, mit Freunden, deinen Eltern oder auch mit uns Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Wir können ganz still in unserem Gedanken zu Gott beten, ganz normal mit ihm reden oder ihn sogar mal laut anschreien, wenn wir ihn nicht verstehen oder wütend auf ihn sind. Bei Gott können wir ganz ehrlich sein und er hört und zu, egal wann und wo! Alle Sorgen darfst du Gott bringen!  

Wie es bei Jakob und Esau weiter geht erfahren wir nächste Woche, dass ist manchmal ähnlich wie bei einem Gebet, da dauert es manchmal auch länger, bis Gott handelt, wie wir es uns wünschen und manchmal handelt er doch anders, aber darauf dürfen wir vertrauen, dass er alle unsere Sorgen hört. 

Die andere Idee 

Erzähle die Geschichte aus der Sicht von Jakob. Verkleide dich als Jakob und erzähl davon, welchen Auftrag du von Gott bekommen hast und welche Ängste und Sorgen dich dabei begleiten. Bei der Ausarbeitung kann man sich sehr gut am Bibeltext langhangeln und braucht ihn nur wenig umzuformulieren.  

Der Text gelebt  

Gespräch  

Folgende Fragen können in der großen Gruppe oder in extra Kleingruppen besprochen werden:  

  1. Wie würdest du dich an Jakobs Stelle fühlen?  
  1. Wovor hast du Angst oder was macht dir Sorgen?  
  1. Was möchtest du vor Gott bringen, was dir Sorgen und Ängste macht? (laut oder leise) 
Merkvers  

„Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ 1. Petrus 5,7 

Druckt den Vers für jedes Kind schon aus, oder werdet kreativ und gestaltet ihn schön auf einem Zettel. Die Kinder können ihn in ihr Zimmer hängen oder in ihre Bibel legen.  

Gebet   

Alle Kinder sitzen im Kreis und fassen sich an den Händen. Ein Kind fängt an zu beten (laut oder leise) und drückt die Hand des nächsten Kindes, wenn es fertig ist. So weiß das nächste Kind, dass er jetzt dran ist. Das geht so lange bis es wieder beim ersten angekommen ist. Der sagt dann „Amen“. Hierbei haben die Kinder die Möglichkeit, alles, was sie beschäftigt, ihre Sorgen und Ängste vor Gott zu bringen.   

Kreatives

Jedes Kind bekommt ein Stück Toilettenpapier und darf dort seine Sorgen und Ängste drauf schreiben oder malen. Sobald alle Kinder fertig sind, wird es gemeinsam in die Toilette geworfen und runtergespült und damit symbolisch an Gott abgeben. Hier wird verdeutlicht, dass Gott die Sorgen auf sich nimmt und man alles, was einen belastetet, Gott geben darf.  

Spielerisches

 
Wäscheklammern klauen:  
Jedes Kind bekommt drei (Anzahl variabel) Wäscheklammern. Die Wäscheklammern müssen sichtbar am Körper verteilt werden, sodass es den anderen Kindern möglich ist, die Wäscheklammern zu klauen. Nun laufen die Kinder herum und versuchen die Wäscheklammern von den anderen zu klauen. Sobald ein Kind eine Wäscheklammer von einem anderen Kind geklaut hat, befestigt das Kind die Wäscheklammer an seinem Körper. Das Spiel endet, sobald ein Kind alle Wäscheklammern hat oder die Zeit vorbei ist. Dann gilt: wer am meisten Wäscheklammern hat, hat gewonnen. 

Hahnenkampf: 

Mit Klebeband wird ein kleiner Bereich als Spielfeld abgeklebt. Alle Kinder stellen sich auf einem Bein in das Feld und versuchen durch Hüpfen und Boxen die anderen Kinder aus dem Feld zu drängen. Wer aus dem Spielfeld hinausgedrängt wird, scheidet aus. Wer bis zum Schluss übrig bleibt, gewinnt.  

(T)Extras  

Lieder 
  • Mein bester Freund hat kein Handy 
  • Sei mutig und stark 
  • Spar dir deine Sorgen 
Kreatives 

Sorgenglas  

Ein Marmeladenglas kreativ gestalten, in dem die Kinder alle ihre Sorgen (auf Zetteln geschrieben) ablegen können. Bevor ein Zettel ins Glas gelegt wird, wird kann gebetet werden. Das Sorgenglas kann dann auf dem Schreibtisch stehen oder auch in der Nachtischschublade.   

Das Ziel 

Starter 

Gott sieht dich und möchte dir geben, was du brauchst.  

Checker 

Gott sieht dich, auch wenn du dich ungeliebt oder ungewollt fühlst.  

Der Text an sich 

Nach der Vergewisserung von Gottes Gegenwart in Bethel kommt Jakob auf der Flucht bei seinem Onkel an. An einem Brunnen trifft er auf Hirten und auf seine Cousine Rahel, die ihm bisher unbekannt ist. Er verliebt sich Hals über Kopf in sie. Im Haus seines Onkels wird er gastfreundlich aufgenommen und beginnt mitzuarbeiten. Als Lohn für seine geleistete Arbeit wünscht er sich, Rahel zur Frau zu nehmen. Er ist bereit, dafür sieben Jahre zu arbeiten. Doch sein Onkel schiebt ihm in der Hochzeitsnacht Rahels Schwester Lea zu. Warum Jakob diesen Betrug erst am folgenden Tag bemerkt, als die Ehe schon vollzogen ist, wird nicht berichtet. Jakob liebt Lea nicht. In der Bibel wird recht deutlich gemacht, dass Rahel äußerlich schöner ist als Lea.  

Als Jakob Laban zur Rechenschaft zieht, redet dieser sich heraus und gibt Jakob auch noch Rahel zur Frau. In Labans Kultur muss zunächst die ältere Tochter verheiratet werden, bevor die jüngere heiraten darf. Laban sorgt für seine ältere Tochter, auch wenn man sich fragt, ob es dafür nicht eine Lösung gegeben hätte, die Lea glücklicher gemacht hätte. Wieder muss Jakob sieben Jahre arbeiten, doch aus Liebe zu Rahel nimmt Jakob dies in Kauf.  

Die Heirat mit beiden Frauen bekommt niemandem gut. Auf der einen Seite ist Lea mit einem Mann verheiratet, der sie nicht liebt, auch nicht, als sie ihm mehrere Kinder schenkt. Auf der anderen Seite macht Gott Rahel unfruchtbar. Sie fühlt sich von ihrem Mann und Gott vernachlässigt und beneidet ihre Schwester. Jakob hält sich aus den Streitigkeiten seiner Frauen heraus und scheint die Bedürfnisse der beiden nicht wahrzunehmen und zu stillen. Aus der Not lässt Rahel ihre Sklavin mit Jakob schlafen und ein Kind bekommen. Das Kind einer Sklavin wird der Herrin zugesprochen, sodass Rahel nun doch zumindest rechtlich Kinder bekommt. In einer kurzen Phase, in der auch Lea keine Kinder bekommen kann, gibt sie Jakob ihre Leibmagd zur Frau, sodass auch ihr weitere Kinder zugesprochen werden. Die Szene mit den Liebesäpfeln ist nicht klar zu deuten. Wichtig ist nur, dass Lea anschließend erneut schwanger werden kann. Ganz zum Schluss unseres Textes wendet Gott sich Rahel zu und schenkt ihr ein Kind. Später wird sie noch einen zweiten Sohn bekommen.  

Die Namen der Kinder drücken die Bedeutung und Hoffnung aus, die sie im Leben ihrer Mütter haben.  

Der Text für mich 

Die Verheiratung von Rahel und Lea und auch die Sklavinnen als Nebenfrauen sind in unserer westlichen Kultur doch eher fremd. Aber die dahinter liegenden Weisheiten passen auch noch in unsere Zeit.  

Auf der einen Seite bin ich als Person angesprochen und darf mich wieder neu dadurch beschenken lassen, dass Gott mich und meine Bedürfnisse sieht. Auf der anderen Seite sind wir als Mitarbeitende in einer Gruppe nicht davon gefeit, Kinder zu übersehen oder sie in „Schubladen“ zu stecken. Wir sollten uns ehrlich fragen, welche Kinder uns näher sind und welche wir schwierig finden und die Gründe dafür herausfinden. Es gilt in der Vorbereitung, sich die Stärken jedes Kindes bewusst zu machen. Vielleicht ist es auch dran, dass ihr euch als Mitarbeiterteam einmal zusammensetzt, eine Liste mit allen Kindern erstellt und euch darüber austauscht, was ihr über die einzelnen Kinder wisst und die Kinder wieder neu in den Blick bekommt, die ihr noch nicht so gut kennt.  

Der Text für dich 

Viele Kinder kennen das Gefühl, zurückgewiesen und abgelehnt zu werden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Vielleicht passen sie nicht in das übliche Schönheitsideal, vielleicht haben sie Schwierigkeiten in der Schule, vielleicht passen sie allgemein nichts ins System. Wir wollen ihnen deutlich machen, dass Gott ihren Kummer sieht, auch wenn sie von anderen übersehen werden. Auch das Thema Neid können wir in dieser Stunde ansprechen. 

Andererseits gibt es auch Kinder, die wie Jakob nur ihr Ziel vor Augen haben und daneben alles andere um sich herum vergessen und dabei auch Menschen zurücklassen. Diesen Kindern wollen wir zeigen, dass jeder Mensch genau wie sie geliebtes Kind Gottes ist und wertgeschätzt werden sollte.  

Der Text erlebt 

Hinführung 

Idee 1 

Die Kinder werden vor die Wahl gestellt und müssen sich entscheiden und in jeweils eine Ecke des Raumes laufen: 

  • Pizza oder Pommes 
  • Urlaub am Meer oder in den Bergen 
  • Fußball oder Handball 
  • … 

Idee 2 

Die Mitarbeitenden spielen die Szene einer Top-Model-Show nach. Eine Jury bewertet zwei Kandidaten auf übertrieben oberflächliche Weise. Wichtig ist, dass es so übertrieben ist, dass sich kein Kind dadurch angegriffen fühlen kann.  

Verkündigung  

Verkündigungsart: Schattentheater 

Der Raum wird abgedunkelt. Eine Leinwand wird aufgebaut und mit einem (Bau-)Strahler von hinten beleuchtet. Folgende Schattenfiguren werden benötigt: Rahel, Lea, Jakob, Laban, Schafe, Brunnen, Herz, 7, Brot, Blitz, durchgestrichenes Herz, Baby.  

Zwei Mitarbeiter erzählen die Geschichte. 

Lea: Hallo, ich bin Lea! 

Rahel: Hallo, ich bin Rahel und das ist Rahel. Wir sind Schwestern. Ich bin die Jüngere und Lea ist ein paar Jahre älter als ich. 

Lea: Einige von euch haben bestimmt auch jüngere Geschwister. Und vermutlich wisst ihr, dass das super anstrengend ist… Rahel war schon immer die Hübschere von uns beiden. Wenn wir in einen Raum gekommen sind, schauten alle immer gleich auf Rahel. Mich hat nicht einmal jemand bemerkt.  

Rahel: Das ist doch nicht meine Schuld. Ich kann auch nichts dafür, dass ich hübscher bin als du. Aber darum geht es hier doch gar nicht. Eigentlich geht es um Jakob. (Rahel hebt die Figur von Jakob ins Bild, die eigene Figur kann verschwinden.) 

Lea: Ja, genau. Die ganze Zeit geht es immer nur um Jakob. Er war auf dem Weg nach Haran Da wohnen wir nämlich. Und vor den Toren des Ortes kam er an einen Brunnen. (Lea hebt den Brunnen hoch, die eigene Figur wird zur Seite gelegt).  

Rahel (bewegt die Figur von Jakob zum Brunnen): Dort sah er einige Viehhirten mit ihren Schafen. (Lea zeigt noch Schafe) Das war komisch, denn es war noch genug Zeit, damit die Tiere auf der Weide Gras fressen konnten. Doch auf dem Brunnen lag ein so großer Stein, dass die Hirten ihn nur gemeinsam vom Brunnen heben konnten.   

Lea: Und dann kamst du ins Spiel. 

Rahel: Ja, genau. (Lea legt die Schafe/Hirten zur Seite und übernimmt Jakob. Die Figur von Rahel mit Schafen kommt von weiter weg immer dichter Richtung Brunnen.)  

Lea: Rahel kam von weiter weg mit ihren Schafen zum Brunnen. Sie war nämlich bei uns zuhause für die Tiere zuständig. Das war mir auch ganz recht, damit sie nicht immer da war, wo ich mich aufhielt. Jakob erblickte sie und verliebte sich augenblicklich in sie. (Ein großes Herz wird über Jakob gehalten). 

Rahel: Das war vielleicht sonderbar. Plötzlich rannte ein Fremder auf mich zu (Lea bewegt Jakob zu Rahel), umarmte und küsste mich. Außerdem rollte er ganz allein den Stein vom Brunnen und gab meinen Tieren zu trinken. Das muss man sich mal vorstellen. Ich war völlig verdattert. Erst später erzählte er mir, dass er mit uns verwandt ist.  

Lea: Und dann kamt ihr alle zu uns nach Hause. Dort lebte neben uns auch noch unser Vater Laban. (Rahel zeigt die Figur von Laban, Lea hält Jakob hoch.) Jakob erklärte, wer er ist, und unser Vater hat sich riesig gefreut, Jakob kennenzulernen. Er hat ihm angeboten, bei uns zu wohnen und für ihn zu arbeiten. Nach einer Woche sagte er dann zu Jakob: Jakob, du arbeitest wirklich super für mich. Aber bisher hast du noch gar keinen Lohn dafür bekommen. Was möchtest du dafür haben? 

Rahel: Und dann kam es. Er wollte mich! Ich dachte, ich spinne. Okay, ich fand ihn auch ganz gut. Tatkräftig, er sah gut aus. Jakob sagte: Ich bin bereit sieben Jahre für dich zu arbeiten und dann Rahel zu heiraten. (Lea hält in der anderen Hand eine 7) Unfassbar, so schnell kann das gehen. 

Lea: Ja, so schnell kann das gehen. 7 Jahre gingen ins Land und dann passierte folgendes. Jakob ging zu unserem Vater und sagte: So, Laban, jetzt habe ich hier 7 Jahre gearbeitet. Nun darf ich endlich Rahel heiraten. Und so geschah es – dachte zumindest Jakob.  

Rahel: Am Abend wurde wie wild gefeiert (Rahel hält ein Sektglas hoch – dann geht das Licht aus) – dann kam die Hochzeitsnacht und am nächsten Morgen wachte Jakob auf und sah (Lea zeigt Lea) 

Lea: mich…Unser Vater hat Jakob heimlich mit mir verheiratet. Und ihr glaubt gar nicht, wie furchtbar das war, seinen Blick auf mir zu sehen. Es war fast verachtend. Er wollte mich nicht heiraten, sondern Rahel. Natürlich ist er sofort zu Vater hingelaufen. (Lea zeigt Laban und Rahel bewegt Jakob zu Laban.) Und hat ihn zur Rede gestellt: Wie kannst du das nur machen? Ich wollte Rahel heiraten, weil ich sie liebe und nun habe ich nur Lea bekommen. Was soll das? (Ein Blitz wird über Jakob gehalten.)  

Rahel: Und Vater antwortete: Bei uns ist es üblich, dass immer zuerst die Ältere verheiratet wird. Danach darf die jüngere Schwester heiraten. Du kannst meinetwegen auch Rahel bekommen. Warte noch eine Woche ab, dann kannst du auch Rahel heiraten. Aber du musst noch weitere sieben Jahre für mich arbeiten. Dann hat Jakob weitere 7 Jahre (Lea zeigt wieder die 7) für unseren Vater gearbeitet. 

Lea (hält Lea hoch): Und was war nun mit uns? Ich war mit einem Mann verheiratet, der mich nicht liebte. (Lea hält ein durchgestrichenes Herz hoch.) Das war furchtbar. Aber dann passierte etwas Gutes. Ich wurde schwanger und bekam einen Sohn (Baby hochhalten). Ich nannte ihn Ruben – das heißt übersetzt: Kummer gesehen. Ich wusste, dass Gott meinen Kummer gesehen hatte und mir deshalb Kinder schenkte. 

Rahel: Lea bekam ein Kind nach dem anderen, aber ich konnte keine Kinder bekommen. Könnt ihr euch vorstellen, wie ich mich da gefühlt habe? Ich war unendlich traurig. Jakob liebte mich, aber ich war trotzdem neidisch auf Lea. 

Lea: Aber mir ging es auch nicht besser. Egal wie viele Kinder ich bekommen habe, Jakob hat mich nie geliebt. Er wollte immer nur Rahel haben.   

Rahel: Jakob hat sich bei all dem rausgehalten, das hat es auch nicht besser gemacht. Nach vielen Jahren schenkte Gott mir dann endlich einen Sohn (Baby hochhalten). Da wusste ich, dass er mich sieht und weiß, wie es mir geht, ganz egal was los ist. Das war wie Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Einschulung, Silvester und Hochzeit in einem. Ich war so dankbar, weil Gott mich nicht vergessen hatte.  

Die andere Idee 

Die Geschichte wird auf das Lied „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ umgedichtet. Die Kinder können beim „Fidirallalla“ mit einstimmen. Die Strophen können auch von unterschiedlichen Mitarbeitenden in den jeweiligen Rollen/zusammen vorgetragen werden. – Oder die Mitarbeitenden stellen pantomimisch dar, was gesungen wird.  

Der Text gelebt 

Wiederholung  

Gemeinsam wird die Geschichte nacherzählt und dabei immer eingehakt, um die Stimmung der Personen nachzuarbeiten.  

Jedes Kind hat einen Satz Papier-Emojis (weinend, wütend…). 

Wie fühlte sich Jakob:  

  • am Brunnen? 
  • Als er Rahel zum ersten Mal begegnet ist? 
  • Als er das erste Mal auf Laban trifft? Wie fühlt sich Laban da? 
  • Als er das Versprechen bekommt, Rahel heiraten zu dürfen? 
  • Als er die ersten sieben Jahre arbeitet? Wie fühlen sich Laban/Lea/Rahel? 
  • Am Tag der Hochzeit? Wie fühlt sich Rahel/Lea? 
  • Am Morgen danach? Wie geht es Rahel/Lea? 
  • Als er von Labans neuen Bedingungen erfährt? 
  • Als er endlich Rahel heiraten darf? Wie geht es Rahel/Lea? 
  • In der Ehe mit Rahel? Wie ist das für Lea? 
  • Als Rahel kinderlos bleibt? Wie fühlt sich Rahel/Lea? 
  • Als Rahel kinderlos bleibt? Wie fühlt sich Rahel/Lea? 
  • Als Lea ihren ersten Sohn bekommt? Wie fühlt sich Rahel? 
  • Als Rahel ihren Sohn bekommt? Wie fühlt sich Rahel? 
Gespräch  

Das Gespräch wird auch anhand der Emojis geführt: 

  • Hast du es schon einmal erlebt, bevorzugt oder zurückgesetzt zu werden? 
  • Hast du es schon einmal erlebt, dass dein Aussehen eine Rolle gespielt hat oder dass es besonders wichtig war, dass du sportlich bist oder gut in Mathe? 
  • Hast du schon mal erlebt, dass Gott deinen Kummer gesehen hat? 

 
Gott sieht dich und deine Situation. Er weiß, wie es dir geht. Er hat dich lieb und kümmert sich um dich, auch wenn sich nicht immer alles sofort verändert.  

Gebet  

Rahel und Lea hatten immer wieder das Gefühl von Gott übersehen zu werden, aber sie hatten auch immer wieder Grund richtig dankbar zu sein. 

Die Kinder suchen ein fröhliches oder trauriges Emoji aus. Das fröhliche Emoji steht für etwas, wofür die Kinder Gott danke sagen möchten. Das traurige Emoji steht für eine Situation oder Not, in der sie sich von Gott übersehen fühlen oder seine Hilfe brauchen. 

Die Kinder legen ihr Emoji in die Mitte und können laut oder leise für das Anliegen beten bzw. danken.  

Abschluss: „Danke Gott, dass du jeden von uns siehst und ganz genau weißt, wie es uns gerade geht.“ 

Spielerisches  

Die Kinder sollen erleben, dass sie wichtig sind und wir für sie sorgen. Ein Kind liegt auf einer Wolldecke. 5-6 andere Kinder stehen drum herum, heben die Wolldecke an und lassen das Kind in der Decke entspannt schaukeln. Nach einiger Zeit wird das Kind vorsichtig wieder abgelegt. Jemand anderes ist dran. Bei großen Gruppen können mehrere Kinder in mehreren Wolldecken parallel geschaukelt werden.  

(T)Extras 

Kreatives 

Periskop basteln: Gott sieht dich – er kann um die Ecke gucken. Im Internet findet man einfache Bastelanleitungen für ein Periskop, z.B. www.labbe.de/Periskop  

Das Ziel 

Starter  

Gott geht mit mir mit. Ich darf ihn kennenlernen. 

Checker  

Gott ist da, in allem Neuen und Unbekannten, selbst da, wo ich nicht mit ihm rechne. 

Der Text an sich  

Kontext: Jakob ist auf der Flucht vor seinem Bruder Esau. Nachdem er diesen ausgetrickst und ihm den Segen seines Vaters Isaak geklaut hat, muss er nun um sein Leben fürchten. Seine Mutter Rebekka schickt ihn deshalb auf den Weg nach Haran, zurück in ihre Heimat, in der ihr Bruder Laban lebt. Dort soll Jakob Schutz suchen. Die Geschichte ereignet sich auf dem Weg nach Haran.  

1. Mose 28 

V10-11: Jakob ist auf dem Weg von Beerscheba nach Haran. Als es Abend wird sucht er sich einen Platz zum Schlafen und findet Schutz im Schatten eines Steins. Beerscheba ist eine Stadt in Israel. Haran liegt in der heutigen Türkei. Es ist also ein ziemlich langer Weg. 

V12-15: Diese Verse beschreiben den besonderen Traum von Jakob. Er sieht eine Leiter, die auf der Erde beginnt und bis in den Himmel reicht. Darauf sieht er die Engel Gottes zwischen Himmel und Erde auf- und abgehen. Doch nicht nur das, auch Gott selbst zeigt sich Jakob in diesem Traum und spricht mit ihm. 

V13-15: Zunächst stellt Gott sich Jakob als der Gott seines Großvaters Abraham und seines Vaters Isaaks vor und wiederholt die Verheißung, die er schon Abraham zugesprochen hat: Deine Nachkommen sollen so zahlreich sein wie der Staub auf der Erde – also unzählbar. Die Erwählung Jakobs stand schon vor seiner Geburt fest, doch hier wird sie Jakob nochmal ausdrücklich zugesprochen. Außerdem wird deutlich, dass die Verheißung Gottes nach wie vor an das Land Kanaan gebunden ist. Selbst wenn Jakob dabei ist, dieses Land zu verlassen, wird Gott seine Verheißung dort erfüllen: „Du wirst dich nach Westen und Osten, nach Norden und Süden ausbreiten.“ Dann sagt er noch, dass alle Völker gesegnet sind, auch wir. Zuletzt schließt Gott das Versprechen seines Schutzes und seiner Gegenwart an. Dieses Versprechen bekommt besonders dann Gewicht, wenn man sich vor Augen hält, dass Jakob auf der Flucht vor Esau alles zurücklässt und ein für ihn neues und völlig unbekanntes Leben beginnt.  

V16-17: Als er wieder aus dem Traum erwacht, macht Jakob deutlich, dass es sich hier um einen heiligen Ort handelt. Gott selbst ist hier, an einem Ort, an dem er es vielleicht gar nicht erwartet hat. Diese Erkenntnis bewirkt in ihm Ehrfurcht vor Gott.  

V18-19: Er nimmt den Stein, neben dem er gelegen hat und stellt ihn als Kultstein auf. Kultsteine hat man zur Ehrung eines Gottes aufgestellt und zum Gedenken an diesen Ort. Als Zeichen der Weihung reibt er diesen Stein mit Öl ein. Außerdem benennt er den Ort von Lud in Bet-El (Bethel) um. Das bedeutet „Haus Gottes“. 

V20-22: Jetzt verfasst er eine Antwort an Gott. Obwohl Jakob bereits von Gott erwählt wurde und ihn so deutlich erlebt hat, muss sein Glaube noch wachsen. Er legt einen Eid ab, indem er verspricht, Gott allein zu seinem Gott zu machen, wenn er durch ihn Bewahrung, Versorgung und die Rückkehr in seine Heimat erfährt.  

Der Text für mich  

Wenn ich die Geschichte Jakobs lese, weiß ich nicht so recht, wie ich über ihn und seine Person denken soll. Hier passiert so viel Unrecht und Betrug und gleichzeitig erlebt Jakob Gott so eindrücklich. Mich fasziniert dabei, wie Gott Jakob von Anfang an erwählt hat und doch deutlich wird, dass Jakob seinen ganz eigenen Weg mit Gott gehen muss. Sein Glaube muss wachsen und wird trotz erkauftem Erstgeburtsrecht und geklautem Segen nicht einfach von seinen Vätern an ihn weitergegeben.  

Auch in unserem Gruppen begegnen uns immer wieder Kinder, die einen ganz anderen oder eigenen Weg mit Gott gehen. Doch Gott verspricht, auch auf diesen manchmal krummen Wegen da zu sein und zu seinen Versprechen zu stehen. Er geht mit und Glaube darf wachsen.  

Der Text für dich  

Ähnlich wie Jakob erleben auch Kinder in ihrem Alltag immer wieder unbekannte, neue und vielleicht sogar beängstigende Situationen: einen Schulwechsel, einen Umzug, das erste Mal allein auf einer Freizeit/im Schullandheim, eine schwere Klassenarbeit, Konflikte im Umfeld, … Kinder erleben solche Situationen oft als belastend, auch wenn sie es selbst vielleicht noch gar nicht in Worte fassen können.  

Für Starterkinder ist dieses Wissen nicht selbstverständlich. Ihnen dürfen wir zusprechen, dass Gott mit ihnen geht und für sie da ist, selbst wenn sie ihn noch nicht so gut kennen. 

Checkerkinder hingegen haben schon oft gehört, dass Gott immer da ist. Ihnen können wir zusprechen, dass dieses Versprechen gilt, selbst wenn wir manchmal daran zweifeln oder selbst nicht damit rechnen.  

Der Text erlebt  

Hinführung 

Idee 1: Staffellauf 

Jedes Kinder erhält die Aufgabe, draußen nach einem etwas größeren Stein zu suchen. Anschließend werden die Kinder in zweit Gruppen eingeteilt. Mit Kreppband wird auf der einen Seite des Raumes eine Startlinie aufgeklebt. Auf der anderen Seite steht eine leere Kiste.  

Das jeweils erste Kind beginnt, rennt zur Kiste und legt seinen Stein dort ab und schlägt das nächste Kind ab, sobald es zurück an der Startlinie ist. Wenn alle Kinder ihren Stein in die Kiste gelegt haben, beginnt der Staffellauf von vorne, nur mit dem Unterschied, dass die Steine dieses Mal wieder aus der Kiste herausgeholt werden müssen. 

Die Gruppe, die die Kiste als erstes wieder geleert hat, gewinnt.  

Idee 2: Verrückte Träume 

Tauscht euch mit den Kindern darüber aus, was für komische Dinge sie schon geträumt haben. Was war der verrückteste Traum, den ihr hattet? 

Verkündigung  

Verkündigungsart: Erzählung aus der Sicht des Steines  

Ein Mitarbeitender verkleidet sich z.B. mit einer Decke als Stein und erzählt die Geschichte aus der Perspektive des Steines.  

Hallo, hallo. Habe ich mich schon vorgestellt? Ich bin Mr. Stone. Ich lebe hier schon seit mehreren 1000 Jahren. Tagsüber wärmt mir die Sonne den Rücken bis es kribbelt, weil ich so warm bin und nachts pfeift mir der kühle Wind um die Ohren. Jaja, so ist das. Tag für Tag. Viel besonderes passiert hier nicht. Obwohl, eine Sache war doch ganz interessant. Ich lebe hier ja schon lange, aber so etwas habe ich noch nie gesehen.  

Wie jeden Tag habe ich hier mein Mittagsschläfchen gehalten und mir von der Sonne den Rücken wärmen lassen. Doch als es Abend wurde und der Wind schon kühler war, passierte etwas Seltsames. Auf einmal tauchte ein junger Mann hier auf. Oh man, der sah vielleicht mitgenommen aus. Ganz abgehetzt war er, seine Haare standen in alle Richtungen ab und verschwitzt war er auch. Erst sah es so aus, als ob er schnell weitergeht, aber dann hat er sich doch noch umentschieden. Irgendetwas von einem Esau hat er gemurmelt und dass er ihn auf keinen Fall finden darf. Und bevor ich wusste, was passiert, hat er sich zusammengerollt und ganz nah an mich dran gekuschelt. Das war vielleicht komisch. So viel Körperkontakt bin ich wirklich nicht gewohnt. Aber ein bisschen tat er mir auch leid. So ganz allein wie er war. Auf jeden Fall habe ich dafür gesorgt, dass ihm der Wind nicht so sehr um die Ohren bläst, solange er schläft. Die ganze Nacht habe ich gut aufgepasst. Und dann ging langsam die Sonne auf und es wurde hell. Der junge Mann rieb sich ganz benommen die Augen. Und dann schüttelte er immer wieder den Kopf und brabbelte etwas Seltsames vor sich hin. Er sagte irgendetwas von einer Leiter, die in seinem Traum von der Erde bis in den Himmel ging und da waren Engel, die auf der Leiter auf und ab liefen. Und außerdem erzählte er von einem Gott Abrahams und Isaaks. Habt ihr davon schonmal gehört? Der muss mit ihm geredet haben. Wenn ich das alles richtig verstanden habe, hat er ihm viele Nachkommen versprochen und dass ihm dieses ganze Land hier irgendwann mal gehören wird. Jaja, so war das. Komische Geschichte, muss ich sagen. Achso, aber das war ja noch gar nicht alles. Dieser Gott hat ihm anscheinend auch versprochen, dass er mit ihm mitgeht und ihn behütet, überall wo er hingeht. Das hat mich für diesen jungen Kerl gefreut. 

Ich muss ja sagen, ich alter Stein bin noch nie umgezogen. Schon immer liege ich hier an dieser Stelle. Ich kenne jeden Kieselstein und Käfer hier. Ich weiß genau wann die Sonne auf und untergeht und wie der Wind manchmal pfeift. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das wohl ist, wenn man auf der Flucht ist und an einen völlig neuen Ort kommt. Aber wenn ich ein bisschen darüber nachdenke, klingt es sehr beängstigend. Da ist es wirklich gut, wenn der junge Mann nicht alleine ist und dieser Gott immer bei ihm ist.  

Jaja, so war das alles. Aber das Komischste habe ich ja noch gar nicht erzählt. Der junge Mann war anscheinend selber so überrascht von diesem Traum, dass er sagte: Gott ist hier an diesem Ort und ich wusste es gar nicht. Und dann ist er aufgestanden und hat etwas aus seiner Tasche ausgepackt. Und bevor ich sehen konnte, was er vorhat, hat er auf einmal eine komische ölige Flüssigkeit über mich drüber gekippt. Da bin ich ja mal erschrocken, sage ich euch. Sowas ist mir ja in 1000 Jahren noch nicht passiert. Aber ich glaube, die Flüssigkeit hat etwas mit dem Versprechen zu tun, dass er bei Gott abgelegt hat. Er hat versprochen,, wenn Gott ihn wirklich beschützt, versorgt und irgendwann wieder hierher nach Hause bringt, dann soll dieser Gott auch sein eigener Gott sein. Dann will er wirklich an diesen Gott glauben.  

Jaja, komische Sache. Aber eins weiß ich sicher. Wenn dieser Gott ihn wirklich hierher zurückbringt, dann werde ich es miterleben und den Mann an sein Versprechen erinnern. Ich bin auf jeden Fall froh, dass der junge Mann jetzt nicht mehr alleine ist und Gott mit ihm mitgeht, bei all dem Ungewissen, dass er vor sich hat.  

Jaja, so war das alles. Oaahhh, aber jetzt ist wirklich Zeit für mein Mittagsschläfchen. Die Sonne hat mich schon ganz aufgeheizt.  

Die andere Idee 

Lest den Bibeltext mit den Kindern in einer gut verständlichen Übersetzung, wie z.B. der BasisBibel. Anhand der Fünf-Finger-Methode könnt ihr über verschiedene Aspekte des Textes sprechen: 

  • Daumen: Was findest du gut? Was gefällt dir an der Geschichte? 
  • Zeigefinger: Was fällt dir an der Geschichte besonders auf? 
  • Mittelfinger: Was findest du doof oder komisch? Was verstehst du nicht? 
  • Ringfinger: Welche Versprechen tauchen in der Geschichte auf? 
  • Kleiner Finger: Was kommt dir zu kurz? Was fehlt dir in der Geschichte? 

Überlegt anschließend, was ihr aus der Geschichte lernen könnt. Jedes Kind kann dazu einen eigenen Satz formulieren. Reihum darf jedes Kind seinen Satz sagen. Dabei ist es nicht schlimm, wenn die Kinder ganz unterschiedliche Erkenntnisse aus der Geschichte mitnehmen. 

Der Text gelebt  

Wiederholung  

Aus Papier werden einige Steine ausgeschnitten oder echte Steine vorbereitet. Auf jeden Stein wird ein Begriff aus der Geschichte geschrieben. Z.B. Flucht, Traum, Engel, Gott, Versprechen, Öl, … 

Die Kinder sortieren die Steine in die richtige Reihenfolge und erzählen abwechselnd, was sie zu den einzelnen Stichworten wissen. 

Gespräch  
  • Was glaubt ihr, wie sich Jakob gefühlt hat, als er auf der Flucht vor Esau war? 
  • Was musste er zuhause alles zurücklassen? 
  • Habt ihr schonmal eine Situation erlebt, in der es euch ähnlich ging wie Jakob?  
  • Gibt es etwas, das euch jetzt gerade Angst und Sorgen macht oder wo ihr euch alleine fühlt? 
  • Was glaubt ihr, wie ging es Jakob nach dem Traum und dem Versprechen, das Gott ihm gegeben hat? 

Gott hat Jakob versprochen immer bei ihm zu sein, ganz egal was auch passiert und egal wo er hingeht. Das gilt auch für uns. Ganz egal welche schwierige Situation wir erleben, ob wir Angst haben oder uns alleine fühlen, Gott verspricht, dass er bei uns ist und für uns sorgt. Sogar dann, wenn wir ihn mal ganz vergessen, wenn wir gar nicht damit rechnen, dass er bei uns ist oder wenn wir ihn selber noch gar nicht so gut kennen.  

Merkvers  

„Siehe, ich bin bei dir und behüte dich überall, wohin du auch gehst.“ 1. Mose 28,15 (Basis Bibel) 

Aus grauem Tonkarton werden Steine ausgeschnitten. Die Kinder schreiben den Merkvers auf die Steine und gestalten ihn wie sie möchten.   

Gebet  

Die Kinder überlegen, welche Situation ihnen Angst machen, wo sie sich gerade einsam oder hilflos fühlen oder einfach Sorgen machen. Diese Situation können sie auf die Rückseite des Steins aus dem „Merkvers“ schreiben. 

Dann legen alle Kinder ihren Stein mit der Angst-Seite nach oben vor sich auf den Boden. Sie können laut oder leise für ihre Situation beten und anschließend den Stein auf die Merkvers-Seite drehen. Wenn alle Kinder fertig gebetet haben und alle Steine auf die Merkvers-Seite gedreht wurden, kann zum Abschluss des Gebets der Vers gemeinsam gesprochen werden.  

Anschließend können die Kinder den Stein mit nach Hause nehmen, um sich immer wieder daran zu erinnern, dass Gott auch in diesen Situationen bei ihnen ist.  

Kreatives  

Material: Flache Steine, Stabiles Papier, Heißkleber, Stifte, evtl. Bilderrahmen. 

Die flachen Steine werden mit Heißkleber auf das Papier geklebt und durch Striche z.B. zu Männchen oder anderen Formen vervollständigt. Wer möchte kann auch den Merkvers auf das Bild malen.  

Beispiele und Ideen findet man im Internet unter dem Stichwort „Steinbilder“: https://www.bing.com/images/search?q=Steinbilder&form=HDRSC4&first=1 

Spielerisches  

Reise nach Haran: Für jedes Kind liegt im Raum verteilt ein Stein. Während Musik abgespielt wird, bewegen sich die Kinder durch den Raum. Dabei kann für jede Runde eine neue Bewegung ausgemacht werden (hüpfend, auf einem Bein, rückwärts, mir ausgebreiteten Armen, …). Sobald die Musik stoppt, stellt sich jedes Kind zu einem Stein. Nach einer Proberunde wird ein Stein weggenommen. Ab jetzt scheidet immer das Kind aus, das keinen Stein mehr erwischt.  

(T)Extras  

Lieder 
  • Von oben, von unten (Gerhard Schnitter) 
  • Felsenfest und stark (Daniel Kallauch) 
  • Sei mutig und stark (Mike Müllerbauer) 
  • Gott ist stärker (Daniel Kallauch) 
Spiele 

Ideen für weitere Spiele mit Steinen: 

  • Steinboccia: Ein kleiner, markierter Stein wird geworfen. Anschließend versucht jedes Kind seinen Stein möglichst nahe an den markierten Stein zu werfen. 
  • Steintürme: Versucht, so viele Steine wie möglich aufeinanderzustapeln. Wer schafft den höchsten Turm? 
  • Steinkunst: Auf dem Hof oder einer Wiese ein großes Bild aus Steinen legen
  • Steintransport: Ein Stein wird auf einem Löffel durch einen Parcours transportiert und darf dabei nicht herunterfallen.  

Das Ziel 

Starter  

Der Segen von Gott ist etwas Wertvolles. 

Checker  

Gott will uns mit seinem Segen begleiten. Du kannst ihm vertrauen, denn er hat einen Plan. 

Der Text an sich  

Unser Text beschreibt das Erbe Isaaks. Abraham, der Vater Isaaks, hat einst einen Bund mit Gott geschlossen, dass sein Volk so zahlreich werden würde, wie es Sterne am Himmel gibt. Zunächst konnten Isaak und seine Frau Rebekka keine Kinder bekommen. Doch Gott hörte ihr Gebet und sie bekamen Zwillinge. Schon im Mutterleib traten sich die Geschwister gegenseitig und Rebekka bekam von Gott gesagt, dass die Nachkommen des Älteren einmal denen des Jüngeren dienen werden. Esau, der Ältere, wird Jäger und ist der Liebling des Vaters. Jakob, der Ruhigere, wird Hirte und ist der Liebling der Mutter. Da Esau der Ältere war, hatte er das Vorrecht, der Nachfolger des Vaters und somit der Haupterbe zu werden. 

Eines Tages kochte Jakob ein Linsengericht. Als Esau von der Jagd kam, hatte er solch einen Hunger, dass er Jakob um etwas von seinem Linsengericht bat. Jakob forderte als Gegenleistung die Übertragung des Erstgeburtsrechts auf ihn. Da Esau das Erstgeburtsrecht gleichgültig war, übertrug er es ihm und konnte sich so satt essen. 

Issak wurde alt und ihm wurde bewusst, dass er nicht mehr lange leben würde. So bat er seinen Erstgeborenen Sohn Esau, ihm ein leckeres Essen zuzubereiten, um dann den Familiensegen an ihn weiterzugeben. Isaak wollte sich stärken, um dann den Segen mit ganzer Kraft weiterzugeben. Esau machte sich auf die Jagd, um ein besonders schönes Wild für seinen Vater zu erlegen. 

Rebekka hatte das Gespräch mitgehört und wollte verhindern, dass der Familiensegen an Esau weitergegeben wird. Sie bevorzugte dafür ihren Lieblingssohn Jakob. Der Familiensegen war deshalb so wichtig, weil mit ihm die Bitte an Gott um Kraft, Leben und Wohlergehen verbunden waren. Sie bat darum Jakob zu sich, um ihn an Esaus Stelle zum Vater zu schicken. Damit der fast blinde Isaak den Betrug nicht merkt, bereitet sie ihrem Mann ein Festmahl zu, wie er es gerne hatte. Dafür schlachtet Jakob ein Ziegenböckchen aus seiner Herde. Jakob war von dem Plan seiner Mutter aber nicht völlig überzeugt und befürchtet, verflucht zu werden. Durch einen Fluch sollte das Wohlergehen und die Lebenskraft des Verfluchten gemindert werden. Seine Mutter beruhigt ihn aber und sagt, der Fluch solle dann auf sie übergehen. Da Esau behaart war, band Rebekka Jakob Fellreste vom Ziegenböckchen um Hals und Handgelenke und zog ihm Esaus Festgewand an, damit Issak auch durch den Geruch getäuscht wurde. 

So macht sich Jakob auf in Isaaks Zelt. Damals lebte man in Zelten, um weiterziehen zu können, um immer frisches Weideland zu haben. Und der Vater war von Anfang an misstrauisch: Wie konnte Esau nur so schnell ein Wild erlegt haben und auch die Stimme war nicht die von Esau? Jakob begründete es damit, dass der Herr ihm das Wild schnell über den Weg hat laufen lassen. Nachdem Issak sich das Festgericht hat schmecken lassen, fragt er noch einmal, ob auch wirklich Esau vor ihm steht. Jakob log ihn an und die Felle und der Geruch des Festgewands überzeugten Isaak und so segnete er Jakob anstelle von Esau. Der Segen hat Jakob mit fruchtbarem Boden, Korn und Wein im Überfluss und der Herrschaft über andere Nationen reich beschenkt. 

Nachdem Jakob das Zelt wieder verlassen hatte, kam Esau von der Jagd zurück und bereitete seinem Vater ebenfalls ein Festmahl zu. Als dieser das Zelt betrat und ebenfalls um den Segen bat, war Isaak außer sich, er zitterte am ganzen Körper, als ihm bewusst wurde, dass er gerade getäuscht worden war. Esau war sofort klar, dass Jakob ihn nicht nur um sein Erstgeburtsrecht, sondern nun auch um den Familiensegen des Vaters gebracht hatte. Verzweifelt bat er den Vater, ihn auch zu segnen. Doch Isaak konnte diesen Segen nur einmal vergeben. Durch den Segen würden Esau und seine Nachkommen, Jakob und seinem Volk immer dienen müssen. 

Daraufhin hasste Esau seinen Bruder und wollte ihn, sobald der Vater gestorben war, umbringen. Um das zu verhindern, schickte Rebekka Jakob zu ihrem Bruder Laban nach Haran, das liegt in der heutigen Türkei, bis Esau sich wieder beruhigt hatte. 

Der Text für mich 

Geht es uns nicht auch manchmal so wie Jakob damals? Wir sind von etwas überzeugt und wollen Gott dann etwas auf die Sprünge helfen. Wir fangen dann an zu handeln, auch wenn dieser Weg vielleicht gar nicht für uns vorgesehen ist. Interessant dabei: Gott hat alles in seiner Hand und schreibt auch mit fehlbaren Menschen seine Geschichte. Gott hatte von Anfang an den Plan, dass sein Segen an Jakob weitergegeben wird und nicht an Esau. Hätte Jakob doch nur auf Gott vertraut, dann wäre der Betrug wahrscheinlich gar nicht notwendig gewesen. Letztendlich erfüllt sich Gottes Vorhersage durch eine List. Manchmal führt Gott uns auf sehr ungewöhnlichen Wegen zum Ziel. Aber wir dürfen auf ihn vertrauen, dass er weiß, was das Beste für uns ist. Dabei geht es hier um etwas, das uns anfangs völlig unwichtig erscheint. Einen Segen, einen Spruch, der etwas in der Zukunft beschreibt. Dabei ist der Segen alles andere als unwichtig. Segen bedeutet für uns, dass Gott sich uns zuwendet und beisteht in allen Lebenslagen.  

Der Text für dich 

Kinder können mit dem Begriff Segen meist gar nicht so viel anfangen. Es ist eigentlich nichts weiter als ein Spruch, den sie vielleicht schonmal im Gottesdienst gehört haben oder von ihrer Taufe kennen. Die Geschichte von Jakob zeigt uns, wie wichtig jemandem ein Segen sein kann, dass er sogar bereit ist, dafür zu betrügen. Den Kindern kann anhand der Geschichte bewusstwerden, dass der Segen mehr ist als lose Worte. Der Segen Gottes soll sie begleiten in allen ihren Lebenslagen, ob Schule oder Freizeit. 

Der Text erlebt  

Hinführung 

Idee 1: Geschichte 

Max war ungefähr so alt wie ihr und jeden Sommer kurz vor den Ferien wurden bei ihm an der Grundschule die Königsspiele veranstaltet. Ziel war es dabei, nach allen Spielen der Beste zu sein und dann zum König ernannt zu werden. Dann durfte man beim anschließenden Umzug durch das Dorf auf dem Königswagen mitfahren und man durfte sich bei der Siegerehrung den besten Preis aussuchen. Bei einem der Spiele ist dann folgendes passiert: es mussten Bälle auf eine Wand mit Löchern geworfen werden. Die Löcher waren unterschiedlich groß und das kleinste Loch gab die meisten Punkte. Ein Klassenkamerad von Max, der vor ihm dran war, hatte ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Seine Bälle lagen noch in dem Netz, dass hinter den Löchern die Bälle auffing. Nun war Max an der Reihe. Die Lehrerin hatte die Netze noch nicht wieder gelehrt. Da kam Max eine Idee. Um die Lehrerin abzulenken, tat er so, als hätte er einen Hustenanfall. Die Lehrerin war so besorgt, dass sie die Bälle im Netz tatsächlich vergessen hatte, als es Max wieder besser ging. Auch niemandem sonst war das aufgefallen. Max warf seine Bälle und bekam nicht nur seine Punkte, sondern auch die seines Vorgängers. Am Ende wurde er sogar König und durfte sich den besten Preis aussuchen. Findet ihr das gerecht?   

Erzählt den Kindern die Geschichte von Max oder tauscht sie gegen ein persönliches Erlebnis aus eurem Leben aus.  

Idee 2: Das Spiel Schummellieschen 

Bei diesem Spiel geht es darum möglichst viel zu schummeln, um zu gewinnen. Hierfür ist nur ein normales Skat- oder Romméeblatt notwendig, die Anzahl der Spieler kann beliebig gewählt werden. 

Spielregeln findet man im Internet: https://kindergeburtstag-spiele.de/das-kartenspiel-schummel-lieschen/ 

Verkündigung  

Verkündigungsart: Anspiel 

Die Geschichte wird in drei Abschnitten erzählt. In der Pause kann ein Lied gesungen oder etwas gespielt werden. Da Jakob und Esau nie gemeinsam in einem Abschnitt vorkommen, können sie auch von derselben Person gespielt werden. 

Theaterstück: 

Personen: Jakob (J), Esau (E), Isaak (I), Rebekka (R) 

R: Jakob, mein Liebling, komm schnell zu mir. Es ist wichtig.  

J: Natürlich Mama, was ist denn los? 

R: Wir müssen unbedingt etwas unternehmen. Ich habe gerade ein Gespräch zwischen deinem Bruder Esau mit deinem Vater belauscht. 

J: Aber die unterhalten sich doch ständig, was kann da so wichtig sein? 

R: Du weißt doch, dass dein Vater alt geworden ist und nicht mehr lange leben wird. Deshalb möchte er deinen Bruder Esau segnen. 

J: Na und, was ist da schon dabei? Es ist doch nur ein Segen. 

R: Oh nein. Vielleicht klingt es unwichtig, aber mit diesem Segen ist viel mehr verbunden als du denkst. Dieser Segen von Gott wird vom Vater an den Sohn weitergegeben und macht ihn zum Familienoberhaupt. Derjenige von euch, der gesegnet wird, wird über den anderen herrschen und der andere wird sein Diener sein.  

J: Und was soll ich deiner Meinung nach jetzt machen? Esau ist der Ältere von uns und deshalb steht ihm der Segen zu. 

R: Nein, ich möchte, dass du diesen Segen bekommst. Und ich habe auch schon einen Plan. Dein Vater hat Esau auf die Jagd geschickt. Er soll ihm ein Stück Wild zubereiten, so wie er es immer gerne isst. Aber wir werden ihm zuvorkommen. Deshalb musst du schnell losgehen und zwei kleine Ziegenböckchen aus unserer Herde holen.  

J: Aber was soll dann passieren? Papa hat doch Esau zu sich gebeten. 

R: Du weißt doch, dass dein Vater fast blind ist. Ich werde ihm ein Festmahl zubereiten, wie er es gerne hat und dann gehst du an Esaus Stelle zu ihm. 

J: Aber das ist doch Betrug. Papa wird es sofort bemerken und dann wird er mich verfluchen, anstatt mich zu segnen.  

R: Wenn das passiert, dann nehme ich alle Schuld auf mich und der Fluch soll mich treffen, aber vertrau mir. Das wird funktionieren. 

J: Aber Mama, schau mich doch an. Esaus Haut ist doch voller Haare und meine ist ganz glatt. Papa wird es merken, sobald er meine Hand berührt.  

R: Auch dafür habe ich schon eine Lösung. Wir nehmen etwas Fell von den Ziegenböckchen und binden es dir um Hals und Handgelenke. Dann fühlt es sich an wie Esaus Hände. 

J: Ich weiß nicht so recht. Was denkst du wird Esau tun, wenn er von diesem Betrug erfährt? Erinnerst du dich noch an die Sache mit dem Linsengericht, als er so hungrig war? Im Tausch gegen das Essen habe ich ihm damals schon sein Erstgeburtsrecht abgenommen.  

R: Ich weiß, dein Zwillingsbruder ist ganz schön leichtsinnig. Weil er als erstes geboren ist, hätte er den größeren Teil vom Erbe deines Vaters bekommen. Aber das war ihm anscheinend nicht so wichtig.   

J: Ja, aber glücklich ist er darüber trotzdem nicht. Wenn er erfährt, dass ich ihm auch noch den Segen gestohlen habe, dann wird er mich verprügeln oder will mich sogar umbringen. 

R: Mach dir darum keine Sorgen, Jakob. Wenn es so weit kommen sollte, dann werde ich dafür sorgen, dass du fliehen kannst. Bei meinem Bruder Laban kannst du eine Weile untertauchen, bis Esaus Zorn sich gelegt hat. 

J: Ich weiß nicht, Mama, ob das so eine gute Idee ist. 

R: Vertrau mir und jetzt geh und hole die Ziegenböckchen, damit ich das Essen für deinen Vater kochen kann.  

Pause 

J: Mama überlässt wirklich nichts dem Zufall. Sie hat mir sogar Esaus bestes Festgewand gegeben, damit ich so rieche wie er.  

Jakob kommt mit etwas Essen und einem Kelch in einem Festgewand zu seinem Vater Isaak, der auf einer Liege liegt. Um seinen Hals und Handgelenke hat er Felle gebunden. 

J: Hallo Papa, hier bin ich wieder und ich habe ein leckeres Essen für dich mitgebracht. 

I: Ich kann dich nicht sehen, welcher von meinen Söhnen bist du? 

J: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn. Papa, ich habe ein Wildtier für dich erlegt. Genau wie du es dir gewünscht hast. Setze dich auf und iss das leckere Essen. 

I: Aber wie konntest du so schnell etwas für mich jagen? 

J: Der Herr, dein Gott, hat mir dieses Wild über den Weg laufen lassen. 

I: Komm her, mein Junge, ich will fühlen, ob du wirklich mein Sohn Esau bist. 

Jakob setzt sich zu Isaak ans Bett. Isaak fühlt an den Fellen an Hals und Händen. 

I: Deine Stimme klingt wie die von Jakob, aber deine Haut fühlt sich an wie Esau. Bist du auch wirklich mein Sohn Esau? 

J: Ja, Vater. Ich bin es, dein Sohn Esau. 

I: Dann gib mir jetzt von deinem Essen. 

Jakob reicht Isaak Speise und Kelch. 

I: Lecker, mein Junge. Danke für dieses wundervolle Mahl. Ich will dich jetzt segnen. Komm her zu mir, mein Sohn. 

Jakob beugt sich zu Isaak. 

I: Du duftest wie mein Sohn Esau. Jetzt bin ich sicher, du bist wirklich mein Erstgeborener. 

Isaak legt Jakob die Hände auf. 

I: „Gott gebe dir Tau vom Himmel und mache deine Felder fruchtbar, damit sie Korn und Wein in Fülle tragen! Nationen sollen sich vor dir verneigen und Völker sollen deine Diener werden. Du wirst der Herrscher deiner Brüder sein, sie müssen sich in Ehrfurcht vor dir beugen. Wer dich verflucht, den soll das Unglück treffen, doch wer dir wohlwill, soll gesegnet sein!“ 

Der Segen kann auch abgelesen werden. 1 Mose 27, 28 – 29 (Die Gute Nachricht) 

J: Danke, Vater. 

Pause 

Esau kommt mit Essen und Kelch zu seinem Vater ans Bett. 

E: Hallo, Papa. Ich habe alles genau so gemacht, wie du es dir gewünscht hast. Ich war auf der Jagd und habe ein schönes Wild für dich erlegt. Komm iss und trink, was ich für dich gekocht habe. 

I ruft erschrocken: Wer bist du? 

E: Ich bin Esau, dein Erstgeborener Sohn. Wer denn sonst? 

I zittert und fragt: Und wer war denn der, der eben bei mir war? Ich habe von seinem Essen gegessen und ihm meinen Segen gegeben.  

E schreit auf: Das kann nur Jakob gewesen sein! Wie kann er mir das nur antun? Bitte Vater segne auch mich. 

I: Es tut mir leid, Esau. Ich kann meinen Segen nicht zurücknehmen. Mit List hat dich dein Bruder um deinen Segen gebracht. 

E: Erst hat Jakob mir das Erstgeburtsrecht und jetzt auch noch den Segen genommen. Vater, hast du nicht auch noch einen Segen für mich? 

I: Ich habe Jakob zum Herrscher über dich gemacht. Alle seine Brüder müssen ihm dienen. Mit Korn und Wein habe ich ihn reich gesegnet, was bleibt da noch für dich übrig? 

E: Aber Papa, was soll ich jetzt nur machen? 

I: Du hast keine andere Wahl. Du musst dich deinem Schicksal ergeben. 

E: Das kann nicht sein! …Na warte, wenn ich Jakob erwische, werde ich ihn mir vorknöpfen. 

Die andere Idee 

Die Geschichte mit Hilfe von Bildern erzählen. Passende Bilder findet man hier:  

https://www.freebibleimages.org/illustrations/rg-jacob-isaac

Jakob betrügt Isaak: 1 Mose 27 

  • Bild 1: Isaak ruft Esau zu sich 
  • Bild 2: Esau als Jäger 
  • Bild 3: Isaak bittet Esau um ein Stück Wild 
  • Bild 4: Rebekka hat das Gespräch belauscht 
  • Bild 5: Rebekka hat einen Plan 
  • Bild 6: Rebekka überzeugt Jakob von ihrem Plan 
  • Bild 7: Rebekka verkleidet Jakob als Esau 
  • Bild 8: Jakob gibt sich vor Isaak als Esau aus 
  • Bild 9: Isaak segnet Jakob 
  • Bild 10: Der Segen 
  • Bild 11: Esau erlegt ein Wild 
  • Bild 12: Esau bringt seinem Vater das Wild 
  • Bild 13: Isaak ist erstaunt, dass zum zweiten Mal ein Sohn zu ihm kommt. 
  • Bild 14: Esau vor Schmerz über den geklauten Segen 
  • Bild 15: Isaak tröstet Esau 
  • Bild 16: Esau möchte Jakob umbringen 
  • Bild 17: Jakob muss fliehen  

Der Text gelebt 

Wiederholung und Gespräch 

Fragen zur Wiederholung: 

  • Was forderte Jakob von seinem Bruder für das Linsengericht? 
  • Wie haben Rebekka und Jakob Isaak getäuscht? 
  • Warum war Jakob der Segen seines Vaters so wichtig? 
  • Warum musste Jakob zu seinem Onkel fliehen? 

Folgende Fragen helfen, über die Geschichte ins Gespräch zu kommen: 

  • Hab ihr auch schon einmal so geschummelt wie Jakob? 
  • Wurdet ihr schon einmal gesegnet? 
  • Was meint ihr, hat der Segen Gottes für eine Bedeutung? 

Schlussimpuls: Der Segen Gottes ist etwas Besonderes und Wertvolles. Gott möchte uns auch heute noch segnen und uns auf unserem Weg begleiten. Deshalb sprechen wir uns den Segen z.B. im Gottesdienst den Segen Gottes zu.  

Jakob hat erkannt, wie wertvoll dieser Segen von Gott ist, aber trotzdem war es nicht richtig, wie er sich verhalten hat.  

Merkvers 

Der Herr möge euch reich beschenken und euch beschützen! 

Freundlich blicke er euch an und wende euch seine Liebe zu! 

Er sei euch nahe und schenke euch Glück und Frieden! 4.Mose 6, 24 – 27 

(wird als Segen verwendet – siehe Gebet

Gebet  

Die Kinder sitzen im Kreis und fassen sich an den Händen. Jedes Kind darf sagen, was es sich von Gott wünscht. Ein Mitarbeitender spricht zum Abschluss den Merkvers als Segen. 

Spielerisches  

Mister X: Das Spiel ist angelehnt an das Gesellschaftsspiel Mister X. Es wird vorher festgelegt, in welchem Teil des Ortes/der Stadt das Spiel stattfindet. Ein Mitarbeitender oder eine fremde Person ist Mister X und bewegt sich durch das Gebiet. Die Kinder werden in Gruppen eingeteilt und haben die Aufgabe, Mister X zu finden. Per Whatsapp, SMS, Anruf oder ähnliches erhalten die Teams in Abständen von 10 -15 Minuten einen Tipp, wo sich Mr X aufhält oder wie er aussieht. Die Gruppe, die Mister X zuerst findet, hat gewonnen. 

Rätselhaftes  

Kreuzworträtsel (siehe Downloadbereich) 

(T)Extras  

Lieder 
  • Vergiss es nie 
  • Gott segne dich 

Das Ziel 

Starter  

Gott ist nichts unmöglich. Wenn ich zu ihm gehöre, setzt er sich voll und ganz für mich ein. Darum kann ich cool bleiben. 

Checker  

Wenn ich Gott vertraue, beschenkt er mich mit seinem Segen. Ich kann cool sein, weil ER auch Probleme am Ende zum Guten wendet.  

Der Text an sich 

„Isaak säte“ – hier handelt es sich um einen ganz krassen Glaubensschritt. Um das zu verstehen, muss man wissen, was bis dahin geschah: Es herrscht Hungersnot. Deshalb zieht Isaak um. Sein Ziel ist Ägypten, wo es genug zu essen gibt. Er landet in Gerar im Süden von Kanaan, wo der Philisterkönig Abimelech herrscht. Interessant, dass sich hier die Familiengeschichte zu wiederholen scheint (vgl. Kapitel 20). Eigentlich will Isaak weiterziehen, doch Gott erscheint ihm und wiederholt alle Versprechen, die er seinem Vater Abraham gegeben hatte (Beistand, Land und unzählige Nachkommen). Gott bestätigt, dass das alles weiterhin Gültigkeit hat. Gott sagt seine Gegenwart und seinen Segen zu. Doch er verlangt, dass Isaak ihm voll und ganz vertraut und gehorcht. Als Beweis soll Isaak nicht nach Ägypten ziehen und inmitten der Dürre bleiben. Eine Zumutung? Isaak tut, was Gott sagt, bleibt und sät – inmitten von Trockenheit, Hitze und Dürre. Warum? Weil er Gottes Versprechen glaubt. Dies wird belohnt. Überall vertrocknen die Felder. Nur bei Isaak wächst und gedeiht alles überdimensional. Kein Wunder, dass dies zu Neid und Hass führt. So wird Isaak angefeindet, vertrieben und beraubt. Absolut unfair. 

Das Bewundernswerte an Isaak ist, dass er freiwillig nachgibt. Er gibt Abimelech nach und zieht ins Tal, er gibt bei den Hirten nach und überlässt ihnen zwei Brunnen und er ist friedfertig als Abimelech kommt, um einen Bund zu schließen. Es ist erstaunlich, dass er hier nicht auf sein Recht pocht. Er kann nachgeben, weil er sich sicher ist, dass Gott auf seiner Seite ist und ihn nicht zu kurz kommen lässt. Das bestärkt Gott nochmals in Beerscheba (beer: Brunnen, scheba: Schwur) in Wort und Tat (Wasserfund).  

Wasser spielt in dieser Region eine zentrale Rolle. Brunnen, die die Wasserversorgung gewährleisteten, waren sehr wichtig. Diese zu graben, war eine harte Arbeit. Man musste die Schächte mit einfachem Werkzeug so tief ausheben, bis man idealerweise auf eine Quelle oder Grundwasser stieß. Nur wer Zugang zum Brunnen hatte, konnte überleben und Tierherden haben (Reichtum). Deshalb gab es Streit und Krieg wegen Brunnen. Issak, der erfolgreiche „Brunnenentdecker“, war damit ein mächtiger und reicher Mann in der Gegend. Und durch den Segen, mit dem Gott Isaak überschüttet, erkennen selbst Nichtgläubige (Abimelech) wie großartig und mächtig der Gott Isaaks ist. 

Übrigens wurde der Brunnen von Beerscheba für Hagar, Abraham, Isaak, Jakob und Elia ein Ort der Gottesbegegnung.  

Der Text für mich  

Isaaks tiefes Vertrauen zu Gott ist wirklich beeindruckend. Man muss ja bedenken: als Kind war er Mobbingopfer, als Teenager wurde er fast geopfert, als junger Erwachsener verlor er seine geliebte Mutter – er hat so einiges Negatives erlebt. Doch anstatt sich enttäuscht von Gott abzuwenden, nimmt er SEINE Worte ernst. Er lässt seine Sicherheiten los und macht sich voll und ganz von Gottes Versorgung abhängig. Wäre ich dazu bereit? Gott liebt es, seine Kinder in der Wüste zu versorgen. Dass das funktioniert, erlebt man aber erst, wenn man sich auf diesen Weg einlässt.  

Auch mit den Kindern in unseren Gruppen ist es manchmal, als ob man durch die Wüste geht. Es scheint nichts zu wachsen und am liebsten würde man als Leitender (L) aufgeben und weiterziehen. Doch Gott kann wirklich Unglaubliches wahr machen! Wenn wir sein Wort in die Herzen der Kinder säen, wird ER es segnen und dafür sorgen, dass hundertfältige Frucht heranwächst. Darauf können wir vertrauen. 

Der Text für dich  

„Du hast was, was ich nicht hab!“ Neid und Streit kennen Kinder schon von klein auf. Dabei sind sie manchmal Täter und manchmal Opfer. Die Frage ist nur: Wie verhalte ich mich in so einer Situation richtig? In diesem Text lenken wir den Fokus bewusst auf die Seite des Beneideten (Isaak). Entgegen dem, was unsere Gesellschaft beibringt, lebt Isaak vor, zu was uns Römer 12,17f auffordert: „Vergeltet Böses nicht mit Bösem. Habt anderen Menschen gegenüber nur Gutes im Sinn. Lebt mit allen Menschen in Frieden – soweit das möglich ist und es an euch liegt.“ Die Kraft und Größe so zu handeln, entspringt bei Isaak aus der Gewissheit, dass Gott auf seiner Seite ist und er deshalb nichts zu befürchten hat. Dafür wird er reichlich „entschädigt“ bzw. belohnt. Obwohl Isaak verzichtet, kommt er nicht zu kurz. Das ist sehr ermutigend zu sehen. Wir können cool bleiben, weil Gott uns versorgt und segnet.  

Der Text erlebt  

Hinführung 

Idee 1: Black Story 

L sagt: „Ein Mann sät – alle anderen lachen ihn aus. Danach ist der Mann in Lebensgefahr. Was ist passiert?“ 

Teilnehmende (TN) müssen gemeinsam die Antwort erfragen. L darf nur mit JA oder NEIN antworten. Wenn die Antwort mit JA beantwortet wird, darf der fragende TN so lange weiter fragen, bis ein NEIN als Antwort kommt. Dann ist der nächste TN dran.  

Lösung: Der Mann (Isaak) sät auf einem ausgetrockneten Acker. Alle lachen ihn aus, weil sie denken, da wächst so oder so nichts. Danach bringt die Saat aber so viel Frucht, dass die anderen super neidisch werden und ihn am liebsten umbringen würden. 

Überleitung: Sehr schlau! Diese Story ist übrigens echt passiert. Das war nämlich so: 

Idee 2: Kleines Anspiel:  

L geht zu einem Mitarbeitenden (MA) und behauptet: „Das ist mein Stuhl. Geh sofort runter!“ Der MA gibt nicht nach und es kommt zu einem gespielten Streit-Eskalation.  

Überleitung: Kennt ihr so eine Situation? Das ist echt uncool gelaufen. Aber man kann auch cool streiten – wie das geht, verrate ich euch heute.  

Verkündigung  

Material: 2 Blumentöpfe, Gurke, Karton, Stab, Gießkanne, Figur 

Bevor ich euch mehr verrate, habe ich eine Frage an euch: 

(L zeigt TN zwei Blumentöpfe mit trockener Erde – einer ist normal und einer präpariert (siehe Downloadbereich). Was passiert, wenn wir hier Samenkörner einsäen? TN antworten. 

Ihr kennt euch gut aus! Damit ein Samenkorn aufgeht, braucht es nicht nur Erde und Luft und Sonne, sondern auch Wasser.  

Das wusste auch Isaak. Er war ein Nomade, der mit seiner Familie in Zelten lebte und immer auf der Suche nach guten Weideplätzen für seine Viehherden war. Nun hatte es schon seit Monaten nicht mehr geregnet. Alles war vertrocknet. Kein Wasser bedeutete den sicheren Tod für alle. Deshalb machte er sich auf den Weg nach Ägypten, wo es durch den Nil immer genug Wasser und Essen gab.  

Aber als er unterwegs in Gerar ankam, erschien ihm Gott. Der forderte Isaak heraus. Denn er sagte: „Isaak, ich bin bei dir und versorge dich. Ich sorge dafür, dass deine Familie unzählbar groß wird und ihr dieses Land bekommen werdet. Aber dafür möchte ich, dass du hier bleibst.“  

Was hättest du gemacht?  

  1. Trotzdem nach Ägypten ziehen, wo es 100% Wasser und Essen gibt. 
  1. Trotz Hungersnot in Gerar bleiben und darauf vertrauen, dass Gott dich irgendwie versorgt. 

Wer sich für Antwort 1 entscheidet, zeigt einen Finger. Wer für Antwort 2 ist, zeigt 2 Finger.  

Isaak blieb und säte (Samenkörner in beide Blumentöpfe einsäen). Das war ne richtig krasse Sache! Inmitten der Dürre, obwohl klar war, dass da nichts wachsen wird. War das dumm? Nein. Er zeigte auf diese Weise, dass er 100% auf Gottes Hilfe vertraut. Und dann passierte es… 

Während auf den Feldern der Philister (Gerar war Gebiet der Philister) nichts wuchs, ging bei Isaak auf den Feldern die Post ab. Die Pflanzen wuchsen und wuchsen und wuchsen. (aus präpariertem Blumentopf Pflanze wachsen lassen, indem man Stab nach oben drückt). Gott belohnte, dass Isaak ihm glaubte und segnete ihn. Segen bedeutet so viel wie: Gott überschüttet einen Menschen mit all dem Guten, was er hat (zur Illustration kannst du mit einer Gießkanne Wasser über eine Figur gießen). Also genau so eine Situation, die hier Isaak erlebt.  

Bei Isaak wuchsen nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Viehherden, die Zahl der Angestellten und sein Reichtum. Gott gab ihm Rückenwind und schenkte, dass er Erfolg hatte.  

Was denkst du, wie haben wohl die Einwohner von Gerar reagiert? 

  1. Sie wurden neidisch und mobbten Isaak. (r) 
  1. Sie freuten sich, weil sie von Isaak Essen bekommen konnten. (f)  

Zeigt mit euren Fingern für welche Antwort ihr seid. Und zählt ab jetzt mit, wie viele Antworten ihr richtig habt. 

Die Philister sagten: „Dieser Ausländer hat mehr als wir!“ und gönnten ihm seinen Erfolg nicht. Sie schütteten alle Brunnen, die Isaaks Vater Abraham gegraben hatte, zu. Es eskalierte so sehr, dass Abimelech, der König der Philister, Isaak befahl wegzuziehen. Echt schlecht, was wir Menschen denken und tun, wenn wir neidisch sind. Da heißt es dann: „Der hat was, was ich gerne hätte, und darum nehme ich es ihm weg. Oder mach es kaputt. Oder sorge dafür, dass er auch keine Freude mehr hat.“ Das ist sehr uncool! 

Und was machte Isaak?  

  1. Er gab nach und verließ die Stadt. (r) 
  1. Er kämpfte für sein Bleiberecht. (f) 

Isaak bleibt cool und sagt sich: „Der Klügere gibt nach“. Er packt seinen Hausrat zusammen und zieht in das Tal von Gerar. Dort gräbt er erstmal Brunnen, damit er seine Familie, Angestellten und Tiere versorgen kann. Das war sehr viel Arbeit. Mit einfachen Werkzeugen musste man oft einige Meter tief graben, bis man hoffentlich auf Wasser stieß. Doch auch da merkte Isaak, dass Gott ihm half und ihn segnete. Nachdem er die verstopften Brunnen seines Vaters freigelegt hatte, stießen Isaaks Leute beim Brunnengraben auf Wasser. Die Freude war groß. Doch dann waren sie wieder da – die Neider. Die Hirten, die im Tal ihre Herden weideten, beanspruchten den Brunnen für sich. „Das ist unser Gebiet – darum gehört der Brunnen uns!“ 

Und was machte Isaak?  

  1. Er kämpft für sein Brunnenrecht. (f) 
  1. Er verzichtet auf den Streit und „verschenkt“ den Brunnen. (r) 

Isaak gibt nach und sucht weiter nach Wasser. Gott hilft und Isaaks Leute finden wieder einen Brunnen. Doch wieder gibt es Streit mit den neidischen Hirten.  

Und was macht Isaak?  

  1. Er kämpft für sein Brunnenrecht. (f) 
  1. Er verzichtet auf den Streit und „verschenkt“ den Brunnen. (r) 

Jetzt hat er schon auf zwei Brunnen verzichtet – doch er gibt nicht auf und lässt sich nicht entmutigen. Isaaks Leute graben weiter und Gott versorgt sie mit einem weiteren Brunnen.  

Und was geschieht?  

  1. Die Neider kommen und streiten um den Brunnen. (f) 
  1. Es gibt keinen Streit und der Brunnen gehört Isaak. (r) 

Gott versorgt Isaak mitten im trockenen Tal mit Wasser und macht ihn zu einem reichen, einflussreichen Mann. Doch dann kommt plötzlich der Philisterkönig Abimelech samt Heerführer und Begleiter zu Isaak.  

Was will er?  

  1. Er zettelt aus Neid Krieg an und will Isaaks Hab und Gut rauben. (f) 
  1. Er will mit Isaak ein Friedensabkommen schließen. (r) 

Abimelech will Isaak nicht zum Feind haben. Er hat nämlich erkannt, dass der allmächtige Gott hinter Isaak steht. Aus Angst, dass Isaak sich rächen könnte, will er einen Vertrag machen.  

Was machte Isaak? 

  1. Er verwöhnte seine Gäste und ging auf ihren Vorschlag ein. (r) 
  1. Er ließ sich nicht täuschen und verjagte die Philister. (f) 

Isaak stimmt dem Abkommen zu, friedlich miteinander umzugehen. Und als ob ihn Gott bestätigen möchte, finden Isaaks Knechte gleich nochmal einen Brunnen.  

Doch eine Frage habe ich noch:  

Warum kämpfte Isaak nicht für sein Recht? Warum konnte er so cool bleiben?  

  1. Er war ein Weichei und wollte Problemen aus dem Weg gehen. (f) 
  1. Er vertraute darauf, dass Gott ihm hilft und ihn versorgt. (r) 

Isaak war sich sicher, dass Gott an seiner Seite ist. Er erlebte, wie Gott ihn segnete und beschenkte. Und deshalb hatte er – im Gegensatz zu seinen Neidern – keine Angst zu kurz zu kommen. Er konnte ganz cool sagen: „Wenn Gott auf meiner Seite ist, habe ich nichts zu befürchten!“ Ist diese Rechnung aufgegangen? 

Isaak hat oft nachgegeben. Hat er nun weniger oder mehr als vorher? 

  1. Weniger (f) 
  1. Mehr (r) 

Ja, so ist unser Gott. Bei ihm geht man nicht leer aus. Genau darum können wir cool bleiben, anstatt mit anderen zu kämpfen. 

Die andere Idee 

Auf einer Tafel malt ihr eine Tabelle auf, auf der man eine „Vorteil, Nachteil -Aufstellung“ von Isaak sehen kann. Während des Erzählens werden Stichworte aufgeschrieben, was Isaak bekommen hat und was ihm genommen wurde. Ziel ist es zu sehen, dass Isaak trotz Nachgeben nicht zu kurz kommt, sondern reich beschenkt wird (Segen). 

Isaaks Leben: 

+ (gut) – (schlecht) 
ErnteHungersnot
 Viele TiereNeid
Viele Angestellte verstopfte Brunnen
reichStadt-Verweis
BrunnenStreit 
BrunnenBrunnen weg
BrunnenBrunnen weg
Brunnen
Frieden 
Gott steht auf seiner Seite
Gottes Segen

Liste kann man beliebig ergänzen – sicher fallen den TN noch weitere Punkte ein. 

Noch eine andere Idee 

Schauspiel – Gegenstandsandacht: die Geschichte wird anhand von Gegenständen erzählt bzw. gespielt.  

  1. Saatgut sähen  
  1. Gießkanne – etwas mit Wasser übergießen (Bild für Segen – Gott übergießt uns mit Gutem) 
  1. Wassermelonen-Ernte zeigen und ein Stück essen – TN sollen neidisch werden  
  1. Platzwechsel – gemeinsam raus gehen  
  1. Brunnen (Bild auf Karte vorher verstecken und TN suchen lassen)  
  1. Streit um Brunnenkarte – Karte abgeben  
  1. Platzwechsel und weitere Brunnenkarte suchen  
  1. Streit um Brunnenkarte – abgeben  
  1. Platzwechsel Brunnenkarte suchen  
  1. Friedens-Vertrag (unterschreiben) 
  1. Brunnenkarte suchen und finden – Freude 

Der Text gelebt  

Gespräch  
  1. Wie kann man beim Streiten echte Stärke zeigen? 
  1. Wie verhalte ich mich, wenn ich neidisch bin? Was mache ich dagegen, wenn andere auf mich neidisch sind? Was hilft, damit ich nicht neidisch werde? (DANK ist Medizin gegen Neid). 
  1. Hat man als Christ eigentlich eher Nachteile? Ist man da nicht immer der Blöde, wenn man nach dem lebt, was Gott sagt (z.B. Liebt eure Feinde; wehrt euch nicht gegen Menschen, die euch etwas Böses antun, sondern, wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halte ihm auch deine andere Backe hin! Matthäus 5,39) 
  1. Was passiert, wenn du jemandem Gottes Segen wünschst? Wie segnet uns Gott? 
Merkvers  

Wenn Gott für uns ist, wer kann sich dann noch gegen uns stellen? Römer 8,31 

(alternativ wären Psalm 118,6-7 oder Psalm 56,5 auch passend) 

Die TN werden in zwei Gruppen geteilt. Gruppe 1 beginnt und sagt „Wenn Gott für uns ist“, darauf antwortet Gruppe 2 etwas lauter „wer kann sich dann noch gegen uns stellen?“. Anschließend beginnt wieder Gruppe 1 und Gruppe 2 antwortet. Die Gruppen versuchen sich so lange in der Lautstärke zu überbieten, bis sie es nicht mehr lauter schaffen und evtl. ein wildes Gebrüll ausbricht.  

Gebet  

Brunnengebet: alle TN schreiben ihr Anliegen auf einen Zettel. Alle Zettel werden mit einer metallenen Büroklammer versehen und in einen Brunnen (Dose gestaltet wie ein Brunnen) geschmissen. Danach darf jeder TN mit einer Angel (Schnur mit Magnet unten dran) einen Zettel aus dem Brunnen holen und dafür beten. 

Kreatives  

Gebetsbrunnen: TN bekommen eine Konservendose oder einen stabilen Plastikbecher. Dieser wird wie ein Brunnen gestaltet. Es kann einen Dankesbrunnen, Sorgebrunnen oder einen (un)cool-Brunnen etc. geben.  

Entweder gestaltet man diese Brunnen für die Jungschargruppe in groß oder für die TN zum Mitnehmen in etwas kleiner. Die TN können dem Thema entsprechend Dinge aus ihrem Alltag auf Zettel schreiben und in die Brunnen reinwerfen. Diese können dann gelegentlich mit einer Angel herausgeholt und dafür gebetet werden. 

Segenstöpfe: Blumentöpfe bunt bemalen. Gemüse (Karotten, Spinat oder Salat) in Blumentöpfe einsäen. Gottes „Segen“ wachsen lassen. Um es zu beschleunigen könnte man auch Setzlinge oder Ableger einpflanzen.  

Spielerisches  

Brunnen erobern: Das Spiel kann im Haus oder draußen auf Gelände mit Versteckmöglichkeit gespielt werden. Zwei Gruppen bekommen ein Gebiet und jeweils vier Brunnen (Papierkreise – eine Seite schwarz, andere weiß) zugeteilt. Es ist gut, wenn zwischen den Gebieten eine kleine „neutrale Zone“ ist. 

Phase 1: Die Gruppen verstecken ihre Brunnen (sie müssen mit ihrer Farbe nach oben zeigend auf den Boden gelegt werden) irgendwo in ihrem Gebiet. 

Phase 2: Die Gruppen versuchen in das Gebiet der anderen vorzudringen. Dabei müssen sie aufpassen, dass sie nicht abgeklatscht werden. Sonst müssen in ihr Gebiet zurück, bevor sie erneut auf Brunnenjagd gehen. Ziel ist es die eigenen Brunnen zu verteidigen und alle vier Brunnen der Gegnergruppe möglichst schnell zu erobern, indem man den Brunnen im Gegner-Gebiet einfach umdreht (so dass die eigene Farbe oben ist). Die Brunnen dürfen nicht weggenommen werden. Sie bleiben liegen.  

Spielende: Entweder, wenn alle vier Brunnen im gegnerischen Feld erobert wurden oder, wenn die Zeit abgelaufen ist (da wird gezählt wie viele weiße /schwarze Brunnen es gibt). 

(T)Extras  

Lieder 
  • Stark, stärker, Jesus 
  • Du bist stark (Adlerlied) 
  • Rechts und Links (von BAAZZ) 

WAS FEIERN WIR AN WEIHNACHTEN, OSTERN UND PFINGSTEN? UND WAS IST MIT HIMMELFAHRT, ERNTEDANK UND DEM REFORMATIONSFEST?

Dieses Buch lädt ein, mit Kindern Feste rund um den Glauben und das Christentum zu entdecken und die Geschichten dahinter zu erfahren.
Doch es geht nicht nur um das Entdecken, sondern auch um das Erleben: Wie kann man mit Kindern diese Feste feiern und all die Geschichten lebendig werden lassen?
Hierfür gibt es in jedem Kapitel Ideen und fertige Module, die jede Menge Methoden und Aktionen zum Entdecken und Feiern liefern. Diese Module können je nach Gruppensituation und Möglichkeiten zusammengesetzt und verändert werden. Na, dann kann die Party ja steigen!


Für Eltern, Erzieher/innen, Lehrer/innen und Mitarbeitende, die Kinder ab sechs Jahren begleiten.

Inhaltsverzeichnis:

  • Advent
  • Weihnachten
  • Passionszeit
  • Ostern
  • Himmelfahrt
  • Pfingsten
  • Erntedank
  • Reformationstag
  • St. Martin
  • Buß- und Bettag
  • Ewigkeitssonntag

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