„(R)auszeit | Jesus und Berge“ – eine Freizeit für Kinder

„(R)auszeit“ – eine Freizeit für Kinder

Das Thema

Unter dem Titel „(R)auszeit – mein Sommer mit Jesus“ haben wir zwei Freizeitwochen für Kinder konzipiert. „(R)auszeit“, weil es für viele Kinder ein Bedürfnis ist, in den Ferien einfach mal rauszugehen aus dem eigenen Zuhause; „Auszeit“, weil die Freizeit eine Auszeit vom Alltag sein soll. Kinder lernen in den Bibelgeschichten Jesus (näher) kennen. Wir lassen die Geschichten in Anspielen lebendig werden. Eine Freizeitwoche wird es um „Jesus und das Wasser“ gehen, die andere Woche um „Jesus und die Berge“. Ihr könnt wählen, welche Woche ihr machen wollt, natürlich sind auch beide Wochen nacheinander machbar, in diesem Fall müsste zuerst die Wasserwoche veranstaltet werden, dann die Bergwoche.
Um die Geschichten in die Jetzt-Zeit zu übertragen, haben wir eine Rahmengeschichte geschrieben. Ein Seebär und eine Landratte reisen per Zeitmaschine nach Israel und erleben dort ihr ganz persönliches Reiseabenteuer. Die beiden Figuren nehmen Kinderfragen auf und schaffen eine Klammer um die Bibelgeschichte. Jeden Tag gehen die Rahmenfiguren auch auf einen Gegenstand ein, der zu einem Wasser-/Bergurlaub und zur Geschichte passt. Diese Gegenstände sind auch ein guter Aufhänger, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen oder ihnen den Gegenstand als Erinnerung mitzugeben. Zu jeder biblischen Geschichte findet ihr eine „Vertiefung“, d.h. ein Programmvorschlag für Kleingruppengespräche + Kreativ/ Spielideen zum biblischen Thema.

Filmclips

Bibelanspiele und Rahmengeschichte werden momentan verfilmt, ihr könnt die Clips ab Mitte Juli hier herunterladen. Die Anspiele und die Rahmengeschichte werden als Extradateien abgespeichert, sodass ihr entscheidet, was ihr den Kindern zeigt bzw. selber spielt. Die Anspiele findet ihr schriftlich bereits hier auf der Seite.

Programm

Im Programmplan findet ihr Ideen, was ihr mit den Kindern machen könnt. Wir haben nicht alle Ideen ausgearbeitet, sie sollen euch inspirieren für eigene Ideen. Ebenso findet ihr fertig ausgearbeitete Workshops für kreative Momente. Die Zeitangaben sind nicht in Beton gegossen, macht und gestaltet auch das Programm so, wie es zu den örtlichen Gegebenheiten passt.

Um mit eventuell geplanten oder spontan möglichen Familien-Urlauben nicht zu kollidieren (Wechsel-Rhythmen Samstag – Samstag), empfehlen wir eine Durchführung des Ferien-Konzeptes von Sonntag-Nachmittag bis Freitag-Abend.

Das (R)auszeit-Team

Wir sind dankbar, dass sich in kurzer Zeit unser Freizeitvorbereitungsteam gebildet hat. Dieses Konzept haben entwickelt und erarbeitet (in alphabetischer Reihenfolge):

Aus dem CVJM Baden
Damaris Dietelbach, Hendrik Schneider

Aus dem EJW Württemberg
Jan Bechle, Jana Hinderer, Julia Hofer, Michael Hummel, Anna Mader, Julian Meinhardt, Antje Metzger, Julia Peter, Sascha Petzold, Markus RöckerHanna Sperrer, Jakob Seibold, Dominik Strey

Nun wünschen wir euch gute Freizeitvorbereitungen, tolle Ideen, bereichernde Momente mit den Kindern, viel Mut und Entschlossenheit in der Umsetzung mit aller nötigen Vorsicht und Gottes reichen Segen,

euer (R)auszeit-Team

Programmplan: Jesus und Berge

Sonntag Montag
Was Glück ist (Seligpreisungen) / Mt. 5,1-12 / Gegenstand: Glücksschwein
Dienstag
Jesus kann mehr, als du denkst (Speisung der 5000) / Mk. 6,30-44 / Gegenstand: Vesperdose
Mittwoch
Du kannst dem Nächsten Gutes tun (Barmherziger Samariter) / Lk. 10,25-37 / Gegenstand: Arbeitshandschuhe
Donnerstag
Was Jesus getan hat (Golgatha) / Lk. 23,26-49 / Gegenstand: Holzkreuz
Freitag
Jesus ist immer an deiner Seite (Himmelfahrt) / Lk. 24,50-53; Apg. 1,9-11 / Gegenstand: Karabiner
8:30 Frühstück Frühstück Frühstück Frühstück Frühstück
9:00 Beginn: Begrüßung, Spiel … Beginn Beginn Beginn Beginn
9:30 Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
9:45 Vertiefung Vertiefung Vertiefung Vertiefung Vertiefung
10:15 Scrabble XXL Popcorn: Zutaten erspielen + herstellen Die perfekte Minute Sportvormittag Fotobox: Urlaubsoutfit Berge + Requisiten für alle
12:00 Mittagessen Mittagessen Mittagessen Mittagessen Mittagessen
12:30 13:30 Beginn mit Begrüßung (und Snack?) Workshops Workshops Workshops Workshops Workshops
14:00   Snack Snack Snack Snack Snack
14:15/14:30 14:00 Kennenlern Action + Wochenablauf erklären Wurfspiele Ausflug (vielleicht ab Mittagessen) Soziale Aktion Mr. X Challenge für alle Gruppen Geländespiel mit Gegenständen aus der Woche
17:00 Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
17:10 Ende Ende Ende Ende Ende Ende

Ablauf Woche A als Word-Datei herunterladen

„(R)auszeit“ – eine Freizeit für Kinder

Das Thema

Unter dem Titel „(R)auszeit – mein Sommer mit Jesus“ haben wir zwei Freizeitwochen für Kinder konzipiert. „(R)auszeit“, weil es für viele Kinder ein Bedürfnis ist, in den Ferien einfach mal rauszugehen aus dem eigenen Zuhause; „Auszeit“, weil die Freizeit eine Auszeit vom Alltag sein soll. Kinder lernen in den Bibelgeschichten Jesus (näher) kennen. Wir lassen die Geschichten in Anspielen lebendig werden. Eine Freizeitwoche wird es um „Jesus und das Wasser“ gehen, die andere Woche um „Jesus und die Berge“. Ihr könnt wählen, welche Woche ihr machen wollt, natürlich sind auch beide Wochen nacheinander machbar, in diesem Fall müsste zuerst die Wasserwoche veranstaltet werden, dann die Bergwoche.
Um die Geschichten in die Jetzt-Zeit zu übertragen, haben wir eine Rahmengeschichte geschrieben. Ein Seebär und eine Landratte reisen per Zeitmaschine nach Israel und erleben dort ihr ganz persönliches Reiseabenteuer. Die beiden Figuren nehmen Kinderfragen auf und schaffen eine Klammer um die Bibelgeschichte. Jeden Tag gehen die Rahmenfiguren auch auf einen Gegenstand ein, der zu einem Wasser-/Bergurlaub und zur Geschichte passt. Diese Gegenstände sind auch ein guter Aufhänger, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen oder ihnen den Gegenstand als Erinnerung mitzugeben. Zu jeder biblischen Geschichte findet ihr eine „Vertiefung“, d.h. ein Programmvorschlag für Kleingruppengespräche + Kreativ/ Spielideen zum biblischen Thema.

Filmclips

Bibelanspiele und Rahmengeschichte werden momentan verfilmt, ihr könnt die Clips ab Mitte Juli hier herunterladen. Die Anspiele und die Rahmengeschichte werden als Extradateien abgespeichert, sodass ihr entscheidet, was ihr den Kindern zeigt bzw. selber spielt. Die Anspiele findet ihr schriftlich bereits hier auf der Seite.

Programm

Im Programmplan findet ihr Ideen, was ihr mit den Kindern machen könnt. Wir haben nicht alle Ideen ausgearbeitet, sie sollen euch inspirieren für eigene Ideen. Ebenso findet ihr fertig ausgearbeitete Workshops für kreative Momente. Die Zeitangaben sind nicht in Beton gegossen, macht und gestaltet auch das Programm so, wie es zu den örtlichen Gegebenheiten passt.

Um mit eventuell geplanten oder spontan möglichen Familien-Urlauben nicht zu kollidieren (Wechsel-Rhythmen Samstag – Samstag), empfehlen wir eine Durchführung des Ferien-Konzeptes von Sonntag-Nachmittag bis Freitag-Abend.

Das (R)auszeit-Team

Wir sind dankbar, dass sich in kurzer Zeit unser Freizeitvorbereitungsteam gebildet hat. Dieses Konzept haben entwickelt und erarbeitet (in alphabetischer Reihenfolge):

Aus dem CVJM Baden
Damaris Dietelbach, Hendrik Schneider

Aus dem EJW Württemberg
Jan Bechle, Jana Hinderer, Julia Hofer, Michael Hummel, Anna Mader, Julian Meinhardt, Antje Metzger, Julia Peter, Sascha Petzold, Markus RöckerHanna Sperrer, Jakob Seibold, Dominik Strey

Nun wünschen wir euch gute Freizeitvorbereitungen, tolle Ideen, bereichernde Momente mit den Kindern, viel Mut und Entschlossenheit in der Umsetzung mit aller nötigen Vorsicht und Gottes reichen Segen,

euer (R)auszeit-Team

Programmplan: Jesus und Wasser

Sonntag Montag
Komm mit (Berufung Fischer) / Mk. 1,16-20 / Gegenstand: Flip-Flop
Dienstag
Jesus schenkt dir mehr (Hochzeit zu Kana) / Joh. 2,1-12 / Gegenstand: Wasserflasche
Mittwoch
Jesus ist stärker, als Angst (Sturmstillung) / Mk. 4,35-41 / Gegenstand: Reisekissen
Donnerstag
Jesus sieht deine Not (Teich Bethesda) / Joh. 5,1-16 / Gegenstand: Sonnenbrille
Freitag
Jesus gibt dir ein Beispiel (Fußwaschung) / Joh. 13,1-20 / Gegenstand: Sonnenmilch
8:30 Frühstück Frühstück Frühstück Frühstück Frühstück
9:00 Beginn: Begrüßung, Spiel … Beginn Beginn Beginn Beginn
9:30 Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
Video:
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Rahmengeschichte
09:45 Vertiefung Vertiefung Vertiefung Vertiefung Vertiefung
10:15 Schnitzeljagd Fotorallye Brett- und Kartenspiele Sportvormittag: Scooter, Badminton, Wikinger Schach, Cross Boule Fotobox: Urlaubsoutfit Meer + Requisiten für alle
12:00 Mittagessen Mittagessen Mittagessen Mittagessen Mittagessen
12:30 13:30 Beginn mit Begrüßung (und Snack?) Workshops Workshops Workshops Workshops Workshops
14:00   Snack Snack Snack Snack Snack
14:15/14:30 14:00 Kennenlern-Action + in Wochenablauf reinnehmen Fang- und Staffelspiele SchwimmnudelAusflug Radtour vielleicht schon ab Mittagessen Wasserolympiade
Alternativ: Das Wunderrezept
Soziale Aktion Eis essen gehen + alle Gruppen hinterlassen sich gegenseitig Geschenke
17:00 Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
Video:
Abschlussgeschichte
17:10 Ende Ende Ende Ende Ende Ende

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Die Jahreslosung 2021 drückt in einer kurzen und prägnanten Forderung ein wichtiges Instrument zum friedlichen Miteinander aus: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig, ist.“ (Lukas 6,36) Da gibt es doch kaum noch etwas hinzuzufügen und schon gar nichts daran auszusetzen. Alle – auch Politiker – sind dazu aufgefordert, barmherzig zu handeln, weil unser Vater barmherzig ist.

Es gibt dennoch kritische Stimmen, die behaupten, Politiker könnten gar nicht barmherzig sein. Die Not, die uns umgibt, sei doch „denen da oben“ egal. Das stimmt natürlich nicht.  Doch gleichwohl die Aufforderung zur Barmherzigkeit von Jesus so kurz und einfach ist, so schwer kann durchaus deren Umsetzung im politischen Alltag sein.

Denn aus dieser Aufforderung entstehen Fragen wie:

  • Muss ich als Politiker immer barmherzig sein, auch wenn beispielsweise ein Abgeordneter aus der Opposition eine komplett andere Meinung vertritt?
  • Muss ich aus Barmherzigkeit allen Menschen in Not helfen?
  • Darf ich mich als Politiker nur von meinem Herz leiten lassen?

Es ist richtig, Barmherzigkeit ist unentbehrlich – auch für uns als Politiker. Aber diese Tugend stellt uns vor die enorme Herausforderung, sie in jeder Facette des politischen Alltagslebens umzusetzen. Für Politiker spielen zudem viele andere Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Daher ist meine Antwort auf die Aufforderung aus dem Lukas-Evangelium: Barmherzigkeit und der gesunde Menschenverstand reichen sich einander die Hand.

Aufgrund dessen gefällt mir komplementär zu Lukas 6,36 die Geschichte des barmherzigen Samariters so gut. Er rettet einen fast Toten am Wegesrand. Aber er gibt nicht sein komplettes Leben dafür auf oder lässt seinen Arbeitsalltag im Stich. Er integriert einen Wirtsmann in die Genesung und zieht seines Weges weiter, natürlich nicht ohne nach ein paar Wochen den Gesundheitsstand des Geretteten zu überprüfen.

So ähnlich sehe auch ich meine Aufgabe als Politiker. Ich muss selbstverständlich in meinem Amt barmherzig sein, die Nöte der Menschen in Deutschland und meinem Wahlkreis erkennen, aber ich muss gleichzeitig auch abwägen, welche Aufgaben andere besser bewältigen können. Kein Politiker kann, und wenn er noch so barmherzig wäre, Deutschland oder die ganze Welt retten.

Gott sei Dank leben wir hier in Deutschland in einer Demokratie. Demokratisch handeln bedeutet auf komplexe Probleme einvernehmliche Kompromisse zu finden. Eine Debatte in der Fraktion oder im Parlament kann und darf dann schon einmal ziemlich hitzig werden, doch bin ich überzeugt, wer barmherzig und klug streitet, kann eine umso nachhaltigere Lösung erringen.

Mir gefällt nicht nur als Politiker, sondern auch als Familienvater die Jahreslosung sehr gut. Denn auch wenn ich privat als Vater oder öffentlich als Politiker Barmherzigkeit ausübe, werde ich dem hohen Anspruch bestimmt nicht immer gerecht. Ich bin ja weder als Privatmann noch als Politiker perfekt. Wie schön, dass es wenigstens einen gibt, der Barmherzigkeit in absoluter Perfektion beherrscht: Unser Vater im Himmel. Von ihm dürfen wir lernen.
Ich freue mich daher, dass die Jahreslosung 2021 uns zur Barmherzigkeit aufruft und uns jeden Tag daran erinnert, dass wir barmherzig unseren Nächsten begegnen sollen, weil Gott an uns auch immer barmherzig handelt.

Den Song hören und den Liedtext wahrnehmen

Das Lied von A. Frey findest du auch hier auf YouTube als bilderreiches Video.

1. Unsere Geduld ist schnell am Ende
Deine Langmut reicht für alle Zeit
Unsere Vorrat geht so schnell zur Neige
Deine Fülle reicht unendlich weit
Unsere Liebeskraft kommt schnell an Grenzen
Deine Liebe ist bedingungslos
Unsere Vergebung ist oft kleinlich
Deine Gnade ist unendlich groß

Bridge: Der Mond scheint nur wenn ihn die Sonne trifft
So leuchten wir in deinem Angesicht

Refrain: Du bist barmherzig
Vater dein Herz ist immer offen
Du bist barmherzig
Vater das lässt mich wieder hoffen
Du bist barmherzig
Jetzt kann mein Herz sich wieder öffnen

2. Wir verlieren dich schnell aus den Augen
Du hältst Ausschau nach uns jeden Tag
Wir wollen unseren Platz bei dir verdienen
Du nimmst uns als deine Kinder an
Wir wollen unsere Schulden selbst begleichen
Du vergibst in einem Augenblick
Wir können nur selbst barmherzig werden
Weil dein Blick auf uns barmherzig ist
-> Bridge & Refrain

„Barmherzigkeit“: Was soll das überhaupt bedeuten?

Im Duden findet man, wenn man nach „Barmherzigkeit“ sucht, die Angaben „mitfühlend, mildtätig gegenüber Notleidenden und Verständnis für die Not anderer zeigend“. Für Martin Luther zeigt sich Barmherzigkeit daran, dass man mit dem Herzen bei den Armen ist. Barmherzigkeit ist mehr als nur Mitgefühl, lange nicht so oberflächlich.
Aber wer von uns ist heute noch barmherzig? Sind uns unsere eigenen Probleme nicht viel wichtiger? Nehmen wir uns noch die Zeit, um Verständnis für andere Notleidende zu zeigen? Oft geht das doch vollkommen unter im Alltagsstress!

Was schwingt in MIR?

Wir sehen, dass die Corona-Zahlen wieder steigen, viele hamstern schnell wieder etwas Klopapier und verlieren dabei ganz aus dem Blick, wie es den Anderen um uns herumgeht. Seien es unsere Nachbarn, die durch unsere Hamsterkäufe keine Nudeln mehr bekommen oder aber die Menschen in ärmeren Ländern, die durch ein viel schlechteres Gesundheitswesen erst gar nicht auf den Gedanken kommen, sich mit Hamsterkäufen zu beschäftigen.

Wenn wir bemerken, dass unser Handy nach einem Jahr etwas langsamer läuft und man auf vieles länger warten muss oder ein neues noch viel besseres Handy auf dem Markt ist, kaufen wir uns schnell dieses. Dabei verlieren wir aber alle Anderen und alles Andere aus dem Blickfeld! Nur damit wir ein paar Sekunden weniger warten müssen, bis unser Handy hochgefahren ist. Wie geht es unserer Umwelt damit und den Kindern, die in den Coltan-Mienen arbeiten müssen?

Barmherzig leben wie der Vater…

Mit der Jahreslosung 2021 spricht ER deutlich, Jesus Christus: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36) Gott ist barmherzig!

So singt es auch Albert Frey in diesem Lied: „Du bist barmherzig // Vater, dein Herz ist immer offen“. In der Jahreslosung fordert Jesus uns auf, auch barmherzig zu sein, egal, wie Andere leben, und egal, ob wir dadurch einen persönlichen Vorteil haben.
In dem Lied wird der Gegensatz zwischen den Menschen und Gott deutlich. ER ist liebevoll, gnädig und geduldig, ER nimmt uns an und verliert uns nicht aus dem Blick. Und DADURCH können wir das Licht Gottes reflektieren, wie es in der Song-Bridge dann ausgesagt ist: „Der Mond scheint nur, wenn ihn die Sonne trifft // So leuchten wir in deinem Angesicht.“

Ein schöner Vergleich wie ich finde. Ohne Gott wäre alles dunkel, und wir könnten auch nicht leuchten. Aber Gott ist barmherzig! Und durch seine Barmherzigkeit können und sollen auch wir barmherzig sein!
Wann warst du zuletzt barmherzig?

-> Hinweis: Will sich ein Gespräch ergeben?

Jedes Jahr veröffentlicht das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) eigens einen Song zur Jahreslosung. „Das ist das Wunder!“ ist der Titel des Liedes für die Jahreslosung 2021 mit Jesu Wort: „Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6,36)

Dieses Wunder der Barmherzigkeit besteht darin, dass Gottes Liebe unsere Gedanken und Herzen immer wieder neu weit macht – und entdecken lässt, dass wir einander brauchen. So werden wir fähig, Zeit zu verschenken, Schweres mitzutragen, Brücken zu bauen und wachsam die Menschenfeindlichkeit vertreiben – wie in den Strophen des Liedes dann ausgeführt ist.

Der Text stammt von Gottfried Heinzmann, die Musik wurde von Hans-Joachim Eißler komponiert. Das Notensheet findest du zum direkten Download hier mit dieser PDF. (Bitte beachte, dass durch deinen Klick hier die PDF direkt – im Hintergrund – in deinen Download-Ordner geladen wird.)

Start

Stellt euch mal vor, ihr seid von der Schule auf dem Weg nach Hause. Vor euch läuft eine alte Frau. Sie geht ganz gebückt, weil sie schwere Einkaufstaschen trägt. Plötzlich reißt eine der Plastiktüten, und alles kullert davon: Äpfel, Karotten und alles, was sonst noch in der Tasche war. Was würdet ihr machen? (Zeit für „stille Antworten“ lassen)
Die Situation noch verschärfen und fragen: Und was, wenn die alte Frau eure unfreundliche Nachbarin ist, die euch früher immer geschimpft hat, weil ihr zu laut wart oder euer Ball beim Spielen in ihren Garten geflogen ist? Würdet ihr dann auch helfen? Oder was wäre, wenn ihr ganz dringend nach Hause müsstet, weil ihr noch einen Termin beim Zahnarzt habt?

Story

Heiß ist es – und ganz still. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel auf einen staubigen Weg. Zwischen den braun roten Steinen und verdorrten Büschen bewegt sich etwas. Es ist ein Mann, der dort liegt und gerade mühsam die Augen öffnet. Stöhnend versucht er sich aufzusetzen, doch vor Schmerz schreit er auf. Jede Bewegung schmerzt. Sein linker Fuß scheint gebrochen zu sein. Wie ist er hierher gelangt? Was ist passiert? Er versucht sich zu erinnern. „Mein Name … ist Aram…“, denkt er und ist froh, dass er sich zumindest das noch ins Gedächtnis rufen kann. Heute morgen hatte er sich in aller Frühe aufgemacht, um nach Jericho zu reisen. Voll gepackt waren die Satteltaschen seines Esels mit wertvollen Gewürzen, schönen bunten Stoffen, Schmuck und anderen Waren, die er in Jerusalem gekauft hatte.

Sein Esel! Erschreckt schaut Aram sich um. Doch um ihn herum türmen sich nur rauhe Felsen auf. Von seinem Esel ist weit und breit nichts zusehen. Aram wendet suchend den Kopf. Das schmerzt! Er betastet seine Stirn. Eine riesige Beule ist zuspüren, und als er die Finger wieder wegzieht, merkt er, dass die Wunde blutet. Er schaut an sich hinunter und stellt fest, dass er nur ein paar zerrissene Kleidungsstücke trägt. Die Mittagssonne brennt auf seiner Haut. Wie ist er nur in diese Lage geraten? Hat der Esel ihn etwa abgeworfen und ist davongelaufen? Angestrengt denkt Aram nach. „Ich bin hier auf dem Weg geritten …“, murmelt er vor sich hin, „… und dann… da, hinter dem Fels, da war jemand! Ich habe gerufen, aber niemand ist herausgekommen…“

Aram wird es ganz mulmig. Langsam fällt ihm wieder ein, wie es weiterging: Er war näher an den Felsen geritten, als plötzlich ein paar Männer hervorsprangen. Sie schwangen große Knüppel. Sein Esel wollte erschreckt lospreschen, doch da hatten die Männer schon die Zügel gefasst und ihn heruntergezerrt. „Lass mal sehen, was du dabei hast! Her mit deinen Sachen!“, riefen sie, und schon prasselten die Schläge auf ihn ein. Das Letzte, woran er sich erinnern kann, ist ein besonders harter Knüppelhieb auf den Kopf und Schritte, die sich eilig entfernen. Dann: Dunkelheit. „Ein Überfall… ich bin überfallen worden…“, murmelt Aram fassungslos.

Er tastet nach dem kleinen Beutel mit Geld, den er immer am Gürtel trägt, doch der ist verschwunden. Sein Mantel, seine Schuhe, sein ganzes Gepäck – alles wurde gestohlen! Nicht einmal seine Wasserflasche ist ihm geblieben. Notdürftig reißt Aram ein Stück von seinem zerfetzten Gewand ab und legt es auf die blutende Wunde am Kopf. Mehr kann er nicht tun.

„Hilfe!“, ruft er, erst leise, dann immer lauter. „Hilfe! Hilfe! Ist denn da niemand? Ich brauche Hilfe!“ Ihm kommt es vor wie eine kleine Ewigkeit, als er endlich gegen die Sonne auf dem Weg eine Person sieht. Er hebt die Hand und beschattet seine Augen. Ein Mann ist es, der auf einem hübschen Esel reitet. Er trägt eine weiße Kopfbedeckung und hat ein buntes Gewand an. Das ist ein Priester! Erleichtert sinkt Aram zurück. Jetzt wird er Hilfe bekommen. Der Priester reitet näher und betrachtet den Verletzten. Er streicht sich mit der Hand durch den Bart und murmelt etwas, das Aram nicht versteht. Plötzlich zieht er am Zügel, und der Esel trabt eilig mit ihm davon. „He! Du kannst mich doch hier nicht einfach liegen lassen! Komm zurück!“, ruft Aram entsetzt. Vergeblich! Bald schon ist von dem Priester und seinem Esel nichts mehr zu sehen. Aram kann es nicht glauben. Der Priester hat ihn einfach hier liegen lassen! Er sinkt zurück und schließt die Augen. Was jetzt? In der Zwischenzeit ist es bereits Nachmittag. Aram hat seit Stunden nichts gegessen und getrunken, und sein ganzer Körper schmerzt. Seine Stimme hört sich vom vielen Schreien schon ganz heiser an, doch Aram will nicht aufgeben. „Hilfe! Hilfe!“, ruft er wieder. Erschöpft versucht er, nicht wegzudösen, sondern den Weg im Auge zu behalten. Und seine Hoffnung erfüllt sich: Ein zweiter Mann erscheint mit zügigen Schritten. Er scheint ganz in Gedanken versunken und bemerkt Aram erst, als er schon beinahe an ihm vorbei ist. Aram will erklären, was passiert ist, aber seine Stimme versagt, und er kann nur noch wimmern. Er sieht den Mann nur an, doch dieser blickt schnell weg, schaut sich unruhig um und windet nervös die Hände. Schließlich geht er schnell weiter, ohne Aram zu helfen. An der Kleidung erkennt Aram, dass der Andere ein Levit war, ein Tempeldiener, der dafür zuständig ist, den Priestern zu helfen und mit Musik und Gesang Gott zu loben. „Warum hat er mir nur nicht geholfen?“, denkt Aram verzweifelt.

Zoom

  • Der Priester und der Levit sehen den Verletzten, aber sie helfen ihm nicht. Welche Gründe könnten sie haben?
  • Hast du auch schon mal gehofft, dass andere dir helfen, aber nichts ist passiert?
  • Wo würdest du helfen, auch wenn dich das selbst in Gefahr bringen würde?

Der Priester und der Levit wissen nicht, was sie tun sollen. Vielleicht denken sie, der Verletzte wird zu Recht bestraft. Sie kennen ihn ja gar nicht. Oder sie haben Angst, dass die Räuber noch in der Nähe sind und auch sie überfallen könnten. Vielleicht ist das nur eine Falle und der Verletzte gar nicht wirklich verletzt?! Oder sie wollen sich am Blut des Überfallenen nicht verunreinigen. Der Priester kommt aus Jerusalem, er hat im Tempel gearbeitet und geht nach Hause. Wahrscheinlich ist er müde. Der Levit geht zum Tempel. Wenn er Blut oder gar einen Toten berührt, wird er unrein und darf dort nicht arbeiten.

Die Sonne steht schon tief. Aram hat Schmerzen und seine Kehle ist vor Durst ganz ausgetrocknet. Er kann keinen klaren Gedanken mehr fassen und verliert immer wieder das Bewusstsein. Plötzlich fühlt er eine Hand, die das Tuch von seiner Kopfwunde wegnimmt. Erschrocken reißt er die Augen auf und blickt in ein fremdes Gesicht. In der Dämmerung kann er nicht viel von dem Anderen erkennen. Doch der Fremde redet beruhigend mit ihm und lässt ihn aus seiner Wasserflasche trinken. Das tut gut! Dann umwickelt er die Kopfwunde mit einem sauberen Tuch. Auf die schlimmsten Verletzungen träufelt er Wein, damit sie sich nicht entzünden. Vorsichtig macht er auch etwas Öl darauf, und Aram spürt, wie gut das tut.
Alles kommt ihm vor wie im Traum. „Wahrscheinlich habe ich Fieber und bilde mir das gerade nur ein“, denkt er. Doch als der andere ihn auf seinen Esel hievt und ein zuckender Schmerz durch sein Bein fährt, weiß er, dass ihm tatsächlich endlich jemand hilft. Aram klammert sich mit Mühe an dem Esel fest, während der Fremde schweigend nebenher läuft und das Tier führt. Es wird immer dunkler und schließlich sind die ersten Sterne am Himmel zu sehen. In der Ferne hören sie Hundegebell. Bald erreichen sie ein Dorf.

Der Fremde pocht an die Tür eines Gasthauses. Gemeinsam mit dem Wirt zieht er Aram von seinem Esel herunter und trägt ihn hinein. Aram merkt noch, dass er in ein sauberes und bequemes Bett gelegt wird und dass jemand beginnt, seine Wunden zu verbinden. Doch dann fällt er in einen tiefen Schlaf.

Zoom

  • Warum hilft der Fremde dem Überfallenen?
  • Das Mitleid des Fremden hat Aram gerettet. Wessen Not berührt dich?
  • Wer hat dir schon mal so geholfen, von dem du es gar nicht erwartet hättest?

Am nächsten Morgen wird Aram von Gemurmel vor seiner Zimmertür geweckt. „Ich muss weiter“, hört er die Stimme seines Retters sagen. Eine andere Stimme, wahrscheinlich der Wirt, fragt: „Und was soll aus dem Verletzten werden?“ Erschrocken hält Aram die Luft an und lauscht auf die Antwort. „Kümmere dich um ihn!“, sagt die Stimme des Mannes, der ihm geholfen hat. Er hört Münzen klirren. „Hier, das gebe ich dir, damit du ihn gut versorgst. Wenn du mehr Kosten hast, ersetze ich dir das Geld, wenn ich beim nächsten Mal wieder hier bin.“ Aram hört Schritte und Stimmen, die sich entfernen.

Erleichtert schließt Aram die Augen und schläft wieder ein. Es ist schon Nachmittag, als er aufwacht. Die Sonne scheint freundlich in sein Zimmer, vor seinem Fenster sieht er blauen Himmel und Palmblätter, die sich im Wind wiegen. Er hört aufgeregte Rufe von Reisenden und das Blöken von Kamelen. Es klopft an seiner Tür. Ein kleiner, ziemlich dicker Mann mit freundlichen Augen kommt herein. Er stellt sich als der Wirt des Gasthauses vor. Er versorgt Arams Wunden, flößt ihm frisches Wasser ein und hat leckere Datteln, Käse und Brot dabei.
Aram kaut hungrig, während er dem Wirt erzählt, was ihm passiert ist. Dieser blickt ihn nachdenklich an: „Ich habe mich schon gewundert, dass du mit einem Samariter unterwegs warst. Aber anscheinend kanntest du den Mann gar nicht, der dir geholfen hat.“ „Nein“, bestätigt Aram. „Aber – Moment mal! Er ist ein Samariter, sagst du?“ „Ja, das ist er“, bestätigt der Wirt. „Ich kenne ihn gut. Er ist ein Händler und kommt bei seinen Reisen immer wieder in meinem Gasthaus vorbei.“

„Ein Samariter? “, hakt Aram fassungslos nach. „Aber – die Samariter mögen uns Juden nicht. Und wir mögen sie auch nicht. Wusste er denn nicht …warum hat er…?“ „Ich weiß nicht, warum er dir geholfen hat“, antwortet der Wirt und zuckt mit den Schultern. „Er hat nur gesagt, dass er dich verletzt am Wegrand liegen sah und Mitleid mit dir hatte. Sei froh! Er hat auch Geld dagelassen für deine Verpflegung. Du kannst hier bleiben, bis du wieder ganz gesund bist. Ich werde mich gut um dich kümmern. Jetzt muss ich aber zurück zu meinen anderen Gästen, sonst bekomme ich noch Ärger mit meiner Frau, wenn ich sie die ganze Arbeit allein machen lasse!“, sagt er lächelnd und verabschiedet sich. „Ein Samariter! Dass er mir einfach so geholfen hat … ich kann es noch immer nicht fassen“, sagt Aram zu sich selbst.

Zoom

  • Der Samariter hilft jemandem, den er eigentlich nicht leiden kann. Was denkst du, wenn du das hörst?
  • Jesus erzählt diese Geschichte in der Bibel. Warum legt er Wert darauf, dass ausgerechnet ein Außenseiter hilft?
  • Der Samariter hat konkret geholfen. Wie kann ich helfen? Was kann ich heute tun?

Erstveröffentlichung dieser Nacherzählung in Matthias Kerschbaum, Antje Metzger (Hg.): Bei dir – Gott, Ich und die anderen. Ein Glaubenskurs für YoungTeens; buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart 2015, S.86-90. Originaltitel dort: „Wie gehe ich mit anderen um? Ich in berührt. Jesus leidet mit.“

„Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36), so lautet die biblische Jahreslosung für das Jahr 2021. Ein Andachtsbüchlein des EJW nähert sich diesen Worten aus verschiedensten Richtungen. Exemplarisch findest du hier eine Andacht von Dieter Braun, dem Fachlichen Lieiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg.

Schnell gelesen, aber nur langsam umgesetzt

Manchmal muss man einen langen Weg gehen, bevor man zu verstehen beginnt. Mein Weg hat bis nach Israel geführt – bis hinein in die engen Gassen der Altstadt von Jerusalem. Dort, im Gewirr der kleinen Sträßchen, habe ich zum ersten Mal erahnt, was es bedeutet, barmherzig zu sein. 

Ich hatte diese Begegnung nicht geplant. Im Vorbeigehen sah ich an einer schmalen Holztür das Zeichen der „Kleinen Schwestern Jesu“, eines katholischen Ordens. Die Tür stand offen, ich ging hinein und traf zu meiner Überraschung auf eine junge, deutsche Ordensfrau in einem schlichten Gewand. Sie lachte mich an und wir kamen ins Gespräch. 

An diesem Morgen begann ich die schmalen Straßen der Jerusalemer Altstadt mit anderen Augen zu sehen. Überall hier wohnten Menschen. Versteckt hinter kleinen Türen. Christen, Juden, Muslime. Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, mit unterschiedlichen Religionen, Überzeugungen und Weltanschauungen. Fast jede dieser Familien hatte in den großen Konflikten des Landes Angehörige verloren und Grund genug, irgendjemanden anderen in der Straße zu hassen. 

Aufbrechen und Grenzen überwinden…

Hier lebte sie als „Kleine Schwester Jesu“ – keine 30 Jahre alt – und erzählte mir, wie sie eines Tages zu einer alten Muslima gerufen wurde. Die Frauen kannten sich vom Sehen – gerade genug, um zu wissen: Die jeweils andere glaubt anders, lebt anders und scheint einer völlig anderen Welt zu entstammen. Und doch bat die alte Muslima sie, nun zu kommen. 

Die „Kleine Schwester“ macht sich auf den Weg. Ihr klopft das Herz, als sie vor der grün gestrichenen Holztür steht, deren Farbe abblättert – ein Zeichen, dass niemand im Haus sich mehr kümmert. Kurz kommt ihr der Gedanke: „Das könnte ein Hinterhalt sein.“ Dann fasst sie Mut und öffnet vorsichtig die Tür. Der Geruch von Schweiß und Urin schlägt ihr entgegen. Nimmt ihr für einen Augenblick den Atem. Dann sieht sie die alte Frau auf ihrer fleckigen Matratze liegen.

…mit Barmherzigkeit

Barmherzigkeit – sagt Martin Luther – heißt, mit seinem Herzen bei den Armen zu sein. So sperrig das Wort im Deutschen ist, so tiefgründig ist seine Bedeutung. Es taugt nicht für Oberflächliches. Barmherzig-Sein beschreibt eine Liebe, die so tief geht, dass sie es nicht mehr schafft, beim bloßem Mitgefühl über das Elend anderer stehen zu bleiben. Barmherzig-Sein kann nicht anders als handeln. 

Barmherzigkeit kann man nicht beschreiben und nicht in Vorlesungen lehren. Barmherzig-Sein kann man nur leben. In tausend Varianten. Weil es Elend und Armut in unzähligen Facetten gibt. Hier bei uns. In unserer Stadt und unserem Dorf. In unserer Nachbarschaft. Vielleicht in unserer eigenen Familie, unserem engsten Freundeskreis. Versteckt hinter strahlenden Fassaden, unbemerkt hinter verschämtem Schweigen und eintrainiertem Lächeln sitzt das Elend neben uns – und wir sehen es nicht. Die muffigen Räume verletzter Herzen und Seelen wird nur finden, wer mit den Augen Gottes zu sehen beginnt und wer – von seiner Liebe angesteckt – den Mut gewinnt, kleine Türen sanft zu öffnen. Damit frische Luft den Muff der Verletzung vertreibt. 

Das kann man nicht einfach so. Das muss man lernen. Und wir werden zeitlebens Anfänger darin bleiben – weil es in Sachen Barmherzig-Sein nur einen Meister gibt. Und das ist der, den Jesus den „Vater im Himmel“ nennt.

Von ihm war sie berührt, die „Kleine Schwester Jesu“ in der Altstadt von Jerusalem. Sie trat an die ranzige Schlafmatte der alten Muslima und setzte sich zu ihr auf den Boden. Da lag die Frau – in einem er-bärmlichen Zustand. Niemand war mehr da, der sich um sie kümmerte. Ihre Stunden waren gezählt. Die „Kleine Schwester“ sagte nichts, nahm nur die Hand der Frau. Sie hielt sie. Stundenlang. Bevor sie starb, schon abgewandt von dieser Welt, flüsterte die alte Muslima ihr zu: „Was heute zwischen dir und mir war – das versteht nur Gott.“

So ist das mit dem Barmherzig-Sein. Wie das geht, das versteht nur Gott. Wer etwas darüber lernen will, kann bei ihm in die Schule gehen. Er ist ein großartiger Lehrer. Er hat keine großen Worte über das Barmherzig-Sein verloren, sondern uns in Jesus ein lebendiges Beispiel gegeben. So wie Jesus mit Menschen umgeht – so lebt sich Barmherzig-Sein in dieser Welt. 

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Leben sorgt für Spannungsfelder, die uns in Krisen und an Grenzen bringen können. Darum kann es bei ganz verschiedenen Themen in Gottesdiensten angebracht sein, kraftspendende seelsorgerliche Gebetsstationen oder -aktionen anzubieten. Die drei hier beschriebenen Gebetsstationen bzw. -aktionen wollen Gottes Barmherzigkeit sinnenfreundlich erfahrbar machen und die Seele entlasten.

a) Schuld loswerden

Beschreibung
Auf einem Tisch liegen kleine beschreibbare Folien und ein wasserlöslicher Stift. Hier kann man seine Schuld bekennen, indem man sie auf die Folie schreibt. Beim Kreuz steht ein Wassergefäß (mit Spülmittel), in das man die Folie eintauchen und auch wieder abwaschen kann.

Anmoderation
Schreibe, was dich belastet, auf ein Stück Folie. Diese kannst du dann „im Meer“ am Kreuz versenken.

Biblische Bezüge

  • 1. Johannes 1,8-9: Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
  • Psalm 32: Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zu rechnet, in dessen Geist kein Trug ist! Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.

b) Klagemauer

Beschreibung
Mauer mit Ytongsteinen aufbauen (auf Lücke, um Zettel hineinstecken zu können). Auf der Mauer steht eine einzelne rote Rose (als Trauer- bzw. Klagesymbol).

Anmoderation
Hier an dieser Klagemauer kannst du Gott dein Leid klagen. Du kannst es auch aufschreiben und deine Klage in eine Ritze der Klagemauer stecken. (Die Zettel werden am Ende der Veranstaltung ungelesen(!) vernichtet.)

Biblischer Bezug

  • Psalm 69,2-4: Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

c) Geklärte Beziehungen

Beschreibung & Anmoderation
Hier kann man jemandem einen Brief schreiben. Ein Tisch mit Stühlen, Papier, Stiften und Briefumschlägen stehen bereit, ebenso ein Postkasten zum Einwerfen der Briefumschläge. Gibt es in deinem Leben Beziehungen, die du gerne klären möchtest? – Wenn ja, kannst du Hier und Jetzt einen Brief schreiben und mit einem Briefumschlag in die nebenstehende Box werfen. Schreibe die Adresse auf den Umschlag und lege – wenn du kannst – das Geld für die Briefmarke mit hinein. Wir werden den Brief für dich losschicken.

Biblischer Bezug

  • Matthäus 5,23-24: (Christus sagt:) Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.

Anmoderation

Was wir sind, sind wir mit Leib und Seele, Haut und Haaren. Wir haben nicht bloß einen Körper: Wir SIND Körper. Manchmal stecken wir sehr ungern in unserer Haut: sind unzufrieden mit unserem Aussehen, mögen unsere Figur und Gesichtszüge nicht leiden, stehen im Kleinkrieg mit unserem Spiegelbild. Manche Menschen versuchen es daher mit einer Schönheits-Operation – ob das auch der Seele in mir hilft? – Vielleicht geht´s auch anders, denn: 

Ein anderer Weg ist: Was ich nicht groß ändern kann, muss ich annehmen lernen. Mich und meinen Körper liebevoll annehmen lernen. Es ist eine der zentralsten Herausforderungen im Leben und trägt soviel zu einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung bei: Wie wir uns im Leben, in der Schulklasse, auf dem Sportplatz, auf der Arbeit verhalten, wie sehr wir dabei auch die vielen Anderen annehmend wertschätzen können, hat gerade auch damit zu tun, wie sehr wir uns selbst – und da gehört unser Leib ganz vorne mit dazu – wertschätzen und annehmen. Hier entscheidet sich mit, ob ich ich alleine mit mir und bei mir zuhause sein kann – und zu einem glücklichen Leben finde. Oder ob ich ein stets nach Unterhaltung und Konsum jagend-gejagter Mensch bin (vgl. Blaise Pascals Rede von der Wurzel allen Übels…).

Wir  sind nicht nur Kopf mit einem Klotz daran: Wir wollen jetzt unserem Körper Respekt und Aufmerksamkeit entgegenbringen – in einer Art (Körper)Gebet.

Die Aktion

a.      Haltung: Wir setzen uns aufrecht und wach hin, so dass sich unser Körper in einer guten Spannung befindet. Wir können dann bewusst verfolgen, wie wir jetzt atmen: aufgeregt, entspannt, schnell, langsam, gleichmäßig…? (kurze Stille) – Ich achte bewusst auf mein Ein- und Ausatmen und finde damit einen Rhythmus, der mir gut tut. MEINEN Rhythmus.

b.      Lege jetzt deine linke Hand über deinen Bauchnabel, die rechte genau an die Stelle darunter: Die rechte befindet sich dann quasi am Zentrum deines Leibes, deines Lebens. Spüre mal unter deine Hände: An die Haut, unter die Haut, an das, was unter deinen Händen jeweils liegt, an die Gefühle dort… Wir schenken uns einen Moment Stille dafür, nehmen wach wahr, was unter unseren Händen liegt… (kurze Stille) Und wir sagen jetzt still, aber ganz bewusst zu uns, in uns hinein – und lassen es kurz nachklingen: „Das, was unter meinen Händen liegt, ist ganz geliebt. Von Gott freundlich angenommen.“ (kurze Stille)

c.       Lege jetzt deine linke Hand über dein Herz, die rechte genau an die Stelle darunter zwischen Herz und Nabel.  Und nun spüre wieder unter deine Hände: An die Haut, unter die Haut, an das, was unter deinen Händen jeweils liegt, an die Gefühle dort… Wir schenken uns einen Moment Stille dafür, nehmen wach wahr, was unter unseren Händen liegt… (kurze Stille) Und wir sagen jetzt still, aber ganz bewusst zu uns, in uns hinein – und lassen es kurz nachklingen: „Das, was unter meinen Händen liegt, ist ganz geliebt. Von Gott freundlich angenommen.“ (kurze Stille)

d.      Lege jetzt deine linke Hand auf deine Stirn, deine rechte Hand an deinen Hals. Spüre auch jetzt wieder unter deine Hände: An die Haut, unter die Haut, an das, was unter deinen Händen jeweils liegt, an die Gefühle dort… Wir schenken uns einen Moment Stille dafür, nehmen wach wahr, was unter unseren Händen liegt… (kurze Stille) Und wir sagen jetzt still, aber ganz bewusst zu uns, in uns hinein – und lassen es kurz nachklingen: „Das, was unter meinen Händen liegt, ist ganz geliebt. Von Gott freundlich angenommen.“ (kurze Stille)

e.      Und zum Schluss: Lege deine beiden Hände jeweils an die Taille, halte dich quasi an deinen Seiten. Nehme dich jetzt noch insgesamt wahr, von Kopf bis Fuß, als ganzen Menschen. Sei wach dafür und spüre… (kurze Stille) – und höre, wie Gott dir zuflüstert: „Das, was in und unter deinen Händen liegt, ist ganz geliebt. ICH habe dich je und je geliebt. (Jer 31,3) … Und du hast das Recht und die Möglichkeit, dich selbst anzunehmen und zu lieben.“

Finale

Wir lenken unsere Gedanken noch einmal auf unser Atmen … (kurze Stille) Und so langsam öffnen wir unsere Augen und sind wieder ganz hier im Raum.

Frage dich doch mal (jeweils kurze Stille nach den Fragen):

  • Wie fühle ich mich jetzt?
  • Welche Teile meines Körpers habe ich besonders gern? An welchen Stellen habe ich zwiespältige Gefühle?
  • Wie sorge ich für meinen Körper. Und wie zeige ich ihm, dass ich ihn gern habe? 
  • Wie liebe ich mich?

Und höre nochmals deutlich die Stimme Gottes, die dir zuspricht: „Du bist mit deinem ganzen Körper ganz geliebt. ICH habe dich je und je geliebt. (Jer 31,3) … Und du hast das Recht und die Möglichkeit, dich selbst anzunehmen und zu lieben.“ – Amen. 

(Diese Gebetsübung wurde angeregt durch Klaus W. Vopel u.a.: Lehre mich nicht, lass mich lernen. Neue Interaktionsspiele für Kinder und Jugendliche: Lehre mich nicht, laß mich lernen, 4 Bde., Bd.2; 2006)

Hier findet ihr den groben Ablauf wie der Abschluss des Abend-Livestreams in der ersten 5 Sterne Sommer – Woche in etwas aussieht.
Als Material braucht ihr eine große Kerze und Teelichtle.

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