Was bedeutet Freiheit für einen Geflüchteten?Was bedeutet Freiheit für einen Geflüchteten?

Was bedeutet Freiheit für einen Geflüchteten?

Andacht

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 15-45 Min. (Vorbereitung: 10-30 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Evangelisation/ missionarisches Event, Events + Projekte, Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.

Erfahrungsbericht eines Geflüchteten zum Thema Freiheit – Wie hat er das erlebt? Wie würde er Freiheit definieren?


Vorschau:

Mein Name ist Daniel. Vor circa 6 Jahren lernte ich Jamil in meinem Volleyball-Verein kennen. Jamil wurde in Syrien geboren und verbrachte dort seine ganze Kindheit, bis er als Jugendlicher mit seiner Familie flüchten musste. Als wir uns kennenlernten, fiel es uns schwer uns zu verständigen, doch Jamil lernte schnell Deutsch. Von Monat zu Monat merkte ich, wie ich mich immer besser mit ihm unterhalten konnte. Inzwischen lebt er seit 6 Jahren in Deutschland, spricht fließend Deutsch und hat eine abgeschlossene Berufsausbildung. Er hat sich zum Christentum bekehrt und führt eine lebendige Beziehung mit Jesus. Seit ich nicht mehr im Volleyball-Verein bin, treffen wir uns immer mal wieder, um gemeinsam zu kochen oder in einen Gottesdienst zu gehen. Wenn wir uns treffen, bin ich jedes Mal verblüfft darüber, was Jamil schon alles erlebt hat, wie gut er es geschafft hat, sich zu integrieren und sein fester Glaube beeindruckt mich. Deshalb habe ich ihn gefragt, ob er einen Erfahrungsbericht schreiben möchte.

Jamil, was bedeutet Freiheit für einen Geflüchteten? Und wie hat sich dein Verständnis von Freiheit über die letzten Jahre verändert?

Im Juli 2011 sah ich im Fernsehen, wie syrische Jugendliche auf der Straße demonstrierten und „Huriya“ (Freiheit) riefen. Da habe ich zum ersten Mal in meinem Leben über das Wort „Freiheit“ nachgedacht. Ich erlebte daraufhin in Syrien, wie Menschen ermordet und verhaftet wurden. Und warum? Weil sie nicht länger wegsehen und schweigen wollten über das, was das syrische Regime mit der Bevölkerung machte. Es war hart für mich mitanzusehen, wie ganze Städte von der Armee bombardiert wurden, nur weil die Menschen frei leben wollten – ohne Angst und Unterdrückung.

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  • Autor / Autorin: Daniel Siewert
  • © Deutscher EC-Verband