Lichtblick

Zum Herbst/Winter möchten wir mit unserem neuen KON-Thema ein »Lichtblick« in der dunklen Jahreszeit für euch als Mitarbeiterinnen und eure Mädchengruppe sein. Ihr findet viele gute Ideen und Impulse für das letzte Quartal des Jahres – von der adventlichen Bibelarbeit bis zum gemütlichen Abend am Lagerfeuer.

Besonders »coronatauglich« sind zwei kreative Ideensammlungen: »Lichtblicke für euren Ort« und »PlayingArts«, viele coole und zugleich Mut machende Aktionen für euch und euer Umfeld.

Eine Themenreihe mit Artikeln für Mitarbeiterinnen, Bibelarbeiten, Andachten, Stundenentwürfen und Kreativangeboten, ausgedacht für Mädchen von 12 bis 17, meistens aber auch in gemischten Gruppen zu verwenden.

Paulus war einer der größten und bekanntesten christlichen Missionare der Geschichte. Er gründete zahlreiche Gemeinden am Mittelmeer und viele seiner Schriften haben es bis in unsere Bibel geschafft.

Aber Paulus war nicht immer Paulus. Er wuchs als römischer Bürger auf, erzogen im Glauben darin, dass Christen nichts Gutes sind. Damals hieß er noch Saulus, und sein Beruf war es, Christen zu verfolgen, zu verhaften und zu töten. Saulus war voller Wut auf Christus und Christen. Bis zu diesem einen Tag, an dem sich sein ganzes Leben auf einen Schlag von Grund auf änderte.

Den Text findet ihr in Apostelgeschichte 9, 10–19. Insgesamt dauert die Bibelarbeit etwa 2 Stunden. Sie besteht allerdings aus einzelnen Bausteinen und kann dadurch auch individuell zusammengestellt werden, so dass sie auch für deine Gruppe passt, wenn du nicht so viel Zeit hast. Außerdem kann sie auch in 2 Teile aufgeteilt werden.

Die Vorbereitung ist kaum zeitaufwendig: Es muss lediglich das angegebene Material bereit gelegt werden.

Der Ablauf

Nach der Begrüßung starten wir mit einem Spiel in die Gruppenstunde.

Mythen-Quiz (ca. 15 Minuten)

Es gibt viele Mythen, die wir hören oder lesen und einfach glauben. Wir halten vieles für wahr, ohne alles nachzuprüfen und uns von kundigen Menschen bestätigen zu lassen.

Lest die Mythen der Reihe nach vor und lasst die Mädchen (jede für sich allein) entscheiden und mit dem passenden Zeichen (Daumen hoch oder Daumen runter) zeigen, was sie denken.

Welche der folgenden Mythen stimmen wirklich? Was glaubst du?

  1. Kühe können nicht schwimmen, sondern ertrinken in tiefem Wasser, denn sie haben keinen Schließmuskel.
    • Dieser Mythos stammt aus einem satirischen Artikel der taz von 2001, stimmt aber nicht. Kühe haben einen Schließmuskel.
  2. Junge Vögel sterben, wenn wir sie berühren, da ihre Eltern sie dann nicht mehr weiter versorgen.
    • Natürlich sollten wir junge Vögel nur im Notfall berühren, z. B. um ihnen zu helfen, falls sie aus dem Nest gefallen sind. Aber auch dieser Mythos ist nicht wahr. Der Geruchssinn ist bei Vögeln sehr schlecht ausgeprägt. Die Vogeleltern würden uns Menschen also nicht riechen und sich auch weiter um ihre Jungen kümmern.
  3. Menschen haben auch eine Art Winterfell.
    • Ja. Unser Körper wird von Hormonen bestimmt und die sorgen auch dafür, dass uns mal mehr und mal weniger Haare wachsen. Besondern im Frühling kommt es in unserem Körper zu einer Hormonumstellung, die diese Folge mit sich bringt.
  4. An Silvester kommt es vor, dass Erwachsene einen Löffel in eine Sektflasche stecken. Der soll die Kohlensäure in der angebrochenen Flasche halten.
    • Funktioniert nicht.
  5. Gekochte Eier, die man mit kaltem Wasser abgeschreckt hat, sind länger haltbar und leichter aus ihrer Schale zu pellen.
    • Quatsch. Ganz im Gegenteil. Beim Abschrecken könnten Bakterien ins Innere des Eis kommen und das Ei so sogar weniger lang haltbar machen.
  6. Zucker ist schlecht für unsere Zähne.
    • Stimmt. Zucker ist genauso schlecht für unsere Zähne wie andere Lebensmittel auch. Karies z. B. entsteht aber nicht durch Zucker, sondern durch Bakterien.
  7. Eine Kakerlake kann tagelang ohne ihren Kopf überleben.
    • Tatsächlich wahr.
  8. Tiger haben nicht nur gestreiftes Fell, sondern auch gestreifte Haut.
    • Stimmt.
  9. Kamele speichern Wasser in ihren Höckern.
    • Das ist falsch. Sie speichern dort Fett.
  10. Die Anzahl der Punkte auf einem Marienkäfer hat mit seinem Alter zu tun.
    • Auch falsch.

Saulus (ca. 20 Minuten)

  • Lest gemeinsam den Bibeltext: Apostelgeschichte 9,1–9: Saulus erblindet.
  • Legt ein großes Plakat/Flipchart-Papier in eure Mitte und malt Saulus darauf. Anschließend kann jede, die möchte, dazu schreiben, wie es Saulus gerade wohl geht. Wie sieht es in Saulus aus? Sehen kann er im Moment nicht mehr. Nicht mehr nach außen, aber in sich selbst hinein. Wie sieht es dort aus? Was fühlt Saulus?
  • Notiert alle Worte und Begriffe, die euch einfallen.
  • Gerne darf auch jedes Mädchen laut vorlesen, was sie auf das Papier schreibt, und ihre Gedanken kurz erklären.

Paulus (ca. 20 Minuten)

  • Lest den Text weiter: Apostelgeschichte 9,10–19a: Saulus wird zu Paulus und kann wieder sehen.
  • Euer gemalter und beschriebener Saulus liegt noch in eurer Mitte. Jetzt bekommt jedes Mädchen Teelichter. Die können angezündet zu Saulus gestellt werden, der nun ja Paulus geworden ist. Wie geht es ihm jetzt? Stellt die Teelichter auf alle notierten Gefühle/Begriffe, die sich nun wahrscheinlich geändert haben. Am besten erklärt wieder jede ihre Gedanken dabei.

Saulus–Paulus auch heute noch! (ca. 50 Minuten)

Saulus, der gefürchtete Christenverfolger, und seine Bekehrung und Umkehr – seine Wandlung in Paulus, den begeisterten Missionar –, war damals vergleichbar mit einem Neo-Nazi, der aus der rechten Szene aussteigt.

Auf YouTube gibt es eine Dokumentation über ein junges Pärchen, dass genau diesen Weg gegangen ist. Beide sind schon als Kinder im rechtsextremen Umfeld groß geworden, sind als Nazis aufgewachsen. Aber beide haben schließlich die Menschen, gegen die ihnen so viele Vorurteile eingebläut worden sind, selbst persönlich kennengelernt und festgestellt: Die sind gar nicht so, wie ich immer dachte! Mittlerweile versuchen sie, Jugendliche vor der rechten Szene zu schützen und an Schulen und in Jugendzentren aufzuklären.

Wenn ihr genug Zeit habt, schaut zusammen diese Doku – Saulus-Paulus, das ist heute noch möglich!

Und ich? (ca. 10 Minuten)

Zum Abschluss werden Zettel und Stift an alle Mädchen verteilt.

Es ist gut, dass wir als Menschen oft schnell vertrauen und glauben, was andere uns sagen. Solch ein Vertrauen brauchen wir auch. Und wenn wir dabei ab und an mal auf solche Mythen wie beim Quiz am Anfang reinfallen, ist das auch nicht weiter schlimm.

Vorurteile anderen Menschen oder Gruppen gegenüber sollten wir jedoch nicht einfach so übernehmen. Trotzdem passiert uns das immer mal wieder. Überlegt mal (jede ganz für sich), ob es Situationen gibt, in denen ihr auch Vorurteilen nachgebt und sie einfach glaubt.

Kennst du bei dir in deinem Leben solche Situationen? Oder fällt dir ein Mensch ein, den du vielleicht fälschlicherweise verurteilt und schlecht behandelt hast? Dann schreib das auf. Niemand muss nachher vorlesen, was auf dem Zettel steht.

Aber schreib es auf – eine Sache, eine Situation, einen Menschen: Wem willst du in Zukunft mit weniger Vorurteilen begegnen? Vielleicht einer Mitschülerin? Oder dem neuen Mädchen im Sportverein? Vielleicht dem Bruder deiner Freundin? Einem Verwandten? Einem Bekannten? Einer Lehrerin? Schreib es auf und nimm dieses Vorhaben aus dem heutigen Abend mit!

Material:

  • Mythen für das Quiz
  • Bibeln, um die Geschichte von Paulus gemeinsam zu lesen
  • Großes und kleines Papier und Stifte/Eddings
  • Teelichter und Streichhölzer/Feuerzeug
  • Beamer, Laptop und YouTube-Dokumentation

„Juhu, wir dürfen uns wieder treffen!“ – doch welche Aktionen können wir überhaupt anbieten? Gruppen treffen sich. Manche Freizeiten werden durchgeführt. Dabei müssen allerdings die aktuellen Hygiene-Vorschriften eingehalten werden. Das fordert uns heraus.

In diesem Themen-Paket findest du Vorschläge für Spiele und Kreativangebote, die gut mit 1,5m – Abstand gespielt werden können. Bitte achte bei der Umsetzung auf die Vorgaben deines Bundeslandes oder deiner Gemeinde und verändere gegebenenfalls die Regeln des Spiels.

Bei manchen Vorschlägen, kann nicht das gesamte Konzept umgesetzt werden. Welche Einheiten das betrifft und was man ändern müsste, kannst du im Folgenden nachlesen:

Spiele:

Kreativangebote:

1. Vorbemerkungen

Heutige Predigten sind für viele Jugendliche nicht attraktiv. Sie wollen nicht nur Hörer, sondern aktive Gestalter sein, die ihre Fragen und Entdeckungen einbringen können. Da Jugendliche dies oft nicht gewohnt sind, brauchen wir dafür besondere Formen und Methoden. Als Erstes muss überlegt werden, welches Ziel mit dem Predigtnachgespräch verfolgt werden soll. Deshalb stelle ich im Folgenden verschiedene Ziele mit den dazu passenden Methoden vor. Gleichzeitig ist es wichtig den Jugendlichen neu zu vermitteln, welcher Reichtum ihnen in der Predigt begegnen kann. Sie sollen verstehen, warum es wichtig ist, den Gottesdiensten nicht einfach fern zu bleiben. Es ist wichtig, neue Wege zu finden, die den Jugendlichen einen Weg zeigen, damit sie etwas aus dem Gottesdienst herausziehen können.

2. Zielgedanke

Die Teens sollen ermutigt werden, ihre Gemeinde zu besuchen und sich aktiv mit der Predigt und was diese mit ihrem Leben zu tun hat, auseinanderzusetzen.

3. Einführung

In Römer 10,17 steht „Der Glaube kommt aus der Predigt …“ Wenn ich auf die Kanzel steige, dann sehe ich schon, wie manche Leute innerlich abschalten. Ich möchte anmerken, dass ich eigentlich ein guter Prediger bin. Vielen Menschen fällt es schwer, sich zu konzentrieren und so lange zuzuhören. Zudem gibt es bei vielen Menschen eklatante Wissenslücken in der Theologie. Die Predigt ist das Herz der Gemeinde. Das ist besonders spannend in einer Generation, die viele Glaubensinhalte über Lobpreis und Gefühl aufnimmt. Doch wie soll man glauben, wenn man nichts weiß? Und wie soll etwas uns innerlich erneuern, von dem wir noch nicht gehört haben? Gewissheit entsteht durch Wissen. Heute kann man an vielen unterschiedlichen Stellen von Gott hören: In Andachten, Bibelarbeiten, Lobpreisliedern. Und durch all diese Dinge wirkt Gott, doch die Predigt scheint er noch einmal auf eine besondere Weise zu gebrauchen. Durch sie spricht er die Gemeinde und die Jugendlichen direkt an. Zudem ist der Prediger theologisch gebildet und kann Glaubensinhalte auf eine andere Art aufschließen, als dies im Teenkreis möglich ist. Leider geben wenige Jugendliche der Predigt eine Chance und werden auch kaum erreicht.

Für ein gutes Nachgespräch braucht es auch dringend eine gute Predigt, in der Jugendliche vorkommen. Leider kommen Jugendliche in vielen Predigten nur als Negativbeispiel vor. Sie sind diejenigen, die doch ständig am Handy hängen, den neusten Trends hinterherjagen und geltungssüchtig jede Kamera nutzen. Über Senioren würde man so nicht reden, und die ehrlichen Probleme, Gedanken und Bedürfnisse von Jugendlichen kommen kaum vor. Falls dies in eurer Gemeinde kein Problem ist, gratuliere ich euch von Herzen. Solltet ihr jedoch Handlungsbedarf sehen, dann ist „Die Aktion zum Einstieg“ für euch vielleicht geeignet. 

4. Methodik für die Gruppe

4.1 Einstieg

Lieder

Startet euren Teenkreis, wie ihr es gewöhnlich auch macht, z. B. mit Begrüßung und gemeinsamem Lobpreis. Zu Beginn könnt ihr einige Lieder singen, die das Thema „Nachfolge“ behandeln (aus FJ5 z.B. 205 Build your Kingdome here, 119 Mittelpunkt, 123 Follow You, 134 Nehmt einander an, 169 Alive).

Aktion zum Einstieg

Ladet einen Prediger ein!

Diese Methode dient zum besseren Verstehen. Der Prediger soll die Lebenswelt der Jugendlichen erfassen und die Jugendlichen sollen auch erfahren, wie es ist, eine Predigt zu schreiben und zu halten.

Fragen an den Prediger:

  • Wie kommt man auf das Predigtthema/den Predigttext?
  • Bist du eigentlich aufgeregt?
  • Was war die schlechteste Predigt deines Lebens? Wie ging es dir damit?

Fragen an die Jugendlichen:

  • Wie lange dauert es, eine Predigt zu schreiben?
  • Wozu ist die Predigt da? Was ist euch in einer Predigt wichtig?
  • Was braucht eine Predigt, um euren Glauben zu stärken?

Was sind Themen, die euch beschäftigen? Habt ihr eine Lieblingsstelle?

Was wurde eigentlich gesagt?

1. Schritt: Jeder Jugendliche darf sich einen Stift und einen großen Zettel nehmen und einfach mal einzelne Wörter oder kurze Sätze aufschreiben, die der Prediger gesagt hat. Immer eine Aussage auf einen Zettel.

2. Schritt: Danach werden die Zettel in die Mitte gelegt und inhaltlich ähnliche Sätze zusammen sortiert und doppelte aussortiert.

3. Schritt: Nun bekommt jeder der Jugendlichen Klebepunkte und darf einen Punkt auf jeden Zettel kleben, den auch er gehört hat und der bei ihm hängen geblieben ist.

4. Schritt: Jeder Jugendliche erhält einen Klebepunkt in einer anderen Farbe als bei Schritt 3 und kürt mit seinem Punkt die Aussage, die ihm am wichtigsten war.

Diesen Schritt kann man mit verschiedenen Fragestellungen beliebig wiederholen. Beispielfragen:

Welche Aussage gefällt dir gar nicht oder findest du am schwächsten?

Welche Aussage sagt, was du tun sollst und welche, was Jesus für dich tut?

Worüber hättest du gern mehr gehört?

Die einzelnen Schritte soll jeder Teilnehmer für sich machen und dabei möglichst nicht mit den anderen reden. Zwischen den einzelnen Schritten soll munter diskutiert werden.

4.3 Hauptteil

Lest gemeinsam Römer 10,13-21

  • Was bedeutet es, wenn Glaube aus der Predigt kommt?
  • Wodurch bin ich zum Glauben gekommen?
  • Was stärkt meinen Glauben?

Überlegt gemeinsam mit den Jugendlichen, welche der folgenden Methoden zum Predigtnachgespräch ihr in den kommenden Wochen ausprobieren wollt. Ladet euch vielleicht euren Prediger in den Jugendkreis ein.

1. Wissen vermitteln

Ich wundere mich oft, was nach meinen Predigten in den Köpfen der Gemeindemitglieder, egal welchen Alters, hängen bleibt. Nicht selten kommen Gottesdienstbesucher mit angeblichen Predigtsätzen, die ich so nie gesagt habe oder Fragen, die ich dachte ausführlich beantwortet zu haben. Die Predigt ist wie Frontalunterricht in der Schule. Sie vermittelt viel Wissen, fordert jedoch ein hohes Maß an Konzentration. Das Predigtnachgespräch bietet viele Möglichkeiten, sich das Gehörte noch mal anders zu verinnerlichen.

Predigtveranschaulichung

Für viele Menschen ist das Visuelle heute wichtiger als früher. Die Jugendlichen könnten deswegen bei einem Predigtnachgespräch Plakate mit den zentralen Thesen der Predigt gestalten. Hierzu sollen in zwei bis drei Gruppen passende Bilder aus Zeitschriften, Büchern etc. ausgeschnitten oder gemalt werden. Im Anschluss kann man miteinander ins Gespräch kommen, welche unterschiedlichen Inhalte den Einzelnen wichtig geworden sind bzw. was sie behalten haben.

Bei einer sehr fordernden Predigt könnten es auch Demonstrationsplakate sein.

2. Glauben teilen

Zunehmend wird deutlich, dass die Predigt an Alltagsrelevanz verliert. Es lohnt sich, mit den Jugendlichen eine Form zu finden, wie das in der Predigt Gehörte für sie praktisch werden kann. Hilfreich könnten hierbei die „modernen Medien“ sein.

  1. „Whats-App“- Fotochallenge

Eine Möglichkeit könnte sein, zusammen mit den Jugendlichen eine Gruppe zu gründen. Nach dem Gottesdienst trifft man sich kurz und fasst das Thema des Gottesdienstes zusammen. Die Jugendlichen erhalten den Auftrag, von einer Situation in ihrem Alltag ein Foto zu machen und in der Gruppe zu posten (z. B. Gottes Name, Feiertag, Heiligen, Schöpfung, Nachfolge …). Das Thema der Predigt soll sie so durch die Woche begleiten und sie dazu anleiten, mit offenen Augen durch ihren Alltag zu gehen.

2. Just do it

Nach der Predigt könnte man gemeinsam überlegen, was der Anspruch der Predigt an uns sein könnte. Welches schlechte Verhalten wird hier angeprangert, oder welches gute Verhalten wird hier herausgestellt? Nun soll probiert werden, eine Woche so zu leben, wie von uns gefordert (z. B. nie schlecht über andere zu denken; zu überlegen, was könnte, ich dem nächsten Gutes tun …). Innerhalb der Woche trifft man sich und tauscht sich darüber aus, wie es einem ergangen ist oder die Teilnehmer schreiben ihre Erlebnisse und Gefühle in ein Tagebuch.

Nachbemerkung

Nicht nur die Jugendlichen profitieren enorm von einem Predigtnachgespräch. Auch die Gemeinde kann hierdurch bereichert werden. So könnten die Plakate oder Bilder im folgenden Gottesdienst als eine Art Wiederholung oder Zeugnis eingebracht werden. Dies würde gelichzeitig die Vernetzung und Wahrnehmung zwischen Jung und Alt fördern.

4.4 Abschluss

Bei manchen Nachbesprechungen wird die Gruppe sich auf eine gemeinsame Aussage einigen. Manchmal sind die Diskussionen jedoch hitzig und kommen irgendwann nicht mehr voran. In diesem Fall sollte der Leiter eine Sache aus der Diskussion herausgreifen, der alle zustimmen können.

Der Austausch endet mit einer Gebetsgemeinschaft und einem Lied evtl. sogar einem Abendlied.

Die komplette TEC: 1/2020

Wer mit Gott startet, verändert sich. Für manche ist es ein gewollter, für andere eher ein zögerlicher Neuanfang. Die Verbindung mit deinem himmlischen Papa, Freund und Begleiter hat Auswirkungen. Er wird dir zeigen, wie er dich und die Welt sieht und wird dich verändern.
Nach dem Scheitern wieder aufzustehen, ist nicht einfach, aber ein wichtiger Neuanfang. Es immer wieder zu versuchen, ist eine Charakterstärke. Jesus liebt dich, trotzdem!!! Egal, was gelaufen ist. Ja klar, wir dürfen nicht die Augen vor der Verantwortung verschließen! Gleichzeitig dürfen wir liebevoll Angst nehmen und diese nicht schüren!
Gott bietet uns immer wieder einen Neuanfang an. Echte Versöhnung zwischen dir und Gott, aber auch zwischen dir und anderen Menschen, kann Realität sein. Fang neu an!

1. Vorbemerkungen

Die Welt der Teens und Jugendlichen ist von verschiedenen Unsicherheiten geprägt. Der oder die eine fragt sich, ob er oder sie hübsch genug ist. Ein anderer denkt, ob er seine Schule packt, wieder andere, was sie studieren oder arbeiten sollen. Ein Dritter fragt sich, ob er gut genug ist für Gott, und da sind auch noch die, die sich fragen, wozu sie eigentlich da sind.

2. Zielgedanke

Gott gibt uns Sicherheiten.

3. Einstieg

  1. Jeder bringt ein Playmobilmännchen aus der Kindheit mit oder die Leiter stellen genug auf, damit sich jeder eines aussuchen kann. Ohne große Geschichte und Einführung sollen die Teilnehmer das Männchen in die Hosentasche stecken. Nachher wird das noch einmal wichtig werden.
  2. Gemeinsames Brainstorming. Auf den Boden ein großes leeres Plakat legen mit der Überschrift: Was in der Welt ist unsicher?
  3. Zweites Brainstorming: Die Teens tragen zusammen: Was macht mich unsicher? Wann bin ich unsicher? Wie und wo habe ich Unsicherheit selber erlebt?

4. Hauptteil

Unsicherheit ist blöd. Wir brauchen innere und äußere Stabilität, um gut leben zu können. Wenn das nicht gegeben ist, dann werden wir unsicher. In der heutigen Welt gibt es genug, was uns unsicher machen kann. Aber ich muss nicht unbedingt in die weite Welt schauen, um Unsicherheit zu fühlen. Mein eigenes Erleben reicht aus. Schule, Gruppen, Freundschaften …!

Gott gibt uns in der Bibel viele Zusagen, derer wir uns absolut sicher sein können. Weil er sich mit seiner Person dafür verbürgt. Ich bin nicht allein auf dem Weg in die Zukunft und wenn Gott Zusagen gibt, dann hält er sie ein, dessen können wir uns sicher sein.

Heute werden wir uns drei unterschiedliche Beispiele der Bibel ansehen:

4.1 Du kannst dir ganz sicher sein, dass du niemals von Gottes Liebe getrennt sein wirst

Es ist nicht selten, dass wir von anderen liebesmäßig enttäuscht werden. Ich bin verliebt, aber der andere reagiert nicht, sondern lässt mich links liegen. Ich habe etwas getan oder gesagt, und eine Freundin geht zu mir auf Distanz, weil ich sie verletzt habe.

Im Gegensatz zu uns Menschen ist es bei Gott unumstößlich wahr und gewiss, dass seine Liebe zu uns sich nicht abschwächt. In der Bibel gibt es ein eindeutiges Versprechen Gottes, dass es so ist. Wir finden diesen Abschnitt im Brief an die Christen in Rom. Er schreibt in dem Brief an sie: „Ich bin ganz sicher, dass nichts uns von seiner Liebe trennen kann: weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen noch andere gottfeindliche Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Himmel noch Hölle. Nichts in der ganzen Welt kann uns jemals trennen von der Liebe Gottes, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn“ (Röm 8,38.39).

Ein krasses Versprechen. Paulus schreibt hier die größten Worte, die er kennt: Leben, Tod, Himmel, Engel, Dämonen … wow.

Ich kann nichts denken, nichts sagen, nichts tun, das mich von Gottes Liebe trennt. Es gibt keine Handlung, kein Gefühl oder keine Abwertung, die Gott sich von mir abwenden lassen würde. Wir Menschen können das so nicht, irgendwann ist bei uns Schluss mit Liebe. Gott hingegen kann das!

4.2 Du kannst dir ganz sicher sein, dass du für immer frei von Verurteilung bist

Ständig geht es durch die Medien: jemand hat eine Straftat begangen und wird dafür verurteilt.

Wenn die Bibel von Verurteilung spricht, hat sie immer Schuld und Sünde im Blick. Das hat etwas mit mir zu tun. Jesus Christus ist die lebende Bestätigung Gottes, dass ein neues Zeitalter zwischen Gott und den Menschen begonnen hat. Wieder schreibt Paulus an die Christen in der Stadt Rom (die brauchten wohl ’ne Menge Input) Folgendes: „Müssen wir denn nun noch damit rechnen, verurteilt zu werden? Nein, für die, die mit Jesus Christus verbunden sind, gibt es keine Verurteilung mehr. Denn wenn du mit Jesus Christus verbunden bist, bist du nicht mehr unter dem Gesetz der Sünde und des Todes; das Gesetz des Geistes, der lebendig macht, hat dich davon befreit“ (Röm 8,1.2).

Diese Worte sagen klar: Lebst du mit Jesus, wirst du für deine Schuld vor Gott nicht mehr verantwortlich gemacht werden. Warum? Weil Jesus die Verantwortung für mich übernimmt. Er hat stellvertretend für mich meine Schuld, die ich eigentlich zu tragen hätte, am Kreuz auf sich genommen.

Woran denkst du, wenn du an Schuld oder Sünde denkst? Manche denken an Mord und Totschlag, andere an Lügen und Klauen. Wie die Bibel Schuld und Sünde versteht, geht aber darüber hinaus. Sünde ist mehr als eine falsche Handlung, eine schlechte oder böse Tat. Sünde ist eine falsche Ausrichtung des Lebens. Die Bibel nennt das Wort „Zielverfehlung“.

Du kannst mit deinem Mobiltelefon Nägel in die Wand hauen. Dafür ist es aber nicht gemacht. Du kannst mit den Seiten eines Buches ein Feuer anzünden. Dafür wurde es aber nicht geschrieben. Du kannst mit deinem Lieblings-T-Shirt den Boden wischen, dazu wurde es aber nicht genäht. Der Mensch ist durch die Sünde nicht das, was Gott sich eigentlich gedacht hat. Eigentlich sollten wir nach Gottes Maßstab ein ungetrübtes Spiegelbild von ihm sein. Ein kurzer Blick in mein eigenes Leben reicht aus, um mir klarzumachen, dass ich das oft nicht bin, ein ungetrübtes Spiegelbild Gottes. Und weil wir diesem Bild Gottes nicht entsprechen, brauchen wir Vergebung.

Egal, was ist, meine Taten oder mein Sein: Das ist also gemeint, wenn die Bibel von Sündenvergebung spricht. Die Strafe, die für meine Schuld von mir selbst konsequent getragen werden müsste, übernimmt Christus am Kreuz und spricht mich frei.

4.3 Du kannst dir sicher sein, dass Gott mit dir seinen Weg weitergeht

Glaube in meinem Leben verläuft nicht wie eine stetige, gerade Linie, sondern geht mal auf- und mal abwärts. Das kennst du vielleicht. Bei Gott ist das anders: Er hört nicht auf, an uns zu glauben und an uns arbeiten.

Du kennst das vielleicht: Eine Arbeit zieht sich hin, und braucht elend lange, bis sie zum Abschluss kommt. Manchmal möchte man hinschmeißen, weil sie so ätzend ist.

Gott arbeitet auch. An dir. Sagt er. Und er sieht die Arbeit mit dir nicht als zu lange oder gar sinnlos an. Gott hat wahnsinniges Durchhaltevermögen. Wir haben schon kapituliert, da hat Gott sich gerade erst warm gemacht.

Was also ist Gottes drittes Versprechen für mich, auf das ich sicher bauen kann?

Ich bin überzeugt, dass der, der etwas so Gutes in eurem Leben angefangen hat, dieses Werk auch weiterführen und bis zu jenem großen Tag zum Abschluss bringen wird, an dem Jesus Christus wiederkommt (Phil 1,6).

Gott fängt an, dich zu verändern und zu prägen. Und er wird es bis an dein Lebensende tun. Großartig oder? Er lässt nicht die Finger von uns, wenn wir mal danebenliegen (siehe Vergebung), er wendet sich nicht ab, wenn wir nicht funktionieren. Er macht beständig weiter mit seinem extremen Durchhaltevermögen. Warum? Weil er dich liebt!

5. Abschluss

Hole jetzt das Playmobilmännchen aus der Tasche. Frage: War es in der letzten Stunde irgendwie unsicher? Musste das Männchen sich Sorgen machen? Nein. Du hast ihm Sicherheit gegeben. In deiner Hosentasche.

#biblisch

Missio Dei – Mission Gottes entdecken

Am Anfang und am Ende der Bibel geht es um die ganze Welt. Erst wird sie wunderbar geschaffen und am Ende ist sie erneuert. Dazwischen geht es um Gottes Mission mit seiner Welt. Als Schöpfer ist er an mir und genauso an dem Wohl und der Heilwerdung aller und der ganzen Schöpfung interessiert. Er ist dabei, eine erneuerte Welt zu schaffen. Wir sind schon Teil dieser neuen Kreatur bzw. Schöpfung (2. Kor 5,17) und sind eingeladen, uns an seiner Mission (Missio Dei) zu beteiligen. Im Missionsbefehl (Mt 28,18-20) sind wir gerufen alles weiterzugeben, was Jesus seinen Jüngern gelehrt hatte. Dafür sind wir in die Welt gesandt. Im EC nennen wir es die OUT-Dimension.

Aber was ist der Auftrag von Christen in der Welt? Die ganzheitliche Mission Gottes wird meist in folgende drei Dimensionen unterteilt: Glauben teilen; nach Gerechtigkeit trachten, Gottes Schöpfung bewahren.

#bedeutsamkeit

Glauben mit anderen teilen

Glaube hat Auswirkungen auf unsere Beziehungen und will geteilt werden. Wort- und Tatzeugnis gehören zusammen. Nur Worte machen uns unglaubwürdig. Aber auch das Tatzeugnis wirft Fragen auf, die erklärt werden wollen (1. Petr 3,15). Wir teilen den Glauben nicht zwanghaft, verkrampft oder überheblich, sondern mit Leidenschaft, Respekt und im dialogischen Austausch. Denn wir besitzen nicht die Wahrheit, sondern glauben, dass in Christus sich Gottes Wahrheit zeigt.

Lest 1. Petrus 3,15.16 und diskutiert folgende Fragen:

Petrus beschreibt, wie man Glauben teilen kann, wenn es besonders hart ist und gutes Tun negativ gedeutet wird. Wie sollte man in der Situation seinen Glauben teilen? Überlegt euch, was die Begriffe „Ehrfurcht“, „Sanftmütig“ (Luther 2017) in der Situation heißen können. Nutzt dazu andere Bibelübersetzungen.

Wer den eigenen Glauben mit anderen teilen will, muss auch lernen, anderen zuhören zu können, wenn sie über ihren Glauben reden. Warum fällt uns das manchmal schwer?

Sind wir glaubwürdig, wenn unser Verhalten im Gegensatz zu der guten Botschaft von Jesus ist?

Beispiel: Ich habe eine Person kennengelernt, die mit anderen gar nicht gut umgegangen ist. Später erfuhr ich, dass die Person Christ ist. Was meint ihr: Wird die Person glaubwürdig den eigenen Glauben teilen können? Welchen Unterschied macht eine freundliche und respektvolle Haltung, wenn der Glaube geteilt wird?

Sehnsucht nach Gerechtigkeit (Gesellschaftliche & diakonische Dimension)

In der Bibel gibt es über 2.000 Stellen, die Gottes Herz für Gerechtigkeit beschreiben. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit“, beschreibt die neue Welt Gottes, in der eine Reich-Gottes-Gerechtigkeit zur Geltung kommen wird. Tränen werden abgewischt, sinnloses Leid wird ein Ende finden und alle Menschen werden in Würde und Frieden leben können. So weit sind wir heute noch nicht. Wir werden die neue Welt Gottes auch nicht selbstständig erschaffen können, aber wir sind gerufen, tatkräftige Zeugen der Welt zu sein, die Gott am Ende der Tage herbeiführen wird.

Schreibt beide Verse (Ps 12,6 und Jes 1,17) auf ein Plakat. Was sagen sie über Gottes Sehnsucht für Gerechtigkeit aus? Welche Rolle dürfen wir darin ausfüllen?

Lokal: „Sucht der Stadt bestes!“ Geht mit offenen Augen und Gebet durch euren Ort. Welche Ressourcen (Zeit, Fähigkeiten, …) habt ihr, um für Menschen in eurem Umfeld einzutreten? Wo wird euer Engagement gebraucht?

Global: Mit der Aktion #Chancengeber der EC-Indienhilfe könnt ihr ganz konkret für Gerechtigkeit eintreten und Chancengeber für Kinder und Jugendliche werden. Mehr Infos auf www.ec-indienhilfe.de

Befreit für die Schöpfung (ökologische Dimension: Schöpfung)

Am Anfang schuf Gott die Welt und hat uns Menschen mitten hineingestellt. Die Schöpfung dürfen wir zum Leben und Genießen gebrauchen und in seinem Sinne gestalten (1. Mose 1,28; 2,15). Der ökologische (oder nachhaltige) Auftrag ist sogar die erste Mission der Menschheit. Die Schöpfung selbst betet Gott an und ist die Grundlage unseres Lebens (Luft, Nahrung, …). Mit der Trennung von Gott ist auch unsere Beziehung zur Schöpfung Gottes geschädigt worden. Wir verpesten die Luft, gehen nicht schonend mit den natürlichen Ressourcen um und bedrohen u.a. die Artenvielfalt. Darunter leidet die Schöpfung und sehnt sich (Röm 8,18-22) nach der Befreiung der Kinder Gottes. Denn dann sind wir befreit, um unsere Bestimmung auch gegenüber der geschaffenen Welt wieder wahrzunehmen. Als befreite Kinder Gottes können wir den Gestaltungsauftrag für die Schöpfung wieder wahrnehmen.

Lest den Text aus 1. Mose 1,28 und Römer 8,19-22 und kommt über folgende Fragen ins Gespräch:

  • Wie würdet ihr den Auftrag Gottes an uns beschreiben? Was heißt es, im Sinne Gottes für die Schöpfung zu sorgen?
  • Wie kann die Befreiung der Kinder Gottes von der Sünde helfen, den Auftrag für die Schöpfung wieder zu leben? Was wäre ein erster Schritt?

Praxistipp: Schaut euch ein Video vom Plastikmüll in den Weltmeeren an. Wie können wir bei Veranstaltungen, Freizeiten, … weniger Plastik nutzen?

#ganzpraktisch

Eine ganzheitliche Mission-Challenge, in der alle drei Aspekte der Mission Gottes zusammenkommen:

Fairfrühstückt

Trefft euch als Gruppe am Samstagmorgen und frühstückt gemeinsam. Jeder bringt ein fair gehandeltes Lebensmittel mit, das möglichst wenig Plastikmüll produziert. Ladet auch nicht christliche Freunde ein. Vielleicht gibt es Möglichkeiten, euren Glauben bzw. eure Motivation zur Aktion weiterzugeben.

Plastik fasten

Wir produzieren jeden Tag eine Menge an Plastikmüll, das nicht recycelt wird und immer öfter seinen Weg in die Meere findet. Dort sind sie Gift für die Unterwasserwelt und gelangen über Fische in menschliche Nahrung. Sammelt eine Woche allen Plastikmüll und versucht, die nächste Woche auf so viel Plastik wie möglich zu verzichten. Wie viel konntet ihr reduzieren? Wie lässt sich Plastikmüll langfristig reduzieren?

Clean your Street

Als Gruppe nehmt ihr Eimer und Handschuhe und geht um den Häuserblock herum. Viele Stadtverwaltungen unterstützen solche Aktionen! Auch eine Ankündigung in der Zeitung kann ein paar Freiwillige rekrutieren.

Wertvoll, aber geldfrei

Jeder von uns hat Sachen, die man nicht wirklich braucht, die aber noch gut und nützlich sind. Organisiert eine Tauschparty mit euren Klamotten, Büchern, Spielen, usw. Jeder darf mitnehmen, was er braucht. Ladet Freunde und Bekannte dazu ein.

Aktion: faith matters

Über den Glauben ins Gespräch kommen ist nicht leicht. Versucht herauszufinden, welche Religionsangehörige in eurem Umfeld vertreten sind und ladet sie zu einem sharing-faith Event ein. Sucht euch eine Leitfrage (z. B. Was begeistert dich an deinem Glauben?) und eine kreative Methode dazu aus. Wichtig ist, dass es um Vertrauen und Respekt voreinander geht und nicht um das bessere Argument für seinen Glauben.

Eine Patenschaft als Gruppe

Die EC-Indienhilfe ist die Soziale-Missionarische Arbeit im Deutschen EC-Verband und unterstützt mit Projekten Kinder und Jugendliche in Armut. Als Gruppe könnt ihr euch mit einer Patenschaft beteiligen und einem Kind eine Zukunft ermöglichen. Mehr Infos und weitere Ideen für den guten Zweck gibt es auf www.ec-indienhilfe.de.

1. Erklärungen zum Text

Bevor Jesus die Erde verlässt, gibt er seinen Jüngern ein Versprechen: Er will ihnen seinen Stellvertreter schicken, wenn er weg ist (Joh 14,26). Am 50. Tag nach Ostersonntag, also der Auferstehung von Jesus, erfüllt sich, was er verheißen hat: Der Heilige Geist kommt als lebendige Kraft Gottes auf die Erde (Apg 2,1-13) – das feiern wir an Pfingsten. Er ist in jedem, der an Jesus Christus glaubt und wirkt im Auftrag Gottes (Eph 1,13.14). Obwohl er nicht direkt sichtbar ist, kann man doch ganz konkret sehen, was er tut: Er gibt uns Kraft, begeistert Menschen von Jesus, ermöglicht tiefe Gemeinschaft und befähigt uns (Gal 5,22.23). Er hilft uns dabei, unseren Glauben zu leben und zu bekennen. Er ist für uns da, versichert uns, wer wir sind (Röm 8,14-16), tröstet uns, verändert uns und spricht zu uns – durch Gedanken, Begegnungen oder durch Träume (Apg 16,6-9).

2. Bedeutung für heute

Die Jugendlichen sollen gemeinsam in der Bibel entdecken, wer der Heilige Geist ist und welche Relevanz er für ihr alltägliches Leben und ihren Glauben hat. Das übersteigt womöglich ihre Vorstellungen: Der Heilige Geist ist mehr als nur ein Anhängsel Gottes oder eine göttliche Kraft – er ist ein Gegenüber, das ihnen im Glauben hilft, sie unterstützt, tröstet und bestärkt. In der Bibelarbeit bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit, ihn als Person zu erforschen und als ein Gegenüber kennenzulernen, das individuell in ihnen wirkt.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Gesprächsaufhänger

Um die Jugendlichen auf das Thema einzustimmen, kann der Raum entsprechend dekoriert werden. Als Gesprächsaufhänger bieten sich Gegenstände und Bilder an, die an einzelne Aspekte des Heiligen Geistes erinnern, z. B. Kraft, Verbindung zu Gott, Befähigung. Für den Aspekt „Kraft“ bieten sich z. B. Hanteln und leere Eiweißshake-Packungen an. Für „Verbindung zu Gott“ könnten alte Telefone oder Bilder von betenden Menschen genutzt werden. Für „Befähigung“ bieten sich z. B. Werkzeuge an. Zu Beginn der Stunde können diese Gegenstände Impulsgeber für einen ersten Austausch sein.

3.2 FAQ zum Heiligen Geist

Im Anschluss bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Fragen rund um den Heiligen Geist zu stellen. Diese werden gut sichtbar auf Plakaten festgehalten, jedoch erst nach der Gruppensession besprochen, in der die Jugendlichen selbst zu Experten werden. Hier ein paar FAQ, die vorkommen können und die evtl. etwas schwieriger zu beantworten sind. Auf diese können sich die Mitarbeitenden ggf. im Vorfeld schon einstellen und vorbereiten:

Ist der Heilige Geist eine Person?

Der Heilige Geist ist eine Person, weil er wie eine Person handelt: Er redet (Joh 15,26), bezeugt (Röm 8,16), beauftragt, denkt, hat Wissen (Röm 8,27; 1. Kor 2,10), entscheidet (Apg 15,28), fühlt, seufzt, setzt sich für uns ein (Röm 8,26), kann beleidigt werden (Eph 4,30), rüstet uns aus (1. Kor 12,7.11), verändert uns (1. Petr 1,2). Außerdem tut der Geist, was Gott tut. Er tritt Gott gegenüber und kennt seine Absichten (1. Kor 2,10 f.).

Was bedeutet, gegen den Heiligen Geist zu sündigen?

Jesus spricht über die Sünde gegen den Heiligen Geist, nachdem er einen Besessenen geheilt hat (Mt 12,31.32). Das ist als Reaktion auf eine Behauptung der Pharisäer zu verstehen: Sie behaupteten, Jesus hätte den Besessenen nicht durch die Kraft des Heiligen Geistes, sondern durch die Kraft des Teufels geheilt (V.24). Damit haben sich die Pharisäer ausdrücklich gegen die Wirkung des Heiligen Geistes ausgesprochen und sich gegen ihn bzw. Gott gestellt. Bei dieser Frage ist es ratsam, nicht nur den biblischen Kontext zu beleuchten, sondern auch auf mögliche Ängste der Jugendlichen einzugehen. Möglicherweise kommt die Angst auf, sie könnten ebenfalls eine Sünde begehen, die nicht vergeben wird. Dagegen könnte man zum Beispiel diese Bibelstellen halten: 1. Korinther 6,11; Johannes 10,28; Römer 8,31-39.

Wo in der Bibel steht etwas von Dreieinigkeit?

Der Begriff Dreieinigkeit kommt in der Bibel nicht vor. Es gibt aber zahlreiche Stellen, die zeigen, dass sich Gott in dreifacher Weise offenbart (Jes 11,2; 48,16; Mt 28,19; 1. Kor 12,6; 2. Kor 1,21; 13,13; Gal 4,6; Eph 2,22; Tit 3,4 ff.; 1. Petr 1,2). Der Heilige Geist tut das, was Gott tut, er war z. B. an der Schöpfung beteiligt und er befähigt Menschen. Jesus handelt nach dem Willen Gottes und verweist auf den Vater und den Geist. Der Heilige Geist wird auch als Geist von Christus bezeichnet (1. Kor 2,16b).

Weitere relevante Fragen können sein:

  • Was bedeutet „Taufe mit dem Heiligen Geist“?
  • Woran erkenne ich, dass der Heilige Geist wirkt?
  • Woran merke ich, dass ich den Heiligen Geist habe?
  • Wer bekommt den Heiligen Geist?
  • Ist der Heilige Geist Gott selbst?
  • Darf ich zum Heiligen Geist beten?
  • Was sind Geistesgaben?
  • Bekommen wir die Geistesgaben auch heute noch?

3.3 Gruppensession

Die Jugendlichen widmen sich in Gruppen jeweils einem Thema über den Heiligen Geist und werden damit Experten auf einem bestimmten Gebiet. Sie bekommen entsprechende Bibeltexte, Plakate, Stifte, Bibellexika und Konkordanzen. Mithilfe des Materials gestalten sie Plakate zu ihrem Thema. Währenddessen können sich die Mitarbeitenden den FAQ der Jugendlichen widmen und versuchen, Antworten darauf zu finden.

Gruppe 1: Gestatten? Heiliger Geist!

Erstellt einen Steckbrief über den Heiligen Geist. Wer ist er? Was macht ihn aus? Welche Aufgaben hat er? Wie zeigt er sich? Hilfreiche Bibelstellen: 1. Mose 1,2; Apostelgeschichte 2,1-4; 1. Korinther 2,10; Johannes 15,26; Römer 8,16.26.27; Epheser 4,30; 1. Korinther 12,7.11; 1. Petrus 1,2; 1. Korinther 2,10 f.; Galater 5,22-24.

Gruppe 2: Obstsalat? Früchte des Heiligen Geistes

Entwerft ein Plakat mit den Früchten des Heiligen Geistes (Gal 5,22-24). Zeichnet eine Person und schreibt die Eigenschaften dazu. Überlegt euch zu jeder Eigenschaft eine konkrete Situation: Wie handelt diese Person in den verschiedenen Situationen – einmal mit den Früchten des Geistes und einmal ohne die Früchte des Geistes?

Gruppe 3: Gaben des Geistes – Geschenke von Gott

Welche Gaben schenkt der Heilige Geist (1. Kor 12,1-11)? Haltet das auf einem Plakat fest, und auch, was hinter diesen Gaben steckt. Nehmt dazu ein Bibellexikon und eine Bibelkonkordanz zu Hilfe.

Gruppe 4: Interessantes und Co.

Welche Dinge über den Heiligen Geist gibt es, die man sonst nicht so oft hört? Blättert eure Bibeln durch auf der Suche nach interessanten Fakten. Haltet sie auf einem Plakat fest.

Überlegt gemeinsam, welche bildlichen Vergleiche die Dreieinigkeit und den Heiligen Geist veranschaulichen. Malt diese Bilder auf Plakate.

Im Anschluss stellen die Gruppen ihre Entdeckungen in einer Postersession vor.

3.4 Austausch

Die FAQ, die zu Beginn gesammelt wurden, können nun in einer moderierten Austauschrunde durchgegangen werden – dabei können die Spezialisten aus den Gruppen versuchen, mithilfe ihrer Entdeckungen Antworten zu formulieren und ggf. Bibelstellen dazu rezitieren. Die Jugendlichen sollten darin bestärkt werden, die Fragen auch aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz heraus zu beantworten. Können die Gruppen die Fragen nicht beantworten, werden sie an die Mitarbeitenden weitergegeben. Ist im weiteren Verlauf noch Zeit, kann Raum für ein vertiefendes Gespräch gegeben werden. Dabei können die Jugendlichen und die Mitarbeitenden zeugenschaftlich Stellung beziehen, z. B. zu diesen Fragen:

  • Wie habe ich den Heiligen Geist bisher erlebt?
  • Wie kann ich dem Heiligen Geist mehr Raum geben?
  • Was hat der Heilige Geist in mir verändert?
  • Wie spricht der Heilige Geist zu mir?

3.4 Abschluss im Plenum

Zum Schluss kann jeder einen dazu Satz sagen, was er über den Heiligen Geist entdeckt hat. Das Popcorn-Gebet beendet die Gruppenstunde (Spontangebet, bei dem die Jugendlichen in kurzen Sätzen beten können, ohne Amen zu sagen – ein Mitarbeitender beendet das Gebet durch ein Amen). Bei dem Gebet bietet es sich an, den Heiligen Geist ganz bewusst einzuladen, zum Beispiel so: „Heiliger Geist, ich wünsche mir, dass du mehr Raum in mir gewinnst.“

1. Vorbemerkungen

Nicht nur sein Leben, sondern gerade auch sein Gebetsleben ist faszinierend: Jesus. Wie hat er gebetet, was hat er gebetet und v. a. mit welcher Vollmacht tat er das? Was lernen wir von ihm? Wie betet man „in Jesu Namen“? Beten in Vollmacht?

2. Zielgedanke

Im Namen Jesu beten heißt, wie Jesus beten. Bevollmächtigt und eng verbunden mit Gott.

3. Einführung inkl. Exegese

Jesus: „Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“

Johannes 14,14

Jesus gibt hier etwas an seine Schüler weiter: ein unfassbares Versprechen für ein von Gott bevollmächtigtes Leben. Das hat er selbst vorgelebt.

a) Vollmacht bedeutet, dass Gottes Kraft und Wille sichtbar werden (Joh 2,18). Es geht als Nachfolger Jesu immer weniger um mich und immer mehr um Jesus (Johannes der Täufer in Joh 3,30). Selbst Jesus lebte nicht einfach drauflos, sondern tat nur das, zu dem er aus der Verbindung mit seinem Vater heraus angetrieben wurde (Joh 5,19).

b) Jesus lebte nach dem Prinzip: Ich bete, um zu erkennen, was GOTT von mir will; und das tue ich. Es geht beim Beten nicht um das, was ICH von Gott will und auch nicht um das, was ANDERE von mir wollen (Joh 6,38; 7,16). An manchen Stellen spricht Jesus sogar von der Macht, sich selbst aufzugeben (Joh 10,18).

c) Wenn wir beten geht es darum, dass Gottes Macht, Herrlichkeit und Größe sichtbar werden (Joh 11,40 ff.). Es geht nie darum, sich selbst zu verwirklichen. Sondern darum, mit dem Willen Gottes eins zu werden (Joh 12,25 f.). Von Herzen das zu wollen, was Gott will. Da kann es auch vorkommen, dass sich etwas in mir dagegen sträubt. Jesus ging es nicht anders (Joh 12,27). Und trotzdem blieb Jesus auf diesem Weg – Gott sei Dank. In Namen Jesu beten, bedeutet auch in herausfordernden Situationen treu zu bleiben und weiterzugehen.

d) Das Versprechen von Jesus soll uns mutig beten lassen: „Ihr dürft in meinem Namen um alles bitten, und ich werde eure Bitten erfüllen, weil durch den Sohn der Vater verherrlicht wird. Bittet, um was ihr wollt, in meinem Namen, und ich werde es tun!“ (Joh 14,13 f.). Hier zeigt sich Vertrauensgehorsam, den Gott belohnt. „In meinem Namen“ bedeutet: es entspricht dem Charakter und Willen von Jesus. Sein Name ist keine magische Formel, die man nur richtig anwenden muss und dann bekommt man, was man selbst will. Aber wenn ich Jesus ehrlich nachfolge und will, dass sein Wille zu meinem Willen wird, dann werden meine Gebete mit seinen Absichten übereinstimmen. Was könnte uns Besseres passieren als sein Wille!?!

e) Im Bild vom Weinstock und den Reben (Joh 15,5) macht Jesus deutlich, dass wir unseren Fokus nicht auf die Frucht, sondern auf die Verbindung zu ihm legen sollen. Was daraus entsteht – also die Frucht – darum kümmert er sich schon. Hauptsache, unsere Verbindung reißt nicht ab. Dann leben wir „in seinem Namen“. Mit dem Kommen des Heiligen Geistes, den Jesus seinen Schülern ankündigt, wird diese Art zu beten fortgesetzt. Wir leben in enger Verbindung mit dem dreieinigen Gott; der Heilige Geist prägt, lehrt und führt uns; und unsere Nähe zu Gott wird immer vertrauter (Joh 16,13-16.23). Im Namen Jesu bitten dringt direkt an Gottes Ohr.

f) Im „Hohepriesterlichen Gebet“ (Joh 17) lässt uns Jesus tief in sein Gebetsleben hineinblicken. Er betet darum, dass sein persönlicher Auftrag jetzt vorangeht. Also, dass Gottes Wille mit und für sein Leben mehr und mehr Gestalt gewinnt. Er betet im Namen seines Vaters darum, dass Gottes Wille geschehe. Und er betont, dass er sein Leben so gelebt hat, dass er seinem Vater Freude bereitet hat. Es ging im Leben von Jesus immer um Gott. Wonach Jesus sein Leben ausgerichtet hat ist einfach der Satz seines Vaters: „Du bist mein geliebter Sohn. An dir freue ich mich!“ (vgl. Mt 3,17; 17,5).

g) Jesus lebte ein Leben „im Namen Gottes“ vor. Und er übertrug dieses Leben – mit allen Rechten und Pflichten – auf seine Nachfolger (Joh 20,21-23). Die erste Person, mit der Jesus nach seiner Auferstehung über so ein Leben „im Namen von Jesus“ redete war Petrus (Joh 21). An ihm wird deutlich, dass so ein Leben nicht ohne einen „inneren Zerbruch“ entsteht. Hingabe bedeutet immer auch Aufgabe. Im Fall von Petrus war es v. a. der eigene Stolz und die Überheblichkeit, die er hinter sich lassen musste. Schließlich war er gescheitert. Wie überwindet Jesus den Zerbruch des Petrus? Durch Liebe. Petrus gesteht sich und Jesus ein: Meine Liebe ist nicht stark, aber sie ist echt! Und er hält an Jesus fest, allem Zweifeln an sich selbst und anderen zum Trotz. Er betete und lebte danach „im Namen von Jesus“ – nicht mehr in seinem Namen.

4. Einstieg

Zuerst: Spielt das Spiel „3000 verbotene Begriffe“ und wählt dazu Begriffe zum Thema „Gebet, Nachfolge, Beziehung zu Gott …“ ODER spielt das Spiel „Brain Loop“ und wählt die Kategorie „Gebet“.

Dann hört/schaut das Lied: „Things I prayed for“ von Eli mit übersetztem Text an. Inhaltlich geht es um die verschiedenen Gebete, je nach Alter. Tauscht euch im Anschluss über folgende Frage aus: „Wofür hast du gebetet, als du … Jahre alt warst?“

Häufige Ergebnisse dieser Reflexion:

  1. Altersstufe: als kleines Kind
    • Hauptinhalte: BITTE und DANKE. Alles dreht sich um mich. Alles ist möglich.
    • Typisches Gebet: „Danke, lieber Gott, für den schönen Tag. Bitte mach, dass wir heute auch wieder viel Spaß haben. Und ich wünsche mir ein Pony zum Geburtstag.“
  2. 2. Altersstufe: als Schulkind
    • Hauptinhalte: zum Ersten kommen noch: Schule, Familie und Freunde.
    • Typisches Gebet: „Danke für meine Freunde und dass es in der Schule heute ganz cool war. Bitte hilf mir morgen bei der Klassenarbeit. Und mach, dass mein Bruder und ich weniger streiten.“
  3. 3. Altersstufe: als Teenager
    • Hauptinhalte: dazu kommen: Gottes Wille erkennen, gute Entscheidungen treffen. Der Kreis der Menschen, für die man betet, wird größer.
    • Typisches Gebet: „Jesus, bitte zeig mir, bei welchem Praktikumsplatz ich mich bewerben soll. Ich weiß nicht, was ich mal werden will, aber ich will da auch keinen Fehler machen. Danke, dass meine Freundin beim nächsten Mal mit in den Teenkreis kommen will und bitte schenk doch, dass es ihr richtig gut gefällt und sie sieht, dass man als Christ nicht langweilig sein muss.“
  4. 4. Altersstufe: als junger Erwachsener
    1. Hauptinhalte: Gott rückt mehr in den Mittelpunkt und man selbst (hoffentlich) mehr an den Rand. Die Anbetung Gottes – ohne Dank und Bitten wird zentraler. Das weitere Umfeld von Familie, Gemeinde, Bekannten und sogar das Weltgeschehen werden zu Gebetsinhalten.
    2. Typisches Gebet: „Gott, ich lobe dich und bete dich an! Du bist der lebendige Gott. Du bist gut und machst keine Fehler. Ich befehle dir die Situation im Nahen Osten an und bete für die verfolgten Christen weltweit. Lass unsere Gemeinde immer mehr deinen Auftrag für unseren Ort entdecken und leben. Und hilf mir, dich immer mehr zu lieben mit meinem ganzen Leben.“

5. Hauptteil

A) „Im Namen Jesu beten“ bedeutet, in seinem Sinne zu beten. Beten ist mehr, als Gott etwas zu erzählen. Beim Beten geht es darum, aus einer engen Verbindung heraus, das eigene Leben zu gestalten. Von Gott gelenkt werden. Mit ihm in ständigem Kontakt zu sein und zu bleiben. Um zu lernen, wie das geht, schauen wir uns an, wie Jesus gebetet und gelebt hat.

Erarbeitet in Gruppen, wie Jesus mit seinem Vater unterwegs war. Bereite Zettel für vier Gruppen vor. („Im Namen Jesu beten – Wie kann ich eins werden mit Gottes Willen?“; darunter je einen der Punkte 3 A] bis D] und den/die dazugehörigen Bibelvers[e]. Aufgabe: Schreibt mit euren eigenen Worten eine Antwort [1-2 Sätze] auf ein Plakat und stellt es der ganzen Gruppe vor.)

Lass die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum präsentieren und ergänze ggf. eigene Gedanken.

B) Bevor ihr miteinander betet (siehe C), mache die Ergebnisse eurer Einstiegsreflexion sichtbar, indem du Blätter mit den Stichworten auf den Boden legst (Dank, Bitte, Schule, Familie, Freunde, gute Entscheidungen, Vergebung, Gottes Wesen, Gemeinde, Welt, …). Schreibe „darüber“ auf einem Flipchart die Worte „Im Namen Jesu!“

C) Betet miteinander „koreanisch“. Dabei beten alle gleichzeitig laut oder leise. Leite diese Gebetszeit so ein: „Auf der ganzen Welt beten jetzt gerade Menschen zu Gott. Und Gott hört jeden Einzelnen. Verrückt, aber wahr. Bei der Form, die wir heute ausprobieren, wird einem das in besonderer Weise bewusst.“

6. Abschluss

Singt (oder hört) das Lied: „Make my life a prayer to you“ von Keith Green. Mit der deutschen Übersetzung ist es eine Art Zusammenfassung des Themas.

1. Vorbemerkungen

Viele Teens erleben kaum noch Zeiten der Stille. In Phasen, wo das möglich wäre, stecken oft die Stöpsel im Ohr. Straßenlärm, Dauerbeschallung durch Fernseher, YouTube usw. haben zur Folge, dass Stille oft nicht eingeübt ist. Vielen fällt es zunehmend schwer, sich ganz auf eine Sache oder ein Gespräch zu konzentrieren. Der permanente Blick aufs Handy, die Angst, etwas zu verpassen und eine innere Rastlosigkeit stehen im Weg. Stille und Schweigen können da schwierig und sinnlos scheinen. Zugleich gibt es eine Sehnsucht danach, nicht getrieben, sondern ganz im Moment zu sein. In der Bibel spielt Stille eine große Rolle. Für die Teens (und auch für Erwachsene) kann das sehr herausfordernd sein.

2. Zielgedanke

Gott will nicht mit unseren Fernsehern, unserer Musik, unseren Handys und unserem Gelaber konkurrieren. Wenn wir erwarten, dass er sich Gehör verschafft, werden wir ihn nur selten erleben und hören. Wenn wir still werden und die Geräusche um uns zum Schweigen bringen, werden wir bereit für Gottes Reden.

3. Einführung inkl. Erklärungen

Gott begegnet vor allem in der Stille. Eindrücklich wird das in 1. Könige 19,11 ff., als Gott Elia im „ganz leisen Hauch“ begegnet. Einige Psalmbeter betonen den Stellenwert von Stille in der Gottesbeziehung und der eigenen Seelenhygiene (z. B. Ps 46,11; Ps 62,2; Ps 131,2). In Jesaja 30,15 ruft Gott selbst zur Stille auf und Jesus ist es im Neuen Testament, der uns vor Augen führt, wie entscheidend exklusive Zeit mit Gott in einem Alltag voller Trubel ist (Mk 1,35; Mk 6,45-46; Mk 14,32-34; Lk 4,42; Lk 5,16; Lk 6,12). Sein Leben war wahrscheinlich noch turbulenter als wir unseres empfinden und er musste immer wieder aktiv dafür sorgen, dass er Zeiten der Stille in seinen Alltag integrieren konnte. Für ihn schien das Priorität zu haben.

Christinnen und Christen verbinden mit dem Stichwort „Stille Zeit“ unterschiedliche Gefühle und Erfahrungen. Während „sie“ für manche ganz selbstverständlich dazu gehört, fühlen sich andere schuldig, weil sie sich ihrer Meinung nach zu wenig Zeit für Gebet und Bibellesen nehmen. Denn das bedeutet „Stille Zeit“ häufig: Beten, Bibellesen und evtl. eine Auslegung zum Bibeltext des Tages lesen. Für die „Stille Zeit“ ist Stille allerdings entscheidend. Es geht nicht nur um Bibellesen und Beten, es geht um das Freiwerden für das Hören auf Gottes Stimme. Dallas Willard bringt es in „Jünger wird man unterwegs“ so auf den Punkt (S. 188): „Körper und Seele sind so erschöpft, zersplittert und zerrissen, dass sie das Gebet, den Gottesdienstbesuch und das Bibelstudium überhaupt nicht angemessen wahrnehmen und füllen können. Also werden daraus starre und hohle Veranstaltungen, die man abhandelt. Ausgedehnte Stille und Einsamkeit (…) können ihnen wieder Kraft verleihen.“ Stille vor Gott ist etwas, mit dem wir uns selbst beschenken. Es geht nicht um fromme Pflichterfüllung. Das heißt nicht, dass es in „dürren Zeiten“ nicht gut ist, einen langen Atem zu haben. Aber es heißt auch, dass wir nichts abarbeiten oder erfüllen müssen. Das ist in der Vermittlung genauso wichtig, wie zu betonen, dass die eigene Gottesbeziehung auch die persönliche Zeit mit Gott braucht.

4. Einstieg

Spiel: „Vier Ecken Schreien“

Die Teens werden in vier Teams eingeteilt, die in vier Ecken stehen. Jeweils einer aus dem Team steht in der gegenüberliegenden Ecke. Jedes Team bekommt nun einen (unterschiedlichen) Satz gezeigt, den es – auf Kommando gleichzeitig mit den anderen Teams – so laut brüllen muss, dass ihn der gegenüberstehende Mitspieler hören kann. Es gewinnt das Team, dessen Mitspieler den Satz als Erster wiedergeben kann.

Brücke zum Thema „Stille und Zeit mit Gott“: „Im Alltag kann es einem mit Gott genauso gehen. Alles um einen herum ist laut und turbulent und es kostet viel Konzentration das rauszuhören, was Gott in all dem sagt.“

5. Hauptteil

Meine Zeit und ich

Jeder von uns hat gleich viel Zeit am Tag zur Verfügung: 24 x 60 Minuten. Das sind 1440 Minuten für jeden. Das macht ungefähr 10.000 Minuten pro Woche. Notiert auf einem (vorbereiteten) Zettel:

Wie viel Zeit verbringe ich mit Aktivitäten, die nötig sind (Schlafen, Essen, Bad, Schule) und wie viel Zeit habe ich ungefähr am Tag zur freien Verfügung?

Unterhaltet euch anhand dessen in kleinen Gruppen über folgende Fragen: Wie nutze ich meine Zeit? Bin ich zufrieden damit oder habe ich den Eindruck, Zeit zu verschwenden? Könnte mir (mehr) Stille guttun? Wie viel Zeit verbringe ich mit Gott?

Wo ist deine „Höhle“?

Lest 1. Könige 19,11-12, Jesaja 30,15 und Psalm 62,6-9 vor. Habt große Plakate mit den jeweiligen Versen und folgenden Fragen vorbereitet:

  1. Warum ist Stille für die Menschen / Gott hier wichtig?
  2. Wieso spricht Gott nicht im Getöse?
  3. Wie kann ich Stille und Zeit mit Gott in meinem Alltag leben?

Ladet die Teilnehmenden zu einem Schreibgespräch ein. In dieser Phase wird nicht geredet, sondern durch schriftliches Beantworten und Kommentieren ein reger Austausch angestoßen.

Bindet im Anschluss an das Schreibgespräch die Antworten der Teens in einen Input ein. Erzählt davon, wie ihr Zeit mit Gott in eurem Alltag erlebt, wo und wie sie gelingt, wo sie evtl. auch scheitert.

Elia ist in einer Höhle, abgeschieden vom Alltag, als seine Gottesbegegnung stattfindet. Auch in anderen Geschichten der Bibel sind Menschen in Höhlen, wenn sie mit Gott reden (z. B. David in Ps 57). Jesus ging oft auf einen Berg, um Zeit mit Gott zu verbringen (z. B. Mk 6,46). Höhlen und Berge können sinnbildlich dafür stehen, dass es gut ist, einen abgeschiedenen Ort zu haben, der einem hilft, den Lärm hinter sich zu lassen. Überlegt mit den Teens, wo solche Orte sein können und was helfen könnte, innerlich still zu werden (z. B. eine Kerze oder ein Kreuz, um sich darauf zu konzentrieren, dass Gott unser Licht ist / alles für uns gegeben hat). Erwähnt auch, dass es manchmal herausfordernd sein kann, äußere Geräusche und Ablenkendes abzuschalten, weil dann das Innere laut werden kann. Hier kann es helfen, die Gedanken und Gefühle, die einen dann bewegen, aufzuschreiben und das als Form zu wählen, um mit Gott ins Gespräch zu kommen.

Ihr könnt auch Bibellesehilfen vorschlagen (z. B. die „Lichtstrahlen“ vom BORN-VERLAG oder „pur“ vom Bibellesebund). Oder ihr schlagt vor, sich einzelne Verse auszuwählen und sich intensiv mit diesen auseinanderzusetzen und Gott beim Lesen immer wieder zu fragen: „Was bedeutet das für mein Leben? Was willst du mir damit sagen“ und sich dann Zeit zum „Hören in die Stille“ zu nehmen.

6. Abschluss

Jetzt wird’s praktisch

Jeder bekommt einen Bibelvers und 15 Minuten Stille. Wenn möglich, ladet die Teens ein, sich einen „einsamen“ Ort im Gemeindehaus oder bei gutem Wetter draußen zu suchen. Sie können ausprobieren, wie es ist, still zu werden und mit Gott ins Gespräch zu kommen. Tauscht euch über diese Erfahrung in kleinen Gruppen aus.

Wenn es passend erscheint, könnt ihr auch Verabredungen für den Alltag treffen und ankündigen, dass ihr euch beim nächsten Mal darüber austauscht, wie diese Erfahrungen waren. Endet mit einem Gebet.

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