Der Sabbat – ein Tag zum Feiern!Der Sabbat – ein Tag zum Feiern!

Der Sabbat – ein Tag zum Feiern!

Andacht

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-45 Min. (Vorbereitung: 15-30 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: 5. Mose 5,12-5,15
5. Mose 5,12-5,15

12Du sollst den Sabbat einhalten!

Er soll ein heiliger Tag sein!

So hat es der Herr, dein Gott, dir befohlen.

13Sechs Tage in der Woche darfst du arbeiten

und alle deine Tätigkeiten verrichten.

14Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag.

Er gehört dem Herrn, deinem Gott.

An diesem Tag darfst du keine Arbeit tun:

weder du selbst noch dein Sohn oder deine Tochter,

dein Sklave oder deine Sklavin,

dein Rind oder dein Esel,

auch nicht dein Vieh oder der Fremde in deiner Stadt.

Dein Sklave und deine Sklavin

sollen genauso wie du ausruhen können.

15Denk daran:

Auch du warst einmal ein Sklave im Land Ägypten.

Aber der Herr, dein Gott,

hat dich von dort herausgeführt

mit starker Hand und machtvoll ausgestrecktem Arm.

Deshalb hat der Herr, dein Gott, dir befohlen,

den Sabbat als Ruhetag zu gestalten.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Andacht zum Sabbat als Ruhe- und Festtag. Der Hintergrund dieses besonderen Tages wird herausgearbeitet und in Bezug gesetzt zu unserem Sonntag als Feier- und Ruhetag.


Vorschau:

Es ist ein schöner Sonntag im September 2016. Ich bin für eine Woche in meinem geliebten England. Nach fünf Tagen Seminar in Scargill House in den Yorkshire Dales darf ich das Wochenende noch bei den Eltern eines Freundes, einem Pastorenehepaar in Rente, in York verbringen. Am Samstag fährt Chris mit mir nach Scarborough an die Küste und Sonntag gehen wir zu dritt in ihre Gemeinde, direkt neben dem York Minster. York hat wunderbare alte Gassen und so spazieren wir Damen anschließend noch durch die Shambles. Um uns wogen ein paar Touristenströme, im Gottesdienst wurde eine kleine „Elspeth“ (!) getauft, das Wetter ist schön – ich genieße jeden Moment dieses Wochenendes mit diesen liebevollen und wunderbar englischen Gastgebern. Es muss einfach kleines Andenken an diese Zeit her. Ich steuere also ein Lädchen an und versorge mich mit ein paar Postkarten und einem Pick im Union Jack-Style mit York-Schriftzug. Zurück bei Chris kann diese liebe Person dann doch ihre Identität als treue und hingebungsvolle Pastorenehefrau nicht verleugnen und sagt in einer Art, die ziemlich sicher einfach meiner Seele und deren Heil dienen soll: „Ich persönlich gehe ja an einem Sonntag nichts einkaufen …“

Diese kleine Begebenheit trägt viel in sich, was das Thema „Sonntagsruhe“ oder gar „Sabbat halten“ bis heute für mich eher mit einer gewissen Spannung verbunden sein lässt:

„Klar ist der Sonntag was Besonderes – aber ich gehe ja auch immer in den Gottesdienst (naja, vor Corona…)!“

„Okay, da steht in der Bibel was von nicht arbeiten – aber die Gesellschaft tickt inzwischen halt anders und Ärzte und so müssen ja auch sonntags arbeiten. Geht ja gar nicht mehr anders.“

„Schon richtig, da steht eine ziemlich klare Anweisung – aber das hat Jesus doch alles längst aufgehoben für uns! Es ist also ziemlich egal, was ich sonntags Schönes mache.“

„Du sollst den Sabbat einhalten! Er soll ein heiliger Tag sein! So hat es der HERR, dein Gott, dir befohlen. Sechs Tage in der Woche darfst du arbeiten und alle deine Tätigkeiten verrichten. Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag. Er gehört dem HERRN, deinem Gott. An diesem Tag darfst du keine Arbeit tun …“ (5. Mose 5,12 ff.)

Die jüdischen Gelehrten haben viele weitere Vorschriften ersonnen, um dieses Gebot zu schützen. Ein verkürztes Beispiel: Man darf am Sabbat keine Sachen außerhalb des Privatraums tragen. In der detaillierten Tora-Auslegung gibt es aber auch Ausnahmen dazu, etwa, dass das Tragen innerhalb des Eruvs, des eingezäunten Wohngebiets, erlaubt ist. So finden sich heute z. B. in New York oder Wien (https://eruv.at/) Stadtgebiete, die von einem dünnen Draht umspannt werden. So können orthodoxe Jüdinnen und Juden hier beispielweise Kinderwägen schieben, ohne gegen das Sabbatgebot zu verstoßen.

...
  • Autor / Autorin: Katrin Boedecker
  • © Deutscher EC-Verband

Baustein kaufen