Sexualisierung des Aufwachsens – ein Schutzkonzept für die Jugendverbandsarbeit am Beispiel des CVJM Bayern e.V. – Bachelor-Thesis

Da die gesamte Arbeit zu lang ist, um sie ganz als Beitragstext einzufügen, findet man hier nur einen Ausschnitt der Bachelor-Thesis. Die gesamte Arbeit, sowie weitere Materialien, findet man im Anhang.

findet man im Anhang.

Abstract:

Die vorliegende Arbeit betrachtet sexualisierte Einflüsse der Gesellschaft (Werbung, Social Media, Pornografie, Film und Fernsehen) und sucht einen Weg, wie in der christlichen Jugendarbeit ein Rahmen geschaffen werden kann, in welchem Sexualität kein Tabuthema ist. Hierfür wurde eine konzeptionelle Überlegung verfasst, in welcher sowohl Mitarbeitende als auch Teilnehmende Input zum Thema Sexualisierung als auch Sexualität erhalten. Die Vorgehensweise belief sich im ersten Teil auf eine Literaturarbeit und im zweiten auf eine Ausarbeitung zu einem Konzept in Kooperation mit dem CVJM Bayern e.V..

Zugehörige Materialien wurden ebenfalls erstellt und sind im Anhang einzusehen.

Einleitung:

„Eine Filmkultur, die künstlerische Freiheit predigt, zugleich aber zu kontrollieren versucht, wie Frauen auf der Leinwand dargestellt werden, muss man in Frage stellen. Die MPAA findet Szenen in Ordnung, die Frauen in sexuell gewalttätigen Szenarien als Unterhaltungszweck zeigt. Auf der anderen Seite versuchen sie uns zu zwingen, bei Szenen wegzuschauen, in denen Frauen in sexueller Hinsicht beteiligt sind. Es ist frauenfeindlich, kontrollieren zu wollen, wie Frauen sich selbst sexuell präsentieren. Das ist ein größeres Problem als dieser Film.“ [so äußerte sich] Ryan Gosling zu Kritik über die Oralverkehr Szene mit Michelle Williams in „Blue Valentine“. (Braun, 2018)

Sexualität wird nicht nur in der Filmbranche, wie oben durch Ryan Gosling geschildert, kritisiert, sondern findet in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Platz. Vor allem findet die Sexualität von Frauen im Verborgenen statt, wohingegen die männliche Sexualität in allen Bereichen des täglichen Lebens Platz findet. Gerade für Kinder und Jugendliche hat das Aufwachsen in einer zunehmend sexualisierten Welt Folgen. Frühreife Jungen und Mädchen, die immer früher erwachsen zu sein scheinen, bedürfen unserer Aufmerksamkeit und Unterstützung, um zu mündigen, selbstständigen, selbstbewussten und vor allem selbstbestimmten jungen Menschen heranwachsen zu können. Jugendliche vor sexualisierten Einflüssen zu schützen, ist wohl kaum möglich in einer digitalisierten Welt wie der unseren, aber Wege zu zeigen, wie Heranwachsende trotz der Einflüsse selbstbestimmt handeln, eigene Meinungen bilden und kritisch hinterfragen lernen, ist unsere Aufgabe, mit der sich beschäftigt werden soll.

Die folgende Arbeit gliedert sich in fünf Hauptteile. Im ersten Teil, dem einführenden Teil, findet sich der Anlass der Arbeit als auch die Relevanz für die Soziale Arbeit. Darauf folgt
der zweite Teil, der theoretische Teil in welchem die Entstehung der Sexualität betrachtet wird und Sexualisierung dargestellt wird. Bereits vorhandene Überlegungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bilden den dritten Hauptteil, worauf im vierten Teil die Institutionelle Vorstellung von Landeskirche und CVJM folgen. Der letzte Punkt, die konzeptionelle Ausarbeitung, gliedert sich in zwei Thementage. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Fazit. Im Anhang werden Materialen bereitgestellt, die zur Durchführung der Thementage relevant sind.

Einführender Teil:

  • Anlass der Arbeit:

Diese Arbeit ist aus einer Herzensangelegenheit heraus entstanden. Im CVJM Bayern e.V. gibt es schon länger Überlegungen, inwiefern Jugendliche dazu bewegt werden können, selbstbestimmt und selbstbewusst Sexualität zu leben. Gerade unter den Eindrücken von Social Media und Werbung fiel vermehrt auf, wie sich das Selbstbild junger Menschen verändert. Nach der Ausarbeitung eines Konzepts zur Prävention sexueller Gewalt kam der Gedanke auf, die beste Prävention dafür ist es, Jugendlichen andere Wege zu zeigen: Jugendliche sollen sexuelle Bildung erhalten. Wenn Jugendliche einen gesunden Umgang mit Sexualität erlernen, wird damit auch sexualisierte Gewalt vorgebeugt.

Das hier vorliegende Konzept entspricht wohl nur entfernt dem gängigen Schutzkonzept und wirkt trotzdem als solches. Prävention ist der beste Schutz, denn die Gefahr an sich wird schon vor Eintreten bewusst wahrgenommen und so gut wie möglich verhindert.

  • Bedeutung für die Soziale Arbeit:

Die Relevanz der Thematik für die Profession der Sozialen Arbeit ergibt sich aus zwei unterschiedlichen Gesichtspunkten. Zum einem aus dem Schutzauftrag der Jugendarbeit und zum anderen aus dem Bildungsauftrag. Die Aufgabe des Schutzes lässt sich aus SGB VIII ableiten. Die Jugendarbeit muss es leisten, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu schützen. Der Auftrag der Bildung betrifft nicht nur schulische Bereiche. Auch sexuelle Bildung ist Teil des Auftrages. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Aufklärung und sollten sie auch erhalten können. Die Soziale Arbeit muss dies leisten können, doch es fehlt an Konzepten, weswegen die vorliegende Arbeit einen ersten Anstoß in diesem Bereich geben soll.

[…]

Konzeptionelle Überlegung:

  • Einführender Teil:

Wir leben in einer Zeit, in der es nicht zu viel nackte Haut geben kann, in der Body Positivity zwar großgeschrieben, aber trotzdem wenig gelebt wird. An jeder Ecke begegnen uns Bilder von unrealistischen Gesichtern, bearbeiteten Körpern und sexuellen Darstellungen. Bilder, die uns nicht nur beeinflussen, sondern auch unser Bild von Sexualität und Schönheit prägen. Wir als CVJM sehen hier den Bedarf, Klartext mit Jugendlichen zu sprechen. Was sagt die Bibel zu Sex? Wo sind meine Grenzen? Wie gehe ich mit Sexualität um? Wir wollen für diese Fragen einen Raum schaffen, in dem offen und ehrlich gesprochen werden darf. Ein Ort, an dem Meinungen gebildet werden und Ansichten diskutiert werden können.

Geschichtlich gesehen wurde Sexualität, gerade in christlichen Kreisen, nahezu immer als negativ, als Sünde abgeschrieben. Darüber zu sprechen war undenkbar. In einer Welt, in der Sexualität in jedem Bereich thematisiert wird, sollten wir, als Anbieter der Jugendarbeit, offen sein und uns positionieren. Für uns ist es von Bedeutung, Jugendliche in ihrer Entwicklung zu begleiten und bestmöglich zu unterstützen, weswegen uns auch dieses Thema am Herzen liegt.

  • Biblisch-Theoretische Grundlage:

Sexualität und die Bibel, ein Vergleich, der nur selten gezogen wird, dabei spricht die Bibel mehrfach und sehr deutlich von Sex und dies nicht im negativen Sinne, wie es oft gedacht wird. Im Folgenden sollen deshalb einige Bibelstellen näher betrachtet werden. Dies soll allerdings keine feste Meinung vertreten, viel mehr eine Anregung sein, um eine eigene, fundierte Meinung bilden zu können.

„Wer sich über die unterschiedlichen Ausdrucksformen von Sexualität und die damit verbundenen Potenziale und Konflikte ein reflektiertes Urteil bilden will, benötigt Orientierung, konkreter: Wissen darüber, woran und wie man sich orientieren kann. Eine evangelische Ethik, die sich im Auftrag vor Gott und den Menschen gerufen sieht, verantwortliche Urteilsbildung zu begleiten, orientiert sich an der Bibel, an den Bekenntnistraditionen und nicht zuletzt auch an den Erkenntnissen anderer Wissenschaften.“ (Dabrock, Augstein, Helfferich, Cornelia, Schardien, Stefanie & Sielert, 2015, S. 17)

So lesen wir bereits am Anfang des Alten Testaments, in 1. Mose 1, 28: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde“. Ein Auftrag Gottes, der wohl kaum missverstanden werden kann. Sexualität hat aber noch einen anderen Fokus als die Fortpflanzung an sich. „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch“ (1. Mose 2, 24) Zwei Menschen werden zu einem. Wir verlassen unsere Herkunft und schaffen etwas Neues, indem wir mit dem Partner/der Partnerin eins werden, eine Einheit bilden. Die Bibel spricht hier von der Bindung zwischen zwei Menschen und wie diese wächst, indem sie miteinander intim geworden sind. Eine einzigartige Verbindung, die wertvoll ist, so eine hohe Bedeutung hat, dass eine einzigartige Symbiose entsteht. Gerade durch diese Einzigartigkeit ist sie besonders schützenswert und sollte in einem verantwortungsvollen Rahmen stattfinden. Ziel sollte es für Verantwortliche der Jugendarbeit also sein, Jugendlichen zu zeigen, dass Sexualität nichts Schlechtes ist, viel mehr das Schönste, was erlebt werden kann. Es ist hierbei
aber von hoher Bedeutung zu erwähnen, dass Intimität in einem festen Rahmen beheimatet sein sollte und auf gegenseitigem Einverständnis beruhen muss. Der würdevolle Umgang mit seinem Gegenüber sollte hierbei an erster Stelle stehen. Die Bibel sagt dazu: „Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«“ (Matthäus 22, 39). Der würdevolle Umgang zählt in allen Bereichen des Lebens, als oberstes Gut, auch auf sexueller Ebene. Des Weiteren lesen wir in 2. Mose 22, 15 – 16: „Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht verlobt ist, und schläft bei ihr, so soll er den Brautpreis für sie geben und sie zur Frau nehmen. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so soll er Geld darwägen, soviel einer Jungfrau als Brautpreis gebührt.“ Der Kontext der Stelle ist, dass im damaligen Zeitalter eine nicht mehr jungfräuliche Braut keine Chance auf einen Bräutigam hatte, was zur Folge hatte, dass die Familie der Frau sich ihr Leben lang um sie kümmern musste. Diese Stelle ist wohl die meistzitierte Stelle im Kontext der Diskussionen um die Thematik „Sex vor der Ehe“. Im Übertragenen Sinne meint diese jedoch nur: „Wer Sex hat, muss auch Verantwortung dafür übernehmen“.

  • Relevanz der Thematik

Gerade für die Arbeit mit Jugendlichen ist es eine Herzensangelegenheit des CVJM Bayern e.V., die ihnen anvertrauten Menschen zu schützen, weswegen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dahingehend sensibilisiert und informiert werden sollen.

Die zunehmende Sexualisierung der Gesellschaft führt dazu, dass Kinder als auch Jugendliche immer früher mit Sexualität in Berührung kommen. Bei den meisten gezeigten Inhalten handelt es sich um ein verzehrtes Bild von Sexualität, nicht um die Realität. Für Jugendliche ist es von Bedeutung ein realitätsnahes und gesundes Bild von Sexualität zu erfahren, weswegen ihnen zu einer selbstbestimmten Sicht zur Thematik verholfen werden soll. Daher ist es die Aufgabe der Jugendverbandsarbeit, den Jugendlichen zu helfen, ihren eigenen Standpunkt im Bezug der Thematik zu finden und sie dahingehend zu unterstützen, dass sie zu selbstbestimmten, selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen.

Ein weiterer Punkt ist die Prävention sexualisierter Gewalt. Indem Jugendliche einen gesunden Umgang zu Sexualität erlernen, wird Übergriffen vorgebeugt, je weniger zum Täter / zur Täterin werden, desto weniger Vergehen gibt es. Im Juli 2019 wurde die zweite Auflage „Richtlinien für den Umgang mit sexueller Gewalt“ im CVJM Bayern veröffentlicht. Damit wurde der Grundstein gelegt für eine offene, gewaltfreie und sexuell selbstbestimmte Jugendarbeit, die darauf aus ist, Jugendliche nicht nur zu schützen, sondern sie zu mündigen Mitgliedern dieser Gesellschaft zu erziehen und sie dahingehend zu fördern und zu unterstützen.

Ziel des hier vorliegenden Konzeptes ist zum einen, Mitarbeitende der Jugendarbeit zu schulen und ihnen Problematiken im Bezug der Sexualisierung aufzuzeigen, zum anderen, Teilnehmende zu unterstützen eigene Standpunkte zu finden und ihnen Anreize wie auch Räume zu bieten, über Sexualität zu sprechen um ihre eigene Meinung als auch ihr Handeln fundiert begründen zu können. Dieser Rahmen soll in Form eines Thementages Grundstein schaffen für weitere Gespräche und einen offenen, ehrlichen und aufrichtigen Umgang mit Sexualität in den Gemeinden. Er soll Mitarbeitenden ein Fundament geben, dass an Jugendliche weitergegeben werden kann, um diese in Fragen zu unterstützen. Das Tabuthema Sexualität soll sich in ein alltagstaugliches Gespräch entwickeln, ohne Scham aber mit würdevollem Umgang.

[…]

Evaluation:

Ziel des Konzepts ist es zum einen, Mitarbeitende der Jugendarbeit zu schulen und ihnen Problematiken im Bezug der Sexualisierung aufzuzeigen, zum anderen, Teilnehmende zu unterstützen, eigene Standpunkte zu finden und ihnen Anreize wie auch Räume zu bieten, über Sexualität zu sprechen, um ihre eigene Meinung fundiert begründen zu können. Überprüfbar sind die Ziele an folgenden Indikatoren:

  • Mitarbeitende wissen, was Sexualisierung ist, in welchen Bereichen sie geschieht und erkennen sie als solche
  • Teilnehmende haben entwickeln fundierte Meinungen / Standpunkte, die sie begründen können
  • Teilnehmende kenne ihre Grenzen und überschreiten keine Grenzen von anderen
  • Teilnehmenden wird ein Rahmen geboten, sich frei zu äußern, Gespräche finden statt
  • Sexualisierte Gewalt findet durch Teilnehmende nicht statt

Fazit und Ausblick:

„Wir sind Schöpfer unserer Realität. Dies bedeutet nicht, dass wir uns ständig kritisieren sollten, wenn unsere Realität noch nicht unseren Vorstellungen entspricht. Sondern
nur, dass wir die volle Verantwortung dafür übernehmen, ohne einen Schuldigen zu suchen.“ – Manfred P. Zinkgraff (*1961)

Abschließend ist zu sagen, dass Sexualität mehr Gehör in unserer Gesellschaft finden muss, es braucht Räume für Gespräch und Diskussion, Orte an welchen hinterfragt werden darf, Menschen, die sich Zeit für Jugendliche nehmen und offen mit ihnen sprechen. Um diese Räume zu schaffen, wurde hiermit ein Grundstein geschaffen, welchen es umzusetzen gilt. Gerade in der Phase der Jugend ist Sexualität eines der wichtigsten Themen und muss deshalb auch Gegenstand in der (christlichen) Jugendarbeit sein.

Verantwortung übernehmen für das eigenen Handeln, Realität selbst gestalten, Selbstbestimmtes Leben, dies könnten einige Aufgaben des Erwachsenwerdens sein. Diese
Aufgaben zu unterstützen, das ist die Berufung der Jugendarbeit und als diese gilt es, sich der Lebenswelt der teilnehmenden Jugendlichen anzupassen und Teil zu werden.


Ein Kurzimpuls zu Hohelied 8,6 von Ruth Anhorn

Thema: Liebe

Die 99seconds bringen kurze, kompakte Impulse in DEIN Leben. Spannende Menschen, spannende Locations, Themen, die DICH interessieren. Viel Spaß!

Hier findet ihr den Textplan der JUMAT Ausgabe 3/2022:

Thema: Jesus handelt

04.07.Markus 5,21-24.35-431. Anders als erwartet
11.07.Markus 6,1-62. Jesus wird abgelehnt
18.07.Markus 6,30-443. Geben und Nehmen
25.07.Markus 6,45-524. Stark, stärker, am stärksten
01.08.Markus 7,31-375. Hören und verstehen
08.08.Markus 8,27-296. Wer bin ich?

Thema: Mose

15.08.2.Mose 2,1-107. Da schwimmt ein Baby!
22.08.2.Mose 2,11-258. Siegt die Ungerechtigkeit?
29.08.2.Mose 3,1 – 4,179. Gott lässt nicht locker
05.09.2.Mose 4,18 – 6,110. Rückkehr mit Schwierigkeiten
12.09.2.Mose 7 – 1111. Gott wird siegen
19.09.2.Mose 12,1-2812. Gott rettet uns!
26.09. 2.Mose 12,29-5113. Los geht’s!

Extra: Kinder aus der Ukraine integrieren

Kinder aus der Ukraine integrieren

Hier findet du ein paar Ideen, die euch Mut machen sollen, Kinder aus der Ukraine in euren Gruppen willkommen zu heißen.

Grundsätzliches

  • Viele der ukrainischen Kinder haben Unsicherheit und Angst erlebt oder sind in unpassenden Quartieren wie Massenunterkünften untergebracht. An diesen Situationen können wir oft nichts ändern. Aber wir können die Kinder in unseren Gruppen willkommen heißen und ihnen eine unbeschwerte Zeit anbieten, in der sie die Herausforderungen des Alltags vergessen und einfach Kind sein dürfen. Oft reichen dafür schon ganz einfache Spiele und Aktionen wie ein Bällebad, ein Spielplatz, Spielgeräte für draußen o. Ä. aus.   
  • Klare Abläufe oder Rituale, die sich jede Woche wiederholen, geben Kindern Sicherheit. Gerade für Kinder, die durch eine Sprachbarriere nicht alles verstehen, kann das eine Hilfe sein, damit sie sich zurechtfinden und wissen, was als Nächstes passiert. 
  • Spielt einfache Spiele ohne komplizierte Regeln.
  • Verwendet eine einfache Sprache mit einfachen Worten – besonders wenn ihr Geschichten erzählt.

Praktische Hilfsmittel

Du hast weitere Tipps und Tricks aus der Praxis? Dann teile sie gerne mit uns. Schreib einfach eine Mail an: annkatrin.edler@ec.de

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 3/2022. Es geht in sieben Lektionen um Mose.

Lektion 72.Mose 2,1-107. Da schwimmt ein Baby!
Lektion 82.Mose 2,11-258. Siegt die Ungerechtigkeit?
Lektion 92.Mose 3,1 – 4,179. Gott lässt nicht locker
Lektion 102.Mose 4,18 – 6,110. Rückkehr mit Schwierigkeiten
Lektion 112.Mose 7 – 1111. Gott wird siegen
Lektion 122.Mose 12,1-2812. Gott rettet uns!
Lektion 132.Mose 12,29-5113. Los geht’s!

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen mindestens unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 3/2022. Es geht in sechs Lektionen um Geschichten in denen deutlich wird, wie Jesus handelt.

Lektion 1Markus 5,21-24.35-431. Anders als erwartet
Lektion 2Markus 6,1-62. Jesus wird abgelehnt
Lektion 3Markus 6,30-443. Geben und Nehmen
Lektion 4Markus 6,45-524. Stark, stärker, am stärksten
Lektion 5Markus 7,31-375. Hören und verstehen
Lektion 6Markus 8,27-296. Wer bin ich?

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen mindestens unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Ich kann mich in jeder Situation vertrauensvoll an Jesus wenden. Weil er mich niemals hängen lässt, muss ich keine Angst haben.

Checker

Manchmal wird unser Glaube sehr auf die Probe gestellt. Doch Jesus ermutigt und belohnt dich, wenn du trotz allem ihm vertraust.

Der Text an sich

Kontext: Jesus heilte im nicht-jüdischen Gebiet der Gerasener einen Besessenen, wurde aber trotz Wunder von den Menschen dort abgelehnt. Nun kommt er in „seine“ Umgebung bei Kapernaum zurück. Hier ist er sehr „fame“ und wird gleich von einer Menschenmasse umringt – von Leuten, die an ihn glauben, solchen die auf dem Weg zum Glauben sind und auch Skeptikern.

Ereignisse: Innerhalb von kurzer Zeit ereignet sich hier eine unglaubliche Szene nach der anderen:

Jairus, ein Synagogenvorsteher, der zur respektierten geistlichen Elite gehört, demütigt sich in aller Öffentlichkeit vor dem „Wanderprediger“ Jesus, indem er ihm zu Füßen fällt. Normalerweise werfen sich Männer dieses Ranges nur vor Gott nieder. Entweder glaubte er bereits, dass Jesus Gottes Sohn war oder es zeigt einfach, wie verzweifelt er war, sodass er in Jesus den einzigen Ausweg und die einzige Hoffnung sah. Er hat eine genaue Bitte, wie Jesus seiner Tochter helfen soll. Spannend, dass Jesus sich auf diese Vorstellungen von Jairus tatsächlich später einlässt (V 41), obwohl er sich dadurch verunreinigt, weil er eine Leiche anfasst.

Doch bis dahin muss Jairus eine Gefühlsachterbahn durchleben. Sein Vertrauen wird sehr auf die Probe gestellt, denn es gibt ein Zwischenfall, der zu großen Verzögerungen führt. Eine blutflüssige Frau wird heimlich geheilt und Jesus „übergeht“ das nicht, sondern rollt diesen Vorgang öffentlich auf. Einerseits wird dadurch die Größe Gottes für die Umstehenden deutlich und der Glaube der Frau gestärkt, doch andererseits stirbt genau in dieser Zeit das Mädchen. Es war die einzige Tochter und mit ihren 12 Jahren nach jüdischer Sitte an der Schwelle zum Erwachsen werden und Heiraten.

Hier übergeht Jesus die Nachricht. Entgegen den hoffnungsvernichtenden Worten der Todesnachricht, ermutigt Jesus Jairus weiterzuglauben. Er wählt wenige Zeugen (die Jünger Petrus, Johannes und Jakobus sowie die Eltern des Mädchens) für das bevorstehende Wunder aus. Jesus will kein live-Auferstehungs-Spektakel performen, sondern es geht ihm um die göttliche Antwort auf den festen Glauben eines Menschen.

Die Verwandten und Nachbarn weinen. Dieses Klagen ist ein Brauch im Orient, in dem man durch lautes Heulen seinen Schmerz offenkundig zeigt. Jesus fordert auch die Heul-Klage-Gruppe durch seine Schlaf-Aussage zum Glauben auf. Doch sie reagieren mit Unglauben und lachen ihn aus. Sie dürfen nicht Zeuge von der Auferweckung werden.

Jesus weckt nun ganz schlicht das Mädchen zum Leben auf und entwaffnet den Tod. Er stärkt nicht nur das Mädchen mit Essen, sondern auch den Glauben der ganzen Familie.

Der Text für mich

Echt krass, wie Glauben und Unglauben hier thematisiert werden. Mich beeindruckt, was Jairus aus seinem Glauben zu Jesus alles tut. Ihm ist dabei sein Stolz und das, was andere über ihn denken, egal. Er ist auf Jesus und seine Hilfe fokussiert. Und trotzdem wird dieses Vertrauen im Laufe der Geschichte immer wieder erschüttert, zum Beispiel als sich Jesus trotz Notfallsituation aufhalten lässt, als die Todesnachricht eintrifft oder bei der „Schlaf-Aussage“ (V39) von Jesus. Was muss das für ein inneres Ringen zwischen Verzweiflung und Hoffnung und um den Glauben an Gottes Macht, trotz der dagegensprechenden Faktenlage, gewesen sein.

Es tröstet mich, dass Jesus um meine inneren Kämpfe weiß und mich ermutigt an ihm dranzubleiben. Denn täglich gibt es genug Situationen, in denen ich mich entscheiden muss, ob ich Gott tatsächlich mehr glaube als allem anderen. Das ist nicht leicht, aber es lohnt sich! Und – by the way: dadurch werde ich auch ein authentisches Glaubensvorbild für andere sein.

Der Text für dich

Jedes Kind kennt Situationen, in denen man sich völlig hilflos fühlt und verzweifelt ist, weil niemand helfen kann: schlechte Noten, Mobbing, Streit oder Scheidung der Eltern, schwere Krankheiten in der Familie, Tod in der Verwandtschaft, Kriege, Corona, Klimawandel bzw. ungewisse Zukunft. Hier kann eine gute Identifikation mit Jairus stattfinden. In der existenziell bedrohlichen Lage wendet er sich voll Vertrauen an Jesus, der alle Macht besitzt und dem nichts unmöglich ist. Er KANN helfen, selbst wenn alles gegen ihn spricht. WIE er eingreift, entspricht nicht immer unseren Vorstellungen. Aber er ist der Herr der Lage und immer bei uns.  Das gibt wirklich Hoffnung und Mut seinen Glauben nicht aufzugeben!

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Spiel: Finde den Schlüsselcode im Kot

Vorbereitung: Ein oder mehrere Hundehaufen mit feuchter Erde nachbilden und da hinein einen Karton mit einem Schlüsselcode verstecken. Einen Karton in dem der echte Schlüssel liegt mit einem Codeschloss versehen. Den/Die Hundehaufen vor dem Gemeindehaus unauffällig hinlegen. Je nachdem, ob man nur ein Kind oder mehrere Kinder einspannen möchte, verändert sich die Anzahl der Hundehaufen und der Codes.

Aufgabe: Die Tür zum Gemeindehaus ist abgeschlossen. Die Kinder müssen den richtigen Schlüsselcode finden, um den Karton mit dem Schlüssel darin zu öffnen und hineinzukommen. Innen wartet eine Überraschung (Erfrischungsgetränk) auf sie.

Schwerpunkt: Die Schwierigkeit ist, dass der Schlüsselcode in dem nachgebildeten Hundkot versteckt ist. Um diesen zu finden, brauchen die Kinder Hilfe des Mitarbeiters (Tipp: „der Code ist im Kot“) und Vertrauen in die Aussage des Mitarbeiters, dass es wirklich kein echter Hundekot ist, in den sie reinfassen müssen, um den Schlüsselcode herauszuholen. Da müssen sie mit sich Ringen, ob sie glauben und es wagen oder nicht …

Idee 2

Experiment: Vertrauens-Fall

Entweder wird das Experiment von einem freiwilligen Kind (Person A) mit dem Mitarbeiter (Person B) oder von allen Kindern in Zweiergruppen gemacht.

Die Experiment-Anweisung lautet:

Person A macht sich so steif wie ein Brett und lässt sich rückwärts auf den Boden fallen, ohne sich zu verletzen. Sie darf dabei nicht ihre Knie beugen oder einen Ausfallschritt nach hinten machen. Es dürfen keine Hilfsgegenstände (Kissen, Decken oder Sofas) verwendet werden. Finde heraus wie das klappen kann!

Lösung: Person B stellt sich hinter Person A und fängt sie auf, wenn diese sich fallen lässt. Dabei müssen die Kinder zwei Hürden überwinden: 1. Sie müssen Person B um Hilfe bitten. 2. Sie müssen vertrauen, dass sie aufgefangen werden, wenn sie sich fallen lassen.

Verkündigung

Verkündigungsart: Mitmachgeschichte

Im Stuhlkreis:

  • Wie schwer fällt es dir, andere um Hilfe zu bitten? Wie ging es dir gerade beim Spiel/Experiment? (Teilnehmer antworten)

Mir geht es so, dass ich erst mal probiere allein klar zu kommen. Erst, wenn ich echt nicht mehr weiterweiß, komme ich auf die Idee jemanden um Hilfe zu bitten. Meistens bereue ich, dass ich so lange gewartet habe, weil ich bereits viel Zeit, Mühe und Kraft verschwendet habe*. Außerdem hätte mir zum früheren Zeitpunkt leichter geholfen werden können.

  • Kennst du das? (evtl. Das Spiel/Experiment wäre viel schneller fertig gewesen, wenn du gleich gefragt hättest.)

In diesem Zusammenhang ist noch eine Frage zu klären: nämlich WEN ich um Hilfe bitte.

  • Wie entscheidest du, wer der richtige Helfer für dich ist? (Teilnehmer antworten)
  • (Kompetenz, Beziehung stimmt, Anwesenheit der Person etc – wenn wenig kommt, kann man auch noch Beispiele geben: Wenn du Zahnschmerzen hast, fragst du sicher nicht den Schornsteinfeger um Hilfe, sondern …?)

Jairus braucht auch dringend Hilfe – das heißt nicht ER, sondern sein einziges Kind. Ob er da den Richtigen fragt und welch spannende Wende das Ganze nimmt, erleben wir am besten gemeinsam. Ich lese die Geschichte vor und bitte euch, euch die Situation vorzustellen und meine Gesten nachzumachen. Noch Fragen? Okay, dann begeben wir uns jetzt rund 2000 Jahre zurück nach Israel an den See Genezareth, wo Jesus gerade mit seinen Jüngern im Boot unterwegs ist.

Mitmachgeschichte vorlesen und Gesten vormachen (siehe Downloadbereich)

Was für eine Geschichte! Ihr dürft euch alle wieder setzten. Vielen Dank fürs Mitmachen. Wie ging es euch denn dabei? Was fandet ihr eindrücklich? Teilnehmer antworten

Jairus holt sich für sein todkrankes Mädchen Hilfe bei Jesus.

  • Ist er die richtige Adresse? Warum kniet sich ein angesehener Synagogenvorsteher vor Jesus hin? Wie habt ihr euch kniend gefühlt? Teilnehmer antworten

Jairus muss sehr verzweifelt gewesen sein. Wahrscheinlich konnte bislang kein Arzt helfen. Er sah in Jesus die letzte Hoffnung. Der Einzige, der seiner Tochter noch helfen kann. Jesus ist sofort bereit zu helfen. Doch auf dem Weg ereignet sich ein Zwischenfall, eine Verzögerung – und dann erreicht Jairus die Nachricht, dass seine Tochter gestorben ist.

  • Wie hat sich wohl Jairus gefühlt? Teilnehmer antworten

In so einer Situation trotzdem zu glauben ist ganz schön schwierig. Ähnlich wie bei unserm Eingangsspiel. Da musstest du auch, entgegen allen innerlichen Einwänden, dich dazu entscheiden zu vertrauen, dass es nur Erde ist, nicht wahr? Wie cool, dass Jesus weiß, wie Jairus sich fühlt und ihn ermutigt. Er sagt: „Erschrick nicht, hab nur Vertrauen!” (Hand aufs Herz). Genau das, macht Jairus. Obwohl es so aussieht, als ob alles verloren ist, vertraut er Jesus. Und dann geschieht das Unglaubliche – Jesus weckt das Mädchen wieder auf – so wie wenn man einen Schlafenden aufweckt. Obwohl sie tot war! Das können alle bestätigen. Deshalb hatten ja die Verwandten und Nachbarn so laut geklagt und geweint. Stell dir das mal vor! Sowas kann nur Jesus – er ist sogar stärker als der Tod!

  • Was haben die Trauernden wohl für Gesichter gemacht, als sie plötzlich das Mädchen lebend und etwas essend sahen? (Teilnehmer zeigen Gesichtsausdruck)
  • Und wie haben sich die Leute gefühlt, die vorher Jesus ausgelacht haben? (Teilnehmer antworten)
  • Und was hat wohl Jairus am Abend über dieses Ereignis in sein Tagebuch geschrieben? (Teilnehmer antworten)

Das war ein Gefühlsachterbahntag … Jairus war verzweifelt und wandte sich vertrauensvoll an Jesus. Die Todesnachricht schien das Ende zu sein, aber Jairus hatte keine Angst und glaubte trotzdem, dass Jesus irgendwie helfen wird. Und Jairus durfte als „Belohnung“ tatsächlich miterleben, wie seine Tochter wieder lebendig wurde. Wie Jesus eingreift ist ganz unterschiedlich, aber DASS er unser Bitten hört, in der schwierigen Situation mit uns ist und uns hilft, ist ganz sicher.

Das war sicher einer der schrecklichsten, schwierigsten und zugleich wundervollsten Tage im Leben von Jairus!

* Das kann man auch allgemeiner formulieren: „Viele probieren erst mal allein klar zu kommen …“

Die andere Idee

Bilder zu dieser Geschichte ausdrucken und bunt gemischt auf den Boden legen.

Teilnehmer müssen die Bilder in der Reihenfolge hinlegen, wie sie denken, dass die Geschichte sich ereignet hat. Teilnehmer begründen ihre Version der Geschichte.

Manchmal würden wir die Geschichte „glatter“ oder anders ablaufen lassen, aber Jesus weiß, was er tut. Jairus Vertrauen wird auf die Probe gestellt und im Endeffekt gestärkt und belohnt.

Der Text gelebt

Gespräch

In Kleingruppen aufteilen und gemeinsam bei einer Erfrischung (Eis, Getränk, Snacks) oder während dem Gestalten des Merkverses über folgende Fragen nachdenken:

  • Was mache ich, wenn ich in Schwierigkeiten bin? Wen frage ich um Hilfe?
  • Warum ist Jesus eine gute Adresse, um Hilfe zu bekommen?
  • In welcher alltäglichen Situation muss ich vertrauen, damit ich belohnt werde? (Ich vertraue, dass der Bus kommt, obwohl er weit und breit nicht zu sehen ist und dafür nimmt er mich mit. Strom, Wasserhahn, Samen einsäen etc.)
  • Wann fällt es mir besonders schwer Gott zu vertrauen? Was bezweifle ich?
  • Was verändert sich, wenn ich trotzdem Gott vertraue?

In diesem Gespräch wäre es sehr wichtig, dass der Mitarbeiter persönliche Vertrauens-Erlebnisse mit Gott als Beispiel erzählt. Vorbilder und Erfahrungsberichte helfen den Teilnehmern sehr.

Merkvers  

Jesus sagt: „Erschrick nicht, hab nur Vertrauen!“ Markus 5,36

Diesen Vers kann man sehr gut mit Gebärden unterstreichen.

Nachzuschauen auf der Homepage: https://signdict.org

Jesus  Nägelmale andeuten: mit Mittelfinger der rechten Hand in die Mitte der Handfläche der linken Hand deuten und danach mit dem linken Mittelfinger dasselbe in der rechten Handfläche machen
sagtMit Zeigefinger ein Wort andeuten, das aus dem Mund herauskommt: Zeigefinger an Mund legen und nach vorne bewegen
erschrickHände offen vor dem Körper ruckartig zu dem Körper hinbewegen
nichtZeigefinger vor Körper von rechts nach links bewegen
habflache Hand auf Brust legen
nurmit Zeigefinger Nasespitze berühren und Finger nach vorne bewegen
Vertrauenbeide Hände als Faust auf das Herz legen und dann die Hände öffnend nach vorne vor den Körper bewegen, sodass die Handflächen nach oben offen sind (das Herz geben)

Gebet

Überlege dir eine Sache, in der du Jesus um seine Hilfe bitten möchtest. Wenn alle ihre Bitte haben, lassen wir sie als Gebetsrakete zu Jesus starten.

Gebetsrakete: Während der Zeit zum Überlegen, wird ein Stehkreis gebildet. Der Reihe nach darf ein Kind seine Faust mit Daumen hoch in die Mitte des Kreises strecken, während es eine Bitte an Jesus laut oder leise ausspricht. Der Nächste dockt auf dem Daumen des Vorgängers an, nimmt ihn in die Faust und streckt den eigenen Daumen nach oben, dass der Nächste darauf andocken kann. So entsteht eine lange Rakete aus Händen. Wenn alle fertig sind, zählt man von 10 runter bis 0, und ruft „Amen“, indem man alle Hände nach oben in die Luft fliegen lässt.

Kreatives

Alle Teilnehmer bekommen ein Papier und einen weißen Wachsmalstift. Mit diesem Stift schreiben sie den Merkvers auf das Blatt. Es ist noch nichts sichtbar.

Aber wenn sie mit der Hilfe von Wasserfarben über die Schrift malen, wird die Schrift deutlich lesbar. Wieviel Vertrauen oder Glauben jemand hat, kann man wie die weiße Schrift auf weißem Papier nicht sehen. Aber in schwierigen Situationen (Wasserfarben) kommt zum Vorschein, wenn wir wirklich Jesus vertrauen. Dieser Vers soll als Erinnerung und Ermutigung dienen. 

Spielerisches

Kicke die Dose!

Ein Fänger bekommt eine leere Dose, die er in der Zeit, in der sich alle anderen verstecken, an einen Ort stellt. Nachdem er auf 40 gezählt hat, beginnt das Spiel.

Das Ziel ist, dass die Versteckten unbemerkt vom Fänger sich heranschleichen und die Dose umkicken. Der Fänger versucht dies zu verhindern, indem er achtsam nach den Versteckten sucht. Sobald er jemanden ausfindig gemacht hat, rennt er zur Dose, stellt den Fuß auf die Dose und sagt den Namen des Gefundenen. Falls der Gefundene schneller an der Dose ist und diese umkickt, ist er wieder frei und kann sich erneut verstecken. Wer gefangen ist, muss bei der Dose bleiben. Er muss auf die Hilfe der Nichtgefangenen hoffen. Sobald diese die Dose umgekickt haben, sind alle Gefangenen wieder frei und eine neue Runde beginnt. Wenn der Fänger alle Versteckten fängt, ohne dass die Dose umgekickt wird, hat er gewonnen.

(T)Extras

Lieder

  • Jesus, dir kann ich vertraun
  • Spar dir deine Sorgen

Spiele

Fake oder Real? Was ist glaubenswürdig und was nicht?

Jedes Kind hat Zeit sich eine Geschichte zu überlegen. Es dürfen Ereignisse sein, die echt stattgefunden haben (Real) oder ausgedachte Geschichten (Fake). Jedes Kind erzählt seine Geschichte und die anderen raten, ob es sich um eine Real oder Fake Geschichte handelt. Wer richtig geraten hat, bekommt einen Punkt.

Weiterführende Hinweise

Bilder für die Geschichte können unter https://freebibleimages.org kostenlos heruntergeladen werden.

Gebärden können unter https://signdict.org angeschaut werden.

Das Ziel

Starter

Es ist okay, wenn du Zweifel hast und dich vielleicht nicht sofort zu 100% auf Jesus einlassen kannst. Jesus liebt dich trotzdem unendlich und ist für dich da.

Checker

Es ist okay, Zweifel zu haben. In der Jungschar hast du die Möglichkeit, deine Fragen und Zweifel loszuwerden. Auch wenn du vielleicht noch gar nicht genau weißt, wie du zu Jesus stehst, er interessiert sich für dich!

Der Text an sich

Nachdem Jesus viele Wunder vollbracht hat, kehrt er in Markus 6 mit seinen Jüngern in seine Heimatstadt Nazareth zurück. Die Stadt, in der er aufgewachsen ist und als Zimmermann gearbeitet hat. Wie auch sonst, geht er am Sabbat in die Synagoge, um zu lehren. Viele seiner Zuhörer sind erstaunt über seine Weisheit und die Wunder, die er tut. Aber anstatt herauszufinden und zu erkennen, wer er wirklich ist, äußern sie nun Kritik gegen die Person, die ihnen doch eigentlich bekannt war. Sie nennen ihn den „Zimmermann“. Als Zimmermann gehörte Jesus damals zu der gehobenen Mittelschicht. Er ist kein Schriftgelehrter und stammt aus keinem Priestergeschlecht. Hinter der Betonung seines Berufs steckt möglicherweise, dass die Leute nicht glauben konnten, wozu Jesus nun gekommen ist, denn sie kannten ihn noch von früher. Sie zählen dann die Mutter von Jesus und seine Geschwister auf. In der jüdischen Welt ist es eher ungewöhnlich, dass die Mutter benannt wird, doch lässt sich das am einfachsten damit erklären, dass Josef bereits gestorben ist.   

Dann heißt es, dass die Leute Jesus ablehnen. Sie waren wohl nicht bereit, ihn als Sohn Gottes anzuerkennen. Vielleicht hätten sie ihn eher angenommen, wenn er als mächtiger Held nach Nazareth zurückgekommen wäre? Vielleicht sind sie ihm aber auch einfach nur mit größter Vorsicht begegnet und haben sich gefragt, was wäre, wenn er ein falscher Prophet ist?

Jesus hat bestimmt gedacht, dass er in seiner Heimat gehört werden würde. Sonst würde es in Vers 6 nicht heißen: „Und er wunderte sich über ihren Unglauben.“

Davor heißt es aber noch im Text, dass Jesus aufgrund des Unglaubens der Leute dort auch keine Wunder tun konnte. Die Frage, die sich hier stellt, ist: Warum hat er keine Wundertaten getan? Wollte er es nicht? Oder konnte er es nicht?
Letzteres würde seine Vollmacht infrage stellen. Erst zuvor hat Jesus verschiedene Wunder vollbracht: Dämonen ausgetrieben, einen Sturm gestillt, eine Frau geheilt und sogar ein Mädchen vom Tod auferweckt. Dass er keine Wunder tat, hat also nichts damit zu tun, dass seine Heilskraft an den Glauben der Menschen gebunden wäre.

Jesus legt im weiteren Vers ja dann trotzdem einigen Kranken die Hände auf und heilt sie. Das Hindernis liegt also nicht bei Jesus, sondern bei den Menschen. Er selbst ist immer bereit, Wunder zu vollbringen, zu helfen und in Liebe zu dienen. Doch da, wo sich Herzen vor seiner Liebe verschließen, will er nicht einfach wirken.

Der Text für mich

Bevor man sich mit den Kindern darüber austauscht, wie sie zu Jesus stehen, ist es hilfreich, sich selbst Gedanken darüber zu machen. Als Mitarbeitende sind wir für die Kinder Vorbilder. Sie merken, ob wir authentisch sind und ob wir das, was wir erzählen, auch glauben. Das heißt nicht, dass wir keine Zweifel haben dürfen oder alles wissen müssen.

Wie sieht es denn gerade bei dir persönlich aus? Bist du offen für Jesus und sein Wirken? Oder zweifelst du an ihm wie die Leute aus der Geschichte?

Manchmal wird unser Denken sehr von der Meinung anderer beeinflusst. Wir werden vielleicht verunsichert, wenn unsere Freunde Jesus ablehnen. Doch sollte das keinen Einfluss darauf haben, wie wir persönlich zu Jesus stehen.

Ich finde eine Beobachtung aus dem Text besonders wertvoll. Jesus tritt hier nicht als jemand auf, der keine Rücksicht auf die jeweilige Situation nimmt. Der sein Programm einfach nur abspult, als wären wir als sein Gegenüber einfach Objekt seines Handels. Wir sehen dadurch, dass unsere Einstellung für sein Handeln eine entscheidende Bedeutung hat. Jesus lädt uns damit quasi ein, mit ihm in Beziehung zu treten. Unsere Reaktion auf seine Einladung bestimmt mit darüber, wie es zwischen Jesus und uns weitergeht.

Was wir auf jeden Fall wissen dürfen, ist, dass Jesus uns liebt. Ganz unabhängig davon, ob wir zweifeln oder gerade eine Phase haben, in der wir für ihn nicht so offen sind. Ein Gedicht von Lothar Zenetti bringt das schön auf den Punkt:

Was Jesus für mich ist? – Einer, der für mich ist!

Was ich von Jesus halte? – Dass er mich hält!

Der Text für dich

Starter

Kinder, die Jesus nicht oder kaum kennen, haben möglicherweise Schwierigkeiten, sich auf Jesus einzulassen. Sie waren vielleicht bisher nur in einem Umfeld, in dem Jesus und seine Wundergeschichten abgelehnt wurden. Da das Nachdenken darüber, was andere von einem denken, dass Selbstbild der Kinder in dem Alter zunehmend beeinflusst, kann es schwer sein, sich trotz der Ablehnung anderer auf Jesus einzulassen. Es ist wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass es ok ist, Zweifel zu haben und sie sich nicht sofort auf alles einlassen müssen. Macht ihnen deutlich, dass Jesus sie trotz Zweifel liebt.

Checker

Auch wenn Kinder schon viele Geschichten von Jesus kennen und bereits Erfahrungen im Glauben gemacht haben, sind sie vielleicht manchmal unsicher, wie sie zu Jesus stehen. Kinder begegnen in der Schule möglicherweise ersten Kommentaren, wie bspw.: „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Jesus solche Wunder gemacht hat.“

Es ist gar nicht so leicht, trotz Ablehnung von anderen, zu Jesus zu stehen. Die Jungschar kann ein Ort sein, wo sie Ermutigung erleben, zu Jesus zu stehen. Aber auch ein Ort, an dem sie ehrlich sein dürfen, falls sie selber Zweifel haben. Es ist wichtig, die Kinder, da wo sie stehen, zu sehen und zu unterstützen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Quiz – Wie viel weißt du über deine Heimat

Jesus kehrt in Mk 6 in seine Heimat zurück. Für die meisten Kinder aus der Jungschar ist das Dorf/die Stadt, wo ihr euch trefft, wahrscheinlich auch ihre Heimat. Aber wie viel wissen sie eigentlich darüber?

Gestaltet ein Quiz, in dem ihr den Kindern Fragen zu eurem Ort stellt. Dafür könnt ihr euch eine Quiz-Form eurer Wahl aussuchen. Beispielsweise eignet sich „Jeopardy – Der große Preis“ gut. Dabei gibt es mehrere Kategorien (Einwohner, Geschichte, Sehenswürdigkeiten o.Ä.) mit je fünf Fragen. Die Fragen sind mit einer Punktzahl versehen (z.B. 20, 40, 60, 80, 100), wobei die schwierigen Fragen mehr Punkte ergeben als die leichten Fragen. Die Kinder werden in zwei oder mehr Gruppen eingeteilt, dürfen sich nacheinander eine Frage aussuchen und müssen diese beantworten. Für jede richtige Antwort gibt es die entsprechende Punktzahl. Die Gruppe mit den meisten Punkten gewinnt das Quiz.

Idee 2

Spiel – Wer ist der beste Zimmermann?

Als Zimmermann, so wie Jesus es früher in Nazareth war, muss man handwerklich begabt und geschickt sein. Baut etwas mit den Kindern, entweder zusammen oder in Gruppen getrennt. Beispielsweise könnt ihr mit Bauklötzen einen hohen Turm oder aus Schuhkartons das „schönste Haus“ bauen. Eine weitere Idee ist eine Murmelbahn aus Klopapier- und Küchenrollen. Dabei könnt ihr Gegenstände mit einbeziehen, damit die Murmelbahn von einem hohen Startpunkt immer weiter nach unten verläuft (z.B. mithilfe einer Leiter).

Verkündigung

Verkündigungsart:

Erzählung mit einem Sketchboard (Vorlage siehe Anhang)

MalenErzählen
Geheimschrift Jesus + Bild aufkleben    Heute geht es um eine Person, die ihr sicher alle kennt = Jesus. Nachdem er viele Wunder getan hat, ging er zusammen mit seinen Jüngern zurück in seine Heimatstadt.
Kinder fragen   Geheimschrift NazarethWisst ihr, wie die Heimatstadt von Jesus heißt? Nazareth = Die Stadt, in der er aufgewachsen ist und als Zimmermann gearbeitet hat. 
    Kinder fragenWie auch sonst, ging er am Sabbat in die Synagoge, um zu lehren. Das heißt, dass er dort aus dem Alten Testament, der Bibel vorlas und den Menschen erklärte, was Gott ihnen damit sagen möchte. Wisst ihr denn was Sabbat ist? (= Der Sabbat gilt im Judentum als ein Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf).  
Menschen malen       Geheimschrift ZweifelIn der Synagoge waren viele Menschen, die ihm zuhörten. Viele von ihnen waren erstaunt darüber, dass er so klug ist und so viele Wunder tun kann. Aber einige hatten Zweifel an Jesus. Ggf.: Wisst ihr was Zweifel sind? Die Leute stellten Jesus viele Fragen: „Weshalb kann er so gut reden? Von wem hat er das gelernt, was er da von sich gibt? Und wie kriegt er diese Wunder überhaupt hin? Ist das nicht dieser Zimmermann, einer der Söhne von Maria? Und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Wohnen nicht seine Schwestern hier um die Ecke?“  
Daumen runterDie Menschen dort ärgerten sich echt total über Jesus und lehnten ihn ab. Sie wollten nichts mehr von Jesus hören und glaubten nicht an seine Wunder.
 Daraufhin ging Jesus weg und heilte andere Menschen.
 
      Kinder fragenDie Menschen in der Geschichte waren nicht offen für Jesus und hatten Zweifel.   Kennst du das auch?
Fragezeigen in 1. GedankenblaseFragst du dich auch manchmal, ob das alles wahr ist, was wir hier in der Jungschar von Jesus erzählen?  
Nein in 2. GedankenblaseVielleicht verunsichern dich deine Freunde, die nichts von Jesus halten und ihn auch ablehnen, wie die Leute in der Geschichte?
Bibel + Fragezeichen in 3. GedankenblaseVielleicht verstehst du auch nicht immer alles, was in der Bibel steht und hast Fragezeichen?
 Vielleicht geht es dir manchmal so. Vielleicht aber auch nicht. Ich selbst kenne alle drei Gedanken. Vor allem hat es mich schon öfter verunsichert, wenn Freunde von mir gesagt haben, dass sie nichts von Jesus halten. Ich habe mich auch schon manchmal gefragt, ob das alles, was ich glaube, richtig ist.
Geheimschrift „liebt mich trotz“Wenn ich so was erlebe, versuche ich mich immer an eine ganz wichtige Sache zu erinnern: „Jesus liebt mich trotz Zweifel.“   Und das gilt auch für dich. Egal, ob du manchmal zweifelst oder nicht. Jesus liebt dich unendlich. Und wenn du vielleicht noch gar nicht genau weißt, wie du zu Jesus stehst, er interessiert sich für dich!

Die andere Idee

Erzählung als Nachrichtensprecher

Erzählt die Geschichte in Form eines Nachrichtensprechers. Der Titel dafür könnte lauten: „Jesus kommt zurück in seine Heimatstadt.“ Ein Mitarbeiter spricht dafür im Nachrichtensprecher-Stil, was passiert. Währenddessen können andere Mitarbeitende die Inhalte schauspielerisch darstellen.

Der Text gelebt

Gespräch

Bei diesem Text bietet es sich gut an, in kleineren Gruppen über Fragen zu sprechen. Folgende Fragen können bei der Vertiefung des Textes helfen:

  • Was glaubt ihr, warum lehnen die Leute in der Geschichte Jesus ab?
  • Habt ihr Freunde oder Verwandte, die Jesus auch ablehnen? Wenn ja, wie findet ihr das?
  • Hattet ihr auch selber schon mal Zweifel an Jesus und an den Geschichten über ihn? Wenn ja, was tut ihr dann?
  • Welche Fragen würdet ihr Jesus gerne mal stellen wollen?

Gebet

Zweifel ans Kreuz nageln

Schreibt gemeinsam mit den Kindern eure Zweifel auf Zettel (jeder für sich) und nagelt sie anschließend an ein Holzkreuz (oder pinnt sie an). Macht dabei deutlich, dass es nicht schlimm ist, Zweifel und Fragen zu haben und wir sie immer und zu jederzeit zu Jesus bringen können. Betet dann gemeinsam.

Kreatives

Stammbaum malen

In der Geschichte werden die Mutter und Geschwister von Jesus erwähnt. Es geht darum, wo Jesus herkommt. Gestaltet mit den Kindern zusammen Stammbäume, bei denen sie sich auch überlegen, wo sie herkommen. Dafür können sie den Stammbaum ganz frei gestalten oder ihr gebt ihnen eine Vorlage, wo sie die Namen ihrer Familie einzeichnen.

Spielerisches

Stadt/Dorf-Rallye

Erstellt eine Rallye zu eurer Stadt/eurem Dorf. Dazu könnt ihr euch Fragen und Aufgaben passend zu eurem Ort überlegen (z.B. Wie viele Stufen hat die Rathaustreppe; Welche Farbe hat das Haus im Musterweg 3; Wann schließt am Samstag Rossmann; Bringt Blätter von 10 unterschiedlichen Bäumen mit …).

Schickt die Kinder dann entweder zusammen oder in einzelnen Gruppen los und überlegt euch einen Preis für die beste Gruppe oder für die ganze Jungschar.  Vereinbart im Vorfeld Regeln, die ihr den Kindern mit auf den Weg geben wollt, damit Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

(T)Extras

Lieder

  • Spar dir deine Sorgen (Mike Müllerbauer)
  • Ich geh mit Gott durch dick und dünn (Dorothea Gisler-Kreiß)
  • Schenk mir dein Herz (Marion & Gilbrecht Schäl)

Spiele

Wahr oder Falsch mit allgemeinen Aussagen

Jedes Kind erhält zwei Zettel: eins mit einem grünen Haken und eins mit einem roten Kreuz. Nun liest ein Mitarbeitender von euch Aussagen zu verschiedenen Themen aus der Lebenswelt der Kinder vor. Die Kinder halten nach jeder Aussage einen Zettel in die Höhe, je nachdem, ob sie die Aussage als wahr oder falsch erachten. Fragt die Kinder zwischendurch, warum sie sich so entschieden haben („Was hat euch dabei geholfen, euch so zu entscheiden?“, „Warum fällt es manchmal schwer, etwas zu glauben?“). Aussagen zu diesem Spiel könnt ihr euch selber ausdenken oder findet ihr im Internet.

Wahr oder Falsch mit persönlichen Aussagen

Jedes Kind kann etwas aus seinem Leben erzählen, das auch gerne etwas ungewöhnlicher sein darf. Die anderen müssen dann erraten, ob es wahr oder falsch ist.

Das Ziel

Starter

Jesus kann aus wenig viel machen und er kann jeden gebrauchen, um Großes zu vollbringen.

Checker

Was ich besitze, kann ich für Jesus einsetzen. Auf welche Dinge kann ich verzichten und welche Gaben habe ich, um sie für Gott einzusetzen?

Der Text an sich

Jesus hatte seine Jünger ausgesandt, um in den umliegenden Dörfern zu predigen und Kranke gesund zu machen. Nun kommen sie zu Jesus zurück und sind überwältigt von der Kraft Gottes, die sie erlebt haben und den Wundern, die Gott durch sie bewirkt hat. Von all diesen Erlebnissen berichten sie Jesus, doch wie so oft, versammelt sich um Jesus eine Menschenmenge, sodass die Jünger nicht einmal Zeit zum Essen, geschweige denn zum Ausruhen finden. Jesus weiß, dass sie Zeit brauchen, um mit ihren Kräften aufzutanken und die Erlebnisse zu verarbeiten.

Die Ruhe, die sie eigentlich benötigen, können sie dort nicht finden. So beschließen sie, mit dem Boot an eine abgelegene Stelle des Sees zu fahren. Doch der Plan geht nicht auf. Noch bevor Jesus und die Jünger anlegen, hat sich auch dort bereits eine große Menschenmenge versammelt. Aus der ganzen Gegend sind die Menschen herbeigeströmt.  

Jesus blickt in die Menge der Menschen und sieht ihre Not. Er erkennt, dass sie keinen haben, der sie führt, beschützt und für sie sorgt. Er hat Mitleid mit diesen Menschen und beginnt zu ihnen zu sprechen. Nach vielen Stunden fordern die Jünger Jesus auf, die Menschen nach Hause zu schicken. Doch Jesus ist noch nicht bereit, die Menschen gehen zu lassen. Nachdem er für ihr geistiges Wohl gesorgt hat, will er jetzt auch für ihr leibliches Wohl sorgen. Doch was Jesus nun fordert, ist für die Jünger undenkbar. Um diesen Menschen zu essen zu geben, wäre ein kleines Vermögen, eine für die Jünger unvorstellbare Summe notwendig. Doch Jesus hat schon etwas anders im Blick. Er fordert sie auf, ihm das zu bringen, was sie haben. Nicht mehr und nicht weniger. Aus Johannes 6 wissen wir, dass die fünf Brot und zwei Fische von einem kleinen Kind stammen. Im Blick auf die Menge von 5000 Männern, zu denen noch Frauen und Kinder dazukommen, ist das nicht mehr als ein Witz. Und dann geschieht das Unglaubliche. Die Bereitschaft, Jesus alles hinzulegen was die Jünger haben, ist für Jesus ausreichend, um über 5000 Menschen satt zu machen und zusätzlich noch 12 volle Körbe übrig zu haben. Aus diesem wenigen lässt Jesus Großes entstehen. Aus dem wenigen, das er bekommt, macht Jesus eine riesige Menge. Alle bekommen mehr als genug.

Der Text für mich

Für mich wird in unserem Text ganz deutlich, dass Jesus immer genau weiß, was wir benötigen. Nach besonderen Ereignissen brauchen wir auch Ruhephasen. Keiner kann die ganze Zeit powern. Zur Ruhe kommen heißt für mich auch immer wieder, mich neu auszurichten und mir von Jesus Kraft geben zu lassen. Ich will lernen, mich von Gott gebrauchen zu lassen und meine Gaben, die er mir geschenkt hat, einzusetzen. Im Moment ist das bei euch die Jungschar, die Gott euch auf das Herz gelegt hat. Vielleicht kommt noch mal etwas anderes. Ich möchte immer bereit sein für Jesu Handeln und das tun, was er mir sagt. Ich denke manchmal: nur fünf Brote und zwei Fische, wie wenig. Lasst uns immer wieder darauf vertrauen, dass Gott Großes daraus macht. Von den Wundern aus der Bibel und den Wundern in unserem Leben müssen wir einfach weitererzählen. Das Kind, das die fünf Brote und zwei Fische mitgebracht hat und alle, die dabei waren, werden den Tag nicht vergessen. Den Tag, an dem Jesus in unser Leben getreten ist, vergessen wir hoffentlich auch nicht.

Der Text für dich

Viele Kinder in unseren Gruppen wachsen im Überfluss auf und häufig haben sie nicht gelernt mit anderen zu teilen. In unserer Gesellschaft und in vielen Familien steht der Egoismus an erster Stelle. Die, die nichts haben, sind selbst schuld an ihrer Situation. Durch die aktuelle Situation mit dem Krieg in der Ukraine und der Pandemie wird unser Blick wieder dafür geweitet, Dinge abzugeben und unseren Reichtum zu teilen. Vielen fällt es trotzdem noch schwer. Doch wenn wir bereit sind, den Blick von uns und unseren Möglichkeiten wegzulenken und das, was wir haben, mit anderen zu teilen und vor allem Jesus zur Verfügung zu stellen, dann kann er Großes daraus machen. Das gilt auch für die Kinder. Egal wie viel oder wenig sie zu bieten haben, für Jesus ist es genug, um für viele andere zum Segen zu werden.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Aus wenig wird viel

Den Kindern wird ein kleines Glas mit Popcornmais gezeigt. Sie dürfen Vermutungen anstellen, für wie viele Personen man daraus Popcorn machen kann. Danach könnt ihr mit den Kindern das Popcorn in der Mikrowelle oder einem großen Topf machen (Rezepte unter Weiterführende Hinweise). Das Erstaunliche ist, dass aus einer kleinen Menge Mais viel mehr Popcorn wird als man erwartet.

Während die Kinder ihr Popcorn genießen, könnt ihr in die Geschichte starten.

Idee 2: Was brauchen wir wirklich

Wir legen 20 Karten auf einen Tisch und schreiben Begriffe darauf, die die Kinder unbedingt brauchen. Nun soll die Gruppe entscheiden und vier Begriffe wegnehmen, die nicht unbedingt nötig sind. Danach noch mal vier. Das machen wir so lange, bis nur noch vier Begriffe über sind. Wir schauen dann einmal, auf was die Kinder nicht verzichten können oder wollen.

Verkündigung

Verkündigungsart: Nachrichtensendung

Die Geschichte wird in eine Nachrichtensendung verpackt. Wir benötigen dazu den Nachrichtensprecher (N), den Reporter vor Ort (R) und den Jungen Levi ben Lukas (L), das Kind mit den fünf Broten und zwei Fischen, der vom Reporter befragt wird. Der Reporter und der Befragte befinden sich in einer Ecke des Raumes, während sich der Nachrichtensprecher in einer anderen Ecke des Raumes befindet.

N: Hier ist das Erste Kapernaumer Fernsehen mit den Nachrichten. Guten Tag, Kapernaum. Alles wird teurer. Die Brot- und Fischpreise sind schon wieder gestiegen. Außerdem wird in unserer Gegend von vielen Krankenheilungen berichtet. Genaueres ist noch nicht bekannt. Soeben erreicht uns eine Nachricht vom See Genezareth, dass es dort einen riesigen Volksauflauf geben soll. Wir schalten jetzt live zu unserem Reporter vor Ort. Hallo Harry, kannst du mich hören? Was ist da los?

R: Ja, hallo, mein Name ist Harry und ich bin hier live am See Genezareth. Hier spielen sich unglaubliche Szenen ab. Das hat noch kaum einer gesehen. Es sind ca. fünftausend Männer hier und dazu kommen noch viele Frauen und Kinder. Da stellt man sich ja die Frage, was die hier wollen. Soweit ich das bisher herausfinden konnte, hören sie einem Menschen zu. Den ganzen Tag ist er schon am Reden und eigentlich wäre es an der Zeit für all die Menschen nach Hause gehen. Es wird langsam dunkel und hier gibt es nichts zu essen. Kein Supermarkt ums Eck, nicht mal eine Pommesbude ist hier zu finden. So wie es aber aussieht, setzen sich gerade alle hin. Ich verstehe das wirklich nicht.

N: Kannst du uns denn berichten, um welche Person es sich bei dem Redner handelt?

R: Ja, es geht um einen Mann namens Jesus. Wie man hört, hat er schon viele Kranke geheilt und auch sonst einige Wunder getan. Ich versuche mal, jemanden ans Mikrofon zu bekommen.

N: Vielen Dank erst mal, wir schalten später noch einmal an den See Genezareth. Wir machen weiter mit dem Wetter. Die nächsten Tage bleiben trocken. Die Temperaturen klettern auf 40 °C und auch die Nächte bleiben mit 27°C sehr warm. Oh, ich höre gerade, am See Genezareth gibt es schon etwas Neues. Unser Reporter hat einen Interview-Partner gefunden. Hallo Harry, kannst du mich hören? Wer ist dort bei dir vor Ort und welche Neuigkeiten gibt es?

R: Ja, hallo nach Kapernaum. Hier bei mir steht Levi ben Jakob, ein Junge von etwa 10 Jahren. Hey Levi, erzähl doch mal, was du gerade erlebt hast.

L: Ja, also, das war so: Ich wollt heute Morgen unbedingt mit zu Jesus. Der ist hier echt der neue Superstar. Er erzählt immer so tolle Geschichten und außerdem sind meine Freunde auch alle dabei. Zum Glück durfte ich mit und meine Mutter hat mir noch Proviant mitgegeben: fünf Brote und zwei Fische. In all der Aufregung heute bin ich noch gar nicht dazu gekommen, etwas zu essen. Deshalb hatte ich noch alles, als die Männer von Jesus vorhin rumgingen und alle nach etwas zu essen fragten. Obwohl mein Magen schon ganz schön knurrte, habe ich ihnen die Brote und die Fische gegeben, denn sie sagten, Jesus würde sie brauchen.

R: Dann muss dein Magen ja immer noch ganz schön knurren, oder?

L: Nein, gar nicht, ich bin pappsatt.

R: Wie kann das denn sein? Du hast doch deinen Proviant weggegeben???

L: Ich bin ja auch noch nicht fertig mit erzählen. Wir sollten uns dann alle in Gruppen auf den Boden setzen und dann betete Jesus und fing an, meine Brote und Fische zu verteilen. Und wisst ihr was? Immer, wenn er etwas abgab, war seine Hand immer noch voll! Das ging dann so lange, bis alle Leute, die hier sind – und das sind echt viele! – genauso satt waren wie ich. Und die Reste hättest du mit Sicherheit nicht aufessen können. Es blieben nämlich noch 12 volle Körbe mit Essen übrig!

R: Das gibt es doch gar nicht, wie kann das denn sein?

L: Das war wieder so ein Wunder, das Jesus getan hat. Ist doch toll, was aus meinem Essen geworden ist, oder?

R: Das stimmt! Vielen Dank, Levi. Ich versuche jetzt mal, noch näher an diesen Jesus und seine Leute heranzukommen. Vielleicht gibt es ja eine Erklärung dafür. Aber jetzt erst mal zurück zu unserem Nachrichtensprecher.

N: Vielen Dank, Harry. Wir bleiben in Verbindung. Die nächsten Nachrichten gibt es nach dem Krimi in ca. 2 Stunden. Bis dahin weiter gute Unterhaltung mit unserem Programm.

Die andere Idee

Die Geschichte wird erzählt und an verschiedenen Punkten unterbrochen. An diesen Stellen wird jeweils ein Spiel gemacht. Die Spiele findet Ihr im Anhang.

  • Erster Stopp nach Vers 33, Spiel 1
  • Zweiter Stopp nach Vers 34, Spiel 2
  • Dritter Stopp nach Vers 40, Spiel 3
  • Vierter Stopp nach Vers 41 Spiel 4
  • Fünfter Stopp nach Vers 42, Brot backen bzw. essen (s. Rezept)
  • Sechster Stopp nach Vers 43, Spiel 5

Der Text gelebt

Wiederholung

Zur Wiederholung könnt ihr gemeinsam das Lied „1,2,3,4,5 (Brote in der Tasche)“ von Daniel Jakobi und Sebastian Cuthbert singen oder abspielen.

Gespräch

Unterhaltet euch über folgende Fragen:

  • Wie hat der Junge reagiert als die Jünger nach Essen fragten?
  • Wie viel hat er abgegeben? (alles)
  • Hättet ihr an seiner Stelle alles abgegeben?

Ich finde es unglaublich, was Jesus aus dem wenigen gemacht hat, das der Junge abgegeben hat. Der Junge hatte gar nichts Besonderes dabei. Es war auch nicht besonders viel, aber er war bereit, Jesus einfach das zu geben, was er hatte. Nicht mehr und nicht weniger und für Jesus war das genug, um daraus ein unglaublich großes Wunder zu machen.

Gibt es etwas, das du Jesus geben könntest, so wie es der kleine Junge gemacht hat?

Vielleicht gibt es etwas, das du besitzt und z. B. einem Kind aus der Ukraine schenken könntest, das gerade nicht so viel hat. Vielleicht gibt es auch etwas, das du gut kannst und jemandem damit helfen oder ihm eine Freude machen könntest. (Überlegt gemeinsam, was für Dinge das bei euch als Gruppe und für die Kinder sein könnten.) Denn wenn wir das, was wir haben, Jesus geben, egal ob es viel oder wenig ist, dann kann er etwas Großes daraus machen.

Merkvers

„Und vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. An solchen Opfern hat Gott Freude.“ Hebräer 13,16 (HfA).

Im Downloadbereich findet ihr ein Arbeitsblatt. Auf diesem Blatt streicht ihr alle Zweien und Fünfen, danach sollte der Merkvers stehen bleiben. Wenn alle das Rätsel gelöst haben, kann der Vers noch einige Male gemeinsam laut gesprochen werden.

Kreatives

Backt und esst gemeinsam ein Fladenbrot. (Evtl. muss der Teig vorher zubereitet werden, um ihn in der Stunde nur noch zu backen)

Fladenbrot

Zutaten:

  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 400 ml lauwarmes Wasser
  • 2 TL Salz
  • 500 g Mehl

Anleitung:

  • die Zutaten vermengen
  • den Teig 20-30 Minuten „gehen“ lassen
  • den Teig auf ein bzw. zwei Bleche „fließen“ lassen (ergibt 2 Fladen)
  • mit grobem Salz und getrockneten Kräutern bestreuen, mit der Gabel einstechen und etwas Olivenöl darüber tropfen
  • den Teig nochmals 20 Min. gehen lassen
  • den Ofen auf 230°C vorheizen und wie folgt backen:
  • 10-15 Min 230°C  
  • 10 Min 190-200°C (evtl. auch kürzer, je nach gewünschter Bräunung)

Spielerisches

Fische angeln

Material: Augenbinden, Fischlis oder Gummibärchen, Teller

In der Mitte des Raumes sitzt ein Kind mit verbundenen Augen auf einem Stuhl. Darunter liegt ein Fischli auf einem Teller. Die anderen Kinder versuchen nun das Fischli unter dem Stuhl zu klauen. Dabei muss es absolut still sein. Denn sobald das Kind auf dem Stuhl ein Geräusch hört ruft es „Stopp“ und zeigt in die entsprechende Richtung. Stimmt die Richtung, muss das entdeckte Kind stehen bleiben und für den Rest der Runde aussetzen.

(T)Extras

Lieder

  • 1,2,3,4,5 / Brote in der Tasche (Daniel Jakobi, Sebastian Cuthbert)
  • Hast du heute schon danke gesagt

Spiele

Spiel 1: (nach Vers 33) Die Menschen sammeln sich um Jesus

Die Kinder werden in Gruppen aufgeteilt. Jeder Gruppe werden jeweils 35 Spielfiguren in einer Farbe zugeordnet. Die Spielfiguren werden wahllos im Raum verteilt (sie müssen aufrecht stehen). Jeder Gruppe wird ein Tisch zugeordnet. Nun erhält jedes Kind 2 Schaschlik-Spieße. Nach dem Startkommando geht das erste Kind jeder Gruppe los und holt eine Spielfigur seiner Farbe, indem es mit den beiden Hölzern den Kopf der Spielfigur einklemmt und legt diese dann auf den Tisch. Nun ist das nächste Kind an der Reihe. Welche Gruppe hat zuerst alle 35 Figuren auf ihrem Tisch liegen?

Spiel 2: (nach Vers 34) Jesus beginnt zu predigen

Durch seine Botschaft ermutigt Jesus die Menschen und richtet sie auf. Die Spielfiguren sind noch immer auf dem Tisch verteilt. Einige davon sind beim Ablegen umgekippt. Jedes Kind erhält einen hölzernen Trinkhalm. Nach dem Startsignal beginnt das erste Kind, die erste Spielfigur auf dem Tisch mit dem Trinkhalm anzusaugen und aufrecht hinzustellen. Welche Gruppe hat zuerst alle Figuren seiner Farbe aufgestellt?

Spiel 3: (nach Vers 40) Die Menschen setzten sich in Gruppen

Jede Gruppe erhält einen Zollstock. Dieser wird komplett ausgeklappt. Das erste Kind hält den ausgeklappten Zollstock an einem Ende fest und versucht nun, mit dem anderen Ende auf dem Tisch 5 Figuren zu einer Gruppe zusammenzuschieben, sodass sie sich leicht berühren, aber stehen bleiben. Dann ist das nächste Kind an der Reihe. Fällt eine Figur hin, darf sie von Hand wieder hingestellt werden. Welche Gruppe hat zuerst alle Figuren gruppiert? Bei kleineren Kindern kann der Zollstock auch nur bis 1.60 m ausgefahren werden.

Spiel 4: (nach Vers 41) 5 Brote und 2 Fische

Mit den Spielfiguren soll die Gruppe ein Brot und einen Fisch formen. Welche Gruppe schafft dies am schnellsten und am schönsten? Der Mitarbeiter entscheidet! Sollte dies in einem Durchgang nicht klappen, können auch nacheinander in 2 Durchgängen zuerst das Brot und dann der Fisch geformt werden.

Spiel 5: (nach Vers 43)12 volle Körbe

Jede Gruppe erhält 12 Bierdeckel. Ein Bierdeckel wird auf den Tisch gelegt, dann werden auf dem Bierdeckel einige Figuren verteilt und der nächste Bierdeckel auf die Figuren gelegt. Auf diese Weise sollen alle 12 Bierdeckel übereinandergestapelt werden. Welche Gruppe schafft dies am schnellsten? Am Ende kann versucht werden, aus den Deckeln und Figuren aller Gruppen einen möglichst hohen Turm zu bauen.

Weiterführende Hinweise

Hier bekommt ihr Spielfiguren: https://www.premiergames.de/spiele/brettspiele/ersatzspielfiguren-halma-ludo-etc-6×20-stueck.html

oder https://www.connexxion24.com/Spielmaterial/Halmakegel/Halmakegel-Holz:::153_98_116.html?MODsid=jljqfrdr6uau9h575omrn0v77b

oder www.denkspiele24.de

Rezept für Popcorn im Topf: https://www.chefkoch.de/rezepte/1252341230473990/Perfektes-suesses-Popcorn.html

Rezept für Popcorn in der Mikrowelle: https://www.chefkoch.de/rezepte/3810441580048545/Mikrowellen-Popcorn-in-der-Tuete.html

Das Ziel

Starter

Es gibt nichts, das größer oder stärker ist als Jesus.

Checker

Jesus lädt dich ein, deine Angst bei ihm abzugeben.

Der Text an sich

Jesus und seine Jünger haben einen langen Tag hinter sich. Jesus hatte eine große Menschenmenge gelehrt und durch ein unglaubliches Wunder satt gemacht. Noch bevor die Menge aufbricht, schickt Jesus die Jünger los, um mit dem Boot auf die andere Seite des Sees zu fahren. Jesus selbst bleibt zurück. Nachdem er die Menschenmenge verabschiedet hat, zieht er sich auf einen Berg zurück, um in der Einsamkeit und Stille Zeit für das Gespräch mit Gott zu haben. Anstatt sich nach dem langen Tag auszuruhen, sucht Jesus ganz bewusst die Gemeinschaft mit Gott. Er braucht diese Zeit, um sich neu auf seinen Auftrag auszurichten und Kraft zu schöpfen. Diese Zeit hat für Jesus höchste Priorität.

Obwohl Jesus sich an Land befindet, sieht er den Kampf der Jünger mit dem Sturm, der um sie tobt. Ob Jesus dabei das Boot (trotz der einbrechenden Dunkelheit) tatsächlich vom Berg aus sehen kann oder einfach weiß, in welcher Not die Jünger sich befinden, wird nicht deutlich. Zwei Dinge fallen allerdings auf.

Jesus sieht, wie sehr sich die Jünger abmühen, doch anscheinend reagiert er nicht sofort, denn der Kampf mit dem Sturm dauert bis zur vierten Nachtwache. Erst kurz vor dem Morgengrauen, zwischen drei und sechs Uhr, begegnet Jesus den Jüngern auf dem See. Dass Jesus auf dem Wasser geht, wird dabei wie selbstverständlich, fast schon nebenbei erwähnt. Was für uns unvorstellbar ist, ist für den Sohn Gottes eine Kleinigkeit.  

Die Jünger wollen mit dem Boot nach Betsaida, das vermutlich am Nordufer des Sees lag, übersetzen. Doch der Sturm bringt selbst die erfahrenen Fischer und Seemänner an ihre Grenzen. Sie treiben so weit ab, dass sie schließlich am Westufer bei Genezareth an Land kommen. Neben dem kräfteraubenden Sturm herrscht um die Jünger die Finsternis der Nacht, als sie auf einmal eine Gestalt auf dem Wasser erblicken. Dass es sich dabei nicht nur um eine Halluzination handeln kann, wird schnell klar, denn jeder von ihnen kann die Gestalt sehen und das versetzt die gestandenen Männer in echte Angst und Panik. Obwohl sie die Kraft Jesu gerade erst erlebt hatten, können sie sich die Situation nicht anders erklären, als dass ihnen ein echtes Gespenst begegnet.

Mit Vers 50 ist ein Wendepunkt in der Geschichte zu erkennen. Denn als Jesus die Angst der Jünger sieht, zögert er keinen Moment. Er gibt sich ihnen mit den Worten „Ich bin es“ zu erkennen. Mit einer sehr ähnlichen Formulierung hat sich auch Gott Mose im Alten Testament vorgestellt. Jesus macht also deutlich, dass ihnen hier niemand anderes als Gott selbst begegnet. Und mit der Gegenwart Jesu verändert sich die Situation komplett. Als Jesus ins Boot steigt, legt sich der Wind und der Sturm ist augenblicklich zu Ende. Jesus ist größer als die Gewalten der Natur. Das Meer ist für ihn wie fester Boden und der Sturm muss ihm gehorchen.

Obwohl die Jünger hier schon zum zweiten Mal an einem Tag die Größe und Macht von Jesus erleben, haben die sie immer noch nicht verstanden, dass er der Sohn Gottes und der versprochene Retter ist.

Der Text für mich

Obwohl ich mit meinem Verstand begriffen habe welche Kraft Jesus hat und manchmal sogar wie die Jünger erlebt habe, dass Jesus Unmögliches möglich macht, gibt es in meinem Leben immer wieder Situationen, in denen die Angst die Oberhand gewinnt und es mir schwerfällt zu vertrauen, dass Jesus alles in seiner Hand hat. Manchmal frage ich mich auch, warum Jesus wartet und erst in der vierten Nachtwache auftaucht, wenn er doch den Kampf der Jünger oder meinen Kampf ganz genau sieht. Trotzdem fasziniert es mich, dass sich mit der Gegenwart Jesu die Situation schlagartig verändert. In dem Moment, in dem er sich zu erkennen gibt, ist unmissverständlich klar, dass ihm alles gehorchen muss und in seiner Gegenwart kein Raum mehr für die Angst bleibt.

Als Mitarbeiter/innen dürfen wir den Kindern gegenüber ehrlich zugeben, dass auch wir manchmal am kämpfen sind. Gleichzeitig können wir dadurch von dem berichten, was uns hilft, die Angst bei Jesus abzulegen und ihm zu vertrauen.

Der Text für dich

Die Jünger erleben in diesem Sturm echte Angst und Panik. Dieses Gefühl können viele Kinder gut nachvollziehen. Neben Albträumen, die in diesem Alter häufig auftreten, können Streit im Elternhaus, ein Test in der Schule, Mobbing oder Ausgrenzung für reale Ängste sorgen. Aber auch Bilder aus Filmen oder gruseligen Geschichten können die Angst vor einem echten Gespenst für Kinder sehr real werden lassen.

Die Jünger erleben, dass Jesus nicht alle Schwierigkeiten sofort beseitigt und uns manchmal zumutet etwas auszuhalten, aber die gute Botschaft für die Kinder ist, dass Jesus ihre Situation ganz genau kennt. Wir können ihm vertrauen, denn es ist keine Frage, wer der Stärkste ist.  

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Was macht dir Angst?

Auf einem großen Plakat steht die Frage: Was macht mir Angst?

Die Kinder bekommen Stifte und dürfen auf dem Plakat alles aufschreiben was ihnen Angst macht – egal ob es sich um kleine oder große Dinge handelt.

Wenn die Kinder sich schwertun vor allen aufzuschreiben, was ihnen Angst macht, kann alles auf einzelne Zettel geschrieben, anonym eingesammelt und anschließend (ebenfalls anonym) vorgelesen werden.

Idee 2: Mitten im Sturm

Alle Kinder sitzen in einem eng gestellten Stuhlkreis. Dabei bleiben 1-2 Stühle frei. Ein Kind steht in der Mitte und hat die Aufgabe, sich auf den freien Stuhl zu setzen. Allerdings setzt ein Sturm ein, sobald das Kind in der Mitte steht. Die anderen Kinder im Stuhlkreis bilden die Wellen und rutschen von Stuhl zu Stuhl im Kreis herum. Durch die Kommandos ‚rechts‘ und ‚links‘ gibt das Kind in der Mitte die Richtung an, in der die anderen Kinder im Kreis rutschen und versucht so eine Lücke zu finden, um sich auf den freien Stuhl zu setzen. Gelingt es dem Kind einen Platz zu finden, muss das Kind rechts oder links des Platzes in die Mitte.

Verkündigung

Verkündigungsart: Mitmachgeschichte

Die Mitmachgeschichte wird vorgelesen. Immer wenn in der Geschichte eine Person auftaucht, müssen die Kinder kurz von ihrem Platz aufstehen und sich anschließend wieder hinsetzen.

Hinter Jesus und seinen Jüngern lag ein langer und anstrengender Tag. Sie hatten ein unglaubliches Wunder erlebt. Jesus hat mit zwei Fischen und fünf Broten 5000 Menschen satt gemacht. So etwas hatten sie noch nie erlebt. Inzwischen war es Abend geworden und Jesus sagte zu den Jüngern: „Steigt in das Boot und fahrt auf die andere Seite des Sees. Ich bleibe noch hier.“ Denn Jesus wollte sich Zeit nehmen um, in Ruhe mit Gott, seinem Vater, zu reden.

Die Jünger hatten schon eine ganze Weile gerudert und waren inzwischen mitten auf dem See Genezareth. Und so langsam taten ihnen auch die Arme ein bisschen weh. Immer wieder hoben sie den Kopf und schauten in die Dämmerung. Es war ein wirklich schöner Abend und das Wasser war ganz ruhig. Doch wie die Jünger so ruderten, veränderte sich auf einmal etwas. Der Himmel wurde dunkler. Ein paar Wolken zogen auf und ein leichter Wind brachte das Boot zum Schaukeln. Erst ein kleines bisschen und dann immer mehr. Der Himmel wurde immer dunkler und die Wellen immer größer. Das Wasser spritzte rechts und links am Boot hinauf und ein paar der Jünger klammerten sich mit den Händen am Bootsrand fest, um nicht umzufallen. Da kam auch schon die nächste Welle auf sie zu. Sie platschte mit voller Wucht gegen das Boot und die Jünger bekamen eine riesige Ladung Wasser ab. Jetzt hatten sie nicht mehr nur nasse Füße, immer mehr Wasser sammelte sich im Boot. Ein Blitz zuckte über den Himmel und der Donner krachte so laut, dass ihnen die Ohren wehtaten. „Wir müssen das Wasser aus dem Boot schöpfen“, rief einer der Jünger durch den Sturm. Die Jünger begannen mit den Händen das Wasser aus dem Boot zu schöpfen, doch sofort kam neues Wasser ins Boot geschwappt.

Manchen Jüngern war schon ganz schlecht von dem Geschaukel der Wellen. So kämpften sie Stunde um Stunde gegen den Sturm an, damit das Boot nicht unterging. Es war mitten in der Nacht, sie waren völlig müde und platt. Den Jüngern taten die Arme und Beine weh. Da fing auf einmal einer der Jünger an voller Panik zu rufen und zeigt mit der Hand in den Sturm: „Ein Gespenst, ein Gespenst, da direkt vor uns“. Auch die anderen entdeckten die Gestalt mitten im Sturm und begannen vor Angst und Panik durcheinander zu rufen. Doch da hörten sie eine Stimme: „Fürchtet euch nicht! Ich bin es, ihr braucht keine Angst zu haben!“ Alle Jünger waren wie erstarrt. Konnte das wahr sein? Stand da wirklich Jesus mitten auf dem See vor ihnen? Konnte er einfach so auf dem Wasser laufen? Die Jünger schauten sich unsicher an.

Doch Jesus kam Schritt für Schritt auf sie zu und stieg zu den Jüngern in das Boot. Da passierte etwas Unglaubliches. Von einem Moment auf den anderen wurde es ganz ruhig um das Boot. Das Wasser war plötzlich ganz glatt und es war weit und breit keine Welle mehr zu sehen. Auch der Wind, der die Jünger grade noch fast aus dem Boot geworfen hätte, war mit einem Mal ganz verschwunden. Den Jüngern blieb der Mund offen stehen. Ihre Angst war auf einmal wie weggeblasen, denn sogar der Wind und die Wellen gehorchten Jesus. Es gibt wirklich nichts, das größer oder stärker ist als Jesus.

Die andere Idee

Lest den Bibeltext (Mk 6,45-52) gemeinsam in einer kindgerechten Übersetzung (z. B. Basisbibel). Achtet darauf, dass jedes Kind den Text vor sich hat. Anschließend bekommt jedes Kind die Zeit den Text noch mal alleine zu lesen. Sie sollen sich Gedanken machen, welchen Teil sie auf Anhieb klasse finden, was sie ärgert oder sie nicht verstehen und was ihnen noch nie aufgefallen ist (siehe Gesprächskarten im Downloadbereich). Kommt anschließend darüber ins Gespräch, indem ihr Vers für Vers laut vorlest. Nach jedem Vers können die Kinder eine Gesprächskarte hochhalten.

Tipp: Es ist nicht schlimm, wenn es eine Frage gibt, auf die du keine Antwort hast. Du kannst die Frage des Kindes trotzdem wertschätzen und dich bei Bedarf bis zum nächsten Mal schlau machen.

Der Text gelebt

Gespräch

Folgende Fragen können euch helfen, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen:

  • Was denkt ihr, wie es den Jüngern ging, als der Sturm aufkam?
  • Hast du schon mal eine Situation erlebt, in der du richtig Angst hattest? Erzähl davon, wenn du möchtest.
  • Was machst du, wenn du Angst hast? Gibt es etwas, das dir dann hilft?
    • Die unterschiedlichen Ideen könnt ihr mit einer anderen Farbe auf dem Plakat aus der Hinführung ergänzen.
  • Was ist passiert, dass die Jünger auf einmal keine Angst mehr hatten?
    • Jesus war da. Die Jünger haben gemerkt, dass Jesus stärker ist als der Sturm. Jesus ist stärker als alles, was ihnen Angst macht.

Gebet

Im Gebet sollen die Kinder die Möglichkeit bekommen, etwas, das ihnen Angst macht oder sie belastet, bei Jesus abzugeben.

Dafür erhält jedes Kind einen Stein als Symbol für die Dinge, die ihm Angst macht. Außerdem wird an einer anderen Stelle im Raum ein Schild mit der Aufschrift „JESUS“ oder ein passendes Symbol aufgestellt.

Die Kinder bekommen Zeit, um still zu beten und Jesus zu sagen, was ihnen Angst macht oder sie beschäftigt. Wer möchte, kann zu „JESUS“ gehen und seinen Stein bei ihm ablegen. Ein/e Mitarbeiter/in kann anschließend ein Abschlussgebet sprechen.

Kreatives

Material: Walnüsse, buntes Papier, Zahnstocher, Korken, Heißkleber / Alleskleber

Bastelt kleine Boote aus Walnussschalen. Eine Anleitung findet man hier: http://www.schule-und-familie.de/bastelvorlage-drucken/boote-aus-nussschalen-basteln.html

Alternativ könnt ihr auch einfache Boote aus Papier falten. Eine Anleitung findet man hier: https://malvorlagen-seite.de/papierschiff-falten-papierboot-basteln/

Mit den fertigen Booten könnt ihr anschließend ein Wettrennen veranstalten. Dafür werden in einer großen Schüssel Wasser zwei oder mehrere Boote gegenüber voneinander aufgestellt. Durch Pusten müssen die Kinder ihr Boot so schnell wie möglich auf die andere Seite bringen.

Spielerisches

Material: Gegenstände für einen Parcours

Die Jünger hatten Mühe Jesus im Sturm zu erkennen. Wenn um uns herum Angst und Chaos herrschen, kann es auch für uns schwierig sein, die richtige Stimme zu erkennen. Das soll in diesem Spiel deutlich werden.

Im Raum wird aus Tischen, Stühlen u. Ä. ein Parcours aufgebaut. Dann werden einem Kind die Augen verbunden und ein zweites Kind wird ausgewählt, um die Kommandos für den Parcours zu geben. Alle anderen Kinder erhalten die Aufgabe möglichst viel Lärm zu machen und falsche Kommandos zu rufen. Die Aufgabe kann noch spannender gestaltet werden, wenn Gegenstände wie eine Mausefalle, Stolpersteine o. Ä. eingebaut werden.

Rätselhaftes

Material: Tuch, Strahler / helles Licht

Im Raum wird ein Tuch aufgehängt und von hinten angestrahlt. Mehrere freiwillige Kinder werden ausgewählt und gehen vor die Tür. Nun kommt immer ein Kind zurück in den Raum und bewegt sich wie ein Gespenst hinter der Leinwand. Wer zuerst den Namen des Kindes errät, erhält einen Punkt.

(T)Extras

Lieder

  • Sei mutig und stark (Mike Müllerbauer)
  • Felsenfest und stark (Daniel Kallauch)
  • Je-Je-Jesus ist größer (Larissa Zimmermeyer)
  • Niemals geh‘ ich ohne dich (Ilka Mix)
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