JuGos kompakt

Zwölf „Halbstunden-Alltags-Jugendgottesdienste“ – bewusst in überschaubarem Zeitrahmen.

Sechs Wochen lang; zweimal die Woche; beispielsweise immer montags und donnerstags…

Aus diesen zwölf Treffpunkten mit euren zukünftigen Mitarbeitenden, wird ein gemeinsamer Weg.

Hier findest du zwölf Ideen für zwölf kompakte JuGos, die denkbar schlicht sind. Vielleicht im Ablauf so (Zeitrahmen 30 min):

  • Ein InstrumentalstĂĽck zum Einstieg (2 min)
  • Ein erstes Gebet (1 min)
  • Ein erstes Lied (4 min)
  • Eine Geschichte nacherzählt und vor Augen gemalt – ein schlichter Kerngedanke (12-15 min)
  • Ein zweites InstrumentalstĂĽck und Zeit, die Geschichte nachklingen zu lassen (3 min)
  • Ein zweites Gebet und Segen (3 min)
  • Ein zweites Lied zum Abschluss (4 min)

Zwölf Ermutigungen für junge Mitarbeitende.

Zwölf Evangelien-Geschichten und die dazugehörigen zwölf Bibelstellen. Zwölf inhaltliche Akzent bilden einen Spannungsbogen, können aber auch frei ergänzt oder ganz anders gefüllt werden.

1. Gott wird einer von uns (Lk. 2, 8-18)
  • Idee: Die Weihnachtsgeschichte; der ewige Gott kommt als kleines Kind auf die Erde. Die ersten, die es erfahren, sind Hirten. FĂĽr sie wird besonders erlebbar, wie nahe uns Gott kommt, denn am Schluss finden die Hirten das Kind in einem Stall! Von Ochs und Esel steht da nichts. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelte es sich um einen Schafsstall. Die Schafhirten finden Gott also an einem Ort, der genauso riecht, wie sie selbst – das ist ihre Welt. Hier mĂĽssen sie sich nicht anders geben, als sie sind. Gott kommt dorthin, wo wir ihm nichts mehr vorspielen mĂĽssen. Gott kommt an Weihnachten in unsere – in deine Welt.
2. Wer Jesus begegnet, begegnet Gott (Mk 1, 14-15)
  • Idee: Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen – Gott ist da. Er hat sich nicht von uns abgewandt, was auch immer wir bisher ĂĽber ihn gedacht haben. Wie auch immer wir bislang mit ihm umgegangen sind. Wie sehr auch immer wir bisher missachtet haben, was ihm wichtig ist. Es ist Zeit umzukehren, die Situation neu zu bewerten, Gott wieder die Rolle zu geben in unserem Leben, die ihm gebĂĽhrt. Weil er so ist, wie er ist.
3. Jesus und unser Lebensboot (Lk 5, 1-11)
  • Idee: Jesus steigt in das Boot des Petrus. Dort im Boot erkennt Petrus, wie sehr er Gott in seinem Leben braucht und wie weit er sich von Gott entfernt hat. Aber auch, wie sehr Gott sich ihm zuwendet. Am Ufer liegt ein zweites Boot (Vers 2). Wem es gehört bleibt in der Geschichte offen. Die „Gefährten“ werden „herbeigewunken“. Ein schönes kleines Bild fĂĽr uns und unser Lebensboot, die wir heute diese alte Geschichte lesen. Zuerst liegt unser Boot noch am Ufer. Aber du und ich… wir werden „herbeigewunken“. Du wirst eingeladen mit deinem Lebensboot in die Geschichte mit einzusteigen. Teil des Segens zu werden, den ein Petrus erlebt, als Jesus in sein Boot steigt und Petrus beginnt, auf das zu hören, was Jesus ihm sagt. Am Schluss sind beide Boote mit Fischen gefĂĽllt. Das des Petrus und das deine.
4. Jesus sieht den Menschen (Mt 9,9)
  • Idee: Zöllner waren verachtet. Wer sie sah, wechselte die StraĂźenseite. Die Leute hatten Zöllner abgeschrieben. Als Jesus an die Zollstation des Matthäus kommt steht da: „Und Jesus sah einen Menschen…“. Keinen Verräter, der gemeinsame Sache macht mit der römischen Besatzungsmacht. Einen Menschen wie dich. Mit seiner Geschichte und dem, was das Leben aus ihm gemacht hat. Mit all seinen Gaben und Grenzen, seinen Ecken und Kanten, seinen groĂźartigen Seiten und seinen geheimen AbgrĂĽnden. Er sieht dich so wie du bist und ruft dich – wie damals den Matthäus – aus deinem alten Leben heraus – und gleichzeitig in ein neues Leben hinein. In ein Leben mit ihm.  
5. Werden wie ein Kind (Mt 18, 1-5; Mk 9, 33-41)
  • Idee: Alle Not kommt aus dem Vergleichen. Die JĂĽnger streiten sich unterwegs, wer von ihnen der Größte ist. Aber das Reich Gottes tickt anders. Vor Gott gelten solche Kategorien nicht. Bei ihm geht es nicht um „besser“ oder „größer“. Bei ihm zählt, wer sich einbringt fĂĽr andere. Wer sich auf die Seite der Schwächsten stellt. Wer dem hilft, von dem man keinen Applaus zu erwarten hat. Und es zählt, wer sich beschenken lässt. Denn den Himmel wirst du dir auch als Mitarbeiterin und als Mitarbeiter nicht verdienen. Den bekommst du von Jesus geschenkt, wie ein Kind – oder du hast ihn nicht. 
6. Wie geht beten? (Lk 11, 1-13)
  • Idee: Lehrstunde fĂĽr Mitarbeitende. Wie eigentlich geht Beten? Die JĂĽnger bitten Jesus, es ihnen beizubringen. Und Jesus gibt ihnen eine Hilfestellung. Das VaterUnser. Wenn ihr betet und nicht wisst, wie ihr es machen sollt, dann leiht euch diese Worte: „Vater Unser im Himmel…“ – probiere es aus.
7. Wer ist Jesus fĂĽr dich (Mk 8, 27-30)
  • Idee: Was sagen die Leute ĂĽber Jesus? Und was sagst du? Petrus gibt keine schnelle, laute Antwort. Sie kommt ihm vermutlich eher ungewohnt leise und langsam ĂĽber die Lippen: „Du bist der, auf den mein Volk seit Jahrhunderten wartet. Der menschgewordene Gott. Der, der gekommen ist, um die SĂĽnde aus der Welt zu tragen. Der Christus… der bist du.“ Das war die Antwort von Petrus. Damals. Aber wer eigentlich ist Jesus fĂĽr dich? Heute? Nimm dir ein paar Augenblicke, um es ihm zu sagen… so wie du es kannst.
8. Vom geretteten Schaf (Lk 15, 1-7)
  • Idee: Welcher Schafhirte wĂĽrde wohl die 99 zurĂĽcklassen, um das eine, das sich verlaufen hat, zu finden? Die Antwort fĂĽr die Menschen, die damals um Jesus herumstanden und sich im Schafe-HĂĽten auskannte, war glasklar: Keiner! Nicht einer wĂĽrde 99 riskieren, um ein Schaf zu finden, das sich verlaufen hat. Aber genau das tut Gott. Er geht dem einen nach – bis er es findet. Auch wenn es ihn alles kostet und ihm die Dornen – in denen sich das Schaf verstrickt hat – an Karfreitag zur Dornenkrone werden.
9. Eine Ewigkeitsperspektive (Lk 23, 32-43)
  • Idee: Das kurze Gespräch mit dem Mann, der neben Jesus gekreuzigt wird, weitet den Blick. „Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein!“ sagt Jesus. Es gibt ein Leben nach dem Tod. Und wer sich zu dem hält, der Karfreitag am Kreuz gestorben und an Ostern auferstanden ist, der wird erleben: Wir haben eine Ewigkeitsperspektive – selbst in aussichtslosester Situation. Das Leben auf dieser Welt ist nur Teil 1 deiner Geschichte. Teil 2 findet in der Ewigkeit Gottes statt.
10. Begegnung mit dem Auferstandenen (Joh 21, 1-14)
  • Idee: Es ist dunkel. Ă„uĂźerlich und innerlich. Aber während die JĂĽnger noch im Dunklen herumfischen und nicht wissen, wie es weitergehen soll, steht Jesus längst am Ufer. In welche Nächte dich das Leben auch fĂĽhren mag, in welche Ratlosigkeit du auch gerätst, an welcher KĂĽste du auch stranden wirst… Jesus steht schon am Ufer und erwartet dich. Und er hat alles vorbereitet. Wohin du auch kommst… du kommst immer in von ihm vorbereitete Verhältnisse.
11. Die Beauftragten (Mt 28, 16-20)
  • Idee: Jesus schickt seine Leute los, damit sie den Menschen von ihm erzählen. Und er schickt sie alle. Auch die, die zweifeln (Vers 17). Er beauftragt sie nicht, weil sie so toll wären und makellos und so unfassbar begabt. Er schickt sie los, obwohl er weiĂź, dass sie nicht perfekt sind. Jesus vertraut uns seine Aufgabe nicht an, weil er ĂĽberzeugt davon wäre, dass wir es immer im Griff hätten. Nein… er schickt uns los, weil er es im Griff hat. Weil „mir gegeben ist alle Macht im Himmel und auf Erden, darum…“ sagt Jesus. Vertrau ihm! Pack mit an! Und geh los!
12. Die Ăśberraschung unterwegs (Apg. 9, 1-19)
  • Idee: Der, der völlig ĂĽberzeugt davon war, dass Jesus garantiert nicht auferstanden ist, erlebt unterwegs eine RiesenĂĽberraschung. Der auferstandene Jesus spricht plötzlich so ins Leben von Saulus hinein, dass der schlagartig versteht: Jesus lebt tatsächlich! Das wird zur Lebenswende fĂĽr Saulus. Aus Saulus wird Paulus – aus dem, der die Christen verfolgt hat, wird einer, der nicht mehr anders kann, als von Jesus zu reden. Das geschieht bis heute. Der auferstandene spricht ins Leben eines einzelnen Menschen hinein und dieser eine Mensch kann plötzlich glauben. Und die, die Jesus losgeschickt hat, um von ihm zu erzählen… die kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, was Jesus durch sie hindurch bewirkt. Bist du bereit: Dann lass uns staunen gehen! Weil Jesus auferstanden ist und lebt!

EJW April 2021 / Dieter Braun, Tobi Wörner