Ester

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 2/2022. Es geht in fünf Lektionen um Geschichten von Ester:

Lektion 5: Ester 1,1-2,18 Ester wird Königin

Lektion 6: Ester 2,19-23 Lebensretter

Lektion 7: Ester 3,1-15 Ein böser Plan

Lektion 8: Ester 4,1-5,17 Eine mutige Entscheidung

Lektion 9: Ester 6-9 Gott macht’s gut

Zusatz: Das Purimfest feiern – Gott schenkt Rettung und Sieg

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Die Kinder sollen erfahren, dass Gott einen Plan für jedes von ihnen hat und jedes Kind an den richtigen Platz stellt und sie dort gebrauchen will.

Checker

Die Kinder sollen lernen, dass Gott uns für seine Aufgaben gut ausrüstet, auch wenn sie Angst davor haben und dass Gebete sie in der Vorbereitung stark machen.

Der Text an sich

Im ersten Teil des Textes geht es um die Trauer Mordechais. Er drückt sein Entsetzen und seine Not dadurch aus, dass er sich mit einem Sack kleidet und Asche auf seinen Kopf streut. In dieser Kleidung konnte er den Königshof jedoch nicht mehr betreten und schon gar nicht mit Ester als Königin persönlich sprechen. Deshalb möchte Ester, die von allem noch nichts weiß, dass er sich wieder ordentlich kleidet. Mordechai lehnt das jedoch ab, da ihn der Erlass, den Haman im Namen des Königs verfasst hat, so sehr betrübt. Durch einen Diener wird Ester von diesem Erlass berichtet. In ihrer Position als Königin hat sie Einfluss auf den König und kann ihn um sein Eingreifen bitten.  

Doch Ester hat Angst zum König zu gehen. Jeder, der vor den König tritt, ohne dass er von ihm gerufen wird, muss sterben, es sei denn, der König streckt ihm sein goldenes Zepter entgegen. Diese Aufgabe kann Ester also das Leben kosten. Doch Mordechai macht deutlich, dass Gott sie vielleicht gerade deshalb zur Königin gemacht hat, um ihr Volk in dieser Situation zu retten. Ester bittet Mordechai und das Volk, sie mit Gebet und Fasten in der Vorbereitung zu unterstützen. Diese intensive Vorbereitung macht den Ernst der Lage deutlich und zeigt, dass nur Gottes Eingreifen in dieser Situation retten kann. Nach der Zeit des Betens und Fastens wagt es Ester zum König zu gehen. Der König zeigt sich gnädig und Ester darf ihren Wunsch äußern. Doch anstatt ihre Bitte direkt zu äußern, lädt sie Haman und den König zum Abendessen ein. Wieder will der König den Wunsch von Ester wissen und erneut lädt sie die beiden zum Essen ein. Durch dieses Vorgehen erhöht sie die Chance, dass der König ihr diese riskante Bitte gewährt.

Als Haman das Essen verlässt ist er stolz darauf, dass er alleine mit dem König bei der Königin zu Gast sein durfte und sogar erneut eingeladen wurde. Doch Mordechai ärgert ihn, da er Haman immer noch nicht die Ehre erweist, die ihm seiner Meinung nach zusteht. So beschließt er mit seinen Freunden und seiner Ehefrau einen Galgen für Mordechai zu bauen und den König darum zu bitten, Mordechai aus dem Weg zu schaffen. Mit diesem Vorhaben schaut er dem zweiten Abend bei der Königin mit Ruhe und Freude entgegen.

Der Text für mich

Als ich den Text las, ist mir sehr deutlich geworden, dass Gott uns an den Platz stellt, an dem er uns gebrauchen möchte. Er plant in weiser Voraussicht, bis er uns eine direkte Aufgabe gibt. Diese Aufgabe müssen wir nicht alleine meistern, denn Gott stellt uns Freunde und Gemeinde an die Seite, die uns unterstützen. Zudem ist hier das Gebet eine tragende Säule zur Erfüllung der Aufgabe. Das Gebet gibt uns Kraft und trägt uns durch. Ester war schon lange nicht mehr beim König und trotzdem wagt sie es. Ihr Vorbild macht Mut, dass wir auch die herausfordernden Aufgaben mit Gottes Hilfe bewältigen können.

Der Text für dich

Starter

Kinder erleben in ihrem Alltag immer wieder, dass sie von anderen als störend wahrgenommen werden oder nicht gebraucht werden. In dieser Geschichte geht es um Ester, der Gott eine wichtige Aufgabe gibt und sie ganz bewusst an diesen Platz gestellt hat, um genau diese Aufgabe auszuführen. Gott möchte jeden gebrauchen, auch die Kinder. Sie sollen sehen, dass jeder gebraucht wird und dass sie mit Gott auch mutige Dinge wagen können.

Checker

Manchmal stehen Kinder vor Aufgaben, die sie aus ihrer Sicht nicht bewältigen können oder die sie überfordern, z. B. eine Schularbeit in einem Fach, das ihnen überhaupt nicht liegt. Esther geht mit ihrer Angst und ihren Zweifeln ins Gebet und erlebt, dass Gott sie mutig macht und durchträgt. Die Kinder sollen erleben, dass Gott ihnen hilft und sie vorbereitet, aber sie mit Gott an ihrer Seite auch mutig sein dürfen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1:

Ein goldenes Zepter spielt heute eine sehr wichtige Rolle. Das Zepter ist das Zeichen für die lebensrettende Entscheidung des Königs.

Mit den Kindern soll so ein goldenes Zepter gebastelt werden. Dafür eigenen sich z.B. die leeren Rollen von Küchenpapier. Die Rollen können bunt bemalt und anschließend mit Glitzersteinen oder Ähnlichem verziert werden.

Idee 2:

Stellt euch vor, ihr seid bei einem König oder einer Königin persönlich zum Essen eingeladen. Lasst die Kinder erzählen, wie sie sich alles vorstellen. Wie sieht der Raum aus? Was gibt es zu essen? Wie sehen die Königin oder der König wohl aus?

Wer möchte kann das Festessen aus der Geschichte nachspielen und mit den Kindern das Essen vorbereiten, den Tisch decken und gemeinsam den Raum schmücken. Dabei können die Vorstellungen der Kinder mit eingebaut werden.

Verkündigung

Erzählt die Geschichte mit Gegenständen oder Bildern:

Folgende Gegenstände oder Bilder werden benötigt: Sack und Asche, Schürze, männliche Figur, Schriftrolle, Fragezeichen, Gebetswürfel, Goldenes Zepter, Einladung, wütender Smiley

Sack und Asche: Die ganze Stadt ist in Aufruhr. Ein neues Gesetz des Königs wurde in alle Enden des persischen Reiches geschickt. Als Mordechai hörte, was geschehen war, zerriss er vor Entsetzen seine Kleider und fing laut an zu weinen. Alle Juden sollten getötet werden. Jeder Mann und jede Frau im ganzen Königreich. Als Zeichen dafür wie groß seine Not und Trauer war, kleidete er sich mit einem Sack und streute Asche auf seinen Kopf. Laut weinend machte er sich auf den Weg zum Palast, doch in dieser Trauerkleidung durfte er den Königshof nicht betreten.

Schürze (als Zeichen für die Dienerinnen): Esters Dienerinnen sahen Mordechai, wie er in seiner Trauerkleidung weinen vor dem Palast auf und ab ging und berichteten Ester davon. Ester schicke ihre Dienerinnen zurück zu Mordechai und ließ ihm neue Kleider bringen, damit er den Palast betreten konnte. Doch Mordechai weigerte sich seine Trauerkleidung abzulegen. Wieder überbrachten die Dienerinnen Ester die Nachricht.

Männliche Figur: So konnte Ester nicht mit Mordechai persönlich reden. Sie musste einen anderen Weg finden. Deshalb rief Ester Hatach ihren persönlichen Diener zu sich. Ihm konnte sie vertrauen. Sie gab ihm den Auftrag herauszufinden, was mit Mordechai passiert war.

Schriftrolle: So machte sich Hatach auf den Weg zu Mordechai und Mordechai berichtete ihm alles was geschehen war. Er erzählte von dem bösen Plan Hamans und dem Gesetz, das er im Namen des Königs verfasst hatte und deshalb alle Juden im ganzen Königreich sterben sollten. Mordechai gab Hatach eine Schriftrolle, in der dieses Gesetz des Königs aufgeschrieben war. Ester sollte selbst lesen, wie schlimm es um das ganze Volk der Juden stand. Bevor Hatach zu Ester zurückkehrte, gab Mordechai ihm eine weitere Botschaft mit. Ester muss zum König gehen und sich für ihr Volk einsetzen.

Ein Fragezeichen: Als Ester diese Nachricht hörte, war sie entsetzt. Alle Juden sollen sterben, das war unfassbar. Aber was sollte sie jetzt tun? Sie konnte nicht einfach zum König gehen. Zum König durfte man nur gehen, wenn man zu ihm gerufen wurde. Wer einfach so vor dem König erscheint muss sterben, es sei denn, der König streckt sein goldenes Zepter aus. Ester war verzweifelt. Was stellte Mordechai sich da vor, sie konnte nicht einfach zum König gehen und er hatte sie auch schon lange nicht mehr zu sich gerufen. Mit dieser Nachricht schickte sie Hatach wieder zu Mordechai.

Gebetswürfel: Doch Modechai antwortete Ester: Du bist die Einzige die zum König gehen kann und vielleicht hat Gott dich gerade deshalb zur Königin gemacht, damit du dein Volk retten kannst. Als Ester diese Nachricht hörte, traf sie eine Entscheidung. Mordechai und alle Juden in der Stadt Susa sollten mit Ester drei Tage lang fasten und zu Gott beten und so um Gottes Beistand bitten. Auch ihre Dienerinnen sollen dabei mitmachen. Danach würde Ester zum König gehen – egal ob sie sterben muss oder nicht. Wenn einer sie vor dem Tod retten konnte, dann war es Gott und er würde ihr auch die Kraft und den Mut für diese Aufgabe geben.

Goldenes Zepter (aus der Hinführung): Nach diesen drei Tagen nahm Ester allen Mut zusammen und machte sich auf den Weg zum König. Aufgeregt betrat sie den Thronsaal, doch als der König sie erblickte, streckte er ihr sein Zepter entgegen. Sie war gerettet. Der König war gnädig mit ihr und fragte nach ihrem Wunsch.

Einladung: Doch anstatt ihm ihren Wunsch zu sagen, lud Ester den König und Hamann zum Abendessen ein. Dort beim Abendessen fragte der König Ester wieder nach ihrem Wunsch. Denn sie war ja nicht ohne Grund bei ihm erschienen. Doch Ester wollte noch immer nicht sagen, was sie vom König wollte und bat den König und Haman am nächsten Tag noch einmal zu ihr zum Essen zu kommen, dann würde sie ihm ihren Wunsch sagen.

Wütender Smiley: Nach dem guten Essen und voller Stolz, dass er zu Gast bei der Königin gewesen war, ging Haman nach Hause. Auf dem Heimweg begegnete er Mordechai. Das machte Haman wütend, denn noch immer weigerte sich Mordechai sich vor ihm zu verbeugen. Sobald er zu Hause ankam, begann er mit seiner Frau und seinen Dienern einen Racheplan gegen Mordechai zu schmieden. Beim Essen mit der Königin am nächsten Tag würde er den König um die Erlaubnis bitten Mordechai zu töten, sodass er ihn nie wieder sehen musste. So zornig war Haman.

Die andere Idee

Die Geschichte wird aus der Sicht der Königin Ester erzählt, die während der Erzählung die letzten Tage Revue passieren lässt und sie in ihrem Tagebuch aufschreibt.

Der Text gelebt

Wiederholung

Jedes Kind darf sich einen Gegenstand aus der Geschichte aussuchen. Dann kann jeder den Teil seines Gegenstandes aus der Geschichte nacherzählen. So kann jedes Kind einen Teil der Geschichte beitragen.

Gespräch

Ester hatte eine spezielle Aufgabe, die in dieser Situation nur sie erledigen konnte:

  • Wo begegnen uns im Alltag besondere Aufgaben?
  • (z. B. mit dem Außenseiter in der Schule spielen oder ihn einladen, im Haushalt helfen wenn z. B. die Eltern krank sind …)

Esther war mutig und ist zum König gegangen:

  • Wo musstest du schon einmal mutig sein?

Gott hat Ester geholfen, dass der König gnädig mit er war:

  • Wo habt ihr schon einmal Gottes Hilfe erfahren?

Merkvers

Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Psalm 121,2

Die Worte des Bibelverses werden auf einzelne Blätter geschrieben und mit etwas Abstand durcheinander auf dem Boden festgeklebt. Wie bei einem Hüpfspiel müssen die Kinder dann in der richtigen Reihenfolge von Wort zu Wort den Bibelvers entlang hüpfen.

Gebet

Aus der Gesprächszeit können die Erlebnisse, wo die Kinder Gott erfahren haben, mit in ein Dankesgebet aufgenommen werden. Außerdem können die Kinder füreinander beten, wenn gerade „unlösbare“ oder schwierige Aufgaben vor ihnen stehen. Gott kennt jedes Kind und möchte ihm helfen. Darum können wir ihn bitten.

Kreatives

Passend zum Festessen wird gemeinsam etwas gebacken und dann gemeinsam gegessen:

Alternativ können vor der Verkündigung auch Muffins gebacken werden, die mit Kronen-/Königsdeko verziert und am Ende gemeinsam gegessen werden.

Spielerisches

Der König sagt: Dieses Spiel geht so wie „Simon says“. Alles was der König sagt muss gemacht werden, z. B. „Der König sagt: rechten Arm nach oben“. Dann müssen alle den rechten Arm nach oben nehmen. Wird der gleiche Satz gesagt, ohne dass der Satzteil „Der König sagt“ davor ist, darf keiner den Arm hochnehmen. Wer es doch macht, scheidet aus.

König für ein paar Minuten: Zu Beginn des Spiels wird ein König gewählt, dieser bekommt eine Krone aufgesetzt und darf sich auf einen Thron oder einen Berg aus Kissen setzen. Er darf nun Befehle geben, die ausgeführt werden müssen, z. B. gebt mir eine Massage, holt mir etwas zu trinken. Es darf sich kein Befehl wiederholen. Fallen dem König keine Befehle mehr ein, wird er abgesetzt und ein neuer König gewählt. Es gewinnt der König, der die meisten Befehle geben kann.

Rätselhaftes

Aus der Geschichte werden wahre und falsche Aussagen ausgesucht. Es gibt einen JA- und einen NEIN-Stuhl oder eine JA- und eine NEIN-Seite. Es wird eine Aussage vorgelesen und die Kinder müssen entscheiden, ob diese Aussage richtig oder falsch ist.

Mögliche Aussagen:

  1. Ester ist Königin
  2. Ester war in der letzten Zeit jeden Tag beim König
  3. Ester lädt den König und Hatach zum Essen ein
  4. Mordechai läuft in Trauerkleidung vor dem Königshof umher
  5. Mordechai bittet Ester um Hilfe
  6. Es soll einen Tag gefastet und gebetet werden
  7. Haman mag Mordechai
  8. Das goldene Zepter ist ein gutes Zeichen
  9. Man darf immer zum König gehen wann man will
  10. Ester erzählt direkt beim Essen, was sie vom König möchte

(T)Extras

Lieder

Meinem Gott vertraue ich gerne (Absoluto guto)

Ich will nicht mehr sagen ich kann das nicht

Gott braucht nicht nur große Leute

Sei mutig und stark

Das Ziel

Starter

Der wichtigste Termin in deinem Leben! Er wird alles verändern.

Checker

Zeit mit Jesus verändert alles.

Der Text an sich

Der Schreiber des Markusevangeliums wendet sich an die nicht jüdischen Menschen seiner Zeit. Es ist das kürzeste Evangelium. Zweimal finden wir einen detaillierten Tagesablauf, einmal ganz am Anfang und einmal am Ende. Kapernaum war eine Stadt mit vielen Bewohnern verschiedener Nationalitäten, unter anderem wohnten hier auch römische Soldaten. Deshalb erreichte Jesus hier nicht nur Juden, sondern auch die nicht jüdische Bevölkerung. Einige seiner Jünger sind hier zuhause. Jesus besuchte diesen Ort oft und immer wieder tat er dort Wunder. Trotzdem glaubten die Leute nicht an ihn. Einmal zählte er die Städte auf, die er oft besuchte. Dabei war auch Kapernaum. Er wirft ihnen vor, dass sie ihm nicht geglaubt haben. Ganz am Anfang einer Wanderzeit besucht er mit vier seiner Jünger die Stadt. Es ist Sabbat und Jesus geht in die Synagoge. Hier war der Treffpunkt der jüdischen Gemeinde, es wurde Gottesdienst gehalten. Am Sabbat hörten die Männer dem Rabbi zu, er las aus der Schriftrolle vor und erklärte den Text. Jeder erwachsene jüdische Mann, der sich in der Schrift auskannte, konnte aufgefordert werden aus der Schriftrolle vorzulesen und sie zu erklären. Jesus wartet auf keine Aufforderung, sondern er nimmt die Schriftrolle und lehrt. Die Menschen sind erstaunt über das, was er sagt. Hier begegneten sie einem Mann, der ganz anders auftrat und redete, als sie es gewohnt waren. Jesus trifft hier auf einen Menschen, der von einem bösen Geist besessen war. Er wusste, dass Jesus Gottes Sohn ist und sagt es auch öffentlich. Jesus befahl dem bösen Geist, den Menschen in Ruhe zu lassen. Die Besucher in der Synagoge waren erstaunt über die Macht, die Jesus hatte. Anschließend geht Jesus direkt zu Petrus nach Hause. Hier liegt seine Schwiegermutter krank im Bett. Obwohl Petrus Jesus noch nicht so lange kennt, vertraut er ihm. Jesus machte sie gesund. Weil die Menschen am Sabbat nicht Reisen durften, kamen sie erst am Abend, dem Beginn des neuen Tages, zu Jesus und brachten ihm ihre Kranken. In all dem Trubel nimmt sich Jesus aber auch die Zeit, um mit seinem Vater zu sprechen. Er geht noch in der Nacht an einen einsamen Ort, um zu beten.

Der Text für mich

„Keine Zeit,“ wie oft sagen wir das zu anderen? Die Arbeit, dazu die Herausforderungen zuhause, das bringt auch uns manchmal an die Grenzen. Der Text zeigt uns einen ganz normalen Tag von Jesus. Überrascht es mich denn, dass er genauso voll ist wie mein Tag?

Aber dann stellt sich bei mir doch die Frage, wie bekommt er das hin? Es wäre einfach und sicher falsch zu sagen, er ist eben Gottes Sohn. Er zeigt es uns im letzten Teil des Textes. Er spricht mit seinem Vater und tankt hier auf. Trotz aller Arbeit nimmt er sich Zeit zu Gesprächen mit Gott.

Der Text für dich

Starter

Der Terminkalender ist voll, das ist auch bei den Kindern oft so. Schule, lernen, Hausaufgaben, Sportverein oder Musikschule und dann noch die Verabredung mit einem Freund/einer Freundin. Wo passt da Gott rein und muss das überhaupt sein?

Wenn die Jungscharler eine Einladung bekommen, heißt es oft „keine Zeit.“ Die Antwort von mir „Keine Zeit – ich kenn das auch“, kann aber auch die Brücke zu einem Gespräch sein. Hier können wir ihnen zeigen, dass es bei aller Unruhe einen Platz gibt, wo es Ruhe gibt für den wichtigsten Termin ihres Lebens. Wir können ihnen Jesus zeigen, der immer zuhört und immer Zeit hat und ihr Leben komplett verändern kann.

Checker

Was hat eine Tankstelle mit der Stillen Zeit zu tun? Auf den ersten Blick sicher nicht viel. Wenn sie genauer hinsehen, werden sie aber merken, dass der Vergleich passt. Auftanken können, wachsen im Leben mit Jesus und das trotz vollem Terminkalender. Hier können sie ihren vollen Terminkalender mit Jesus durchsprechen und zur Ruhe kommen. Oft ist niemand da, der ihnen zuhört, aber hier begegnen sie jemandem, der immer zuhört und Zeit hat. Die Jungscharler sollen lernen, diese Zeit nicht als eine Verpflichtung zu betrachten, sondern als ein Geschenk.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Wir bringen ein sehr schön verpacktes Geschenk mit. Schon von außen sieht man, dass etwas Wertvolles eingepackt ist. Im Paket sind einzelne Buchstaben, die zusammengesetzt das Wort Zeit ergeben. Vielleicht kann man sie noch verzieren. Sie sehen auf jeden Fall wertvoll aus. Was denkt ihr, ist in diesem Paket drin? Es ist sicher etwas sehr Wertvolles. Wir lassen die Kinder raten. Auf vorbereiteten Zetteln steht zum Beispiel: Sehr wertvoll, steht nicht immer zur Verfügung, habe ich nicht, sie verfliegt. Man kann sie nicht aufhalten, sie hinterlässt Spuren usw. Dann wird das Paket ausgepackt und zusammengesetzt.

Die Jungscharler sollen ganz spontan eine Antwort auf die Frage nach ihrer Erfahrung mit der Zeit geben.

Idee 2

Wir bringen ein Plakat mit einem großen aufgemalten Zifferblatt mit. Auf 12 Segmente schreiben wir verschiedene Vorschläge: Schule, Spielen, essen, usw. Gemeinsam überlegen wir uns, wie wir unsere Zeit einteilen können. Was ist wichtig und gehört zu unserem Tagesablauf? Was können wir zusätzlich dazu einteilen? Das wird bei jedem etwas verschieden sein. Aber wir können es in Überbegriffen unterbringen. Was bleibt übrig oder was haben wir vergessen? Haben wir auch Zeit mit Gott eingeplant?

Verkündigung

Verkündigungsart: Bodenbild

Wenn es einen großen Tisch gibt, kann das Bild auch hier aufgebaut werden. Die Figuren können während des Erzählens aus Plasteline geformt, oder bereits als fertige Figuren mitgebracht werden.

Die Kinder sitzen im Kreis um die Erzählplatte. Man sieht eine Landschaft, braune und grüne Tücher, eine Stadt mit ein paar Schachtelhäusern steht da. Ein Weg aus Pappkarton führt zur Synagoge (Haus mit einem S) von dort aus geht der Weg zum Haus von Petrus und dann aus der Stadt. Daneben liegt eine gebastelte Uhr mit beweglichen Zeigern. Nach jedem Ereignis wird der Zeiger weitergedreht. Die Kinder sehen wie die Zeit vergeht.

„Wo ist Jesus hingegangen?“ Suchend blickte Petrus um sich. „Er hatte sich doch wie alle anderen im Haus zum Schlafen hingelegt. Jetzt war er unauffindbar.“ Aufgeregt öffnete Petrus die Haustüre. Im ganzen Haus hatte er schon gesucht, doch nirgends war Jesus zu finden.

Petrus trat kopfschüttelnd vor die Tür, vielleicht war Jesus irgendwo hier draußen. Er machte sich auf die Suche. Es war noch sehr früh, der Mond stand noch am Himmel. Es war kühl und alles schlief noch. Auch die anderen waren wach geworden. Gemeinsam machten sie sich auf, um Jesus zu suchen. Fröstelnd gingen sie leise die Straße entlang. Nach diesem aufregenden Sabbat waren alle sehr spät schlafen gegangen. Petrus schmunzelte. Das hatten die Menschen in der kleinen Stadt Kapernaum nicht erwartet. Alle Männer waren wie gewohnt in die Synagoge zum Gottesdienst gegangen. Gemeinsam mit Jesus waren auch die Jünger dort. In der Synagoge nahm Jesus die Schriftrolle und las vor. Das war nichts Besonderes. An jedem Sabbat las jemand anderes.

Aber plötzlich rief jemand laut dazwischen: „Du bist Gottes Sohn“, sagte die Stimme. Ein Mann war aufgestanden und störte den Gottesdienst mit seinen Rufen. „Sei still und schweige und verlass diesen Menschen“, befahl der fremde Mann. Plötzlich wurde es totenstill, was würde geschehen? Der Mann stürzte zu Boden und dann war er ganz ruhig. So etwas hatten sie noch nicht erlebt. Was würde dieser fremde Mann jetzt tun? Jesus saß ruhig da und gab die Schriftrolle zurück. Aber dann fing er an, den Text zu erklären. Staunend hörten sie ihm zu. Noch nie hatte ihnen jemand die Heilige Schrift so erklärt. Es war, wie wenn dieser Fremde Gott persönlich kennen würde. Er erzählte so begeistert von Gott. Er strahlte eine Macht aus. Wer das wohl war? Manche flüsterten, das ist sicher dieser neue Wanderprediger. Er war schon am Jordan bei Johannes. Andere meinten, das ist Jesus, er soll der versprochene Messias sein. Aber ob das stimmt?

Überall standen nach dem Gottesdienst die Menschen und redeten miteinander. Petrus schüttelte den Kopf. Er war auch erstaunt, solange kannte er Jesus noch nicht. Aber das war noch nicht alles. Langsam machten sie sich auf den Weg zu Petrus nach Hause. Seine Schwiegermutter hatte bestimmt schon etwas gekocht. Petrus erinnerte sich genau an das komische Gefühl, als er das Haus betrat. Irgendetwas war nicht in Ordnung.

Es war so still und ruhig. Was war passiert? Er war schon einige Zeit weg gewesen, eigentlich sollten sich die Hausbewohner freuen. Aber da kam schon Mirjam, seine Frau, angelaufen. Sie sah traurig aus: „Was ist passiert?“ Fragend sah Petrus seine Frau an. Er war beunruhigt, irgendetwas stimmte nicht, niemand freute sich. Weinend erzählt Mirjam den Männern: „Meine Mutter ist krank. Sie hat hohes Fieber und es geht ihr nicht gut. Was sollen wir machen?“ Petrus sah Jesus fragend an. Konnte er ihn bitten seiner Schwiegermutter zu helfen? Zögernd bat er: „Kannst du ihr helfen?“ Jesus ging in das Zimmer der kranken Frau. Man sah ihr an, dass es ihr nicht gut ging. Sie hatte ein rotes Gesicht durch das Fieber. Aber was machte Jesus da? Er fasste ihre Hand an und plötzlich sah sie überhaupt nicht mehr krank aus. Sie setzte sich auf und streckte die Beine aus dem Bett, dann stand sie auf. Sie brauchte auch keine Zeit zur Erholung, sie machte sich sofort wieder an die Arbeit. Alle sahen sich verdutzt an, Jesus hatte die Frau gesund gemacht. Niemand würde denken, dass sie krank gewesen war. Fröhlich saßen alle beim Essen und feierten das Wunder.

An diesem Abend, als der Sabbat vorbei war, kamen viele Menschen zum Haus von Petrus. Während dem Sabbat durften sie keine Kranken zu ihm bringen. Aber jetzt kamen sie und warteten darauf, dass Jesus sie gesund machte. Trotz der späten Stunde hatte Jesus Zeit für jeden Menschen. Er schickte niemanden weg. Das war auch für Jesus ein anstrengender Tag gewesen. Eigentlich müsste er doch noch schlafen. Wo war er nur? Sie waren schon außerhalb der Stadt als sie ihn plötzlich entdeckten. Er saß an einer ruhigen Stelle und betete.

Die andere Idee

Ein Reporter ist unterwegs und trifft Menschen aus Kapernaum. Er stellt ihnen die Frage „Wie sieht es mit deiner Zeit aus? Hast du Zeit?“

Manche sagen zu ihm „Nein, keine Zeit. Dann trifft er aber zwei Menschen, die ihm von einem Mann erzählen, der immer Zeit hat. Einmal ist es eine Person aus der Synagoge und die Schwiegermutter von Petrus. Der Reporter wird neugierig und sie fangen an zu erzählen.

Der Text gelebt

Wiederholung

Viele farbige Holzstäbe oder Kugeln liegen in einem Stoffsäckchen. Jede Farbe passt zu einer vorher festgelegten Frage. Die Kinder dürfen eines herausholen, ohne die Farbe zusehen. Durch die Fragen wird die Geschichte von den Kindern nacherzählt.

Gespräch

Wir nehmen einen kleinen Stein, auf den wir das Wort Zeit geschrieben haben. Außerdem stellen wir eine große Schüssel Wasser auf. Stellt euch vor, dieser Stein steht für all die Zeit, die Jesus an diesem Tag mit den Menschen verbracht hat. Was passiert, wenn ich den Stein in die Wasserschüssel werfe? Die Kinder werden verschiedene Antworten geben. (Es gibt dazu auch ein Lied.)

Im Leben der Menschen hat die Zeit, die sie mit Jesus verbracht haben, viele solcher Kreise gezogen. Welchen Unterschied macht es in meinem Leben, wenn ich diesem Jesus so vertraue wie die Menschen damals in Kapernaum? Wenn Jesus mein Freund ist und ich Zeit mit ihm verbringe, dann wird das auch in meinem Leben Kreise ziehen. Und vielleicht entsteht dann auch ein neuer Kreis, der zeigt, wie du anderen etwas von deiner Zeit schenkst.

Wie sieht es zum Beispiel mit deiner Stillen Zeit aus? Jesus ging und betete, heißt es in unserer Geschichte. Wenn du mit Jesus redest, dann verändert sich etwas. Er hört dir zu und hilft dir.

Merkvers

Ich bin bei euch alle Zeit. Matthäus 28,20

Der Merkvers wird auf eine Folie geschrieben und auf einen Overheadprojektor gelegt. Der Rahmen eines Tangrames wird daraufgelegt. Jetzt wird immer mehr abgedeckt. Wer kann den Vers auch dann noch sagen?

Gebet

Die Kinder bekommen einen Zettel und schreiben ein Gebetsanliegen auf. Wer möchte, schreibt auch einen Wunsch auf, was sich bei ihm verändern soll. Alles wird in einen Briefumschlag gesteckt und mit dem Namen beschriftet. Das nächste Mal darf man nachsehen, was sich verändert hat.

Kreatives

Aus der Geschichte wird ein Würfelspiel gebastelt. Dabei gibt es Stationen mit Fragen oder Aufgaben.

Stationen

  • Jesus und die Jünger besuchen die Synagoge = einmal aussetzten
  • Die Schwiegermutter des Petrus wird gesund, alle freuen sich und machen ein Fest = zwei Mal würfeln
  • Am Abend kommen die Menschen mit ihren Bitten und bringen ihre Kranken, es herrscht ein Gedränge = drei Felder rückwärtsgehen
  • Jesus geht weg zum Beten = noch einmal würfeln
  • Petrus sucht Jesus = einmal aussetzen

Es können auch andere Aufgaben eingebaut werden.

Spielerisches

Zeitspannen abschätzen:

Die Kinder werden in Gruppen eingeteilt. Alle gehen durch einen Raum. Sobald die Kinder einer Gruppe denken, dass zwei Minuten vorbei sind, treffen sie sich auf ihrem Platz. Wenn alle Kinder einer Gruppe zusammen sind, rufen sie „Stopp“. Wer hat die Zeit am besten geschätzt?

Essen auf Zeit:

Eine Schnur wird durch den Raum gespannt. Daran werden Brezeln oder etwas Ähnliches aufgehängt. Jedes Kind stellt sich unter eine Brezel, die Hände sind auf dem Rücken. Auf los versuchen sie die Brezeln zu essen.

Rätselhaftes

Hier gibt es verschiedene Rätsel zum Thema Zeit:

https://www.schulraetsel.de/raetsel_wortschatz-raetsel-thema-zeit_108216.html

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 1/2022. Es geht in sechs Lektionen um Geschichten von Jesus aus dem Markusevangelium:

Lektion 2: Markus 1,21-39 Ein Tag im Leben von Jesus

Lektion 3: Markus 2,1-12 Heilung des Gelähmten

Lektion 4: Markus 2,13-17 Jesus beruft Levi

Lektion 5: Markus 2,23-28 Das Ährenraufen am Sabbat

Lektion 6: Markus 3,1-6 Heilung am Sabbat

Lektion 7: Markus 4,35-41 Rettung im Sturm

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 4/2021. Es geht in fünf Lektionen um die Reise von Paulus nach Rom:

Lektion 5 Apostelgeschichte 26,1-32 Paulus vor Agrippa

Lektion 6 Apostelgeschichte 27,1-12 Mit Gott im Herbststurm

Lektion 7 Apostelgeschichte 27,13-44 Schiffbruch und Rettung

Lektion 8 Apostelgeschichte 28,1-10 Paulus auf Malta

Lektion 9 Apostelgeschichte 28,17-31 Paulus in Rom

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 4/2021. Es geht in vier Lektionen um die Geschichte von Ruth:

Lektion 1 Ruth 1 Gretchenfrage

Lektion 2 Ruth 2 Vergelt’s Gott

Lektion 3 Ruth 3 Der Erlöser

Lektion 4 Ruth 4 Eine Liebesgeschichte mit Happy End

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Die Kinder sollen lernen, dass Jesus immer bei ihnen ist. Auch in schweren und ausweglosen Situationen ist er da.

Checker

Die Kinder sollen lernen, auch in schwierigen Situationen auf Gott zu vertrauen und mit seiner Hilfe Verantwortung zu übernehmen, das Steuer in die Hand zu nehmen und ein Licht für andere zu sein.

Der Text an sich

Die Erzählung geht weiter, Paulus reist als Gefangener nach Rom. Wie letzte Woche erzählt, geraten Paulus und alle, die bei ihm sind, in Seenot. Sie sind auf einer Insel gelandet und erfahren, dass dies Malta ist. Dort werden sie von den Inselbewohnern freundlich aufgenommen. Diese versorgen sie mit dem Nötigsten. Anscheinend können sie sich verständigen. Paulus, der wieder einmal mithilft und das Feuer weiter anfeuert, wird von einer Schlange gebissen. Nun wendet sich der Blick der Menschen auf Paulus. Sie halten ihn für einen Mörder. Sie warten ab, was geschehen wird. Keiner hilft! Doch als Paulus nichts Schlimmeres passiert, vermuten sie, dass er ein Gott ist. Hier wird nicht explizit erwähnt, dass Paulus kein Gott ist, der Erzähler der Geschichte geht davon aus, dass uns Lesern klar ist, dass Paulus nur dort steht, weil Gott ihn heilt und hilft.

Der Blick der Inselbewohner auf Paulus ändert sich durch dieses Ereignis erneut. Der angesehenste Mann der Insel, Publius, nimmt Paulus und alle anderen auf. Er sorgt sich drei Tage lang um sie. Paulus kann in dieser Zeit viele Wunder tun, als erstes heilt er Publius‘ Vater von Fieber und Ruhr (bakterielle Magendarm-Erkrankung) und danach viele andere Kranke, die zu ihm gebracht werden. Paulus, der als Gefangener aufs Schiff kam, wurde zum inoffiziellen Kommandanten des Schiffes und nun zum Helfer auf der Insel. In all dem Schlechten, wie der Gefangennahme und der Seenot, ist er kein Opfer, sondern er hört auf Gott, übernimmt Verantwortung und hilft anderen.

Der Text für mich

Wir alle kennen Situationen, die schlecht sind, wo wir Leid erfahren. Paulus lehrt mich auf seiner Reise und hier auf Malta, dass es einen Unterschied macht, wie wir mit der Situation umgehen. Wenn wir in der Situation stecken, wissen wir oft nicht warum und wozu. Doch eins können wir immer tun: mit Gott in Verbindung bleiben. Mit ihm reden und herausfinden, was er von uns will. Und natürlich anpacken und logisch denken. Paulus versorgt das Feuer und wird dabei von einer Schlange gebissen. Im Text steht nichts davon, dass er flucht oder schreit, als er von der Schlange gebissen wird. Er scheint ruhig und besonnen zu sein, zu wissen, dass Gott bei ihm ist und für ihn. Er weiß, dass seine Reise noch nicht vorbei ist. Und auch als er dann bei Publius wohnt, hilft er mit seinen Gaben. Er hat die Gabe der Heilung und setzt diese ein. Dadurch verändert er das Leben von vielen, zum einen werden viele geheilt, aber sie lernen auch Jesus kennen. Ich möchte mir von dem Text mitnehmen, dass ich die Situation oft nicht verändern kann, aber wie ich mit ihr umgehe. Ich möchte einen Unterschied machen, für andere da sein und ein Licht sein.

Der Text für dich

Starter

Paulus ist in einer echt schwierigen Situation. Gestrandet auf einer Insel, nass und kalt. Und als er hilft, das Feuer anzuzünden, wird er auch noch von einer Schlange gebissen. Alle warten darauf, dass er nun stirbt oder schwer erkrankt. Doch Gott hält sein Versprechen, dass wir keine Angst vor Angriffen haben müssen, wenn wir für ihn unterwegs sind. Auch nicht vor dem Biss einer Schlange, siehe Lukas 10,19.

Was für eine kraftvolle Aussage! Wenn wir mit Gott unterwegs sind, also nach seinem Willen fragen und auf ihn hören, dann verspricht er auch, bei uns zu sein.  Um Gottes Willen kennenzulernen, müssen wir Gott kennenlernen. Und das lernen wir in der Bibel, im Gespräch mit Freunden, die auch Christen sind, und im Gebet, also Gespräch mit Gott.

Checker

Gott führt uns durch schwierige Situationen, in diesen Situationen dürfen wir lernen, Verantwortung zu übernehmen, aus der Opferrolle herauszukommen, das Steuer mit Gottes Hilfe zu übernehmen und ein Licht für andere zu sein. Paulus muss sehr viel durchmachen, weil er Jesus nachfolgt. Er könnte jetzt sauer auf Jesus sein und sich fragen warum. Doch davon lesen wir nichts! Er befolgt Gottes Anordnung und vertraut darauf, dass Gott ihn jetzt auch gebrauchen will. Er übernimmt Verantwortung und hilft mit. Er kümmert sich ums Feuer. Auch als er da gebissen wird, vertraut er weiter auf Gottes Wirken. Er hätte Grund genug, depressiv oder aggressiv zu sein oder Ähnliches. Doch er ist konstruktiv, er packt an, er hilft.  Obwohl alles schiefgeht, hat er Vertrauen, dass Gott es gut mit ihm meint und einen Plan für ihn hat. Er setzt seine Gaben ein und bleibt am Ball. Er setzt seine Gaben ein und heilt. Dadurch erleben viele andere Gott. Paulus ist ein Licht, ein Scheinwerfer für viele. Und Gott vergisst ihn nicht. Alle, die Paulus folgten und auch er selbst, werden gesegnet mit vielen Geschenken und Anerkennung und dürfen weiterziehen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Rätsel (zum Auffrischen was beim letzten Mal erzählt wurde):

1,2 oder 3 – ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.

Auf dem Boden klebt man mit Kreppband 3 Rechtecke ab. Diese stehen für die drei Antwortmöglichkeiten. Die Frage wird vorgelesen und auch die drei Antwortmöglichkeiten. Nun kann Musik abgespielt werden oder die Kinder hüpfen solange von einem zum anderen Feld, wie der Mitarbeiter seinen Arm oben hält. Lässt er ihn runterfallen oder macht die Musik aus, muss jedes Kind sich für ein Rechteck entscheiden und stehenbleiben. Der Mitarbeiter sagt: „Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.“ Entweder leuchtet der Mitarbeiter nun in ein Feld mit einer Taschenlampe oder (falls vorhanden) es wird ein Scheinwerfer in dem richtigen Rechteck angemacht. Wenn vorhanden, kann das Spiel auch mit einer Powerpoint-Präsentation durchgeführt werden.

1.) Wie viele Leute waren ca. mit auf dem Schiff bei Paulus? (1)
1) 276
2) 12
3) 350

2.) Wohin wollte das Schiff fahren? (2)
1) Jerusalem
2) Rom
3) Bethlehem

3.) Was versuchten die Matrosen, als sie Angst hatten, dass das Schiff auf ein Riff fährt? (2)
1) entgegen der Strömung zu rudern
2) Mit einem Rettungsboot zu fliehen
3) Hilfe zu rufen

4.) Was sollten alle an Bord tun, um neuen Mut zu fassen? (3)
1) tanzen
2) schreien
3) essen

5.) Wen besuchte Paulus auf seiner Reise? (1)
1) Freunde
2) Jesus
3) Petrus

Idee 2

Sammelt an einer Tafel schwierige Situationen, die die Kinder kennen. Am besten mit einem dunklen Stift schreiben. Füge auch eigene Beispiele hinzu, die nicht zu schwer für die Kinder sind, die sie nachvollziehen können. Vielleicht welche aus deiner Kindheit. Z. B.: Umzug, Lockdown, Sitzenbleiben, Streit mit Freunden …
Lass das Geschriebene stehen, darauf könnt ihr bei der Vertiefung zurückkommen.

Verkündigung

Ein-Mann-Theater
(Erzähle ruhig frei und mit deinen eigenen Worten, so wie es dir leichter fällt. Wenn du frei erzählen willst, mach dir einige Stichpunkte, so dass du nichts Wichtiges vergisst und immer wieder den Faden aufnehmen kannst. Umso mehr du schauspielerst und dich „zum Affen machst“, umso mehr wirst du die Kinder mitnehmen):

Der Mitarbeiter verkleidet sich als Kind.

Hallo, da seid ihr ja, oh Mann, ich muss euch so eine verrückte Geschichte erzählen!!
Ich weiß nicht, ob ihr das krasse Unwetter vor drei Tagen auch mitbekommen habt, aber es regnet ja schon seit Wochen und vor drei Tagen kam dann noch dieser megastarke Wind dazu. Ich habe bei meinen Eltern in der Hütte gehockt, ihr müsst wissen, wir wohnen in einer Hütte direkt mit Meerblick!! Und auf einmal hören wir zum Pfeifen des Windes auch noch Rufe. Erst konnte ich nicht richtig erkennen, woher diese Rufe kamen und wer es war, aber nach und nach wurden die Rufe lauter.
Da waren im Meer einfach mal über 270 Mann!! Einige sind so geschwommen, andere haben sich an Planken festgehalten.

Ich habe schnell meinen Vater geholt und er einige Nachbarn und nach und nach haben wir alle aus dem Meer gefischt. Einige von ihnen waren römische Soldaten, andere einfache Matrosen und sie hatten einige Gefangene dabei, wie sie uns dann erzählt haben.

Vater und die anderen haben die ganzen Männer ins Dorf gebracht und Feuer für sie angezündet. Die Männer erzählten, dass sie schon seit 14 Tagen in Seenot waren und dass sie sich sooo freuen, endlich an Land zu sein und sich etwas aufwärmen zu können!!

Das alles war jetzt ja schon echt verrückt, also, dass ein ganzes Schiff so lange in Seenot ist und doch alle gerettet werden, aber dann ging es erst richtig rund!! Die meisten saßen einfach am Feuer, starrten hinein und wärmten sich auf, mir wurde langweilig und ich wollte schon wieder ins Trockene gehen, als ich sah, dass einer der eigentlich Gefangenen etwas Holz hochhob und es ins Feuer warf.

Genau in diesem Augenblick sah ich sie!! Ich schrie: „Da, eine Schlange!!!!“ und zeigte auf den Mann, alle rissen die Augen auf und einige eilten in seine Richtung, doch er schwenkte seinen Arm mit der festgebissenen Schlange über das Feuer und sie flog im hohen Bogen hinein und verbrannte. Unser Nachbar rief: „Dieser Mann muss ein Mörder sein!!“

Ich habe die Luft angehalten und gewartet, was jetzt wohl passiert!! Ich meine, ihr wisst es vielleicht nicht, aber wenn man von einer giftigen Schlange gebissen wird, kann man Glück haben und nur etwas erkranken, dann schwillt die Hand an und tut ordentlich weh, oder man hat Pech und das Gift der Schlange ist tödlich. Eins von beiden musste jetzt passieren! Ich habe wie alle anderen den Mann angestarrt und noch nicht mal mehr den Regen wahrgenommen, der mich durchnässte. Doch es verstrichen einige Minuten und nichts dergleichen passierte. Was war das nur für ein Mann, oder war er ein Gott?

Publius, einer der wichtigsten Männer im Dorf, nahm daraufhin den Mann und die anderen bei sich auf. Ich meine, genug Platz und Geld hat er ja. Doch naja, reich sein ist halt auch nicht alles, der Vater von Publius ist richtig krank gewesen mit Fieber und so einer richtig starken Magendarm-Erkrankung, nämlich der Ruhr.

Naja, dieser Mann, ich habe endlich seinen Namen herausgefunden, er heißt Paulus, bekommt das mit und anstatt sich schnell fernzuhalten, geht Paulus zu dem Kranken und heilt ihn!!!

Er heilt ihn, oh Mann, wie übertrieben krass ist das bitte? Einfach so, natürlich haben das sofort alle im Dorf mitbekommen und alle anderen Erkrankten zu Paulus gebracht. Und wisst ihr was? Er hat sie alle geheilt!! Auch die Armen, einfach alle, die zu ihm kamen!!!

So verrückt, oder? Hätte ich das Ganze nicht selbst gesehen, hätte ich es auch nicht geglaubt. Aber, oh Mann, ich hab so etwas noch nie erlebt!! Er ist doch eigentlich einfach nur ein Gefangener, aber er zieht einfach sein Ding durch. Er benutzt die Gaben, die Gott ihm gegeben hat und vertraut darauf, dass Gott es gut mit ihm meint und er bei ihm ist. So hat er es uns eben erzählt. Jetzt wollen wir ihm und den anderen Männern auch helfen und ihnen alles geben, was sie an Essen, Trinken, Werkzeug usw. brauchen, um weiterreisen zu können.

Ich muss wieder los und helfen, die Sachen zum Strand zu tragen! Aber ich musste euch einfach von meinen Erlebnissen erzählen. Wenn es einen Gott gibt, der vor Schlangenbissen bewahrt und Menschen gesundmachen kann, dann sollte jeder davon gehört haben!! So gut zu wissen: Wenn Gott für mich ist, wer kann dann schon gegen mich sein?!?

Tschüss, ihr Lieben, ich muss weiter!! – weiterlaufen und in die Ferne rufen: Hey ihr da, ich muss euch was erzählen …

Die andere Idee

Spiele die Geschichte mit Playmobil nach.

Materialien: Menschen: Paulus, Publius, Publius‘ Vater, einige Kranke (2-3), Seeleute (3-10), Soldaten (3-10), Inselbewohner (3-10)
Lagerfeuer, Schlange, Haus / Hütte

Der Text gelebt

Wiederholung

1,2 oder 3, ob ihr wirklich richtig, steht seht ihr wenn das Licht angeht:
Nach denselben Regeln wie bei Idee 1 erklärt.

Wie hieß der Mann, der heilen konnte? (2)
(1) Petrus
(2) Paulus
(3) Lukas

Was kann nach einem giftigen Schlangenbiss passieren? (3)
(1) Magendarm-Probleme und Fieber
(2) Schlafstörungen und ruhelose Beine
(3) Anschwellen der Bissstelle und sterben

Wie hieß der angesehene Mann, der Paulus aufnahm? (3)
(1) Philippus
(2) Peter
(3) Publius

Wie lange blieben Paulus und der Rest auf der Insel? (2)
(1) eine Woche
(2) 3 Tage
(3) 4 Tage

Wen heilte Paulus? (1)
(1) Den Vater von Publius
(2) Den Vater vom Kind
(3) Den Onkel des Generals

Gespräch

Hole die Tafel / das Plakat wieder nach vorne und schaut euch die Begriffe an, die ihr am Anfang gesammelt habt. Besprecht nun, was die Kinder in den verschiedenen schwierigen Situationen tun können. Lasst sie selbst Lösungen finden und helft nur da, wo sie selbst nicht weiterkommen. Dieses Gespräch kann auch in Kleingruppen durchgeführt werden.

Hier ein paar Ideen, was Lösungsvorschläge sein könnten:
Mit Eltern, Freunden reden. Überlegen, wer helfen kann, z. B. um etwas zu reparieren. Gott die Situation bringen. Auf das Positive sehen. Sich schöne Aktionen überlegen. Die Kinder sind da meist sehr kreativ. Bei allen Punkten, wo ihr Lösungen oder Hilfen gefunden habt, macht einen Haken dran. Male am Ende über alles ein großes Kreuz und erkläre:

Für viele Situationen haben wir Lösungen oder Hilfen gefunden, doch manches bleibt auch offen und muss ausgehalten werden. So ging es Paulus auch. Er war Gefangener und daran konnte er nichts ändern, aber er konnte das Beste aus seiner Situation machen und Gott war bei ihm und hat ihn durch alles begleitet. Schlimme Dinge passieren und wir wissen nicht wieso, aber wir wissen: Gott ist gut und bei uns!!

Merkvers

Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Römer 8,31

oder

Lukas 10,19: Ja, es ist wahr: Ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zunichte zu machen. Er wird euch nicht das Geringste antun können.

Teile die Kinder in zwei Gruppen auf, drucke die Verse aus oder schreibe sie ab. Nun bekommen beide Gruppen einen Bibelvers und die Kinder haben 5 Minuten Zeit, ihn auswendig zu lernen. Nun dürfen die Gruppen immer einen aussenden, der den Vers aufsagt, immer im Wechsel, bis eine Gruppe nicht mehr weiterkommt. Je nach Alter dürfen die Gruppenmitglieder sich gegenseitig helfen.

Gebet

Gott, danke, dass du da bist. Dass du uns siehst und kennst. Du weißt, wo wir stehen und was wir brauchen. Deshalb bitte ich dich, sprich du zu uns, zeig uns, was wir machen sollen. Zeig uns deinen Willen, deinen Plan. Hilf uns in schwierigen Situationen, zeig uns, wie wir Licht sein können. Bitte mach uns zu Kindern, die einen Unterschied machen und anderen helfen.
Danke, dass du uns liebst, ich habe dich auch sehr lieb.
Amen

Kreatives

In der Andacht ging es darum, Licht zu sein, einen Unterschied zu machen. So könnten nun passend dazu kleine Kerzenhalter gebastelt werden.

Du brauchst: Mehl, Salz, Wasser und Speiseöl

Mehl, Salz und Wasser werden immer im Verhältnis 2:1:1 verknetet. Wenn du einen elastischen Teig hast, füge noch etwas Öl hinzu, so lässt sich der Teig besser formen.
Du kannst auch Formen ausstechen. Wichtig ist, dass der Teig immer ungefähr gleich dick ist, sonst braucht er unterschiedlich lange im Backofen.

Für 5 Kinder brauchst du:
2 Tassen Mehl
1 Tasse Wasser
1 Tasse Salz
1 Esslöffel Öl

Gib jedem Kind einen Klumpen Teig und lass es damit kreativ was gestalten. Mache am Ende mit der Kerze ein Loch in das geformte Objekt, so dass sie auch im gehärteten Zustand wieder hineinpasst.

Danach lege alle Kerzenständer auf ein Backblech, sie brauchen je nach Dicke 10-30 Minuten bei Umluft und 180 Grad.

Wenn sie abgekühlt sind, können sie noch bemalt werden. Eventuell zu Hause oder in der nächsten Woche.

Das Ziel

Starter

Der Wunsch „Vergelt’s Gott“ ist nicht nur eine nette Floskel, sondern wir wünschen dem anderen, dass Gott ihn belohnt. Nämlich mit seinem Segen.

Checker

Ein größeres Geschenk für eine empfangene Freundlichkeit als den Lohn, den Segen Gottes, können wir nicht machen. Er beinhaltet all das Gute, das Gott geben kann.

Der Text an sich

Die ganze Geschichte der Rut liest sich wie eine schöne Liebesgeschichte.
Zuerst wird der Mann vorgestellt. Schon sein Name spricht für sich: Boas – „in ihm ist Kraft“
Als Rut dann anbietet, auf einem Feld liegengebliebene Getreideähren zu sammeln, schickt Noomi sie nicht auf ein Feld des Verwandten Boas. „Zufällig“ kommt Rut aber auf eines seiner Felder. Sofort entsteht die für Liebesgeschichten typische Spannung.
Schon hier beginnt Gottes Führung zum Wohl aller Beteiligten.

Das Ährensammeln ist ein verbrieftes Recht der Armen (3. Mose 23,22).
Gerste ist das klassische Getreide der Antike. Es war das Grundnahrungsmittel. Gerstenmehl war das bevorzugte Mehl für Brot. Heute hat Weizen diese Bedeutung übernommen.

Vers 12:

Luther übersetzt diesen Vers mit „Der Herr vergelte dir deine Tat.“ Vergeltung ist eine Gegenleistung für erwiesene Dienste (Wikipedia). Es ist das Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit. Es gilt also für das Gute und das Böse. Bei der Vergeltung für das Böse spricht man auch von Rache, beim Guten von Belohnung. Deshalb legt die GNB den Vers so aus: „Der HERR vergelte dir, was du getan hast, und belohne dich reich dafür.“ Dieser Wusch ist die positivste Art, sich für eine gute Tat zu bedanken. Es liegt so viel Gutes darin.

Vers 17:

Ein Scheffel ist ein Raummaß. Die Größe eines Scheffels ist landschaftlich sehr unterschiedlich. Er kann von 17,38 bis hin zu 310,25 Liter beinhalten, je nachdem, was abgefüllt wurde. Bei Getreide entsprach das in der Antike etwa um die 8 Liter. Für ein damals übliches Fladenbrot braucht man ¼ Liter.

Vers 19+20:

Noomi weiß, dass dieser reiche Ertrag ungewöhnlich ist. Sie sieht darin das freundliche Entgegenkommen des Feldbesitzers. Sie segnet ihn unbekannterweise. Als der sich später als ihr Verwandter Boas herausstellt, segnet sie ihn noch einmal ausdrücklich. Dieser Segen ist auch ein „Vergelt’s Gott“. Segnen bedeutet, all das Gute, das von Gott kommt, dem anderen zu wünschen, ihm zuzusprechen. In diesem Geschehen sieht Noomi die Barmherzigkeit Gottes. Anders als in Kapitel 1,20+21 spricht Noomi wieder voller Hoffnung und vertraut auf die Barmherzigkeit Gottes.

Der Text für mich

Die Aussagen aus Vers 12 und 19 sind für mich der Kern der Geschichte. Die beiden, Boas und Noomi, bringen das Geschehen mit Gott in Verbindung. Was von uns manchmal als pure Floskel benutzt wird, „Vergelt’s Gott“, füllt Boas mit Inhalt. Für das Gute, das Rut getan hat, kann sie nur Gott selbst richtig belohnen. Er weiß, dass es für Rut als Witwe und Ausländerin die beste Belohnung ist, dass sie Schutz findet. Und er weiß, dass der beste Schutz unter den Flügeln Gottes ist. Der Wunsch auf die Vergeltung Gottes ist deshalb eine bessere Erwiderung auf eine gute Tat, als es alle irdischen Vergeltungsgeschenke sein könnten. Wobei Boas dann mit diesen irdischen Vergeltungsgeschenken nicht geizt.

Der Wunsch des Segens Gottes ist in diesem Sinn ein Geschenk, der Lohn, die Vergeltung für etwas Gutes, das uns ein anderer getan hat.

Der Text für dich

Starter

Vergeltung bedeutet: Ausgleichende Gerechtigkeit.

Leider verbindet man in unserem Sprachgebrauch mit Vergeltung oft Rache, Heimzahlung, Strafe. Aber es gilt ebenso im Guten. Wer etwas Gutes getan hat, darf mit einer Belohnung rechnen. Davon kommt übrigens die Wortbedeutung von „Geld“ als Tausch- und Zahlungsmittel.

Rut hat sich für ihre Schwiegermutter eingesetzt. Sie hat mit ihr ihre Heimat verlassen und setzt sich nun fleißig für sie ein. Dafür erbittet Boas von Gott eine Belohnung, die Vergeltung. Das Gute, das von Gott kommt, nennt man Segen. Indem man jemanden segnet, wünscht man ihm, dass das Gute von Gott zu diesem Menschen kommt.

Checker

In Süddeutschland gibt es das geflügelte Dankeswort „Vergelt’s Gott“. Damit wünscht man dem, der einem etwas Gutes getan hat, dass Gott ihm das vergelten, ihn also dafür belohnen möge. Als Antwort sagt man dann „Segne es Gott.“ Gott soll also aus der Tat Gutes entstehen lassen. Das sind sehr schöne Wünsche.

Eine interessante Beobachtung zum Nachdenken: In nördlichen Gegenden Deutschlands antwortet man neuerdings auf das „Dankeschön“ mit „Nicht dafür.“

Die segnende Vergeltung wünscht Boas der Rut. Auch Noomi segnet den Boas, spricht ihm alles Gute Gottes zu. Auf diese Art verweben beide das gute Wirken Gottes mit dem Leben.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Der Erzähltisch aus Lektion 1 wird weitergeführt:
Im Bereich Juda wird ein Gerstenfeld gestaltet: Mit gelben Tüchern oder Papieren wird der Boden gestaltet. Mit Stroh aus dem Bastelgeschäft oder vom Bauern wird das Getreide angedeutet. Als Rastplatz werden einige Bäume aufgestellt. Die Bäume und auch die handelnden Personen werden aus Knete hergestellt (siehe Ende des Artikels).

Benötigte Figuren: Boas, einige Feldarbeiter, Noomi, Rut

Idee 2

Die Gruppe unterhält sich über die Frage: Was hast du schon einmal dafür bekommen, dass du…

  • einem kranken Freund jeden Tag die Hausaufgaben gebracht hast?
  • bei einer alten Nachbarin regelmäßig den Gehweg fegst?
  • im Zeugnis gute Noten hattest?
  • bei Nachbarn, die im Urlaub sind, die Katzen gefüttert hast?
  • usw.

Verkündigung

Verkündigungsart: Spielen mit den Erzählfiguren

Die Gruppe liest sich die Geschichte aus Rut 2 in einer modernen Bibelübersetzung durch.

Jetzt werden die Rollen verteilt: Noomi, Rut, Boas, viele Feldarbeiter

Jetzt liest sich jeder, der eine Rolle übernommen hat, die Geschichte noch einmal durch. Hier kann der nachfolgende Text verwendet werden. Dann begeben sich die Figuren an ihre Plätze: Noomi und Rut in ihr Haus, die Feldarbeiter auf das Getreidefeld, Boas nach Bethlehem. Die Geschichte wird nun gespielt, indem jeder mit seiner Figur seine Rolle spielt, dabei wird die dazugehörende wörtliche Rede benutzt.

Rut beginnt: „Guten Morgen, liebe Schwiegermutter. Hast du dich von der langen Reise erholt? Ich will heute mal losgehen, um uns etwas zu essen zu besorgen. Ich will auf ein Gerstenfeld gehen, das gerade abgeerntet wird. Da will ich die Ähren auflesen, die beim Ernten runtergefallen und liegengeblieben sind.“

Noomi: „Das ist gut. Geh los und mach genau das.“

Rut geht auf das Feld. Dort arbeiten die Feldarbeiter. Rut beginnt, Ähren aufzusammeln.

Da kommt Boas auf das Feld. Er begrüßt seine Arbeiter: „Der Herr sei mit euch!“ Sie antworten: „Der Herr segne dich!“ Da sieht Boas die Rut und fragt die Arbeiter: „Wer ist diese junge Frau dort? Ich habe sie hier noch nie gesehen.“ Die Arbeiter antworten: „Das ist eine Moabiterin.“ – „Sie ist mit Noomi aus Moab gekommen.“ – „Sie hat uns darum gebeten, dass sie Ähren sammeln darf.“ – „Sie ist schon den ganzen Tag da.“ – „Sie hat pausenlos gearbeitet.“ Boas geht zu Rut und spricht sie an: „Ich mache dir einen Vorschlag: Du brauchst nicht auf ein anderes Feld zum Ährenlesen zu gehen; bleib hier bei meinen Erntehelferinnen. Wenn du Durst hast, dann geh ruhig zu den Krügen dort und trink von dem Wasser, das meine Männer geschöpft haben!“ Rut wirft sich vor Boas auf die Knie. „Womit habe ich das verdient? Warum beachtest du mich, obwohl ich eine Ausländerin bin?“ Boas antwortet: „Man hat mir berichtet, wie du seit dem Tod deines Mannes deiner Schwiegermutter beigestanden hast. Deine Eltern und dein Land hast du verlassen und dich einem Volk angeschlossen, das du vorher nicht gekannt hast. Du bist zum Herrn, dem Gott Israels, gekommen, um bei ihm Schutz und Zuflucht zu finden. Gott möge dir deine Tat vergelten und dich reich belohnen und dir geben, wonach du gesucht hast.“ Rut antwortet: „Mein Herr, ich danke dir für deine große Freundlichkeit! Deine Worte geben mir Mut und Hoffnung.“ Boas richtet sie auf und sagt: „Komm, es ist Zeit für eine Pause. Setz dich zu uns und bediene dich von unserem Brot und Wein.“ Rut setzt sich zu den Leuten und isst sich satt. Dann arbeitet Rut mit den Arbeitern weiter bis zum Abend. Dann klopft sie die Ähren aus. Sie geht nach Hause zu Noomi und zeigt ihr die Ernte. Noomi staunt: „Wo hast du nur so viel sammeln können? Erzähl mir, wo du gewesen bist. Gott segne den, der so freundlich zu dir war!“ Rut berichtet: „Der Mann, der mich auf sein Feld gelassen hat, heißt Boas.“ Noomi ruft: „Der Herr segne ihn! Er ist ein naher Verwandter von uns. Ein Gesetz in Israel verpflichtet ihn, uns zu helfen. Jetzt sehe ich: Gott hat uns nicht vergessen. Er hat dich auf das richtige Feld geführt.“

Die andere Idee

Der Text aus Idee 1 wird mit verteilten Rollen gelesen.

Benötigte Leser: Erzähler, Rut, Noomi, Boas, 1 bis 5 Feldarbeiter

Der Text gelebt

Wiederholung

Die Rollen werden jeweils an andere Kinder abgegeben. Die Geschichte wird noch einmal gespielt. Aber um die besondere Freundlichkeit Gottes mit Rut in der wahren Geschichte herauszustellen, wird Boas als böser, ausländerfeindlicher Großgrundbesitzer dargestellt.

Dann wird die Geschichte mit noch einmal neu besetzten Rollen richtig wiederholt.

Gespräch

In der Geschichte kam der Ausspruch vor: „Gott möge dir deine Tat vergelten.“ In Bayern sagt man als Dankeschön für eine gute Tat: „Vergelt’s Gott!“ Als Antwort sagt man dann „Segne es Gott.“ Was heißt das? Was ist „Vergeltung“?

„Als Vergeltung bezeichnet man im weitesten Sinn jede Reaktion auf eine vorhergegangene Aktion auf Gegenseitigkeit. Ursprünglich verstand man unter Vergelten eine Gegenleistung oder Belohnung (Entgelt) für erwiesene Dienste.“ (Wikipedia 11.06.2021)

Was bedeutet es nun, wenn Boas wünscht, dass Gott der Rut ihre gute Tat vergelten möge? Es gibt kein größeres Geschenk als die Vergeltung, die Belohnung Gottes. Der Segen ist die Belohnung. Das ist auch keine leere Floskel. Sondern Gott steht als allmächtiger Gott in Person dahinter. Bei Rut war die Vergeltung, dass Boas ihr sehr großzügig geholfen hat. Das war schon segensreich. Später segnet Noomi den Boas. So fließt Gottes Kraft, Hilfe, Fürsorge … zu dem gesegneten Menschen.

Wenn wir von Gott gesegnet werden, darf das keine Sackgasse bleiben. Sondern der Segen soll weiterfließen, indem wir das Gute weitergeben. So wird sichtbar, dass das „Vergelt’s Gott“ keine leere Floskel ist, sondern gefüllt ist mit all dem Guten, das Gott schenken möchte.

Merkvers

Am Ende der Jungscharstunde bilden alle einen Kreis.

Ein Mitarbeiter hebt seine Hände über die Kinder und spricht Absatz für Absatz den „Aaronitischen Segen“ aus 4. Mose 6,24-26. Alle wiederholen jeweils den Absatz:

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Gebet

Danke, großer Gott, dass du ein guter Gott bist. Und all das Gute willst du uns zukommen lassen. Danke für so viel Gutes, das du in der langen Geschichte der Menschen mit dir geschenkt hast. Und wir gehören dazu. Bitte hilf uns, dass wir deinen Segen nicht für uns behalten, sondern weitergeben.

Kreatives

Backen von Gerstenbrotfladen:

Reines Gerstenbrot wird heute fast nirgends mehr gebacken. Meistens ist Roggen oder Weizen untergemischt. Es ist auch kein luftiges Brot, sondern eher knuspriger Fladen.

Zutaten:

1 Teil Wasser

2 Teile Mehl aus Nacktgerste (aus dem Bioladen, Reformhaus oder per Internet bestellen)

1 Prise Salz

Zubereitung:

Das Mehl mit dem Wasser und dem Salz 10 Minuten lang gut verkneten

Den Teig 30 Minuten durchziehen (rasten) lassen.

Den Teig in kleine Portionen teilen. Diese Teigstücke noch einmal gut durchkneten.

Diese Teigstücke zwischen den Handflächen zu einem 4mm dicken Fladen drücken.

Backen:

Auf heißen Steinplatten im offenen Feuer oder in einer sehr stark erhitzten Eisenpfanne ohne (!) Fettzugabe beidseitig backen.

Rätselhaftes

Anzahl der Körner raten:

Im Reformhaus oder einem Bioladen kann man ganze Getreidekörner kaufen. Diese werden in ein Glas geschüttet (ein Mitarbeiter hat sie vorher gezählt). Nun sollen alle eine Schätzung abgeben darüber, wie viele Körner wohl in dem Glas sind.

Gewicht schätzen:

Dazu braucht man eine Waage, die kleine Gewichte misst. Der Gruppe wird jeweils eine bestimmte Menge an Körnern gegeben. Sie sollen zuerst schätzen, wie schwer diese Menge ist. Dann wird sie abgewogen.

Getreidearten erkennen:

Dafür braucht man Körner von unterschiedlichem Getreide: Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Mais, Reis, Hirse, Dinkel.

Zum Identifizieren der Körner braucht man eine Schautafel mit den aufgeführten Getreidesorten oder digital etwas wie Google Lens.

(T)Extras

Lieder

Der Vater im Himmel segne dich (Text und Musik: Mike Müllerbauer)
Gott, dein guter Segen (Detlev Jöcker)
Egal was kommt, verlass dich auf den Herrn (Text und Musik Ute Rapsch)
Gott ist gut (Text: Hans-Jürgen Mang, Musik: Klaus Heizmann)
Der Her segne dich (Text und Musik: Daniel Pepper)

Spiele

Körner picken

Auf dem Tisch werden viele Körner ausgeschüttet. Die Kinder verteilen sich rund um den Tisch. Sie bekommen einen Strohhalm (echtes Stroh aus dem Bastelladen) und ein Schälchen. Auf Kommando versuchen sie, mit dem Strohhalm Körner anzusaugen und die dann auch per Strohhalm in ihr Schälchen zu legen. Wenn der Tisch leer ist, werden die Körner in den Schälchen gezählt.

Aktionen

Die Kinder bieten in ihrer Gemeinde an, dass sie gegen eine kleine „Vergeltung“ Gemeindegliedern ihre Hilfe anbieten. Das kann sein

  • im Garten helfen
  • den Hund ausführen
  • gemeinsam ein Brettspiel spielen
  • Besuch gegen die Einsamkeit
  • Hilfestellung bei Handyeinstellung o. Ä.
  • usw.

Kreatives

Körnerbilder gestalten

Auf den Filzplatten werden Bilder und Ornamente gestaltet. Dabei werden die verschiedenen Sämereien flächig zu Ornamenten oder Figuren angeordnet. Diese Kunstwerke werden fotografiert. Dann können die Körner für andere Bilder oder Aktivitäten wiederverwendet werden.

Herstellen von Knete

Zutaten:

Für 1 Portion:

500 Gramm Mehl (Typ 405)              mit

175 Gramm Salz                                 und

2½ EL Zitronensäure Pulver               vermischen

7 EL Sonnenblumenöl                         dazu mischen

500 Milliliter Wasser (kochend!)       mit dem Knethaken nach und nach unterkneten.

Alles gut durchkneten.

Einfärben der Knete:

Die Gesamtmasse in Einzelmengen teilen. In diese jeweils eine Mulde drücken, ein paar Tropfen der gewünschten Lebensmittelfarbe hineinträufeln, gut durchkneten. Dazu Einmalhandschuhe tragen, damit die Hände nicht eingefärbt werden (luftdicht verpackt hält sich die Knete mehrere Wochen formbar). Aus dieser bunten Knete werden nun alle Figuren und anderes geformt.

Das Ziel

Starter

Die Kinder sollen erfahren, dass die frohe Botschaft etwas Schönes, Gutes ist, von dem das Herz voll sein und durch das ein Leben komplett verändert werden kann.

Checker

Die Kinder sollen durch das Beispiel von Paulus angeregt werden, mutig von ihrem Glauben zu erzählen.

Der Text an sich

In der Apostelgeschichte wird beschrieben, wie sich die gute Nachricht von Jesus verbreitet, erst an die Juden, dann an Heiden und später in der ganzen Welt, was damit erfüllt ist, dass Paulus nach Rom (damalige Hauptstadt des Weltreichs) kommt. Paulus hieß vorher Saul. Er war ein römischer Staatsbürger und war ein Pharisäer (jüdische Glaubensgruppe, die sehr streng nach den Gesetzen lebte), der zunächst die Christen verfolgt hat, weil er nicht geglaubt hat, dass Jesus der Messias ist, von dem in der Schrift geschrieben ist und auf den Juden heute noch warten. Er fühlte sich im Recht und meinte, dass die Christen / Apostel / Jünger Jesu Lügen / Irrlehren verbreiteten und hatte sogar Bevollmächtigung Christen zu verurteilen. Das erzählt er auch in seiner Verteidigung vor Agrippa. Durch eine persönliche Begegnung mit Jesus (Apg 9) wendet sich sein Leben um 180° – er wird Christ, bekommt einen neuen Namen und beginnt von nun an, die frohe Botschaft vom auferstandenen Jesus zu erzählen. Er geht auf Missionsreisen und verkündet sowohl Juden als auch Nicht-Juden (Heiden) die frohe Botschaft und tauft Menschen. In Jerusalem wird Paulus verhaftet, wird zum Schutz nach Cäsarea überführt und ist dort über mehrere Jahre im Gefängnis. Bei jeder Verhandlung, jedem Verhör erzählt Paulus immer wieder seine Geschichte, seine persönliche Begegnung mit Jesus und dass er glaubt, dass Jesus gestorben und wieder auferstanden und der erwartete Messias ist. Den jüdischen Hohepriestern und Pharisäern gefällt das nicht, deswegen haben sie ihn angeklagt und wollten ihn sogar umbringen. Sie haben sich immer neue Pläne ausgedacht, doch Gott hat Paulus immer wieder bewahrt und bei den Verhören gab es keine Anklage, die zu einer Verurteilung führen konnte. So auch in dem Bibeltext, der zu dieser Lektion gehört. Nachdem Festus, der gerade Stadthalter geworden war, keinen Grund fand, Paulus anzuklagen bzw. die jüdischen Gesetze nicht kannte und so die Anklagepunkte nicht verstand, schlug er Paulus vor, in Jerusalem ein Urteil über ihn fällen zu lassen. Jedoch wusste Paulus, dass sich die Juden gegen ihn verbünden und ihn verurteilen würden. Also nahm Paulus sein römisches Bürgerrecht in Anspruch, sein Anliegen vor dem kaiserlichen Gericht beurteilen zu lassen. So hatte der Stadthalter keine Handhabe und musste Paulus an den Kaiser ausliefern. Allerdings sah er keine Begründung für die Anklage und wenn er bei dem kaiserlichen Gericht jemanden vorführte, musste er Anklagepunkte aufweisen. So kam es zu dem Verhör vor König Agrippa (Herodes Agrippa II, sein Urgroßvater war Herodes der Große, der zur Zeit von Jesu Geburt herrschte). Agrippa kannte sich besser mit den jüdischen Gesetzen aus. Paulus nutzt die Gelegenheit und erzählt von seinem Leben, wie er selbst erst Christen verfolgt hat, wie er von Jesus berührt wurde und er nun dem folgt und das weitererzählt, was er persönlich erlebt hat.
Paulus nutzt die Gelegenheit, er bleibt gelassen und verkündigt das Evangelium – sein Ziel ist, dass alle Anwesenden diese Botschaft in ihrem Herzen aufnehmen.
Auch Agrippa findet keinen Grund zur Verurteilung und Paulus könnte freigelassen werden, da Paulus jedoch gefordert hat, vor das kaiserliche Gericht zu kommen, muss das auch eingehalten werden und kann nicht widerrufen werden, so ist Paulus weiterhin in Gefangenschaft.

Der Text für mich

Ich finde Paulus total mutig und er ist echt ein Vorbild für mich. Paulus wurde verhaftet, stand mehrmals vor Gericht, aber er wurde nicht mutlos und sein größtes Anliegen war, dass andere Menschen die frohe Botschaft erfahren und eine Beziehung zu Jesus beginnen. Aus dem Gefängnis schrieb er die meisten seiner bekannten Briefe. Paulus hätte verurteilt werden können, eventuell sogar mit zum Tod, aber er war bereit, für seinen Glauben zu sterben, denn er war sich seiner gewiss. Wie sicher bin ich mir? Glaube und vertraue ich auch so fest wie Paulus? Ist es mir auch ein Anliegen, jederzeit von dem zu erzählen, was ich mit Jesus erlebt habe?

Ich denke, das ist ein lebenslanger Prozess, aber wir dürfen uns immer wieder ermutigen lassen.

Ein Teil der Verkündigung ist die Mitarbeit in deiner Jungschar – du darfst den Kindern von dem erzählen, was du persönlich mit Jesus erlebt hast – da geht es nicht um richtig oder falsch, sondern deine persönliche Geschichte, deine Beziehung zu Jesus, außerdem darfst du vertrauen, dass der Heilige Geist dir die richtigen Worte gibt – ich wünsche dir Mut und viel Freude daran!

Der Text für dich

Starter

Die Kinder hören eventuell das erste Mal etwas von Paulus und es ist etwas befremdlich, vielleicht macht es ihnen sogar Angst, dass Paulus im Gefängnis ist und verhört wird, weil er glaubt. Gerade für Kinder, die neu in der Gruppe sind, ist das evtl. herausfordernd. Aber Paulus wirkt sehr gelassen und ist glücklich darüber, dass er von dem erzählen darf, was er mit Jesus erlebt hat. Darauf sollte man das Augenmerk richten. Die Freude, die Paulus ausstrahlt. Er hat etwas erlebt, das sein Leben komplett verändert hat und sprudelt davon über. Er weiß, dass er nicht allein ist und vertraut total auf Jesus.

Jesus kann auch den einzelnen Jungscharkindern begegnen. Es wäre für sie schön, wenn sie das durch die Mitarbeiter und andere Kinder (Checker) in der Jungschar hören, was die Menschen in dem Verhör durch Paulus erfahren.

Sie sind angenommen, Jesus liebt sie, wie sie sind, auch wenn sie vielleicht Mist gebaut haben, wie Paulus, er sieht sie, er hat einen Plan mit ihnen und möchte ihnen begegnen.

Checker

Die Kinder kennen Paulus vielleicht schon etwas und haben schon viele Geschichten von Jesus gehört. Vielleicht wissen sie schon viel, ja, aber heute wird es herausfordernd, denn es geht darum, wie wichtig ihnen dieses Wissen ist. Paulus wurde für seinen Glauben sogar gefangengenommen und selbst im Verhör nimmt er kein Blatt vor den Mund und erzählt allen fröhlich von dem, was er mit Jesus erlebt hat.

Für die Kinder kann es spannend werden, darüber nachzudenken, was sie schon mit Jesus erlebt haben und sie herauszufordern, diese Erlebnisse anderen zu erzählen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Wenn man vor einem König steht, muss man sich sehr genau überlegen, was man sagt. Denn er hat große Macht. Man sollte ihn nicht verärgern.

Stellt einen Stuhl als Thron auf. Ein Mitarbeiter beginnt. Er ist der König, der einen neuen Bediensteten sucht. Nun müssen reihum die Jungscharler vor den König treten und sich als der neue Bedienstete anpreisen. Ein bestimmtes Wort wird im Vorfeld mit dem „König“ abgesprochen. Wenn ein Jungscharler das Wort verwendet, wird der „König“ sehr glücklich und stellt den Jungscharler ein.

Jeder Jungscharler hat maximal 30 Sekunden Redezeit. Verwendet er das Wort nicht und findet es also auch nicht heraus, ist der nächste Jungscharler an der Reihe. Findet ein Jungscharler das Wort heraus, darf er der nächste König sein.

Wichtig: Sagt den Jungscharlern, auf welchen Posten sie sich jeweils bewerben.

Beispiele:

Der König sucht einen Koch, das Lösungswort lautet Topf.

Der König sucht einen Stallburschen, das Lösungswort lautet Pferd.

Der König sucht einen Putzgehilfen, das Lösungswort lautet Besen.

Der König sucht einen Kämmerer (jemanden, der die Finanzen verwaltet), das Lösungswort lautet Gold.

Der König sucht einen Kloputzer, das Lösungswort lautet Klobürste.

Der König sucht eine Königin, das Lösungswort lautet Kleid. 😉

Idee 2

In unserer heutigen Geschichte spielt das Gefängnis eine Rolle. Im Gefängnis gibt es einen Wärter, der auf die Gefangenen aufpasst und den Schlüssel hat.
Gefängnisse sind Orte, an denen man nicht gerne bleibt. Deswegen versuchen Gefangene immer wieder, zu fliehen. Das geht am besten, wenn sie den Schlüssel haben.

Macht einen Stuhlkreis. Zwischen den Stühlen sollte so viel Platz sein, dass die Jungscharler die Arme ausstrecken können, ohne die des Nebensitzers zu berühren. Stellt einen Stuhl in die Mitte. Auf den Stuhl legt ihr einen Schlüsselbund (den Gefängnisschlüssel). Er sollte beim Hochheben rasseln.

Ein Jungscharler oder Mitarbeiter beginnt. Er bekommt die Augen verbunden und stellt sich vor den Stuhl. Nun wird ein Jungscharler oder Mitarbeiter ausgesucht (Spielleiter zeigt auf eine Person). Diese Person muss versuchen, den Schlüssel zu bekommen. Der „Gefängniswärter“ muss versuchen, die Person zu berühren. Dann ist der Ausbruchsversuch gescheitert und die Person wird neuer „Gefängniswärter“. Schafft die Person es mit dem Schlüsselbund zu ihrem Stuhl, muss sie den Schlüssel einer anderen Person zuwerfen. Diese Person muss ihn auf den Stuhl in der Mitte zurücklegen. Der „Gefängniswärter“ muss wiederum versuchen, die Person zu berühren. Dann ist der Ausbruchsversuch gescheitert und die Person mit dem Schlüssel wird neuer „Gefängniswärter“. Schafft sie es, den Schlüssel auf den Stuhl zu legen und wieder zu ihrem Platz zurückzukehren, ist der Ausbruch gelungen. Es wird auf eine neue Person gezeigt und das Ganze beginnt von vorne.

Wichtig: Es muss leise sein, damit der „Gefängniswärter“ die „Ausbrecher“ hören kann. Wechselt den „Gefängniswärter“, wenn er mehrere Runden lang niemanden gefangen hat. Liegt der Schlüssel auf dem Boden, z. B. wenn er beim Zurückbringen vom Stuhl gefallen ist, muss der „Ausbrecher“ ihn aufheben und auf den Stuhl legen. Und natürlich: „Katzenwache“ ist nicht erlaubt, also z. B., dass der „Gefängniswärter“ die ganze Zeit direkt neben dem Stuhl steht und die Hand knapp über den Schlüssel hält.

Als weitere Schwierigkeitsstufe kann ein Schlüsselanhänger am Schlüsselbund befestigt werden. Dann ist die Aufgabe, den Schlüsselbund nur an diesem Schlüsselanhänger zu tragen und zu werfen (fangen darf man ihn mit beiden Händen). Das macht mehr Lärm und damit die Aufgabe für die „Ausbrecher“ schwieriger.

Verkündigung

Verkündigungsart Theaterstück

Personen: Stadthalter Festus (königlich verkleidet), König Agrippa (königlich verkleidet), Paulus (braunes Gewand)

Wenn es weniger Mitarbeiter sind, kann es auch nur den Paulus geben, der erzählt, in welcher Situation er sich gerade befindet:

„Hallo, mein Name ist Paulus und zurzeit bin ich im Gefängnis und werde heute verhört von König Agrippa. Ich wurde schon häufiger verhört, aber bisher gab es keinen Grund, mich zu verurteilen. Beim letzten Mal war ich vor dem Stadthalter Festus und die jüdischen Männer haben mir viele Sachen unterstellt, aber hatten überhaupt keine Beweise – woher auch? Ich bin unschuldig. Festus wollte mich erst nach Jerusalem schicken, aber dort hätten die jüdischen Führer irgendeinen Grund gefunden, mich zu verurteilen. Ich bin römischer Staatsbürger, deswegen habe ich gefordert, dass ich vor das kaiserliche Gericht kommen kann. Festus scheint etwas überfordert damit, weil es gar keine Anklagepunkte gegen mich gibt, also soll ich heute vor Agrippa sprechen, der König kennt wohl die jüdischen Gesetze besser. Ich bin sehr gespannt, aber ich weiß, dass ich unschuldig bin – ich erzähle einfach von dem, was ich erlebt habe und habe so die Möglichkeit, allen von Jesus zu erzählen.“

Ansonsten:

Festus: „Hallo, ich bin Festus, ich bin gerade Stadthalter von Cäsarea geworden. Hier ist ein Mann schon seit Jahren im Gefängnis, Paulus heißt der. Die angesehensten Männer aus dem jüdischen Volk kamen auf mich zu und wollten, dass ich Paulus verurteile. Also habe ich eine Gerichtsverhandlung einberufen, aber die jüdischen Männer hatten keine Beweise für all ihre Anschuldigungen und Paulus meinte, dass er sich nichts zu Schulden hat kommen lassen und ich kenne die jüdischen Gesetze zu wenig … Ich habe Paulus vorgeschlagen, dass darüber in Jerusalem geurteilt werden könnte, weil die sich besser mit den jüdischen Gesetzen auskennen – das wäre so gut gewesen, dann hätten sie das übernommen und meine Welt wäre in Ordnung, aber nein, dieser Paulus ist römischer Staatsbürger und hat sein Recht eingefordert, vor dem kaiserlichen Gericht vorsprechen zu dürfen … na super, ich muss ihn also nun zum Kaiser schicken, aber ich habe gar keine Anklagepunkte … wie soll ich denn bei dem Kaiser nach einem Gerichtsverfahren fragen, wenn es gar keinen Grund dafür gibt … ich bin verzweifelt.
Ah, jetzt kommt mir eine Idee – König Agrippa kommt bald vorbei und der kennt die jüdischen Gesetze besser. Der soll sich Paulus nochmal anhören, vielleicht findet er ja einen Grund zur Anklage.“

König Agrippa: „Ich bin König Agrippa. Festus hat mir von diesem Paulus erzählt, der im Gefängnis ist. Ich habe schon häufiger etwas von ihm gehört und bin ganz gespannt, was er zu erzählen hat und was ihm überhaupt vorgeworfen wird, Festus konnte mir das nicht genau erklären, also mal abwarten.“ (kurze Pause, so tun, als ob er sieht, wie Paulus kommt). „Ah, da kommt er ja.“ (zu Paulus): „Du kannst einfach erzählen, warum du glaubst, dass du angeklagt bist und warum du meinst, dass du unschuldig bist.“

Paulus (gilt für beide Varianten): „Die Juden bringen schwere Anschuldigungen gegen mich vor. Deshalb bin ich so dankbar, König Agrippa, dass ich mich heute vor dir verteidigen kann. Du kennst dich ja auch hervorragend mit den Gesetzen der Juden aus. Bitte, höre mir geduldig zu!

Schon als Jugendlicher habe ich bei meinem Volk in Jerusalem gelebt. Alle Juden kennen mich schon seit meiner Kindheit. Ich war sehr streng im Glauben. Und jetzt stehe ich vor Gericht, weil ich auf das hoffe, was Gott unseren Vorfahren versprochen hat und zwar, dass er kommt und dass er Tote auferweckt. Warum könnt ihr das nicht glauben? Ich dachte auch erst, dass man etwas gegen das Bekenntnis zu Jesus tun müsste und habe das auch getan. Ich habe viele Christen ins Gefängnis gebracht, habe dafür gestimmt, dass sie umgebracht werden, ich habe sie verfolgt, ich habe sie gehasst. Doch eines Mittags sah ich plötzlich vom Himmel her ein Licht aufleuchten. Es war heller als der Glanz der Sonne und umstrahlte mich und die Leute, die mit mir unterwegs waren. Wir stürzten alle zu Boden. Da hörte ich eine Stimme, die auf Hebräisch zu mir sagte: ,Saul, Saul, warum verfolgst du mich?‘ Da fragte ich: ,Wer bist du, Herr?‘ Der Herr antwortete: ,Ich bin Jesus, den du verfolgst. Doch jetzt steh auf! Stell dich auf die Füße! Denn ich bin dir erschienen, damit du mir dienst und als Zeuge auftrittst und allen erzählst, was du heute erlebt hast und ich dir noch zeigen werde. Ich werde dich schützen und zu den Menschen senden, damit du ihnen die Augen öffnest. Sie sollen sich aus der Finsternis zum Licht hinwenden, zu Gott. Durch den Glauben an mich sollen ihnen ihre Sünden vergeben werden.‘

Deshalb, König Agrippa, war ich überall und habe die Menschen aufgefordert: ,Ändert euer Leben und wendet euch Gott zu!‘ Deswegen haben die Juden mich im Tempel festgenommen und versucht, mich zu töten. Aber Gott hat mir bis heute geholfen. Deshalb stehe ich hier heute als sein Zeuge und verkündige die Botschaft vom Licht.‘“

Festus: „Du bist verrückt, Paulus! Das viele Lesen in der Schrift hat dich in den Wahnsinn getrieben.“

Paulus: „Ich bin nicht verrückt, verehrter Festus. Was ich sage, ist wahr. König Agrippa weiß darüber Bescheid. Mit ihm kann ich auch ganz offen darüber reden. König Agrippa, glaubst du den Propheten? Ich weiß, dass du ihnen glaubst!“

Agrippa: „Es fehlt nicht viel und du überzeugst mich noch, Christ zu werden!“

Paulus: „Ich bete zu Gott, dass du einer wirst und nicht nur du! Ich bete, dass alle, die mich gerade hören, zu Christen werden und Jesus persönlich kennenlernen.“

Festus und Agrippa machen sich auf den Weg nach draußen.

Agrippa: „Dieser Mann tut nichts, wofür er den Tod oder das Gefängnis verdient. Der Mann könnte freigelassen werden, wenn er nicht verlangt hätte, dass sein Fall vor den Kaiser kommt.“

Die andere Idee

Playmobilfiguren, Legofiguren nehmen – allerdings besteht die Bibelstelle fast nur aus einem Monolog, da bietet sich ein Theaterstück an.

Alternativ könnte ein Mitarbeiter Paulus pantomimisch spielen und ein anderer liest.

Der Text gelebt

Wiederholung

Ausrufezeichen (ausdrucken oder aufmalen): Das habe ich verstanden!

Was ist passiert? Paulus wurde verhört. Er hat sich vor dem König Agrippa verteidigt. Er hat von seinem Leben erzählt, hat Zeugnis gegeben.

Fragezeichen (ausdrucken oder aufmalen): Das habe ich noch nicht verstanden. Dazu habe ich eine Frage.

Die Kinder können hier Fragen stellen.

Daumen hoch (mit der Hand zeigen, ausdrucken oder aufmalen): Das finde ich gut.

Das nehme ich mit.

Daumen runter (mit der Hand zeigen, ausdrucken oder aufmalen): Das finde ich nicht gut. Das macht mir Angst.

Gespräch

Starter

Paulus ist im Gefängnis, aber er freut sich, dass er vor dem König sprechen darf, warum?
Weil er allen Menschen davon erzählen möchte, was er mit Jesus erlebt hat.

Was hat Paulus mit Jesus erlebt?
Er hat Jesus gehört und in Form eines Lichts gesehen, er hat erkannt, dass Jesus wirklich der Messias ist, von dem schon im Alten Testament geschrieben ist (es ist hilfreich in Kap. 9 die Bekehrung von Saulus zu Paulus als Hintergrundwissen nachzulesen).

Was ist so schön an der Botschaft, die Paulus erzählt?
Jesus ist Paulus persönlich begegnet und obwohl Paulus noch als Saul Christen verfolgt hat, bestraft Gott ihn nicht, sondern er begegnet ihm mit Liebe und schenkt, dass er sich und seine Einstellungen komplett ändert.

Paulus ist so begeistert von Jesus, dass er überall von ihm erzählen will. Er weiß, dass es eine gute Nachricht ist und nichts Schlimmes. Er weiß, dass die Botschaft anderen Menschen guttut und er erlebt, dass er Kraft und keine Angst hat, anderen davon zu erzählen. Er vertraut total auf Gott. Ich finde es total schön zu sehen, wie man in diesem Bibelabschnitt spürt, wie erfüllt Paulus von seinem Erlebnis mit Jesus ist und dass er ihm total vertraut und dadurch so stark ist und voller Freude.

Checker:

Hast du schon einmal etwas mit Jesus erlebt? Wenn ja, was?
Es ist schön, wenn du als Mitarbeiter hier selbst ein Zeugnis geben kannst, das hilft den Teilnehmern dann meist auch, selbst auf Ideen zu kommen.

Wissen deine Freunde in der Schule, im Sportverein, dass du in die Jungschar gehst und was das ist?

Erzählst du deinen Freunden von deinem Glauben?

Hast du Angst davor, über deinen Glauben zu reden oder freust du dich, wenn du darüber reden kannst?

Was könnte dir helfen, die Angst zu überwinden?

Überleitung zum Merkvers aus Lukas 12,12

Wir machen uns oft so einen Druck, über den Glauben zu reden oder aber haben Angst, dabei ist es so eine gute Nachricht, die wir erzählen. Wir können lernen, wie Paulus froh darüber zu sein, wenn wir über unseren Glauben sprechen dürfen. Außerdem sind wir da nicht allein und nicht auf unsere eigene Kraft angewiesen. Gott hat uns den Heiligen Geist geschenkt, der in uns wohnt und der uns die richtigen Worte geben wird.

Merkvers

Starter:

„Aber alle, die auf den Herrn vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.“ Jesaja 40,31

Methode zum Lernen:

Mit Bewegungen: Auf den Herrn vertrauen (nach oben schauen), neue Kraft (beide Arme anwinkeln, als ob man seine Muskeln zeigen möchte), wachsen Flügel (Arme ausbreiten und schwingen, wie ein Vogel). Sie gehen (auf der Stelle gehen), nicht müde werden (Kopf schütteln / Zeigefinger wackeln und anschließend gähnen), laufen (wieder auf der Stelle laufen) und nicht zusammenbrechen (mit dem ganzen Körper zusammensinken nach unten, als ob man fällt).

Checker:

„Denn der Heilige Geist wird euch in dem Augenblick eingeben, was ihr sagen müsst.“ Lukas 12,12

Methode zum Lernen:

Mit Hilfe eines Gedankenexperiments – an eine Situation, z. B. in der Schule, denken, in der man nicht weiß, was man sagen soll. Innerlich aufrecht hinstellen und sich sagen: „Nicht ich rede, sondern Gott durch den Heiligen Geist in mir.“

Gebet

Popcorngebet mit verschiedenen „Phasen“.
Popcorngebet bedeutet, dass jeder einfach ein Wort oder einen kurzen Satz sagt, dadurch ist die Hemmschwelle für die Teilnehmer kleiner, zu beten.

Phasen:

  1. Danke ….
  2. Bitte gib uns Mut für …
  3. Bitte für … (Fürbitte, den Blick weiten – dafür vorher gemeinsam Anliegen sammeln)

Kreatives

Bilder malen / Karten schreiben mit Erlebnissen von Jesus – eine Situation, an die sich die Kinder erinnern und damit sie es nicht vergessen, können sie sie sich schön aufschreiben, aufmalen und später ins Zimmer hängen.

Gemeinsam überlegen, wie man anderen etwas Gutes tun kann, wie man in der Schule, bei Freunden vom Glauben erzählen kann, eventuell Karten mit Einladungen zur Jungschar gestalten.

Spielerisches

Stille Post

Ihr sitzt in einer Reihe. Dem ersten Kind in der Reihe wird ein Wort ins Ohr geflüstert (Achtung, dass es die anderen nicht hören!). Das Kind muss das Wort, das es verstanden hat, an den Nachbarn weiterflüstert. Was kommt wohl beim letzten Kind an? Danach rückt jedes Kind einen Stuhl weiter, so dass jeder mal angefangen hat.

Blindes Vertrauen

Einem Kind werden die Augen verbunden. Das Kind wird durch einen Parcours geführt, entweder an einer Hand oder nur durch tippen auf die Schultern oder nur durch Sprache.

Verhör / Zeugenaussage

Ziel: Zwei Kinder sollen auf 10 Fragen die gleiche Antwort (inhaltlich) geben.

Ablauf: Zwei Kinder gehen aus dem Raum (am besten geht ein Mitarbeiter mit und gibt Hilfestellung, wenn die Kinder keine Ideen haben) und müssen innerhalb von 7-12 min (in der 1. Runde mit 10 min beginnen und danach ggf. die Zeit anpassen) versuchen, möglichst viele Dinge für eine Zeugenaussage abzusprechen.

In der Zeit überlegen sich die Kinder im Raum mit einem anderen Mitarbeiter 5-10 Fragen, die sie den Kindern stellen (jedoch können diese in der Befragung noch geändert werden, so dass es eher ein Dialog wird – es dient nur dazu, dass sie schon mal Ideen haben und es sich dann später nicht so in die Länge zieht).

Anschließend wird erst ein Kind in den Raum gerufen und antwortet auf die 5-10 Fragen – danach wird das andere Kind in den Raum gerufen und bekommt dieselben Fragen gestellt.

Haben sie die gleichen Antworten gegeben? Waren ihre Zeugenaussagen glaubhaft?

Wenn man mag, kann man je richtige Antwort ein Gummibärchen o. Ä. geben oder nach dem man mehrere Runden gespielt hat, erhält die Gruppe mit den meisten übereinstimmenden Antworten einen Preis. Ansonsten macht das Spiel einfach Spaß und ist super aufregend für die Kinder, die befragt werden.

Mögliche Fragen:

Wo wart ihr? Was habt ihr gemacht? Wann habt ihr euch getroffen (Tag und Uhrzeit)? Welche Sockenfarbe hatte XY? Wie war das Wetter? Habt ihr etwas gegessen? Wenn ja, was?

Hilfe für die Kinder, die sich absprechen:

Eine Zahl aussuchen, die sie immer als Antwort nehmen und die ggf. als Uhrzeit gelten könnte (z. B. 12 (Euro, 12x hin- und hergelaufen, 12 Uhr mittags, am 12., …), eine Farbe festlegen, die sie immer nennen können, wenn sie nach Farben gefragt werden – ein Muster überlegen (gestreift, gemustert,  …), Namen festlegen, möglichst allgemein absprechen.

Rätselhaftes

Paulus saß in seinem Leben mehrfach im Gefängnis. Er durfte aus dem Gefängnis Briefe schreiben. Manche dieser Briefe finden sich ebenfalls in der Bibel. Außerdem durfte er Besuch empfangen.

Lest Epheser 6,18-22: Wie heißt der Mann, der den Epheserbrief von Paulus aus dem Gefängnis zu den Ephesern brachte? (Tychikus)

Lest Philipper 2, 19-30: Welche beiden Männer nennt Paulus als seine Mitstreiter? Welcher der beiden war todkrank und Gott hat ihn geheilt? (Timotheus und Epaphroditus, Letzterer war krank gewesen)

Lest Kolosser 4,16: An welche Gemeinde sollen die Kolosser den Brief weitergeben, wenn sie ihn gelesen haben? (Laodizea)

Lest Apstelgeschichte 16, 23-34: Wie befreite Gott Paulus und Silas aus dem Gefängnis? (Hier sind zwei Antworten möglich: Durch ein Erdbeben oder indem er den Gefängniswärter Christ werden ließ)

(T)Extras

Lieder

Ich kann nicht schweigen (eher für ältere Kinder)
Dip (Who was that man? I like to shake his hand, for he gave his life for you and me)

Aktionen

Karten für Kinder schreiben, die verfolgt werden.

Infos dazu: https://www.opendoors.de/aktiv-werden/aktionen/ermutigungsaktionen/ermutigen-sie-kinder-in-kolumbien

(Aktion geht bis zum 30.11.2021)

Podcast oder Video von Open Doors für Kids vorspielen.
So, wie es Paulus erging, geht es heute noch vielen Christen, auch Kindern.
Open Doors hat extra Videos mit Geschichten von Kindern für Kinder erstellt, das kann den Blick erweitern und ein Anliegen für die Fürbitte (Phase 3 beim Gebet) sein.

Das Ziel

Starter

Die Antwort auf die „Gretchenfrage“ aus Faust 1 von Johann Wolfgang von Goethe: „Wie hast du’s mit der Religion?“, ist lebenswichtig, lebensentscheidend.

Checker

Die Frage nach der Haltung zur Religion ist keine Frage einer Meinung zu einem Thema, sondern es entscheidet über die gesamte Lebensplanung.

Der Text an sich

Diese Geschichte spielt in der sogenannten Richterzeit 1200 v. Chr. bis 1012 v. Chr.
Richter sind von Gott eingesetzte Anführer, vor allem für den Kampf gegen Feinde des Landes. Die uns wohl bekanntesten Richter sind die Richterin Deborah (Richter 4-5), Gideon (Richter 6-8) und Simson (Richter 13-16).
Bethlehem liegt im Südteil von Israel, dem Land Juda.
Das Land der Moabiter liegt auf der Ostseite des Toten Meeres, im heutigen Jordanien. https://de.wikipedia.org/wiki/Moab_(Staat)

Die Geschichte der Moabiter ist durchweg negativ geprägt:
In 1. Mose 20, 30-38 wird erzählt, dass die Töchter Lots nach der Flucht aus Sodom aus Angst, nie mehr einen Mann zu bekommen und Kinder zu haben, ihren Vater betrunken machten, mit ihm schliefen und so Kinder zeugten. Eines hieß Moab, das andere Ben-Ammi. Das sind die Stammväter der Moabiter (1. Mose 20,37) und Ammoniter.
Diese Völker waren später bei der Landnahme des Volkes Israel nach der Flucht aus Ägypten erbitterte Feinde (4. Mose 22).
Laut 4. Mose 25 ließen sich israelitische Männer auf moabitische Frauen ein und beteten mit ihnen deren Götter an. Daraufhin verhängte Gott eine schwere Strafe über die Israeliten (4. Mose 25,4-5).
In 5. Mose 23,4-7 verbietet Gott, dass Moabiter und Ammoniter und selbst ihre Nachkommen zum Volk Gottes gehören dürfen.
Während der Richterzeit machten die Moabiter den Israeliten das Leben immer wieder schwer (Richter 3).

Vers 3:
Die Geschichte der Familie Elimelechs und Noomis handelt wohl in der Zeit, als Israel in Frieden mit Moab lebte (Richter 3,30). Dass die Söhne sogar moabitische Frauen heirateten, zeugt von diesem Friedenszustand und davon, dass auch das Volk Israel Gottes Regeln aus der Zeit der Landnahme nicht mehr allzu ernst nahm.

Vers 16-17:
Anders als in 4. Mose 25 übernahm Elimelechs Familie jedoch nicht den Götzendienst der Moabiter. Vielmehr nahmen sie die Schwiegertöchter mit hinein in ihren Glauben an ihren Gott Jahwe. Rut bekennt sich eindeutig zu diesem Gott.

Vers 20:
Der Name Noomi bedeutet im Hebräischen die Angenehme, Schöne, Reizvolle. Mara dagegen die Bittere (2. Mose 15,23).

Vers 22:
Dass Noomi mit Ruth nun wieder in Bethlehem wohnt, ist bedeutsam für den weiteren Verlauf der Geschichte Gottes mit Israel (Micha 5,1; Rut 4,21-22; Lukas 2).

Der Text für mich

Elimelech setzt sich über Gottes Verbot, sich mit Moabitern zu verbinden, hinweg. Die Israeliten hatten sich damals von den Moabiterinnen verführen lassen und haben deren Götter angebetet, haben Götzenkult betrieben. Gott kennt diese Gefahr, die immer besteht, wenn sich seine Leute mit Andersgläubigen zusammentun. Zum Schutz vor dieser Verführung hat er den Kontakt streng verboten. Aber im Gegensatz zu den damaligen Israeliten, haben sich Elimelech und seine Familie nicht verführen lassen, sondern sie haben an Jahwe, ihrem Gott, festgehalten und die moabitischen Schwiegertöchter mit hineingenommen in ihren Glauben an den Gott Israels. Und dies auch in Zeiten von Tod und Not.

Eigentlich hat eine Moabiterin angesichts der Geschichte ihrer Vorfahren keine Chance, von Gott angenommen und im Volk Gottes aufgenommen zu werden. Durch ihr Bekenntnis zu diesem Gott Israels wird sie jedoch einbezogen, darf dazugehören.

So ist Gott: Seine Verbote der engen Verbindung mit Menschen anderer Religionen sind Schutz für seine Kinder. Wer sich aber aus einer anderen Religion zu ihm bekehrt, sich zu ihm bekennt, den nimmt er mit offenen Armen auf. Siehe dazu Rut 2,12b.

Der Text für dich

Starter

Als Noomi mit ihren beiden Schwiegertöchtern aus Moab wieder zurück in ihre Heimat Juda geht, stellt sie die Beiden vor dem Grenzübergang vor eine für sie lebensverändernde Entscheidung. Sie können wählen, ob sie zurückgehen wollen in ihr bisheriges Zuhause und damit zu ihren heidnischen Göttern, oder ob sie im neuen Land unter einem neuen Gott leben wollen. Die eine Schwiegertochter, Orpa, geht wieder zurück. Die andere, Rut, entscheidet sich für das neue Land und für den Gott Israels. Bei beiden war die Frage nach der Religion lebensentscheidend. Ein „vielleicht – ein bisschen“ war nicht möglich. Auch wenn für uns das Leben äußerlich genau so weitergehen mag wie vorher: Mit der Entscheidung für oder gegen ein Leben mit Gott gilt das bis heute.

Checker

Die Antwort auf die „Gretchenfrage“, der Frage nach der Einstellung zu Gott, ist eine Entscheidung, die das ganze Leben betrifft. Für Rut entschied sich daran sogar, wo sie ihr Leben verbringen würde. Für dich heißt es, dass diese Entscheidung für ein Leben mit Gott Auswirkungen auf deinen Lebensstil, deine Zeiteinteilung, deine Lebensprioritäten, deine Zukunftsplanung hat. Dazu gibt es ein Sprichwort von Christian Dietrich Grabbe (1801-1836): „Ein halber Christ ist ein ganzer Unsinn.“

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

In den folgenden vier Lektionen über Rut wird ein Erzähltisch gestaltet.

Für diese 1. Lektion wird der Tisch in zwei Bereiche unterteilt: rechts in einen kleinen Randbereich für das Land Moab und links in einen großen Bereich, das Land Israel, genauer gesagt Juda. Die Bereiche werden durch den Jordan und das Tote Meer voneinander getrennt. Die Bereiche werden mit Tüchern oder farbigen Papieren ausgestaltet: Juda und Moab als bergige Länder braun, das Jordantal grün, der Jordan und das Tote Meer blau. Im Bereich Juda wird die Stadt Bethlehem mit einigen Häusern angedeutet.

Für die Figuren, die anderen Dinge zur Ausgestaltung und das Haus können Lego-, Duplo- oder Playmobilfiguren verwendet werden. Sie können jedoch auch selbst hergestellt werden. (Siehe Kreatives)

Benötigte Personen: Elimelech, Noomi, deren Söhne Machlon und Kiljon, deren Frauen Rut und Orpa.
Götterfiguren

Idee 2

Falls die Kinder internetfähige Handys dabeihaben, sollen sie darin nachforschen, was denn die „Gretchenfrage“ ist. Andere forschen im bereitstehenden Computer oder suchen in verschiedenen Lexika nach der Antwort.

Verkündigung

Verkündigungsart: Erzählen mit Erzählfiguren

Die Figuren liegen zuerst alle in einem Karton und werden erst herausgeholt, wenn sie ihren Auftritt in der Geschichte haben. Der Erzähler spielt mit den Figuren das vor, was er auch erzählt.

Das sind Elimelech und Noomi. Vor einigen Jahren sind sie aus dem Land Israel hierher nach Moab gezogen. Dort in Israel war nämlich eine Hungersnot. Um überleben zu können, kamen sie hierher. Sie kamen zusammen mit ihren Söhnen Machlon und Kiljon. Hier in Moab ließ es sich gut leben. Es hatte nur einen Nachteil: Die Menschen beteten zu anderen Göttern. Sie beteten z. B. zu Ba’al, wenn sie um besseres Wetter bitten wollten. Oder zu Astarte. Von ihr erhofften sie, dass die Ernte gut wachsen sollte. Oder dass ihre Frauen Kinder bekommen. Aber Elimelech und seine Frau Noomi machten da nicht mit. Sie beteten weiterhin zu ihrem Gott, zum Gott Israels, dem Schöpfer der ganzen Welt. Dem Gott, der das Volk Israel aus Ägypten befreit hatte.

Eines Tages passierte etwas Schlimmes. Elimelech starb. Noomi und ihre Söhne waren sehr traurig. Aber dann beschlossen sie, mit Gottes Hilfe weiterzuleben. Machlon fand eine Frau. Sie hieß Rut. Dann fand auch Kiljon eine Frau. Sie hieß Orpa.

Aber dann starben auf einmal auch Machlon und Kiljon. Ohweh! Das war jetzt ganz furchtbar. Jetzt war kein Mann mehr da, der für sie sorgen konnte. Jetzt hatte Noomi nicht nur ihren Mann, sondern auch ihre beiden Söhne verloren. Aber wisst ihr, wen sie nicht verloren hat? Ihre lieben Schwiegertöchter und GOTT! Er weicht nicht von unserer Seite. Wenn sie den nicht gehabt hätten, wären sie total verzweifelt.

Da hörte Noomi, dass die Hungersnot in Israel vorbei war. Jetzt hielt sie nichts mehr im Ausland Moab. So schnell sie konnte, packte sie so viel von ihren Sachen zusammen, wie sie tragen konnte. Rut und Orpa wollten ihre Schwiegermutter begleiten. So machten sich die Drei eines Tages auf den Weg. Als sie eine ganze Strecke gelaufen waren, sagte Noomi zu ihren Schwiegertöchtern:

„Kehrt wieder um! Geht zurück, jede ins Haus ihrer Mutter! Gott, der Herr, vergelte euch alles Gute, das ihr an den Verstorbenen und an mir getan habt. Ich wünsche euch, dass er euch auch wieder einen Mann und ein neues Zuhause finden lässt.“

Orpa verabschiedete sich und kehrte wieder um und ging zurück. Aber Rut blieb bei ihr. Sie sagte zu ihrer Schwiegermutter: „Ich kehre nicht um, ich lasse dich nicht allein. Wohin du gehst, dorthin gehe ich auch; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da will auch ich sterben; dort will ich begraben werden.“ Als Noomi merkte, dass es Rut ernst damit war, gingen sie zusammen weiter. Am Toten Meer entlang zur Einmündung des Jordan. Den überquerten sie. Jetzt waren sie in Israel. Und dann war es nicht mehr weit bis Bethlehem, von wo Noomi und Elimelech vor vielen Jahren weggegangen waren.

Die andere Idee

Die Geschichte liest sich wie ein Roman. Ein Mitarbeiter liest Rut 1 nach der Guten Nachricht Bibel. Jemand übernimmt die wörtliche Rede von Noomi, Rut, Orpa, eine Frau aus Bethlehem.

Der Text gelebt

Wiederholung

Die Gruppe versucht, den Film sozusagen rückwärts laufen zu lassen. Sie bewegen die Erzählfiguren zurück Richtung Anfang. Dadurch müssen sie sich den Ablauf noch einmal vergegenwärtigen.

Gespräch

Die Frage nach der „Gretchenfrage“ wird noch einmal aufgegriffen. Welche Bedeutung hatte das Bekenntnis der Rut zum Gott Israels? War das einfach so eine gedankliche Sache, die mit dem äußeren Leben nichts zu tun hatte? Was war der Unterschied zu Orpa? Was wäre gewesen, wenn Rut weiterhin zu Astarte oder Baal gebetet hätte? Wäre das ein Unterschied gewesen? Welcher?
Noomi erlebt auch die Zeit der Not mit Gott. Denn ohne Gott wäre die Not hoffnungslos.

Dieser Gott Israels, der auch Jahwe heißt, lädt alle Menschen der ganzen Welt zu sich ein. Auch Menschen, die bisher an andere Götter geglaubt haben, dürfen zu ihm kommen. Er möchte aber nicht, dass man alle Religionen miteinander vermischt und irgendwie an alle ein bisschen glaubt. Es ist nicht egal, an welchen Gott man glaubt (siehe 1. Gebot in 2. Mose 20,3-6).

Kann man sagen, dass es egal ist, ob man an Gott glaubt oder nicht? Was ändert sich im Leben, wenn man mit Gott lebt? Worin unterscheidet sich ein Leben mit Gott von einem Leben ohne Gott?

Wer an Gott glaubt, richtet sein ganzes Leben nach ihm aus. Er unterhält sich mit ihm über alles. Über Wichtiges und Unwichtiges. Über Entscheidungen und Herausforderungen. Man geht mit Gott zusammen in den Tag, in die Schule, zu den Freunden, freut sich mit ihm über Erfolge und leidet mit ihm an Misserfolgen. Man ist gerne mit Menschen zusammen, die an den gleichen Gott glauben, man freut sich gemeinsam an ihm, hört gemeinsam darauf, was er sagt, liest die Bibel, singt gemeinsam für ihn, betet gemeinsam zu ihm. Man bildet sozusagen einen „Fanclub für Gott“. Das nennt sich Gemeinde.

Merkvers

Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. (Ausschnitt aus Rut 1,16)

Jedes Wort des Verses plus Angabe der Bibelstelle werden auf einen Zettel geschrieben. Je nach Gruppengröße jedes Wort auf mehrere Zettel. Diese werden an alle Kinder bunt gemischt verteilt.

Der Vers wird nun einmal vom Mitarbeiter genannt. Jetzt beginnen die Kinder mit dem ersten Wort. Sie sagen es laut. Dann sagen die entsprechenden Kinder das zweite Wort, die nächsten das dritte usw. Das wird so oft wiederholt, bis ein flüssiger Satz entsteht.

Gebet

Danke, Vater im Himmel, dass du alle Menschen herzlich zu dir einlädst. Alle dürfen zu dir kommen und bei dir Zuflucht finden. Danke, dass es gut ist, mit dir zu leben. Du hast uns lieb und bist immer für uns da. Wir haben immer einen Freund an unserer Seite, der uns zuhört, tröstet, stärkt und uns durch das Leben führt. Dankeschön. Amen.

Kreatives

Herstellen der Erzählfiguren und -zubehör aus selbstgefertigter Knete

Zutaten:

Für 1 Portion:

500 Gramm Mehl (Typ 405)              mit

175 Gramm Salz                                 und

2½ EL Zitronensäure Pulver               vermischen

7 EL Sonnenblumenöl                         dazu mischen

500 Milliliter Wasser (kochend!)       mit dem Knethaken nach und nach unterkneten.

Alles gut durchkneten.

Einfärben der Knete:

Die Gesamtmasse in Einzelmengen teilen. In diese jeweils eine Mulde drücken, ein paar Tropfen der gewünschten Lebensmittelfarbe hineinträufeln, gut durchkneten. Dazu Einmalhandschuhe tragen, damit die Hände nicht eingefärbt werden (luftdicht verpackt hält sich die Knete mehrere Wochen formbar). Aus dieser bunten Knete werden nun alle Figuren und anderes geformt.

Spielerisches

Komm mit – lauf weg

Alle stehen im Kreis, einer ist außerhalb des Kreises. Er geht langsam um den Kreis herum. Irgendwann tippt er einem Spieler aus dem Kreis auf die Schulter und ruft entweder „Komm mit!“ oder „Lauf weg!“ In jedem Fall muss er jetzt versuchen, sofort so schnell wie möglich den Kreis zu umlaufen, um als erstes den frei gewordenen Platz zu erreichen. Der Angetippte muss nämlich bei „Komm mit“ hinter dem ersten Spieler herlaufen, versuchen, ihn zu überholen, bei „Lauf weg“ in die entgegengesetzte Richtung laufen und in beiden Fällen versuchen, vor dem ersten Spieler seinen bisherigen Platz zu erreichen. Gelingt das, ist der erste Spieler erneut dran. Ist der jedoch als erstes in der Kreislücke, ist der angetippte Spieler dran und beginnt eine neue Runde mit „Komm mit“ oder „Lauf weg“.

Wissenswertes

Zeit:

Die Geschichte der Rut handelt in der sogenannten Richterzeit von 1200 v. Chr. bis 1012 v. Chr.

Kleine Ortskunde:

Moab: liegt direkt am Ostufer, am unteren Teil des Toten Meeres, im heutigen Jordanien.

Bethlehem liegt ca. 20 km Luftlinie westlich vom Toten Meer im Landesinneren. Die Luftlinie von ca. der Mitte von Moab bis Bethlehem beträgt ca. 50 km. Zu Fuß könnte man diese Entfernung in 10 Stunden schaffen.

ABER:

Zwischen Moab und Bethlehem liegt das Tote Meer. Dies liegt heute um die 300 m unter dem Meeresspiegel. Die Felswände dort hinunter sind steil und nicht begehbar. Außerdem war schon damals eine Schifffahrt zum Übersetzen wegen des hohen Salzgehaltes nicht möglich. Also musste man am Toten Meer entlang nach Norden zum Zufluss des Jordan reisen. Der fließt aber im Jordangraben. Der ist als Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs schmal und tief, kann also nicht einfach so überall überquert werden. Deshalb muss man als Wanderer ca. 70 km östlich am Jordan entlang nach Norden gehen. Dort erst kann man den Jordan überqueren. Dann geht man wieder ca. 100 km westlich des Jordans nach Süden, um Bethlehem zu erreichen. Diese Strecke ist dann insgesamt ca. 300 km weit. So braucht man für diese Wanderung 63 Stunden.

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(T)Extras

Lieder

Wir sind gemeinsam unterwegs (Text und Musik: Uwe Lal)
In Gottes Haus sind offene Türen (Hella Heizmann)
Ein jeder kann kommen (Text und Melodie: Winfried Radeke)
Hallo ciao ciao guten Tag moin moin (Text Und Musik: Mike Müllerbauer)
Hier ist ein Platz für Große und Kleine (Text und Musik: Ute Rink)
Willkommen, hallo im Vaterhaus (Text und Musik: Daniel Kallauch)
Du bist der einzig wahre Gott (Text und Musik: Daniel Kallauch)

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