Gott ist hier

Ich bin, der ich bin. (Ex 3,14)

Mose, ein Adoptivsohn der Tochter des Pharaos, war ein gebildeter junger Mann. Doch in seinem Innern blieb er, wer er war: Nachkomme hebräischer Sklaven. Eines Tages schlug ein ägyptischer Aufseher einen seiner hebräischen Brüder. Außer sich tötete Mose ihn und musste fliehen. Im Nirgendwo ist er ein Niemand, ein Fremder.

Eines Tages ein brennender Dornbusch! Mose erstarrt. Neugierig geht er hin. Plötzlich hört er eine Stimme: „Mose!“ Erschrocken antwortet er: „Hier bin ich.“ Wieder diese Stimme: „Tritt nicht herzu, ziehe deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land.“ Haben wir noch eine Ahnung für heilige Orte, wo wir Gottes Nähe spüren? Ich erinnere mich an den Besuch der Krypta in einem romanischen Dom des 12. Jahrhunderts. Eine wunderbare Erfahrung: Gott ist hier.

Gott gibt sich Mose zu erkennen: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“. Mose ist für Gott nicht der Niemand, der Fremde. Er ist ein Nachkomme Abrahams. Gott fordert ihn auf, zum Pharao zu gehen. Ohne Absicherung. Mose reicht das nicht. Er widerspricht: „Wenn sie mich dann fragen, wie ist sein Name? Was soll ich ihnen sagen?“

Gott geht auf Moses Einwand ein. Er nennt ihm seinen Namen: „Ich bin, der ich bin.“ Ein geheimnisvolles hebräisches Wort, bis heute verschieden übersetzt. Es ist ein Name, der mehr ist. Es ist eine sehr präzise Beschreibung, wer der Gott der Bibel ist. Die vier hebräischen Buchstaben will ich so auslegen: Mose, vertraue mir. Mache dich auf den Weg. Und du wirst erleben, dass ich keine leeren Versprechungen mache. Es wird sich erfüllen, was ich dir sage. Ich bin mit dir. Wage es.

Gebet:
Mein Gott,
ich danke dir, du siehst mich.
Ich war am Boden, du richtest mich auf.
Ich war ohne Mut, du gibst mir eine Aufgabe.
Lass mich Vertrauen finden und Vertrauen schenken. Amen

Wenn der HERR nicht das Haus baut, dann ist alle Mühe der Bauleute umsonst. Wenn der HERR nicht die Stadt bewacht, dann wachen die Wächter vergeblich. (Ps 127,1 HfA)

Während einer Australienreise im letzten Jahr besuchte ich die Deutsche Gemeinde in Melbourne, in der ich mal für zwei Jahre gearbeitet hatte. Beim Besichtigen des inzwischen umgebauten Gemeindekomplexes entdeckte ich im Giebel des Neubaus ein großes Holzschild mit der Inschrift „JESUS CHRISTUS – Unsere Hoffnung und Zuversicht“.

Es hing früher an der Außenwand des Gemeindesaals und rief ein Erlebnis wach: Damals klingelte eine Frau an der Tür des Pfarrbüros. Sie überprüfte für die aktuelle Volkszählung die Gebäude, Adressen und Namen. Sie hatte vermerkt, dass in dem großen Gebäude Jesus Christus wohnen würde. Für sie war das Schild ein Namensschild gewesen. Lächelnd erwiderte ich: „Ja, Jesus Christus wohnt hier.“

Der Psalm 127 rät uns, Gott in alle Lebensbereiche einzubeziehen. Es beginnt mit dem privaten Lebenshaus. Wie gut ist es, dies aus der das Haus baut, dann ist Beziehung zu Gott aufzubauen und zu gestalten. Gott möchte Bauherr sein, bietet durch Jesus Christus ein sicheres Fundament und will durch seinen Heiligen Geist in uns wohnen. Er bewacht, dann wachen hilft uns, Prioritäten im Leben zu setzen und die Wächter vergeblich. bewahrt uns vor manchem Frust. Wir müssen unser Leben nicht mühsam allein aus eigener Kraft aufbauen.

Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf die Stadt und markiert den Übergang vom privaten zum öffentlichen Leben. Hier wird unsere Begrenztheit besonders deutlich. Wie wenig können wir für die Sicherheit unserer Stadt und Gesellschaft tun! Gott bietet einen Schutz, der über alle menschlichen Sicherheitsmaßnahmen hinausgeht. Deshalb beten wir um seinen Schutz für unsere Stadt und unser Zusammenleben, um Frieden und Sicherheit.

Rufen wir seinen Namen aus und bekennen ihn als Herrn über unserem privaten Leben, unserer Gemeinschaft und Gesellschaft.

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. (Sach 4,6 L)

Stell dir ein Segelboot auf einem stillen See vor. Die Segel sind gesetzt, aber ohne Wind bleiben sie regungslos. Was tun? Paddeln wäre anstrengend und wenig effektiv. Erst wenn der Wind aufkommt, gewinnt das Boot an Fahrt. Ganz ähnlich ist es in unserem Glauben und unserer Arbeit: Wir können uns abmühen, Pläne machen und Programme entwickeln – aber ohne Gottes Geist bleibt sie häufig kraftlos.

In der Jugendarbeit sind wir oft voller Tatendrang: Wir organisieren Freizeiten, gestalten Andachten, entwickeln kreative Projekte. Doch oftmals glauben wir, alles allein stemmen zu müssen. Sacharja erinnert uns daran, dass echte Veränderung und Gottes Wirken nicht durch unsere Kraft geschieht, sondern durch seinen Geist.

Das Volk Israel war müde, der Tempelbau ins Stocken geraten. Doch Gott sagt: Meine Kraft wird euch leiten. Auch wir sehnen uns nach Veränderung, nach der „neuen Erde“ (Offb 21,1) und einer
Jugendarbeit, die junge Menschen berührt. Doch es geht nicht darum, immer mehr zu leisten. Vielmehr dürfen wir unser Tun mit Gottes Geist in Einklang bringen – wie ein Segelboot, das sich dem Wind anvertraut.

Unsere Aufgabe: Segel setzen – im Gebet, in der Stille, im Vertrauen auf Gott, auch wenn sich dadurch vielleicht die Richtung ändert.

Ich erlebe in Sitzungen häufig, dass wir nach einer kurzen Andacht sofort zur Tagesordnung übergehen. In zwei Gremien dagegen nehmen wir uns Zeit für hörendes Gebet. Wir fragen Gott nach seinem Willen und erleben, dass wir gezielter und in seinem Timing handeln. Nicht unser eigener Aktionismus, sondern seine Führung bringt uns weiter.

Gebet: Herr, oft versuchen wir, aus eigener Kraft dein Reich zu bauen. Hilf uns dabei, dass wir uns auf dich fokussieren, dass wir zu deiner Zeit tun, was du segnen wirst. Bewahre uns vor eigenem Aktionismus. Amen.

Beschreibung:  

SOS-Affenalarm, die Affen sind los! Die Affen sind ausgebrochen und müssen schnell wieder eingesammelt werden, bevor etwas Schlimmes passiert.   

Die Mitarbeitenden (Affen) sind auf dem ganzen Gelände verteilt. Die Kinder sollen in Gruppen die Mitarbeitenden einsammeln und ins Lager zurückbringen. Die Mitarbeitenden wollen aber nicht! Jeder/jede Mitarbeitende kann nur auf eine bestimmte Art überzeugt werden, der Gruppe zurück ins Lager zu folgen. Gemeinsam sollen die Kinder herausfinden, wie sie den/die Mitarbeitende überzeugen können, ihnen zu folgen damit so viele wie möglich von ihnen gerettet werden können.  

Vorbereitung:  
  • Spielgelände festlegen  
  • Lager/Station auswählen (ein Mitarbeitender/eine Mitarbeitende sollte im Lager bleiben, um die Strichliste zu führen, wie viele Affen die einzelnen Gruppen zurückbringen) 
  • Gruppen-Organisation überlegen (welche Konstellationen passen am besten)  
  • Ideale Gruppengröße: mind. 4 Kinder 
Ablauf:  

1. Begrüßung   

  • Begrüßt die Kinder (wenn ihr wollt, dann könnt ihr “SOS-Affenalarm” Musik anmachen) zum Affenspiel und erklärt ihnen die Geschichte zu dem Spiel und das Spielprinzip.  
  • Ziel des Spieles ist es, so viele Affen wie möglich zurück ins Lager zu bringen und vor einer Katastrophe zu bewahren. 

2. Spielerklärung  

  • Die Mitarbeitenden sind als Affen auf dem Gelände verteilt und müssen zurück ins Lager gebracht werden.  
  • Die Kinder sollen in Gruppen so viele “Affen” einsammeln wie möglich.  
  • Jede Gruppe darf jedes Mal nur einen “Affen” einsammeln.   
  • Die “Affen” wollen nicht einfach so mitgehen, sondern brauchen Hilfe.  
  • Die Gruppen sollen durch Beobachten oder durch Fragen herausfinden, wie sie den “Affen” überzeugen können, ihnen zu folgen  
  • Jeder Affe hat eine andere Schwierigkeit/“Macke“:  

Hungriger Affe: Dieser Affe ist hungrig und kommt nur mit, wenn man ihm etwas zu essen bringt  

Sport-Affe: Dieser Affe liebt Sport und folg der Gruppe nur, wenn sie gemeinsam Sport machen.  

Musik-Affe: Dieser Affe macht sehr gerne Musik und folgt den Kindern nur, wenn sie gemeinsam singen (bestenfalls tanzen sie auch). 

Farb-Affe: Dieser Affe liebt Farben und wünscht sich, dass die Kinder ihm irgendetwas in einer schönen Farbe bringen, dann folgt er ihnen zurück ins Lager.  

Parcours-Affe: Dieser Affe ist immer aktiv und möchte, dass die Kinder eine seiner Challenges bewältigen.  

Bastel-Affe: Dieser Affe ist sehr künstlerisch und möchte von den Kindern entweder Bastelutensilien oder ein Kunstwerk bekommen, bevor er sie ins Lager begleitet.  

Besties: Hier sind 2 Affen unzertrennlich und gehen nirgends getrennt mit. Hier müssen 2 Gruppen zusammenarbeiten. Jede Gruppe begleitet einen Affen zurück ins Lager.  

Angst-Affe: Dieser Affe ist sehr scheu und an ängstlich. Man muss sehr ruhig und nett zu ihm sein, damit er der Gruppe ins Lager folgt.  

Gelähmter Affe: Dieser Affe kann nicht mehr laufen und muss getragen/gestützt werden, um ins Lager zu kommen.   

Gedicht-Affe: Dieser Affe ist sehr poetisch und kann nur durch Reime überzeugt werden, der Gruppe ins Lager zu folgen.   

Blinder Affe: Dieser Affe kann nicht gut sehen und braucht Hilfe von der Gruppe, um ins Lager zu finden.  

Lauf-Affe: Dieser Affe läuft so lange weg, bis die Gruppe ihn gefangen hat.  

  • Wer kreativ ist, darf selbst einen Affen gestalten und eine Aufgabe festlegen.  
  • Wenn ein Affe ins Lager gebracht wurde, bleibt er dort einen Moment und entscheidet über eine neue “Macke”. Nach kurzer Zeit kann der Affe mit einer neuen Fähigkeit wieder zurück auf das Gelände und ins Spiel.   
  • Kein Affe soll zweimal hintereinander die gleiche Fähigkeit haben

 Tipp: Sagt im Lager Bescheid, welche “Macke“ ihr als nächstes nutzen wollt. Die Person im Lager behält den Überblick, damit nicht unbedingt zweimal dieselbe Fähigkeit gleichzeitig auf dem Feld ist. (nicht zwingend nötig)  

Abschluss:  

Das Spiel hat kein festes Ende, wenn die Leitung keines vorgibt. Wenn es euch passend erscheint, dann beendet das Spiel und versammelt alle Gruppen an einem Ort, um die Auswertung zu verkünden. Es ist euch selbst überlassen, wie die Platzierungen verkündet werden, aber die Kinder wissen meistens gerne, welches Team die meisten Affen gesammelt hat.   

Die andere Möglichkeit:  

Es ist keine Pflicht, die Affengeschichte zu verwenden. Die “Macken” der Mitarbeitenden können einer Geschichte individuell angepasst werden.   

Beispiel 1: Sanitöter  

Es gab einen großen Unfall mit vielen orientierungslosen Verletzten. Die Verletzten müssen schnell versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden. Einige müssen beim Gehen gestützt werden, andere brauchen einen Verband oder ein Pflaster.  

Beispiel 2: Kamele sind entlaufen   

Die Kamele sind entlaufen und ein Wüstensturm kommt immer näher. Die Kamele müssen schnell überzeugt werden, wieder ins Lager und in Sicherheit zu kommen.   

Randnotiz:  

Bei diesem Spiel ist es wichtig, dass die Mitarbeitenden die Gruppendynamik im Griff behalten und bei Schwierigkeiten möglicherweise die “Macke” so anpassen, dass die Situation unauffällig geklärt werden kann.   

Story: 

Wir reisen in den Wilden Westen. In eine Zeit, in der die Menschen noch kein Internet und keine Telefone hatten. Wenn sie Nachrichten übermitteln wollten, mussten sie Briefe schreiben. Diese Briefe wurden von Postreitern in die entlegensten Orte gebracht. Aber die weite Prärie lauerte voller Gefahren. Banditen waren unterwegs, um die Postreiter zu überfallen und wichtige Briefe oder die manchmal kostbaren Inhalte der Briefe abzufangen.  

Ziel des Spiels: 

Als Postreiter-Team so viele Briefe wie möglich richtig auszuliefern. Das Team, das die meisten Briefe richtig zustellt, gewinnt. 

Vorbereitung: 
  • In 8 Pappkartons einen Briefschlitz schneiden. Ortsnamen ausdrucken (Druckvorlage) und auf die Kartons kleben. (Die Kartons sollten sich noch einfach öffnen lassen, um die Briefe zu entnehmen. Nicht fest zukleben) 
  • Ca. 120 Briefe (bei 10 TN) auf dickeres Papier (140g-160g) ausdrucken (siehe Druckvorlage). Bei 2 Teams mit 5 Spieler/innen sollten dann für jedes Team 60 Briefe vorhanden sein. Die Briefe entweder mit unterschiedlichen Stempeln abstempeln, so dass sie zu den Teams zugeordnet werden können, oder auf verschiedenfarbiges Papier drucken (z.B. weiß und hell-beige) 
  • Bei größeren Gruppen (ab 20 TN) sollten mehrere Teams gebildet werden. Dann müssen entsprechend mehr Briefe gedruckt und den verschiedenen Teams zugeordnet werden. 
  • Die Briefkästen über das gesamte Gelände verteilen. Manche leichter zu finden, andere etwas schwieriger zu finden. 
Los geht’s:  

Die Gruppe wird in die entsprechende Zahl der Teams eingeteilt. Das Spiel wird mit folgenden Regeln erklärt: 

  • Auf das Startsignal hin holen sich alle Postreiter an der Postausgabestelle (MA) nacheinander einen Brief ab. (Entweder gibt es eine Ausgabe für alle Spieler/innen oder jedes Team hat eine eigene Ausgabe (MA). 
  • Anschließend suchen die Postreiter den entsprechenden Briefkasten, um den Brief dort einzustecken (Jedem Ort ist zusätzlich ein Symbol zugeordnet, so dass es für Kinder, die noch nicht gut lesen können, einfacher ist). Der Brief muss dabei immer in der Hand gehalten werden. 
  • Wird ein Postreiter von einem Banditen erwischt (Abticken reicht aus) muss dieser stehen bleiben, dem Banditen seinen Brief geben und sich anschließend an der Postausgabestelle einen neuen besorgen. 
  • Die Postreiter in den Teams dürfen natürlich miteinander sprechen und sich gegenseitig zeigen, wo die verschiedenen Briefkästen sind. 
  • (Die Banditen bringen zwischendrin immer wieder die erbeuteten Briefe zurück zur Poststelle) 
Ende des Spiels: 

Das Spiel endet entweder wenn ein Team alle Briefe ausgetragen hat oder wenn die festgesetzte Zeit abgelaufen ist. Anschließend wird ausgezählt, welches Team die meisten Briefe richtig ausliefern konnte. 

Auf einem kleineren Gelände mit einer kleineren Gruppe ist das Spiel erfahrungsgemäß nach ca. 15 Minuten um, weil eine Gruppe alle Briefe ausgetragen hat. Dann können weitere Runden gespielt werden, bei der ggf. die Briefkästen neu verteilt werden. 

Bei einem größeren Spielfeld mit weiteren Wegen verlängert sich die Spielzeit entsprechend. 

Variante:  

Das Spiel kann auch als einfaches Suchspiel (ohne Banditen) gespielt werden. Dann geht es nur darum möglichst schnell die richtigen Briefkästen zu finden. Diese Variante funktioniert auch im Haus und mit Vorschulkindern. 

Immer wieder liest und hört man in aktuellen Debatten von „Cancel Culture“. Aber was genau ist damit gemeint? Das erklären wir bei Mission Media.

Als im September in den USA die Talkshow des Moderators Jimmy Kimmel vorübergehend abgesetzt wurde, bezeichnete der ehemalige US-Präsident Barack Obama diesen Vorgang als „Cancel Culture“. Aber was ist damit eigentlich gemeint?

Mit „Cancel Culture“ oder „Canceln“ ist gemeint, dass öffentlich zum Boykott von unter anderem Sendungen, Filmen, Büchern, Auftritten und Produkten einer Person aufgerufen wird. Dies geschieht meistens online und häufig hat sich die Person zuvor mehrfach kontrovers geäußert. Das Schwierige an einer genauen Definition ist, dass die Bezeichnung „Cancel Culture“ sowohl von Befürworter*innen als auch von Kritiker*innen der so bezeichneten Handlungen verwendet wird.

Für Befürworter*innen ist „Cancel Culture“ ein sinnvolles Mittel, mit dem auch Minderheiten vermeintlich viel mächtigere Personen – zum Beispiel Prominente – zur Verantwortung ziehen und auf deren Fehlverhalten hinweisen können. Stichwort: MeToo.

Kritiker*innen sehen in „Cancel Culture“ einen „Modernen Mob“, der durch unverhältnismäßige Reaktionen und Shitstorms die Meinungsfreiheit gefährdet.

Problematisch ist allerdings, dass „Cancel Culture“ mittlerweile häufig nur noch als Kampfbegriff verwendet wird, um zum Beispiel die Grenzen des Sagbaren zu verschieben oder den widersprechenden Personen Überempfindlichkeit vorzuwerfen – ganz egal, ob tatsächlich jemand gecancelt wurde oder nicht.

Weiterführende Informationen:

Britannica (2024)
The Editors of ProCon; Cancel Culture: Is Cancel Culture Good for Society?
https://www.britannica.com/procon/cancel-culture-debate

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) (2023)
René Pfister; Wie die Meinungsfreiheit zum Problemfall erklärt wird
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/diskurskultur-2023/541851/wie-die-meinungsfreiheit-zum-problemfall-erklaert-wird/

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) (2023)
Adrian Daub; Von verzerrten Evidenzen und moralischer Panik
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/diskurskultur-2023/541852/von-verzerrten-evidenzen-und-moralischer-panik/

Chip (2022)
Oliver März; Cancel Culture: Die Bedeutung des Begriffs einfach erklärt
https://praxistipps.chip.de/cancel-culture-die-bedeutung-des-begriffs-einfach-erklaert_139181

Deutsche Welle (2020)
Philipp Jedicke; “Cancel Culture” jetzt auch in Deutschland?
https://www.dw.com/de/cancel-culture-griffige-definition-oder-nutzloser-kampfbegriff/a-54570483

Deutschlandfunk Kultur (2020)
Andrea Geier; Debatte über „Cancel Culture“: Wie Kampfbegriffe den Diskurs prägen
https://www.deutschlandfunkkultur.de/debatte-ueber-cancel-culture-wie-kampfbegriffe-den-diskurs-100.html

HateAid (2024)
Deutschland und die Cancel Culture
https://hateaid.org/cancel-culture/

Journalistikon (2022)
Martina Thiele; Cancel Culture
https://journalistikon.de/cancel-culture/

Sonntagsblatt (2023)
Oliver Marquardt; Wokeness und Cancel Culture: Was hinter dem Kampf um Worte steckt
https://www.sonntagsblatt.de/artikel/gesellschaft/wokeness-cancel-culture-kulturkampf-worte

Stuttgarter Nachrichten (2021)
Katrin Klingschad; Cancel Culture – Was ist das eigentlich?
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.cancel-culture-mhsd.94d7459f-6f15-4323-bc6c-c6b758105099.html

SWR3 (2025)
Christian Kreutzer, Niklas Behrend, Alicia Tedesco; Star-Moderator Kimmel kaltgestellt: Obama attackiert die Trump-Regierung
https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/jimmy-kimmel-ausgesetzt-charlie-kirk-trump-100.html

Zusammen im Dialog (2025)
Cancel Culture
https://zusammen-im-dialog.de/wissensplattform/cancel-culture/

Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht. (Gen 1,3 L)

Du betrittst einen dunklen Raum und wie automatisch gleitet deine Hand neben den Türrahmen, um einen wichtigen, gar nicht so richtig wahrgenommenen Gegenstand des Alltags zu benutzen. Gut einen Meter über dem Boden wartet er auf Berührung und revanchiert sich für den „Händedruck“ mit einer Erleuchtung. Du hast ihn sicher erkannt – den Lichtschalter.

Er ist so selbstverständlich. Wie das Licht, das er auslöst. Licht, Leuchten, Laser, LED, Glühbirnen, Taschenlampen in Handys – immer leuchtet, flimmert und strahlt irgendetwas um uns herum. Das war nicht immer so. Ganz am Anfang war Dunkel, war Chaos – Tohuwabohu. Und dann sprach Gott. Es werde Licht! Jetzt kommt Orientierung in die Welt. Wie beim Betreten des Raumes mit dem Anschalten des Lichtschalters.

Das Licht ist die Voraussetzung für alles, was danach kommt. Ein göttliches Prinzip, das sich durch die ganze Schöpfung zieht. Bis heute. Ohne Licht keine Fotosynthese. Ohne Licht sehe ich nicht nur die Hand vor Augen nicht, sondern auch den Mitmenschen nicht mehr. Auch den Legostein am Boden, der zum Stolperstein werden kann, sehe ich nicht. Kurz: Es fehlt alles, was dabei hilft, sich in dieser Welt zurechtzufinden und sie zu gestalten. Wie gut, dass Gottes Wort hier zum Lichtschalter wird – zur Möglichkeit der Orientierung.

Das gilt auch auf einer anderen Ebene: Gottes Wort bringt Licht ins Dunkel, Orientierung in der Welt und im Leben, auch in deinem.

Vielleicht liegt auf deinem Nachttisch oder in deinem Bücherregal ein häufig unscheinbarer Gegenstand, der Orientierung bietet und dessen Nutzung sich absolut lohnt. Schalte doch mal dein Licht ein und lies in der Bibel, Gottes Wort. Es erwarten dich Licht und Orientierung.

Zum Nachdenken: Nutz doch die nächsten Male, die du das Licht anmachst, für ein kurzes Gebet, ein „Lichtschalter-Gebet“, oder setz dich in einen gemütlichen Sessel, schalte das Licht ein und nimm dir Zeit für Gottes Wort.

Niemals so lange die Erde besteht, werden Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht aufhören. (Gen 8,22 E)

Niemals anders. Immer dasselbe. Nichts Neues. Wie langweilig! Die Stories in den Nachrichten unserer Zeit scheinen uns anzutreiben: immer dasselbe – das geht nicht! Aber will ich wirklich ständig etwas verändern, neu und mehr machen? Wenn ich ehrlich bin: Nein! Schöne Dinge zu wiederholen, macht auch glücklich. Ich will wieder lernen das Hier und Heute bewusst wahrzunehmen und für die Verlässlichkeit und kleinen Dinge dankbar zu sein.

Viel zu oft nehmen wir scheinbar Selbstverständliches einfach hin. Wir machen uns nicht bewusst, dass wir all das aus Gottes Schöpfung heraus geschenkt bekommen. Dass es gut ist, wie es ist. Mit seinen Gegensätzen und Wiederholungen. Man kann nicht nur säen und nicht nur ernten.

Es darf nicht nur kalt sein und nicht nur heiß. Es braucht den Sommer und den Winter, den Tag und die Nacht. Die Aufzählung des Verses lässt sich beliebig fortsetzen für viele weitere Bereiche des Lebens. Die Wiederholung ist alles andere als langweilig.

Es ist unendlich wertvoll, dass uns all das immer wieder geschenkt wird, dass sich das Leben immer wieder erneuert. Gott hat es uns so gegeben und zugesagt. Das ist seine Schöpfung. Ohne sie und ihre stete Wiederholung funktioniert das Leben nicht.

Seien wir dankbar für alles, was Gott uns schenkt. Nehmen wir es bewusst wahr und nicht als selbstverständlich hin. Die Schöpfung und das, was täglich, monatlich, jährlich neu entsteht, ist etwas ganz Besonderes.

Gebet: Gott, der allmächtige Vater, segne euch und schenke euch gedeihliches Wetter; er halte Blitz, Hagel und jedes Unheil von euch fern. Er segne die Felder, die Gärten und den Wald und schenke euch die Früchte der Erde. Er begleite eure Arbeit, damit ihr in Dankbarkeit und Freude gebrauchet, was durch die Kräfte der Natur und die Mühe des Menschen gewachsen ist.

Ich will dich segnen und deinen Namen groß machen, sodass du ein Segen sein wirst. (Gen 12,2 BB)

Mein Opa war sehr präsent in meinem Leben. Bis zu seinem Tod habe ich viel Zeit mit ihm verbracht. Mit seinen Liedern prägte er meine Kindheit. Als Jugendliche und Erwachsene haben sich mir seine Sprüche eingeprägt. Für jede Lebenssituation hatte mein Opa einen Spruch oder humoristischen Satz auf Lager. Als es in hohem Alter einmal um seinen möglichen Umzug in ein Altersheim ging, hörte ich, wie er sagte: „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“.

Bevor Gott Abraham verspricht, seinen Namen groß zu machen und ihn zum Segen werden zu lassen, fordert er ihn auf, sein Land zu verlassen und sich aufzumachen ins Unbekannte, in ein Land, das Gott ihm zeigen würde. Abraham war da schon sehr alt und hatte in Haran fast alles, was es für einen erfüllten Lebensabend brauchte: Frau, Land, Tiere, Arbeit.

Der Bibeltext lässt offen, ob Abraham Zweifel an Gottes Wort hatte. Wir wissen nicht, ob Abraham dachte: „In diesem Alter ziehe ich doch nicht los und fange noch einmal woanders von vorn an.“ Vielleicht dachte er: „Einen alten Baum wie mich nochmal zu verpflanzen – verrückt!“ Doch er vertraute dem Versprechen Gottes, packte zusammen und zog los.

Gott hielt sein Wort! Sara und Abraham bekamen einen Sohn, eine neue Heimat. Abraham wurde der Vater eines großen Volkes, welches gesegnet war und zum Segen wurde.
Wenn Gott ruft, lohnt es, sich auf den Weg zu machen. Auch wenn es einem seltsam erscheint, die Umstände vermeintlich nicht passen, das Alter oder der Beruf hemmen. Das braucht eine Menge Mut und großes Vertrauen in Gott. Das fällt uns nicht immer leicht. Für Abraham hat es sich am Ende bezahlt gemacht. Warum nicht auch für uns?

Zum Nachdenken: Wann hast du dich das letzte Mal einfach so auf den Weg gemacht? Ohne Kompass, ohne Navi, nur auf Gottes Wort hörend? Lass dich leiten und höre hin, wo Gott dir im Gebet oder im Gespräch mit anderen Menschen den Weg weisen möchte.

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen. (Gal 5,1)

Der Tag beginnt, der Wecker klingelt, die To do-Liste wartet. Schnell rutschen wir hinein in den Modus des Tages: etwas leisten, funktionieren, eigene oder fremde Erwartungen erfüllen – im Job, in der Familie, vielleicht sogar im Glauben. Freiheit fühlt sich da oft weit weg an.

Für unseren Alltag weist Paulus uns in diesem Vers auf etwas Entscheidendes hin: Du bist frei – durch Christus. Nicht, weil du alles im Griff hast oder stark genug bist. Sondern weil er dich befreit hat. Jesus hat uns durch seine Liebe aus dem herausgeholt, was uns gefangen hält und klein macht.

Er befreit uns von dem Zwang, sich beweisen zu müssen. Von dem Druck, perfekt zu sein. Von Gedanken wie: „Ich bin nicht genug.“

Diese Freiheit ist nicht theoretisch. Sie entfaltet ihre Wirkung in unserem Alltag und in den Herausforderungen, die sich so stellen. Wenn du also denkst, du musst mehr tun, um gut dazustehen, wenn Schuldgefühle dich festhalten oder wenn du meinst, du solltest stärker glauben, dann erinnere dich: Jesus ist für dich! Du bist angenommen und geliebt, mit allem, was dich ausmacht. Du darfst frei, aufrecht und mutig leben.

„Zur Freiheit befreit“ heißt nicht, dass alles einfach läuft. Doch es ermutigt uns, uns darin zu üben, dieser Freiheit mehr Platz in uns und in unserem Leben zu geben: nichts leisten zu müssen, um wertvoll zu sein. Fehler machen zu dürfen. Anderen Menschen aus dieser Freiheit heraus zu begegnen – vielleicht geduldiger, liebevoller oder freier. Freiheit wächst, wenn wir Gottes Stimme lauter werden lassen als die anderen Stimmen in und um uns.

Nimm dir ein paar Minuten Zeit. Erinnere dich daran, wer du in Jesus Christus bist.

Gebet: Jesus, danke, dass du mich frei machst. Hilf mir, dies im Alltag nicht zu vergessen. Zeig mir, wo ich mich immer wieder einsperren lasse. Und hilf mir, heute aufrecht und mutig zu leben. Amen.

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