Gott macht den Weg freiGott macht den Weg frei

Thema: Gott macht den Weg frei

Enthält: 7 Einheiten, 8 Bausteine
Verband: buch+musik , ejw-service gmbh
Materialart: Stundenentwurf (7)
Zielgruppen: Kinder, Kinder (7-11 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter

Gott macht den Weg frei, ein Erlebnis das Mose des öfteren gemacht hat. In diesem Thema wird sowohl die Geschichte Mosees, als auch einige Ideen für die praktische Jugendarbeit zur Verfügung gestellt.


Vorschau:

Die biblische Gestalt des Mose

Mose! Der ist bekannt. Das war doch derjenige, der dem mächtigen Pharao die Stirn geboten und das Volk Israel aus Ägypten herausgeführt hat? Der die Zehn Gebote am Berg Sinai empfangen hat? Solch eine berühmte und starke Führungspersönlichkeit soll ein Vorbild auch für mich sein? Da kann ich mich doch überhaupt nicht daran messen.

Wenn wir nur die starken Seiten des Mose betrachten, stimmt diese Ansicht vielleicht. Doch die Bibel beschreibt Mose als einen Menschen mit Stärken und Schwächen. Und gerade das macht mir Mose so sympathisch.

Er war nicht nur der große Held, sondern ein Mensch wie du und ich. Aber ein Mensch, mit dem Gott Großes vorhatte. Ein Mensch, der trotz Schwächen und Zweifel den Auftrag, den Gott ihm gab, angenommen und durchgeführt hat. Ein Mensch, der Fehler gemacht hat und einsehen musste, dass er selbst nicht der große Held ist. Und trotzdem hat Gott an ihm festgehalten. Bis zuletzt, doch nicht ganz … aber jetzt der Reihe nach.

Die Gestalt des Mose hat es gegeben, so wie auch davon ausgegangen werden kann, dass der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten stattgefunden hat. Im zweiten Buch der Bibel, dem Buch Exodos (griechisch für „Auszug“, Abkürzung Ex) ist Mose das Kind einer hebräischen Familie, das durch die Tochter des Pharao vor den grausigen Befehlen ihres Vaters, alle hebräischen Jungen zu töten (Ex 1, 16), gerettet wurde.

Mose wuchs als ägyptischer Prinz am Hof des Pharao auf (Ex 2, 1–10). Ägyptischen Ursprungs ist auch sein Name, der bedeutet „Gott hat ihn gezeugt“. Vergleichbare ägyptische Namen wie Tutmoses oder Ramses bezeugen dies. Mose war wohl ein Heißsporn, der sich schnell provozieren ließ und seine eigenen Kräfte nicht im Griff hatte. Deshalb erschlug er einen ägyptischen Sklavenaufseher, der einen seiner Landsleute auspeitschte. Aus Angst floh er daraufhin ins Land Midian (Ex 2, 11–25). Dort fand er Aufnahme, heiratete Zippora, die Tochter des Priesters Jitro (Ex 3, 1) und wurde von Gott beauftragt, sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten zu befreien (Ex 3, 16–22). Doch Mose wollte sich zuerst nicht diesem Auftrag stellen. Er fand zahlreiche Ausflüchte: „Die Israeliten werden mir nicht glauben“, „Ich kann nicht gut vor Menschen reden“, „Sende, wen du senden willst“ (aber nicht mich) (vgl. Ex 4, 1–16). Gott aber überzeugte Mose und stellte ihm seinen Bruder Aaron an die Seite. Zurück in Ägypten, forderte Mose den Pharao (es war wohl Ramses II, Regierungszeit 1279–1213 v. Chr.) auf, das Volk Israel zurück in seine Heimat ziehen zu lassen.

Als der Pharao sich weigerte, kamen zehn Plagen über Ägypten (Ex 7–11). Schließlich konnte das Volk Israel in die Freiheit aufbrechen (Ex 12). Mit dem Gang durch das Schilfmeer wurde es vor den Verfolgern gerettet (Ex 14). Der Weg durch die Wüste war anstrengend, und so musste Gott oft eingreifen, um die Klagen seines Volkes zu besänftigen und ihnen neue Kraft zu geben.

Mose wird dabei als Vermittler zwischen Gott und den Menschen dargestellt (vgl. die Speisung mit Manna und Wachteln Ex 16 und das Wasser aus dem Felsen Ex 17).

Das bedeutendste Ereignis, das Mose als FĂĽhrer des Volkes Israel widerfuhr, war der Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai (Ex 20). Doch auch im fortgeschrittenen Alter packte ihn immer wieder seine Wut: So zerschmetterte er die beiden Gebotstafeln, als er das goldene Stierbild des Volkes sah (Ex 32, 19).

Die Krönung seiner Karriere blieb Mose versagt. Weil er Gott nicht genug vertraute, durfte er das Volk nicht ins gelobte Land führen (vgl. 4. Mose 20, 12), sondern das versprochene Ziel nur von der Ferne aus sehen (vgl. 5. Mose 34).

Die Schreiber der biblischen BĂĽcher dachten Mose verschiedene Rollen zu:

Zum einen ist Mose der Anführer des Volkes Israel, der seine Aufgaben allein deshalb erfüllen konnte, weil Gott mit ihm war (vgl. Ex 3, 9–14). Dann ist Mose der zentrale Vermittler zwischen Gott und Menschen. Schließlich tritt er als Prophet auf, der den Willen Gottes verkündet und für sein Volk vor Gott eintritt (Ex 37, 7–14).

In diesen Rollen und Handlungsweisen sehe ich Vorbildhaftes für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch als Mitarbeiterin/ Mitarbeiter darf ich sicher sein, dass Gott mich bei meinen Aufgaben und bei aller Verantwortung, die ich übernehme, begleitet. Das soll kein Freibrief für Unachtsamkeit, sondern eine Entlastung sein. Gott ist da! Er befähigt mich – wie Mose –
mit dem, was für meine Aufgabe nötig ist. Und er stellt mir Menschen wie Aaron zur Seite, die mich unterstützen.

Auch ich kann Vermittlerin/Vermittler sein. Ich kann den Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Gott ermöglichen: durch mein persönliches Verhalten, oder dadurch, wie ich mit Gott und seiner Botschaft in Kontakt trete.

Ganz wichtig finde ich es auch – wie Mose – als „Fürbitter“ für die mir anvertrauten Menschen einzutreten. So können wir im Gebet vor Gott an die Sorgen und Probleme der Kinder und Jugendlichen denken.

Bei all dem müssen wir – wie Mose – keine Helden sein. Auch wir haben unsere Schwächen und machen Fehler.

Gott steht dennoch zu uns, und zwar – im Unterschied zu Mose – bis zum Ende, ganz bedingungslos. Das hat Jesus Christus ermöglicht und versprochen.

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