Kinder aus der Ukraine integrieren

Kinder aus der Ukraine integrieren

Hier findet du ein paar Ideen, die euch Mut machen sollen, Kinder aus der Ukraine in euren Gruppen willkommen zu heißen.

Grundsätzliches

  • Viele der ukrainischen Kinder haben Unsicherheit und Angst erlebt oder sind in unpassenden Quartieren wie Massenunterkünften untergebracht. An diesen Situationen können wir oft nichts ändern. Aber wir können die Kinder in unseren Gruppen willkommen heißen und ihnen eine unbeschwerte Zeit anbieten, in der sie die Herausforderungen des Alltags vergessen und einfach Kind sein dürfen. Oft reichen dafür schon ganz einfache Spiele und Aktionen wie ein Bällebad, ein Spielplatz, Spielgeräte für draußen o. Ä. aus.   
  • Klare Abläufe oder Rituale, die sich jede Woche wiederholen, geben Kindern Sicherheit. Gerade für Kinder, die durch eine Sprachbarriere nicht alles verstehen, kann das eine Hilfe sein, damit sie sich zurechtfinden und wissen, was als Nächstes passiert. 
  • Spielt einfache Spiele ohne komplizierte Regeln.
  • Verwendet eine einfache Sprache mit einfachen Worten – besonders wenn ihr Geschichten erzählt.

Praktische Hilfsmittel

Du hast weitere Tipps und Tricks aus der Praxis? Dann teile sie gerne mit uns. Schreib einfach eine Mail an: annkatrin.edler@ec.de

Zu Beginn möchte ich nicht gleich die schlagenden Argumente für und gegen ehrenamtliches Engagement präsentieren, sondern einen Blick auf ein Bild für Gemeinde in der Bibel werfen:

Die Gemeinde wird beschrieben als »ein Leib, viele Glieder«. Im 1. Brief an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 12, 12–31 vergleicht Paulus die Gemeinde mit einem Körper. Das ist recht simpel zu verstehen: So, wie ein Körper aus ganz unterschiedlichen Körperteilen besteht, so gibt es auch in der Gemeinde viele verschiedene Menschen, die alle zusammengehören. Er pickt ein paar Beispiele heraus und zeigt auf, dass jedes Körperteil auch seinen einzigartigen Job hat, damit der gesamte Körper funktioniert.

Mit Blick in die Gemeinde (Synonym für Verein, Kirche, Organisation) lässt sich das einfach übertragen. Das schreibt Paulus gegen Ende dieses Absatzes, indem er über die Vielfalt der Gaben schreibt: Es gibt Apostel, Lehrer, Propheten, Menschen mit der Begabung zu heilen, zu beten, praktische Hilfe zu leisten oder zu leiten.

Was bringt es der Gemeinde/Organisation?

Ohne diese Beispiele von Paulus näher beschreiben zu müssen, können wir uns vorstellen, dass es auch heute noch verschiedene (und sogar viel mehr) Aufgaben in einer Gemeinde zu bewältigen gibt.

Und jetzt kommt’s: Nicht alle davon können und werden bezahlt. Dafür braucht es dann diejenigen, die ehrenamtlich mitarbeiten. In den meisten Gemeinden gibt es vielleicht die Leitungspersonen, Pastor*innen, Jugendreferent*innen, Bürofachkräfte, Küster*innen oder ähnliche Berufe, die sich mittlerweile etabliert haben. Aber dann wird es mit der Bezahlung in Form von Geld schon weniger.

Der Profit für die Gemeinde ist klar: Es gibt unbezahlte Mitarbeiter, die die Arbeit von Hauptamtlichen (bezahlten Fachkräften) unterstützen oder sogar gänzlich übernehmen. Das heißt: Es ist »günstig«, viele Menschen im Ehrenamt zu haben. Darüber hinaus bringt es der Gemeinde aber auch eine gewaltige Kraft von jungen Menschen, die Potential haben und die Gemeinde voranbringen können. Menschen, die sich mit brennendem Herzen einsetzen, und dafür nichts oder nicht viel verlangen, sind unbezahlbar, weil sie ganz viel hineinbringen: Kreativität, Mut, Freigeist, und so weiter.

Ich muss also feststellen, dass eine Organisation, ein Verein oder eine Kirchengemeinde unfassbar gut aufgestellt ist, wenn es darin Menschen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren. Hoffentlich werden sie/werdet IHR auch dementsprechend wie Gold behandelt und wertgeschätzt!

Eine ganz wichtige Aufgabe von Hauptamtlichen sei an dieser Stelle erwähnt: Ehrenamtliche brauchen Wertschätzung. Das ist uns allen klar, aber nicht immer bewusst. Viele Organisationen feiern einmal im Jahr mit einer »Mitarbeiter-Dankeschön-Party« die Ehrenamtlichen. Dabei dürfen diese sich auch feiern lassen! Und sie dürfen genießen, heute mal nicht noch mit abwaschen zu müssen, keine Muffins gebacken und auch keinen Besen in der Hand gehabt zu haben.

Darin können Gemeinden sicherlich immer noch stärker werden und vor allem auch  zwischendurch Ermutigung und Aufmerksamkeit schenken. Wichtig ist, die Investitionen der Ehrenamtlichen wahrzunehmen.

Was bringt es mir, mich ehrenamtlich einzusetzen?

Das ist auf jeden Fall eine berechtigte Frage, zu der wir einmal einen Vergleich herstellen müssen zwischen beispielsweise einer Pastorin und einer Jugendlichen, die sich in der Jungschar einsetzt.

Eine Pastorin hat in den allermeisten Fällen eine theologische Ausbildung, ein bisschen Erfahrung unter Anleitung gesammelt und unglaublich viele Aufgaben. Sieh dir auf Instagram mal die verschiedenen Pastor*innen an, die – um es mal deutlich zu sagen – für diese Social Media-Präsenz wahrscheinlich nie beauftragt oder ausgebildet wurden. Die machen unfassbar viel, um »dran« zu bleiben. Und ganz viele nehmen die Follower auch unglaublich nah mit durch ihren Alltag (@theresaliebt ,@patricksenner oder @pfarrerausplastik finde ich da total interessant). Das Ding ist: die werden eigentlich für viel mehr bezahlt und müssen dementsprechend auch viele Todo-Listen abarbeiten, einfach weil es ihr Job ist. Ob sie Lust haben, oder nicht. Dazu gehören Begegnungen mit Menschen aus jeder Altersstufe, eine  Menge an Schreibtisch-Arbeit, Bibelstudium und Output-geben.

Eine Jugendliche, die in der Jungschar-Gruppe eines CVJM mitarbeitet, hat viel weniger Aufgaben, keinen offiziellen Dienstauftrag und natürlich auch keine Bezahlung am Ende des Monats. Für sie ist es ein Einsatz »einfach so«.

Ich habe einige ehrenamtliche Mitarbeiter mal gefragt: »Warum macht ihr das denn überhaupt?« Die Antworten haben nicht lang auf sich warten lassen: Es macht Spaß. Es ist eine Bereicherung. Man kann viel lernen: zum Beispiel, wie man vor einer Gruppe spricht und diese evtl. auch leitet, wie man ein Spiel durchführt, und man hat immer noch die hauptamtliche Kraft, die einen zur Not unterstützen kann (der Pastor, die Jugendreferentin oder ähnliche).

Ich sehe darin noch viel mehr: Ehrenamtlich engagiert hat man eine gewisse Freiheit, sich auszuprobieren, Fehler zu machen und Erfahrungen zu sammeln. Nicht, dass man als Hauptamtliche*r nichts mehr falsch machen darf, aber wahrscheinlich wird nicht ganz so nachsichtig mit einem umgegangen, weil man’s ja eigentlich gelernt haben sollte.

In den meisten Fällen wird man als Ehrenamtliche*r angeleitet, bekommt Feedback und Tipps, sowie Hilfestellungen. Das haben Hauptamtliche eher selten; sie müssen sich häufig selbst die Hilfe suchen und haben Glück, wenn es Kolleg*innen gibt oder sie eine*n Mentor*in / Supervisor*in haben.

Auch die Persönlichkeit wird stark geschult: Man darf neue Kompetenzen entwickeln und nutzen. Die soziale Kompetenz steht natürlich an erster Stelle: Wie verhalte ich mich, wie kann ich mein Verhalten verbessern? Was passiert in einer Gruppe? Worauf kommt es an, wenn ich ein Spiel erkläre, oder die Gruppe beruhigen muss?

Darüberhinaus wird die körperliche und mentale Kompetenz gestärkt. Man bleibt in Bewegung, aktiv und hat eine Gruppe (entweder von anderen Mitarbeitenden oder den Kindern), die eine gewisse Art von Halt bietet, ein soziales Netzwerk.

Erwartungen an Ehrenamtliche

Mit dem Ehrenamt geht allerdings auch eine Verpflichtung einher: Als ehrenamtliche Person ist man nicht davon befreit, sich zuverlässig zu verhalten, authentisch zu sein und moralisch zu handeln. Die Aufgabe, die man freiwillig übernimmt, sollte erfüllt werden. Das ist das Einzige, das man von Ehrenamtlichen erwarten kann. Ohne die Zuverlässigkeit ist es schwer, zusammenzuarbeiten. Denn auch die Hauptamtlichen müssen sich an ihre Aufgaben halten – mit dem Bild vom Körper gesprochen: Jedes Körperteil muss seinen Teil beitragen, damit der Körper funktioniert. Paulus schreibt: »Wenn der ganze Körper nur aus Augen bestünde, wo bliebe dann das Gehör? […] Tatsache ist, dass Gott, entsprechend seinem Plan, jedem einzelnen Teil eine besondere Aufgabe innerhalb des Ganzen zugewiesen hat. Was wäre das für ein Körper, wenn alle Teile dieselbe Aufgabe hätten? Aber so ist es nicht, es gibt einerseits viele verschiedene Teile und andererseits nur einen Körper.« (1. Kor. 12, 17–20)

»Schätze im Himmel sammeln«

On Top gibt es noch einen Begriff, den ich für das Thema Ehrenamt sehr wichtig finde: »Schätze im Himmel sammeln« (Bergpredigt von Jesus Christus in Matthäus 6, 19–21)

Die Menschen verdienen Geld und sammeln Reichtümer auf der Erde an. Doch es gibt Reichtümer im Himmel, die niemand stehlen kann und die nicht vergehen.

Jesus rät uns, keine Reichtümer hier auf der Erde zu sammeln. Das heißt nicht, dass man überhaupt kein Geld verdienen darf, sondern dass man nicht für jede Tat (z. B. für ‚ehrenamtliche Aufgaben) Geld verlangt und dieses hortet – oder sich unendlichen Luxus gönnt. Er sieht uns! Er sieht das, was wir tun, weil es uns Spaß macht, ausfüllt, ermutigt, fördert oder uns selbst auch irgendwie guttut. Mit dem sozialen Engagement sammeln wir »Schätze im Himmel«, nicht auf der Erde. Wir geben ganz viel von unseren Gaben, Kräften, Ideen und Zeit, weil wir Teile des Ganzen sind. Jede und jeder hat seine/ihre Aufgabe und ist von Gott dafür vorbereitet worden. Diese gilt es zu finden – ob mit oder ohne dafür Geld zu bekommen. Finde sie, setze dich ein und sei dir gewiss: Jesus sieht dich.

LGBITQ+ – was bedeutet diese Abkürzung? Die einzelnen Buchstaben stehen für unterschiedliche sexuelle Orientierungen:

  • Lesbisch
  • Gay=schwul
  • Bisexuell
  • Intergeschlechtlich
  • Transgeschlechtlich
  • Queer

Das »+«-Zeichen, (häufig stattdessen auch »*« oder »_«) wird verwendet, um auch alle anderen Identitäten und Geschlechter sichtbar miteinzuschließen.

Dass das Thema LGBTIQ+ mittlerweile in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist, hat zum Beispiel die letzte Fußball-Europameisterschaft im Sommer 2021 gezeigt. In ganz Europa wurde während dieses Turniers teils heftig diskutiert: beispielsweise darüber, ob Stadien in den Regenbogenfarben leuchten dürfen, um ein Zeichen zu setzen und zu signalisieren, dass auch LGTIQ+-Menschen zum Fußball dazugehören und herzlich willkommen sind. Die UEFA entschied, dass solches, von ihr als politische Aktion angesehen, nicht sein darf und sah sich aufgrund dieses Beschlusses scharfer Kritik und europaweiten Fan-Protesten ausgesetzt. Stadien durften also nicht in den Regenbogenfarben erstrahlen.

Manuel Neuer, Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, wurde aber von der UEFA gestattet, eine regenbogenfarbene Kapitänsbinde zu tragen. Zahlreiche Fans strömte mit Regenbogenfahren zu den Spielen und auch viele Sponsoren wollten ein positives Signal setzen und warben in den Stadien in Regenbogenfarben. All das wurde von der UEFA toleriert, zumindest an fast allen Spielorten der europaweit ausgetragenen EM. In Baku (Aserbaidschan) und St. Petersburg (Russland) allerdings wurden Regenbogenfahnen verboten und den Fans abgenommen und auch Sponsoren mussten ihre Werbung anpassen und auf Regenbogenfarben verzichten.

Diese kontinentale und auch generationenübergreifende Debatte hat verdeutlicht, wie wichtig und gesellschaftlich präsent das Thema LGBTIQ+ geworden ist.

Meine persönlichen Erfahrungen als Jugend-Diakonin

Auch in meinem Beruf als Jugend-Diakonin spielt dieses Thema eine wachsende Rolle und Jugendliche bewegt es heutzutage mitunter sehr. Mir begegnen regelmäßig Jugendliche, die sich selbst nicht als heterosexuell oder cisgeschlechtlich bezeichnen.

Während der letzten zehn Jahre habe ich hauptberuflich in verschiedenen evangelischen Kirchengemeinden bzw. Organisationen wie dem CVJM in unterschiedlichen Bundesländern gearbeitet (NRW, Baden-Württemberg, Hamburg) und überall ähnliche Eindrücke gesammelt. Ich habe erlebt, wie Jugendliche sich mit Fragen zu diesem Themenkomplex auseinandergesetzt und beschäftigt haben. Zum Teil haben sie mich auch selbst angesprochen und sich von mir Rat und Hilfe gewünscht und erhofft.

Fast ausschließlich habe ich junge Menschen getroffen, die mit meiner eigenen Homosexualität sehr offen und positiv umgegangen sind und bei denen ich keinerlei Berührungsängste mit mir oder diesem Thema wahrgenommen habe – ganz im Gegenteil. Es kam immer wieder vor, dass Jugendliche mir von ihrer eigenen sexuellen Orientierung erzählt haben oder diesbezüglich Fragen an mich hatten und beispielsweise wissen wollten, ob ich wirklich mit einer Frau verheiratet bin.

Auch bin ich in meiner Arbeit bereits einmal einem jungen Menschen begegnet, der sich nicht direkt angesprochen gefühlt hat, als die Teamer:innen* und ich unüberlegt Gruppeneinteilungen nach dem männlichen und weiblichen Geschlecht vornehmen wollten. Auf die Frage »Wollen wir Mädchen gegen Jungen spielen? Mädchen gehen auf die linke Seite der Wiese, Jungen auf die rechte.« lautete seine Antwort dann: »Okay und ich stell mich dann in die Mitte, oder?«. Glücklicherweise konnte dieser junge Mensch sehr offen mit dieser Situation umgehen und mit einem Augenzwinkern antworten, bevor er sich einfach frei einem der beiden Teams zuteilte. Mich und die Teamer:innen* hat diese Situation allerdings noch einmal mehr nachdenklich und aufmerksam für die Thematik LGBTIQ+ gemacht.

Orte und Möglichkeiten für Gespräche bieten

Jugendliche machen besonders in der Zeit ihrer Pubertät eine turbulente Entwicklungsphase durch. Sie erleben ihre körperlichen und auch seelischen Veränderungen und müssen neu lernen, wer und wie sie sind, sich selbst neu kennenlernen und sich neu akzeptieren lernen mit all den Veränderungen, den unterschiedlichen Gefühlen, den entstehenden Fragen und Zweifeln. Es ist für sie und ihre Entwicklung in dieser Zeit sehr wichtig, Orte und Menschen zu haben, mit denen sie sprechen können und bei denen sie sich angenommen fühlen, so wie sie sind. Das belegen auch Forschungen und Umfragen unter Jugendlichen.

Prof. Dr. Konrad Weller stellte in seiner Studie von 2013 heraus, dass nicht heterosexuelle Jugendliche sich oft mit Angst vor Stigmatisierung, Mobbing und Diskriminierung plagen, obwohl Homosexualität und andere sexuelle Orientierungen zunehmend gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Dem stimmt u. a. auch der Entwicklungspsychologe Johannes Jungbauer zu.

Jugendliche machen sich viele Gedanken über ihre eigene sexuelle Orientierung und Entwicklung. Und sie brauchen Orte, an denen sie darüber sprechen können und dürfen: an denen sie ihre Fragen stellen und ihre Gedanken, Gefühle und Zweifel zum Ausdruck bringen können und ganz unabhängig von ihrer sexuellen Identität vorurteilsfrei als tolle Menschen willkommen geheißen werden.

Für einige Jugendliche ist vielleicht das Elternhaus ein solcher Ort. Viele Jugendliche, die ich kennengelernt habe, sprechen aber gerade mit ihren Eltern eher ungern über solche Themen. Im Freundeskreis kann dafür gut Platz sein. Oder eben auch in unserer Jugendarbeit. Denn es ist doch Aufgabe und Ziel unserer Arbeit, die jungen Menschen so anzunehmen, wie sie sind und ihnen sichere Orte für Gespräche, auch über Sorgen, Nöte, Zweifel und persönliche Fragen zu bieten. Solche Orte, Möglichkeiten für Gespräche oder auch konkrete Angebote zum Thema LGBTIQ+ sind sowohl für heterosexuell orientierte Jugendliche von Bedeutung, als auch für queere junge Menschen. Heterosexuelle Jugendliche haben vielleicht auch viele Fragen und können im Austausch mit queeren Jugendlichen Wissen generieren und Vorurteile abbauen. Und queeren Jugendlichen fehlt es, gerade im kirchlichen Raum, oft an positiven Vorbilder aus der LGBTIQ+-Community, an denen sie sich ein Stück weit orientieren können und die dazu beitragen, dass sie sich als völlig gleichberechtigt und gleichgestellt wahrnehmen können.

Die Jugendarbeit – auch und gerade die kirchliche bzw. christliche – kann und sollte Jugendlichen solche Räume bieten!

Wir als Mitarbeitende können und wollen die Jugendlichen, die den Weg zu uns finden, so annehmen, wie sie sind – wie Gott uns alle bedingungslos annimmt.

Oftmals können wir, anders als Eltern oder Lehrer*innen, leichter und »unbeschwerter« tragfähige Vertrauensverhältnisse zu den Jugendlichen aufbauen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Wir müssen nicht benoten und können ungezwungen auch über unsere eigenen Erfahrungen, Gedanken, Gefühle sprechen.

Grundwissen aneignen

Um den jungen Menschen solche Orte bieten zu können, ist es unabdingbar, dass uns als haupt- oder ehrenamtlich Tätige der Themenkomplex LGBTIQ+ nicht völlig fremd ist. Natürlich muss man als Mitarbeiter*in in der Jugendarbeit nicht immer alles wissen und den Jugendlichen nicht jede Frage, die sie stellen ganz eindeutig beantworten können. Aber ein gewisses Grundwissen, was beispielsweise die unterschiedlichen Begrifflichkeiten und Abkürzungen in diesem Bereich angeht, ist wichtig, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Diese kennen sich da übrigens oft viel besser aus als wir und sind viel sprachfähiger.

Gerade bei diesem sensiblen Thema ist es von großer Bedeutung, genau zu wissen, was mit welchem Begriff gemeint ist und wie welche Ausdrücke zu verstehen sind oder auch falsch verstanden werden könnten. »Sprache ist ein wirkmächtiges Mittel um Gedanken und Ansichten zu formen, Denkräume zu öffnen oder zu schließen«. So heißt es in einem Leitfaden zum Thema des TransInterQueer-Projekt aus dem Jahr 2015. Eine positive Sprache ist daher unerlässlich, damit queere Jugendliche ein positives Selbstbild entwickeln können.

Viele Angehörige der LGBTIQ+-Community haben schmerzhafte Erfahrung mit Vorurteilen und/oder Diskriminierung gemacht. Auch deshalb ist es wichtig, sich verständlich, möglichst eindeutig und angemessen ausdrücken zu können.

Alle wichtigen Begriffe und Abkürzungen zu erklären, würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen. Deswegen an dieser Stelle vor allem 2 Literaturempfehlungen dafür:

Die Fibel der vielen kleinen Unterschiede

Heft der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW; erklärt die wichtigsten Begriffe kurz und präzise und kann kostenlos runtergeladen werden: https://www.aug.nrw/app/download/8998203275/AuG_Fibel_klein.pdf?t=1553857661

Bildung für alle – Vielfalt anerkennen, Gleichstellung fördern

Sehr informative Broschüre der Stadt Kiel; Kostenloser Download: https://kiel.de/de/bildung_wissenschaft/bildungsregion/_dokumente_bildungsregion/Publikation_Bildung-fuer-alle_barrierefrei.pdf

Aktuelle wissenschaftliche Forschung

Neben den Begrifflichkeiten ist es für mich außerdem auch sinnvoll gewesen, mich mit der aktuellen wissenschaftlichen Forschung zum Thema zu beschäftigen.

Wie auch z. B. in der Fibel der kleinen Unterschiede benannt wird (Seite 51), ist nach wie vor nicht abschließend untersucht, wie sich die sexuelle Orientierung eines Menschen entwickelt. Stand der sexualwissenschaftlichen Forschung ist allerdings, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen keine eigenständige Entscheidung ist, sondern es sich um eine unabänderliche Prägung handelt (ebenfalls Seite 51). »Je weniger eine Gesellschaft das Rollen- und Sexualverhalten normiert oder sanktioniert, desto eher ist es für Menschen denk-, fühl- und lebbar, ihre sexuelle Identität auch jenseits der mehrheitlichen Heterosexualität und der binären Geschlechtsrollen zu leben.«, so die Broschüre weiter.

Forscher*innen kamen bisher immer wieder zu dem Schluss, dass das Sexualverhalten eines Menschen eine sehr komplexe Angelegenheit ist. Sie konnten aber keine Muster in den Genen oder den Hirnstrukturen eines Menschen erkennen, die dessen sexuelle Orientierung vorhersagen oder mit Hilfe deren sie identifiziert werden konnte.

Viel mehr setzt sich die Überzeugung durch, dass sich biologische, kulturelle und soziale Faktoren nicht getrennt voneinander betrachten lassen und alle ihre Rolle bei der Ausprägung der sexuellen Orientierung eines Menschen spielen.

Um das zum Ausdruck zu bringen, entstand die sogenannte Genderbread-Person – eine Figur von Jack Killerman, die den Unterschied zwischen sexueller Identität, Geschlechtsausdruck, anatomischem Geschlecht, Geburtsgeschlecht, Geschlechtsausdruck und sexueller Orientierung mit Hilfe eines Lebkuchenmännchens erklärt.

Weitere Infos und erklärende Videos zum aktuellen Forschungsstand gibt’s bei Planet Wissen und Quarks:

  • Genderbread-Person:

oder

Die rechtliche und gesellschaftliche Lage von LGBTIQ+- Menschen

Um weiteres Hintergrundwissen zum Thema LGBTIQ+ zu generieren, lohnt es sich auch, einen Blick auf die rechtliche und gesellschaftliche Lage von LGBTIQ+-Menschen in Deutschland und auch weltweit zu werfen.

Aus der bereits erwähnten Broschüre der Stadt Kiel geht hervor, dass auch heute noch Angehörige der LGBTIQ+-Community diskriminiert und ihre Rechte zum Teil stark missachtet und eingeschränkt werden. In manchen Regionen der Welt gelten andere als die mehrheitlich heterosexuelle Orientierung als Sünde, Schande, Rechtswidrigkeit oder Straftat. Neben körperlichen Strafen wie Auspeitschung oder Amputationen sind sogar Todesstrafen in manchen Ländern möglich, z. B. in Saudi-Arabien oder Tschetschenien, in Nigeria oder Katar und einigen anderen Ländern vorwiegend in Afrika, dem Nahen Osten und Asien.

Haftstrafen aufgrund einer nicht heterosexuellen Orientierung sind in sage und schreibe 65 Ländern auch heute im 21. Jahrhundert noch an der Tagesordnung, u. a. in Russland. Das heißt, auch bei uns in Europa sind LGBTIQ+-Menschen längst nicht überall gleichgestellt gegenüber ihren heterosexuellen Mitbürger*innen. Einige Länder wie Polen und Ungarn verzeichnen aktuell sogar große Rückschritte auf diesem Gebiet. Bereits 2019 hat sich eine erste polnische Gemeinde zur »LGBTIQ+-freien Zone« erklärt, mittlerweile haben mehr als 100 Landkreise und Gemeinden in Polen ebenfalls eine solche Erklärung abgegeben, nach Auskunft des Europäischen Parlaments. Auch in Ungarn hat sich die Situation für LGBTIQ+-Menschen demnach deutlich verschlechtert. Dort hat Ende 2020 das Parlament »Verfassungsänderungen, in deren Zuge die Rechte von LGBTIQ-Personen weiter eingeschränkt werden« verabschiedet.

Als Reaktion auf diese Entwicklungen hat das Europäische Parlament am 11. März 2021 »in einer mit 491 Stimmen bei 141 Nein-Stimmen und 46 Enthaltungen angenommenen Entschließung« die EU zum »Freiheitsraum für LGBTIQ-Personen« ausgerufen, in dem LGBTIQ+-Personen ohne Angst vor Verfolgung und Schlimmerem leben können.

Homosexualität und auch Transsexualität wurden bis vor wenigen Jahren von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) auch noch als psychische Störungen bezeichnet. Homosexualität wurde von der Liste solcher Krankheiten 1991 gestrichen, Transsexualität erst 2019.

In Deutschland ist die Situation für LGBTIQ+-Menschen verglichen mit weiten Teilen der Erde sehr gut. Dennoch herrscht auch bei uns nicht in allen Punkten Gleichberechtigung, die LGBTIQ+-Community ist nicht überall vor Diskriminierung geschützt und allen positiven Entwicklungen liegt eine lange Entwicklung zugrunde.

Der Paragraph 175 des Strafgesetzbuches beispielsweise verbot gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Männern. Er wurde erst 1994 mit der Zusammenlegung der Rechtssysteme der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik aus dem Gesetzbuch verbannt. Bis dahin wurde er weiterhin angewendet und Männern wurden bis Mitte der 90er Jahre aufgrund von §175 StGB verurteilt und inhaftiert.

Am 30.6.2017 beschloss der Deutsche Bundestag die »Ehe für alle« – ein großer Tag für viele nicht heterosexuelle Paare und ein weiterer Schritt in Richtung Gleichberechtigung und weg von Diskriminierung.

Verschiedene Abstammungsfragen sind allerdings weiterhin offen und zu klären. Im Adoptionsrecht gibt es ebenfalls Nachholbedarf und fragwürdig ist auch das Blutspendeverbot für homosexuelle Männer, das mittlerweile allerdings ebenfalls abgemildert wurde.

Auch das sogenannte Transsexuellengesetz, das regelt, unter welchen Voraussetzungen trans*-Menschen ihren Vornamen, ihr bei der Geburt eingetragenes Geschlecht ändern oder ihr Geschlecht medizinisch angleichen lassen können, ist umstritten und soll in der aktuellen Legislaturperiode diskutiert werden.

Fazit

Die eigene sexuelle Orientierung und der ganze Themenkomplex LGBTIQ+ interessieren viele Jugendliche in unseren Gruppen und Kreisen. Deswegen sollten wir diese Themen auch ernst und wichtig nehmen und nicht aus unserer Arbeit ausschließen.

Wir haben in unserer christlichen Jugendarbeit die große Chance, den jungen Menschen Räume zu eröffnen, in denen sie willkommen sind – so wie sie eben sind – mit all den Veränderungen, die sie durchmachen, mit all ihren Erfahrungen, Gedanken, Fragen, Zweifeln und Gefühlen. Sie sind bei uns richtig und wir können und sollten ihnen zeigen, dass sie bei uns und bei Gott gern gesehen und angenommen sind. Wir können ihnen bei uns den Platz einräumen, den sie eventuell woanders nicht bekommen – Platz, um sich selbst zu suchen, zu finden und auszudrücken. Wichtig für uns ist – und dazu sollte dieser Artikel ein kleiner Anfang sein – uns auch auf diesem Gebiet zu informieren, damit wir den Jugendlichen gut zur Seiten stehen und mit ihnen ins Gespräch kommen können.

In diesem Stundenentwurf geht es darum, den Themenkomplex LGBTIQ+ mit den Jugendlichen zu betrachten. Ziel der Stunde: Persönliche Gespräche über die Gefühle und Gedanken der Jugendlichen entstehen vielleicht leichter, wenn es in der Jugendgruppe einen Themennachmittag/-abend gibt, der Spaß gemacht hat und alle in etwa auf denselben (Wissens-)Stand gebracht hat.

Die Stunde soll einen kleinen Beitrag zu geschlechtsreflexiver Jugendarbeit leisten und bei den teilnehmenden Jugendlichen sowie den Teamer:innen*, die diese Gruppenstunde vorbereiten, helfen, Vorurteile abzubauen, Verständnis fördern und Wissen generieren, wo eventuell noch Unwissenheit vorherrscht.

Dabei steht nicht das Erlernen von biologischem oder psychologischem Wissen im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, bei den Jugendlichen ein Bewusstsein für die Situation von LGBTIQ+-Menschen zu schaffen. Sie sollen ein beginnendes Verständnis dafür entwickeln, dass es viele Menschen gibt, die mit ihren sexuellen Bedürfnissen und mit ihrer geschlechtlichen Identität nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechen. Durch diese thematische Gruppenstunde sollen Ängste bei den Jugendlichen abgebaut werden: sowohl eventuell vorhandene Ängste und Vorurteile heterosexueller Jugendlicher vor dem »Unbekannten« und »Anderen«, als auch möglicherweise existierende Ängste homo-, trans-, a- oder intersexueller Jugendlicher, die sich unter Umständen selbst als »nicht normal« oder sogar »falsch« mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen fühlen könnten.

Die Gruppenstunde richtet sich an alle Jugendlichen, ganz unabhängig von eigenen Erfahrungen und/oder Vorwissen auf dem Gebiet.

1. prominente Beispiele

Zu Beginn der Gruppenstunde werden die Jugendlichen ans Thema LGBTIQ+ herangeführt. Nach der Begrüßung und der kurzen Erklärung, dass die Gruppenstunde heute dieses Thema in den Mittelpunkt stellt, formuliert die Gruppenleitung bzw. ein/e Teamer:in* zunächst die Frage, ob den Jugendlichen berühmte Menschen, die sich nicht als cis-heterosexuell bezeichnen würden, einfallen. Es gibt viele prominente Beispiele, die die Jugendlichen aus Film, Fernsehen, Unterhaltung oder Sport kennen könnten. An dieser Stelle nur eine kurze Auflistung möglicher Personen, die die Jugendlichen nennen könnten:        

  • Jim Parsons (Schauspieler in der Serie »The Big Bang Theory«)
  • Elliot Page (Schauspielerr u.a. in der Serie »Juno«)
  • Laverne Cox (Schauspielerin u.a. in der Serie »Orange Is The New Black«)
  • Thomas Hitzlsperger (ehemaliger deutscher Fußballnationalspieler und heutiger Funktionär)
  • Balian Buschbaum (vor seinem Outing als Transmann erfolgreiche Stabhochspringerin Yvonne Buschbaum)
  • Guiliana Farfalla (Model und ehemalige Kandidatin bei »Germany’s Next Topmodel«)
  • Caitlyn Jenner (bekannt aus der TV-Serie »Keeping Up with the Kardashians«)
  • Elton John (Musiker)
  • Demi Lovato (Sänger:in und Schauspieler:in)
  • Sam Smith (Sänger:in)

Im Anschluss daran bekommen alle Teilnehmenden Papier und Stifte und ungefähr drei Minuten Zeit, um sich zu überlegen und gegebenenfalls zu notieren, was sie bisher über homo-, trans-, a-, bi- und/oder intersexuelle Menschen wissen bzw. was sie schon gehört haben. Sie dürfen dabei auch selbst Stellung beziehen und überlegen oder notieren, wie sie zu dem stehen, was sie bereits gehört haben. Eventuell wurden sie ja bereits mit Meinungen konfrontiert, die sie selbst nicht teilen. Die Zeit für diese Aufgabe ist nicht lang. Die Aufgabe hat allerdings auch nicht den Anspruch alles Wissen und alle bisherigen Erfahrungen der Jugendlichen aufzunehmen und ausführlich zu betrachten. Sie dient lediglich als Einstieg und Hinführung zum Thema der Gruppenstunde. Nach Ablauf der drei Minuten besteht die Möglichkeit zu einer kurzen Austauschrunde, in der die Jugendlichen, die möchten, die Gruppe an ihren Gedanken teilhaben lassen können.

Je nachdem, wie groß die Gruppe ist, wie vertraut die Jugendlichen bereits miteinander sind und wieviel Zeit wirklich zur Verfügung steht, kann diese zweite Aufgabe zum Einstieg ins Thema auch weggelassen werden. Bei einer größeren Gruppe würde diese Aktion wahrscheinlich mehr Zeit benötigen als die eingeplanten 15 Minuten. Eine Gruppe hingegen, deren Mitglieder sich bereits länger kennen und schon relativ vertraut miteinander umgehen, ist nicht unbedingt auf einen so ausführlichen Einstieg angewiesen und wird sich vermutlich schneller auf das Thema einlassen können.

2. Begriffe

Viele Jugendgruppen sind vielseitig und divers, ganz unterschiedliche Jugendliche aus verschiedenen Hintergründen kommen. Umso wichtiger ist es, zu Beginn und zum Einstieg ins Thema auch die wichtigsten Begriffe zu definieren und zu erklären. Was genau bedeutet:

Lesbisch? Schwul? Bi? Hetero? Homosexuell? Intersexuell? Asexuell? Transsexuell? Was ist eigentlich das »Coming Out«?

Diese und andere Begriffe, nach denen die Jugendlichen fragen und/oder die ihr als Mitarbeitende, die die Stunde vorbereiten wichtig findet, könnt ihr im Gespräch klären. Sicher gibt es auch in eurer Gruppe einige Jugendliche, die sich da schon gut auskennen und andere, die viele Fragen haben. Beides ist super und soll hier Raum haben.

Es kann sehr sinnvoll für die weitere Gruppenstunde sein, wenn ihr eure Ergebnisse und Erklärungen kurz festhaltet, damit die Jugendlichen und ihr sie vor Augen habt und euch immer wieder ins Gedächtnis rufen könnt.

3. Die Genderbread-Person

Nach einer kurzen Erklärung der Genderbread-Person, die zwischen den unterschiedlichen Aspekten von Geschlecht (Identität, Orientierung, Ausdruck und biologisches Geschlecht) unterscheidet, und Geschlecht nicht als festgelegten und eindeutigen Punkt versteht, sondern es auf verschiedenen Skalen verortet, bekommen alle Teilnehmenden den Ausdruck der Genderbread-Person (https://dgti.org/2021/09/14/genderbread-maennchen/) und die Möglichkeit, sich selbst auf den vier Skalen einzugruppieren. Dies geschieht natürlich in Einzelarbeit. Niemand muss seine Selbsteinschätzung in der Gruppe preisgeben. Falls aber jemandem danach ist, soll auch dafür Zeit sein.

4. Das Quiz

Als nächstes wird die rechtliche und gesellschaftliche Situation von LGBTIQ+-Menschen betrachtet, um auch dafür ein Bewusstsein zu schaffen. Dazu spielt die Gruppe ein Quiz, für das entweder Kleingruppen gebildet werden, oder alle Spieler:innen* treten einzeln gegeneinander an. Das genaue Vorgehen kann von der Gruppengröße abhängig gemacht werden. Die Gruppenleitung bzw. Teamer:innen* können die Quizfragen mündlich stellen, im Vorfeld eine Präsentation für das Quiz oder einen Fragebogen vorbereiten. Sinnvoll ist es, zu jeder Frage 3–4 Antwortmöglichkeiten vorzugeben, da die Jugendlichen mutmaßlich keine Expert:innen* auf diesem Gebiet sind. Die Mädchen* und Jungen* sollen auf diese Weise spielerisch eine Vorstellung davon entwickeln, wie viele Menschen sich zur LGBTIQ+-Community zugehörig fühlen und in welchen Lebensumständen sich diese Menschen in Deutschland und weltweit befinden (können).

Mögliche Quizfragen:

Die richtigen Antworten sind jeweils mit »*« gekennzeichnet:

  • Wie viele Menschen (Angaben in %) in den 28 EU-Ländern fühlen sich der LGBTIQ+-Community zugehörig (laut einer Studie aus dem Jahre 2016)? [Laut des statistischen Amts der Europäischen Union waren 2016 510,1 Millionen Menschen Bürger:innen* der EU.]
    1. 5,9%, also knapp über 30 Millionen Menschen*
    2. 10,3%, also über 52 Millionen Menschen
    3. 1,7%, also etwa 8 Millionen Menschen
    4. Weniger als 1%
  • Wie viele Menschen sind es in Deutschland (nach derselben Umfrage)?
    1. 4,6%
    2. 13,9%
    3. 7,4%*
    4. Weniger als 3%

Damit weist Deutschland den höchsten Anteil an LGBTIQ+-Menschen innerhalb der EU auf.

  • Homosexualität war auch in Deutschland lange verboten und stand unter Strafe. Das ist zum Glück nicht mehr so.
  • Es gibt heutzutage aber noch Länder, in denen Homosexualität und andere sexuelle Orientierungen strafrechtlich verfolgt werden. Wie viele?
    1. Ca. 50
    2. Ca. 70*
    3. Ca. 90
    4. Über 100
  • In 15 Ländern kann aufgrund von Homosexualität rechtlich sogar noch die Todesstrafe verhängt werden. In welchen 4 Ländern werden solche Urteile nicht nur ausgesprochen, sondern auch noch umgesetzt?
    1. Russland, USA, Dubai und Kenia
    2. Tschetschenien, Somalia, Saudi-Arabien und Iran*
    3. Mongolei, China, Kamerun und Marokko
    4. Ägypten, Bolivien, Kuba und Montenegro

Auch in Katar, Pakistan, Jemen, Nigeria, Mauretanien, Sudan, Libyen, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Brunei ist dies möglich.

  • Wie viele Länder verhängen noch Gefängnisstrafen von mehreren Monaten bis hin zu lebenslänglichen, aufgrund der sexuellen Orientierung eines Menschen?
    1. 73
    2. 39
    3. 57
    4. 65*
  • In Ländern wie beispielsweise den USA, den skandinavischen Ländern und den Niederlanden können LGBTIQ+-Menschen ohne Angst vor solchen oder anderen Strafen leben. Allerdings gibt es auch innerhalb der Europäischen Union Länder wie Polen und Ungarn, die der LGBTIQ+-Community eher feindlich gesinnt sind. In Polen haben sich Anfang 2021 einige Landkreise und Gemeinden zu »LGBTIQ+-freie Zonen« erklärt. Wie viele?
    1. Mehr als 20
    2. Mehr als 50
    3. Mehr als 100*
    4. Mehr als 150

Das EU-Parlament hat als Gegenreaktion am März 2021 die EU zum »Freiheitsraum für LGBTIQ+-Personen« ausgerufen.

  • Wann wurde in Deutschland der §175 des Strafgesetzbuchs endgültig gestrichen, der bis dahin Homosexualität unter Strafe stellte?
    1. 1872
    2. 1919
    3. 1945
    4. 1994*
  • Wann wurde in Deutschland die »Ehe für alle« eingeführt?
    1. 2010
    2. 2013
    3. 2017*
    4. 2019
  • Mit der »Ehe für alle« dürfen nun in Deutschland auch nicht-heterosexuelle Paare heiraten. Vorher durfte ihre Lebenspartnerschaft nur eingetragen werden, war rechtlich aber nicht mit der Ehe gleichgestellt.
  • Es gibt allerdings immer noch Nachholbedarf in anderen Rechts-Bereichen. In welche besonders?
    1. Im Erbrecht
    2. Im Abstammungsrecht*
    3. Im Strafrecht
    4. Im Steuerrecht

Im Abstammungsrecht, denn Kinder aus heterosexuellen Ehen »verfügen von Geburt an über zwei rechtliche Elternteile« (Bergold und Buschner 2018), selbst wenn die Kinder mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wurden. Kinder aus lesbischen Familien haben »zum Zeitpunkt ihrer Geburt nur einen rechtlichen Elternteil, nämlich die Frau, die sie zur Welt gebracht hat« (Ebda.).

Den Gewinner:innen* können am Ende des Quiz Preise überreicht werden. Das kann die Gruppenleitung je nach Tradition in der Gruppe entscheiden. In manchen Gruppen gibt es häufig Preise bei Spielen, in anderen wird nicht so verfahren.

5. LGBTIQ+ & du

Nachdem nun bereits gute Vorarbeit geleistet und Wissen aufgebaut wurde, stehen in diesem Teil der Gruppenstunde konkrete Jugendliche selbst im Mittelpunkt. Falls Teamer:innen* oder Gruppenleitung sich selbst als der Community zugehörig ansehen, können sie aus ihrem eigenen Leben erzählen. Sie können beispielsweise ihre Outing-Erfahrungen mit den Jugendlichen der Gruppe teilen, von positiven wie möglicherweise auch negativen Reaktion berichten, mit denen sie konfrontiert wurden oder Fragen der Jugendlichen beantworten. Selbstverständlich auf freiwilliger Basis. Jede:r* entscheidet selbst, wieviel preisgegeben wird. Es können auch ein oder mehrere Gäste aus der LGBTIQ+-Community zu diesem Programmpunkt eingeladen werden, die mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen möchten.         

5. Alternative: LGBTIQ+ mit Paula & Julian

Eine andere Variation diesen Part der Stunde zu gestalten ist gemeinsam ein Video zu betrachten. Dieser Praxisentwurf schlägt zwei Videos vor, aus denen ausgewählt werden kann. Die Gruppe könnte auch in zwei Kleingruppen unterteilt werden, die jeweils eines der Videos ansehen. Das erste Video findet man auf dem YouTube-Kanal »Anders Amen«. Es stellt Paula vor, die ihre ersten Lebensjahre als Paul verbracht hat. Dieses Video eignet sich besonders für etwas jüngere Teilnehmende, u. a. deshalb, weil die Protagonistin selbst erst 13 Jahre jung ist. Es ist knapp 28 Minuten lang, lässt sich in der Vorbereitung auf die Gruppenstunde aber gut kürzen, da die meisten Szenen über Paulas Bruder Max vom Thema LGBTIQ+ abweichen und nicht angeschaut werden müssen.   

Link: https://www.youtube.com/watch?v=vHvAVTug7Ww

Das zweite Video bzw. zwei weitere Videos handeln von Julian und finden sich auf dem YouTube-Kanal »TransKrauts«. Diese Videos lassen sich aufgrund von Julians Alter und auch seiner Ausdrucksweise gut mit etwas älteren Jugendlichen ansehen. Julians Videos sind sieben und sechs Minuten lang. Die Gruppenleitung kann sich auch dazu entschließen, nur eines der beiden Videos zu zeigen.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=9ZKROIVfJAg

Paula und Julian berichten in ihren Videos beide über ihre eigenen Erfahrungen mit ihrer Transsexualität. Sie erzählen, wie sie diese erkannt haben, mit wem sie gut darüber sprechen konnte und wie Mitschüler:innen* und andere Menschen auf sie reagier(t)en. Wie eventuelle persönliche Berichte nicht cis-heterosexueller Teamer:innen* oder Gäste, können auch diese Videos dazu beitragen, den Jugendlichen zu zeigen, dass andere Lebensweisen und sexuelle Orientierungen völlig normal und in Ordnung sind. Sie geben Einblicke in das Gefühlsleben und den Alltag der LGBTIQ+-Jugendlichen und können helfen, mögliche Berührungsängste abzubauen.

6. Abschluss

Zum Abschluss der Gruppenstunde bekommen alle Teilnehmenden noch einmal Stift und Papier. Sie haben nun die Aufgabe den Satz »Aus dieser Gruppenstunde nehme ich mit: …« für sich zu ergänzen und anschließend der Gruppe vorzulesen. Diese Erkenntnisse und Gedanken nehmen die Jugendlichen mit nach Hause. Zusätzlich werden die Sätze aber auch im Gruppenraum aufgehängt, damit sie, und damit das Thema LGBTIQ+, transparent und präsent bleibt. So können die Sätze der Jugendlichen auch in Zukunft noch zu weiteren Gesprächen anregen und einladen. Anschließend könnt ihr eure Gruppenstunde natürlich gerne noch mit einem Lied, einem Segen oder eurem eigenen Abschlussritual schließen.

Wie ist das eigentlich mit den rechtlichen Bestimmungen zur öffentlichen Vorführungen von Videoclips und Filmen in Gottesdiensten? Was ist da erlaubt – und was nicht? Dieser Artikel zeigt die derzeit (2015) rechtlich sauberen Möglichkeiten auf, die bei Videoclips und Filmen im Gottesdienst zu beachten sind.

Grundeinsichten

– Geliehene oder gekaufte Videos oder DVDs sind nur für den persönlichen Gebrauch gedacht und dürfen nicht ohne vorherige Zustimmung des Rechteinhabers öffentlich gezeigt werden. Darauf weisen auch die Copyright-Hinweise im Vorspann des Films hin.

– Öffentliche Vorführungen von Filmen bedürfen einer Lizenz. Denn das deutsche Urheberrecht sieht vor, dass Filmwerke, ob ausgeliehen oder gekauft, grundsätzlich nur im Rahmen der gesetzlichen Regelungen des Urheberrechtsgesetzes genutzt werden. 

– Um Filme öffentlich vorführen zu dürfen, wird das Einverständnis des Rechteinhabers benötigt. Dieses Einverständnis muss der Vorführende einholen. Dabei ist zwischen Bild und Ton zu unterscheiden: Die Musik von Filmen wird über die GEMA lizenziert, die Bildrechte hat ein Vorführender bei dem Lizenzinhaber direkt (Studios, Verleiher, Produzenten) oder bei der vom Lizenzinhaber beauftragten Gesellschaft (wie bspw. die MPLC – s. unten) einzuholen.

– Die Filmmusikrechte der GEMA sind über den Tarif T erhältlich, mit 20% Ermäßigung bei nichtgewerblicher Vorführung. Häufig haben allerdings Verbände und Großkirchen bereits einen Gesamt- bzw. Rahmenvertrag mit der GEMA geschlossen, die diese Lizenzen mitbeinhalten können (-> bitte sich direkt bei den jeweiligen Rechtsabteilung der eigenen Kirche bzw. des eigenen Verbandes informieren).

– Was heißt aber „öffentlich“? – Die MPLC (Motion Picture Licensing Corporation) schreibt: „Die hier vom Urheberrecht für den Ausschluss der Öffentlichkeit geforderte enge, persönliche Verbundenheit der Teilnehmer untereinander liegt praktisch nur dann vor, wenn die Vorführung im Familien- oder engsten Freundeskreis, d.h. im Privatbereich erfolgt. Der Kauf oder das Ausleihen von Filmen berechtigt nur zur Vorführung in einem privaten Umfeld.“ (s. dortige Website) -> ALLE anderen Vorführungen sind demnach öffentlich und bedürfen einer Lizenz. Auch Gottesdienste!

– Fernsehsendungen dürfen öffentlich nicht vorgeführt werden.

YouTube-Videos

– Eine private Kopie von YouTube-Videos ist in Deutschland „zu Sicherungszwecken“ auf dem eigenen Rechner (mittlerweile) erlaubt. Das Urheberrecht wird damit nicht verletzt. Nicht erlaubt ist aber eine Vervielfältigung oder gar eine kommerzielle Nutzung, die über diese Privatkopie hinaus geht.

– Allerdings gilt, dass öffentliche Vorführungen (z.B. in einem Gottesdienst) von Dateien, die auf dem eigenen Rechner (als legale Sicherungskopie) gespeichert wurden, rechtlich nicht abgedeckt sind! Nur wenn du das Video dort direkt aus dem Netz abspielst (streamst), weil euer Raum über einen Internetzugang verfügt, bist du – juristisch gesehen – wieder im Spiel und rechtlich alles sauber. 

– Grundsätzlich ist aber zu beachten, dass wiederum zahlreiche Personen, die YouTube-Videos hochladen, gar keine Rechte an diesen Dateien haben und somit illegal hochladen!

  • Die CCLI (Christian Copyright Licencing Incorporated) führt aus: „Und so kann es durchaus passieren, dass man illegale Kopien in der Gemeinde zeigt. Es stellt sich dann die Frage, ob die Gemeinde dafür haftbar gemacht werden kann. Aus unserer Sicht ist das eher unwahrscheinlich, aber definitiv auszuschließen ist es nicht. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Ausschnitte von Kinofilmen gezeigt werden, denn die Filmproduzenten stellen ihr Material mit Sicherheit nicht selbst auf YouTube, sondern wollen stattdessen ihre DVDs verkaufen. (Ausnahmen stellen Werbetrailer von Filmen dar.)“ (dortige Website)
Werbung

Werbung mit Bildmotiven des Films sind generell zu vermeiden. Rechte hierfür bietet KEINE erworbene Filmlizenzen (weder die MPLC- und CCLI-Lizenzen noch die des Ökumenischen Medienladens). Hier könnte es demnach leicht zu Anklagen durch örtliche Kino-Betreiber kommen („kommerzielle Konkurrenz“). Redaktionelle Werbetexte (ohne Nennung des Filmtitels) mit Bildern, zu denen man auch die Rechte hat, sind wiederum möglich.

  • Die Lizenzbedingungen der CVL-Filmlizenz (CCLI) besagen Folgendes: „Filmtitel dürfen nicht öffentlich beworben oder publiziert werden…“ Man darf also in der Öffentlichkeit weder das Filmplakat abdrucken noch den Filmtitel erwähnen! Eine Gemeindewebseite gilt auch als öffentlich. 

Erlaubt ist aber, zu einer Filmvorführung einzuladen und auch das Thema des Films bzw. der Veranstaltung zu nennen. Und: Innerhalb der Gemeinde ist auch die Nennung des Filmtitels in Ordnung (z.B. Abkündigung im Gottesdienst).
Dieses Merkblatt des Ökumenischen Medienladens fasst die Rechtssituation bzgl. Werbung detailliert zusammen.

Ausnahmen

– Gibt der Urheber dir die Nutzungsrechte für deinen Zweck (was man immer schriftlich einholen sollte), dann ist alles kein Problem.

– Ebenso beinhalten die im Ökumenischen Medienladen Stuttgart erhältlichen Artikel in der Regel ein öffentliches Vorführungsrecht für die Gemeindearbeit.

– Bei gekauften (Musik)Videos kann man immer die Lizenzbedingungen des Anbieters genau sichten – evtl. lassen diese ja doch ein öffentliches Vorführen zu.

– Bzgl. Werbung: lasst euch die konkrete Werbung von ihnen absegnen (am besten schriftlich.).

Einzellizenzen und Jahreslizenzen

Eine einfache Lösung und ein verantwortungsvoller Beitrag zur Einhaltung geltenden Rechts ist, Einzellizenzen oder Schirm- bzw. Jahreslizenzen für Filmaufführungen zu erwerben (da kann man dann auch die Filme nehmen, die legal privat erworben worden sind).

2 Anbieter sind hier zu nennen, die von über 400 Lizenzinhabern (Studios, Verleihern, Produzenten) dafür beauftragt wurden: MPLC (Motion Picture Licensing Corporation – säkular) und CCLI (Christian Copyright Licencing Incorporated). Sie bieten eine günstige und praktikable Möglichkeit dar, um Rechtsverletzungen zu vermeiden. Die CCLI bietet darüber hinaus auch Liedlizenzen für die Gemeindearbeit an.

  • Die CCLI ist dabei DER Ansprechpartner für Kirchen und Gemeinden und deren öffentliche Filmvorführungen im Rahmen des Gottesdienstes oder im Kirchengebäude.

Die Vorteile bspw. einer Jahreslizenz

  • Unbegrenzte Anzahl an Vorführungen am registrierten Lizenzort
  • Nutzung aller auf legalem Wege erworbener Filmformate
  • Filmausschnitte in Predigten und Impulsen
  • KirchenKino
  • Filme in Gottesdiensten
  • Filme in Hauskreisen, Kinder- und Jugendgruppen
  • Keine Berichterstattungspflicht hinsichtlich der vorgeführten Filmwerke
  • 365 Tage ab Lizenzbeginn gültig

Einschränkungen

  • Nutzung von Filmmaterial aus illegalen Quellen
  • Verwendung von TV-Aufzeichnungen
  • keine kommerzielle Nutzung

–> Allerdings garantieren deren Lizenzen natürlich nur die Vorführrechte für Filme der angeschlossen Filmstudios. Über 500 Filmstudios (Rechteinhaber) haben sich bspw. beim CVL-Lizenzprogramm der CCLI bereits angeschlossen. Darunter sind christliche Produzenten sowie große Hollywood-Studios. Dennoch nennt die CCLI folgende bekannte Filme, die nicht gezeigt werden dürfen:

  • „Fireproof – Gib deinen Partner nicht auf“ (2008) – Lizenz beim LUQS Verlag
  • „Die Passion Christi“ (2004) – Lizenz bei Park Circus
  • „Luther“ (2003) – Lizenz bei Matthias Film
  • „Ziemlich beste Freunde“ (2011) – Lizenz beim Kath. Filmwerk
  • „Die Feuerzangenbowle“ (1944) – Lizenz beim Filmverleih im Nordseepark
  • „Bedingungslos“ (2012) – Lizenz beim LUQS Verlag
  • „Amazing Grace“ (2006) – Lizenz beim LUQS Verlag

-> Man hat also noch stets zu prüfen, durch welche Filmfirma der jeweilige Film produziert wurde.

Preisbeispiele
Die Preise sind human. Die Jahreslizenz natürlich von Vorteil, wenn man ohnehin öfters Filme vorführt.

  • Die CVL-Einzelfilmlizenz der CCLI für eine Veranstaltung (bis zu 2 Wochen) richtet sich nach der Besucherzahl: Der Grundpreis pro Besucher liegt bei 0,85 € -> das Minimum bei 42,50 € (bis zu 50 Besucher dann).
  • Eine Jahreslizenz der CCLI für Besucherzahlen zwischen 100 – 249 kostet  225,00 €.

Hier gibt´s noch weitere detailfreudigere Rechtsauskünfte, das Rechte-ABC der CCLI für Kirchen und Gemeinden.

Weiterführende Informationen

Youtube-Filme ausleihen oder kaufen
Informationen zu CVL-Filmvorführungslizenzen der CCLI
Medienzentren / Kreisbildstellen auf Wikipedia

Sendungsgottesdienste entdecken und gestalten

Segen heißt…

Segen kommt vom lateinischen Wort signum (Zeichen, Kennzeichen) und bezeichnet ein Gebet oder einen Ritus, wodurch Personen oder Sachen Anteil an göttlicher Kraft bzw. Gnade bekommen. Der Begriff Segen entspricht dem lateinischen Wort benedictio, abgeleitet von benedicere aus bene („gut“) und dicere („sagen“), also „Gutes über jemanden sagen“. Ziel des Segens ist die Förderung von Glück und Gedeihen oder die Zusicherung von Schutz und Bewahrung. Der Segen erfolgt mit Worten und Gebärden.
In verkürzter Form ist das der Eintrag bei Wikipedia, den man unter dem Stichwort „Segen“ findet. Der Segen spielt natürlich in jedem Gottesdienst eine tragende Rolle. Er wird den Besuchern normalerweise gegen Ende des Gottesdienstes zugesprochen.

Demgegenüber sind Sendungsgottesdienste für Freizeitenmitarbeitende besondere Segnungsgottesdienste. In diesen speziellen Gottesdiensten werden die einzelnen Mitarbeitenden bzw. Mitarbeitendenteams von Freizeiten für deren Dienst ausgesandt. Sie bekommen (gemeinschaftlich oder einzeln) Gottes Segen für ihren Dienst zugesprochen. Jedem Mitarbeitenden soll damit klar werden, dass sie oder er mit ihrem bzw. seinem Tun und Handeln Gottes Wort ausbreiten und letztlich an SEINEM Reich bauen.

Sendungsgottesdienste für Freizeitenmitarbeitende

In vielen Bezirksjugendwerken, Kirchengemeinden oder CVJMs sind Sendungsgottesdienste für Freizeitenmitarbeitende zu einer festen Größe im Jahresablauf geworden. Diese Art von Gottesdienst kann ganz unterschiedlich gestaltet sein. Manche Bezirksjugendwerke integrieren die Aussendung in Gottesdienste, die bereits im Jahresverlauf zur Tradition geworden sind. Dazu gehören zum Beispiel Jugendgottesdienste oder Gottesdienste im Grünen. Wieder andere planen weitere Veranstaltungen um einen Sendungsgottesdienst herum, wie zum Beispiel ein Event für Mitarbeitende oder ein gemeinschaftliches Essen. In manchen Kirchenbezirken lässt es sich sogar der Dekan nicht nehmen die Aussendung der Mitarbeitenden selbst vorzunehmen. Gemein haben die meisten Gottesdienste, dass die jeweiligen Freizeiten mit ihren Eckdaten vorgestellt werden und die Teamer als Gruppe einen Segen erhalten. Das kann eher kurz und schlicht, aber auch ausführlicher und zum Beispiel mit der Geste des Handauflegens geschehen. In manchen Jugendwerken ist es zum Beispiel zur Tradition geworden, den Freizeiten eine Losung zuzusprechen, die das Team in der Durchführung ihrer Maßnahme begleitet.

Den Wert von Sendungsgottesdiensten verstehen

Nun kann man sich fragen: Warum das Ganze? Warum solch ein Aufwand bzw. ein separater Gottesdienst dafür? Brauchen die Mitarbeitenden denn diese Vergewisserung noch einmal? Lohnt sich dieser Aufwand?
Meist sind Mitarbeitende im Freizeitbereich auch in Gruppen und Kreisen vor Ort aktiv bzw. haben eine Schulung zu Beginn ihrer „Mitarbeiter-Karriere“ durchlaufen. Auch hier werden in einzelnen Kirchengemeinden Gottesdienste gefeiert, in denen Mitarbeitende in ihre Aufgabe als Gruppenleiter eingesetzt bzw. verabschiedet werden. In manchen Bezirksjugendwerken werden die Zertifikate in einem Gottesdienst übergeben. Das alles geschieht, um Menschen zu würdigen; ein Zollen von Respekt gegenüber den Menschen, die sich viele Stunden ehrenamtlich für andere engagieren. Ihr Dienst wird dadurch in der Öffentlichkeit bekannt. Daher lohnt es sich immer dreifach solche Gottesdienste zu feiern:

1. Nach innen – da die Mitarbeitenden und Freizeitenteams gestärkt und für ihren Dienst zusätzlich motiviert werden.
2. nach außen – um einer (breiten) Öffentlichkeit einer Kirchengemeinde bzw. eines Bezirksjugendwerks zu zeigen, welches ehrenamtliche Engagement im Bereich Freizeiten an den Tag gelegt wird.
3. nach oben – um (sich vielleicht noch einmal daran erinnern zu lassen) die „Dimension Gott“ – Gott und sein Handeln – in die Planung und Durchführung einer Freizeit oder des eigenen Lebens (wieder) entscheidend miteinzubeziehen. Also die Zeit der Freizeiten, als Zeit für und mit Gott zu nutzen.

Praktische Schritte – Dos & Don‘ts

Wenn man ein paar grundsätzliche Aspekte bedenkt, lassen sich Sendungsgottesdienste für Freizeitenmitarbeitende ansprechend planen und durchführen:

1.    Denk’ nicht, dass ein Sendungsgottesdienst nichts bewirkt!
Er dient der Vergewisserung der Freizeitmitarbeitenden und wird diese zusätzlich motivieren. Es lohnt sich also in jedem Fall, solch einen Gottesdienst zu planen und zu feiern.

2.    Bezieh‘ die Freizeitmitarbeitenden mit ein!
Sie und ihr Einsatz sind der Grund, warum dieser Gottesdienst stattfindet. Das kann dadurch geschehen, dass sie sich bzw. ihre Freizeit vorstellen und „nach vorne“ kommen und dann für die „Gemeinde“ sichtbar werden. Oder zum Beispiel dadurch, dass sie im Gottesdienst in der Vorbereitung bereits eingebunden sind und einen (kleinen) Teil beitragen.

3.    Gestalte den Gottesdienst vielfältig und bunt!
Zugegeben kein ganz neuer Tipp. Trotzdem besitzt er zeitlose Gültigkeit: Musik, die Predigt/ der Impuls, kreative Elemente, die Beteiligten,… Denn das spiegelt die unterschiedlichen Freizeiten wider.

4.    Setze ein Zeichen!
Gib den Gottesdienstbesuchern etwas mit!Sprich: Ein „Giveaway“ – ein kleines Geschenk, das sie an diesen Tag erinnert. Das hält die Erinnerung an den Gottesdienst wach und kann ggf. auch noch einmal die Kernaussage einer Predigt unterstreichen.

5.    Mach‘ es öffentlich!
Wenn möglich, sollte der Gottesdienst nicht ausschließlich von den Freizeitmitarbeitenden, die dort ausgesandt werden, besucht sein, sondern auch von einer Gemeinde. Dadurch bekommt das ganze „Gewicht“ und wird öffentlich. Denn die Jugendarbeit auf Freizeiten ist ein wichtiger Bestandteil der Jugendarbeit an sich. Handle also frei nach Paulus: „Tue Gutes und rede darüber!“ bzw. mache es öffentlich.

6.    Lade breit ein!
Manchmal hält man es ja selbst nicht für möglich: Da kommt die ältere, alleinstehende Damen zu einem Sendungsgottesdienst. Irgendwie deplatziert, denkt man sich da vielleicht. Wenn man dann aber nach dem Gottesdienst mit ihr ins Gespräch kommt, stellt sich bald heraus, dass auch ihre Jugend von Freizeiten und Fahrten geprägt war und sie ganz viele positive Erinnerungen daran hat. Eine Chance also, um Neues zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und vielleicht auch von einander zu lernen – in einer Gemeinde und darüber hinaus. Und das Ganze funktioniert dann besonders gut, wenn nach dem Gottesdienst nicht alle gleich auseinanderlaufen, sondern es eine zwanglose Möglichkeit zum Austausch gibt wie zum Beispiel ein Stehempfang, ein „Kirchen-Café“, ein kleiner Event oder ähnliches.

Eine Jungschar ist ein Angebot, das gemeinsame Erlebnisse für Kinder bietet. Bestenfalls fördern diese Erlebnisse Freundschaften unter Kindern. Um zu verstehen, wie man Kinder in ihren Freundschaften unterstützen kann, ist es wichtig, ihr Alter und damit ihre soziale Entwicklung zu beachten. Auch wenn nicht alle Altersspannen die Jungschararbeit betreffen, werden sie hier doch aufgeführt. So sind die Entwicklungsaufgaben des Kindes im Bezug auf Freundschaften insgesamt besser zu verstehen.

Wie sehen Kinderfreundschaften in bestimmten Altersstufen aus?

Kleinkinder spielen gerne in Gesellschaft Gleichaltriger, spielen aber eher nebeneinander für sich. So lernen sie, alleine zu spielen. Erste Sympathien können in diesem Alter zum Ausdruck kommen in Gesten und Mimik. Allerdings sind Kleinkinder noch mehr auf sich selbst fixiert.

Ab dem dritten Lebensjahr sind Kinder fähig, enge Beziehungen zu entwickeln. Dabei ist es nicht erheblich, welches Geschlecht das andere Kind hat. Zwischen 3 und 6 Jahren gehen Kinder mit dem Begriff „Freundschaft“ sehr großzügig um. Ein Freund/ eine Freundin ist jemand, mit dem/ der man gut spielen kann und der/ die nett zu einem ist. Am besten ist es also, wenn die andere Person gerne spielt, was man selber gerne spielt und wenn man dabei super gut miteinander klarkommt.  

In dieser Altersspanne wechseln Freunde schnell. Denn die andere Person sollte schnell verfügbar sein und man sollte nicht zerstritten sein. Streiten und Spielen gehören in dieser Altersspanne jedoch eng zusammen. Im ständigen Hin und Her, wer schuld ist, wer den Streit angefangen hat, usw., entwickeln Kindergartenkinder mehr und mehr soziale Kompetenz. Wichtig ist auch der Vergleich mit Gleichaltrigen: Wer kann schon seinen Namen schreiben? Wer kann schneller laufen? Wer kann höher bauen? Dabei lernen Kindergartenkinder ihre Schwächen und Stärken besser kennen. Das Kräftemessen sollte aber nicht boshaft ausarten.

Als Mitarbeiter_in kann man Freundschaften im Kindergartenalter z.B. fördern, indem

  • man Kindern Freiräume lässt, um miteinander zu spielen.
  • man Streite zulässt und begleitet, wenn sie zu eskalieren drohen.
  • man die Stärken der Kinder betont und darauf hinweist, wie gut es ist, was wer von wem lernen kann und umgekehrt.

Grundschulalter: Hier geht es vor allem darum, Verbündete zu suchen, um sich einen Platz unter den Gleichaltrigen zu sichern. Gleichgeschlechtliche Freundschaften gewinnen an Bedeutung.

Der beste Freund/ die beste Freundin muss loyal sein. Beleidigungen und Geheimnisverrat fallen schwer ins Gewicht, ebenso Angeberei, Besserwisserei, Egoismus. Schnell kann dabei eine Freundschaft wieder zu Ende sein.

Mädchen suchen eine enge vertrauensvolle Zweierbeziehung, daneben gibt es noch eine zweitbeste/ drittbeste Freundin. Wird man als beste Freundin entthront, ist das sehr schwer zu verkraften.

Freundschaften unter Jungen sind weniger eng, aber zuverlässiger und praktisch orientiert: wichtig sind gleiche Interessen und dieselben Spiele zu spielen.

Als Mitarbeiter_in kann man Freundschaften im Grundschulalter z.B. fördern, indem

  • man entsprechende Spiele bietet, die beziehungsfördernd sind.
  • man den Gruppenzusammenhalt fördert durch Kooperation: jeder ist willkommen, jeder gehört dazu. Man kann den Kindern als Gruppe eine Aufgabe geben, die sie gemeinsam bewältigen sollen!
  • man sie verschiedene Interessen ausprobieren lässt. Abwechslungsreiches Programm bieten. Den Kindern vor Augen führen, welches Kind dieselben Interessen hat.
  • man Freiräume gibt zum Freispiel. Im Freispiel entdecken Kinder andere Kinder, mit denen sie befreundet sein wollen.

10-12 Jahre: Kinder entwickeln sich in dieser Altersspanne in unterschiedlichem Tempo. Manche sind noch in ihrer Kindheit behaftet, andere zeigen vorpubertäre Züge. Daher ist in diesem Alter darauf zu achten, welche Interessen die Kinder gemäß ihrer Entwicklung haben und was man dementsprechend anbietet.

Die Themen der „PreTeens“ heißen: „Freundschaften vertiefen, Zeit miteinander verbringen“, d.h. zeitlich immer mehr mit Gleichaltrigen „abzuhängen“. Einerseits ist das Elternhaus der sichere verlässliche Hafen, andererseits geht es für die jungen Teenager zunehmend ins Einüben der Selbstständigkeit – weg vom Elternhaus.

Als Mitarbeiter_in kann man Freundschaften im PreTeensalter z.B. fördern, indem

  • man Angebote zu bietet, bei denen Freunde gemeinsam Zeit in der Gemeinde verbringen können und auch Zeit haben, miteinander zu reden und etwas zu erleben.
  • man PreTeens mehr in die Verantwortung nimmt und sich ausprobieren lässt.
  • man PreTeens mitgestalten lässt und dabei Fehler passieren dürfen und Katastrophen vom Mitarbeitenden abgewendet werden.
  • man als Mitarbeiter_in für PreTeens wichtige Vertrauensperson und Vorbild ist.

Sozialkompetenz fördern als Grundlage für gelingende Freundschaften

Was heißt Sozialkompetenz? Vereinfacht: man verfügt über die erforderlichen Fähigkeiten, um mit anderen umgehen zu können. Mit anderen umgehen können ist wiederum die Grundlage jeder Freundschaft. Für Kinder heißt das: mit anderen Kindern umzugehen und zu spielen; in einer Gruppe oder im Verein; mit Geschwistern zuhause. Darüber hinaus lernt das Kind, mit Erwachsenen umzugehen.

Das Ziel ist es, dass sich das Kind im Miteinander mit Kindern und Erwachsenen wohl fühlt und Spaß hat. Dazu gehört viel Übung im Miteinander. Eine Jungschar ist ein Übungsfeld hin zu mehr Sozialkompetenz. Dabei lernt das Kind u.a., für sich selbst einzutreten, auch mal nein zu sagen, zuzuhören, mit anderen mitzufühlen, sich an Situationen anzupassen, Spielzeug zu teilen, zu warten, bis man an der Reihe ist, freundlich zu sprechen, mit Ärger und Wut umzugehen, ein Spiel mitzuspielen, zu verhandeln, Regeln einzuhalten, Konsequenzen für sein Verhalten zu akzeptieren, mit Hänseleien umzugehen, die eigene Meinung zu sagen, mit anderen respektvoll umzugehen, für andere einzutreten und sicher noch mehr.

Freies Spielen mit anderen Kindern fördert diese Kompetenzen. Am besten bietet man den Kindern viel Gelegenheit dazu!

Freies Spiel

Im freien Spiel erwerben Kinder ganz beiläufig genau diese Sozialkompetenzen, die für Freundschaften so wichtig sind. Kinder haben heute weniger Gelegenheiten für freies Spielen, als noch Generationen davor. Das liegt daran, dass ein Kind später von der Schule nach Hause kommt, anschließend Hausaufgaben macht und dann oftmals der Rest der Zeit mit Musik, Sport oder Kursen belegt ist. Dadurch gibt es für Kinder weniger Freiraum, sich mit Kindern „einfach so“ zu treffen. Gerade das scheinbar ziellose freie Spiel braucht das Kind, um sich gesund sozial-emotional zu entwickeln. Im Spiel lernen Kinder selbst Lösungen zu finden und mit eigenen sowie mit den Gefühlen anderer Kinder umzugehen. Dadurch entwickelt sie mehr und mehr ihre Fähigkeit zur Empathie. Man tut den Kindern also einen Gefallen, sie einfach mal draußen spielen, sie in der Gegend rumstreuen und die Welt entdecken zu lassen.

Tipps für Mitarbeiter_innen:

  • Während einer Jungschar kann man Kindern in einer festgelegten Gegend (ein Waldstück, ein Feld, eine Wiese, ein Fußballplatz, ein großes Zelt) eine bestimmte Zeit den freien Raum geben. Die Grenzen der Gegend zeigt man den Kindern. Man kann sie dann beispielsweise ermutigen, sich mit wenigen Gegenständen (Stöcken, Bach, Blätter etc. ) eine eigene Welt zu erschaffen.
  • Sich als Mitarbeiter_in nicht ständig einmischen. Kinder zutrauen, dass sie Dinge selbst unter sich regeln können.
  • Spiele durchführen, die viel Freiraum bieten, wie Geländespiele mit Hüttenbau, Gruppenstrategie, Gestaltungsfreiheiten.

Was es sonst noch für Möglichkeiten gibt, Freundschaften zu fördern

Als Mitarbeiterteam Vorbild sein. Kinder schauen, wie Mitarbeiter_innen untereinander umgehen. Freundlichkeit färbt ab: sich gegenseitig loben, sich Gutes tun, beschenken, „danke“ sagen, respektvoller Umgang, bei Tisch Essen/ Trinken für andere holen, nicht schlecht übereinander reden, authentisch sein, etc..

Regeln vom Umgang miteinander zum generellen Start einer Jungschar mit den Kindern festlegen (was willst du, wie man hier mit dir umgeht?). So gehen Kinder respektvoll miteinander um. Man kann bei Regelverstößen mit allen Kindern darüber reden.

Kinder voreinander loben für sozial kompetentes Verhalten. Wenn sich Kinder für Schwächere einsetzen, Streit schlichten, einander loben, keinen ausschließen, respektvoll miteinander umgehen, die Gruppe zusammen bringen…, kann man dieses Verhalten durch ausgesprochenes Lob verstärken.

Quellen:

  • Buch: „Kinder und Sozialkompetenz“, Anne Kooijman, www.supercoolefreunde.com
  • www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/freunde-finden-so-unterstuetzen-sie-ihr-kind-dabei

Wir wollen ein gutes Leben für alle Menschen!

Der Klimawandel und seine Folgen ist für viele Menschen im globalen Süden schon heute deutlich spürbar.  Der ungerechte Welthandel und die rücksichtslose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen tragen dazu bei, dass Menschen in Armut leben. 

Wir können was tun!

Gemeinsam.Fair.Nachhaltig.

In unserer Jugendarbeit haben wir unzählige Möglichkeiten, fair zu handeln und die Schöpfung zu bewahren. Damit alle Menschen, hierzulande und weltweit, heute und in Zukunft, ein gutes Leben haben. Das ist schöpfungsgerechte Jugendarbeit für uns.

Macht mit! Mit der Initiative Faire Jugendarbeit könnt ihr eure Jugendarbeit schrittweise und in eurem eigenen Tempo fair und nachhaltig umgestalten.

www.fairejugendarbeit.de

So seid ihr dabei:

  • Ihr beschließt die Teilnahme an der Initiative Faire Jugendarbeit und benennt eine Ansprechperson.
  • Zur Anmeldung schickt ihr der Initiative eine „SelbstFAIRpflichtung“.
  • Für die Auszeichnung Faire Jugendarbeit gibt´s 4 Voraussetzungen:
    • Bei euren Treffen und Veranstaltungen gibt´s regionale Kaltgetränke und fair gehandelten Kaffee und Tee.
    • Ihr macht euch auf den Weg eure Jugendarbeit nachhaltiger zu gestalten und erfüllt mindestens zwei weitere Kriterien der Fairen Jugendarbeit. Für die Umsetzung habt ihr ein Jahr Zeit.
    • Ihr informiert andere über das, was ihr tut. Dazu nutzt ihr eure Kanäle der Kommunikation (z.B. Newsletter, Heftle/Blättler, Social Media, lokale Medien, …).
    • Ihr gebt den Gedanken der fairen Jugendarbeit an andere weiter. Dazu macht ihr mindestens einmal im Jahr eine Bildungsveranstaltung zum Thema „Fair Handeln bei uns und weltweit“. Ihr könntet z.B. einen Thementag auf eurer Freizeit dazu machen, besprecht das Thema in euren Gruppenstunden oder integriert es in eure Mitarbeiterschulung.

Geschafft!

Wenn ihr alle Schritte umgesetzt habt, berichtet ihr der Initiative davon und bekommt die Plakette der Fairen Jugendarbeit.

Und dann?

In den nächsten Jahren sucht ihr euch ein neues Kriterium aus und gestaltet so step by step eure Jugendarbeit um.

Die Kriterien der Fairen Jugendarbeit:

  • Wir bilden ein Team, dass die nachhaltige Beschaffung begleitet.
  • Wir kaufen für Gremien und Gruppenarbeit Lebensmittel, die regional, fair und , wenn möglich, aus Bio-Anbau stammen.
  • Wir kochen bei Freizeiten und Seminaren saisonal, regional, fair und wenn möglich bio.
  • Wir haben Beschaffungskriterien für Büro- und Bastelmaterial, Material für Programm, Spiel- und Sportgeräte, usw.
  • Wir verschenken sinnvolle, regional oder fair produzierte Give-Aways, T-Shirts und Geschenke.
  • Wir drucken Flyer, Plakate und Heftle/Blättle nachhaltig
  • Wir vermeiden Müll und wo er trotzdem anfällt, machen wir Mülltrennung.
  • Wir stellen auf Ökostrom aus 100% regenerativen Quellen um oder setzen uns dafür ein.
  • Wir reisen umweltfreundlich: zu Fuß oder Fahrrad, mit Bus und Bahn, in Fahrgemeinschaften und wo (nicht) möglich, kompensiert Fahrten.
  • Wir achten auf nachhaltige IT, Elektronik und Veranstaltungstechnik indem wir leihen/mieten, umweltbewusst einkaufen oder den Lebenszyklus verlängern.
  • Wir schauen über den Tellerrand und tun uns mit anderen zusammen: ökumenisch, interkulturell, international, mit der Gemeinde oder Vereinen.
  • Wir sind mit dem Grüner Gockel, EMAS, EMAS+ zertifiziert oder gerade dabei.
  • Wir setzten unser eigenes Kriterium um (In Absprache mit der Initiative).

Ihr habt noch Fragen oder wollt die Initiative persönlich vorgestellt bekommen? Dann meldet euch bei

Mechthild vom EJW-Weltdienst
Mechthild.Belz@ejwue.de

Neugierig auf mehr?

Jetzt reicht´s!
Online-Sammlung mit Ideen und Anregungen für dein Engagement für eine Welt, in der wir gut und nicht auf Kosten anderer Menschen und der Umwelt leben. weiterlesen

Finde euren Hebel für Veränderung!

Wir wollen, dass alle Menschen auf der Erde gut und in Frieden leben können. Und wir wollen, dass unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Immer mehr Menschen haben gute Ideen, wie Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit ganz konkret aussehen können. Sie wollen gesunde Lebensmittel aus regionaler und ökologischer Landwirtschaft. Sie wünschen sich erschwingliche, nachhaltige und komfortable Fortbewegungsmöglichkeiten. Sie engagieren sich für vor Ort erzeugte, erneuerbare Energie. Sie möchten Produkte kaufen, für die keine Menschen ausgebeutet wurden. Sie setzen sich für ein soziales Miteinander ohne Armut und Abstiegsängste ein.

Ran an Strukturen, Regeln und Rahmenbedingungen!

Wie können wir in unserer Jugendarbeit Rahmenbedingungen so gestalten, dass nachhaltiges Verhalten leichter, naheliegender, preiswerter oder zum Standard wird?

Wenn wir das schaffen, ist unser Engagement für Nachhaltigkeit bleibend und bei vielen Personen verankert. Alle können dabei helfen – und am besten klappt es gemeinsam in Gruppen: Mitarbeitende können sich dafür einsetzen, dass es auf Freizeiten saisonales und biologisches Essen gibt. Der Vorstand kann dafür sorgen, dass die Geldanlagen des Vereins nur noch nachhaltig angelegt werden. Jugendliche können erreichen, dass regionale Getränke das Standardangebot bei Treffen oder Festen wird. Oft können Nachhaltigkeitsprojekte, wenn sie in kleinem Maßstab erfolgreich umgesetzt wurden, im weiteren Verlauf auf größere Wirkungskreise übertragen werden (z.B. vom Verein zum Verband oder von der Jugendarbeit auf die ganze Kirchengemeinde).

  • Dafür braucht es Wissen und Ideen: Auf welchen Handlungsebenen könnt ihr wie aktiv werden? Welche Hebel für Veränderungen gibt es dort? Wer ist dort ein relevanter Ansprechpartner?
  • Dafür braucht es Reflexion: Welche eurer Stärken könnt ihr dabei gewinnbringend einsetzen?
  • Dafür braucht es Strategien: Mit welchen Schritten fangt ihr an? Wie findet ihr Verbündete? Welche Strategie führt zum Erfolg?
  • Und dafür braucht es Mut machende Beispiele: Wo wurde ein Projekt schon einmal so oder so ähnlich umgesetzt? Was könnt ihr davon lernen?

Ihr seid auf der Suche nach Inspiration?

Hier findet ihr eine Auswahl an Hebel auf einen Blick.

Mit dem Online-Angebot www.handabdruck.eu werdet ihr bei den ersten Schritten hin zu eurem positiven Handabdruck unterstützt.

Antworten auf häufig gestellte Fragen (frequently asked questions) zum Handabdruck findet ihr in den FAQ.

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Die Initiative Kirche liebt Gerechtigkeit ist mit ihrer Homepage eine super Online-Ressource für

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