Reitfreizeit 

Die Reitfreizeit findet als überregionales Angebot statt. Gemeinsam mit 27 Mädels und 5 Mitarbeiterinnen fahren wir auf einen Reiterhof, auf dem wir für eine Woche Zimmer zum Übernachten, Vollverpflegung, eine tägliche Pflegepferdezeit und eine Reitstunde pro Tag gebucht haben.
Die Mädels benötigen bequeme Kleidung, die dreckig werden darf (Reithose oder Leggins) und feste Schuhe zum Reiten (wenn möglich Stiefel mit einem kleinen Blockabsatz, z.B. Gummistiefel, Reitstiefel). Den Reithelm können sie entweder selbst mitbringen oder vor Ort ausleihen – ein Fahrradhelm ist aus versicherungstechnischen Gründen nicht erlaubt.

Die An- und Abreise bewältigen wir alle zusammen mit einem Reisebus, was vor allem für die Anreise sehr wichtig ist, denn hier entstehen die ersten Kontakte und Zimmergemeinschaften. Vor Ort erleben wir volle und abenteuerlich Tage. Morgens beschäftigen wir uns mit den Pferden. Jedes Mädchen pflegt eine Stunde ein bestimmtes Pferd und baut so eine Beziehung zu ihm auf. Im anschließenden Reitunterricht sind die Teilnehmerinnen je nach Können eingeteilt. 

Nach einer Mittagspause bieten wir kreative, sportliche und entspannte Workshops an. Dann gibt es eine gemeinsame Spielezeit, auf die die Bibelzeit folgt. Nach dem Abendprogramm gibt es eine spannende Gute-Nacht-Geschichte. Highlight der Woche sind definitiv der Wanderausritt mit allen (Wandern und Reiten gehört beides dazu), das Lagerfeuer am Schluss, der DIY-Abend mit vielen tollen, kreativen Angeboten und die vielen tolle Begegnungen während der Tage.  

Unsere Ziele:

Wir erreichen Mädchen von 8-12 Jahren (Kids) und 13-16 Jahren (Teens). Bei den Reitstunden, beim Essen und in manchen Programmpunkten sind wir alle zusammen, andere Punkte erleben wir altersgerecht in zwei Gruppen. Der Umgang mit Pferden wird ebenso erlernt wie das Teilen eines Zimmers.

Wir lassen den Mädels insgesamt viel Freiraum, um selbst ins Spielen und Gestalten zu kommen. Es ist schön zu sehen, wie sich Freundschaften bilden und bestimmte Aktionen immer wieder durchgeführt werden, weil die Mädels sie so schön finden.  

Durch die gemeinsame Zeit mit uns Mitarbeiterinnen kommt es zu interessanten und tiefen Gesprächen über den Glauben und das Leben. Über die Bibelzeiten hinaus, in denen über unseren Glauben und biblische Themen sprechen, beten und segnen wir die Teilnehmerinnen. Durch unseren kleinen gemeinsamen Lebensraum abgeschirmt von der Welt (es gibt wenig Handyempfang) kommen wir uns in der Woche nahe und lernen uns gut kennen.  

Ort/Gegend:

Thüringen „Farben-Kinder-Hof“ – es empfiehlt sich in einem nahe gelegenen Bundesland mit einem anderen Ferienrhythmus eine Woche zu buchen. Wir bieten die Freizeit in den Pfingst- und am Ende der Sommerferien an. Vor allem das Ende der Sommerferien ist gut gefragt. 

Dauer:

7 Tage und 6 Übernachtungen

Beschreibung der Zielgruppe:

Mädels, die sich für Pferde interessieren. Bei uns muss man nicht reiten können, das kann man vor Ort lernen. Viele Höfe sind dankbar, wenn nicht nur große, gut reitende Mädels dabei sind, denn oft gibt es nur für diese Zielgruppe nicht genügend Pferde. Deshalb auch gerne kleine und unerfahrene Mädels mitnehmen. 

Unterkunft:

Zimmer auf dem Reiterhof 

TN-Preis:

425€

Anzahl der Mitarbeitenden:

3 für die Kids, 2 für die Teens

Qualifikationen/Fähigkeiten der Mitarbeitenden:

Volljährigkeit, Autoführerschein, inhaltliche Einheiten vorbereiten und durchführen; die Reitstunden haben wir vor Ort gebucht. 

Statement einer Teilnehmerin als wir aus dem Bus ausstiegen: „Ach man, einfach voll doof!“ Ihre Mutter wollte wissen, was los ist. „Na, dass die Freizeit jetzt schon vorbei ist! Es war einfach so schön!“ 

Genau diese Erfahrung machen wir immer wieder – den Mädels stehen beim Heimkommen die Tränen in den Augen und sie freuen sich schon auf das nächste Jahr. Viele von ihnen begleiten wir inzwischen mehrere Jahre und es ist fantastisch zu sehen, wie sie über sich hinauswachsen und sogar Ferien inzwischen selbstständig auf dem Hof verbringen, weil sie die Umgebung, die Pferde und die Atmosphäre dort so lieben. 

Hintergrundinfos/Fakten: 

Der Kinderwagen ist für uns gerade ein alltäglicher Gegenstand. Darin schieben wir nun aber kein Babysitterkind mehr, kein Nachbarskind, keine Nichte oder Neffe oder ein anderes Kind vor uns her. In diesem Kinderwagen liegt unsere Tochter, der wir gerade beim Wachsen zuschauen dürfen. 

Aus der Sicht von Patrizia: Für mich als Frau war es ganz besonders, als wir erfahren durften, dass ein neues Leben in mir heranwächst. Und immer wieder dachte ich: Wie unbegreiflich – Gott schafft neues Leben durch mich. Schon bevor dieses Kind geboren wird, hat Gott viel in es hineingelegt. Was für ein Wunder! Und neben Vorfreude und Neugierde kamen auch Fragen und Gedanken darüber, wie sich unser Leben wohl verändern wird und welche Herausforderungen wir, neben den schlaflosen Nächten, dem häufigen Windelwechseln oder dem Beruhigen eines schreienden Babys (auch als Paar) zu meistern haben. 

Noch vor 5-8 Jahren mit Anfang zwanzig, verlobt und dann frisch verheiratet mit einem wunderbaren Ehemann war für mich klar, dass ich sehr gerne Kinder mit ihm möchte (mindestens zwei) und sie ein wunderbares Geschenk sein können – nur auf gar keinen Fall jetzt. Denn ich möchte erst mein Studium abschließen und in meinem Beruf erste Erfahrungen sammeln. 

Schon als Teenie und Jugendliche mochte ich die Arbeit mit Kindern und ich war eine beliebte Babysitterin. Ich wollte sicher auch irgendwann einmal Kinder haben – vielleicht Anfang zwanzig? Am liebsten vier Kinder. Und ich wusste auch: Der Mann, mit dem ich Kinder möchte, muss der richtige sein. Mir war es damals schon wichtig, dass meine Kinder in einem sicheren Rahmen groß werden sollen mit Eltern, die eine tiefe und vertraute Beziehung verbindet.

Aus der Sicht von Marius: Mit Ende zwanzig waren wir so weit: Wir wollen Eltern werden. Und was für eine überwältigende Nachricht, als der Schwangerschaftstest positiv war. Doch neben der Aufregung auf das Kommende und die Fürsorge für meine Frau war die Zeit der Schwangerschaft für mich als Mann weniger intensiv und spürbar. Mit dem Zeitpunkt der Geburt hat sich mein Leben allerdings komplett auf den Kopf gestellt. Plötzlich ist da jemand in meinem Leben, der auf mich angewiesen ist. Angewiesen auf meine Fürsorge und vor allem auf meine Liebe.  
Zum einen spüre ich den enormen Druck, unseren Lebensunterhalt finanziell bestreiten zu müssen. Zum anderen spüre ich das Verlangen, so viel Zeit wie möglich zu Hause mit der Kleinen zu verbringen. Auf dem Heimweg von der Arbeit erlebe ich eine ähnliche Freude, wie auf die Geburt während der Schwangerschaft. Eine unbeschreibliche Vorfreude auf meine Tochter. Auf einen Menschen, der ohne mich/uns nicht auf der Welt wäre.
  

Auch mir war mit Anfang zwanzig klar, dass ich einmal Kinder haben möchte. Aber irgendwie war das Ganze noch ziemlich weit in der Ferne. Da habe ich die Zeit mit meinen Neffen und Nichten in vollen Zügen genossen. Ich fand es sogar ziemlich anstrengend und übergriffig, wenn Familie, Freunde, Bekannte und Unbekannte gefragt haben, wann es denn bei uns endlich so weit sei. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt nicht erwachsen genug gefühlt,Vater zu werden.  

Aufgewachsen bin ich mit fünf älteren Geschwistern und mir war schon als Jugendlichem klar, dass ich einmal Kinder haben will. In meinen Vorstellungen waren es ebenfalls immer vier Kinder (heiraten mit 24. Mit 26 das erste Kind und dann mit 28, 30 und 32 die restlichen). Es sollte auf jeden Fall immer eine gerade Zahl an Kindern sein, damit niemand allein ist. Zwei waren zu wenige. Und sechs zu viel, also eben vier.  

Heute wissen wir, dass sich der Blick auf das Thema Nachwuchs im Laufe der Zeit verändert. Gleichzeitig schwingt es immer mit. Bei den ersten Erfahrungen mit Sexualität ist das Thema Nachwuchs gerade für Jugendliche oft noch sehr weit weg und nicht relevant. Doch sobald zwei Menschen intim werden, gehört auch immer die Frage dazu, ob dabei ein Baby entstehen soll und wenn nein, welche Verhütungsmethode die richtige ist. Im Idealfall gibt es darüber schon früh ein offenes und ehrliches Gespräch und die Bereitschaft beider Partner Verantwortung zu übernehmen. In einer Beziehung sollte es auch irgendwann darum gehen, welche Vorstellungen es zum Thema Kinderwunsch gibt. 

Vorab:

Das Thema Familienplanung und Kinderwunsch ist sehr persönlich, daher überlege dir als LeiterIn, wie deine Positionen jetzt, als junge/r Erwachsene/r, Jugendliche/r und Teenie dazu sind oder waren. Du kannst genauso wie oben einmal deine Gedanken kurz zusammenfassen. Für die Einheit kannst du entscheiden, wie viel und was du von dir berichten möchtest. 

Aktion:

Idee zum Einstieg: Vorab kannst du deine Teilnehmenden bitten ein Babyfoto von sich herauszusuchen und mitzubringen. Es ist wichtig, dass sie es den anderen nicht zeigen und dir vor der Einheit geben. So könnt ihr zum Einstieg ein kleines Ratespiel machen, das zum Schmunzeln anregt: Wer ist auf welchem Foto zu sehen? Legt die Fotos offen in der Mitte aus und lasst die Teilnehmenden raten, löst nach einiger Zeit gemeinsam auf. 

Übergangsfragen und Austausch: 
  • Haben euch eure Eltern erzählt, wie es für sie war, als ihr geboren wurdet? 
  • Habt ihr vielleicht in eurem Umfeld erlebt, wie ein Baby das Leben verändern kann? 

Impuls:

Stelle nun deine Statements als junge/r Erwachsene/r, Jugendliche/r und Teenie vor oder nutze alternativ die Statements von uns, die du vorlesen kannst. Betone noch einmal, dass diese Positionen sehr individuell sind und es auch andere oder gegensätzliche Positionen gibt. Außerdem ist es wichtig zu vermitteln, dass sich Positionen zu diesem Thema stark verändern können im Laufe der Zeit, aber eine ehrliche und verbindliche Beziehung mit dem Partner immer wichtig ist. 

Quasselrunden: 

Wenn es die Gruppengröße zulässt, könnte es sinnvoll sein die Quasselrunden nach Geschlechtern aufzuteilen. Gebt den Kleingruppen die drei Fragen und ein großes Papier oder Plakat mit, um vor allem zur letzten Frage Schlagworte aufzuschreiben.  

  • Habt ihr bereits Vorstellungen, ob ihr einmal Kinder wollt?  
  • Was würde sich an eurem Leben verändern, wenn ihr jetzt ein Kind bekommen würdet? 
  • Welche Erwartungen/Wünsche habt/hättet ihr jetzt an euren Partner bzgl. Kinderwunsch/Verhütung/Umgang miteinander? 

Austausch

Kommt nach der Quasselrunde als gesamte Gruppe wieder zusammen und tauscht euch aus. Was wünschen sich die Mädels und was die Jungs? Wo decken sich Erwartungen? Lasst die Ergebnisse ruhig unbewertet stehen, denn hier gibt es kein richtig oder falsch. Eigene Antworten zu finden und die Antworten der anderen wahrzunehmen ist hierbei der zentrale Aspekt. 

Alternativ: 

Solltest du das Gefühl haben, dass für deine Zielgruppe der offene Austausch zur letzten Frage etwas schwieriger werden könnte oder die Frage bisher noch keine Relevanz für sie hatte, kannst du ihnen Anregungen geben. Bereite dazu Zettel vor mit Antwortmöglichkeiten, wie z.B.: „offene Gespräche über das Thema“, „Gleiche Vorstellung, ob man Kinder möchte“, „gleiche Vorstellung, wann man Kinder möchte“, „gleiche Vorstellung, wie viele Kinder man möchte“, „Ehrlichkeit“, „Verständnis füreinander“, „Beteiligung an den Kosten für Verhütungsmittel“, „Gebet über das Thema“, „Vertrauen“, … Diese können beliebig von dir oder deinen Teilnehmenden ergänzt werden. 

Schreibe jeweils auf einen Zettel eine der Antwortmöglichkeit, sowie auf jeden Zettel eine Skala von 1 (nicht wichtig) bis 10 (sehr wichtig).  

Besorge Klebepunkte oder dicke Stifte, mit denen die Teilnehmenden markieren können, wie wichtig ihnen dieser Aspekt ist. So bekommt ihr ein Stimmungsbild, über das ihr sprechen könnt oder das man als Leitung moderierend zusammenfassen kann. 

Ziel: Sexualität ist ein großartiges Geschenk Gottes und betrifft den ganzen Menschen mit allen Dimensionen. Man zieht sich beim Sex nicht nur körperlich, sondern auch seelisch vor einem anderen Menschen aus und macht sich dadurch verwundbar.

Hintergrundinfos/ Fakten

In dieser Einheit geht es darum, dass das Geschenk der Sexualität ganzheitlich zu verstehen ist und man sich dabei verwundbar macht.

  • Mit 16,5 Jahren haben die meisten Deutschen ihr erstes Mal gehabt (Alter geht tendenziell runter). Bedeutet: Die meisten Menschen hatten bereits ihr erstes Mal, bevor sie heiraten.[1]
    • Der „Durchschnittsmann“ hat bereits 5-7 verschiedene Geschlechtspartnerinnen
    • Die „Durchschnittsfrau“ 2-5 Geschlechtspartner
  • Das bedeutet, dass für die meisten Sexualität nicht mehr nur mit Beziehung und Vertrautheit einhergeht, sondern mit Lust und ohne Bindung.  
  • Die meisten werden mit Sexualität auch Frusterfahrungen gemacht haben.
  • Dadurch kann Sexualität zum Produkt werden, was man erwerben kann und zugänglich ist nach Lust und Laune. Weswegen auch in den letzten Jahren Pornografie und die ganze Sexindustrie stark gewachsen ist.  
  • Die meisten jungen Menschen wünschen sich nun gelingende Beziehungen und dennoch hat es kaum eine Generation so schwer, wie diese.
  • „Sie werden von einer Gesellschaft geformt, die nach TikTok süchtig ist, die von Pornhub erzogen wurde, in der jeder für seine eigene Art von Glück verantwortlich ist und in der Sex so einfach wie ein Swipe nach rechts ist.“[2]
  • Sexualität ist aber nicht nur biblisch, sondern auch psychologisch und neurobiologisch nichts nur „körperliches“, sondern betrifft den ganzen Menschen und das Gegenüber – denn zum Sex gehört ein Gegenüber.
  • Außerdem haben Leute außerhalb von Kirche ein großes Misstrauen gegenüber der „christlichen Lehre“ zum Thema Sex. Auch wenn es das nicht einheitlich gibt, heißt es oft, dass sie moralisch verwerflich sei, weil die Selbstbestimmung eingeschränkt wird. Dabei haben wir aus christlicher Perspektive hier etwas Gutes zu sagen! Eine gute Nachricht, weil Sexualität in Freiheit, Gerechtigkeit und Liebe gegründet ist.
  • Sexualität wird in der Bibel positiv bejaht.
  • Sexualität bindet und stärkt Beziehung.
  • Sexualität ist ganzheitlich (Körper, Seele. Geist).
  • Sexualität hat aber auch zerstörerische Macht, wenn sie ausgenutzt wird! Daher haben wir eine Verantwortung für uns und andere!

[1] https://www.youtube.com/watch?v=m7VqS0dvuqs

[2] https://www.mrjugendarbeit.com/finger-weg-was-lehrt-netflix-uber-sex-wahrend-corona-isolation/

Aktion/Hinführung

Material: Ausgedruckte Statements mit Skala, Klebepunkte/Stifte

Zum Einstieg ins Thema haben die Teens die Möglichkeit, sich selbst mit ein paar Statements zu beschäftigen. Dafür dürfen sie anhand einer Skala von 1-10 angeben, wie stark sie der Aussage zustimmen (1 = stimme überhaupt nicht zu; 10 = stimme voll und ganz zu). Zur Umsetzung empfehlen wir, die einzelnen Aussagen jeweils auf ein DIN-A4-Blatt mit einer Skala auszudrucken, sodass die Teens mit Klebepunkten oder einem Stift einen Punkt auf der Skala setzen können. Alternativ kann auch mit Mentimeter gearbeitet werden. Folgende Statements können dafür passen. Wähle am besten selbst aus, welche zu der Gruppe passen und welche nicht. Sensibilisiere die Teens dafür, dass es sich um ein vertrauensvolles Thema handelt und so auch mit den Aussagen jeder/s Einzelnen umgegangen wird. Ermutige die Teens, das zu teilen, womit sie sich wohlfühlen, und gleichzeitig nichts teilen zu müssen.

  • Sex ist etwas rein „Körperliches“.
  • Beim Sex baue ich eine Bindung zu meiner/m Sexualpartner:in auf.
  • Gott findet Sex gut.
  • Sex ist ein Geschenk Gottes.
  • Beim Sex mache ich mich seelisch verwundbar.
  • Für Sex brauche ich Vertrauen zu meiner/m Partner/in.
  • Beim Sex mache ich mich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch nackig.
  • Sex ist erst so richtig schön, wenn er von gegenseitiger Liebe und Vertrauen geprägt ist.

Fragen/Kleingruppen

Im Anschluss an diese Aktion geht ihr je nach Gruppengröße und Anzahl der Mitarbeitenden in Kleingruppen. Es sollte pro Gruppe ein:e Mitarbeiter:in dabei sein, der/die das Gespräch leitet. Falls möglich, könnt ihr die Gruppen auch geschlechtergetrennt aufteilen. Das bietet häufig noch mehr Raum, um ehrlich ins Gespräch zu kommen. Ihr tauscht euch dann zunächst über die Statements und das Ergebnis aus. Fragt die Teens, wie sie zu den Aussagen stehen. Seid auch bereit dafür, dass zu manchen Statements vielleicht keine Rückmeldung kommen kann. Das ist in Ordnung. 

Kommt im Anschluss über folgende Fragen ins Gespräch:

  • Was bedeutet es für dich, sich seelisch verwundbar zu machen?
  • Findest du das eher gut oder schlecht? Warum?
  • Ist das bei Sexualität notwendig?
  • Was wäre, wenn Sexualität nur etwas rein Körperliches wäre? Wäre es dann noch genauso schön?

Impuls „verpacktes Geschenk in 3D“

Die meisten Menschen sehnen sich nach intimen Beziehungen, die vertraut und tiefgehend sind. So wie auch Gott sich nach solchen Beziehungen sehnt. Gott erschafft den Menschen nicht nur als ein Gegenüber zu sich, sondern auch zueinander. Beeindruckend ist es doch, dass die Sexualität etwas ist, bei dem diese Nähe zum Ausdruck kommt. Und wie tiefgründig das geht, erschließt sich, wenn man das hebräische Wort für „miteinander schlafen“ anschaut. Dafür steht nämlich „erkennen“ (1.Mose 4,1). „Erkennen“ meint nicht nur, dass ich meine:n Partner:in nackt vor mir sehe, also körperlich erkenne. Es bedeutet vielmehr, dass ich meine:n Partner:in ganzheitlich nahe bin. Denn bei der Sexualität bringe ich mich als ganzen Menschen ein. Mit dem, was mich mit meinem Gegenüber verbindet und dem, was uns unterscheidet. Ich zeige mich, wie ich wirklich bin.
Sexuelle Intimität setzt daher voraus, dass ich mich immer mehr dem Partner oder der Partnerin zeige und mich ihm und ihr zumute, Das wiederum setzt voraus, dass ich mich mit mir selbst auseinandersetze. Je versöhnter ich demnach mit mir bin, desto einfacher ist das. Dementsprechend beginnt die Vorbereitung bereits vor einer Beziehung. Sich mit seiner Persönlichkeit und seinem Körper annehmen lernen, ist eine Aufgabe, um so sich selbst und jemand anderes näherzukommen. Es braucht also Risiko und Reife sich einer Person so ehrlich zu zeigen. Mit meinen echten Gefühlen, meinen Erfahrungen, meinen Defiziten. So kann tiefe Vertrautheit und Verbundenheit entstehen. Man zieht sich beim Sex nicht nur körperlich, sondern auch seelisch vor einem anderen Menschen aus und macht sich dadurch verwundbar. Denn Sexualität ist ein großartiges Geschenk Gottes und betrifft den ganzen Menschen mit allen Dimensionen.[1]


[1] Vgl. Schmidt Veronika, Liebeslust – unverschämt und echt genießen, S.150ff.

Hintergrundinfos/Fakten

In dieser Einheit geht es um tragfähige Beziehungen und die Fähigkeit zum Bedürfnisaufschub. Man kann die sexuelle Spannung in einer festen Beziehung aufrechterhalten, um am Ende das Ziel nicht zu verfehlen.

Aktion

Zu dieser Einheit wird zuerst einmal mit Pfeil und Bogen geschossen. Auf bestimmte Ziele. Die Ziele sind unterschiedlich weit weg und unterschiedlich groß. Jeder der TeilnehmerInnen sollte mindestens einmal schießen. Es empfiehlt sich daher die Einheit draußen (bei gutem Wetter) stattfinden zu lassen.

Kurzer Impuls

Wer den Bogen spannt und zielt, kann in diesem Moment nichts anderes machen. Die weiteren Bedürfnisse des Schützen müssen zu einem anderen Zeitpunkt erfüllt werden. Beispielsweise kann man nicht Bogen schießen und dabei etwas essen. So muss also überlegt werden, was wann gemacht werden soll.

Wer Bogen schießt hat ein Ziel vor Augen. Das Ziel kann unterschiedlich weit weg sein und unterschiedlich schwierig sein zu treffen. Der Schießende legt also sein Ziel fest. Übertragen auf den gesunden Umgang mit Sexualität kann es bedeuten, sich klare Ziele zu setzen. Auch diese Ziele können unterschiedlich weit weg und groß sein. So kann es beispielsweise bedeuten, keinen Sex vor der Ehe zu haben, sich den ersten Kuss erst bei der Trauung zu geben oder sich körperlich intim in bestimmten Körperregionen erst ab zwei Jahren fester Beziehung zu berühren. Hierbei ist der Schütze die Person, die entscheiden muss. Diese Ziele kann man in einer Beziehung anhand von klarer Kommunikation setzen oder anhand der Bibel oder anhand von Empfehlungen, die andere aussprechen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass jeder Pfeil nur ein Ziel hat. Das Ziel, was es auch ist, sollte stets erreicht werden. Grundsätzlich freut sich ein Bogenschütze mehr, wenn er schwierigere Ziele erreicht. Ein Schütze braucht oft mehrere Versuche, ein Ziel zu treffen. Es ist okay, wenn man den Bogen aus Versehen losgelassen hat, die Spannung somit löst und daraufhin den Bogen neu spannt.  Und wie cool ist es, wenn man nicht allein zielen muss? Wenn man gemeinsam in einer Beziehung sich Ziele setzt und man gemeinsam den Pfeil in den Bogen spannt? Wenn nur einer diese Ziele setzt, ist es, als wenn man nur die Hälfte der Sicht auf ein Ziel hat. Es wird viel schwieriger zu treffen. Vielleicht hast du auch beim Bogenschießen gerade gemerkt, dass es anstrengend ist, den Bogen gespannt zu halten. Du kannst deinen Bogen auch Gott abgeben und er kann für dich weiter zielen. Du kannst deinen Fokus auf ihn legen und er wird den Bogen gespannt lassen.

Fragen für ein Gespräch

  • Wie waren das Bogenspannen und Zielen für dich?
  • Stell dir vor, du wärst ein Pfeil, du würdest sicherlich die Zielscheibe erreichen wollen, ja am besten sogar die Mitte. Was wünscht du dir als Pfeil und wie sollte mit dir umgegangen werden?
  • Was sind deine Ziele im gesunden Umgang mit Sexualität?
  • Was kann dir helfen, gute Ziele im Hinblick auf Sexualität zu finden?
  • Was weißt du, was in der Bibel zu diesem Thema steht?

Textgrundlage Matthäus 7,24-27:

24»Wer nun auf das hört, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. 25Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. 26Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. 27 Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flüsse über ihre Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einstürzen; kein Stein wird auf dem anderen bleiben.«

Einstiegsgedanke

Das Fundament ist entscheidend. Dies gilt nicht nur beim Hausbau, dass man sich weise überlegen sollte, worauf man sein Haus baut (das wussten die Leute in der Bibel schon): Dieses Wissen über mein WORAUF ist auch entscheidend für Beziehungen, die ich baue. Und da ist es erst mal egal, ob wir über die rein platonische Freundschaft reden, oder die partnerschaftliche Beziehung zwischen Mann und Frau. Ein Fundament ist nicht gleich ein Fundament.

Stell dir vor, jede Beziehung (wir konzentrieren uns jetzt mal auf die Beziehung zwischen Mann und Frau) ist wie ein Haus. Ein Haus, das ihr gemeinsam gestaltet, kreiert und einrichtet – mit eurem Charakter, euren Erlebnissen und Abenteuern. Damit dieses Haus überhaupt gebaut werden kann, sollte der Untergrund gleichmäßig und gut zu bebauen sein.

Gruppenarbeit:

  1. Lest gemeinsam das Gleichnis vom Hausbau! (Matthäus 7,24-27)
  2. Im Gleichnis haben wir schon gehört, dass für den Hausbau sich der felsige Boden besser eignet, als der sandige Boden. Woraus sollte deiner Meinung nach dieses Fundament für dein Beziehungshaus bestehen? (= Was gibt Halt // schafft Grundlage?) Was ist absolut notwendig? Sammelt die Begriffe in einer Wortwolke (digital z.B. über Mentimeter) oder auf einer Flipchart.
  3. Stellt euch gegenseitig eure Ergebnisse vor!

Impuls

Eine Beziehung anzufangen, ist das eine. Eine Beziehung gut zu erhalten ist oft nicht ganz so leicht. Gerade wenn die rosa Brille so langsam verblasst und die Ecken und Kanten des Partners erkenntlich werden, kommt der Punkt, in dem Beziehung etwas kostet: Zeit, Kraft, Energie und viel Geduld und Ausdauer – ähnlich wie bei einem Hausbau. Damit dieser gemeinsame Hausbau gelingen kann und die Beziehung stabil wachsen kann, ist es gut zu wissen, was du und dein Partner brauchen und vor allem wollen. Welche Werte sollen in und durch eure Beziehung sichtbar werden? Wie wollt ihr miteinander reden und umgehen? Wie möchtet ihr euer Umfeld gestalten? In welche Freundschaften wollt ihr investieren – und wer darf in euch investieren? Wie stellt ihr euch eure gemeinsame Zukunft vor? Wie stärkt ihr euch gegenseitig und selbst? Wie möchtet ihr euren Glauben gestalten? All das sind Fragen, die mich immer wieder herausfordern, die Mut und Liebe brauchen, in einigen Punkten Kompromissbereitschaft aber vor allem auch ehrliche Antworten. Macht euch bewusst, dass dieser Hausbau ein gemeinsames Projekt ist. Ihr beide seid – im Team – die Bauarbeiter, die das Haus bauen, auf dem Fundament Jesus – deinem / eurem BauHERRn. Jesus steht für Liebe – das hat er am Kreuz bewiesen. Und diese Liebe soll auch eure Beziehung durchfluten. Vergebt einander immer wieder, seid nicht nachtragend und unterstützt einander. Und warum? Weil Jesus dies am Kreuz für uns getan hat. Das ist das Evangelium – die gute Nachricht.

Und gerade dann, wenn Jesus euer Fundament ist, wird er auch einzelne Säulen in eurem Beziehungshaus ausgleichen, wenn ihr es mal nicht könnt. Ladet ihn dafür immer wieder in eure Beziehung ein und sucht gemeinsam seine Nähe.

Evtl. als Zusatzimpuls: Zu guter Letzt ist es auch wichtig sich zu überlegen, in welcher Nachbarschaft euer Haus gebaut werden soll. Gibt es ein Ehepaar, das euch inspiriert und von dem ihr lernen könnt? Gibt es für jeden von euch einen Mentor,[1] der euch in eurer Beziehung eine Hilfestellung geben können? Macht euch gemeinsam auf die Suche und bestärkt euch gegenseitig, dieses Bauprojekt nicht alleine anzugehen! Es lohnt sich!

So könnte euer Beziehungshaus aussehen – evtl. fallen euch noch weitere Säulen ein …


Abschlussaktion:

Aktion für Paare:

  • Beziehungshaus bauen (gemeinsames Foto); darunter eure tragenden Säulen / das gemeinsame Fundament legen (aufmalen)
  • Was müsst ihr gemeinsam tun, damit euer Beziehungshaus stabil ist? Welches Element eures Untergrunds braucht in nächster Zeit Fokussierung?
  • Was nehmt ihr euch als Paar konkret vor, damit euer Haus stabil ist? Notiert euch eure To-dos in einem gemeinsamen Kalender/einer gemeinsamen Notiz!

Aktion für Singles / Paare, deren Partner nicht anwesend ist:

  • Wie soll dein Beziehungshaus aussehen, wenn du in einer Beziehung bist? Was ist deine Grundlage? Welche Säulen sind dir wichtig?
  • Wie kannst du jetzt schon an deinem Haus bauen? Notiere dir, was du in deine nächste Woche als Challenge mitnimmst.

[1] Nähere Infos unter: ONE2ONE Niedersachsen ONE2ONE Niedersachsen (one2one-niedersachsen.de)

Der Dreibeinhocker als Bild für gelingende Paarbeziehungen und Sexualität

Hintergrundinfos/Fakten

Wir leben in einer Gesellschaft, die nach dem Motto „nimm dir, was du willst” eine Fantasie von Intimität und Sexualität vermittelt, die mit einem „normalen Leben” kaum etwas zu tun hat. Dadurch entstehen Bilder und Eindrücke, wie Menschen Sexualität erleben, die oft gar nicht zutreffen.

Sex spielt eine prozentual große Rolle:

Fünfundneunzig Prozent der Ehepaare haben vor ihrer Hochzeit schon miteinander geschlafen. Heutzutage bringen die meisten Erwachsenen sexuelle Erfahrung mit in ihre Beziehung. Denn mehr als die Hälfte der deutschen Jugend zwischen 14 und 17 Jahren hat bereits mehr als einen Sexpartner gehabt. Jeder zweite Heranwachsende hat schon vor dem 18. Lebensjahr Geschlechtsverkehr mit einem Partner, den er später nicht heiratet.

Ohne Liebe kann Sex zum Albtraum werden. Wenn die Partner egoistisch handeln und lediglich auf die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse schauen, wird Sex zum Machtinstrument. Sexualität braucht folglich einen sensiblen Wachstumsprozess und Schutzraum, um als Ausdruck der Liebe erlernt zu werden.

Um diesen Wachstumsprozess soll es hier gehen. Einen Prozess, den man gut mit einem Hocker mit drei Beinen vergleichen kann. Ein Wachstum, der sich auf alle Bereiche unserer Paarbeziehung auswirkt. Kurz zusammengefasst könnte man sagen:

Je weniger Verbindlichkeit, desto weniger Intimität. Je mehr Verbindlichkeit, desto mehr Intimität. Und maximale Intimität verlangt maximale Verbindlichkeit. Die Weiterentwicklung einer Beziehung sollte auf allen Ebenen – Körper, Geist und Seele – ähnlich weit entwickelt sein.

Die Realität zeigt oft, dass der körperliche Teil schnell weit vorauseilt. Wenn wir unseren Partner aber sehen wollen, wie er ist, dann ist es hilfreich, hier auf eine ausgewogene Entwicklung zu achten.

In der Bibel finden wir ein schönes Bild vom Nacktsein. Auf dieses möchte ich hier hinweisen: Nach der Schöpfung war es kein Problem, nackt zu sein. Die Menschen konnten es genießen nackt zu sein, ohne Scham dabei zu empfinden.  
„Gott der Herr sprach: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen – ein Gegenüber, das ihm entspricht.“ […] Der Mann und seine Frau waren beide nackt, doch sie schämten sich nicht voreinander. 
(1. Mose 2,18.24.25) 

Sie schämten sich nicht. Das ist ein toller Satz. Sie sahen sich sehr vertraut und intim an. Aber wenn man sich kennt und nichts zu verbergen hat, keine Masken aufziehen muss, dann kann man sich auch gut anschauen und das ohne Scham aushalten. Eine solche Beziehung ist total gesund und tut gut. Dieser Moment, der in der Bibel beschrieben worden ist, spricht nicht nur für ein körperliches Sehen, sondern ein ganzheitliches.

Körper, Geist und Seele:

  • Der Körper steht dabei für das Körperliche, was wir sehen, wenn wir in den Spiegel schauen und auch natürlich auch das Sexuelle. Es beginnt bei Zärtlichkeiten und Küssen bis zum Geschlechtsakt.
  • Der Geist steht oft fürs das „Denken“ unsere Verstandsebene. Wie wir uns tatsächlich verstehen. Nicht, ob man sich mag, sondern ob auch unser „Denken“ zusammenpasst. Haben wir ähnliche Vorstellungen und Werte vom Leben.
  • Die Seele für unsere emotionale Komponente, was wir fühlen. Die Verbindung zu Gott und unseren Glauben könnte man auch hier mit ansiedeln.

Ziel wäre es, in unseren Paarbeziehungen miteinander auf einem Weg zu sein sich in allen drei Bereichen immer besser kennenzulernen. Und darauf zu achten, dass kein Bereich auf der Strecke bleibt und unterentwickelt ist.

Jedoch muss man sich um Wachstum in allen Bereichen auch kümmern. Wie bei einem Muskel, der trainiert wird, benötigen die Bereiche Aufmerksamkeit und Anwendung, um nicht vom schiefen Hocker zu purzeln. Denn so ein Dreibeinhocker ist nur dann bequem und stabil, wenn er drei relativ gleichgroße Beine hat. Weicht eins stark ab, werden wir vom Stuhl rutschen, wenn wir uns draufsetzten, wollen.

Aktion

Ihr könnt eure Teilnehmenden in kleine Gruppen aufteilen, sodass immer 3-5 zusammenarbeiten. Jede Gruppe bekommt dann andere Materialien und versucht einen „Dreibeinhocker“ zu bauen. Stellt ihnen dafür die unterschiedlichen Materialien zusammen:

Materialoptionen:

  • Holz (3 Rundhölzer, eine Holzplatte, Nägel oder Schrauben, Werkzeug (Säge, Akkuschrauber, …)
  • Duplo (viele 2×2 Duplosteine, und eine Platte für obendrauf)
  • Bücher (viele Bücher und ein großes Buch z.B. Atlas oder Ähnliches für obendrauf als Sitzfläche)
  • Kartons (viele Kartons und stabile Pappen, um die Karton innen zu stabilisieren. Für oben einen starken Karton)

Die Aufgabe ist es nun in 15 Min. einen möglichst stabilen „Dreibeinhocker“ aus den zur Verfügung gestellten Materialien zu bauen.

Also optionales Ziel könnt ihr einen Stabilitätstest ausrufen. Eine Person aus der Gruppe sollte sich also auf diesen Hocker setzten und für 1 Min. sitzen bleiben können, ohne dass der Hocker unter ihr zusammenbricht.

Kurzer Impuls

Du kannst die Hocker für deinen kurzen Impuls stehen lassen und gleich nutzen. Erklärst du an Hand der oben beschriebenen Hintergrundinfos welches Bein für was steht. Die Duplosteine helfen dir für die visuelle Verdeutlichung.

Beschrifte es gerne und mache einige Beispiele wie sich das in einer Beziehung zeigt.

Körper: mir gefällt die Person, ich finde sie anziehend, ich berühre sie, wir tauschen bewusst Zärtlichkeiten aus, Umarmungen, ein Kuss und so weiter bis zu Berührungen der Geschlechtsteile, Petting und dem Sexualakt.

Für jeden Punkt der Aufzählung, kannst du z.B. einen Duplostein zusammensetzten.

Auch für den Geist und die Seele machst du ein paar Beispiele aber deutlich weniger und baust erst mal einen schiefen Stuhl.

Geist: Sichtweise über Politik, kognitives Verständnis. Intellektuelles Interesse, Denkweise über Bildung und Familie, …)

Seele: Empfindungen, die wir uns zeigen, Gefühle, die in uns aufkommen, echte Emotionen keine auf dem Smartphone, das Gespür für den anderen und so weiter.

Wenn ihr euch jetzt den Hocker anschaut, ist er schief und instabil. Führe nun zur Verdeutlichung auch hier den Stabilitätstest durch.

In gesunden Beziehungen, die langfristig und ganzheitlich ausgeprägt sind, versuchen die Partner eine Beziehung hinzubekommen wo alle drei Bereiche ähnlich ausgeprägt sind und kein Teil vorauseilt oder hinterherhinkt.

Fragen o.Ä. für ein Gespräch

Nun folgt eine Phase, in der die Jugendlichen sich mit Fragen darüber unterhalten können, was sie davon halten und wie wir Beziehungen tragfähig gestalten können.

Fragen:

  • Welches Emoji spiegelt gerade deine Sichtweise über das Gehörte wider?
  • Kennst du Menschen, die gut zusammenpassen? Was zeichnet sie aus?
  • Kennst du Menschen, die schon lange glücklich zusammen sind? Warum sind sie das wohl?
  • Was ist die in einer Beziehung wichtig?
  • Was sind deine 5 Bedürfnisse für eine Paarbeziehung?
  • Wie sieht für die eine gesunde Beziehung aus?
  • Wann gehört für dich welche körperlichen Akte in die Beziehung?
  • Wie kannst du deinem Körper angemessen Zeit lassen?
  • Wie schaffst du das, was du möchtest auch zuzulassen? Und das andere nicht?
  • Was für Gefühle hat dein Partner?
  • Wie kannst du dich auf die andere Person einlassen?
  • Was sind deine Überzeugungen und wie kannst du sie mit deinem Partner teilen?
  • Wie bekommt ihr es hin, dass der Dreibeinhocker stabil ist?
  • Notiere für dich, was dein Partner von dir wissen sollte?

Idee
Mit diesem Fragen-Pool bist du gut gerüstet für alle Arten von Kennenlernspielen oder für Spiele, bei denen man sich noch besser kennenlernen will oder auch mal ins Diskutieren und Meinungen austauschen kommt. Bitte achte im Vorfeld bei der Auswahl darauf, ob die Fragen zum Alter deiner Kinder passen. Manche Fragen sind eher für Pre-Teens ab 10 Jahre geeignet.

Alte und neue Kennenlernfragen
Diese Fragen eignen sich wunderbar für eine Speeddating-Runde: Jeder Person hat eine andere Person gegenüber und man tauscht sich eine Minute über die Frage aus, bevor man dann zur nächsten Person wechselt.

  1. Was machst du am liebsten in deiner Freizeit?
  2. Wer gehört zu deiner Familie?
  3. Hast du Haustiere oder hättest du gerne Haustiere?
  4. Was kannst du richtig gut?
  5. Was kannst du überhaupt nicht?
  6. Welches ist dein Lieblingsfach?
  7. Hast du ein momentanes Lieblingslied?
  8. Welches ist deine Lieblingsfarbe?
  9. Welches ist dein Lieblingsausflugsziel?
  10. Welches ist dein Lieblingsessen?
  11. Kannst du eine Instrument spielen?
  12. Was stresst dich?
  13. Wegen was hattest du das letzte Mal richtig Ärger?
  14. Wie entspannst du dich am besten?
  15. Wenn schon Hausarbeit, was machst du am liebsten?
  16. Mit welcher Kleinigkeit kann man dir eine Freude machen?
  17. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan?
  18. Was isst du zum Frühstück?
  19. Mit wem verstehst du dich am besten?
  20. Was ist deine Lieblingsjahreszeit und warum?
  21. Was möchtest du dir unbedingt irgendwann mal kaufen?
  22. Feierst du immer deinen Geburtstag?
  23. Was war das beste Geschenk, das du jemals bekommen hast?
  24. Welchen Raum in deiner Wohnung/ deinem Haus magst du am liebsten?
  25. Welches Wort oder welcher Satz bringt dich auf die Palme?
  26. Wie oft treibst du Sport?
  27. Was ist dein Lieblingskleidungsstück?
  28. Wie sieht ein perfekter Tag für dich aus?
  29. Was liegt auf deinem Nachtisch?
  30. Wofür bist du deinen Eltern dankbar?
  31. Mit welcher berühmten Person würdest du gern mal einen Tag verbringen?
  32. Was ist dein Traumberuf?
  33. Worüber hast du dich zuletzt kaputtgelacht?
  34. Kannst du dich gut ablenken?
  35. Was nervt dich gelegentlich?
  36. Wie spontan bist du?
  37. Wofür darf man dich nachts wecken?
  38. Wer hat dich in deinem Leben bisher am meisten beeinflusst?
  39. Wie hieß oder heißt dein Lieblingskuscheltier?
  40. Für welche Gelegenheit warst du zuletzt schick angezogen?
  41. Welches Thema würdest du wählen, wenn du eine Mottoparty feiern würdest?
  42. Auf welchen Feiertag freust du dich jedes Jahr?
  43. In welchen Gang im Supermarkt würdest du gehen, wenn du eine Minute kostenlos Waren mitnehmen dürftest?
  44. Welches war der letzte Film, bei dem Du im Kino warst?
  45. Welches ist deine Lieblingseissorte?
  46. Wo warst du zuletzt im Urlaub?
  47. Welches Tier wärst du gern und warum?
  48. Mit welchen drei Worten würden deine besten Freunde dich beschreiben?
  49. Mit welchen drei Worten würden deine Eltern dich beschreiben?
  50. Welche ist deine Lieblingsserie?
  51. Nach was riecht dein Duschgel?
  52. Welche Farbe hat deine Zahnbürste?
  53. Was hattest du, als du das letzte Mal krank warst?
  54. Wohin würdest du zuerst auf einem Rummel/ Jahrmarkt gehen?
  55. Welche Entscheidungen fallen dir besonders schwer?
  56. Bist du mit deinem Äußeren zufrieden?
  57. Welche schlechte Angewohnheit würdest du gerne loswerden?
  58. Welches Hobby/ welche Freizeitaktivität würdest du gerne mal ausprobieren?
  59. In welches Land würdest du gerne mal reisen?
  60. Welche drei Sachen müssten auf jeden Fall auf eine einsame Insel mit?
  61. Welche Komplimente verunsichern dich?
  62. Welche Superkraft hättest du gerne?
  63. Worauf bist du wirklich stolz?
  64. Was würdest du niemals tun?
  65. Wofür nimmst du dir zu wenig Zeit?
  66. Ohne wen kannst du dir ein Leben nicht vorstellen?
  67. Welchen Wunsch könnte man dir heute noch erfüllen?
  68. Was würde sich ändern, wenn du im Lotto gewinnen würde?
  69. Was ist deine bisher schönste Erinnerung?
  70. Wie hättest du heißen wollen, wenn du deinen Namen selbst hättest aussuchen dürfen?

Entweder – Oder- Fragen
Für die Antworten kann man bei diesen Fragen zwei Ecken wählen, in die sich die Befragten jeweils passend stellen. So bekommt man bei einer Gruppe auch visuell gut mit, wer welcher „Typ“ ist.

  1. Bist du ein Warmduscher oder ein Kaltduscher?
  2. Trinkst du lieber etwas Kaltes oder etwas Warmes?
  3. Gehst du in die Kirche oder eher nicht?
  4. Trennst du deinen Müll oder landet alles in einem Eimer?
  5. Könntest du ohne Handy auch mal eine Zeit lang leben oder bist du schon etwas abhängig davon?
  6. Was sagst du häufiger: ja oder nein?
  7. Bist du ein Hundetyp oder ein Katzentyp?
  8. Was magst du lieber: Apfel oder Banane?
  9. Gehst du eher zu Mc Donalds oder zu Burger King?
  10. Streitest du gerne oder bist du eher der Harmonie-Typ?
  11. Arbeitest du gern im Team oder lieber allein?
  12. Folgst du deinem Herzen oder deinem Verstand?
  13. Stellst du lieber Fragen oder erzählst du lieber?
  14. Stehst du lieber im Vordergrund oder im Hintergrund?
  15. Bist du ein Landmensch oder ein Stadtmensch?
  16. Kommst du eher zu früh, zu spät oder genau rechtzeitig?
  17. Stehst du gerne früh auf oder bist du ein Langschläfer?
  18. Bastelst du gerne oder könnte man dich damit jagen?
  19. Kannst du anderen Menschen gut verzeihen oder bist du eher nachtragend?
  20. Machst du gerne Sport oder liegst du lieber auf der Couch?
  21. Magst du eher Obst oder eher Gemüse?
  22. Trinkst du lieber Wasser oder Limo?
  23. Bist du politisch interessiert oder ist dir das eher egal?
  24. Bist du handwerklich geschickt oder hast du zwei linke Hände?
  25. Machst du Urlaub lieber im Warmen oder im Schnee?
  26. Gehst du gerne shoppen oder ist das ein notwendiges Übel?
  27. Würdest du sagen, du kommst mit deinen Eltern ganz gut klar oder seid ihr oft im Clinch?
  28. Bist du eher ordentlich oder eher chaotisch?
  29. Hast du eine elektrische Zahnbürste oder putzt du mit einer ganz normalen?
  30. Machst du gerne Bilder oder eher nicht?
  31. Kannst du ein Linden- von einem Ahornblatt unterscheiden oder eher nicht?
  32. Kannst du stundenlang telefonieren oder reichen dir wenige Minuten aus?
  33. Isst du lieber Gummibärchen oder Chips?
  34. Gehst du ungern zum Zahnarzt oder macht dir das nichts aus?
  35. Was ist schlimmer: zu scheitern oder es gar nicht erst versucht zu haben?
  36. Hast du eine Armbanduhr oder schaust du eher auf dein Handy wegen der Uhrzeit?
  37. Liest du gerne oder nur, wenn es sein muss?
  38. Bist du mutig oder lässt du andere eher vor und schaust erstmal?
  39. Kannst du Witze erzählen oder lässt du dir lieber Witze erzählen?
  40. Würdest du dich als geduldigen oder als ungeduldigen Menschen beschreiben?
  41. Kannst du dir Vokalen gut merken oder dauert das eher länger?
  42. Kannst du ein Schlaflied auswendig singen oder kennst du keins?
  43. Würdest du sagen, du kennst dich in der Bibel aus oder eher nicht?
  44. Isst du lieber international oder lieber deutsche Küche?
  45. Bist du gerne im Wasser oder bist du eher wasserscheu?
  46. Achtest du bei deiner Kleidung darauf, was gerade in ist oder ist dir das völlig egal?
  47. Brauchst du viel Schlaf oder kommst du mit wenig Schlaf aus?
  48. Hast du eine Allergie oder verträgst du alles?
  49. Ist dir schnell kalt oder ist dir eher zu warm?
  50. Kommst du schnell mit Menschen in Kontakt oder bist du eher schüchtern?
  51. Siehst du die Dinge optimistisch oder pessimistisch?
  52. Was ist leichter: Jemanden mögen oder jemanden hassen?
  53. Was ist wichtiger: Geduld oder schnelles Handeln?
  54. Woraus lernst du mehr: Fehler oder Erfolge?
  55. Bist du eher neidisch oder gönnst du anderen auch was?
  56. Wärst du lieber intelligenter oder sympathischer?
  57. Weisst du schon, was du später mal beruflich machen willst oder bist du noch auf der Suche?
  58. Bist du großzügig oder eher geizig?
  59. Bist du ehrgeizig oder bist du faul?
  60. Bist du in deiner Freizeit lieber zu Hause oder draußen im Freien unterwegs?

Glaubens- und sonstige Fragen zum Diskutieren
Für diese Art von Fragen eignen sich Kleingruppen, in denen jeder seine Meinung sagen kann und man dann darüber sich austauscht.

  1. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
  2. Wie sieht deiner Meinung nach der Himmel aus?
  3. Wie bist du zum Glauben gekommen?
  4. Erzählst du anderen Menschen etwas über deinen Glauben?
  5. Hast du eine Lieblingsgeschichte oder eine Lieblingsperson aus der Bibel und wenn ja, welche?
  6. Bekommt Gott alles mit?
  7. Was gibt dem Leben Sinn?
  8. Was würdest du mit einer Million Euro tun?
  9. Was bedeutet Freundschaft für dich?
  10. Was gibt Menschen Kraft?
  11. Wenn du Gott eine Frage stellen könntest, welche wäre das?
  12. Ist Vertrauen einfach da oder muss man etwas dafür tun?
  13. Was bedeutet Glück für dich?
  14. Fühlst du dich manchmal einsam?
  15. Was ist Heimat für dich?
  16. Welche Werte haben deine Eltern dir vermittelt?
  17. Durch was unterscheide ich mich als Christ von anderen?
  18. Hat mich Gott lieb, auch wenn ich etwas Böses getan habe?
  19. Liebt Gott alle Menschen gleich?
  20. Wie entstand die Welt?
  21. Muss man in die Kirche gehen, um Gott zu begegnen?
  22. Was bringt einem die Bibel?
  23. Ist Gott eine Wunschmaschine?
  24. Wie betet man zu Gott?
  25. Wurde Jesus am 24. Dezember geboren?
  26. Wie oft setzt du dich für etwas ein, das dir nicht hilft?
  27. Wie kannst du ein Vorbild für andere sein?
  28. Wie sieht ein erfülltes Leben aus?
  29. Was würde die Welt zu einem besseren Ort machen?
  30. Was wäre dein größter Wunsch für die Zukunft?

Ja oder nein oder etwas dazwischen“- Fragen
Bei diesen Fragen zieht man eine gedachte Linie von dem „Ja“-Punkt zum „Nein“-Punkt. Die Befragten positionieren sich durch hier Hinstehen zu den Fragen und so können einzelne auch noch mal befragt werden, warum sie da stehen und was ihre Meinung ist.

  1. Glaubst du, dass Geld glücklich macht?
  2. Ist Glück ein Ziel oder eine Momentaufnahme?
  3. Ist jeder seines Glückes Schmied?
  4. Sind die besten Dinge im Leben gratis?
  5. Wie wichtig ist bei deinen Entscheidungen die Meinung anderer?
  6. Traust du dich, Fragen zu stellen?
  7. Darf man lügen, um jemanden zu schützen?
  8. Können Menschen sich ändern?
  9. Ist Liebe das Wichtigste im Leben?
  10. Geht es Christen im Leben besser als anderen Menschen?
  11. Wäre das Leben besser, wenn alle Erfolg hätten?
  12. Ist es Arbeit, wenn es Spaß macht?
  13. Nichts geht über die Familie. Würdest du dem zustimmen?
  14. Hilft dir dein Glaube im Alltag?
  15. Gibt es etwas im Leben, wovor du Angst hast?
  16. Freust du dich auf die Zukunft?
  17. Bist du zufrieden mit deinem Leben?
  18. Verstehst du Spaß?
  19. Währt Ehrlichkeit am längsten?
  20. Hilft dir beten?

Das passiert:

Es sind nicht einfache Zeiten, die in dieser Folge beschriebene werden. Manches läuft drunter und drüber bei Jesus und seinen Jüngern. Es scheint fast so, als ob die Euphorie verflogen ist und die Realität Einzug hält. Da ist der gefangen genommene Johannes, um den sich alle sehr Sorgen machen. Da ist die eine Maria, die nicht aufzufinden ist und von den zwei wahrscheinlich unterschiedlichsten Typen – Petrus und Matthäus – gesucht wird. Mehr Drama als Begeisterung. Und ein wesentliches Problem muss auch noch erwähnt werden – sie haben kaum noch etwas zum essen.
Jesus taucht in 2/3 dieser Episode gar nicht auf. Erst in den letzten 10 Minuten der Folge. In dieser Zeit passieren aber wirklich krasse Dinge:
1. Er trauert um Johannes und betet für ihn.
2. Er vergibt Maria und schenkt ihr (wieder) einen Re:Start.
3. Er heilt einen Mann von seiner Behinderung. (Markus 3,1)
4. Er stellt die Ordnung des Sabbats richtig. (Mt 12)

Gestaltung der Gruppenstunde

Schaut euch die Folge 6 gemeinsam an.

Impuls

Unlawful – Rechtswidrig oder illegal.

Was fällt dir ein, wenn du diese Wörter rechtswidrig und illegal hörst?

In der Folge eben gab es Menschen und Situationen, auf die genau diese Wörter zutreffen. Maria, die wieder ihren eigenen Weg geht, Jesus verlässt und in ihre alten Verhaltensmuster zurückfällt. Die sich in eine Gesellschaft begibt, die ihr nicht guttut. Johannes, der im Knast gelandet ist, weil er Jesus nachfolgt. Jesus selber und seine Jünger, die gegen das jüdische Gesetzt handeln. Jesus, der den Mann heilt und die Jünger, die „ernten“ – beides am Sabbat. Das war nach dem jüdischen Gesetz verboten. Ich finde es faszinierend, wie Jesus mit den unterschiedlichen Situationen umgeht. Mit ihm kommt eine ganze neue Dimension in das Leben der Menschen. Klar war, dass es beim Bruch von den Gesetzen der Juden eindeutige Regelungen gab, um wieder zu den „Gerechten“ zu zählen. Die Pharisäer kannten damals die Gebote von Mose und haben, um ja nichts falsch zu machen, noch weitere Gebote darum gebaut. Eins besagte zum Beispiel, dass man am Sabbat (was bei uns heute der Sonntag ist) nicht auf den Boden spucken darf. Warum? Weil aus Wasser und der Erde Lehm wird und man damit arbeiten kann, was am Sabbat verboten war. Aus Angst heraus etwas falsch zu tun, wurden diese Zusätze erlassen. Jesus bringt es aber mit einem Satz auf den Punkt: Die Gesetze, die Gott Mose gegeben hat, sollten dem Volk Israel helfen, dass es in Freiheit leben konnte. Jesus sagt am Ende der Folge: Die Gesetze sollen den Menschen und nicht die Menschen den Gesetzen dienen.  Damit zeigt er, wie er und Gott denken: Ganz für den Menschen.
Die neue Dimension, die Jesus in die Welt bringt, ist die Vergebung. Der Neuanfang. Jesus ist der, der gerecht spricht. Deshalb heilt Jesus am Sabbat – weil es den Menschen dient. Deshalb dürfen die Jünger am Sabbat die Ähren ernten und essen – weil es ihnen hilft. Deshalb schenkt Jesus Neuanfang – nicht nur Maria, sondern jedem, der Fehler macht, auch dir und mir. Jesus hebt die Gesetze, z. B. die 10 Gebote, nicht auf, aber er zeigt noch mal deutlich, wofür sie gedacht sind, nämlich dass das Leben unter uns Menschen und mit Gott gemeinsam gelingt und lebenswert bleibt.
Und Jesus zeigt, dass da, wo wir versagen, er einen Neuanfang schenkt, der dich wieder freispricht. Bedingung? Wie sagt er zur Maria: Du kannst es nicht wiedergutmachen. Was ich will, ist dein Herz. Dein Wunsch und dein ehrlicher Wille neu anzufangen.

Praktische Idee:

Jeder bekommt ein Stück Klopapier, auf das er mit einem Filzstift das schreiben kann, was er zu Jesus bringen möchte. Spült diese beschriebenen Klopapierstücke in der Toilette runter und macht euch klar, dass, wenn wir Jesus ehrlich unsere Fails bringen, er sie vergibt und einen Neuanfang schenkt. 

In diesem Artikel beschreibt Björn Bausteine, die ihr für eure Gruppenstunde nutzen könnt, um die 1. Folge der 2. Serienstaffel Chosen zu vertiefen, gemeinsam aufzugreifen oder einen Abend passend zu gestalten.

Essen

Es bietet sich ein Festessen an! Vielleicht grillt ihr gemeinsam und bereitet ein gemeinsames Essen zusammen vor und gestaltet ein bisschen was Drumherum.
In der heutigen Folge lässt Jesus die Jünger ein Essen vorbereiten mit Lamm und Wein und allem, dann gehen sie zu einem Samariter, der vielleicht ein Mörder und Pferdedieb ist. Und feiern mit ihm. Sie erzählen sich Geschichten, um sich miteinander zu verbinden.
Ihr könnt vorher essen oder zum Abschluss.
Während des Essens könnt ihr euch gegenseitig eure Geschichten erzählen … Das würde den Faden der Folge aufnehmen. „Wie habe ich Jesus kennen gelernt“ oder „Wie kommt es, dass ich heute hier bin?“ könnten dann Ideen für den Austausch sein.

Warmup

Idee 1) Wie eben bei „Essen“ beschrieben

Idee 2) Geschichten – 2x wahr und eine Lüge
Jeder erzählt über sich und sein Leben 3 Geschichten oder Facts. Das Spannende: eine Geschichte stimmt nicht. Alle anderen müssen erraten, welches die erfundene Geschichte war, z.B. über eine Abstimmung. Ggf. muss dieser Part moderiert werden, damit der Geschichtenerzähler sich nicht selber moderieren muss. Ab einer gewissen Gruppengröße solltest du die Gruppe aufteilen, damit es nicht zu lange dauert.
So lernen sich alle noch ein bisschen besser kennen und interagieren miteinander.

Bibelportion

Bei dieser Folge bietet es sich an, ein paar Texte schon vor dem Schauen der Folge zu lesen – dann entdeckt man Passagen in der Folge wieder. Schau, welcher Text sich besser anbietet für deine Gruppe oder finde noch andere Texte, die besser zu deiner Gruppe passen. Auch muss gut bedacht werden, ob ihr „The Chosen“ eher als evangelistische Aktion gestaltet oder als Vertiefung für Leute, die schon mehr von Jesus wissen.

Bibelportion Idee 1
Schöpfungsgeschichte (1. Mose 1, 1-5) und Johannes (1, 1-5)

In dieser Folge schauen wir u.a. Johannes über die Schulter bei ersten Entwürfen zu seinem Evangelium. In der Folge outet sich Jesus als Gott und es könnte spannend sein, diese beiden Texte schon zu kennen.

Lest die beiden Texte, ggf in kleineren Gruppen.

Fragen für das Gespräch

Wo entdeckst du Ähnlichkeiten zwischen den beiden Texten?

Wo sind Unterschiede?

Johannes kannte bereits den 1. Mose-Text. Was denkt ihr: Warum hat er den Anfang seines Evangelium genau so gestaltet und nicht anders? Was war ihm wichtig? Was sollte der Anfang bei den Lesenden auslösen?

Bibelportion Idee 2

2. Mose 3, 11-14

Hier wäre es gut, eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse zu geben (Israel – Ägypten – Sklaverei – Mose – brennender Dornbusch). In dem kleinen Text jetzt stellt sich Gott vor. „Ich werde sein, der ich sein werde.“ In der Folge sagt Jesus eindringlich zu Johannes: „Ich bin, der ich bin.“

Fragen für das Gespräch

Lest den Text ggf. in kleineren Gruppen
Gott hat Mose gerade einen großen Auftrag gegeben, nämlich zum Pharao, dem Herrscher von Ägypten zu gehen und sein Volk aus Ägypten zu befreien. Mose muss aber erst einige Fragen klären…

Welche Fragen sind das?

Warum war Mose das wichtig?

Wie lauten Gottes Antworten?

Wenn nun jemand auftauchen würde und sagt: „Ich bin, der ich bin“: Wie würde das in den Ohren eines frommen Juden klingen?

Folge schauen

Schaut euch die erste Folge der zweiten Staffel an. Vielleicht findest vorher du jemanden, der kurz die Staffel 1 zusammenfassen kann? Oder ihr macht es gemeinsam, wenn ihr sie zusammen gesehen habt.

Am Anfang gibt der Produzent noch ein kleines Intro. Schau es dir vorher an, ob du das mit zeigen willst oder überspringst.

Kleingruppe

Es hat sich als gut erwiesen, nach der Folge ins Gespräch zu kommen. Je nach Größe der Gruppe solltest du Kleingruppen planen.

Ich finde die Einstiegsfragen sehr wichtig: Sie lassen jeden das weiterdenken, wo er oder sie angeknüpft hat.

Was hat dich besonders angesprochen an dieser Folge? Warum?

Was hat dich geärgert? Warum?

Wo sind bei dir Fragen aufgetaucht?

Wenn ihr über diese Fragen ins Gespräch kommt – go for it! Falls nicht, hier ein paar weitere Anregungen:

Die „Donnersöhne“

Welche Lektion bringt Jesus ihnen bei?

Wie müsste Jesus dir diese Lektion beibringen?

Jesus

Welche Szene hat dich am meisten beeindruckt?

Was würde sich in deinem Leben verändern, wenn du darauf vertrauen würdest, dass Jesus auch heute noch so handeln kann?

Der zuerst hinkende und dann geheilte Samariter

Was hat den Mann am meisten bewegt?

Wie ist Jesus ihm begegnet?

Was kannst du daraus ableiten, wie Jesus mit Menschen heute umgeht?

Challenge

Welche Aussage oder welches Verhalten von Jesus hat dich besonders herausgefordert?

Wie würde es aussehen, wenn jemand heute das so leben würde? Wie ginge das?

Tue es!

Input

Ich finde ja, dass es keinen weiteren Input braucht, da der Film und die Kleingruppe viel Input bietet. Ggf. kannst du aber noch sagen, was dich besonders angesprochen hat in dieser Folge.

Warm-Up-Spiel:

In der Folge geht es viel um die Frage „Was ist wahr/richtig, was ist falsch“. Daher bietet sich an, das Spiel „Lügenwappen“ als Einstieg zu spielen.

Lügenwappen

Alle Teilnehmenden gestalten ihr persönliches Wappen auf einem Blatt Papier. Das Wappen wird in vier Abschnitte eingeteilt. Drei Abschnitte enthalten wahre Erlebnisse, Eigenschaften, Hobbys oder Ähnliches. Ein Abschnitt enthält eine Lüge. Dabei sollten die wahren Elemente so skurril und die Lüge so plausibel wie möglich sein. Wenn alle ihr Wappen gestaltet haben, werden diese in der Gruppe präsentiert und die Gruppe muss raten, welcher Teil des Wappens die Lüge ist.

Folge 7 von Staffel 2 anschauen

Entweder von DVD oder über ein App-taugliches Gerät, das man an einen Beamer anschließen kann. Gut ist es vorher ein „Was bisher geschah“-Rückblick zu machen.

Austausch über die Folge:

Offene Einstiegsfragen: Was hat dich besonders angesprochen an dieser Folge und warum? Was hat dich geärgert und warum? Wo sind bei dir Fragen aufgetaucht?

Die Folge ist ein bisschen speziell, da sie nicht direkt eine Geschichte aus den Evangelien aufnimmt. Zumindest ist mir keine Geschichte bekannt, in der Jesus von den Römern gefangen genommen und verhört wird und die nicht in der Kreuzigung endet.

In der Folge werden mehrere Geschichten angerissen bzw. auf die Geschehnisse der letzten Folgen Bezug genommen z.B. die Geschichte „Die Heilung am Teich Bethesda und der Konflikt mit den jüdischen Behörden“ (Johannes 5, 1-9); der römische Prätor Quintus zählt ein paar Geschichten auf (Berufung des Zöllners Matthäus (S1E7), Berufung von Simon dem Zeloten (S2E4), die er von Jesus gehört hat. Am Ende der Folge findet sich noch „Über das Beten (Das Vaterunser)“ (Lukas, 11, 1-4).

Die Folge zeigt, dass die Handlungen und das Auftreten von Jesus Folgen haben. Die Römer sind besorgt, ob es zu einem Volksaufstand kommen wird und Prätor Quintus findet sehr deutliche Worte. Auch die Juden haben ein Problem mit Jesus. Rabbi Schmuel bar Yosef versucht herauszufinden, ob Jesus am Sabbat eine Heilung gewirkt hat. Wenn sich dies bewahrheitet, würde dies schwerwiegenden Folgen für Jesus haben. Aber die Folge zeigt auch, dass die Leute begeistert von Jesus sind und von ihm erzählen, so wie die Frau aus Äthiopien und der Geheilte. Nur leider ist dies wiederum problematisch, sodass die Jünger versuchen, das zu unterbinden, weil sie befürchten, dass genau das Jesus in Gefahr bringt.

Richtig oder Falsch – Offensiv handeln und verkünden, oder doch in Deckung bleiben. Jesus ist eindeutig. Trotz der Drohung von Quintus lässt er sich nicht abbringen, er will so weitermachen, das Richtige tun, wie es ihm von Gott aufgetragen wurde, wie bisher, auch wenn es seinen Tod bedeutet.

Nachdem Jesus vom Verhör zurückkommt, habe es auch die Jünger verstanden. Sie ahnen, dass die Zeit ohne Jesus kommen wird, und bitten ihn, ihnen beizubringen richtig zu beten und er bringt ihnen das „Vaterunser“ bei.

Andachtsidee:

Nach dem ihr die Folge geschaut und darüber gesprochen habt, könnt ihr euch mal mit dem Vaterunser auseinandersetzten. Eine Idee dazu findet ihr hier:

Jesus hat seinen Jüngern das Vaterunser gegeben, dass sie etwas haben, an dem sie sich festhalten können, wenn er nicht mehr da ist. Auch für uns ist das Vaterunser ein Gebet, das uns helfen kann, wenn wir nicht wissen, was und wie wir beten sollen.

„Wenn mein Herz keine Worte finden kann. Weiß ich doch wie ich zu dir beten soll“, heißt es in dem Lied „Vaterunser“ von dmmk. Eine Erinnerung daran, dass in dem Gebet der Gebete alles drinsteckt, wir uns keine Gedanken machen brauchen, was wir beten und trotzdem wissen dürfen, dass diese Worte ankommen.

Fragen an die Teilnehmenden:

Was hilft dir zu beten?

Wann fällt es dir schwer zu beten?

Welche Rolle spielt das Vaterunser für dich?

Lied Tipp:        Ich kann nicht schweigen – Musik und Text: Alber Frey

                        Vaterunser – Musik und Text: Theo Evers / Timo Langner

Essenstipp:

In der Folge geht es viel um Fisch, daher ist unsere Empfehlung „Fischstäbchenbrötchen“.

Dazu braucht ihr:

  • 1-2 Brötchen (pro Person)
  • 2-3 Fischstäbchen (pro Brötchen)
  • Remoulade
  • Salat
  • Röstzwiebeln (wenn ihr mögt)

Einfach wie einen Burger zusammenbauen und genießen.

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