Rudi und die beiden Gauner

Jakob und Laban

Also Sachen gibt’s, die gibt’s ja überhaupt nicht. Wenn ich das irgendeinem erzähle, das glaubt mir keiner. Dass da ein Gauner den anderen Gauner übers Ohr hauen will, ist ja nix Neues, aber dass hinterher doch alles anders kommt, ist schon sehr merkwürdig. Aber am besten erzähle ich euch die Geschichte mal von Anfang an.

Ich war mal wieder auf einem meiner Rundflüge, genauer gesagt flog ich über Haran. Das liegt im Osten. Und wie ich da so rumflog, fiel mir auf einmal eine echt große Herde von Schafen und Ziegen auf. Hirten waren damit beschäftigt die Herde eilig fortzutreiben. Und wie ich genauer hinschaue, sah ich, dass das alles Schafen und Ziegen waren, die eigentlich keiner so richtig haben wollte. Also schwarze Schafe oder weiß gefleckte Ziegen. „Wo wollen die nur mit der komischen Herde hin?“, hab´ ich mich da gefragt. Drei Tage sind die also in eine Richtung gezogen. Und ich hab´ hier nix rausgekriegt. Also bin ich wieder nach Haran geflogen, wollte mal seh´n, ob ich da was Neues erfahre. Und genau so war es auch.

In Haran lebten zwei echt gerissene Typen. Der Laban und sein Schwiegersohn, der Jakob. Und weil der Jakob sich jahrelang für den Laban abgeschuftet hatte, sollte er jetzt endlich seinen verdienten Lohn bekommen. Jakob sollte seinen Lohn selbst festlegen, sagte der Laban. Doch Jakob sagt was echt Merkwürdiges: er wolle alle schwarzen Schafe und alle gefleckten Ziegen haben, die Laban in seiner Herde hatte und auch noch alle schwarzen und gefleckten Tiere, die in Zukunft noch geboren werden würden. „He? Was soll das denn?“, hab´ ich mich da gefragt. „Das sind doch alles Tiere, die normalerweise keiner haben will!“

Das war dem Laban nur recht. Doch als er sich seine Herden so ansah, stellte er wohl fest, dass das ziemlich viele Tiere waren. Und das wollte er auch wieder nicht. Also gab er seinen Knechten den Auftrag alle schwarzen Schafe und gefleckten Ziegen aus den Herden rauszuholen und weit fortzutreiben. So wollte dieser Gauner den Jakob um seinen rechtmäßigen Lohn bringen. Außerdem dachte er wohl, dass wenn es in seiner Herde nur noch weiße Schafe und schwarze Ziegen gäbe, dann würden in Zukunft keine schwarzen Schafe oder gefleckte Ziegen mehr dazukommen.

Doch da hatte er sich gewaltig geirrt. Der Jakob war nämlich ein genauso großer Gauner, kann ich euch sagen. Er hütete ja weiter die Herden von seinem Schwiegervater. Irgendein wahnsinns Trick kannte der und jedes Jahr kamen mehr schwarze Schafe und gefleckte Ziegen zur Welt wie andere. Und die konnte der Laban jetzt nicht einfach so verschwinden lassen. Dem Jakob seine Herden wurde so mit der Zeit immer größer, wie dem Laban seine Herden. Doch der Laban, der große Gauner, war jetzt ausgetrickst.

Wie hat der Jakob das nur geschafft, hab ich mich da gefragt? Bestimmt hatte es was damit zu tun, dass Gott persönlich noch was ganz Großes mit dem Jakob vorhatte. Und das fand ich dann wirklich erstaunlich: Obwohl der Jakob so ein Gauner war, hatte Gott ihn doch lieb und wollte ihm echt nur Gutes. „Da gibt es für mein Leben ja auch noch Hoffnung“, hab ich mir da gedacht. Denn Gott hat mich ja genauso lieb – und dich natürlich auch.

Also Sachen gibt’s, die gibt’s ja überhaupt nicht. Wenn ich das irgendeinem erzähle, das glaubt mir keiner. Dass da ein ganzes Volk eine riesen Party feiert ist ja noch nix Außergewöhnliches, aber wie es zu der Party kam, ist wohl echt der Hammer.

Ich war mal wieder auf einem meiner Rundflüge. Diesmal war ich in Susa, das ist echt weit weg von Israel, wo ich sonst immer rumfliege. Der König von Susa hatte ein echt riesiges Reich. Und überall in dem Reich lebten die Juden. Doch dummerweise gab es da in Susa noch einen echten Fiesling, der alle Juden hasste und am liebsten alle umbringen lassen wollte. Und das Blödeste war auch noch, dass der Fiesling viel zu sagen hatte in dem riesigen Reich. Er war nach dem König der Bestimmer im ganzen Land.

Und so brachte er den König dazu, dass der ein Gesetz erlies, dass man an einem bestimmten Tag alle Juden im Reich töten sollte. Ja, das war eine riesen Sauerei, kann ich euch sagen. Was der Fiesling allerdings nicht wusste, dass die schöne Frau von dem König ebenfalls eine Jüdin war und auch getötet werden sollte.

Die Königin redete also mit ihrem König und der war auf einmal stinke sauer auf den Fiesling. Zuallererst ließ der König den Fiesling aufhängen. Dummerweise konnte der König sein Gesetz nicht mehr zurücknehmen. Denn es gab ein anderes Gesetz. In dem stand, dass ein Gesetz das einmal vom König erlassen wurde, niemals zurückgenommen werden durfte.

Jetzt war echt guter Rat teuer. Aber der König hatte eine wahnsinns Idee. Er schrieb einfach ein neues Gesetz. Und darin stand, dass die Juden sich wehren durften, wenn irgendeiner ihnen etwas antun wollte. Das traute sich natürlich jetzt keiner mehr. Im ganzen Land hielten auf einmal alle Leute zu den Juden. Die Juden waren also gerettet.

Als nächstes machten sie eine riesen Party im ganzen Land. Und damit man diese Hammergeschichte nur ja nicht vergisst, feiern die Juden heute noch in der ganzen Welt einmal im Jahr so eine Party.

Wahnsinn, hab ich mir da gedacht. Welche dicken Partys feiern wir eigentlich heute? Und wissen wir auch noch, warum wir sie feiern, hab ich mich da gefragt?

Frank E.W. Ortmann

Ideen rund um eine Kinderfreizeit zur biblischen Jakob-Geschichte

Diese Freizeitreihe bietet eine kurze Einführung in die biblische Jakob-Geschichte, 6 biblische Einheiten mit einer dazu passenden Rahmengeschichte als Anspiel in der heutigen Zeit (Zwillingsbruder verbringt Ferien bei der Oma), Geschichten, Spiele, Kreatives und weitere Ideen rund um das Freizeitprogramm. Die meisten Ideen sind auch sehr gut in der Gruppe als Themenreihe über mehrere Wochen umsetzbar.

Gipfel- und Tal-Erfahrungen

Wir kennen beides – und beides gehört zum Leben!
Die Gipfel-Erfahrungen: wenn uns gelingt, was wir uns vorgenommen haben, wenn sich unsere Arbeit gelohnt hat, wenn wir Erfolge feiern können.
Die Tal-Erfahrungen: es misslingt, was wir mit Eifer vorangetrieben haben, Freundschaften gehen zu Bruch, wir haben den Eindruck, dass unser Tun vergeblich war.
Wer unterwegs ist, setzt sich immer auch Gefahren aus. Das wussten schon die Menschen, die in der Zeit des Alten Testaments lebten. Von ihren „Unterwegs-Erfahrungen” erzählt Psalm 121. Ihr weiter und gefährlicher Weg zum Tempel in Jerusalem war alles andere als ein Zuckerschlecken. Der Weg war steinig und steil, die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel, die Nächte waren eisig kalt, Räuberbanden lauerten am Wegesrand. Aber diese Menschen wussten, dass Gott sie auf ihrem Weg begleitet, dass er bei ihnen ist am Tag und in der Nacht, in gefährlichen Situationen, wenn der Weg kein Ende nehmen will.
Mit dieser Erfahrung und mit der Gewissheit der fürsorglichen Nähe Gottes konnte das Volk Israel die Herausforderungen, die vor ihm lagen, annehmen und bewältigen.
Lasst ihre Worte zu euren Worten werden: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.” (Psalm 121, 1 und 2)

Eine Erzählung rund um Lukas 9,28–36

Also Sachen gibt’s, die gibt’s ja überhaupt nicht. Wenn ich euch das erzähle, das glaubt mir keiner. Dass da drei gestandene Männer hoch oben auf einem Berg drei Hütten bauen wollen, ist ja ziemlich abgefahren. Aber das sie die Hütten ausgerechnet auch noch für zwei Menschen bauen wollen, die schon lange nicht mehr leben, ist schon ziemlich krass. Aber am besten fang ich mal wieder von ganz vorne an zu erzählen.
Ich war mal wieder unterwegs in Israel, genauer gesagt bin ich zur Abwechslung auf einen hohen Berg geflogen. Eine super Aussicht hatte man da über das ganze Land, kann ich euch sagen. Da hat man echt seine Ruhe, hab ich mir gedacht. Zunächst war das auch so, das mit der Ruhe, aber dann ging die Post ab. Zuerst sah ich, wie von weitem vier Männer den Berg hoch kamen.
Was die wohl hier oben wollen, hab ich mich da gefragt? Und ihr stellt es euch nicht vor: Als die vier Gestalten näher kamen, erkannte ich auch, wer sich die Mühe machte, hier auf diesen Berg zu kraxeln. Es war tatsächlich Jesus mit seinen drei besten Freunden. Mir war jetzt sofort klar, was die hier oben wollten. Bestimmt keine Erdbeeren züchten. Der Trubel unten im Tal war doch sehr anstrengend.
Alle Menschen wollten ja immer zu Jesus. Entweder sollte er ihnen etwas von Gott erzählen, oder er sollte Menschen gesund machen. Und wenn sie Hunger hatten, war Jesus auch immer für ein Wunder gut. Dass das ziemlich schlaucht, kann sich ja jeder vorstellen.
So kamen sie den Berg hoch, um endlich mal Ruhe zu haben. Als sie oben angekommen waren, passierte echt was Sonderbares. Als Jesus anfing, zu seinem Vater im Himmel zu beten, machten es sich seine drei Freunde auf dem Boden bequem. Es dauerte nicht lange, da schliefen sie auch ein. Na klasse, hab ich mir da gedacht. Jesus betet, und seine besten Kumpels ratzen hier um die Wette.
Aber das war noch nicht alles. Während Jesus mit seinem Vater sprach, fing er auf einmal an, zu strahlen wie ein Flutlicht-Mast. Man konnte kaum hinsehen, so hell war er plötzlich. Doch das
war noch nicht alles, das Spektakel ging erst richtig los: Wie aus dem Nichts standen auf einmal zwei Männer bei Jesus, die leuchteten genauso hell wie er. Sie redeten mit Jesus. Jetzt erst wurden
die drei Kumpels von Jesus wach. Die schauten ganz schön komisch aus der Wäsche, kann ich euch sagen. Aber dann kam der Oberhammer: Petrus, einer von den Dreien, wollte doch sofort
anfangen, für alle zusammen oben auf dem Berg drei Hütten zu bauen. Weil es hier so schön ist, meinte er. Noch während er seine tolle Idee verkündete, kam auf einmal eine dicke Wolke. Keiner der drei Kumpels konnte die Hand noch vor Augen sehen. Und als sie plötzlich dann noch diese gewaltige Stimme hörten, die ihnen sagte, das sie auf Jesus hören sollten, da war das mit den Hütten bauen aber ganz schnell vergessen. Die drei hatten mächtig Schiss in der Hose. So schnell wie die Wolke gekommen war, verschwand sie auch wieder. Auch die zwei Männer, die sich eben noch mit Jesus unterhalten hatten, waren nicht mehr da.
Nur Jesus stand da und sagte seinen Kumpels, dass sie keine Angst zu haben brauchten. Sie hatten eben doch tatsächlich ein bisschen miterleben dürfen, wie toll es einmal im Himmel sein wird.
Alle waren von diesem Ereignis sehr beeindruckt. Lange Zeit erzählten sie keinem Menschen davon. Wie war es nur möglich, dass die Jünger mit Jesus so ein Gipfelerlebnis hatten? Ob uns das heute auch noch so passieren kann, hab ich mich da gefragt?

Ein Angeklagter sitzt im Gefängnis in Rom. Sein Name: Paulus. Ist er wirklich schuldig? Justinus Maximus, ein junger und ehrgeiziger Strafverteidiger, macht sich auf den Weg in die Zelle. Akte „P” (P wie Paulus) ist sein erster großer Fall. Tag für Tag füllt sich die Akte mit spannenden Informationen über diesen ungewöhnlichen Klienten. Was steckt hinter all den abenteuerlichen Reisegeschichten des Paulus? Und was hat es mit diesem „Glauben an Gott” auf sich?


Justinus ist zunächst skeptisch. Doch je öfter er Paulus besucht, desto mehr wird er mit diesem Gott konfrontiert. Geht es am Ende nur um Argumente für die Freiheit, oder doch um viel mehr?
Mit der neuen Ausgabe des Jungscharleiters möchten wir euch Lust machen, mit den Kindern Paulus zu erleben. Das Heft (inklusive der Beiträge) sprüht vor Ideen für ein Jungscharlager und gibt Impulse zum Weiterdenken für die Freizeitpraxis. Natürlich ist es auch möglich, eine mehrwöchige Paulusreihe in den Jungscharstunden zu machen. Die einzelnen Beiträge sind hier als kreative Grundlage zu verstehen, die ihr beliebig auf eure Gruppenabläufe anpassen könnt.

Ein Jüngling stürtzt aus dem Fenster

Also Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Wenn ich das irgendeinem erzähle, der hält mich bestimmt für nicht ganz dicht im Oberstübchen. Dass einer, der auf einer Fensterbank einschläft, mitten in der Nacht aus dem Fenster fällt, ist schon ziemlich schräg. Aber am besten, ich fang mal von ganz vorne an zu erzählen.

Ich war gerade auf einem kleinen Rundflug in der Provinz Asia. Und ratet mal, wen ich da gesehen hab. Nein, nicht Jesus. Paulus war‘s! Er war unterwegs auf seiner dritten Tour. Durch viele Länder reiste er und erzählte den Leuten von Jesus. Ein richtiger Star war er. Alle Leute, die schon an Jesus glaubten, wollten natürlich diesen Paulus sehen. Er sollte von Gott und Jesus erzählen. Mitten in Troas stand Paulus und unterhielt sich mit den Leuten. Ganz klar, dass ich da näher ran fliegen musste. Abends traf man sich dann in einem großen Haus.

Oben im dritten Stock war ein riesiger Raum. Viele Leute kamen zusammen, um zu essen und an Jesus zu denken. Ich saß außen auf einem hohen Baum und hatte durch ein offenes Fenster beste Sicht auf das Treiben drinnen. Paulus erzählte und erzählte. Er fand überhaupt kein Ende. Aber die Leute hörten ihm gespannt zu. Nur einer nicht. Ein junger Typ. Der setzte sich auf eine Fensterbank und wurde immer müder. Und, ihr stellt es euch nicht vor: er schlief tatsächlich volles Programm ein. Nee, hab’ ich mir da gedacht, das ist ja der Hit in Tüten! Da erzählt hier ein Starprediger vom Allerfeinsten, von Gott und so, und der Jüngling hier ratzt einfach weg.

Aber es kommt noch besser. Keiner hatte so richtig mitbekommen, dass der junge Bursche da im Fenster am Schlafen war. Und so kam es, wie es kommen musste. Der Jüngling fiel aus dem Fenster, drei Stockwerke hinunter. Alle Leute waren geschockt. Die Ersten, die den jungen Typ aufhoben, glaubten, dass er tot wäre. Ihr könnt euch vorstellen, was da für ein Zirkus los war. Nur Paulus blieb ganz ruhig. Er ging runter, dorthin, wo der junge Typ lag, nahm ihn in die Arme und sprach seelenruhig, dass man hier ganz locker bleiben solle, weil der Jüngling ja noch lebe. Ich dachte erst, ich hätte was mit meinen Ohren: Der junge Typ lebt? Fällt aus dem dritten Stock, und nichts ist passiert?#

Aber die Geschichte geht noch weiter. Als alle sich wieder einigermaßen beruhigt hatten, ging die Feier im dritten Stock weiter, so als ob nichts geschehen wäre. Und Paulus erzählte und erzählte bis zum nächsten Morgen weiter von Jesus. Als es draußen hell wurde, brachte man unseren jungen Typ herein, der sich von seinem Fenstersturz noch ein bisschen erholen musste. Ihm war tatsächlich nichts passiert. Alle Leute freuten sich und konnten kaum glauben, dass sie bei diesem Wunder wirklich dabei waren. Paulus, der die ganze Nacht die Leute unterhalten hatte, machte sich anschließend auf, um seine Tour fortzusetzen.

Toll, hab’ ich mir da gedacht, dass Gott auch dann noch da ist, wenn man eigentlich die Hoffnung schon längst aufgegeben hat.

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