Passionsgeschichte im Johannesevangelium

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 1/2021. Es geht um Jesu Leidensgeschichte im Johannesevangelium. In insgesamt 4 Lektionen erleben wir den Weg Jesu an’s Kreuz mit:

Lektion 10 Johannes 13,1-20 Was habe ich getan?

Lektion 11 Johannes 18,1-11 Wen sucht ihr?

Lektion 12 Johannes 18,28-40 Jesus, König der Juden?

Lektion 13 Johannes 19,16b-24 Warum?

Außerdem enthalten: Ein Familiengottesdienst zur Passionszeit.

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Gottes Liebe ist so stark, dass selbst der Tod ihr nichts anhaben kann.

Nichts, was ich erlebe, kann mich von dieser Liebe trennen.

Checker

Wenn Gottes Liebe so stark ist, dass sie selbst über den Tod siegt, dann kann diese Liebe auch in meinem Leben etwas verändern. Ich möchte mich von Gottes Liebe verändern lassen.

Der Text an sich

Johannes berichtet hier von der Kreuzigung Jesu.

Pilatus hat Jesus verurteilt und ihn den Soldaten übergeben, um das Todesurteil zu vollstrecken. Die Kreuzigung selbst wird dann erstaunlich nüchtern beschrieben. Dafür legt Johannes Wert auf zwei Dinge.

Zum einen auf den kleinen Streit zwischen Pilatus und den Hohepriestern, die sich ärgern, dass auf dem Schild am Kreuz „König der Juden“ steht. Weil er das ja nur behauptet habe, aber doch gar nicht sei. Aber Pilatus lässt sich nicht beirren und so hilft der römische Statthalter Pontius Pilatus dabei, dass jeder, der an Jesu Kreuz vorbeiging, lesen konnte, was hier wirklich los war. Hier hatte man nicht irgendwen gekreuzigt, sondern den „König der Juden“, den wahren und echten König. Wir können aus heutiger Sicht sagen: Den König der ganzen Welt.

Zum anderen legt Johannes besonderen Wert darauf, dass Dinge, die in diesem bedeutsamen Moment der Weltgeschichte passieren, schon im Alten Testament prophezeit wurden, und sich hier in Jesus erfüllen. Das bestätigt noch einmal ganz deutlich: Dieser Jesus ist wirklich der Messias. Der, auf den wir so lange gewartet haben. Der, der Gottes Liebe wie kein anderer verkörpert und uns Erlösung bringt.

Für Johannes ist die Kreuzigung – trotz allem Traurigen und Schlimmen – ein klares Zeichen: Gott siegt hier über alle dunklen Mächte. Seine Liebe ist stärker. Als alles. Immer. Die ganze Geschichte hat auf diesen Moment hingearbeitet. Hier am Kreuz verändert sich der Lauf der Welt.

Der Text für mich

Eigentlich ist das ja unvorstellbar, was berichtet wird. Wir haben zum Glück in unserer Gesellschaft keine öffentlichen Darstellungen von Gewalt und Tod, die einer Kreuzigung auch nur annähernd ähnlich wären. Wie abgebrüht können Menschen sein, einen anderen Menschen buchstäblich festzunageln und sich dann unter diesen sterbenden Menschen zu setzen, um seine Kleidung aufzuteilen? Das verschlägt mir echt die Sprache.

Das macht für mich so krass deutlich, wie nötig wir Menschen Gottes Liebe haben. Und Erlösung von dem, was uns sonst so umtreibt und uns zerstörerische Dinge tun lässt.

Gleichzeitig ist es für mich im wahrsten Sinne des Wortes unfassbar, was Jesus auf sich nimmt, damit die Liebe Gottes auch mein Leben bestimmen kann.

Das erfüllt mich mit tiefster Dankbarkeit.

Der Text für dich

Starter

Die allermeisten Kinder werden mit dem Tod nicht viel anzufangen wissen. Die Anknüpfungspunkte zum Verstehen, was hier passiert, sind für die Jungscharler also gering – obwohl das, wenn wir ehrlich sind, auch für Erwachsene gelten dürfte.

Auf der anderen Seite lieben Kinder “große Auftritte” und Kraft und Experimente, die auf etwas Großes, Wichtiges, vielleicht Geheimnisvolles, Spannendes hinweisen. Deswegen werden sie Jesu Tod und seinen Sieg darüber überaus spannend finden. Genau hier gilt es aber auch vorsichtig zu agieren. Ich halte es nicht für sinnvoll, in der Jungscharstunde zu viel Gewicht auf die schweren, Angst einflößenden Geschehnisse des Textes zu legen, die eben eher Angst als Freude hervorrufen könnten. Deswegen macht es Sinn, einen Zugang zum Text zu wählen, der spielerisch daherkommt, so die Schwere der Erzählung nimmt und auch einen Ausblick auf Ostern zu geben.

Checker

Christlich sozialisierte Kinder werden die Geschichte rund um Kreuzestod und Auferstehung Jesu schon kennen und lassen sich wahrscheinlich nicht mehr so sehr von der Schwere und Traurigkeit der Geschehnisse beeindrucken. Auch für sie braucht es einen Zugang zum Text, der den Schwerpunkt auf etwas Anderes legt. Sicher sind Kinder für Stärke und Gewinnen empfänglich und halten dies für erstrebenswert. Dass es nicht Gottes Armee o. Ä. ist, die hier den Tod besiegt, sondern seine Liebe, kann ihnen noch einmal neu die Bedeutung von Karfreitag aufschließen und gibt einen konkreten Anknüpfungspunkt für ihr Leben.

Der Text erlebt

Material

Verschiedenes Material, je nachdem, welche der Experimente vor oder mit den Kindern durchgeführt werden sollen.

Hinführung

Die Verkündigung wird wie eine Wissensshow (“Wissen macht Ah” o. ä.) gestaltet. Hier wird das Thema “Kraft, die Unvorstellbares schafft” aufgegriffen, vertieft und dann in Bezug zum Text gesetzt.

Ein Mitarbeiter verkleidet sich als Wissenschaftler (weißer Kittel, evtl. Bauhelm, große Brille etc.) und moderiert die Show.

Nach einer kurzen und motivierenden Anmoderation (schaut euch bei Youtube einmal ein paar Clips aus solchen Wissenssendungen an, dann habt ihr den passenden “Stil” schnell drauf) nimmt er die Kinder mit in einige Versuche.

Verkündigung

Hier ist eine Auswahl von möglichen Versuchen. Schaut einfach einmal rein, was für euch und eure Jungschar am besten passt und macht zwei, drei dieser Versuche. Schön ist, wenn die Kinder wenigstens einen davon nachmachen können.

(1) Cola-Mentos-Fontäne: Ein Versuch für draußen. Eine Flasche Cola light wird mit 5 Mentosbonbons versetzt und eine große Colafontäne entwickelt sich. Sehr eindrucksvoll und lustig – wenn man weit genug weg steht. (Weitere Infos dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Cola-Mentos-Font%C3%A4ne).

(2) Teebeutel-Rakete: https://www.youtube.com/watch?v=g7PtZfoORQc

(3) Streichholz-Rakete: https://www.youtube.com/watch?v=OQ616I3QvhA

(4) Brause-Vulkan: https://www.youtube.com/watch?v=JggMdgJE1Mo

(5) Mit dem Strohhalm durch die Kartoffel: Lasst die Kids versuchen einen Strohhalm möglichst weit in eine rohe Kartoffel zu stoßen. Mit genug Kraft geht er ein klein wenig rein, bricht aber ab. Wer den Strohhalm oben zuhält, kann den Strohhalm weit in die Kartoffel stoßen, ohne dass der Strohhalm kaputt geht (Stabilisation durch Luft in der Röhre). Ganz Starke können die Kartoffel sogar durchstoßen.

(6) Starker Verschluss: Ein Stück Mullbinde mit einem Gummi über der Flaschenöffnung befestigen. Die Glasflasche mit Wasser befüllen. Geht durch die Binde einwandfrei. Drehe die Flasche nun um und drücke dabei deine Hand auf die Öffnung. Wenn du nun loslässt, müsste das Wasser herausfließen. Tut es aber nicht. Du kannst sogar kleine Holzspieße durch die Mullbinde in die Flasche schieben, das Wasser bleibt trotzdem drin.

(7) Flaschenbrecher: Fülle eine Glasflasche mit Wasser. Wenn du die Flasche gut festhältst und mit viel Kraft von oben auf die Flaschenöffnung schlägst, bricht der Flaschenboden. Das sollten nur Mitarbeiter machen – und es vorher einmal ausprobieren.

(8) Wasserfeuerwerk: Binde ca. 10 Wunderkerzen mit Klebeband und Draht gut zusammen. Zünde sie an und tauche die brennenden Wunderkerzen dann mit der brennenden Seite in ein Wasserglas. Du kannst sie bis auf den Boden sinken lassen – sie brennen auch unter Wasser weiter. Achtung – nur für Mitarbeiter. Auf eine feuerfeste Unterlage achten!

(9) Fülle eine Karaffe o. ä. mit etwas Essig und gib Backpulver dazu. Halte dann für eine Minute die Hand auf die Öffnung. Innen bildet sich Kohlendioxid. Wenn du die Karaffe nun öffnest und schräg über brennende Kerzen hältst, entweicht das Kohlendioxid und die Kerzen gehen aus.

Wichtig ist es, bei der Moderation zur Show und den Versuchen immer wieder über die Kraft, die aufgewendet wird, zu sprechen, und was sie Unvorstellbares hervorruft, um den inhaltlichen Anschluss an den Bibeltext zu bekommen.

Der Übergang zur biblischen Geschichte wird nun wie ein Experiment anmoderiert:

Nun kommen wir zu einem weiteren spektakulären Experiment, das uns zeigen will, welch unvorstellbare Reaktionen eine große Kraft hervorrufen kann. Sie haben heute hier ja schon einiges gesehen, meine Damen und Herren, aber jetzt wird‘s richtig unvorstellbar krass.

Gott selbst hat hier experimentiert. Er wollte allen Menschen zeigen: Meine Kraft ist stärker, als ihr es euch vorstellen könnt. Meine Kraft ist stärker als alles, was trennt – sogar stärker als der Tod! Unvorstellbar, oder?! Aber Gott meint das vollkommen ernst. Und recht hat er auch noch.

Deswegen zeigt er uns Menschen ein riesiges Experiment. Er schickt seinen Sohn Jesus auf die Erde und lässt zu, dass die Menschen Jesus am Ende an ein Kreuz nageln und ihn dort hängen lassen. Sterben lassen. Und Jesus stirbt wirklich. …

Moment – aber so war das doch nicht geplant, oder? Wollte Gott nicht zeigen, dass selbst der Tod seiner Liebe nichts anhaben kann? Dass Gottes Liebe stärker ist als alles?

Grade als es so aussieht, als wäre der Tod stärker als alles, sogar stärker als Gott – da passiert das Unvorstellbare. Gott zeigt seine Kraft. Aus Karfreitag, dem Todestag Jesu, wird Ostern. Und Jesus lebt. Er hat den Tod besiegt.

Unvorstellbar und ganz schön beeindruckend, oder? So beeindruckend, dass wir bis heute das Kreuz als Zeichen dafür in unseren Räumen stehen haben, dass unser Gott und seine Liebe stärker sind als alles. Egal was.Mit diesem Gott dürfen wir unterwegs sein. Das ist das Beste, was uns passieren kann.

Die andere Idee

Gemeinsam mit den Kindern wird ein selbstgestalteter Kreuzweg abgegangen. An verschiedenen Stationen werden chronologisch Teile der Passionsgeschichte aus dem Johannesevangelium vorgelesen. Die Kinder bekommen jeweils die Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle zum Gehörten zu äußern.

Auf dem Weg sammeln die Kinder schöne Steine, interessante Gegenstände, Blumen etc. An der Karfreitagsaktion angekommen, wird auf dem Boden ein Kreuz mit den mitgebrachten Gegenständen gelegt.

Der Text gelebt

Wiederholung/Gespräch

Startet in die Runde mit einem Austausch über die verschiedenen Experimente. Was für unvorstellbare Sachen dabei als Reaktionen herausgekommen sind. Lenkt das Gespräch irgendwann auf Gottes “Experiment” und lasst die Kinder ihre Eindrücke dazu schildern.

Ergänzt die Beiträge der Kinder passend mit folgenden Informationen (siehe auch Erklärung zum Text):

  • Jesus stirbt, seine Auferstehung steht noch aus. Es scheint, als ob der Tod Jesu Lebenswerk kassiert und Gottes Reich am Kreuz scheitert – aber wir wissen: Ostern kommt. Der Tod ist damit schon am Kreuz am Ende. Gott ist der Schöpfer, Erhalter und Beschützer des Lebens – der Tod kann dem nichts anhaben.
  • Unvorstellbar, wie Gott hier handelt: Selbst in dieser dunklen Stunde des Todes am Kreuz zeigt er: Ich bin bei euch. Ganz nah. Ihr braucht keine Angst zu haben. Hoffnung ist angezeigt. Denn ich schenke euch Leben, das selbst der Tod nicht nehmen kann.
  • Das bedeutet, dass Gottes Experiment noch krasser ist, als alle anderen, die wir gesehen haben. Gott hat nicht nur gezeigt, dass seine Kraft, unvorstellbare Reaktionen hervorruft. Sondern er schafft durch seine Kraft auch noch etwas Neues, Tolles. Er zeigt den Menschen: Ich bin bei euch. Ihr braucht keine Angst zu haben. Vor nichts. Noch nicht mal vor dem Tod.

Merkvers

Die Botschaft vom Kreuz
erscheint denen,
die verloren gehen,
als eine Dummheit.
Aber wir, die gerettet werden,
erfahren sie als Kraft Gottes. (1. Korinther 1, 18 BasisBibel)

Der Vers besteht aus drei Teilen.

„Die Botschaft von Kreuz“ – das ist die Grundlage, darum geht es. Das sprechen alle gemeinsam.

„erscheint denen, die verloren gehen, als eine Dummheit“ – spricht die eine Hälfte der Kinder

„Aber wir, die wir gerettet werden, erfahren sie als Kraft Gottes“ – spricht die andere Hälfte der Kinder.

Beim mehrmaligen Wiederholen des Verses wechseln sich die beiden Gruppen mit den Versteilen ab.

Gebet

Lieber Herr, das ist gar nicht zu begreifen, wie stark du bist. Wie viel Kraft deine Liebe zu uns, zu mir hat. Du kommst als Jesus zu uns auf die Welt und weißt, dass du am Ende sterben wirst. Aber du kommst trotzdem, weil du uns so liebst. Weil du möchtest, dass wir diese Liebe spüren und unser Leben mit dir gemeinsam leben wollen.
Wie stark deine Liebe ist, zeigst du an Karfreitag und Ostern. Du stirbst für uns, besiegst den Tod und lebst wieder.
Wer mit dir unterwegs ist, der kann sicher sein: Nichts, was ich erlebe, ist stärker als mein Gott. Nichts, aber auch wirklich gar nichts kann etwas daran ändern, das du Herr mich liebst.
Danke dafür.
Amen.

Kreatives

Stellt aus Eierkartons Pappmaché her. Dazu die Eierkartons kleinreißen und so lange in Wasser kneten und stampfen, bis ein Brei entsteht. (Das ist der KRAFTaufwand).

Diesen Pappbrei im Verhältnis 50:50 mit Erde mischen und ausrollen. Stecht mit Plätzchenformen Sterne, Blumen o. ä. damit aus und drückt jeweils ein paar Blumensamen in das Pappmachéplätzchen. (“UNVORSTELLBARE” Reaktion).

Jetzt wird das Ganze getrocknet. Stellt den Kids in Aussicht, dass sie die Samenplätzchen in der kommenden Woche mitnehmen können. Wenn sie sie zu Hause einpflanzen, werden da wirklich Pflanzen draus. (Etwas NEUES, TOLLES entsteht).

Begleitet eure Erklärungen der Arbeitsschritte mit den Assoziationen und Anklängen zur gehörten biblisch-göttlichen Experimentgeschichte.

Vielleicht pflanzt ihr selbst mit den Kids in der kommenden Jungscharstunde ein paar der Samenplätzchen ein und seht zu, wie aus dem Kraftaufwand Neues wächst.

Spielerisches

Montagsmaler oder Pantomime zu Begriffen aus der Passionsgeschichte (die in den letzten Wochen/Einheiten Thema war).

Rätselhaftes

Siehe Arbeitsblatt zum Ausdrucken

(T)Extras

Lieder

  • Wir glauben an Gott, den Vater
  • Gottes große Liebe
  • So bin ich Jesus ohne dich
  • Unserm Gott ist alles möglich

Kreatives/Aktionen

Holzkreuze binden

Die Kinder suchen nach geeigneten (kurzen) Stöcken in der Umgebung und binden mit Paketband o.ä. ein Holzkreuz, dass sie mit nach Hause nehmen und dort aufstellen können.
Gemeinsam mit einer Kerze (im Glas) neben dem Kreuz kann es viele Familien an Karfreitag, Jesu Tod und Gottes unglaublich große Kraft der Liebe erinnern.

Kreuz gestalten

Ein großes Kreuz aus Pappe oder Holz wird von den Kindern gestaltet. Dazu malen die Kinder Szenen der Passionsgeschichte auf das Kreuz. Das Geschichtenkreuz kann dann den Gruppenraum zieren oder (lackiert) vor dem Gemeindehaus angebracht werden, um so öffentlich auf Karfreitag hinzuweisen.

Diese Themenreihe enthält Gruppenstundenentwürfe für Jungscharen zur 2.Missionsreise von Paulus. Dabei werden Ereignisse bearbeitet, die in den Städten Philippi, Thessalonich, Athen und Korinth stattgefunden haben.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes. Außerdem enthält die Themenreihe einen passenden Entwurf für einen Familiengottesdienst.

Apostelgeschichte 16,1-10

Das Ziel

Starter

Wer mit Jesus lebt, lernt, mit dem Herzen zu hören. Das Gehörte gilt es dann auch in die Tat umzusetzen.

Checker

Gottes Stimme verstehen zu lernen, ist eine lebenslange Herausforderung. Aber das Gehörte soll auch in die Tat umgesetzt werden.

Der Text an sich

Die Orte

Dieser Text ist ein Reisebericht, der durch viele Städte und Regionen im damaligen Kleinasien führt. Heute heißt dieses Gebiet Türkei.

Diese zweite Missionsreise startet von Antiochia im heutigen Syrien. Von dort reist Paulus gemeinsam mit Silas zunächst nach Zilizien. Das ist ein Gebiet am Südrand der heutigen Türkei, östlich von Antalya. Dann ziehen sie weiter ins Landesinnere. Derbe und Lystra sind Dörfer im Gebiet Prhrygien, im Großraum der heutigen türkischen Stadt Konya, das damals Ikonien hieß. Markant ist dort der große Salzsee Tuz Gölü. Galatien ist eine Region nördlich davon.

Die Provinz Asia ist der nordwestliche, aber noch asiatische Teil der heutigen Türkei rund um die heutige Stadt Istanbul. Bithynien ist ein Teilbereich dieser Provinz.

Mysien ist eine Region ganz im Westen der Türkei, am Mittelmeer gelegen. Troas ist eine Hafenstadt dort.

Die Personen

Paulus ist mit Silas unterwegs. Der ist einer der „angesehenen Männer unter den Brüdern“ (Apg. 15,22), die von der Apostelversammlung entsandt wurden, um den Christen die Beschlüsse des Konzils mitzuteilen (Apg. 15)

Fast nebenbei taucht hier Timotheus auf. Paulus sieht in ihm ein großes Potenzial für die Missionsarbeit. Um allen Vorbehalten entgegenzuwirken, wird Timotheus sogar beschnitten. Dadurch wurde er offiziell zum Juden. So haben auch die keinen Anlass, ihn als Sohn eines Heiden zu verachten. Timotheus war von da an ein treuer Mitarbeiter. Paulus schätzte ihn sehr (Phil 2,19-22) und betraute ihn mit verantwortungsvollen Aufgaben. Paulus schrieb später zwei Briefe an ihn, die wir in der Bibel nachlesen können.

Paulus und seine Mitarbeiter ließen sich auf ihren Reisen vom Heiligen Geist leiten.

Der Heilige Geist ist „die wirkmächtige Gegenwart Gottes im Leben der Menschen“. (Wikipedia 16.05.2020)

Sie selbst hatten ihre Pläne, aber der oberste Maßstab war die Leitung durch den Heiligen Geist. Und dieser wollte die Botschaft von Jesus unbedingt nach Europa bringen. Deswegen verwehrte er Paulus den längeren Aufenthalt in Kleinasien.

Paulus hatte nachts eine Erscheinung, eine Vision.

„Als Vision (von lateinisch visio „Erscheinung, Anblick“) wird ein subjektives bildhaftes Erleben von etwas sinnlich nicht Wahrnehmbarem bezeichnet, das aber dem Erlebenden – dem Visionär – als real erscheint und im religiösen Sinne von ihm auf die Einwirkung einer jenseitigen Macht zurückgeführt wird.“ (Wikipedia, 16.05.2020)

Nach diesem klaren Ruf zögert Paulus nicht lange. Er setzt es sogleich, sofort in die Tat um.

Der Text für mich

Wer sich ganz auf Jesus und die Führung durch den Heiligen Geist einlässt, versteht seine Weisungen auf unterschiedliche Art. Zum Teil werde ich durch das Lesen in der Bibel gelenkt. Manchmal kommen mir Gedanken, die ich klar als Gottes Weisung identifiziere kann. In den Versen 6 und 7 weiß Paulus genau, was er nicht tun soll. Dann hat er eine Erscheinung, in der er einen Mann aus Mazedonien sieht, der ihn ruft. Jetzt weiß er sofort, dass das jetzt der Weg ist, den er gehen soll, den Gott für ihn vorgesehen hat. Dieses klare Erkennen des Willens Gottes und ggf. die Unterscheidung von meinen eigenen Plänen ist für mich die größte Herausforderung meines Lebens. Um dies zu lernen, muss man eng mit Gott in Verbindung sein. Oft wünsche ich mir eine solch klare Erscheinung, die keinen Zweifel lässt an der Richtigkeit der Entscheidung. Deswegen bete ich zu Gott, dass er mir in wichtigen Fragen und Entscheidungen ganz klare Antworten geben möge.

Der Text für dich

Starter

Du fragst dich vielleicht, woher Paulus gewusst hat, welche Reiseroute er einschlagen soll. Einerseits reist er durch viele Regionen der heutigen Türkei, besucht viele Städte und Dörfer, und andererseits weiß er, dass er in bestimmte Gegenden nicht gehen soll. Er hat auf die Stimme des Heiligen Geistes gehört. Es erfordert eine große Nähe zu Gott, eine enge Beziehung zu ihm, dass wir seine Regieanweisungen für unser Leben verstehen.

Dann hat Paulus eine Erscheinung. Jetzt hörte Paulus nicht nur mit den Ohren des Herzens, sondern er sah und hörte er diesen Mann klar und deutlich. Diese Wegweisung war nun so eindeutig, dass es keinen Zweifel gab darüber, was zu tun war. Du darfst Gott auch um klare Weisungen bitten, wenn du vor wichtigen Entscheidungen stehst.

Checker

Oft wünschst du dir eine ganz eindeutige Antwort darauf, wie du dich entscheiden sollst. Z.B. in welche weiterführende Schule du gehen sollst. Oder du möchtest gerne Aufträge von Gott bekommen, wo du dich für ihn einsetzen kannst. Dafür kannst du intensiv die Nähe Gottes suchen. Dann wirst du immer besser merken, wie Gott dich durch den Heilige Geist leitet.

Die Botschaft Jesu nach Europa zu bringen war so wichtig, dass Gott keinen Zweifel, keine unterschiedlichen Meinungen riskieren wollte. Deshalb sprach Gott nicht nur innerlich, sozusagen mit den Ohren des Herzens hörbar zu Paulus, sondern er zeigte ihm diesen Mann aus Mazedonien, den er klar vor Augen hatte. Paulus kannte Gott so gut, dass er genau wusste, dass diese Erscheinung kein Wunschtraum von ihm selbst war, sondern von Gott kam, um ihm den Weg zu zeigen.

Wenn du etwas gehört hast, ist es an dir, das auch umzusetzen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Einen Weg finden

Im Raum werden sehr viele Stühle kreuz und quer verteilt, so dass es nur schmale Durchgänge gibt. Ein Kind geht vor die Tür und bekommt draußen die Augen verbunden. Die Gruppe verabredet nun, wer der „Scout“ sein wird. Nun kommt der Jungscharler wieder herein und bekommt den Auftrag, ein Ziel auf der anderen Seite des Raumes anzugehen. Er soll einfach gut zuhören. Einer werde ihm den Weg sagen. Zunächst redet auch nur der „Scout“ und lenkt ihn ohne schmerzhafte Zwischenfälle durch die ersten Meter. Dann jedoch beginnen auch die anderen Kinder, Anweisungen zu geben, die natürlich nicht immer gut und richtig sind. Der suchende Jungscharler muss also gut zuhören, um die Stimme des richtigen „Scouts“ herauszuhören.

Idee 2: Sekretär

Alle finden sich zu Paaren zusammen. Jeweils einer der zwei bekommt einen Text, der andere bekommt Papier, eine Schreibunterlage und einen Stift. Jedes Paar braucht einen etwa gleich langen, aber anderen Text. Das kann ein willkürlicher Text aus einer Zeitung sein o.ä.

Alle stellen sich einzeln weit voneinander entfernt im Raum oder auf einer Wiese verteilt auf. Alle beginnen gleichzeitig, ihre Texte ihrem Partner zu diktieren, der alles aufschreiben soll. Es ist nicht leicht, die Stimme seines Partners aus dem Stimmengewirr heraus zu hören.

Verkündigung

Silas erzählt

Alle ziehen die selbst hergestellte Kleidung an: Die Ledersandalen, das Tuch mit dem Kopfring. (siehe Kreatives) Ein Mitarbeiter stellt sich als Silas vor. Pantomimisch schichtet er ein Lagerfeuer auf und entzündet es. Genüsslich setzt er sich im Schneidersitz ans Feuer, hält seine Hände in die Flammen. So bleibt er eine Weile schweigend sitzen. Dann erzählt er:

Das war ein langer, aber ein aufregender Tag! Endlich sitzen. Meine Füße qualmen schon vom vielen Gehen. Oh, (er wendet sich an die Jungscharler) da sind ja noch mehr Leute unterwegs. Kommt doch zu mir ans Feuer. Da ist es schön warm. Abends wird es doch ganz schön kühl. (alle setzen sich ums „Lagerfeuer“ und wärmen sich die Hände.)

Woher kommt ihr denn? (Die Jungscharler sagen es.)

Eigentlich komme ich aus Antiochia. Das ist in Syrien. Das liegt ungefähr hier. (Er beschreibt während der folgenden Erzählung grob die geographische Lage von Syrien – der Türkei, damals genannt Kleinasien.). Aber seither habe ich viele Städte besucht. Die haben lustige Namen: Derbe, Lystra, Ikonien. Die Landschaften heißen Phrygien, Galatien und Mysien. Ach, ihr kennt das einfach unter dem Namen Türkei.  Ich bin aber nicht alleine unterwegs. Nur jetzt bereite ich schon mal unser Nachtlager vor. Paulus und Timotheus werden auch gleich kommen. Wir sind schon sehr lange unterwegs. Paulus war schon einmal in dieser Gegend unterwegs. Er war damals in genau den Städten, in denen wir jetzt auch wieder waren. Damals hat er den Menschen dort zum allerersten Mal die Botschaft von Jesus erzählt. Viele haben sofort daran geglaubt und sind Christen geworden. Sie haben sich zu Gemeinden zusammengetan. Diese Gemeinden haben wir jetzt wieder besucht. Ich bin zum ersten Mal dabei. Ich sag euch, das ist spannend, was man da so erlebt. Ich staune immer wieder über Paulus. Er ist so intensiv mit Jesus verbunden, er redet so oft mit Jesus, dass man meint, der würde neben Paulus hergehen. Und deshalb weiß Paulus oft, was Jesus möchte. Als wir z.B. in der Stadt Lystra den jungen Timotheus getroffen haben, wusste Paulus sofort, dass Jesus für ihn eine besondere Aufgabe hat, dass der unbedingt mit uns kommen sollte. Er wusste, dass Timotheus genau die richtigen Voraussetzungen mitbrachte, die man braucht, um große Aufgaben für Jesus zu übernehmen.

Und weil Paulus so eng mit Jesus lebt, merkte er in letzter Zeit deutlich, dass wir irgendwie in der falschen Richtung unterwegs waren. Deswegen reisten wir mal dahin, mal dorthin. Wenn wir morgens in eine Richtung loszogen, kam immer etwas dazwischen, dass wir unser anvisiertes Ziel nicht erreichen konnten. Keine Ahnung, wie ich es beschreiben soll. Wir merkten alle, dass irgendetwas nicht richtig war. Paulus hat gesagt, dass uns der Heilige Geist davon abhält, in die Nähe vom Schwarzen Meer zu reisen. So ging das ganz lange. Bis gestern Morgen.

Als ich wach wurde, hab ich dem Paulus sofort angesehen, dass jetzt etwas anders war als an den anderen Tagen. Er war voller Energie. Er hat gesagt, dass er in der Nacht eine Erscheinung hatte. Da hat er ganz deutlich einen Mann aus Griechenland gesehen, der gerufen hat: „Komm herüber und hilf uns!“ Paulus war sich total sicher, dass das ein Hilferuf und zugleich ein Auftrag von Jesus war. Paulus hat uns sofort aufgescheucht. Wir sind sofort zum nächsten Hafen in Troas gegangen und haben das nächste Schiff bestiegen, das über das Mittelmeer von der Türkei zuerst auf die Insel Samothrake gefahren ist. Dort haben wir übernachtet und sind am nächsten Morgen mit dem Schiff weiter nach Neapolis in Griechenland gefahren. Da sind wir jetzt. Ich bin so gespannt, was uns hier erwarten wird. Jetzt sind wir in Europa. Wow, da war ich noch nie! Es ist voll spannend, was man mit Jesus erlebt, wenn man ganz genau auf ihn hört.

Die andere Idee

Arbeit mit Landkarten

Diese Methode ist gut für kleine Gruppen geeignet.

Zur Umsetzung benötigt man einen Laptop mit Internetzugang, auf dem Landkarten und Bilder der Städte und Landschaften angeschaut werden können. Ist das nicht möglich, kann man auch Landkarten verwenden, zum Beispiel eine Karte der Missionsreisen des Paulus oder einen Atlas.

Die Gruppe schlägt den Text Apostelgeschichte 16,1-10 auf und sucht die dort angegebenen Städte und Regionen, Landschaften zunächst in der antiken Karte und der Karte der Missionsreise. Dann Vergleichen sie diese Orte mit der modernen Karte. Sie werden feststellen, dass diese Gegend weite Gebiete der heutigen islamischen Türkei umschließt.

Der Text gelebt

Wiederholung

Auf Landkarten werden sich die Städte angeschaut. Sie sind Anhaltspunkte für die Wiederholung der Geschichte.

Gespräch

Woher wusste Paulus jeweils, was er tun sollte? Er hat sich ganz bewusst der Führung des Heiligen Geistes anvertraut. Darum dürfen, sollen auch wir bitten. Dann ist es ein lebenslanger Übungsprozess, die Stimme des Heiligen Geistes aus den Stimmen unserer eigenen Wünsche und Gedanken herauszuhören. Das lernen wir, indem wir uns ganz bewusst immer wieder auf Gott ausrichten, seine Nähe suchen, in der Bibel lesen, beten. Um das Gehörte dann in die Tat umzusetzen brauchen wir manchmal Mut. Auch darum können wir Gott und seinen Heiligen Geist bitten.

Merkvers

Psalm 32,8: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.

Paulus und Silas sprachen die damalige Amtssprache Griechisch. In der modernen griechischen Schrift sieht das so aus:

έλω να σας καθοδηγήσω και να σας δείξω τον τρόπο να πάτε. Θέλω να σας καθοδηγήσω με τα μάτια μου.

In der heutigen griechischen Sprache klingt das so:

Thélo na sas kathodigíso kai na sas deíxo ton trópo na páte.

Thélo na sas kathodigíso me ta mátia mou.

Eine Gruppe lernt den Vers auf Deutsch auswendig, die andere auf Griechisch.

Gebet

Zwei Kinder erhalten jeweils einen Psalmvers und lesen ihn laut als Gebet vor:

Psalm 86,11:

HERR, zeige mir den richtigen Weg,

damit ich in Treue zu dir mein Leben führe!

Lass es meine einzige Sorge sein,

dich zu ehren und dir zu gehorchen!

Psalm 143,8:

Frühmorgens sage mir deine Güte zu,

denn ich setze mein Vertrauen auf dich.

Zeig mir den rechten Weg;

auf dich richte ich Herz und Sinn

Kreatives

Sandalen basteln

Paulus war damals meist zu Fuß unterwegs. Damals trug man geschnürte Barfußsandalen. Hier die Anleitung zum Herstellen solcher Sandalen:

Material:

Leder, dicker Filz oder dickes Moosgummi in braun, schwarz oder grau.

Kugelschreiber,

Paketschnur anderes festes Garn, wie man es z.B. für Makramee verwendet,

Lochzange,

Schere

Bastelanleitung:

Stelle dich in Socken auf das Leder und zeichne mit dem Kugelschreiber beide Füße rundum ca. 1 cm größer nach. Dann zeichnest du seitlich am Fuß und vorne an der Fußspitze noch Bögen auf (siehe Skizze). An die Spitze der Bögen stanzt du mit der Lochzange Löcher.

Fädelung:

Durch diese Löcher fädelst du jetzt das Baumwollgarn in der Reihenfolge der Zahlen auf der Skizze, beginnend an der Ferse. Dann ziehst du dieses Garn so weit durch, dass genug Garn übersteht, um eine Schleife zu binden. Jetzt schneidest du das Garn ab und sicherst beide Enden jeweils mit einem Knoten.

Nun kannst du in den Schuh schlüpfen und die Schnur so fest anziehen, dass du gut Halt hast.

Kopfbedeckung basteln

In der Region rund um das Mittelmeer tragen Männer zum Schutz gegen die Sonne eine Ghutra oder auch Khufiya genannt. Dieses quadratische Tuch wird durch einen Kopfring (Agal, Ogal, Iqal oder Ekal genannt) in Position gehalten.

Material:

Dicke, lange Kordel, (Anleitungen zum Selbstdrehen findet man bei Youtube) kaufen)

Herstellung:

Lege aus Kordel einen Ring, der so groß ist, dass er rund um deinen oberen Kopfrand liegt. Knote den Ring zusammen, schneide die Kordel aber nicht ab.

Umwickle nun diesen Ring eng mit der Kordel. Knote das Ende der Kordel fest.  

Spielerisches

Führen und Folgen

Die Jungscharler bilden Paare. Ein Kind bekommt jeweils die Augen verbunden. Nun hat das Paar die Aufgabe, ein festgelegtes Ziel zu erreichen. Ein Ziel könnte sein, einmal rund um das Gemeindehaus zu gehen oder einen Rundgang durch alle Räume des Gemeindehauses zu gehen.

Der Sehende führt, er ist der „Guide“, der Blinde folgt. Dabei gibt es folgende Regeln:

  • Der „Guide“ darf nichts reden, auch nicht flüstern oder andere Geräusche von sich geben.
  • Beide müssen ihre Hände hinter dem Rücken falten und eng am Körper lassen.

Die Paare versuchen, eine sichere Methode der Führung und des Folgens herauszufinden. Sie werden herausfinden, dass die beiden in einer engen Verbindung, Schulter an Schulter gehen müssen. So spürt der Blinde, wohin sein „Guide“ ihn lenken will.

Rätselhaftes

Geheime Botschaft

Per Beamer wird der Text aus Apostelgeschichte 16, 1-10 (GNB) eingeblendet. Der Text sollte so geschrieben sein, dass keine Silbentrennungen am Zeilenende vorkommen.
Alle bekommen einen Zettel, auf dem geheimnisvolle Zahlen stehen. Z.B. 1/1; 6/5; 2/6; 7/6…

Alle müssen nun herausfinden, was dieser Code bedeutet und entsprechend die Botschaft herausfinden.

(Die erste Zahl bedeutet die Textzeile, die zweite das soundsovielte Wort in dieser Zeile.)

(T)Extras

Lieder

Ich bin von neuem geboren

Woher weiß ich, was du willst

Viele Wege gibt es auf dieser Welt 

Spiele

Schnitzeljagd

Ein Mitarbeiter geht los und markiert den Weg durch Pfeile auf dem Weg. An den Weggabelungen malt er jedoch Pfeile, die in alle möglichen Richtungen zeigen. Am richtigen Weg markiert er in höchstens 10 Schritten Entfernung erneut einen Pfeil.

Die Gruppe folgt in einigem zeitlichen Abstand und folgt der Markierung. An den Weggabelungen müssen die Pfadfinder immer erst alle Möglichkeiten abgehen, ausprobieren. Nur am richtigen Weg finden sie in spätestens 10 Schritten Entfernung einen erneuten Pfeil.

Die Gruppe könnte in der hergestellten Kleidung aus „Kreatives“ losziehen.  Am Ziel wird dann die Geschichte erzählt.

„Juhu, wir dürfen uns wieder treffen!“ – doch welche Aktionen können wir überhaupt anbieten? Gruppen treffen sich. Manche Freizeiten werden durchgeführt. Dabei müssen allerdings die aktuellen Hygiene-Vorschriften eingehalten werden. Das fordert uns heraus.

In diesem Themen-Paket findest du Vorschläge für Spiele und Kreativangebote, die gut mit 1,5m – Abstand gespielt werden können. Bitte achte bei der Umsetzung auf die Vorgaben deines Bundeslandes oder deiner Gemeinde und verändere gegebenenfalls die Regeln des Spiels.

Bei manchen Vorschlägen, kann nicht das gesamte Konzept umgesetzt werden. Welche Einheiten das betrifft und was man ändern müsste, kannst du im Folgenden nachlesen:

Spiele:

Kreativangebote:

Alltagsgegenstand neu eingesetzt

Besonderheiten: Spiele können spontan gespelt werden

In vielen Haushalten flattert täglich eine Zeitung ins Haus. Ausgelesen kann man mit diesem Alltagsgegenstand noch wunderbare Spiele machen. Einen Stapel Zeitungen im Gemeinde-hausschrank zu haben, ist unbedingt zu empfehlen. So steht auch einer lustigen spontanen Spielstunde nichts im Weg. Thematisch passen Zeitungsspiele gut zu einer „Hin und weg –
Freizeit”, da die Hauptfiguren der Rahmengeschichte bei einer Zeitung arbeiten.

Hinweis vorab

Für die meisten Spiele ist es am besten, wenn jede Gruppe dieselbe Ausgabe der Zeitung bekommt.

Zeitungsspiele

Zeitung ordnen

Im Vorfeld wird für jede Gruppe die gleiche Zeitungsausgabe auseinandergenommen und in einer anderen Reihenfolge zusammengelegt. Die Gruppen erhalten nun je eine Zeitung und müssen diese wieder in die richtige Reihenfolge bringen. Welche Gruppe ist am schnellsten?

Die Mumie

Ein Kind wird von den anderen Gruppenmitgliedern komplett in Zeitungspapier eingewickelt. Festgemacht werden die Seiten mit Paketschnur oder Klebeband. Dabei beachten: Mund und Nase nicht bekleben, damit das Kind weiter atmen kann! Ist die „Mumie” fertig eingepackt, wird sie vorsichtig eine bestimmte Strecke getragen. Dort angekommen wird bewertet, welche Mumie noch am besten erhalten ist.

Wer weiß es?

Für dieses Spiel benötigt jede Gruppe dieselbe Ausgabe der Zeitung. Nun werden Fragen gestellt. Die Kinder suchen die Antwort schnellstmöglich in der Zeitung, z. B. „Von wem wurde der Artikel … geschrieben?”, „Wie viele Geburts- oder Todesanzeigen sind in dieser Ausgabe?”, „Auf welcher Seite steht Artikel …?”, „Wie viele Wörter gibt es im Artikel …?”, usw. Die Frageliste lässt sich beliebig erweitern. Die Gruppe, die die Lösung am schnellsten gefunden hat, erhält einen Punkt. Welche Gruppe hat am Ende die meisten Punkte?

Wettflug

Jede Gruppe soll aus einer Seite einen Papierflieger basteln und anschließend fliegen lassen. Der Flieger, der am weitesten fliegt, gewinnt diese Runde.

Variante: Dieses Spiel lässt sich auch mit Schiffen spielen. Dazu muss ein Schiff gefaltet werden. Danach lassen alle das Schiff in einer Schüssel schwimmen. Das Schiff, das am längsten
schwimmt, gewinnt.

Wer ist schneller?

Der Spielleiter nennt eine Schlagzeile, z. B. „Komm zur Jungschar, das macht Spaß!”. Jede Gruppe schneidet nun so schnell wie möglich die Wörter aus der Zeitung und klebt sie auf ein separates Blatt Papier. Sind die Wörter nicht in der Zeitung vorhanden, können sie auch aus einzelnen Buchstaben zusammengeklebt werden. Welche Gruppe ist zuerst fertig?

Alle zusammen!

Je nach Gruppengröße gibt es eine ganze oder eine halbe Zeitungsseite. Anschließend stellt sich die ganze Gruppe auf dieses eine Zeitungsblatt und bleibt mindestens 20 sec. stehen.
Welche Gruppe schafft das?

Variante: Man kann auch die gesamte Gruppe auf eine Zeitung stehen lassen.

Zeitung in den Eimer

Die erste Gruppe stellt sich hinter der Startlinie auf und hat viele „Zeitungsbälle” (zusammengeknüllte Zeitungsblätter) vor sich liegen. Vor der Startlinie stehen in unter-schiedlichen Abständen mehrere Eimer. Die Eimer können unterschiedliche Größen haben, so wird das Spiel noch interessanter. Auf das Startsignal hin beginnt die Gruppe, die Zeitungsbälle in die Eimer zu werfen: dazu hat sie eine Minute Zeit. Anschließend werden die Bälle in den einzelnen Eimern gezählt, wobei die Eimer weiter hinten mehr Punkte zählen als die vorderen. Nun ist die nächste Gruppe an der Reihe.
Wer erzielt die meisten Punkte?

Hosentaschen-Zeitung

Welche Gruppe kann eine Zeitungsseite so klein wie möglich zusammenfalten?

Zeitungsgeschichte

Die Aufgabe der Gruppen besteht darin, eine Kurzgeschichte mit Zeitungswörtern zu schreiben. Dazu überlegen sie sich eine gute Story, suchen die passenden Wörter in der Zeitung, schneiden
diese aus und kleben sie auf ein separates Blatt Papier. Gewonnen hat die Gruppe mit der originellsten Geschichte.

Variante: Es kann auch ein Thema vorgegeben werden, z. B. eine Lovestory, ein Urlaubsabenteuer, das Neuste aus dem Musikgeschäft usw.

Ski fahren

Die Gruppen stellen sich hintereinander auf. Das erste Kind jeder Gruppe erhält jeweils zwei Zeitungsseiten. Es stellt sich nun mit jedem Fuß auf eine Zeitungsseite. Auf das Startsignal
hin legt es eine bestimmte Strecke zurück. Wichtig ist, dass die Zeitungsseiten dabei weder kaputt- noch verlorengehen. Ebenso soll der Boden dabei nicht berührt werden. Gewonnen hat die Gruppe, die zuerst einmal durch ist. Wer möchte, kann die Kinder einen Parcours durchlaufen lassen.

Ausstopfen

Jede Gruppe erhält dieselbe Anzahl an Zeitungen. Ein Kind zieht ein übergroßes T-Shirt an. Auf „los” muss jedes einzelne Blatt zusammengenknüllt und einem Kind unter ein XL-T-Shirt gestopft werden. Nach einer zuvor vereinbarten Zeit wird das Spiel gestoppt. Gewonnen hat die Gruppe, die die meisten Knäuel unterbringen konnte.

Weitere altbekannte Ideen mit Zeitungen

  • Schokolade auspacken (Schokolade, in Zeitung eingepackt, wird mit Handschuh und Besteck ausgepackt)
  • Zeitungs-Modeschau (Kleider aus Zeitungen herstellen)
  • Staffellauf mit Zeitungen
  • Puzzle (eine Zeitungsseite zerschneiden und wieder zusammensetzen lassen)

Laubhüttenfest

In der Enheit „Geschafft! Stadtmauer steht!” wird berichtet, dass die Israeliten zum ersten Mal seit der Zeit Josuas wieder „Sukkot” feiern.

Was heißt „Sukkot”?

„Sukkot” bedeutet „Hütten”. Während der Festwochen wohnen die Israeliten in provisorischen Hütten.

Warum wird „Sukkot” gefeiert?

„Sukkot” wird ursprünglich als Erntedankfest gefeiert: Gott wird für die reiche Obst- und Weinernte gedankt. Eine wichtigere Bedeutung hat das Gedenken an die 40-jährige Wüsten-wanderung der Israeliten nach deren Auszug aus Ägypten erlangt. Auf der langen Wanderschaft konnten sie keine Ernte einbringen. Deshalb ließ Gott sein Volk während der eigentlichen
Erntezeit in Laubhütten wohnen.
In der Thora (jüdische Bibel) steht dazu: „Ihr sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmwedel und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem Herrn, eurem Gott, und sollt das Fest dem Herrn halten jährlich sieben Tage lang … Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen …, dass eure Nachkommen wissen, wie ich die Israeliten habe in Hütten wohnen lassen, als ich sie aus Ägyptenland führte” (vgl. 3. Mo 23,39–43).

Sukkot ist also ein Fest des Dankes für Gottes Gaben. Gleichzeitig ist es ein Freudenfest, dass er seine Menschen auch in schwierigen (Wüsten-) Zeiten nicht im Stich lässt.
Zu Zeiten von Mose und Josua feierten die Juden „Sukkot”. Nach Josuas Tod sagten jedoch immer mehr Juden ihrem Glauben ab. Die „Sukkot – Feier” geriet in Vergessenheit. Erst mehrere
hundert Jahre später führte Nehemia „Sukkot” wieder ein (Neh 8,15).

Wie feiert man „Sukkot”?

Schon Tage vor „Sukkot” beginnt jede Familie mit dem Bau der Laubhütte im eigenen Garten, im Hof oder auf dem Balkon. Idealerweise wird die Hütte aus einem Holzgestell gefertigt. Das Dach besteht aus Palmwedeln, Bambus, Laub und Zweigen. Das Material muss so verbaut werden, dass die Sterne hindurch scheinen können. Zum Schluss wird die Laubhütte innen mit Fruchtgirlanden und Blumen geschmückt.
Während „Sukkot” findet das Familienleben in der Laubhütte statt. Dort wird gegessen, geschlafen und auch die Freizeit wird möglichst in der Hütte verbracht. So wird deutlich, wie das Volk Israel während der Wüstenwanderung in völliger Abhängigkeit von Gottes Fürsorge lebte. Genau diese Abhängigkeit führte aber auch dazu, dass das Volk Israel Gott ganz nahe war.
Das Fest beginnt am Vorabend mit dem Anzünden der Kerzen in der Hütte durch die Hausfrau. Es wird ein Gebet gesprochen mit der Bitte um Gottes Nähe. Bildlich gesprochen soll Gott Wohnung bei den Menschen nehmen. Anschließend wird ein Gottesdienst gefeiert. Am nächsten Morgen findet erneut ein Gottesdienst statt. Zum Gang in die Synagoge gehört ein Feststrauß. Der Strauß besteht aus Weiden- und Palmzweigen, Myrte und einer Zitrusfrucht. Er steht als Symbol dafür, dass alle zusammen gehören.
An „Sukkot” haben die Kinder Schulferien. Die meisten Läden haben nur kurz geöffnet, so dass auch die Erwachsenen viel Freizeit haben. Was nicht unbedingt gemacht werden muss, wird auf jeden Fall verschoben. Kurzum, das öffentliche Leben ruht weitestgehend, die Menschen machen Ausflüge und es herrscht überall Volksfeststimmung.
Am achten Tag wird „Sinchat Thora” gefeiert, das Fest der Gesetzesfreude. Dazu basteln die Kinder Fähnchen und dekorieren die oberen Enden mit Apfelstücken. Die Fähnchen werden in der Synagoge geschwenkt wenn die Thora-Rollen herausgeholt werden. Dann werden den Kindern Bonbons zugeworfen. So ausgelassen und fröhlich geht es in der Synagoge sonst nie zu.

„Sukka” bauen

Gemeinsam mit den Jungscharkindern wird eine „Sukka” im Wald gebaut. Im Vorfeld muss mit dem Förster besprochen werden, wo dies am besten möglich ist.
Die Hütte hat vier Wände. Das Dach wird mit Laub und Zweigen bedeckt. Im Inneren der Sukka können Frucht- und Papiergirlanden aufgehängt werden, die in der Jungscharstunde davor
gebastelt wurden. Sobald die „Sukka” fertig gebaut ist, wird sie „bewohnt”. Wir erzählen, was es mit „Sukkot” auf sich hat. Auf der Jungscharfreizeit kann jede Zeltgruppe ihre eigene „Sukka” bauen. Man kann daraus einen Wettbewerb gestalten: Welche Gruppe baut die schönste und stabilste „Sukka”? Die „Sukka” kann als Veranstaltungsort dienen, z. B. für Bibelarbeiten oder zum Vorlesen von Geschichten.

Es ist mitten in der Nacht. Ich stehe direkt hinter einem Baum. Die Mauer aus Schuhkartons befindet sich ca. zehn Meter von mir entfernt auf einer Wiese. Acht Kinder umringen in gleichmäßigem Abstand die Mauer, fest entschlossen, niemanden an die Bausteine heranzulassen.
Plötzlich höre ich eine Stimme: „Da, hinter dem Baum. Da ist jemand!” Eine weitere Stimme: „Sicher?” Die erste Stimme: „Ganz sicher!” Noch ehe ich weiß wie mir geschieht, stürmen zwei Kinder auf „meinen” Baum zu, die anderen bleiben auf ihrem Platz vor der Mauer. Nur mit Mühe gelingt es mir, die Kleinen abzuwehren.
In den folgenden nächtlichen Stunden entwickeln wir, das Überfallteam, eine neue Strategie, um die „Nehemia-Mauer” zu zerstören. Anstatt uns anzuschleichen, laufen wir direkt auf die Mauer zu nach dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung”.
Wer nun denkt, die Kinder flüchten, der täuscht sich. Sie sind Schauspieler des biblischen Nehemia-Anspiels, Bürger Jerusalems und Kinder Gottes. Als solche blockieren sie die Mauer und lassen nur wenig Zerstörung zu. Die Kinder verteidigen die Mauer gegen Erwachsene – eigentlich übermächtige Gegner. Der Zusammenhalt der Kinder berührt mich. Sie zeigen es deutlich: Gemeinsam mit Gott ist alles zu schaffen.
Diese Ausgabe des Jungscharleiters handelt von Nehemia, einem Mann, der andere motiviert hat, mit Gott gegen alle Schwierigkeiten des Alltags anzukämpfen. Die Ideen und Vorschläge in diesem Thema weisen auf Nehemia hin und zeigen, was Mitarbeitende und Jungscharler von ihm lernen können: Mit Gott ist alles zu schaffen!

Zielgedanke:

Gott will wissen, wie es uns geht. Wir dürfen ihm ehrlich alles anvertrauen.

Vorüberlegungen für Mitarbeitende

Hanna: Sie ist verheiratet, aber kinderlos. Das war zu damaliger Zeit für viele ein Zeichen dafür, dass Gott seinen Segen zurückgezogen hat. Außerdem ist die Kinderlosigkeit Hannas der Grund dafür, dass sich ihr Mann Elkana eine zweite Frau genommen hat. Sie soll den Erben und Erhalter der Familie zur Welt bringen. Das ist verletzend, beschämend und entwürdigend für Hanna. Der Spott Peninnas, der zweiten Ehefrau, setzt dem Ganzen die Krone auf. Da helfen auch keine Liebesschwüre und Bevorzugungen seitens Elkana. Was tut Hanna also? Sie sucht Hilfe bei Gott! Ihm schüttet sie ihr Herz aus. Sie ist so versunken in ihr Gespräch mit Gott, dass der Priester Eli sie für betrunken hält. Wie traurig: Er rechnet nicht mit so einem inbrünstigen, ernst gemeinten Gebet! Aber er lässt sich von Hanna eines Besseren belehren!

Samuel: Hannas erbetener Sohn. Er befindet sich einige Jahre später in einer vergleichbar schwierigen Situation. In jungen Jahren kommt er zu Eli in die Stiftshütte. Samuel dient dort Eli, den Menschen und vor allem Gott. Er gewinnt Ansehen (1. Sam 2,26+28). Elis Söhne hingegen missachten sowohl Elis Zurechtweisungen als auch Gottes Gebote und Werte. Dass Samuel unter ihnen leidet, kann man nur annehmen, steht aber nicht wörtlich in der Bibel.

Erlebniswelt der Kinder

Verspottet werden, Außenseiter sein, Einsamkeit, nicht wissen wohin mit der Scham, Verzweiflung, Enttäuschung – das kennen wir alle, auch Kinder.

Wir können zweierlei tun: ein offenes Ohr für die Kinder haben und ansprechbar sein. Und: stets darauf hinweisen, dass Gott zuhört – immer! Er interessiert sich für dich, deine Fragen, Nöte, Zweifel. Er hat Hilfe und Lösungen für dich. Bei Gott ist Jammern und Klagen erlaubt!

Einstieg

Mit einem Seil einen Kreis von ca. 2 m Durchmesser legen oder mit Straßenmalkreide malen. In die Mitte einen größeren Stein legen. Jedes Kind bekommt einen kleinen Kieselstein. Vom Rand des Kreises aus schnipst oder stößt jedes Kind seinen Stein möglichst nah an den größeren Stein in der Mitte. Wer kommt dem Stein am nächsten? Den Kieselstein behalten die Kinder.

Rahmengeschichte Teil 1 im Dateianhang.

Erzählung

Samuel sitzt niedergeschlagen auf seinem Bett.

Endlich ist es Abend und damit Ende dieses blöden Tages. Eigentlich macht mir die Arbeit mit dem Priester Eli hier in der Stiftshütte Spaß. Dafür sorgen, dass alles ordentlich und sauber ist. Schließlich sollen sich die Menschen wohl fühlen, die zum Beten, Gottesdienst Feiern und Opfern hierher kommen. Und auch Gott soll sich in seinem Haus wohlfühlen; das ist mein großer Wunsch und dafür arbeite ich hier. Außerdem weiß Eli so viel über Gott! Es ist spannend, ihm zuzuhören. Allerdings sehen das Elis Söhne ganz anders … Alles wäre gut, wenn diese jungen Männer nicht da wären. Die meiste und unbeliebteste Arbeit überlassen sie mir. Aber am schlimmsten ist ihr Spott: „Na, dreckig geworden bei deiner sauberen Arbeit?“ – „Heute schon ein Fleißsternchen bekommen?“ – „Puuh, was für ein Langweiler muss man sein, um den immer gleichen, alten Geschichten unseres ach so großen Gottes andächtig zu lauschen!“

Wie können sie so über ihren eigenen Vater und über Gott reden!?! Nie würde ich so über meinen Vater oder meine Mutter reden! Ja, meine Mutter! Wenn sie hier wäre. Wenigstens ab und zu. Wenn ich mit ihr reden könnte. Was soll ich tun? Mich wehren? Schweigen? Meine Mutter hätte bestimmt eine Idee, und sie würde mich verstehen, oder?

Samuel setzt sich auf.

Natürlich würde meine Mutter mich verstehen! Sie kennt das ja alles! Ihr ging es ja genauso, wie konnte ich das vergessen?! Belächelt und schief angesehen wurde sie, weil sie auch nach vielen Jahren Ehe mit meinem Vater keine Kinder bekommen hat. Gott hat sie vergessen, dachten die Leute in unserem Dorf. Auch Peninna, Vaters zweite Frau, die endlich die erhofften Kinder bekam, sorgte mit ihrem Spott und ihren Hänseleien dafür, dass meine Mutter sich wertlos, nutzlos und ungeliebt fühlte; sie war ein einsamer Außenseiter. Auch die Liebe meines Vaters änderte daran nichts.

Beim Opferfest hier in der Stiftshütte in Shiloh trieb es Peninna besonders weit mit ihrem Spott und ihrer Angeberei mit ihren vielen Kindern. Tieftraurig war meine Mutter. Weg wollte sie, weit weg von allen! Und wohin ging sie? In die Stiftshütte! Zu Gott! Sie fing an, mit ihm zu reden. All ihren Kummer, alles was ihr Leben so schwer machte, schüttete sie vor Gott aus. Sie weinte bitterlich, jammerte leise, nur hörbar für Gott und nannte Gott ihren größten Wunsch: ein Kind! So versunken war sie in ihr Gespräch mit Gott, dass sie gar nicht bemerkte, wie Eli, der Priester näher kam: „Was soll das? Betrunken mit Gott reden? Schämst du dich nicht?“ „Nein, ich bin nicht betrunken. Ich bin so traurig und habe Gott mein Herz ausgeschüttet“, antwortete meine Mutter. Damit hatte Eli nicht gerechnet. Solch tiefe, ehrliche Gebete hatte er bisher nicht oft erlebt.

Beten, mit Gott reden, ihm das Herz ausschütten – das hat meine Mutter getan. Und was hat sie bekommen? Mich! Und so wie sie es mir erzählte, schenkte ihr Gott nach ihrem Gebet tiefen Frieden. Den brauche ich auch: Frieden und die Gewissheit, nicht alleine zu sein. Der Weg dahin scheinen ernsthafte Gespräche mit Gott zu sein. Das probiere ich aus!

Rahmengeschichte Teil 2 im Dateianhang.

Andachtsimpuls

Hinweis: Den Stein vom Einführungs-Spiel zur Hand nehmen.

So ein Stein im Schuh oder unter dem Kopfkissen drückt ziemlich, ist unangenehm, raubt den Schlaf oder lässt es uns schlecht gehen. Es gibt so manche Dinge / Menschen / Situationen im Leben, die drücken; sie tun weh, lassen dich schlecht schlafen, bringen dich zum Weinen. Was kannst du damit machen? Du kannst diese Sorgen, Probleme, Dinge, die weh tun oder für die du dich schämst zu jemand Größerem „schubsen“. Du kannst dein Herz, wie Hanna und Samuel bei Gott ausschütten. Ihm kannst du alles erzählen, alles anvertrauen, bei ihm darfst du sogar jammern. Und was bringt dir das? Geteiltes Leid ist halbes Leid – und Gott hört garantiert zu! Gott ist der Friedefürst, er kann dir inneren Frieden, Ruhe, Gelassenheit geben und das tut gut! Vielleicht bekommst du eine Idee, die dir weiterhilft. Vielleicht einfach das Gefühl: Gott ist da, er hilft mir, er liebt mich, er ist auf meiner Seite. Und ganz bestimmt kannst du später, wenn du dich an diese Situation zurück erinnerst erkennen: wow, da hat mir Gott tatsächlich geholfen!

Gebet

Danke, guter Gott,
dass wir immer, überall und über alles mit dir reden können. Danke, dass du uns zuhörst, wenn wir dir unser Herz ausschütten.
Danke, dass du uns kennst und liebst und weißt, was wir brauchen.
Amen


Bibelstelle:

1. Samuel 1,1-20

Besonderheit: Mit Kindern in einer Aktion Kummer praktisch bei Gott ablegen.

1. Samuel 3,1-18

Besonderheiten:

In kurzen Sätzen wird 1. Samuel 2,12-17 erzählt. Sie ist die Erklärung für die Botschaft, die Samuel dem Propheten Eli von Gott überbringen soll.

Sägen, Schleifen, Ölen

Die Passionszeit bietet sich an, um mit Jugendlichen über das Geschehen am Kreuz ins Gespräch zu kommen. Diese Holzkreuze geben dafür einen guten Anknüpfungspunkt. Kreuze als „Schmuckstück“ sind auch bei Jugendlichen total üblich. Doch was es mit diesem Symbol auf sich hat, wissen viele möglicherweise nicht mehr so genau. Ein Kreuz aus Holz selber zu gestalten und sich auf diese Art auch ganz praktisch damit zu beschäftigen, kann denjenigen eine Hilfe sein, denen es sonst schwer fällt, ins Gespräch über den Glauben zu kommen.

Herstellung

Zuerst Schablonen erstellen. Dazu die Vorlagen mit dem Kopierer auf die gewünschte Größe bringen. Die Kopie auf Tonkarton (oder ein altes Kalenderblatt) kleben und ausschneiden.

Die Schablonen und Rohlinge sollen nur Anregungen und Beispiele sein. Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Sowohl was die Formen, als auch das verwendete Holz angeht.

Mit Hilfe der Schablone die Kontur auf das Holz übertragen und mit der Stichsäge die Rohlinge aussägen. Für kleine Kreuze bzw. dünnes Holz kann auch die Laubsäge verwendet werden.

Die Seiten des Rohlings mit dem Bandschleifer oder der Raspel glätten und die Kanten brechen. In weiches, dickes Holz (z. B. Mammutbaum oder Linde) können mit dem Bandschleifer plastisch wirkende Konturen eingeschliffen werden, die je nach Maserung des Holzes verstärkt werden.

Danach die Kreuze von Hand nachschleifen, erst mit der groben, dann mit der feinen Körnung.

Fertigstellung

Wer mag, kann die Kreuze vor dem Ölen weiter gestalten.

Dann das Öl mit einem Pinsel oder Lappen auftragen, überstehendes Öl nach ein paar Minuten mit einem Lappen abwischen.

Sperrholz-Kreuze können mit Serviettentechnik verziert werden. Dazu einen dicken Kleister anrühren und mit der oberen Lage einer Serviette bekleben.

Unsere Konfirmandengruppen haben das schon gemacht und es sind dabei sehr schöne, individuelle Kreuze entstanden.

Soll das Kreuz später aufgehängt werden, kann zum Schluss ein Aufhänger angebracht werden. Dazu ein kurzes Stück Paketschnur abschneiden und die losen Enden verknoten.

Die Schlaufe von hinten über den oberen Rand des Kreuzes hängen lassen und mit einem Tacker oberhalb des Knotens festmachen.

Alternativ kann in dickeres Holz auch ein kleines Loch gebohrt werden, so lässt sich das Kreuz an einem Nagel aufhängen.

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